Leistungssport und Talentförderung ist ein wichtiger Teil der Arbeit im Bayerischen Triathlon-Verband e.V. Der BTV unterhält zudem in Nürnberg einen Bundesstützpunkt Triathlon.

Carlotta Bülck, Luis Rühl, Anja Renner und Maria Paulig werden 2026 vom Der GOLDENEN RING e. V. gefördert. Das Nürnberger Förderprogramm unterstützt damit gleich vier Athletinnen und Athleten aus dem bayerischen Triathlon auf ihrem Weg Richtung internationale Spitze.

Für Luis Rühl war bei den Finals in Hannover vor wenigen Wochen Improvisation gefragt: Als der 20-Jährige zum Lauf der Mixed-Staffel wechseln wollte, waren seine Schuhe verschwunden. Die Suche blieb erfolglos, also ging es kurzerhand barfuß auf die 1,4 Kilometer lange Laufstrecke. Rühl nahm die kuriose Situation sportlich und zeigte damit ganz nebenbei eine Eigenschaft, die man im Leistungssport gut gebrauchen kann: Wenn etwas nicht nach Plan läuft, muss man trotzdem weitermachen.

Jetzt gibt es für den Athleten des TSV Harburg einen deutlich erfreulicheren Grund für eine Auszeichnung. Rühl gehört 2026 zu den neuen Förderathleten des Der GOLDENE RING e. V. Gemeinsam mit Carlotta Bülck sowie dem Para-Triathlon-Duo Anja Renner und Guide Maria Paulig ist er einer von vier Triathletinnen und Triathleten im diesjährigen Förderkader. Insgesamt hat der Expertenbeirat 15 Sportlerinnen und Sportler ausgewählt, denen realistische Chancen auf eine Teilnahme an den Olympischen und Paralympischen Spielen 2028, 2030 und 2032 eingeräumt werden.

Für Carlotta Bülck ist die Aufnahme eine weitere Station auf ihrem ehrgeizigen Weg. Die 18-Jährige Lauferin gehört dem DTU-Nachwuchskader an, 2024 schaffte sie bei der Junioren-Weltmeisterschaft bereits den Sprung in die Top Ten, 2025 folgte ein fünfter Platz bei der JWM in Wollongong. In diesem Jahr holte sie sich in Jena den Deutschen Meistertitel der Juniorinnen.

Auch Luis Rühl steht vor dem nächsten Schritt. Der 20-Jährige vom TSV Harburg gehört inzwischen dem DTU-Perspektivkader an und startet im Elitebereich auf internationaler Ebene. 2026 sammelte er bereits Erfahrungen bei mehreren Europa-Cups und war unter anderem in Rzeszów, Olsztyn und Kitzbühel am Start. Die Richtung ist klar: Nach erfolgreichen Jahren im Juniorenbereich geht es darum, sich dauerhaft im internationalen Feld zu etablieren.

Im Para-Triathlon geht die Förderung an ein Duo, das längst bewiesen hat, dass es international mithalten kann. Anja Renner und ihre Guide Maria Paulig sind bereits seit mehreren Jahren gemeinsam unterwegs und gehören zur Spitze. Für Renner ist Paulig dabei weit mehr als eine Begleiterin auf der Strecke: Als Guide schwimmt, radelt und läuft sie gemeinsam mit ihrer fast blinden Partnerin.

Vier Athletinnen und Athleten, vier unterschiedliche Geschichten – vom Nachwuchs auf dem Weg in die Elite bis zum etablierten Para-Triathlon-Team. Was sie verbindet, ist ihre (sportliche) Heimat Nürnberg, aber auch die Perspektive: Denn der „Goldene Ring“ will mit seiner Förderung Sportlerinnen und Sportlern aus der Region den Weg zu den großen internationalen Bühnen erleichtern.

Der ganze Förderkader von Der GOLDENE RING e.V. ist hier zu finden.

Wer in der kommenden Saison den nächsten Schritt auf seiner persönlichen Sport-Entwicklungs-Leiter machen möchte, kann sich jetzt für die Kadersichtung des Bayerischen Triathlon-Verbandes anmelden. Der Kadertest findet am 17. Oktober 2026 in Nürnberg statt und bildet eine wichtige Grundlage für die Sichtung und Förderung im BTV-Leistungssportsystem 2026/27. Eingeladen sind alle Sportlerinnen und Sportler ab Jahrgang 2017.

Vier Tests in Schwimmen, Laufen und Athletik

Die Kadersichtung beginnt ab 9 Uhr im Langwasserbad Nürnberg mit den Schwimmtests und dem Bourban-Test. Ab 13 Uhr folgen auf der 400-Meter-Bahn der Bertolt-Brecht-Schule die Laufwettbewerbe.

Für Schülerinnen B und A stehen 50 Meter Kraul, der 200-Meter-Wasserkomplextest und 1.000 Meter Laufen auf dem Programm. Ab Jugend B werden 50 und 400 Meter Kraul, 3.000 Meter Laufen nach der Gundersen-Methode sowie der Bourban-Test absolviert.

Eine Berufung in den Landeskader ist über drei Wege möglich: über entsprechende Wettkampfleistungen im DTU Triathlon Jugendcup einschließlich der Deutschen Meisterschaften, über die Erfüllung definierter Leistungsnormen in Schwimmen, Laufen und Athletik oder in begründeten Einzelfällen über eine Entscheidung des BTV-Teams Leistungssport. Damit werden neben den Ergebnissen aus den Kadertests auch die Leistungen im Wettkampf als eigenständiger Weg in den Landeskader berücksichtigt. Die dafür festgelegten Platzierungsanforderungen sind nach Altersklasse und Geschlecht differenziert. 

Auch die Leistungsnormen für Schwimmen und Laufen sind für die kommende Saison festgelegt. Sie werden jeweils bei den Kadertests im Herbst und Frühjahr überprüft. Für den Landeskader müssen die Tests mit den jeweiligen Mindestanforderungen erfüllt werden. Das System setzt dabei nicht ausschließlich auf erreichte Normen. Insbesondere in der Sichtungsgruppe kann auch erkennbares Entwicklungspotenzial berücksichtigt werden, wenn nicht alle Vorgaben erfüllt sind. Über die Aufnahme und weitere Einladungen entscheidet das Team Leistungssport des BTV.

Jetzt anmelden

Die Anmeldung zum Kadertest erfolgt online durch die Erziehungsberechtigten. Meldeschluss ist der 11. Oktober 2026. Nachmeldungen sind nicht möglich.

Zur Ausschreibung des Kadertests.

Zu den Richtlinien des Förder- und Kadersystems.

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Foto: Tom Mayer

Mit mehreren Top-Platzierungen zeigte sich das deutsche Nachwuchsteam bei den Triathlon-Europameisterschaften im polnischen Elbląg in guter Form. Auch die beiden bayerischen Starter Carlotta Bülck kund Moritz Hägel sammelten auf internationaler Bühne weitere wichtige Erfahrungen. Die Spitzenleistung von Carlotta Bülck trug zudem dazu bei, dass Deutschland die maximale Anzahl an Startplätzen für die Junioren-Weltmeisterschaften sichern konnte.

Die Athletin aus dem fränkischen Lauf sorgte nämlich bei den Juniorinnen für das beste deutsche Ergebnis. Die 18-Jährige belegte im Einzelrennen in 1:03:10 Stunden einen starken siebten Platz und verpasste die Medaillenränge lediglich um 25 Sekunden. Auf dem technisch anspruchsvollen Kurs mit zahlreichen Wendepunkten und Kopfsteinpflaster gab sie auf dem Rad alles. „Ich bin sehr zufrieden. Die Radstrecke war technisch anspruchsvoll mit sehr vielen Wendepunkten und Kopfsteinpflaster und es gab viele Stürze. Etwas ärgerlich war, dass ich knapp die erste Radgruppe verpasst habe und dadurch sehr viel arbeiten musste, um wieder heranzufahren. Das ist mir gelungen, allerdings waren die Beine beim Laufen schon etwas geschwächt. Das Ergebnis ist zwar nicht das, was ich mir gewünscht hätte, aber mit meiner Leistung im Hinblick auf den Rennverlauf bin ich äußerst zufrieden“, zog Bülck Bilanz, die sich damit auch das Ticket für die WM sicherte.

Hägel verpasst WM-Norm

Moritz Hägel zeigte im hochklassig besetzten Juniorenrennen eine engagierte Leistung, blieb aber unter seinen selbstgesteckten Zielen. Er beendete das Rennen nach 56:57 Minuten und zog ein kritisches Fazit: „Mit meinem Rennen bin ich insgesamt nicht zufrieden. Zum einen habe ich die WM-Norm verpasst, zum anderen konnte ich auch mein persönliches Ziel nicht erreichen. Beim Schwimmen kam ich noch gut los und konnte mich zunächst in einer guten Position behaupten. An der ersten Boje geriet ich jedoch in ein größeres Gerangel, wodurch ich einige Plätze verlor und meine Position nicht halten konnte. Auf dem Rad investierte ich in den ersten zweieinhalb Runden sehr viel, um den Anschluss nach vorne herzustellen. Da unsere Gruppe allerdings nicht gut zusammenarbeitete, verloren wir letztendlich mehr Zeit, als dass wir gutmachen konnten. Beim abschließenden Lauf fehlten mir dann die entscheidenden Prozente, weil ich auf dem Rad bereits zu viel investieren musste. Am Ende überquerte ich als 24. die Ziellinie – ein Ergebnis, das deutlich hinter meinen Erwartungen zurückblieb und meiner eigentlichen Leistungsfähigkeit nicht gerecht wird.“ Doch davon lässt sich der Athlet des IfL Hof nicht unterkriegen: „Jetzt heißt es, die richtigen Schlüsse aus dem Rennen zu ziehen, weiter hart zu arbeiten und gestärkt zurückzukommen.“

Mit der Staffel knapp an der EM-Medaille vorbei

Am zweiten Wettkampftag stand die Mixed-Relay auf dem Programm. Gemeinsam mit Ava Martha Brambier, Henry Haag und Christian Ache kämpfte Carlotta Bülck dort nochmals um Edelmetall. Das deutsche Quartett lag lange aussichtsreich im Rennen und musste sich am Ende nur denkbar knapp geschlagen geben. Nach 1:31:14 Stunden fehlten lediglich zwei Sekunden zur Bronzemedaille.

Bülck übernahm als dritte Starterin, schloss die Lücke zur Spitzengruppe und gab auf der Laufstrecke gemeinsam mit der Britin Kitty Scott das Tempo an, ehe sie Schlussstarter Christian Ache mit einem kleinen Vorsprung auf die letzte Runde schickte. „Ich bin sehr stolz auf unser Team und wir haben alle unser Bestes gegeben. Leider haben wir das Podium knapp verpasst. So war das Rennen aber bis zum Ende spannend“, sagte die Bayerin nach dem Wettkampf. Bundestrainer Frank Heimerdinger zog trotz der knapp verpassten Medaille ein positives Fazit. Mit sechs Startplätzen für die Junioren-Weltmeisterschaften habe das deutsche Team sein wichtigstes Ziel erreicht. Der Titel über die viermal zu absolvierenden Distanz von 300 Metern Schwimmen, acht Kilometern Radfahren und 1,6 Kilometern Laufen ging an die britische Staffel, die sich in 1:30:45 vor Spanien (1:31:03) durchsetzte.

Foto: © Europe Triathlon

Beim Finale des DTU Triathlon-Jugendcups in Jena standen die letzten Deutschen Meistertitel der Nachwuchssaison sowie die Vergabe der verbleibenden internationalen Startplätze auf dem Programm. Für die bayerischen Athletinnen und Athleten war es mit drei Deutschen Meistertiteln im Einzel und Gold in der Mixed Team Relay ein äußerst erfolgreicher Wettkampftag.

Für das Highlight aus bayerischer Sicht sorgte bei den Juniorinnen Carlotta Bülck. In 50:01 Minuten setzte sie sich gegen die Konkurrenz durch und sicherte sich den Deutschen Meistertitel. Gleichzeitig löste sie damit das Ticket für die Junioren-Europameisterschaften Ende Juli im polnischen Elbląg. Bereits zuvor hatte sich Jara Banka qualifiziert, der zweite Startplatz aus Jena ging an Ava Brambier. Platz 8 ging an Magdalena Mayer, Platz 10 an Giulia Göttler, gefolgt von Annika Bernhuber auf Platz 11.

Für die größte Überraschung des Tages sorgte Eva-Maria Rauscher in der Jugend A. Mit einem starken Rennen über 600 Meter Schwimmen, 16 Kilometer Radfahren und vier Kilometer Laufen holte sie sich in 50:37 Minuten den Deutschen Meistertitel und verwies Emily Larisch und Kamila Zabusova auf die Plätze. Ebenfalls Grund zur Freude gab es für Josefine Doseth. Sie erhielt mit Platz sechs den deutschen Startplatz für die Youth Olympic Games, die Anfang November in Dakar stattfinden. Platz 12 ging an Matylda Jozwiak und Platz 15 an Nina Mayer.

In der Jugend B männlich rundete Lando Spielberger den erfolgreichen Auftritt des BTV mit der Bronzemedaille ab, Maximilian Rudolph und Florian Dormeier waren mit den Plätzen sieben und acht ebenfalls unter den besten Zehn vertreten. Sophia Grießemer wurde bei den Mädchen neunte.

DTU Jugendcup Jena

Auch bei den Junioren stand ein Bayer auf dem Podest: Moritz Hägel musste sich nur dem Hessen Christian Ache geschlagen geben und gewann in 30:38 Minuten die Silbermedaille. Platz sechs ging an Moritz Hartmann und Joseph Hof wurde 13.

Den gelungenen Abschluss bildeten die Deutschen Meisterschaften in der Mixed Team Relay. In einem bis zum Schluss spannenden Rennen setzte sich das bayerische Quartett mit Schlussläufer Moritz Hägel knapp gegen Bremen durch und sicherte sich den Deutschen Meistertitel. Rang drei ging an Schleswig-Holstein.

Mit dem Finale in Jena endet der DTU Triathlon-Jugendcup 2026. Nach einer langen und intensiven Nachwuchssaison richtet sich der Blick nun auf die internationalen Meisterschaften, bei denen zahlreiche bayerische Talente die deutschen Farben vertreten werden.

Fotos: Guntram Rudolph

Der 7-Türme-Triathlon in Lübeck war der bereits dritte Höhepunkt der DTU-Nachwuchsserie 2026. Auf der Anlage an der Falkenwiese hoch im Norden trafen die besten deutschen Nachwuchstriathletinnen und -triathleten aufeinander. Für das Teambayern und die weiteren Athletinnen und Athleten ging es um die Deutschen-Meister-Titel. Gleichzeitig war das Rennen entscheidend für die internationalen Nominierungen im Nachwuchsbereich. Der Wettkampftag verlief dann allerdings nicht in allen Klassen wie geplant. Nach Komplikationen auf der Radstrecke konnten die Rennen der weiblichen Jugend A und der Juniorinnen nicht regulär abgeschlossen werden. Die Entscheidungen um die Deutschen Meistertitel werden deshalb beim abschließenden DTU-Jugendcup in Jena am 27. Juni getroffen. Dort fallen auch die Nominierungen für die Junioren-Europameisterschaften sowie die Youth Olympic Games.

EM-Ticket dank Platz drei

Bei den Junioren gelang Moritz Hägel vom IfL Hof der Sprung aufs Podest und damit die beste bayerische Leistung des Tages. In einem Rennen mit sehr engen Zeitabständen erreichte er nach 51:57 Minuten die Bronzemedaille. Diese Leistung bedeutete auch das EM-Ticket – am letzten Juli-Wochenende geht es für ihn damit nach Elblag in Polen.

„In der Woche vor dem Rennen habe ich mich sehr gut gefühlt und bin deshalb mit hohen Erwartungen an den Start gegangen“, berichtet er im Nachgang. „Anders als erwartet lief das Schwimmen anfangs jedoch nicht so gut, und ich musste auf dem Rad viel investieren, um an die führende Gruppe heranzukommen. Dies verdanke ich unter anderem auch meinen beiden Kaderkollegen Lasse und Moritz. Nachdem wir die erste Gruppe eingeholt hatten, wurde das Tempo völlig herausgenommen. Nach einem soliden Wechsel ging ich anschließend als Vierter auf die Laufstrecke, wo ich an diesem Tag leider nicht mein volles Potenzial zeigen konnte. Durch einen Zielsprint konnte ich mir jedoch noch den dritten Platz sichern und damit ein Ticket für die EM lösen. Auch wenn ich mit meiner eigenen Leistung an diesem Tag nicht komplett zufrieden bin, überwiegt die Freude über die Qualifikation für die EM. In den nächsten Wochen bis zur EM wird der Fokus auf jeden Fall weiterhin auf dem Schwimmen liegen, um mir eine bessere Ausgangslage für die folgenden Disziplinen zu schaffen.“

Moritz Hartman (Post SV Weilheim) wurde Sechster, Vincent Weiß vom TSV Jahn Freising 1861 belegte in der Klasse Platz acht und damit ebenfalls einen Rang in den Top Ten. Lasse Reusch vom SSV Forchheim wurde Elfter und verpasste die besten Zehn nur knapp. Die geschlossene Teamleistung gab Gold für die Mannschaft der Junioren (Hägel, Hartmann, Weiß) und Platz 8 für Team II.

Bei den Juniorinnen lagen Annika Bernhuber vom IfL Hof, Giulia Göttler und Carlotta Bülck vor dem Rennabbruch aussichtsreich im Feld. Auch die Jugend A weiblich waren von dm Rennabbruch betroffen. Josephine Doseth, Nina Mayer, Eva-Maria Rauscher vom TRISTAR Regensburg und Matylda Jozwiak vom TSV Brannenburg waren bis dahin die bestplatzierten Bayerinnen.

Mit Joseph Hof (TV1848 Erlangen) und Lennart Walter (La Carrera Triteam Rothsee) gab es für die männliche Jugend A zwei Top-Ten Platzierungen. Auf Platz elf kam Alexander Tresselt (Tri-Ream Schongau), auf Platz zwölf Paul Steurer (TG Viktoria Augsburg), auf Platz 16 Jonas Seling (TSV Zirndorf), auf Platz 41 Simeon Funck (LV Deggendorf) und auf Platz 45 Joel Weltphal (TSV Harburg) ins Ziel. In der Mannschaftswertung war das Silber für Team 1 (Hof, Walter, Tresselt) und Platz fünf für das Team 2 mit Steurer, Seling Funck).

In der Jugend B standen neben den Einzelrennen auch die Teamwertungen im Mittelpunkt. Die bayerischen Jungen gewannen mit Lando Spielberger, Maximilian Rudolph und Leon Jozwiak die Silbermedaille hinter Nordrhein-Westfalen. Die zweite Mannschaft erreichte Rang sieben.

Die Mädchen der Jugend B belegten mit Luisa Zenk (Pl. 14; SG Reisensburg-Leinheim), Sophia Grießemer (Pl. 15; TSV Katzwang 05) und Josephine Kujala (Pl. 25; La Carrera TriTeam Rothsee) Rang fünf in der Mannschaftswertung. Das zweite bayerische Team mit Inara Zeiner, Lia Sophie Fuchs und Mathilda Zapf kam auf Platz zehn. Daneben war Lena Glanz (TSV Eintracht Karlsfeld) am Start

 

Fotos: DTU/ Winni Penno

Wenn morgens um sieben die ersten Bahnen im Becken gezogen werden, draußen langsam die Sonne über Nürnberg aufgeht und kurze Zeit später die Räder Richtung Reichswald rollen, beginnt am Bundesstützpunkt Triathlon Nürnberg der Alltag einer Trainingsgruppe, die in den kommenden Jahren wieder zu einer festen Größe im deutschen Nachwuchs- und U23-Triathlon werden soll.

Der fränkische Standort hat sich zu einer  Talentschmiede entwickelt. Denn die Kombination aus guten Trainingsbedingungen, sportfreundlicher Umgebung, kurzen Wegen und Angeboten des BTV, wie dem „Haus der Athleten“, schafft ein Umfeld, das junge Sportlerinnen und Sportler auf den Leistungssport vorbereitet. Viele Talente haben hier bereits den Sprung auf die internationale Bühne geschafft. Daran soll nun angeknüpft werden.

Im Mittelpunkt der Entwicklungsarbeit der Verantwortlichen steht dabei die U23-Gruppe am Bundesstützpunkt. Mit Tim Semmler, Jan Semmler, Chiara Göttler, Luis Rühl, Leann Dietzel und Matteo Kozka trainieren aktuell mehrere vielversprechende Athletinnen und Athleten gemeinsam in Nürnberg. Ziel ist es, noch weitere Talente zu begeistern, um eine starke Trainingsgruppe entwickeln, die sich gegenseitig täglich fordert und gemeinsam den nächsten Schritt Richtung internationale Spitze macht.

Mit viel Erfahrung angeleitet

Verantwortlich für die Arbeit am Stützpunkt sind die Bundesstützpunkttrainer Johnny Zipf und Simon Henseleit. Beide kennen als ehemalige Profiathleten die Anforderungen des internationalen Triathlons aus eigener Erfahrung. „Eine starke Trainingsgruppe ist im Triathlon unglaublich wichtig“, erklärt Johnny Zipf. „Gerade im U23-Bereich entscheidet oft das tägliche Umfeld darüber, wie sich Athletinnen und Athleten entwickeln. Wir wollen hier wieder eine Gruppe formen, in der man sich gegenseitig mitzieht, voneinander lernt und gemeinsam besser wird.“ Auch Simon Henseleit sieht darin einen entscheidenden Faktor: „Die Mischung passt aktuell sehr gut. Wir haben unterschiedliche Charaktere und verschiedene Stärken in der Gruppe. Genau daraus entsteht Dynamik. Jeder profitiert vom anderen.“

Dass diese Entwicklung bereits sichtbar wird, zeigen die Ergebnisse der vergangenen Monate. Die Athletinnen und Athleten des Bundesstützpunkts vertreten regelmäßig die deutschen Farben bei internationalen Wettkämpfen und sammeln wichtige Erfahrungen auf europäischer Ebene. Chiara Göttler schätzt vor allem das tägliche Miteinander: „Man hat hier nie das Gefühl, alleine zu trainieren. Egal ob harte Laufeinheit oder lange Ausfahrt – die Gruppe trägt einen mit. Das motiviert extrem.“
Ähnlich sieht es Jan Semmler: „Das Umfeld in Nürnberg ist einfach professionell. Gleichzeitig hilft man sich gegenseitig. Gerade an schwierigen Tagen macht das einen riesigen Unterschied.“

„Eigengewächse“ sollen nachfolgen

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Nachwuchsarbeit. Roland Knoll und Teresa Knoll kümmern sich um die Zuführung junger Talente an den Bundesstützpunkt und begleiten viele Athletinnen und Athleten über Jahre hinweg auf ihrem Weg in den Leistungssport. Hanna Krauss arbeitet noch enger an der Basis und ist in Schulen und Vereinen unterwegs, um junge Menschen für den Sport zu begeistern und mit den Vereinen der Region zu verknüpfen.

Neben dem sportlichen bietet Nürnberg auch infrastrukturell ideale Voraussetzungen. Die jüngeren Athleten können im Internat der Sportschule unterkommen. Im „Haus der Athleten“ wohnen ältere Talente unter einem Dach. Schule oder Studium, Training und Regeneration lassen sich dadurch optimal miteinander verbinden. Gleichzeitig entsteht ein Teamgefühl, das weit über die Trainingseinheiten hinausgeht.

Genau diese Mischung macht den Bundesstützpunkt Nürnberg aktuell wieder besonders attraktiv – nicht nur für bayerische Talente, sondern auch darüber hinaus. Mit Matteo Kozka trainiert derzeit beispielsweise auch ein Athlet aus Baden-Württemberg am Standort. Doch dieses Konzept soll und darf weiter wachsen. Oder wie Johnny Zipf es formuliert: „Wir wollen nicht einfach nur gute Einzelathleten entwickeln. Unser Ziel ist es, eine Trainingskultur zu schaffen, in der langfristig Spitzenleistungen entstehen können.“

Beim DTU Jugendcup in Forst präsentierte sich das „Team Bayern“ über alle Altersklassen hinweg in guter Form. Besonders auffällig: die Dichte an Spitzenplatzierungen und die geschlossene Mannschaftsleistung, mit der sich die bayerischen Athletinnen und Athleten immer wieder weit vorne im Feld behaupteten. Dass der Wettkampftag aufgrund der niedrigen Temperaturen kurzfristig angepasst werden musste – während die Jugend B im Duathlon-Format startete, konnten die übrigen Klassen ihren Jugendcup als Triathlon absolvieren – änderte nichts am hohen Niveau der Rennen.

„Einer der wichtigsten Punkte am Wochenende war in allen Rennen die erste Disziplin“, zieht Trainer Johnny Zipf Bilanz. „Im Schnitt sind ‚wir‘ noch nie so gut aus dem Wasser gekommen, was der Grundstein für die durchwegs guten Ergebnisse war. Wir haben im Wasser viel Investiert und es ist vor allem für die Athletinnen und Athleten schön zu sehen, dass sich das jetzt auch in der Renngestaltung und den Ergebnissen bemerkbar macht.“

Moritz Hägel vom IfL Hof lief bei den Junioren auf Rang zwei und musste sich nur dem Hessen Christian Ache geschlagen geben. Kleiner Wermutstrotpfen: Das EM Ticket wurde an diesem Tag nicht vergeben, da kein Sportler die Schwimmnorm erreichte. Damit bleibt es jedoch für die DM in Lübeck spannend. Dort nämlich geht das Ticket definitiv raus. Hinter Hägel platzierte sich mit Moritz Hartmann ein weiterer Bayer auf Rang acht. Tom Kaebel wurde Zehnter, Vincent Weiß Elfter und Lasse Reusch 16. Mit fünf Athleten unter den besten 16 stellte Team Bayern  eines der stärksten Teams des Wochenendes. Corbinian Meier auf Rang 22 und Luca Schreitmüller als 28. sorgten zusätzlich für ein geschlossenes Mannschaftsergebnis.

Bei den Juniorinnen schafften es ebenfalls drei junge Frauen unter die besten zehn Platz: Carlotta Bülck wurde Dritte, Annika Bernhuber 5. und Giulia Göttler 9.

Moritz Hägel

Ebenfalls stark präsentierte sich Team Bayern in der Jugend A männlich. Alexander Tresselt kämpfte sich in einem hochklassigen Rennen auf Platz drei und damit aufs Podium. Nur wenige Sekunden dahinter bestätigte Lennart Walter mit Rang vier die geschlossene Stärke der Bayern. Joseph Hof als Achter und Jonas Seling auf Platz zehn sorgten dafür, dass gleich vier bayerische Athleten unter den besten 10 landeten. Simeon Funck als 21., Joel Westphal (36.) und Paul Steurer (44.) rundeten das Mannschaftsergebnis ab.

Noch eindrucksvoller fiel das Ergebnis der weiblichen Jugend A aus. Matylda Jozwiak sicherte sich als schnellste deutsche Athletin den Sieg in der Jugend-A-Wertung. Gemeinsam mit Josefine Doseth auf Rang zwei und Eva-Maria Rauscher auf Platz vier stellte Team Bayern drei Athletinnen unter den besten vier des DTU-Jugendcups. Nina Mayer komplettierte das starke Mannschaftsergebnis mit Rang sieben. Die Siegerin berichtet nach dem Rennen: „Beim Start bin ich leider nicht optimal weggekommen, konnte aber schon beim Schwimmen ein gutes Rennen zeigen und mit meiner Radgruppe zur Spitze aufschließen. Nach einem starken Wechsel habe ich mich auf der Laufstrecke von Beginn an weit vorne positioniert und meine Platzierung bis ins Ziel verteidigt. Dass ich am Ende den Sieg in der Jugend A holen konnte, freut mich riesig – ich bin sehr zufrieden mit dem Wettkampf und kann es ehrlich gesagt immer noch kaum glauben. Jetzt heißt es volle Konzentration auf die Deutsche Meisterschaft in Lübeck.“

Auch Josefine Doseth blickte differenziert auf ihr Rennen zurück: „Nach einem etwas schwierigen Start ins Schwimmen fand ich schnell meinen Rhythmus und konnte mir eine gute Position im Rennen sichern. Nach einem schnellen ersten Wechsel fand ich mich zusammen mit Carlotta Bülck und Jara Banka in der Ausreißergruppe wieder. Gemeinsam, irgendwann ohne Jara Banka, versuchten wir den Vorsprung zur zweiten Radgruppe möglichst groß zu halten. Kurz vor T2 wurden wir jedoch von der recht großen Verfolgergruppe eingeholt. Beim Laufen merkte ich die harte Arbeit auf dem Rad deutlich und durch eine zusätzliche Zehn-Sekunden-Zeitstrafe konnte ich die entscheidende Lücke am Ende nicht mehr schließen. Trotz des etwas bitteren Rennverlaufs bin ich stolz auf meine Leistung und freue mich über den zweiten Platz.“

In der männlichen Jugend B sorgte Lando Spielberger für das beste bayerische Einzelresultat des Tages. Der Nachwuchsathlet aus Henfenfeld lief in 25:59 Minuten auf Rang zwei und musste sich nur dem Hessen Felix Veith geschlagen geben. Direkt dahinter unterstrich Team Bayern seine mannschaftliche Stärke: Konstantin Koop belegte Platz sechs, Maximilian Rudolph wurde Zwölfter und Florian Dormeier 18. Damit platzierten sich gleich vier bayerische Athleten unter den besten 20 eines 65-köpfigen Feldes. Auch in der Breite war das Team stark vertreten: Julius Doseth (30.), Leon Jozwiak (34.), Ole Steinbuß (48.), Max Schedel (49.) und Ludwig Ramian (50.) sammelten wichtige Wettkampferfahrung auf nationalem Niveau.

Spielberger schilderte nach dem Rennen einen äußerst turbulenten Wettkampfverlauf: „Bereits direkt nach dem Start des ersten Laufabschnitts kam es zu einem Sturz, wodurch ich weit im Feld zurückfiel und zwischenzeitlich kaum noch an eine vordere Platzierung glaubte. Dennoch gelang es mir, mich in den beiden Laufrunden bis auf Rang zwei nach vorne zu arbeiten. Im weiteren Rennverlauf bildete sich gemeinsam mit einem Schweizer Athleten und dem Führenden zunächst eine Spitzengruppe, die später jedoch von einer größeren Verfolgergruppe eingeholt wurde. Vor allem die zahlreichen 180-Grad-Wenden sorgten im Radabschnitt für ein sehr hektisches Rennen, sodass ich nur als Zehnter in den abschließenden Lauf wechselte. Dort konnte ich jedoch erneut meine Laufstärke ausspielen und mich bis auf Platz zwei nach vorne kämpfen. Das Rennen hat einmal mehr gezeigt, dass man niemals aufgeben darf.“

In der weiblichen Jugend B war Sophia Grießemer als 18. beste Bayerin, dahinter folgten Josephine Kujala auf Rang 27 und Lena Glanz auf Platz 29. Luisa Zenk belegte Rang 30. Inara Zeiner und Mathilda Zapf komplettierten das bayerische Aufgebot.

Fotos: DTU/ Winni Penno

Anne Haug ist zweifelsohne eine der prägendsten Persönlichkeiten des deutschen Frauentriathlons der letzten Jahre. Ihre Geschichte ist vor allem deshalb so bemerkenswert, weil sie eine untypische Laufbahn hinlegte. Erst mit 20 Jahren lernte die Bayreutherin das Kraulschwimmen. Viele Hürden hatte sie zu überwinden, bis sie es in das deutsche Olympia-Team schaffte. Von der Kurzdistanz, auf der sie 2012 und 2016 bei den Olympischen Spielen startete, schaffte sie später den Sprung zur Langdistanz-Weltspitze. Der Höhepunkt ihrer Karriere war sicherlich ihr Sieg beim Ironman Hawaii im Jahr 2019, womit sie als erste deutsche Frau den „Lavathron“ bestieg. Im Juli 2024 untermauerte sie dann ihren Ausnahmestatus erneut, als sie beim Challenge Roth mit einer Zeit von 8:02:38 Stunden eine neue Weltbestzeit aufstellte.

Im letzten Jahr überraschte sie mit einem emotionalen Karriereende, das sie am 22. Juli verkündete. Nach einem Rennabbruch beim Ironman Vitoria-Gasteiz erklärte die Bayreutherin offen, dass ihr mentaler Akku leer und ihr Wille, sich über extreme Schmerzen hinwegzusetzen, erschöpft sei.

Ihr Buch „Ironmade“, das am 19. Mai erscheint, reflektiert ihren Weg – vom späten Einstieg über die großen Triumphe bis hin zu der mutigen Entscheidung, den Profisport hinter sich zu lassen.

Hallo Anne,

In deinem Buch „Ironmade“ beschreibst du deinen Weg an die Spitze. Wenn du auf deine Anfänge in Bayreuth zurückblickst – was war damals der wichtigste Impuls, der dich trotz des „späten“ Starts mit 20 Jahren daran glauben ließ, dass du es bis ganz nach oben schaffen kannst? 

Naja, man fängt natürlich erstmal an, sich kleine Ziele zu setzen. Nachdem ich mir Schwimmen beigebracht habe, wollte ich es in die 2. Bundesliga schaffen. Das war mein Traum und dann sind sie immer größer geworden und ich wollte immer mehr. Sicherlich war mir stets bewusst, dass ich eine gute dritte Disziplin, das Laufen, habe, mit der ich Rennen gewinnen kann. Aber nach dem Schwimmen in einer aussichtsreichen Position zu sein, damit ich meine Stärke ausspielen kann, war immer eine Herkulesaufgabe für mich.

Der Titel „Ironmade“ lässt sich zweifach lesen: als „vom Ironman geformt“ oder als „aus Eisen gemacht. Wie viel von der Profisportlerin Anne Haug steckt heute noch in der Privatperson, und gab es Momente beim Schreiben des Buches, in denen du selbst über deine eigene Widerstandsfähigkeit gestaunt hast?

Ich denke, dass mich meine Zeit auf der Kurzdistanz wirklich „hart“ gemacht hat. Mental sowie körperlich. Ich musste so viele Niederlagen einstecken und immer und immer wieder aufstehen, gegen alle Widerstände und Zweifler. Da musst du wirklich sehr gut dein „Warum“ kennen, um immer an dich zu glauben und sich nicht von seinem Traum abhalten zu lassen, auch wenn der vielleicht Lichtjahre entfernt zu sein scheint.

Dein Karriereende im Sommer 2025 kam für viele Fans überraschend. Inwiefern hat dir die Arbeit an deiner Autobiografie dabei geholfen, diesen „Bruch“ und den Abschied vom Profisport zu verarbeiten?

Das Buch war sowohl wie eine Art „Therapie“, als auch ein wirklich cooler Rückblick auf 20 Jahre Hochleistungssport. Wenn man so in seinem Film ist, dann schaut man nie wirklich zurück; ist immer nur auf „höher, schneller, weiter“ fokussiert. Das Ganze mal mit Abstand zu betrachten/reflektieren war schon krass und macht mich unheimlich dankbar für jeden Tag, den ich meinen Traum leben durfte. Ich habe es immer als ein großes Privileg betrachtet und mehr erreicht, als ich mir je zu träumen gewagt hätte. Jetzt kann ich mit absoluter Sicherheit sagen: „Mehr wäre nicht drin gewesen. Ich habe dem Triathlon alles gegeben, was ich zu geben hatte und bereue keine einzige Entscheidung. Ich habe fertig :)“

Nach all den Jahren, in denen dein Leben exakt durchgetaktet war, genießt du nun die Zeit ohne den extremen Leistungsdruck. Welche neuen Projekte oder Träume stehen nach der Buchveröffentlichung für dich im Fokus?

Ich habe das große Glück, viele Sachen ausprobieren zu dürfen und mich breit aufzustellen. Neben dem Buchprojekt, dass mich jetzt über ein halbes Jahr beschäftigt hat, gebe ich Impulsvorträge bei großen Firmen und gebe gerne mein Wissen und meine Erfahrung weiter. Als diplomierte Sportwissenschaftlerin schaffe ich mir auch ein Standbein in meiner zweiten Heimat Lanzarote und biete dort im Bikefitting Studio meines Freundes und im Club La Santa Leistungsdiagnostiken, individuelle Trainingsbetreuung, Beratungsgespräche und Vorträge zu sportwissenschaftlichen Themen an.

Foto: Frank Übelhack

Beim Europe-Triathlon-Cup im italienischen Caorle stand für die drei bayerischen Nachwuchsathletinnen und -athleten Chiara Göttler, Jan Semmler und Luis Rühl der nächste internationale Härtetest der Saison auf dem Programm. Die technisch anspruchsvolle Strecke mit vielen Wendepunkten auf dem Rad sowie die anspruchsvollen Bedingungen im offenen Wasser verlangten den Athletinnen und Athleten alles ab. Trotzdem fiel das Fazit nach dem Rennen durchweg positiv aus. Chiara Göttler und Luis Rühl belegten jeweils einen starken 19. Platz, Jan Semmler kam auf Rang 24 ins Ziel. Vor allem mit Blick auf die Entwicklung im Saisonverlauf konnten alle drei wichtige Schritte machen.

Chiara Göttler

Trainer Johnny Zipf betonte die besonderen Herausforderungen des Rennens gerade für die bayerischen Sportler: Das Schwimmen im offenen Meer lasse sich im Training nur schwer simulieren, gerade Athletinnen und Athleten aus Küstenregionen hätten dort oft Vorteile. Der technisch sehr anspruchsvolle Radkurs sorgte zusätzlich immer wieder für neue Rennsituationen und selektierte das Feld kontinuierlich.
„Insgesamt bin ich aber wirklich super zufrieden“, bilanzierte der Coach nach dem Rennen. Besonders Chiara Göttlers Leistung hob er hervor. Nach einem schwierigen Saisonauftakt zeigte sie in Caorle einen deutlichen Fortschritt. Auf dem technisch anspruchsvollen Radkurs positionierte sie sich diesmal von Beginn an deutlich besser und blieb so direkt in der ersten Gruppe. Mit einer starken Laufleistung – unter anderem der 14. Laufzeit im Feld der U23 – arbeitete sie sich bis auf Platz 19 nach vorne.

Luis Rühl

Auch Luis Rühl überzeugte trotz eines nicht optimalen Schwimmens. Gemeinsam mit zwei weiteren deutschen Athleten fuhr er auf dem Rad eine der schnellsten Zeiten des Tages und kämpfte sich damit weit nach vorne. Für den U23-Athleten war es ein weiterer wichtiger Schritt auf internationalem Parkett.

Jan Semmler zeigte ebenfalls eine Leistungssteigerung im Vergleich zum vorherigen Rennen. Nach einem starken Schwimmen konnte er sich früh in der Verfolgergruppe etablieren und lag lange aussichtsreich im Rennen. Erst auf den letzten Laufkilometern musste er etwas Tempo herausnehmen, dennoch stand am Ende ein 24. Platz zu Buche.

Fotos: Christine Rühl

 

Der erste Wettkampf der Jugendcup-Saison ist immer ein besonderer: Endlich wieder an der Startlinie stehen, endlich wieder das Knistern vor dem Rennen spüren. Für den deutschen Nachwuchs ist es aber auch die erste Standortbestimmung des Jahres, mit der man sich für internationale Rennen empfehlen kann. Mittendrin: zahlreiche bayerische Nachwuchsathletinnen und -athleten, die mit viel Einsatz, viel Freude und guten Ergebnissen in die Saison gestartet sind.

Die Mädels überzeugen geschlossen

Das Top-Ergebnis aus bayerischer Sicht gab es in der Jugend A weiblich: Josefine Doseth (SV Würzburg 05) holte sich den AK-Sieg. Obwohl sie zu den Jüngeren gehört, platzierte sie sich im kombinierten Wertungslauf mit den Juniorinnen auf Platz drei. „Das war schon top“, freut sich auch Trainer Johnny Zipf. Dass mit Matylda Jozwiak vom TSV Brannenburg auf Platz zwei direkt die nächste Bayerin folgte, machte das Ergebnis umso schöner. Dahinter lieferten Nina Mayer (Platz 8) und Eva-Maria Rauscher (Platz 14) solide Rennen ab.

Radfahrerin in blauem Trikot bergauf

Im gleichen Lauf gab es auch bei den Juniorinnen gute Resultate. Carlotta Bülck (TV 1848 Erlangen), die in den letzten Wochen mit ein paar Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, schwamm, fuhr und lief auf Platz zwei, dicht gefolgt von Annika Bernhuber (4.) und Giulia Göttler (6.), die ebenfalls in den Top-Ten mitmischten. Auch bei den Jüngeren war Bayern präsent. In der Jugend B weiblich landeten Luisa Zenk (8.) und Sophia Gießemer (13.) im Mittelfeld eines großen Teilnehmerinnenfeldes.
Da hat auch der Trainer nichts auszusetzen: „Bei den Mädels war’s insgesammt schon überragend.“

Junge Talente kommen nach

Damit hatte niemand gerechnet: In der Jugend A männlich kämpfte sich Alexander Tresselt mit besonders starker Rad- und guter Gesamtleistung aufs Podium, wurde Dritter und überraschte sogar die Trainer. Für Lennart Walter war es ersteinmal „nur“ Platz 12. zum Saisonauftakt – „da bin ich aber zuversichtlich, dass noch was geht“, setzt Johnny Zipf auf den Athleten. Paul Steurer sammelte mit Platz 20 wichtige Erfahrungen im nationalen Vergleich.

Sportler schiebt sein Rad über blauen Teppich

In der Jugend B männlich sorgte Lando Spielberger mit Platz drei ebenfalls für einen Podestplatz aus bayerischer Sicht. Dahinter zeigten Konstantin Koop (5.) und Leon Jozwiak (8.), dass die Leistungsdichte im Team stimmt und auch, dass junge Talente aus der Trainingsgruppe von Roland und Teresa Knoll nachkommen.

Bei den Junioren lief es zwar nicht ganz, wie gewünscht, aber am Ende kamen noch drei Plätze unter den besten Zehn heraus: Moritz Hartmann wurde mit guter Schwimm- und Radleistung sechster, Moritz Hägel, der mit Fachabitur-Vorbereitung aktuell stark schulisch eingebunden ist, siebter und Tom Kaebel als jüngerer im Jahrgang mit schon aussichtsreicher Schwimmleistung neunter. Lasse Reusch wurde 15.

„Das war schon ein gelungener Auftakt“, lautet das Gesamt-Fazit des BTV-Teams. „Noch nicht perfekt, nicht überall schon ausgereizt – aber mit vielen guten Ansätzen und der richtigen Stimmung im Team. Genau so darf es weitergehen.“

Alle Ergebnisse sind hier zu finden.

Foto: © DTU/Winni Penno