Die Wettkampflandschaft in Bayern bietet Triathletinnen und Triathleten die volle Bandbreite an Herausforderungen. Von Angeboten für Einsteiger*innen, über traditionsreiche Veranstaltungen über die Olympische Distanz und die Mitteldistanz, bis hin zur größten Triathlon Langdistanz der Welt, dem Challenge Roth.

Wer glaubt, mit den großen Rennen im Juli sei die Saison bereits vorbei, wird im August eines Besseren belehrt. Der Hochsommer hält noch einmal eine ganze Reihe besonderer Veranstaltungen bereit – von traditionsreichen Klassikern über junge Rennen bis hin zu absoluten Aushängeschildern des Triathlonsports. Gleichzeitig zeigt der Kalender einmal mehr die ganze Vielfalt der bayerischen Szene: kurze Sprintdistanzen, Jedermann-Rennen, Mitteldistanzen, Para-Sport und spektakuläre Kulissen bieten für wirklich jede und jeden etwas.

Den Auftakt macht am 1. August der 17. Mainfrankentriathlon in Kitzingen. Längst hat sich die Veranstaltung als feste Größe im unterfränkischen Rennkalender etabliert. Das Schwimmen flussabwärts im Main, die anspruchsvolle Radstrecke durch das Weinland und die Laufstrecke entlang des Flusses verleihen dem Rennen seinen ganz eigenen Charakter. Nicht umsonst zieht es Jahr für Jahr Athletinnen und Athleten aus ganz Deutschland nach Kitzingen. Auch die Landesliga Nord ist erneut zu Gast, sorgt für zusätzliche Spannung im Kampf um wichtige Mannschaftspunkte und beschließt dort endgültig die Liga-Saison 2026.

Gleich am darauffolgenden Sonntag wartet ein besonders abwechslungsreicher Wettkampftag. Der Oettinger Triathlon gehört seit Jahrzehnten zu den Konstanten im bayerischen Triathlon-Kalender und verbindet sportliche Qualität mit einer familiären Atmosphäre. Besonders erfreulich: Die Veranstaltung gehört zu den Rennen, die mit dem BTV-Nachhaltigkeitslabel ausgezeichnet wurden und zeigt damit, dass Wettkampfsport und verantwortungsvolles Veranstalten bestens zusammenpassen. Auch besonders ist das Schwimmen mit Start im Wörnitzbad zunächst gegen die Strömung der Wörnitz und auf dem Rückweg mit „Rückenwind“ Richtung Schwimmausstieg.

Ebenfalls am 2. August feiert der Regensburger Triathlon ein kleines Jubiläum. Bereits zum 35. Mal verwandeln sich Schleusenkanal, Donau und die Straßen rund um den Dultplatz in eine große Triathlon-Bühne. Kaum eine Veranstaltung hat den Triathlonsport in Ostbayern über so viele Jahre geprägt. Das Jubiläum würdigen wir deshalb in einem eigenen Beitrag (Link).

Noch jung, aber bereits erfolgreich etabliert, präsentiert sich der 2. Nagler See Jedermanntriathlon. Nach seiner gelungenen Premiere geht die Veranstaltung in die zweite Runde und richtet sich bewusst an alle, die Triathlon in entspannter Atmosphäre erleben möchten. Gerade solche Rennen sind oft der ideale Einstieg in den Ausdauerdreikampf und zeigen, dass Wettkampfsport nicht zwangsläufig Hochleistung bedeuten muss.

Schwimmen beim Triathlon Nürnberg; Foto: DTU/Marcel Hilger

Weiteres Para-Highlight in Nürnberg

Nach einer kurzen Verschnaufpause richtet sich der Blick am 9. August nach Nürnberg. Die Wettkämpfe über Sprint- und Kurzdistanz rund um den Dutzendteich verbinden schnelle Strecken mit einer besonderen Kulisse mitten im Nürnberger Naherholungsgebiet. Parallel dazu rückt bei der Para Cup-Wertung noch einmal der Para-Triathlon in den Mittelpunkt. Neben dem Rennen in Schweinfurt wird hier zum zweiten Mal in der Saison demonstriert, wie selbstverständlich Para-Athletinnen und -Athleten Teil der Triathlonfamilie sind.

Am 23. August folgt schließlich einer der bekanntesten Wettkämpfe Deutschlands. Der Allgäu Triathlon genießt weit über Bayern hinaus Kultstatus und gehört seit Jahrzehnten zu den prägenden Veranstaltungen der deutschen Triathlon-Szene. Die beeindruckende Bergkulisse rund um den Großen Alpsee, viele Höhenmeter und eine einzigartige Atmosphäre machen das Rennen für viele zu einem Saisonhöhepunkt. Wer hier startet, weiß: Im Allgäu geht es nicht nur nur um Zeiten, sondern vor allem um ein besonderes Rennerlebnis.

Zum Monatsende zieht die Triathlon-Karawane noch einmal in die Landeshauptstadt. Der 3MUC Triathlon München bietet für alle vom Einsteiger bis zum ambitionierten Altersklassensportler passende Wettkampfformate. Gerade für viele Münchnerinnen und Münchner bildet das Rennen den sportlichen Höhepunkt ihres Triathlon-Sommers.

Den Abschluss des Monats gibt’s dann in Mittelfranken am 30. August. Der 2. Brombachseetriathlon hat mit seiner erfolgreichen Premiere im letzten Jahr bewiesen, welches Potenzial in der Region steckt. Rund um den Großen Brombachsee erwartet die Teilnehmenden eine attraktive Wettkampfkulisse in einer der beliebtesten Freizeitregionen Bayerns. Fast zeitgleich lädt der 38. Aischgrund TRIathlon nach Neustadt an der Aisch. Die traditionsreiche Veranstaltung gehört seit vielen Jahren zu den festen Größen in Mittelfranken und überzeugt mit ihrer familiären Atmosphäre ebenso wie mit einer eingespielten Organisation.

Alle Rennen und Termine gibt’s im Wettkampffinder.

Fotos: Mainfrankentriathlon/ larasch, DTU/Marcel Hilger

München könnte ab 2027 wieder Austragungsort eines internationalen Triathlon-Highlights werden. Der Münchner Stadtrat hat in seiner Sitzung am 29. Juli grünes Licht für die Bewerbung der Deutschen Triathlon Union (DTU) um einen World Triathlon Cup in den Jahren 2027 und 2028 gegeben. Damit ist eine wichtige Voraussetzung für die Vergabe der Veranstaltung geschaffen.

Als Austragungsort ist der Olympiapark vorgesehen. Bereits in den vergangenen Jahren war München mehrfach Gastgeber hochkarätiger Wettbewerbe. So machte die Super League Triathlon 2021 und 2022 Station im Olympiapark, ehe mit den European Championships 2022 Europas beste Kurzdistanz-Athletinnen und -Athleten um Medaillen kämpften. Die einzigartige Kulisse rund um den Olympiasee hat sich dabei als attraktiver Austragungsort für internationalen Spitzensport bewährt.

Das geplante Veranstaltungskonzept verbindet Elite- und Breitensport. Neben den Rennen der internationalen Spitzenathletinnen und Spitzenathleten sollen auch Altersklassenrennen stattfinden. Damit würde nicht nur hochklassiger Triathlonsport nach Bayern zurückkehren, sondern zugleich eine Plattform entstehen, auf der ambitionierte Agegrouper und die internationale Elite Teil derselben Veranstaltung sind.

Ob München den Zuschlag erhält, entscheidet nun World Triathlon im weiteren Bewerbungsverfahren.

Foto: DTU / Petko Beier

Als 1990 die erste Auflage des Regensburger Triathlons über die Bühne ging, ahnte wohl niemand, dass daraus einmal eine der traditionsreichsten Veranstaltungen im bayerischen Triathlon-Kalender werden würde. Am 2. August feiert Triatar Regensburg nun die 35. Austragung seines Rennens. Das eigentliche Jubiläum hätte bereits ein Jahr früher angestanden – doch die pandemiebedingte Absage im Jahr 2020 verschob den Meilenstein um eine Saison. Zwischen Schleusenkanal, Donau und den Straßen nördlich der UNESCO-Welterbestadt treffen nun am 2. August sportlicher Anspruch und familiäre Atmosphäre zum Jubiläumsrennen aufeinander.

Der Wettkampftag beginnt traditionell im Regensburger Schleusenkanal. Das ruhige Gewässer direkt unterhalb der Oberpfalzbrücke gehört längst zu den Markenzeichen des Wettkampfes und bietet beste Bedingungen für den Auftakt. Anschließend führt die Radstrecke hinaus aus der Stadt. Wellen und kurze Anstiege fordern eine kluge Renneinteilung, bevor auf dem abschließenden Laufkurs entlang des Grieser Spitzes und der Donau noch einmal schnelle Beine gefragt sind. Auch 2026 stehen die beiden bewährten Distanzen im Mittelpunkt: über die Sprintdistanz mit 500 Metern Schwimmen, 22 Kilometern Radfahren und fünf Kilometern Laufen sowie die Olympische Distanz mit 1,5 Kilometern Schwimmen, 44 Kilometern Radfahren und zehn Kilometern Laufen gehen sowohl ambitionierte Athletinnen und Athleten als auch Einsteigerinnen und Einsteiger an den Start. Eine Besonderheit erwartet die Teilnehmenden in diesem Jahr allerdings auf der Radstrecke. Weil eine Brücke gesperrt ist, war das Organisationsteam gezwungen, eine neue Streckenführung zu entwickeln. Die Lösung des Problems ist definitiv ungewöhnlich: Vom Stadtteil Winzer kommend führt die Strecke unter der Autobahn hindurch und entlang des Donaudamms bis zur Oberpfalzbrücke. Dort heißt es an einer zusätzlichen Dismount-Line absteigen, das Rad schultern und die Treppe zu Fuß überqueren, bevor das Rennen auf der anderen Seite fortgesetzt wird. Zusätzliche Helferinnen und Helfer werden allerdings auch dafür sorgen, dass die Passage sicher und reibungslos abläuft.

Auch ein 35.-jähriges Jubiläum wäre ohne Helfer nicht möglich

In 35 Jahren sammeln sich unzählige Geschichten an. Besonders eng mit dem Rennen verbunden ist zum Beispiel Sebastian Neef, der seine sportliche Laufbahn bei TRISTAR Regensburg begann und den Heimtriathlon gleich viermal in Folge gewann. Auch die Veranstaltung selbst hat sich immer wieder weiterentwickelt. Neben Sprint- und Olympischer Distanz wurden zeitweise sogar Mitteldistanzen angeboten. Mit dem Ironman Regensburg (2010 bis 2012) und später der Challenge Regensburg (2016 und 2017) war die Domstadt zeitweise auch Schauplatz großer Langdistanzrennen. Dauerhaft etablieren konnten sich diese Formate allerdings nicht – der Regensburger Triathlon konzentriert sich heute bewusst auf seine Wurzeln. Immerhin steckt hinter einer Veranstaltung dieser Größe weit mehr als nur der Wettkampftag selbst. Die monatelange Vorarbeit und Organisation erfolgt immer noch größtenteils ehrenamtlich. Ohne die vielen engagierten Helferinnen und Helfer könnte die Veranstaltung nicht Jahr für Jahr stattfinden.
Viele von ihnen sind schon ewig dabei und werfen gerade zum Jubiläum auch mal einen Blick zurück: „An tollen Erinnerungen mangelt es auf jeden Fall nicht!“, kommt es aus dem Orga-Team. „Gerade das Wetter hat uns in den vergangenen 35 Jahren nahezu jedes Szenario beschert – von Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke über Dauerregen bis hin zu Sturm und Kälte. Einmal zug kurz nach Veranstaltungsende innerhalb weniger Minuten ein heftiger Sturm auf. Damit die Zelte nicht vom Wind erfasst wurden, legten sich jeweils mehrere Helfer auf die Dächer und hielten sie fest, bis das Unwetter vorübergezogen war.“ Gerade das ist eine Szene, die sinnbildlich dafür steht, was den Regensburger Triathlon seit 35 Jahren auch ausmacht: Zusammenhalt und das gemeinsame Ziel, eine tolle Veranstaltung möglich zu machen.

Wir wünschen eine gelungene Jubiläums-Auflage!

Fotos: TRISTAR Regensburg

Mit einem Teilnehmerrekord und der Bayerischen Meisterschaft über die Mitteldistanz war der Triathlon Niederbayern in Pocking in diesem Jahr ein kleiner aber feiner Höhepunkt im bayerischen Rennkalender. Auf der anspruchsvollen Strecke setzten sich bei sommerlichen Bedingungen Hanna Pfannes und Wolfgang Teichner durch und sicherten sich neben dem Gesamtsieg auch die bayerischen Meistertitel.

Bereits das Schwimmen im warmen Pockinger Badesee verlangte den Athletinnen und Athleten einiges ab. Auf den Neoprenanzug musste verzichtet werden, ehe die wellige und komplett gesperrte Radstrecke sowie ein abwechslungsreicher Laufkurs über Sieg und Platzierungen entschieden.

Bei den Männern setzte sich Wolfgang Teichner souverän durch. Der Titelverteidiger nutzte das Rennen als Formtest für die Deutsche Meisterschaft über die Langdistanz in drei Wochen und ging bewusst ohne Tapering an den Start.

„Das Rennen war als Vorbereitung für die DM Langdistanz in drei Wochen eingeplant, daher bestritt ich es ohne viel Erholung aus dem Training heraus und hoffte natürlich, dass es auch so zum Sieg reicht, was dann glücklicherweise geklappt hat. Schwimmen war im Rahmen des Erwartbaren und ohne Neo im überraschend warmen Wasser sehr angenehm. Die Radstrecke haben die Veranstalter gut hinbekommen – schön wellig, komplett gesperrt und schnell zu fahren. Beim Laufen ging es teils crossähnlich zu, das liegt mir nicht so, aber dafür war es kurzweilig. Alles in allem eine gelungene Veranstaltung abseits der bekannten großen Rennen, die einer Meisterschaft würdig ist.“

Hinter Teichner, der nach 3:39:15 Stunden im Ziel war, entwickelte sich ein spannender Kampf um die weiteren Podestplätze. Rang zwei ging an den Challenge-Roth-Finisher Luis Schulz, der nach eigener Aussage nicht in Bestform an den Start gegangen war. Bronze sicherte sich weniger als eine halbe Minute später Patrick Graf.

„Nach meiner Challenge Roth vor drei Wochen wusste ich, dass ich nicht meine optimale Form haben würde,“ berichtet der Zweite. „Ein Podiumsplatz schien aber realistisch. Leider konnte ich meine Radstärke nicht wie erhofft ausspielen. Dafür konnte ich beim Laufen – trotz eines für meine Verhältnisse eher langsamen Tempos – bis auf Wolfgang alle Konkurrenten überholen beziehungsweise hinter mir halten. Es hat mir große Freude bereitet, mich erstmals der Bayerischen Meisterschaft zu stellen. Nächstes Jahr möchte ich gerne noch weiter nach vorne.“

Hanna Pfannes gewinnt souverän

Bei den Frauen war der Sieg eindeutig. Hanna Pfannes setzte bereits im Schwimmen die entscheidende Attacke, verteidigte ihren Vorsprung auf dem Rad und baute ihn auf der Laufstrecke sogar noch weiter aus.

„Ich habe Pocking vor allem in meinen Rennkalender aufgenommen, um vor der 70.3-Weltmeisterschaft in Nizza noch einmal eine Mitteldistanz zu absolvieren. Dass gleichzeitig die Bayerischen Meisterschaften stattfanden, war ein zusätzlicher Anreiz. Mein Plan war, mich beim Schwimmen möglichst weit abzusetzen und den Vorsprung auf dem Rad zu verteidigen. Das hat hervorragend funktioniert. Der Lauf war dann wirklich grandios und hat sich fast wie Fliegen angefühlt. Ich bin auf einer Mitteldistanz noch nie so eine schnelle Pace gelaufen und war richtig froh, zeigen zu können, was beim Laufen in mir steckt. Dass es am Ende zum Gesamtsieg gereicht hat, macht mich natürlich sehr glücklich. Der Formtest vor der WM ist damit geglückt. Außerdem war es schön zu erleben, dass auch kleinere Veranstaltungen ihren ganz eigenen Charme haben – es muss nicht immer ein Ironman sein.“

Hanna Pfannes läuft zum souveränen Sieg

Natalie Krause gewann Silber bei der Bayerischen Meisterschaft, Bronze ging an Theresa Zahorka. Natalie Krause berichtet im Nachgang: „Für mich war Pocking vor allem ein Vorbereitungswettkampf für meine erste Langdistanz bei der Deutschen Meisterschaft im Schwarzwald. Nach einem schwierigen Schwimmstart konnte ich auf dem Rad wieder etwas Boden gutmachen, musste Hanna beim Laufen aber den Vortritt lassen. Mit Platz zwei bin ich trotzdem sehr zufrieden. Besonders gefallen hat mir die technisch anspruchsvolle Radstrecke – solche Kurse machen mir deutlich mehr Spaß als einfach nur geradeaus zu fahren.“

Mit einem rekordverdächtigen Teilnehmerfeld, einer abwechslungsreichen Strecke und einer rundum gelungenen Organisation bestätigte der Triathlon Niederbayern seinen Stellenwert im bayerischen Rennkalender – das fand auch der Beauftragte für Sportentwicklung im BTV, Tim Feuerlein: „Das Rennen hat absolut Potenzial und bot den passenden Rahmen für ambitionierte Altersklassenathletinnen und -athleten sowie zahlreiche Starterinnen und Starter, die den familiären Charakter der Veranstaltung zu schätzen wussten.“

Die Bayerischen Altersklassenmeisterinnen und -meister

TW20 Hanna Pfannes; MRRC München

TM25 Luis Schulz; SV Bayreuth
TW25 Nathalie Krause, TG Viktoria Augsburg

TM30 Patrick Graf; TV Planegg-Krailling
TW30 Michaela Freudenstein; SV Schalding-Heining

TM35 Robin Dafinger; Trisport Erding
TW35 Mareike Wessalowski; SC Prinz Eugen München

TM40 Wolfgang Teuchner; TuS Fürstenfeldbruck

TM45 Martin Janousek; ATSV Kirchseeon
TW45 Kerstin Hagerer; CIS Amberg

TM50 Thomas Brüderl; TSV Altenmarkt/Alz
TW50 Nicole Kufner; SVG Ruhstorf/Rott

TM55 Benno Beckstein; run & bike Kelheim
TW55 Sabine Hochwimmer; WSV Otterskirchen

TM60 Thomas Griesbeck; TRISTAR Regensburg
TW60 Nadja Thiel ;TSV Jahn Freising 1861

TM65 Friedrich Graf ;TRISTAR Regensburg

TM70 Dieter Seewald; TSV 1860 Staffelstein

Alle Ergebnisse des Tages gibt es hier (Link).

Fotos: private Aufnahmen

„Ein würdigeres Finale hätte die Ligasaison 2026 kaum finden können“, findet Liga Moderator und Urgestein Andreas Groß. Nicht nur aus seiner Sicht trafen beim Schongau-Triathlon hochklassiger Sport, packende Entscheidungen und emotionale Momente auf perfekte äußere Bedingungen. So wurden auf den anspruchsvollen Strecken entlang des Lechs die Titel vergeben – teilweise fielen die Entscheidungen erst mit den allerletzten Schritten ins Ziel.

„Das war einer der schönsten Schongau-Triathlons überhaupt“, lehnt sich Andreas Groß sogar aus dem Fenster. Dass dieser Eindruck entstand, lag nicht allein an den sportlichen Leistungen. Helfer, Sponsoren, Zuschauer und Athleten sorgten gemeinsam für eine besondere Atmosphäre. Auch das Wetter spielte einigermaßen mit – und das ist gerade im Schongau alles andere als selbstverständlich. Sogar der traditionell für den Wettkampf aufgestaute Lech präsentierte sich ruhig, die Wassertemperatur lag bei knapp 20 Grad und bot nahezu ideale Bedingungen.

Nicht selbstverständlich: Gute Bedingungen im aufgestauten Lech

Anspruchsvolle Strecke verlangt den Athleten alles ab

Nach dem traditionellen Fußmarsch zum Schwimmstart werden die Startgruppen von Böllerschützen auf die Reise geschickt. Bereits wenige Meter nach dem ersten Wechsel wartet die erste harte Prüfung: Ein kurzer, aber äußerst steiler Anstieg zwingt die Athletinnen und Athleten sofort in den roten Bereich – ja, der Schongauer Kurs besitzt gerade deshalb längst Kultstatus. Auch die zehn Kilometer lange Radstrecke verlangt mit ihrem welligen Profil höchste Aufmerksamkeit, ehe auf der abschließenden Laufstrecke die Positionskämpfe unmittelbar vor den Zuschauern ausgetragen werden.

1:05:40 war die schnellste Endzeit des Tages im Mannschaftsrennen der Regionalliga Männer. Die leistete das Team der TG Viktoria Augsburg (Meyer, Malleczek, Mahl, Hohenadl, Lippert). Für die Schwaben bedeutete der Tagessieg gleichzeitig den Gesamtsieg nach einer konstant starken Saison.

Für das größte Drama des Tages sorgte in diesem Rennen die TSG 08 Roth. Sportlich kämpfte das Team bis zum Schluss um die Spitzenplätze, ehe eine übersehene Zeitstrafe die Wertung auf den Kopf stellte. Zwar bemerkte die Mannschaft den Fehler noch und wollte die Strafe nachträglich absitzen, doch zu diesem Zeitpunkt war die Ziellinie bereits überquert. Das Reglement ließ keinen Spielraum und die Folge war die Disqualifikation. Damit platzte für die Rother der Traum vom zweiten Gesamtrang – in der Saisonwertung reicht es nun nur für Platz fünf. Nutznießer war der Post SV Nürnberg, der auf Rang zwei vorrückte. Noch größer dürfte die Freude beim Tri-Team Schongau gewesen sein. Vor heimischem Publikum schien ein Platz auf dem Podium zunächst außer Reichweite. Nach einem starken Wettkampf und der Disqualifikation der Konkurrenz durfte das Gastgeberteam schließlich doch noch über Gesamtrang drei jubeln.

Regionalliga Männer

Bayernliga Männer: Rosenheim macht den Titel perfekt

Als Tabellenführer war das TriTeam des TSV 1860 Rosenheim nach Schongau gereist und sollte den Eindruck im Finale bestätigen. In der Besetzung Mandl, Steigmiller, Maier und Sautter krönten die Oberbayern ihre konstant starke Saison und sicherten sich mit vier Sekunden zwar knapp, aber verdient den Tagessieg, was gleichzeitig den Spitzenplatz in der Endwertung bedeutet. Das Team des TSV Gaimersheim hatte zwar bis zuletzt gekämpft, musste sich aber am Ende des Tages mit Platz zwei zufrieden geben. Der dritte Treppchenplatz ging hingegen recht eindeutig an den SV Bayreuth.
In der Saisontabelle sichert sich der SV Bayreuth Platz zwei, vor die Gaimersheimer schiebt sich trotz guten Tagesergebnisses noch der MRRC München II auf das Treppchen

Regionalliga Frauen: Roth gewinnt das direkte Duell

Die vielleicht größte Spannung bot das Rennen der Frauen-Regionalliga. Punktgleich gingen die TSG 08 Roth und der TV Planegg-Krailling in das Saisonfinale und lieferten sich einen Showdown. Am Ende setzte sich die junge Rother Mannschaft mit Anne Schmidhuber, Selina Noderer, Vanessa Aberham und Nele Bott mit 25 Sekunden Vorsprung jedoch durch. Mit dem Tagessieg sicherten sie sich gleichzeitig auch den Gesamtsieg der Regionalliga. Planegg-Krailling durfte sich nach einer ebenfalls starken Saison über Rang zwei freuen. Platz drei sicherte sich an diesem Tag der MRRC München II, in der Saisonwertung freuen sich die Frauen des RSC Kempten über den dritten Rang.

Auch bei den Frauen der Bayernliga war die Rennentscheidung bis zum Schluss offen. Tabellenführer Post SV Nürnberg musste sich hier im Finale einem überraschend starken TSV Weilheim stellen, der sich trotz seiner Ausgangsposition im Mittelfeld der Tabelle früh in den Kampf um den Tagessieg einschaltete. Erst auf den letzten Kilometern der Laufstrecke fiel die Entscheidung: Am Ende behauptete der Post SV Nürnberg (Bader, Etzold, Eberlein, Seeberger) mit knappen zehn Sekunden Vorsprung seine Spitzenposition und die Mädels durften über den Gesamtsieg im Rennen und auch in der Saisonwertung jubeln. Trotz Wettkampfes überwog im Ziel der gegenseitige Respekt – beide Mannschaften gratulierten sich unmittelbar nach Rennende fair und herzlich.
In der Endtabelle finden sich der SV Würzburg 05 auf der zweiten und TWin Neumarkt auf der dritten Position.

Sport steht für gegenseitigen Respekt im Rennen und darüber hinaus

„Ich hoffe sehr, dass diese traditionsreiche Veranstaltung eine Zukunft hat“, fasst Moderator Andreas Groß den ereignisreichen Tag am Ende zusammen. Hinter den Kulissen sei der organisatorische Aufwand enorm, zudem sorgten Straßensperrungen nicht überall für Zustimmung. Neben den Liga-Wettkämpfen zeigte aber vor allem auch das Rahmenprogramm, dass Sport stets für gegenseitigen Respekt, friedliches Miteinander und Lösungen steht.

Vor dem ersten Start des Tages hatte Pfarrer Michael Bischoff, selbst begeisterter Triathlet, die traditionelle Andacht gesprochen. Über dem Veranstaltungstag lag natürlich auch der Schatten der tragischen Ereignisse am Schongauer Welfengymnasium. Die Organisatoren hatten sich bewusst für einen stillen, würdevollen Umgang mit dem Thema entschieden. Die Worte des Pfarrers erinnerten an die Betroffenen, rückten aber zugleich Gemeinschaft, Zusammenhalt und Hoffnung in den Mittelpunkt – Werte, die den gesamten Veranstaltungstag prägten und unter denen auch die Rennen über die Volks- und Olympische Distanz für Jedermann abliefen. Den emotionalen Abschluss bildete der Langauer Inklusionslauf, bei dem Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam auf die Strecke gingen. „Der Sport sollte an diesem Tag verbinden und zugleich ein Zeichen gegen Gewalt setzen. Ich finde, genau das ist gelungen“, ist Andreas Gr0ß überzeugt.

Die Ergebnisse des Tages sind hier (Link) zu finden.

Fotos: Andrea Gutmann

 

 

Der 20. Triathlon in Lauingen hätte kaum besser verlaufen können. Mit 1.080 Starterinnen und Startern erreichte die Veranstaltung einen neuen Teilnehmerrekord und zeigte einmal mehr, warum sie seit zwei Jahrzehnten zu den festen Größen im bayerischen Triathlon-Kalender gehört.

Einer, der seit Jahren zum Lauinger Triathlon gehört, ist Arnold Schnalke. Als der 83-jährige Ulmer auf dem Marktplatz ins Ziel lief, hatte Moderator Helmut Dorsch zunächst eine kleine Rechenaufgabe zu lösen. Auf die Frage nach seinem Alter antwortete Schnalke schmunzelnd: „Heute 1000 Monate.“ Dass er der älteste Teilnehmer des gesamten Tages war, wusste Dorsch natürlich. Ebenso, dass zu Schnalkes Zieleinlauf traditionell AC/DC gehört – und so erklangen auch diesmal die Gitarrenriffs, als der erfahrene Triathlet die letzten Meter genoss. Dabei hatte Schnalke zuvor wie alle Einzelstarter das komplette Programm absolviert: Schwimmen im Auwaldsee, die Radstrecke Richtung Weisingen und den abschließenden Lauf durch die Lauinger Altstadt.

Volle Starterfelder gab es zum Jubiläum

 

Schon am Morgen bot sich am Auwaldsee ein beeindruckendes Bild. Die großen Starterfelder der Volks- und Mitteldistanz füllten das Wasser nahezu zeitgleich, ehe wenig später die Athletinnen und Athleten der olympischen Distanz folgten. Trotz der Rekordbeteiligung verlief der Wettkampf von Beginn an ruhig und geordnet. Die verschiedenen Startzeiten sowie die Nutzung getrennter Bereiche im Auwaldsee sorgten dafür, dass sich die Teilnehmerfelder gut verteilten. Das Organisationsteam des TV Lauingen hatte die Abläufe im Griff und konnte sich dabei auf rund 200 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer verlassen. Ohne ihren Einsatz an der Strecke, in den Wechselzonen oder im Zielbereich wäre eine Veranstaltung dieser Größenordnung nicht möglich.

Den ersten Startschuss gaben Landtagsabgeordneter Manuel Knoll und Lauingens Zweiter Bürgermeister Markus Hoffmann. Bei der Siegerehrung auf dem Marktplatz wurden anschließend die schnellsten Athletinnen und Athleten geehrt. Stellvertretender Landrat Daniel Uhl nutzte die Gelegenheit, um den zahlreichen Ehrenamtlichen für ihr Engagement zu danken.

Alle Ergebnisse sind hier zu finden (Link).

Fotos: Triathlon Lauingen

Bei der Abschlussveranstaltung des diesjährigen Obb-Kids-Cups, dem Swim&Run des TSV Brannenburg am 19. Juli, machten Wind und Regen den Teilnehmern das Leben schwer.

Im Flintsbacher Freibad nahmen 180 Nachwuchsathleten von Schülern D bis Jugend A am Wettkampf teil – und es kamen alle ins Ziel. Eine große Zahl an Helfern machte den Wettkampf zu einer gelungenen Veranstaltung.

Nachdem zwischendurch die Gefahr von Gewittern bestand, wurde in Absprache mit der Wasserwacht einige Starts verschoben, später beruhigte sich das Wetter wieder und der Wettkampf konnte zeitgerecht zu Ende gehen.

Vom schlechten Wetter ließen sich die Kinder nicht abhalten.

Der Obb-Kids-Cup 2026 setzte sich aus sechs Veranstaltungen zusammen und es gab eine Rekordbeteiligung, insgesamt nahmen 450 Nachwuchsathleten aus Oberbayern teil.

30 davon konnten einen Sonderpreis im Empfang nehmen, weil sie mindestens fünf Wettbewerbe mitgemacht hatten. Auf diese Art und Weise wollen wir nicht nur die Spitzenathleten belohnen, sondern auch die, die nicht immer eine Chance auf das Podest haben, und aus Freude an Leistung und Abenteuer mitmachen – und der Sportart später vielleicht als Erwachsene treu bleiben.

Die 2026er Kids-Cup-Ergebnisse sind auf der BTV-Seite des Bezirks Oberbayern abrufbar.

Fotos: Nicole Stahl

Noch ist es ruhig am Pockinger Baggersee. Das Wasser liegt spiegelglatt, Helfer ziehen letzte Absperrbänder straff und in der Wechselzone stehen die Radständer schon sauber aufgereiht. Noch deutet wenig darauf hin, dass hier bald hunderte Athletinnen und Athleten einen Triathlon-Tag in Angriff nehmen werden. Wenn am Sonntag der Startschuss fällt, werden auf dem Gelände rund um das Pockinger Naturfreibad so viele Starter wie nie zuvor ins Wasser springen. Zudem ist der Triathlon Niederbayern erstmals Gastgeber der Bayerischen Meisterschaft über die Mitteldistanz.

Mit viel Engagement und Liebe zum Detail entwickelten die Organisatoren um Christian Teringl und Ferdinand Frank in den letzten Jahren eine Veranstaltung, die sich schnell einen Namen gemacht hat. Das Rennen, damals die erste Mitteldistanz in Niederbayern, wuchs mit jedem Jahr weiter. Ein familiäres Umfeld, professionelle Organisation und eine Strecke mit viel Tempo, aber auch landschaftlichem Reiz sprechen sich herum.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht am Sonntag natürlich die Mitteldistanz. Spannend verspricht vor allem der Kampf um die Titel zu werden. Die Vorjahressieger Maximilian Hoffmann und Antonia Reich, stehen in diesem Jahr nicht auf der Startliste. Damit ist der Weg frei für zwei neue Bayerische Meister. Ein klarer Favorit ist im Vorfeld weder bei den Männern noch bei den Frauen auszumachen.

 

Neben dem Meisterschaftsrennen stehen Sprint- und Kurzdistanz sowie Staffelwettbewerbe auf dem Programm. Geschwommen wird im Naturbad am Rottal-Stadion, ehe die Radstrecke durch das leicht wellige niederbayerische Umland führt. Sie gilt als schnell, verlangt aber mit ihren ständigen Rhythmuswechseln mehr Aufmerksamkeit, als das Streckenprofil zunächst vermuten lässt. Der abschließende Lauf führt mehrfach durch den Zielbereich. Für die Zuschauer entstehen dadurch immer wieder Begegnungen mit den Athletinnen und Athleten, während diese sich von der Stimmung tragen lassen können – gerade auf den letzten Kilometern ein nicht zu unterschätzender Faktor. Überhaupt lebt der Triathlon Niederbayern von seiner besonderen Atmosphäre. Viele Helferinnen und Helfer stammen aus den örtlichen Vereinen, Familien begleiten die Rennen entlang der Strecke und der Zielbereich entwickelt sich Jahr für Jahr zum Treffpunkt für Aktive und Zuschauer gleichermaßen.

„Wir freuen uns unglaublich darüber, dass so viele Athletinnen und Athleten aus Bayern und darüber hinaus nach Pocking kommen“, meint Organisator Christian Teringl mit Blick auf den neuen Teilnehmerrekord, der erwartet wird. „Für uns ist das eine große Chance, nicht nur einen schönen Wettkampf zu organisieren, sondern die ganze Region mit ihrer Sportbegeisterung, ihrer Gastfreundschaft und ihrer besonderen Lage sichtbar zu machen.“

Fotos: Triathlon Niederbayern

Der Wörthsee-Triathlon gehört seit vier Jahrzehnten zu genau den Veranstaltungen, zu denen viele Sportlerinnen und Sportler immer wieder gerne zurückkommen . Nicht, weil hier Rekorde fallen oder Preisgelder locken. Sondern weil viele Athletinnen und Athleten oft ihre eigene Geschichte mit diesem Rennen verbinden. Der erste Startpass. Das erste Mal über die Olympische Distanz. Das Wiedersehen mit Trainingspartnern. Oder einfach ein Sonntagmorgen an einem der schönsten Seen Bayerns. Am kommenden Wochenende steigt die 40. Auflage des Wörthsee-Triathlons.

Auch wenn seit dem ersten Rennen 1985 immer wieder Dinge angepasst wurden – Triathlon hat sich schließlich entwickelt –  fühlt sich der Wörthsee-Triathlon bis heute angenehm unaufgeregt an. Hier geht es nicht um Superlative. Sondern darum, einen guten Wettkampf an einem besonderen Ort auszurichten. Dazu trägt schon der See selbst bei. Wer morgens am Ufer steht, versteht schnell, warum viele den Wörthsee zu den schönsten Wettkampforten Bayerns zählen. Das klare Wasser bietet einen wunderbaren Auftakt, bevor die Radstrecke durchs Fünfseenland führt. Sie verlangt durchaus Aufmerksamkeit: welliges Profil, einige knackige Anstiege und immer wieder schnelle Passagen, in denen Rhythmus wichtiger ist als rohe Wattzahlen. Zum Jubiläum wartet zudem eine leicht veränderte Radstrecke, die viele Teilnehmende bereits im Vorfeld besichtigt haben. Im Ziel angekommen bleibt oft noch Zeit, den Blick über den See schweifen zu lassen – etwas, das bei vielen Rennen kaum möglich ist. Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum die Stimmung in Wörthsee oft entspannter wirkt als anderswo. Ehrgeiz und Wettkampf gehören selbstverständlich dazu. Trotzdem scheint hier niemand vergessen zu haben, dass Triathlon auch ein Sommersport ist.

Zum Jubiläum stehen wieder die Olympische Distanz und die Volksdistanz auf dem Programm, jeweils auch als Staffel. Die Startplätze waren früh vergeben. Viele Namen finden sich Jahr für Jahr in den Startlisten wieder. Andere kommen zum ersten Mal. Genau diese Mischung hat den Wörthsee-Triathlon über Jahrzehnte geprägt.

Organisation mit Blick auf Details

Wer mit den Organisatoren spricht, merkt schnell, dass sich hinter dem Rennen weit mehr verbirgt als ein minutiös getakteter Zeitplan. Der Wettkampf lebt von einem großen ehrenamtlichen Team, von Vereinen aus der Region und von Menschen, die seit Jahren dafür sorgen, dass am letzten Juliwochenende alles ineinandergreift. Vieles läuft fast selbstverständlich – gerade weil hinter den Kulissen monatelange Vorbereitung steckt. Dass der Wörthsee-Triathlon seit vielen Jahren auch vorausdenkt, zeigt sich in vielen kleinen Details. Bereits 2023 wurde die Veranstaltung mit dem Nachhaltigkeits-Label des Bayerischen Triathlon-Verbands ausgezeichnet. Dahinter steckt ein durchaus ambitioniertes Gesamtkonzept: Finisher-Shirts werden nur auf Vorbestellung produziert, um Überproduktion zu vermeiden, bei der Verpflegung kommen regionale und saisonale Produkte sowie Mehrweggeschirr zum Einsatz, überschüssige Lebensmittel werden weitergegeben. Nachhaltigkeit gehörte damals schon selbstverständlich zur Organisation des Rennens.

Frauen schenken Wasser in Becher

Mehrwegbecher sorgen für eine nachhaltigere Veranstaltung

Ebenso trägt der Wörthsee-Triathlon das BTV-Label „Familienfreundlicher Triathlon“. Das passt zum Charakter der Veranstaltung: kurze Wege zwischen den Wettkampfstätten, Staffelangebote für Teams, viel Platz zum Zuschauen und Verweilen sowie eine Atmosphäre, in der sich nicht nur die Athletinnen und Athleten wohlfühlen. Während auf der Strecke um Sekunden gekämpft wird, verbringen viele Familien den Tag gemeinsam am See – ein Konzept, das den Wörthsee-Triathlon seit Jahren auszeichnet und ihn weit über den eigentlichen Wettkampf hinaus zu einem besonderen Sommererlebnis macht.

Und wer nach dem Zieleinlauf nicht sofort die Heimreise antreten möchte, findet rund um den Rathausvorplatz beste Voraussetzungen, den Renntag entspannt ausklingen zu lassen. Das TriTeam SC Wörthsee versorgt Teilnehmende und Gäste mit frisch gebackener Bio-Pizza aus dem Holzofen, dazu gibt es Getränke, Gebäck und weitere Verpflegung. Direkt gegenüber lädt die Chillout Area an der Segelschule Lago Mio dazu ein, den Nachmittag am Wasser zu verbringen – mit Beach-Bar, Bademöglichkeit und Blick auf den See. Live-Musik sorgt für Unterhaltung und ganz nebenbei unterstützt das Rennen auch noch zwei Spendenaktionen zugunsten „Brillen für Afrika!“ und der Feuerwehr Walchstadt.

Wir wünschen allen ein tolles Wettkampfwochenende!

Fotos: Wörthsee Triathlon

Es gibt wenige Wettkämpfe, die über Jahrzehnte hinweg den Triathlonsport einer Region prägen. Der Erlanger Triathlon gehört zweifellos dazu. Wenn am Sonntag rund 800 Athletinnen und Athleten am Main-Donau-Kanal an den Start gehen, feiert eine der traditionsreichsten Veranstaltungen Bayerns ihre 35. Auflage und blickt dabei auf eine Geschichte zurück, die weit mehr erzählt als sportliche Ergebnisse. Denn der Erlanger Triathlon ist nie nur ein Wettkampf gewesen. Er ist ein Stück Vereinsgeschichte, Treffpunkt der Triathlonfamilie und für viele Aktive seit Jahren ein fester Termin im Sommer.

Als 1985 der erste Erlanger Triathlon ausgetragen wurde, steckte der Sport in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Neun Athleten gingen damals an den Start. Geschwommen wurde noch im Röthelheimbad, die Wechselzone war denkbar einfach, besondere Räder, Riegel, Gels oder Aerodynamik spielten noch lange keine Rolle. Was am Ende des Tages blieb, war die Begeisterung für eine damals noch ungewöhnliche Sportart. Mit den Jahren entwickelte sich daraus eine Erfolgsgeschichte. Der Wettkampf wuchs kontinuierlich, die Triathlon-Abteilung des TV 1848 Erlangen entstand, Spitzenathleten fanden den Weg nach Mittelfranken und der Erlanger Triathlon etablierte sich als feste Größe im bayerischen Rennkalender. Heute sind die Startplätze regelmäßig früh vergeben und auch in diesem Jubiläumsjahr gibt es ein ausverkauftes Haus.

Ein Name, der untrennbar mit dem Rennen verbunden bleibt

Wer über 35 Jahre Erlanger Triathlon spricht, kommt an Heinz Rüger nicht vorbei. Über Jahrzehnte war er die prägende Persönlichkeit des Erlanger Triathlons. Als Gründer der Triathlon-Abteilung, Organisator und unermüdlicher Antreiber entwickelte er die Veranstaltung Schritt für Schritt weiter und machte Erlangen weit über Bayern hinaus zu einer bekannten Adresse im Triathlonsport. Zahlreiche erfolgreiche Athletinnen und Athleten gingen aus der Erlanger Triathlon-Blase hervor, darunter später auch internationale Spitzensportlerinnen wie Anne Haug oder Anja Beranek. Im April dieses Jahres verstarb Heinz Rüger. Das Programmheft widmet ihm deshalb eine eigene Seite und bezeichnet ihn als den „Vater des Erlanger Triathlons“ – ein Titel, der seine Bedeutung auf jeden Fall treffend beschreibt aber nicht annähernd alles ausdrücken kann, was er für den Triathlon geleistet hat.

Dass der Erlanger Triathlon auch nach 35 Jahren nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat, liegt vor allem an den Menschen, die heute hinter der Veranstaltung stehen. Unter der Leitung von Stefanie Guillon organisiert ein 25-köpfiges Kernteam den Wettkampf. Unterstützt werden sie von mehr als 300 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die dafür sorgen, dass am Renntag alles ineinandergreift – vom Schwimmstart bis zum letzten Finisher. Guillon beschreibt den Erlanger Triathlon als einen „Vereins-Triathlon – von Athleten für Athleten organisiert“. Dieser Gedanke zieht sich durch die gesamte Veranstaltung. Vieles wirkt professionell, ohne den Charakter eines Vereinsfestes verloren zu haben.

Sportler auf einer Wiese

Vorstart-Freude beim Erlanger Triathlon

Der Main-Donau-Kanal als Bühne

Der Wettkampf selbst ist längst unverwechselbar geworden. Geschwommen wird im Main-Donau-Kanal, anschließend führt die Radstrecke durch den Landkreis Erlangen-Höchstadt, ehe der Lauf entlang des Kanals zurück auf das Gelände des TV 1848 Erlangen führt. Mit der Rückkehr des Zieleinlaufs ins Stadion ist das Rennen in den vergangenen Jahren wieder kompakter geworden. Zuschauer erleben die Athletinnen und Athleten mehrfach auf der Laufstrecke, während sich im Zielbereich eine Mischung aus Wettkampfatmosphäre und Sommerfest entwickelt.

Dazu tragen auch die vielen kleinen Ideen bei, die den Erlanger Triathlon auszeichnen. Entlang der Strecke sorgen mehrere Stimmungsnester für Leben – vom Membacher Steg über die Samba-Band VINCIVI bis zur Moderation und den Cheerleadern im Stadion. Neu ist in diesem Jahr sogar eine eigens entworfene Erlanger Triathlon-Glocke, mit der Zuschauer den Athletinnen und Athleten zusätzlichen Rückenwind geben können.

Los geht es bereits am Samstag. Neben der Startunterlagenausgabe lädt der TV 1848 Erlangen zum lockeren „Get together“ mit Interviews, alkoholfreien Cocktails und der offiziellen Wettkampfbesprechung ein. Am Sonntag folgen dann die Rennen über zwei Distanzen Kurzdistanz (1,5 km Schwimmen, 43 km Radfahren und 10 km Laufen) und Mitteldistanz (2 km Schwimmen, 84 km Radfahren und 20 km Laufen). Beide Wettbewerbe werden auch als Staffel angeboten. Und wer nicht selbst startet, findet entlang der Strecke zahlreiche Zuschauerpunkte und im Zielbereich eine inzwischen deutlich gewachsene Triathlon-Messe mit Ausstellern, Verpflegung und viel Gelegenheit, den Wettkampftag gemeinsam ausklingen zu lassen.

Alles ein bisschen wie immer, also und doch immer etwas neu. Der Erlanger Triathlon hat Veränderungen im Sport erlebt, Generationen von Athletinnen und Athleten kommen und gehen sehen und sich dabei immer wieder weiterentwickelt, ohne seinen Charakter zu verlieren. Vielleicht liegt genau darin sein Erfolgsgeheimnis. Das Rennen ist groß geworden, aber nie unnahbar. Es lebt vom Engagement eines Vereins, von Menschen, die Verantwortung übernehmen, und von vielen Athletinnen und Athleten, die Jahr für Jahr gerne nach Erlangen zurückkehren.

Wir wünschen allen Beteiligten ein tolles Jubiläums-Event.

Foto: www.sportshot.de