Beim MainCityTriathlon der TG48 Schweinfurt gab es in diesem Sommer das erste Mal eine Para und eine Inklusionswertung. Eine tolle Initiative, die mit dem Zielschluss des Rennens nicht ihr Ende fand. Im Herbst wurden die entstandenen Kontakte genutzt. So kamen fast zwanzig Sportler und Organisatoren aus Würzburg, Kitzingen, Ochsenfurt, Regensburg und Schweinfurt zusammen, um einen Aktionstag an der Franziskus-Schule Schweinfurt durchzuführen.
Franziskus-Schule bereitet sich auf den MainCityTriathlon 2024 vor
Die Initiative für den Aktionstag Triathlon ging vom Verband Special Olympics in Bayern aus. Der Impuls wurde von Michael Lindt aufgenommen, der als stellvertretender Schulleiter der Franziskus-Schule Schweinfurt die Infrastruktur der Schule für ein Training zur Verfügung stellen konnte.
Der Aktionstag begann im Schwimmbad der Franziskus-Schule, wo einige Teilnehmer ihre Vorliebe für die erste Disziplin im Triathlon Wettkampf zeigten. Das gemeinsame Mittagessen wurde für ein besseres Kennenlernen und den Austausch von Plänen und Ideen genutzt. Danach ging es auf unterschiedlich lange Laufstrecken, bevor sich alle zu einer intensiveren Einheit mit Ball- und Laufspielen und einem Zirkeltraining in der Sporthalle trafen.
Unterstützung für die sportlichen Aktivitäten gab es von der Firma Fahrzeugteile Wütschner, die anlässlich des MainCityTriathlons den Organisationen eine großzügige Spende zukommen ließ, die über die Abteilung Laufen-Triathlon der TG48 Schweinfurt sehr gerne vermittelt wurde.
Bayerische Meisterschaft Para Triathlon 2024 erstmals in Schweinfurt
Norbert Huhn, von der Abteilung Laufen-Triathlon der TG48 Schweinfurt, freute sich im Rahmen des Aktionstags verkünden zu dürfen, dass die Bewerbung des MainCityTriathlon für die Ausrichtung der Bayerischen Meisterschaft im Para Triathlon für 2024 erfolgreich war. Grundlage dafür waren sehr gute Rückmeldungen vieler Sportler des MainCityTriathlon 2023 zu den abgesicherten Strecken und die positive Aufnahme der Inklusion durch den Verein und im gesamten Umfeld, wie Stadt, Landkreis und den Medien.
Wir hatten noch einige Fragen an die Organisatoren und haben uns mit Norbert unterhalten.
Hallo Norbert,
wann und wie seid ihr mit dem Thema Para Triathlon und Special Olympics Triathlon das erste Mal in Kontakt gekommen?
Ganz zu Beginn gab es einmal einen Workshop im BTV. Als es darum ging, wie sich Veranstaltungen organisieren lassen, und was alles die großen und kleinen Herausforderungen sind, hatte ich alles auf meine „Wunschkonzert“ Karten geschrieben, was eigentlich schwer zu erreichen ist: gesperrte Radstrecke, Handbikes auf der Strecke, Inklusion.
Nach unserer ersten Triathlon-Veranstaltung in Schweinfurt hatten uns die Genehmigungsbehörden eine gesperrte Strecke nahegelegt und wir hatten diese in der Folge in die Kalkulation aufgenommen. Im Winter kam dann die Anfrage von Special Olympics (SO) Bayern, ob wir unsere Veranstaltung nicht für Special Olympics Teilnehmende öffnen können. Ich kümmerte mich dann um die Fragen, die damit zusammenhingen. Zum einen musste die Entscheidung in unserem Orga-Team fallen. Dort gab es einstimmig Zustimmung. Zum anderen mussten dann weitere Kontakte mit Special Olympics und Para Triathlon im Verband hergestellt werden.
Fast nebenbei ist so dann eine SO-Wertung in unsere Laufveranstaltung für den Schülerlauf der Klassen 1-4 etabliert worden. Schließlich nimmt die Schweinfurter Förderschule seit Jahren teil, bekam aber bisher nach unserer gemeinsamen Meinung zu wenig Sichtbarkeit und Anerkennung. Wir hatten also längst Erfahrung! Es war Zeit, mehr daraus zu machen.
Heute sind wir uns einig, dass wir den Umgang mit Menschen mit Einschränkungen normaler machen wollen. Wir wollen uns bewusst mit Handicaps beschäftigen und dadurch nochmals genau hinsehen, was wir leichter für jeden machen können, und was wir extra beachten müssen bzw. wollen.
Sich dem Thema Inklusion anzunehmen ist ja oft gar nicht so leicht. Gerade auch, wenn es um beide Bereiche geht, also Menschen mit körperlichen Einschränkungen im einen und mit geistigen Einschränkungen auf der anderen Seite. Wie und wo habt ihr euch informiert? Was habt ihr beachtet?
Wir haben engeren Kontakt zu den Verbänden und Teilnehmern gesucht, damit wir Hilfen so vorbereiten, wie sie erforderlich sind. Zum Beispiel muss die Laufstrecke für die Grundschüler an jeder Ecke mit Helfern besetzt sein, die wissen, dass sie aktiv eingreifen, sobald ein Kind zögert, auf der Strecke zu bleiben. Und wir haben einen etwas längeren Zeitraum eingeplant, bis jeder im Ziel ist. Am Ende soll so jedes Kind durch den Zielkanal laufen.
Wie habt ihr euer erstes Para Rennen und euere ersten Special Olympics Teilnahmen empfunden? Was macht aktive Inklusion mit einem Rennen?
Wir waren gut vorbereitet mit abgesperrter Strecke, extra Platz in der Wechselzone, vorbereiteten Helfern an der Schwimmstrecke und so weiter. Am Renntag mussten wir uns dann aber schnell darauf einstellen, einem Para Athleten aus dem Wasser zu helfen, da er keinen eigenen Helfer dabei hatte. Wir haben ihm auch auf der Laufstrecke an der Bordsteinkante herunter und auf dem Rückweg wieder hinauf geholfen. Im kommenden Jahr wollen wir dort eine Bordsteinrampe in Gummi oder Ähnliches vorsehen.
Der Wettbewerb selber ist also gar nicht so anders. Eines jedoch schon: es gibt wieder deutlicher sichtbar den Anlass, nicht nur die ersten Plätze zu bejubeln, sondern für jeden, der sich anstrengt, zu klatschen.
Was hat den Schülerinnen und Schülern am Schnuppertag besonders viel Spaß gemacht?
Die Aktion mit der Schule soll dazu führen, dass, statt bisher drei Staffeln, im nächsten Jahr vielleicht zwei- bis dreimal so viele plus ein paar Einzelstarter zusammenkommen. Aber das ist alles noch in Vorbereitung. Ich denke, dass es den Meisten besonders wichtig war, in der Gruppe etwas zu unternehmen, mal wieder mit anderen ehemaligen Schülern und Lehrern und weiteren Interessierten zusammenzukommen. Für mich war der gut gelaunte, offene, interessierte und motivierte Umgang in der gesamten Gruppe das wichtigste Erlebnis.
Mehr “erste Male” gibt es in der Übersicht unseres Adventskalenders.
Link zur Adventskalender-Übersicht.
Foto: Carsten Schenk
Konrad Puk: Ich genieße die vielen Freundschaften und Begegnungen
BreitensportMit 75 Jahren erlebte Konrad Puk in diesem Jahr eine Premiere: Beim Duathlon Zofingen holte er auf der Langdistanz seine erste WM-Goldmedaille. Der Holzkirchener hatte erst mit 53 Jahren zum Triathlon gefunden. Heute ist er immer noch mit vollem Einsatz dabei. Grund genug, ihn zu interviewen.
Hallo Konrad,
Du hast in der vergangenen Saison das erste Mal eine WM-Goldmedaille gewonnen. Wie war der Moment, in dem sie Dir um den Hals gelegt wurde?
Es war sehr bewegend und schön für mich. Noch schöner und bewegender war für mich allerdings der Moment, als ich die Finishline mit einem Bauchplatscher überqueren konnte. Das hat mich richtig gefreut.
Mit 75 Jahren noch im Triathlon auf allen Distanzen unterwegs zu sein – beeindruckend! Worauf schwörst Du, um fit und gesund zu bleiben?
Auf eine gesunde Lebensweise, etwas Training, eine passende mentale Einstellung (ich tue mir was Gutes). Wichtig für mich ist außerdem ganz viel Unterstützung und Anerkennung. Zudem baue ich mittlerweile einfach auf meine Erfahrung – also die Summe aller meiner Fehler – und auf meine Intuition.
Das Schöne am Triathlon ist, dass man in jedem Alter beginnen kann. Erinnerst Du Dich an den Moment, in dem Du realisiert hast, dass Dich der Sport definitiv länger begleiten wird?
Genau weiß ich das nicht mehr. Mit nur etwas Radtraining zur Vorbereitung hat mir mein erster Triathlon im Jahr 2001 viel Spaß gemacht. Ich war überrascht, dass ich mich nicht quälen musste. Trotz vieler Fehler gewann ich meine Altersklasse auf Anhieb. Ich dachte mir, das geht noch besser. Leider hatte ich im selben Jahr einen Knöchelbruch, sodass ich erst im Jahr 2004 in Bad Tölz wieder starten konnte. Von da an waren es viele glückliche Zufälle und schöne Triathlonerlebnisse, die mich im Jahr 2014 zu meiner 1. Langdistanz in Roth brachten. Danach wurde ich mit 67 Jahren Mitglied in der Deutschen Triathlon Altersklassennationalmannschaft, was mir heute noch zusätzlichen Antrieb und Freude bereitet und mir neue internationale und nationale Freundschaften beschert hat.
Welche Sport-Momente sind Dir nach all den Jahren rückblickend am wertvollsten?
Die vielen Freundschaften und Begegnungen, die ich habe und die ich hatte. Wenn ich jemanden hervorheben will, dann ist das Sister Madonna Buder, die 2014 mit 83 Jahren mir gegenüber in der Wechselzone der Challenge Roth agierte und eine ganz tolle Ausstrahlung hatte. Daneben ist mir die leider tödlich verunglückte Julia Viellehner in Erinnerung, die im Jahr 2015 auch Vizeweltweltmeisterin bei der WM in Zofingen war. Aber es gibt noch ganz viele weitere Menschen, die mir geholfen haben und bei denen ich mich bedanke.
Was sind Deine Ziele für 2024?
Erst einmal gilt es gesund bleiben und vielleicht das gleiche Programm wie in 2023 anzugehen. In Roth und in Zofingen bin ich bereits angemeldet. Vielleicht gehen ja wieder zwei Langdistanzen in einer Saison.
Vielen Dank für das Interview!
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Foto: RHV, alphafoto.com
TG48 Schweinfurt wagt Inklusion im Rennen und darüber hinaus
Paratriathlon, Veranstaltungen, VereineBeim MainCityTriathlon der TG48 Schweinfurt gab es in diesem Sommer das erste Mal eine Para und eine Inklusionswertung. Eine tolle Initiative, die mit dem Zielschluss des Rennens nicht ihr Ende fand. Im Herbst wurden die entstandenen Kontakte genutzt. So kamen fast zwanzig Sportler und Organisatoren aus Würzburg, Kitzingen, Ochsenfurt, Regensburg und Schweinfurt zusammen, um einen Aktionstag an der Franziskus-Schule Schweinfurt durchzuführen.
Franziskus-Schule bereitet sich auf den MainCityTriathlon 2024 vor
Die Initiative für den Aktionstag Triathlon ging vom Verband Special Olympics in Bayern aus. Der Impuls wurde von Michael Lindt aufgenommen, der als stellvertretender Schulleiter der Franziskus-Schule Schweinfurt die Infrastruktur der Schule für ein Training zur Verfügung stellen konnte.
Der Aktionstag begann im Schwimmbad der Franziskus-Schule, wo einige Teilnehmer ihre Vorliebe für die erste Disziplin im Triathlon Wettkampf zeigten. Das gemeinsame Mittagessen wurde für ein besseres Kennenlernen und den Austausch von Plänen und Ideen genutzt. Danach ging es auf unterschiedlich lange Laufstrecken, bevor sich alle zu einer intensiveren Einheit mit Ball- und Laufspielen und einem Zirkeltraining in der Sporthalle trafen.
Unterstützung für die sportlichen Aktivitäten gab es von der Firma Fahrzeugteile Wütschner, die anlässlich des MainCityTriathlons den Organisationen eine großzügige Spende zukommen ließ, die über die Abteilung Laufen-Triathlon der TG48 Schweinfurt sehr gerne vermittelt wurde.
Bayerische Meisterschaft Para Triathlon 2024 erstmals in Schweinfurt
Norbert Huhn, von der Abteilung Laufen-Triathlon der TG48 Schweinfurt, freute sich im Rahmen des Aktionstags verkünden zu dürfen, dass die Bewerbung des MainCityTriathlon für die Ausrichtung der Bayerischen Meisterschaft im Para Triathlon für 2024 erfolgreich war. Grundlage dafür waren sehr gute Rückmeldungen vieler Sportler des MainCityTriathlon 2023 zu den abgesicherten Strecken und die positive Aufnahme der Inklusion durch den Verein und im gesamten Umfeld, wie Stadt, Landkreis und den Medien.
Wir hatten noch einige Fragen an die Organisatoren und haben uns mit Norbert unterhalten.
Hallo Norbert,
wann und wie seid ihr mit dem Thema Para Triathlon und Special Olympics Triathlon das erste Mal in Kontakt gekommen?
Ganz zu Beginn gab es einmal einen Workshop im BTV. Als es darum ging, wie sich Veranstaltungen organisieren lassen, und was alles die großen und kleinen Herausforderungen sind, hatte ich alles auf meine „Wunschkonzert“ Karten geschrieben, was eigentlich schwer zu erreichen ist: gesperrte Radstrecke, Handbikes auf der Strecke, Inklusion.
Nach unserer ersten Triathlon-Veranstaltung in Schweinfurt hatten uns die Genehmigungsbehörden eine gesperrte Strecke nahegelegt und wir hatten diese in der Folge in die Kalkulation aufgenommen. Im Winter kam dann die Anfrage von Special Olympics (SO) Bayern, ob wir unsere Veranstaltung nicht für Special Olympics Teilnehmende öffnen können. Ich kümmerte mich dann um die Fragen, die damit zusammenhingen. Zum einen musste die Entscheidung in unserem Orga-Team fallen. Dort gab es einstimmig Zustimmung. Zum anderen mussten dann weitere Kontakte mit Special Olympics und Para Triathlon im Verband hergestellt werden.
Fast nebenbei ist so dann eine SO-Wertung in unsere Laufveranstaltung für den Schülerlauf der Klassen 1-4 etabliert worden. Schließlich nimmt die Schweinfurter Förderschule seit Jahren teil, bekam aber bisher nach unserer gemeinsamen Meinung zu wenig Sichtbarkeit und Anerkennung. Wir hatten also längst Erfahrung! Es war Zeit, mehr daraus zu machen.
Heute sind wir uns einig, dass wir den Umgang mit Menschen mit Einschränkungen normaler machen wollen. Wir wollen uns bewusst mit Handicaps beschäftigen und dadurch nochmals genau hinsehen, was wir leichter für jeden machen können, und was wir extra beachten müssen bzw. wollen.
Sich dem Thema Inklusion anzunehmen ist ja oft gar nicht so leicht. Gerade auch, wenn es um beide Bereiche geht, also Menschen mit körperlichen Einschränkungen im einen und mit geistigen Einschränkungen auf der anderen Seite. Wie und wo habt ihr euch informiert? Was habt ihr beachtet?
Wir haben engeren Kontakt zu den Verbänden und Teilnehmern gesucht, damit wir Hilfen so vorbereiten, wie sie erforderlich sind. Zum Beispiel muss die Laufstrecke für die Grundschüler an jeder Ecke mit Helfern besetzt sein, die wissen, dass sie aktiv eingreifen, sobald ein Kind zögert, auf der Strecke zu bleiben. Und wir haben einen etwas längeren Zeitraum eingeplant, bis jeder im Ziel ist. Am Ende soll so jedes Kind durch den Zielkanal laufen.
Wie habt ihr euer erstes Para Rennen und euere ersten Special Olympics Teilnahmen empfunden? Was macht aktive Inklusion mit einem Rennen?
Wir waren gut vorbereitet mit abgesperrter Strecke, extra Platz in der Wechselzone, vorbereiteten Helfern an der Schwimmstrecke und so weiter. Am Renntag mussten wir uns dann aber schnell darauf einstellen, einem Para Athleten aus dem Wasser zu helfen, da er keinen eigenen Helfer dabei hatte. Wir haben ihm auch auf der Laufstrecke an der Bordsteinkante herunter und auf dem Rückweg wieder hinauf geholfen. Im kommenden Jahr wollen wir dort eine Bordsteinrampe in Gummi oder Ähnliches vorsehen.
Der Wettbewerb selber ist also gar nicht so anders. Eines jedoch schon: es gibt wieder deutlicher sichtbar den Anlass, nicht nur die ersten Plätze zu bejubeln, sondern für jeden, der sich anstrengt, zu klatschen.
Was hat den Schülerinnen und Schülern am Schnuppertag besonders viel Spaß gemacht?
Die Aktion mit der Schule soll dazu führen, dass, statt bisher drei Staffeln, im nächsten Jahr vielleicht zwei- bis dreimal so viele plus ein paar Einzelstarter zusammenkommen. Aber das ist alles noch in Vorbereitung. Ich denke, dass es den Meisten besonders wichtig war, in der Gruppe etwas zu unternehmen, mal wieder mit anderen ehemaligen Schülern und Lehrern und weiteren Interessierten zusammenzukommen. Für mich war der gut gelaunte, offene, interessierte und motivierte Umgang in der gesamten Gruppe das wichtigste Erlebnis.
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Foto: Carsten Schenk
Pia Kuhlmann: Kunststück erster Triathlon
Breitensport, Sportentwicklung, VereinePia hat in diesem Jahr ihren ersten Triathlon bestritten. Eine tolle Leistung, die noch beachtlicher ist, wenn man sie etwas näher kennt. Beim MTV München von 1879 e.V hat sie sich auf ihr „Rookie Race“ vorbereitet. Doch ganz einfach war das nicht, wie der sportliche Leiter, Stefan Duschek, berichtet. „Leider kann Pia an den meisten unserer Trainings nicht teilnehmen“, berichtet er. Das liegt daran, dass Sie als Kinderärztin auf der Kinderintensivstation arbeitet. Ein Job, der mit Schichtdienst, unberechenbaren Arbeitszeiten und hohen körperlichen Belastungen verbunden ist. „Alles andere als optimale Voraussetzungen für ein strukturiertes Triathlon Training“, gibt Duschek zu, „aber wir haben ein Modell gefunden, eine Art Remote Betreuung, in der sie über unsere Trainings online erfährt, und sie für sich selbst, unter möglichst präziser Anleitung, trainieren kann.“ So hat es dann auch geklappt mit dem ersten Triathlon. Nächstes Jahr will sie ihre erste olympische Distanz in Angriff nehmen.
Hallo Pia,
Deine Vorbereitung auf den ersten Triathlon war ziemlich ungewöhnlich. Wie sah dein „Remote“-Vereinstraining aus und wie ging es dir damit?
Ich habe versucht mich an der Struktur der Vereinstrainings zu orientieren, sodass ich, wenn der der Dienstplan es zugelassen hat, auch mal zum gemeinsamen Training gehen konnte. Und sonst habe ich versucht die Einheiten so gut es geht in den Alltag zu integrieren. Das war dann manchmal zu ganz unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten, oder auch mal intensiv im Block vor dem Wettkampf in meinem Urlaub in Südtirol. Das Hotel hat netterweise den Pool morgens extra früher für mich geöffnet. Zum Glück haben wir eine ganz aktive Signal- Chatgruppe. Da konnte ich einiges an Motivation und Freude beim Training aus den Gesprächen mitnehmen.
Du hast einen aufreibenden und stressigen Beruf. Warum hast du dich dennoch für Triathlon entschieden, bei dem ja gleich drei Sportarten vorzubereiten sind?
Entscheidend für mich war grundsätzlich die Triade aus Spaß an den Sportarten, ausgeglichener Belastung für den Bewegungsapparat und viel Zeit an der frischen Luft. Das Triathlontraining dient mir als Energiequelle und Ausgleich zum Arbeitsalltag. Beim Ausdauertraining kann ich oft den Tag und die vielen Interaktionen viel besser reflektieren, als Abends müde auf der Couch. Das tut mir sehr gut. Und als ich dann bei den ersten Trainings vom MTV war, hab ich mich sehr wohlgefühlt und gewusst, dass ich da meine Freizeit in entspannter Atmosphäre beim Training verbringen kann.
Wie hast du dein Training alleine geschafft, auch wenn es mal schwer war? Wie empfandest du das Training alleine im Vergleich zu Einheiten im Verein?
Zum Glück konnte ich mit unserer Lauftrainerin Munira auch mal außerhalb der offiziellen Trainings laufen gehen. Mein Trainer Stefan Duschek hat sich oft mit mir ausgetauscht, mich mit Tipps unterstützt, sich meine Wehwehchen angehört und mich motiviert.
Ansonsten gibt es in meinem Umfeld glücklicherweise einige sportbegeisterte Freund*innen und Kolleg*innen, die ab und zu mit mir trainiert haben. Mein Bruder hat sich während der Zeit auf seinen ersten Marathon vorbereitet. Wir haben uns gegenseitig am Telefon unterstützt, wenn man mal einsam bei Trainingseinheiten alleine war.
Grundsätzlich macht es viel mehr Spaß bei den Vereinseinheiten mitzumachen. Da fällt einem das Training alleine schon mal schwer. Eine Mischung aus Ehrgeiz und Dankbarkeit für die eigene Gesundheit helfen mir in den Situationen meine Möglichkeit zu trainieren wertzuschätzen und das Training zu genießen.
Jetzt aber zu deinem ersten Rennen: Wie war es?
Klasse! Ich hatte wirklich Spaß und habe jede Minute genossen. Es war super schön, dass so viele aus unserem Verein dabei waren, als Fans und Mitstreitende. Kurz vor dem Ziel konnte ich eine andere Athletin, die aufgeben wollte, motivieren weiterzumachen. Wir sind die letzten Kilometer bis ins Ziel gemeinsam gelaufen. Das war noch ein besonders schöner Abschluss meinen Enthusiasmus zu teilen, nachdem ich in der Vorbereitung so viel Motivation durch Andere erhalten habe.
Was waren die wertvollsten Tipps auf dem Weg zu deinem Ziel, die du aus dem Verein mitnehmen konntest?
Für mich waren das drei Punkte:
– Üben des Massenschwimmstarts
– strategische Krafteinteilung nach persönlichen Stärken in der jeweiligen Disziplin
– das gemeinsame Abfahren der Rennstrecke vor dem Wettkampf
Vielen Dank für das Interview!
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Maria Paulig: Viele Herausforderungen als Para Guide
ParatriathlonMaria Paulig ist erfolgreiche Triathletin, die bereits zahlreiche Siege errungen hat. Im letzte Jahr holte sie beispielsweise bei ihrer ersten Mitteldistanz direkt den Bayerischen Meistertitel. 2023 durfte für die erfahrene Sportlerin ein besonderes Jahr gewesen sein. Erstmalig war sie als Guide für die Para Triathletin Anja Renner unterwegs. Gemeinsam mit ihr soll es 2024 zu den Paralympischen Spielen nach Paris gehen.
Hallo Maria,
Du bist schon lange sportlich unterwegs. Zunächst im Laufsport, dann im Triathlon, dort in der 1. Bundesliga und auf verschiedensten Distanzen. Nun auch als Guide im Para Triathlon. Wie hat sich Deine Sicht auf den Sport, Deine Zielsetzung über die Jahre hinweg verändert? Was blieb gleich?
Grundsätzlich genieße ich es, sportlich aktiv zu sein und herauszufordern, wo meine persönlichen Grenzen liegen. Früher waren für mich reine Trainingszahlen und Wettkampfergebnisse von großer Bedeutung. Inzwischen ist es mir wichtig, den Sport harmonisch in mein Leben neben dem Beruf zu integrieren. Damals hatte der Sport für mich eine hohe Priorität, da er mich erfüllte und erfolgreiche Wettkämpfe eine Belohnung darstellten. Heute finde ich jedoch genauso viel Freude und Erfüllung in meinem Beruf. Aufgrund begrenzter Zeit schätze ich die Freude und Erfolge im Triathlon noch mehr und freue mich besonders über einzelne herausragende Erlebnisse. Die Leidenschaft für den Sport ist nach wie vor dieselbe, doch jetzt finde ich diese Leidenschaft auch in der Zahnmedizin.
2023 warst Du das erste Mal als Guide unterwegs. Wie war das für Dich?
Bislang hatte ich mich noch nie intensiv mit dem Thema Paratriathlon/Guide auseinandergesetzt, bis sich durch einen glücklichen Umstand Anja und ich fanden. Die Gelegenheit, Anja als Triathletin zu guiden, empfinde ich als große Ehre und als enormen Vertrauensbeweis. Das erste lokale (Test-)Rennen war nach einer kurzen Kennenlernphase aufregend und das darauf folgende paralympische Test Event in Paris, als mein erstes internationales Rennen, war schlichtweg phänomenal. Einen Sieg hätte ich niemals für realistisch gehalten – dieser markierte den Beginn einer faszinierenden Reise mit einer herausragenden Athletin und Persönlichkeit.
Gemeinsam mit Anja Renner schwimmst Du mit einem Band verbunden, hast auf dem Tandem das Steuer und läufst wiederum mit Band verbunden. Welche Absprachen sind nötig, damit Euer Duo gut funktioniert? Was ist schwierig? Was fiel leichter als gedacht?
Das Tandemfahren entpuppte sich als erstaunlich unkompliziert. Unsere Absprachen sind minimalistisch; kurze, präzise Kommandos genügen für Wechsel, Schuheanziehen oder das Absteigen vom Rad. „Helm fix“ signalisiert den geschlossenen Helm, „rechts oben“ heißt, den rechten Radschuh in der oberen Pedalstellung anzulegen, und „links oben“ steht für die linke Seite. Während des Schwimmens gestaltet sich die Kommunikation schwierig. Bei linksseitig liegenden Bojen genügt oft ein Tippen auf Anjas Kopf, um ihr mitzuteilen, dass wir abbiegen. Eventuelle Hilfe beim Ausziehen des Neoprenanzugs klären wir entweder vor dem Rennen oder entscheiden situativ im Wettkampf. Beim Laufen übernehme ich meist die Verantwortung für Verpflegung und potenzielle Gefahrenstellen. Dieses dynamische Zusammenspiel verleiht unserem Wettkampf nicht nur eine besondere Herausforderung, sondern auch eine faszinierende Note.
Braucht es Mut, um sich dieser Herausforderung zu stellen? Schließlich musst Du viel Verantwortung tragen, blitzschnell Entscheidungen treffen…
Unbedingt. Ich betrachte dies als eine zweigeteilte Herausforderung: Mut und technisches Können. Das Tandem, das wir beide steuern, wiegt etwa 120 kg. Die Kontrolle darüber erfordert Training und Geschick, denn trotz aller Freude könnte ein Sturz ernsthafte Konsequenzen haben. Als Pilotin trage ich die volle Verantwortung für uns beide.
Gleichzeitig erfordert es Mut, gemeinsam diesen Weg zu gehen. Mein Ziel ist es, dass wir beide das Rennen in Paris gesund, in bestmöglicher körperlicher Verfassung und erfolgreich absolvieren können.
Anjas Ziel sind die Paralympischen Spiele in Paris. Auf dem Weg dorthin startete ihr beide erstmalig auf internationalen Rennen. Freust Du Dich auf die anstehenden großen Ziele?
Wir streben die Nominierung für Paris mit den bevorstehenden Rennen an, und ich freue mich besonders auf die kommenden Wettkämpfe sowie die aufregende Reise mit Anja. Der Gedanke an den September lässt bereits Vorfreude aufkommen und ich hoffe darauf, dass wir eine äußerst erfolgreiche Zeit erleben können.
Vielen Dank für das Interview! Wir drücken die Daumen für die neue Saison!
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Fotos: Tom Meyer und Araujo Wagner / World Triathlon
Dein erster Triathlon: Das Regelwerk – das Einmaleins des Triathlons
KampfrichterHast Du schon einmal einen Ikea-Schrank ohne Gebrauchsanleitung aufgebaut? Klappt, ist aber ein Wagnis, oder? Wenn man sich durch die, zugegebenermaßen nicht ganz kurze, Anleitung hingegen durchquält, steht der Schrank auch beim ersten Versuch. So ähnlich ist das im Triathlon mit dem Regelwerk. Klar kann man ein Rennen machen, ohne es gelesen zu haben. Mit Kenntnissen kommst Du aber definitiv sicherer ins Ziel. Deshalb stellen wir Dir heute einige der wichtigsten Regeln vor.
1) Der Neoprenanzug
Der Neoprenanzug dient in erster Linie dem Kälteschutz. Er unterliegt bestimmten Normen, wenn es um Materialdicke geht (Maximal fünf Millimeter) und darf keine zusätzlichen Vorrichtungen zur Erzeugung von Vortrieb aufweisen. Auch der Gebrauch des Anzuges ist klar geregelt: Ist das Wasser zu warm besteht die Gefahr, dass es den Sportlern im Anzug zu heiß wird, dass Athleten dehydrieren und in der Folge Kreislaufprobleme auftreten. Auf Seite 16 der DTU Sportordnung sind deswegen für alle Strecken bestimmte Temperaturgrenzen festgelegt. Ab einer bestimmten Temperatur wird zur Sicherheit des Athleten ein Neoverbot ausgesprochen. Bei Kurzdistanzen für Altersklassensportler ab 22 °C Wassertemperatur, bei Mitteldistanzen ab 23 °C, bei Langdistanzen ab 24 °C.
2) Die Windschattenregel
In den meisten Rennen ist Windschattenfahren hinter oder seitlich neben einem anderen Teilnehmer verboten. Ob ein Windschattenverbot gilt, oder nicht, kannst Du der jeweiligen Wettkampfausschreibung entnehmen. Nur bei ganz bestimmten Rennen kann der Veranstalter unter Erfüllung von Auflagen eine Windschattenfreigabe beantragen.
Die Windschattenzone ist zwölf Meter lang, gemessen von der Vorderkante des Vorderrades des Vordermannes bis zur Vorderkante des Vorderrades des nachfolgenden Teilnehmers. Willst Du einen Konkurrenten überholen, musst Du das so schnell wie möglich machen. Dafür hast Du maximal 25 Sekunden Zeit. Auch wenn Du überholt wurdest, musst Du so schnell wie möglich (genauer gesagt, innerhalb von fünf Sekunden) die Windschattenzone hinter dem schnelleren Athleten verlassen.
Wenn Du dennoch beim Draften erwischt wurdest, kann der Kampfrichter gegen Dich eine Strafe Aussprechen. Die Windschattenregeln findest Du hauptsächlich auf Seite 19 der DTU Sportordnung.
3) Strafen
Ein Wettkampfrichter kann verschiedene Arten von Strafen aussprechen: Verwarnung, Zeitstrafe, Disqualifikation, sofortiger Ausschluss oder gar eine Sperre. Wobei letztere nicht durch das Wettkampfgericht, sondern eine Disziplinarkommission ausgesprochen wird.
Bei einer Verwarnung wegen Windschattenfahrens wirst Du vom Wettkampfrichter mit einem akustischen Signal sowie der Nennung Deiner Startnummer angesprochen und erhältst eine blaue Karte.
Ansonsten werden für Verwarnungen jeglicher Art gelbe Karten gezeigt. Eine solche Verwarnung wird bei einfachen Regelverstößen ausgesprochen, zum Beispiel wenn Du Dir einen unerlaubten Zeitvorteil verschafft hast. In der Regel musst Du die Aktion dann nur noch einmal regelkonform wiederholen, sodass der unfaire Vorteil ausgeglichen ist. Aber Vorsicht, bei mehr als zwei Verwarnungen wirst Du disqualifiziert.
Eine Zeitstrafe kann während des Radfahrens im Falle des Windschattenfahrens gegeben werden. Auch hier wirst Du mit einem akustischen Signal und der Nennung Deiner Startnummer angesprochen. Auch dann gibt es eine blaue Karte mit dem Zusatz des Kampfrichters zu Deiner Strafe.
Die Zeitstrafe beträgt bei der Sprintdistanz eine Minute, bei der Kurzdistanz zwei Minuten, bei der Mitteldistanz und der Langdistanz jeweils fünf Minuten. Auch hier darfst Du nicht mehr als zwei Karten erhalten!
Disqualifikation wird nur bei schwerwiegenden Regelverstößen angewandt und mit dem üblichen Vorgehen und einer Roten Karte angezeigt. Du kannst den Wettkampf zwar beenden, wirst aber nicht gewertet.
Es gibt auch noch den sofortigen Ausschluss, der Dich betrifft, wenn Du Dich grob unsportlich verhältst, beleidigst oder tätlich wirst. Eine Verwarnung vor einem sofortigen Ausschluss muss nicht ausgesprochen werden.
Auch bei Karten-Kombinationen (z.B. eine Gelbe und zwei blaue Karten) bist Du bei der dritten Karte disqualifiziert!
4) Fremde Hilfe im Rennen
Pleiten, Pech und Pannen: Was ist, wenn man auf der Radstrecke eine Reifenpanne hat? Die Sportordnung schreibt dann klar vor: Hilf Dir selbst! Denn ein Sportler darf keine fremde Hilfe im Falle eines Defekts annehmen – außer der Veranstalter hat einen Pannen-Service, der ihm zur Seite steht. Solltest Du also einen Defekt haben, musst Du alle nötigen Reparaturen selbst durchführen. Dazu solltest Du das nötige Werkzeug und Ersatzmaterial einpacken, denn Du darfst nichts von Helfern oder anderen Athleten annehmen.
Ebenso verhält es sich übrigens beim Schwimmen oder Laufen. Fremde Hilfe ist nicht erlaubt. Ausgenommen davon ist das Annehmen von Verpflegung in den gesondert ausgeschriebenen Bereichen zur Eigenverpflegung, die meist nur Rennen auf der Langdistanz haben. Für Informationen dazu solltest Du Dich an den jeweiligen Veranstalter wenden.
5) Musik im Rennen
Mit der richtigen Musik kannst Du Dich perfekt motivieren und die Beine laufen wie von alleine. Aber wie ist das während des Rennens? Darf man während des Rennens Musik hören?
– Nein, darf man nicht! Davon abgesehen, dass es in der Sportordnung heißt: „Die Teilnehmer dürfen einander weder behindern noch gefährden oder im Wettkampfablauf stören.“, was durch einen MP3-Player im Ohr sehr schnell passieren kann, gibt es sowohl für den Rad- als auch den Laufpart ein eindeutiges Verbot. „Außergewöhnliche Ausrüstung bleibt bis zu einer anders lautenden Entscheidung des Einsatzleiters ungenehmigt.“ Dieses Verbot umfasst nicht nur Kopfhörer, Handys und so weiter, sondern auch Kameras jeder Art.
6) Keep it clean
Gleich zu Beginn der DTU-Sportordnung geht es um den Umweltschutz: „Die Ausübung der DTU-Sportarten findet überwiegend in der freien Natur statt. Somit fühlen sich die DTU und ihre Landesverbände dem Erhalt und dem Schutz der Umwelt in besonderem Maße verpflichtet“, heißt es.
Für Teilnehmer, aber auch Veranstalter bedeutet das vor allem, möglichst keine Spuren in der Natur zu hinterlassen. Wahllos weggeworfene Flaschen, Papierchen oder andere Dinge sind dementsprechend absolut tabu und ein Grund für eine Strafe. Entsorgen kann man Dinge lediglich in markierten Zonen vor und nach Verpflegungsstationen.
Link zur DTU Sportordnung.
Alles rund um den ersten Triathlon gibt es in der Übersicht unseres Adventskalenders.
Link zur Adventskalender-Übersicht.
Foto: Stefan Leidenberger; Tom Mayer
Yvonne Jansen: Nervenflattern beim Check-In
Breitensport, VereineUmringt von Carbon Boliden beim allerersten Check-In. Man selbst nur mit einem einfachen Gravel Bike. Da kann man schonmal Nervenflattern bekommen. Beim Triathlon gibt es oft Situationen, die herausfordernd sind. Momente, bei denen man das, was da vor einem liegt, ausblenden, und einfach sein Ding durchziehen muss. Yvonne Jansen hat das geschafft. Bei ihrem Rookie Rennen in Erding in diesem Jahr hätte sie sich fast nicht an den Start getraut. Am Ende hat sie es lächelnd ins Ziel geschafft und ihr Saisonfinale 2023 sogar noch mit einem besonderen Erfolg gekrönt.
Hallo Yvonne,
bei deinem ersten Rennen standest du perfekt vorbeireitet beim Check-In und wärst fast nicht an den Start gegangen. Was war da los?
Panik 😀
Ich war wirklich gut vorbereitet, aber als ich die anderen Teilnehmer mit ihrer Profi-Ausrüstung und den tollen Rädern gesehen habe, hat mich das ganze ziemlich eingeschüchtert und ich wollte mit meinem kleinen Gravelrad, mit den viel zu dicken Reifen, wieder heimfahren.
Aber dann sind die anderen aus dem Team gekommen und haben mir wieder Mut gemacht.
Wie war er am Ende, dein erster Triathlon?
An der Startlinie war ich noch ziemlich nervös, das hat sich auch durch das Schwimmen gezogen und ich habe mich zwischendurch gefragt, was ich hier eigentlich mache. Das hat sich dann aber ziemlich schnell nach dem Wechsel auf das Rad gelegt und da habe ich mir dann nur gedacht: „Wow, mein erster Triathlon!“. Von da an war ich einfach nur glücklich. Das Glücksgefühl hat dann auch den ganzen Tag angehalten.
Wie lange machst du schon Sport und welchen Anteil hatte dein Verein, der MTV München von 1879 e.V, an deinem Entschluss, für ein Rennen zu melden?
Vor 17 Jahren habe ich eine Zeit lang Fußball gespielt und habe damals auch mit dem Laufen angefangen. Dann bin ich nach München gezogen und seitdem habe ich verschiedene Sachen gemacht, bouldern, relativ lange Kampfsport, aber das Laufen ist immer geblieben.
Außerdem bin ich viel mit dem Rad unterwegs und da ist mir dann Idee gekommen, wenn ich jetzt noch schwimme, dann kann ich auch mal einen Triathlon machen.
Aber ohne den Verein hätte ich mich sehr wahrscheinlich nie angemeldet. Jetzt trainiere ich auch endlich nicht mehr so planlos und bewege mich deutlich häufiger aus meiner Komfortzone.
Was war im Vorfeld die größte Herausforderung und wie hast du sie gemeistert?
Meine größte Herausforderung, neben dem Schwimmen, an dem wir aber arbeiten, ist meine Aufregung. Aber dagegen hilft zum Beispiel eine gemeinsame Pasta-Party am Abend vor dem Wettkampf.
Den Abschluss deiner ersten Saison hast du beim 3Muc Triathlon begangen und sogar noch einen Podiumsplatz erreicht. Wie war das für dich? Was ging dir durch den Kopf?
Ich habe zwar gemerkt, dass ich einen guten Tag hatte und war zufrieden mit meiner Zeit, aber mit dem Podiumsplatz hatte ich nicht gerechnet. Wir haben uns die Siegerehrung angeschaut und da wurde dann für mich überraschend mein Name genannt.
Es war schön, den Moment mit den anderen einfach zu feiern. Ein großes Dankeschön an das Triathlon-Team vom MTV München, ohne die ich das nicht geschafft hätte!
Vielen Dank für das Interview!
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Foto: privat
Was braucht es für den ersten Triathlon? Zehn wichtige Tipps
BreitensportDu möchtest einmal einen Triathlon machen? Hast Dich aber bisher noch nicht herangetraut? Welche Tipps Du befolgen solltest, um jubelnd durch das Ziel laufen zu können, verraten wir Dir! Die Gute Nachricht ist: Jeder hat einmal klein angefangen und die Aufregung vor dem ersten Wettkampf ist ganz normal. Am wichtigsten ist, Ruhe zu bewahren und einige wenige Ratschläge zu beherzigen. Dann kann bei Deinem Rookie-Rennen nichts mehr schiefgehen!
Tipp Nummer 1: Der Gesundheits-Check
Vor Deinem ersten Wettkampf solltest Du Dich, wenn Du es nicht schon längst getan hast, einem Gesundheits-Check unterziehen. So kannst Du sicher sein, dass Du kerngesund in das Rennen gehst und Dich nicht selbst in Gefahr bringst. Auch ist das gesunde Antreten in der DTU-Wettkampfordnung vorgeschrieben: Unter Punkt 4 findest Du folgenden Satz: “Teilnehmer an Wettkämpfen gemäß § 2.2 der SpO dürfen nur mit entsprechenden gesundheitlichen Voraussetzungen an den Start gehen. Die Verantwortung hierfür trägt jeder Teilnehmer selbst.”
Wer das Kleingedruckte in der Anmeldung liest, findet meist auch eine entsprechende Klausel des Veranstalters.
Tipp Nummer 2: Langsam herantasten
Das Schöne am Triathlon ist, dass es für jeden die richtigen Distanzen gibt. Zu Beginn ist eine Einsteiger-Distanz genau richtig. In manchen Rennen heißt sie „Schnupper“-Distanz eben Sprint-Triathlon.
Hier gibt es einen Wettkampf-Finder. Dort kannst Du Rennen in Deiner Nähe filtern. Link zum Wettkampf-Finder.
Tipp Nummer 3: Ohne Training geht’s nicht
Auch, wenn die Einsteiger-Distanzen noch kein zeitintensives und strukturiertes Training verlangen – ganz ohne solltest Du nicht antreten. Deshalb bereite Dich vor! Unterstützen kann Dich dabei einer der ca. 380 Vereine in ganz Bayern, die oft sogar spezielle Programme für Einsteiger haben.
Hier gibt’s einen Vereins-Finder: Link zum Vereinsfinder.
Tipp Nummer 4: Die Strecken kennen
Damit Du Deine Energie während des Rennens besser einteilen kannst, ist es gut, wenn Du die Wettkampfstrecken im Vorfeld einmal gesehen hast. So vermeidest Du böse Überraschungen, wie zum Beispiel Anstiege oder sehr windanfällige Streckenabschnitte, die Dir die Kraft rauben. Außerdem kannst Du den Kurs im Rennen gedanklich in kleine Abschnitte unterteilen. Während des Wettkampfs kannst Du Dich so von Abschnitt zu Abschnitt hangeln. Besonders wenn es hart wird, ist das eine große Hilfe!
Tipp Nummer 5: Kenne die Regeln!
Wie jeder andere Sport hat auch Triathlon Regeln, die Du kennen solltest. Am besten wirfst Du dazu einen Blick in die DTU-Sportordnung (oder in den nächsten Tagen in den Adventskalender ;). Die Sportordnung ist nicht allzu lang und alle wichtigen Sachen sind dort erklärt. Zudem solltest Du vor Deinem Rennen die Wettkampfbesprechung des Veranstalters besuchen. Dort werden wichtige Regeln und Gegebenheiten vor Ort noch einmal erklärt.
Tipp Nummer 6: Orientierung im Freiwasser
Viele Rennen finden in offenen Gewässern statt. Im Freiwasser musst Du Dich jedoch anders orientieren, als im Schwimmbad. Das übt man zuvor am besten mit einem Trainingspartner ein: Sucht Euch noch vor dem Losschwimmen deutlich sichtbare Punkte an Land. Beispielsweise einen Mast, eine Fahne, ein Gebäude. Diese Punkte könnt ihr während des Schwimmens mit einem kurzen Blick nach vorne zur Orientierung nutzen.
Tipp Nummer 7: Wechsel üben
Nasse, klamme Finger beim ersten Wechsel. Wackelige Beine beim Zweiten. Das Wechseln ist die vierte Disziplin im Triathlon, die Du im Vorfeld auch üben solltest! Gehe die Schritte, die zu tun sind, auch am Renntag nochmals im Kopf durch und präge sie Dir ein: Schwimmanzug, Badekappe und Brille abstreifen, Helm aufsetzen und schließen, Radbrille aufsetzen, Rad schieben…
Tipp Nummer 8: Die Verpflegung
Wenn Du im Rennen Getränke mitnimmst, solltest Du diese im Vorfeld einmal in Aktion ausprobiert haben. Nicht nur das Trinken selbst will in Bewegung geübt sein. Manchmal reagiert der Magen unter Belastung auch etwas empfindlicher als gewohnt. Auf sehr kurzen Distanzen benötigst Du meist noch nichts zu essen. Wenn Du Dich jedoch sicherer fühlst, nimm ruhig etwas mit. Auch hier gilt: Vorher einmal ausprobieren.
Ähnlich verhält es sich mit Deinem Rookie-Renn-Frühstück. Halte Dich an Gewohntes. Bewährt hat sich Toast mit Honig und Marmelade.
Tipp Nummer 9: Das Material
Du siehst schon: wenn man in seinem Rennen eines vermeiden sollte, dann sind es Experimente! Das gilt auch für das Material. Der neue, am Vortag gekaufte Wettkampfanzug scheuert vielleicht, der neue leichte Helm drückt, der Laufschuh macht Blasen… Nutzte die Dinge, mit denen Du schon trainiert hast, die Du gewohnt bist. So bleiben böse Überraschungen aus.
Tipp Nummer 10: Hab Spaß!
Es geht nicht um Bestzeiten, es geht nicht um Sekunden, es geht nicht (nur) um die persönliche Leistung. Triathlon erfordert Ehrgeiz, keine Frage. Aber bitte keine Verbissenheit. Hab Spaß an Deinem Rennen und lass andere daran teilhaben! Freu Dich über die Herausforderung mit Deinen Konkurrenten, mit Helfern und Zuschauern… und Du wirst einen fantastischen Tag haben!
Na, Gefallen am Sport gefunden? Wenn Du längere und mehr Wettkämpfe machen willst, lohnt sich ein DTU-Startpass. Alle Infos dazu gibt es unter diesem Link: Link zur DTU.
Mehr “erste Male” gibt es in der Übersicht unseres Adventskalenders.
Link zur Adventskalender-Übersicht.
Fotos: 1. Duathlon Wendelstein; Foto Gold/ Mainfranken Triathlon; larasch
Anja Renner: Statt Hawaii zu den Paralympischen Spielen
ParatriathlonIhren ersten Triathlon machte Anja Renner bereits 2016. Ein tolles Erlebnis, das auch nicht das letzte dieser Art sein sollte. Über Jahre hinweg ist sie danach als erfolgreiche Altersklassensportlerin unterwegs. Auch, als sie ihre Sehfähigkeit zunehmend verliert, will sie vom Sport nicht ablassen. Heute ist sie drauf und dran, sich für die Paralympischen Spiele in Paris zu qualifizieren. Wir haben uns mit der bayerischen Elite-Athletin über einige „Firsts“ unterhalten.
Hallo Anja,
wie kamst Du zum Triathlon, wie war dein „Rookie Race“ und warum bist Du dabei geblieben?
Angefangen habe ich mit dem Triathlon erst im Alter von 30 Jahren. Mein damaliger Freund und mittlerweile Ehemann startete in der Zeit, als wir uns kennenlernten, bei einigen Ironman-Rennen. Dies war für mich Motivation, selbst mit dem Triathlonsport anzufangen. Da ich zu diesem Zeitpunkt sportlich wenig aktiv war und somit zwar kaum Ausdauer besaß, dafür aber Trainingsdisziplin und Ehrgeiz, wagte ich bereits zwei Monate nach dem Sporteinstieg meine erste Sprintdistanz am Tegernsee. Mit dem Renn- und Neoprenanzug meines Mannes und meinem ersten Rennrad konnte ich mich gleich recht weit vorne im Feld platzieren. Ich war von dem Rennen so begeistert, dass ich beschloss, weiterzumachen, da die Eindrücke durch das Bestreiten von gleich drei Disziplinen sehr vielfältig sind.
Mich hat die Kombination aus mehreren Sportarten in einem Rennen sehr fasziniert. Da ich mich im Training und in allen Disziplinen rasch steigerte, und bei den ersten Just-For-Fun-Wettkämpfen als Altersklassenathletin bei Olympischen Distanzen gleich aufs Treppchen kam, motivierte dies mich natürlich zusätzlich. Im zweiten Jahr nach Sporteinstieg bestritt ich dann auch gleich einige Mitteldistanzen, mit ähnlichem Erfolg (inklusive der Qualifikation für die Ironman 70.3 WM). Das nächste Ziel war aufgrund meiner guten Leistungen die Qualifikation für die Ironman WM auf Hawaii. Als jedoch dann durch die rasche Steigerung Verletzungen auftraten und sich aufgrund meiner fortschreitenden Augenerkrankung die Sehfähigkeit verschlechterte, beschloss ich Ende des Jahres 2019, keine Rennen mehr als Altersklassenathletin zu bestreiten, trainierte aber dennoch für mich weiter.
Heute sehen Deine Rennen etwas anders aus und Du bist gemeinsam mit einem Guide unterwegs. Wie war das erste Rennen zu zweit und wie entwickelt sich diese Rennpartnerschaft im Lauf der Zeit?
Das erste Rennen war für mich sehr emotional. Es war der erste Triathlon nach einer vierjährigen Pause, und ich konnte es noch gar nicht so richtig glauben, dass sich für mich eine neue Möglichkeit eröffnet hat, wieder Rennen zu bestreiten. Das Rennen war ein Africa Cup in Ägypten, somit gleich auf internationaler Ebene und natürlich kam hinzu, dass ich nun zusammen mit einem Guide starte. Ein Rennen im Team ist nochmal etwas anderes, da der Fokus nicht nur auf einem selbst liegt, sondern das Zusammenspiel beider Athleten für die finale Leistung entscheidend ist. Das war eine wirklich großartige Erfahrung und macht gleich noch mehr Spaß. Eine gute Rennpartnerschaft entwickelt sich mit gemeinsam verbrachten Trainingseinheiten und Wettkämpfen immer weiter, nicht nur was die Abläufe beim Rennen anbelangt, sondern natürlich auch auf persönlicher Ebene. Man steht ja alles gemeinsam durch, auch wenn es mal nicht so gut läuft, schweißt das am Ende zusammen.
Grund für Deinen Wechsel zum Para-Triathlon ist eine unheilbare Augenerkrankung, die sukzessive zur Erblindung führt. Ein Schicksalsschlag, der das Leben von Grund auf verändert. Wie können Sport, oder Erfahrungen aus dem Sport helfen so etwas zu verkraften?
Der Sport spielt definitiv eine große Rolle, im Umgang mit meiner Erkrankung. Ich denke, dass man im Leben neben guten Beziehungen zu anderen auch immer eine Sinnhaftigkeit und Freude in seinem Tun sehen sollte, um Zufriedenheit zu entwickeln und Krisen besser meistern zu können. Bei mir ist dieser Ausgleich der Triathlonsport. Er hilft mir, sich auf das Hier und Jetzt und seinen Körper zu fokussieren, sich konzentriert einer Aufgabe zu widmen und auch mal Abstand vom Alltag zu gewinnen oder einfach mal seine Gedanken und Emotionen neu zu sortieren. Sich dabei ehrgeizige Ziele zu stecken, wie bei mir z.B. die Paralympics in Paris, hilft mir zudem, motiviert zu bleiben und den Weg zielstrebig zu bestreiten sowie das Beste aus mir herauszuholen.
Aber auch mein damaliges Langdistanz-Training hat mir sehr geholfen, mentale Stärke zu entwickeln und die Strategien, die ich beim Umgang mit Verletzungen angewendet habe, zeigten mir Wege auf, die ich auch für den Umgang mit meiner Erkrankung anwenden kann. Wichtig ist, sich auf das zu fokussieren, was gerade gut geht und die Situation so zu akzeptieren, wie sie im Moment ist und das Beste daraus zu machen.
Sich fast vollständig auf den Guide verlassen, die Geschwindigkeit, Richtungswechsel, Umgebung spüren, aber nicht sehen. Wie überwindest Du Situationen, die ja sicherlich am Anfang unangenehm sind und sich erst mit viel Erfahrung einfacher meistern lassen?
Da ich noch ein gewisses zentrales Sehvermögen besitze, ist es für mich tatsächlich noch nicht ganz so schwierig, mich komplett auf den Guide zu verlassen, da ich vieles noch wahrnehme. Schwimmen und Laufen stellen kein großes Problem dar, hier hilft mir der Guide hauptsächlich bei der Orientierung. Die größte Herausforderung für mich war das Tandemfahren, da es einen großen Unterschied macht, ob man das Rad selbst steuert oder ob man „nur“ hinten mitfährt ohne jegliche Handlungsmöglichkeit. Da ich in meiner Vergangenheit viel auf nicht immer ganz einfachen Pferden geritten bin, mehrmals Fallschirmspringen war, und bei schnellen Motorradtouren hinten drauf saß, bin ich in Bezug auf Vertrauen in den anderen und Vertrauen in gewisse Geschwindigkeiten vielleicht schon etwas unerschrockener. Man merkt aber auch recht schnell, ob der Pilot (so nennt man den vorderen Fahrer eines Tandems) das Rad sicher steuern kann oder nicht.
Aber schauen wir nach vorne: In Deiner ersten Saison im Para-Elite-Sport in diesem Jahr warst Du gleich achtmal international unterwegs, standest viermal ganz oben. Sogar das Test-Event für die Paralympischen Spiele in Paris konntest Du für Dich entscheiden. Wie war das erste Elite-Rennen für Dich und worauf freust Du Dich 2024?
Die ersten Elite-Rennen waren recht entspannt für mich. Ich startete in Ägypten und Tunesien bei sogenannten Africa Cups. Diese dienten hauptsächlich dazu, in den Para-Elite-Sport hineinzukommen, internationale Erfahrung zu sammeln, erste Dopingkontrollen absolvieren zu müssen, meine Stärken und Schwächen auf der für mich noch recht ungewohnten Sprintdistanz kennenzulernen und auch das Zusammenspiel zwischen Athlet und Guide im Rennen zu testen. Ehrlich gesagt, war es trotz der etwas aufwendigeren Rahmenbedingungen, erstmal kein so riesiger Unterschied zu Altersklassenrennen, da ich auch keine Erwartungshaltung an mich selbst hatte.
Die Rennen danach sahen dann schon anders aus, da ich mein drittes Rennen gleich bei der Europameisterschaft in Madrid bestreiten durfte. Danach startete ich auf Weltcups, World Triathlon Series Rennen und bei einer Weltmeisterschaft und eben auch bei dem Test-Event in Paris.
Da wir zum Saisonabschluss bei dem Weltcup in Alhandra die Weltmeisterin schlagen konnten, und das Rennen gewonnen haben, sowie das Test-Event in Paris, freue ich mich natürlich in 2024 am meisten darauf, mit meinem Guide bei den Paralympischen Spielen in Paris starten zu dürfen. Der Weg dorthin mit einigen internationalen Rennen, viel Training und Teamwork wird hoffentlich auch noch viele schöne Momente mit sich bringen.
Vielen Dank für das Interview! Wir drücken Dir für das nächste Jahr die Daumen.
Mehr „erste Male“ gibt es in der Übersicht unseres Adventskalenders.
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Fotos: World Triathlon, Tommy Zaferes
Aoife Finan: Vom Schwimmsport zum Triathlon
Breitensport, VereineAoife Finan ist seit Februar Mitglied beim MTV München von 1879 e.V. Zu Beginn des Jahres landete sie bei dem Verein, der einen besonders hohen Anteil an Frauen unter den Breitensportlern hat, mit dem Ziel, sich auf ihren allerersten Triathlon vorzubereiten. Der sollte schon Mitte Mai sein – also recht wenig Vorbereitungszeit. Ob’s geklappt hat?
Die Irin brachte als Ex-Leistungsschwimmerin gute Voraussetzungen mit, um zumindest die erste Disziplin erfolgreich zu meistern. Durch regelmäßiges Training wurde sie schnell zu einer guten Läuferin und bei verschiedenen vereinsinternen Camps konnte sie das Radfahren und Wechseln üben. Ab Ende konnte sie beim Erdinger Stadttriathlon, der durchaus eine hohe Leistungsdichte hat, über die olympische Distanz in ihrer Altersklasse auf Platz 3 auf dem Podium landen.
Hallo Aloife!
Wann bist du zum ersten Mal mit dem Triathlonsport in Berührung gekommen, wann hast du zum ersten Mal darüber nachgedacht, selbst einen zu machen und wann hast du dich dazu entschieden, dich tatsächlich für ein Rennen anzumelden?
Als ich jünger war, sah ich meiner Tante und meinem Onkel bei Triathlons in Irland zu. Ich dachte: ‚Das ist ein toller (aber verrückter) Sport.‘ Ich selbst war im Schwimmen aktiv und nahm während meiner Schulzeit an einigen Cross-Country-Rennen teil. Das Konzept, drei Sportarten in einem Rennen zu kombinieren, hat mich dann wirklich begeistert. Während Corona habe ich dann angefangen, Rad zu fahren. Als ich nach München zog, beschloss ich, einem Triathlon-Verein beizutreten, um mit anderen zu trainieren und zu sehen, wie das so ist. Beim MTV waren alle so freundlich und ermutigend und bald hatte ich mich für die Olympische Distanz in Erding angemeldet.
Wie hast du dein erstes Rennen ausgewählt? Was war wichtig für Ihre Entscheidung?
Ich habe mich für Erding entschieden, da dort viele andere Vereinsmitglieder am Rennen teilnahmen. Für die meisten von uns war es der erste Triathlon und wir waren füreinander da, um uns gegenseitig zu helfen. Es war ein unglaublicher Tag!
Da du vom Schwimmen kommst, war die erste Disziplin für dich kein Problem. Wo hattest du deine Zweifel?
Ehrlich gesagt hatte ich zu jedem Teil des Rennens meine Zweifel und war nervös, auch vor dem Schwimmen. Aber als es losging, hatte ich so viel Spaß! Die Stimmung in Erding war super und jede Menge Vereinsmitglieder kamen, um uns anzufeuern.
Als du im Februar beim MTV ankamst, war deine Vorbereitungszeit bis zum Rennen ziemlich kurz. Wie hast du dich vorbereitet?
Ich denke, Beständigkeit ist das entscheidende Schlagwort im Triathlon: einfach tun, was man kann, wann man kann, und ein konstantes Training so gut es geht in sein Leben integrieren. Die Vereinstrainings waren großartig. Gerade in den kälteren Monaten ist es viel einfacher, mit anderen um sich herum zu trainieren. Die anderen Mitglieder und ihre Begeisterung für diesen Sport haben mich wirklich motiviert. Ich habe jede Einheit genossen.
Deine schönste Erinnerung an deinen ersten Triathlon?
Bei jedem Wechsel und in jedem Abschnitt des Rennens gab es jemanden vom Verein, der anfeuerte und mich ermutigte weiterzumachen. Das verändert schon dein Denken und gibt einem einen enormen Energieschub!
Was ist dein nächstes Ziel?
Jetzt bin ich süchtig. 2024 würde ich gerne eine weitere olympische Distanz absolvieren und vielleicht darüber nachdenken, eine Mitteldistanz zu machen… man weiß ja nie!
Vielen Dank für das Interview!
Mehr „erste Male“ gibt es in der Übersicht unseres Adventskalenders.
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Fotos: MTV München von 1879 e.V.
DTU Elite-Kader umfasst 2024 26 Aktive – Henseleit und vier Nachwuchssportler dabei
LeistungssportDer Bundeskader der Deutschen Triathlon Union (DTU) für die Saison 2024 umfasst 26 Athletinnen und Athleten. Im Perspektivkader ist der BTV-Athlet Simon Henseleit, im Nachwuchskader 1 sind Carlotta Bülck sowie Jan Semmler, Tim Semmmler und Kjara Reckmann.
Dem Olympiakader gehören 2024 fünf Athletinnen und Athleten an: Laura Lindemann, Nina Eim und Lisa Tertsch sowie Lasse Lührs und Tim Hellwig. Das Quintett wird Deutschland, eine finale Nominierung durch den DOSB vorausgesetzt, im kommenden Jahr bei den Olympischen Spielen in Paris (26. Juli bis 11. August) vertreten.
15 Athletinnen und Athleten haben in der nächsten Saison den Status des Perspektivkaders inne: Marlene Gomez-Göggel, Lena Meißner, Annika Koch, Tanja Neubert, Selina Klamt, Finja Schierl, Julia Bröcker, Jule Behrens und Johanna Uherek sowie Lasse Nygaard Priester, Jonas Schomburg, Henry Graf, Simon Henseleit, Jan Diener und Fabian Schönke.
Dem Nachwuchskader 1 der Deutschen Triathlon Union gehören folgende Triathletinnen und Triathleten an: Marielle Boutchi, Kjara Reckmann, Carlotta Bülck sowie Jan Semmler, Tim Semmler und Kjell Brandt.
„Wir gehören mittlerweile nicht nur in der Breite, sondern auch in der Spitze zu den absoluten Top-Nationen im Triathlon. Das haben die vielen sehr guten Ergebnisse in Rennen der World Triathlon Championship Series und im Weltcup sowie die beiden Erfolge in den beiden wichtigsten Mixed Relay-Wettbewerben des Jahres, der WM in Hamburg und beim Olympischen Testevent in Paris, gezeigt. Das spiegelt sich auch in der Kaderstruktur wider“, sagt Martin Veith.
Der neue DTU Sportdirektor fügt an: „Wir werden – Stand heute – neben Frankreich die einzige Nation sein, die sechs Aktive zu den Olympischen Spielen entsenden darf. Das ist ein Erfolg, der uns stolz macht, der aber auch Erwartungen an unsere Athletinnen und Athleten im kommenden Jahr mit sich bringt. Um diese Erwartungen zu erfüllen, arbeiten wir alle konsequent und zielorientiert, um unsere Sportlerinnen und Sportler auf ihrem Weg zu unterstützen.“
Neben den fünf Athletinnen und Athleten, die ihren Paris-Startplatz bereits sicher haben, kämpfen die beiden Perspektivkader-Athleten Jonas Schomburg und Lasse Nygaard Priester um das letzte verbliebene deutsche Ticket. Durchsetzen wird sich der Sportler, der am Ende des Olympia-Qualifikationszeitraums Ende Mai 2024 im Individual Olympic Qualification Ranking (IOQR) mehr Punkte hat – aktuell ist dies Schomburg.
Sechs Athletinnen und Athleten im Para-Kader
Auch der Para Kader für 2024 steht fest. Neben dem zweimaligen Paralympics-Sieger Martin Schulz (PTS5) gehören auch Max Gelhaar (PTS3) sowie Anja Renner aus Bayern (PTVI) und ihr Guide Maria Paulig dem Paralympics-Kader an. Renner und Paulig haben 2023 ihre erste internationale Saison bestritten.
Elke van Engelen (PTS4) wird weiterhin im Perspektivkader geführt. Diesem gehört nun auch Nele Ludwig (PTS2) an, die erst seit August 2022 internationale Rennen absolviert.
„Unser Kader bildet das ab, was sich über die Saison schon angedeutet hat: Die Anzahl der Deutschen, die in ihrer Klasse zur Weltspitze gehören, ist gestiegen. Das ist eine wunderbare Entwicklung“, sagt Tom Kosmehl. Der Bundestrainer Para Triathlon führt weiter aus: „Alle sechs Athletinnen und Athleten bereiten sich auf die Paralympischen Spiele vor, alle wollen dabei sein. Derzeit sieht es für alle gut aus, auch wenn manche Sportlerinnen und Sportler bis zum Ende des Qualifikationszeitraums am 30. Juni 2024 noch ein paar Punkte in wichtigen Wettkämpfen sammeln müssen.“
Zu den einzelnen Kader-Profilen geht es hier (Link zu den Profilen)..
Text: DTU Foto: Foto Gold