Mit der Saison 2025 gilt im deutschen Triathlonsport ein überarbeitetes Regelwerk. An sich nicht ungewöhnlich, doch in diesem Jahr hat die Deutsche Triathlon Union (DTU) ihre Sportordnung doch in wesentlichen Punkten angepasst. Besonders im Fokus steht dabei die Neuregelung von aerodynamischen Aufbauten und Flaschenhalterungen am Fahrrad – ein Thema, das in den vergangenen Jahren immer wieder für Diskussionen sorgte. Ziel der Überarbeitung, laut DTU, ist es, mehr Klarheit, Einheitlichkeit und Fairness für alle Athletinnen und Athleten zu schaffen und gleichzeitig den Kampfrichterinnen und Kampfrichtern eine eindeutigere Grundlage für ihre Entscheidungen an die Hand zu geben.
Komplexer Prozess der Formulierung
Die wohl bedeutendste Neuerung betrifft die erlaubte Größe und Platzierung von Heckaufbauten am Rad. Ab sofort dürfen am hinteren Teil des Fahrrads – also hinter der Sattelstütze – Halterungen und Flaschensysteme maximal eine Fläche von 30 mal 30 Zentimetern einnehmen. Flaschen dürfen diesen Bereich zwar überragen, jedoch ist die Anzahl auf zwei begrenzt – mit einem maximalen Fassungsvermögen von jeweils einem Liter. Auch integrierte Systeme im Rahmen dürfen künftig nicht mehr als zwei Liter Flüssigkeit beinhalten und die vertikale Linie durch die Hinterachse nicht überschreiten.
Diese Änderungen wurden nicht willkürlich festgelegt, sondern resultieren aus Rückmeldungen der Wettkampfpraxis, Abstimmungen mit dem Weltverband World Triathlon sowie Gesprächen mit Herstellern aus der Fahrradindustrie. Der Wunsch nach Regeln, die sich am Sichtkontrollprinzip orientieren – also für Kampfrichterinnen und Kampfrichter im Rennen tatsächlich überprüfbar sind – war dabei laut DTU ein zentraler Treiber. Denn bisherige Richtlinien ließen in vielen Fällen zu viel Interpretationsspielraum, insbesondere wenn es um individuelle Umbauten, Spezialanfertigungen oder neue aerodynamische Systeme ging, die dank 3D-Drucker in den letzten Jahren immer häufiger wurden.
Kampfrichter wurden geschult
Doch die neuen Regelungen bringen auch Herausforderungen mit sich – vor allem in der Übergangszeit. Kampfrichter müssen sich mit neuen Maßvorgaben und technischen Details auseinandersetzen, die im laufenden Renneinsatz schnell und sicher bewertet werden sollen. Gleichzeitig stehen auch Athletinnen und Athleten in der Verantwortung, sich frühzeitig über die neuen Vorgaben zu informieren und ihr Material entsprechend anzupassen.
Für die Kampfrichterinnen und Kampfrichter im Bayerischen Triathlon-Verband e.V. ist diese Umstellung kein Neuland. Bereits in den letzten Wochen wurden sie geschult und auf die neuen Regelungen vorbereitet. In Schulungseinheiten wurden Fallbeispiele diskutiert, technische Vorgaben erläutert und die Konsequenzen für die praktische Umsetzung durchgespielt. Um ein genaueres Bild von den ersten Einschätzungen aus der Praxis zu erhalten, haben wir mit Oliver Schmidt gesprochen. Als Regelbeauftragter Nord im BTV begleitet er die Umsetzung der neuen Sportordnung hautnah und weiß, wo die größten Stolpersteine, aber auch die größten Chancen liegen.
Hallo Oliver,
Eigenkonstruktionen und Aufbauten waren in den letzten Jahren zunehmend heiß diskutiert und eine Regelung war notwendig. Wo siehst Du die größten Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung der neuen Vorgaben im Wettkampfalltag?
Dass sich etwas ändern muss, war spätestens nach den bereits emotional geführten Diskussionen beim ein oder anderen Check-In im letzten Jahr allen klar gewesen. Wie umfassend die Änderungen dann allerdings besonders im Rad-Material-Bereich werden würden, das war so nicht abzusehen gewesen.
Die größten Herausforderungen sehe ich aktuell beim Check-In auf Mittel- und Langdistanzen, weniger auf Sprint- oder Kurzdistanzen. Denn bei diesen Veranstaltungen kommen Räder mit den betroffenen Cockpits und Trinksystemen überwiegend zum Einsatz. Einerseits, weil ja tatsächlich viel Verpflegung transportiert werden muss, andererseits, weil hier aerodynamische Effekte, die zweifelsohne oft ein Mitgrund für die Aufbauten waren und sind, natürlich auch ins Gewicht fallen. Zu erwarten ist, dass Kontrollen beim Check-In in diesem Jahr wahrscheinlich etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen werden. Wir, als Kampfrichterinnen und Kampfrichter haben uns jedoch versucht bestmöglich darauf vorzubereiten und hoffen, dass es die Sportlerinnen und Sportler ebenso tun!

Regelbeauftragter Nord, Oliver Schmidt
Wie hast Du die neuen Regelungen in den Schulungen an Deine Kolleginnen und Kollegen vermittelt, und welche Rückmeldungen hast Du aus dem Kampfrichter-Team bekommen?
Auch unter uns waren die Anpassungen des Regelwerks ein in Teilen sehr heftig diskutiertes Thema. Viele sind selbst Sportler und können nachvollziehen, wie schwierig eine erneute Anpassung des Setups ist. Auch ist es uns wichtig, mit und für die Sportlerinnen und Sportler zu arbeiten. Beim Check-In dann einen Aufbau abzulehnen ist auch für uns nicht immer leicht.
Auf jeden Fall aber haben wir viel Zeit investiert, um die Regeln möglichst eindeutig und durchgängig umsetzen zu können. Ich habe nach beiden durch die DTU veröffentlichten Versionen der Sportordnung Schulungen durchgeführt – es gab ja doch erst recht spät eine weitere Änderung im Bereich der Lenker. Meine Schulungsunterlagen mussten also noch einmal angepasst und die bereits geschulten Kampfrichter über die neue Regel nochmals unterrichtet werden. Rückmeldungen sind bisher noch keine eingetroffen, da es bisher in Bayern nur Veranstaltungen gab, wo wenig Aufbauten notwendig waren.
Gab es bereits erste Erfahrungen oder Rückmeldungen von Athletinnen und Athleten zu den Änderungen?
Ich habe bisher nur im Internet und auf verschiedenen weiteren Kanälen Diskussionen verfolgt. Dabei geht es zum Beispiel über Orginal-Anbauteile, die Hersteller noch anbieten, die aber nach dem aktuell gültigen Regelwerk nicht genutzt werden dürfte. Das ist natürlich schwierig und verwirrend für alle.
Ich bin mir recht sicher, dass es in diesem Jahr nochmals Anpassungen der Sportordnung geben wird. Ob das gut sein wird, weiß ich nicht.
Worauf werden Du und Deine Kollegen beim Check-In besonders achten?
Ersteinmal wird der Check-In wie gewohnt ablaufen und die gewohnten Dinge werden kontrolliert werden, wie z.B., ob die Startnummer am Rad befestigt und die Rohrenden am Lenker (wenn Vorhanden) geschlossen sind. Dann wird der Fokus schon auf den Neuerungen liegen: wie und wo sind Radflaschen am Lenker und am Heck angebracht und passen diese in den vorgegebenen Rahmen? Alles, was auf dem Oberrohr befestigt werden darf, ist, glaube ich, sehr schnell überprüft.
Ich bin ehrlich: Was mir aktuell noch fehlt, ist eine einheitliche Richtlinie mit welchen Hilfsmitteln wir diese Maße überprüfen sollen. Dazu hätte ich mir eine Vorgabe gewünscht. Wenn man eine Vorgabe macht, sollten auch die Kampfrichter das entsprechende „Werkzeug“ dafür bekommen, mit denen sie diese zweifelsfrei umsetzen können. Das wäre im Interesse aller.
Beim Challenge Roth, das wurde nun bekannt, werden Ausnahmen gelten. Wie sehen diese aus und warum waren sie notwendig?
Das stimmt so nicht: Bei der Challenge gibt es keine Ausnahme. Der Bayerische Triathlon-Verband hat keine Ausnahmegenehmigung erteilt, da auch kein Ausnahmeantrag eingegangen ist. Das TeamChallenge hat seine Durchführungsbestimmungen angepasst. Im speziellen geht es dabei um die „Heckregel“ und um Toolboxes, welche vom Hersteller des Rades als Originalzubehör angeboten werden (als Beispiel BMC). Wenn sie fester Bestandteil des Rahmens sind ooder an- bzw. abmontiert ist, findet die Regel beim Challenge Roth keine Anwendung.
Hintergrund ist, dass kleine Farradrahmen mit diesen Toolboxen und ihrem Getränkehaltern in die von der DTU vorgegebenden Dimensionen von 30×30 cm reinpassen, Fahrräder mit größeren Rahmen müssten aber ihre Toolbox abbauen.
Es ist aber sowieso zu erwarten, dass sich die Sportordnung in diesem Bereich noch einmal ändern wird.
Vielen Dank!
Foto: Gerhard Müller
Bayerischer Doppelsieg bei den Deutschen Meisterschaften über die Triathlon-Mitteldistanz
BreitensportBei den Deutschen Meisterschaften über die Triathlon-Mitteldistanz in Heilbronn sicherten sich zwei bayerische Athleten die nationalen Titel: Eleisa Haag vom SV Würzburg 05 und Max Hoffmann von der TSG 08 Roth triumphierten in ihren jeweiligen Wettbewerben. Über 1.500 Sportlerinnen und Sportler waren bei sommerlichen Temperaturen am Start. Die anspruchsvolle Strecke umfasste 1,9 km Schwimmen im Neckar, 83 km Radfahren durch das Zabergäu und 21,6 km Laufen entlang des Neckars und durch die Heilbronner Innenstadt.
Eleisa Haag vom SV Würzburg 05 sicherte sich überraschend den Titel bei den Frauen. Besonders auf der Radstrecke und beim abschließenden Lauf konnte sie ihre Stärken ausspielen und sich gegen die Konkurrenz durchsetzen. Bei den Herren triumphierte Max Hoffmann von der TSG 08 Roth. Nach einem soliden Schwimmen konnte er auf dem Rad und beim Laufen seine Position verbessern und sich den Deutschen Meistertitel sichern.
Auch in den Altersklassen gab es starke bayerische Ergebnisse: In der AK 40 wurde Pablo Herrero (MRRC München) Zweiter, die AK 50 gewann Marco Sahm (Ifa nonstop Bamberg) und in der AK 70 wurde Volker Dittmar aus Oberasbach Zweiter.
Bei den Frauen sicherte sich in der AK30 Sarah Pwintinger von der TG Viktoria Augsburg Rang drei und Marion Sünkel (Team Klinikum Nürnberg e.V.) wurde Zweite in der AK55.
Herzlichen Glückwunsch zum Titel, Eleisa! Wie hast du dich auf dieses Rennen vorbereitet, und was war für dich der entscheidende Moment im Wettkampf?
Seit Oktober habe ich mein Radtraining fast ausschließlich auf der Rolle absolviert; dies ist bei einem Vollzeitjob für mich am effizientesten. Hier habe ich auch viele Indoor-Rennen auf diversen Plattformen gemacht. Beim Laufen hat mein Trainer den Fokus in erster Linie Grundlagenläufe gelegt, welche durch (kurze) Beranläufe/ VO2 max Training und „Stadtläufe“ ergänzt werden. Schwimmen gehe ich grundsätzlich drei mal die Woche in unser Vereinstraining und schwimme da in der Liga-Gruppe mit.
Im Wettkampf selbst war für mich ein kontrollierter Start in den Halbmarathon entscheidend. Ich habe von Anfang an auf ein gleichmäßiges Pacing geachtet, das hat sich letztlich ausgezahlt.
Gab es während des Rennens besondere Herausforderungen, und wie bist du damit umgegangen?
Die größte Herausforderung war definitiv das „schwül-warme“ Wetter; auch wenn ich grundsätzlich lieber bei warmen Temperaturen starte. Damit ich meine bestmögliche Leistung abrufen konnte, habe ich jede Wasserstation genutzt, um mich abzukühlen. So konnte ich meinen Rhythmus beibehalten und einen Einbruch vermeiden.
Welche Ziele hast du dir für die restliche Saison gesetzt?
Als nächstes stehen einige Liga-Rennen mit meinem Team vom SV Würzburg 05 auf dem Programm. Außerdem plane ich noch eine Mitteldistanz im September; der genaue Wettkampf steht noch nicht fest, aber ich suche etwas mit hügeligem oder bergigem Profil.
Max beim VR Bank Triathlon Heilbronn powered by Audi am 01.06.2025. © DTU/Silas Stein
Gratulation zum Sieg, Max! Wie hast du das Rennen erlebt, und was waren für dich die Schlüsselmomente?
Es war ein wunderschöner Morgen, schwül-warm sommerlich – nachdem einem Sturm am Vorabend über die Stadt hinweg gezogen war. Das Schwimmen im Seitenarm des Neckars war von starker Strömung geprägt (ca. 1100m flussaufwärts und etwa 800m flussabwärts), sodass die Schwimmleistungen auf Papier schwer zu bewerten sind, aber mit drei Minuten Rückstand auf den Spitzenschwimmer (Vasileios Tekidis mit einer Bestzeit von 16:27 auf der Langbahn über 1500m in 2019) konnte ich als sechster ohne große Vorbelastung aus dem Wasser aufs Rad steigen.
Relativ schnell arbeiteten Samuel Möhler und ich uns an die Spitzengruppe vor, bis wir diese nach 15km eingefangen hatten, dann verlor ich aber auf der Abfahrt meine “Gel-Flasche” (also die Hälfte meiner Verpflegung), als wir vor dem Kreisverkehr über einen Schachtdeckel fuhren, und musste die Gruppe ziehen lassen und schnell umdrehen, um sie aufzuheben. Als ich sie jedoch fand, war sie bereits aufgeplatzt und fast leer…. ich arbeitete mich wieder zu Spitze vor, aber nun war der Führende (Nicolas Mehrer) vorne weg und nicht mehr einzuholen. Wir beendeten somit als Dreiergruppe (Julian Phillip Becker, Samuel Möhler und Ich) das Radfahren und gingen mit 2:30 Rückstand (zu N. Mehrer) auf die Laufstrecke.
Der erste Kilometer war mit einem Tempo von 3:16min/km definitiv zu hart und forderte schnell seinen Tribut. Wir bzw. ich lief(en) die ersten 7km unter 3:30/km und konnte den Führenden bereits auf der zweiten Runde überholen und ich meine Radgruppe langsam distanzieren. Ab hier vergrößerte sich der Abstand immer mehr und ich konnte das Tempo rausnehmen und auf der zweiten Hälfte der 22km langen Laufstrecke ein sicheres Tempo ins Ziel laufen.
Nach dem BM-Titel im Duathlon nun ein DM-Titel – was ist dein nächstes Ziel?
Ich bin derzeit noch ungläubig über diesen Deutschen Titel, aber gleichzeitig auch sehr dankbar für meine Entwicklung in den letzten zwei Jahren. Bei meinem Trainer Johnny Zipf habe ich deutliche Fortschritte gemacht was mein Trainingsvolumen betrifft und kann mittlerweile auf der längeren Strecke meine Kombination aus Rad- und Laufstärke viel besser zeigen als früher.
Als nächstes Rennen habe ich mir die Bayerischen Meisterschaften in Landshut vorgenommen, aber werde nochmal Rücksprache mit meinem Trainer halten was jetzt am meisten Sinn macht, mit Blick auf den Sommer/Herbst und den Start als Profi im nächsten Jahr. Darüber hinaus möchte ich bin Dresden bei der Deutschen Meisterschaft im Sprint an die Startlinie gehen und möglichst gut abschneiden.
Den Titel will ich jetzt auch nutzen, um mit neuen Partnern im Bereich der Nachhaltigkeit in Kontakt zu treten und Bewusstsein in der Triathlon-Szene für einen minimalistischen und umweltfreundlichen Lebensstil zu schaffen. Den Aktivismus an der Stelle werde ich nie ziehen lassen 🙂 auch meine eigenen Erfahrungen mit Depressionen möchte ich sinnvoll einbringen um anderen Wege oder Möglichkeiten für Besserung aufzuzeigen. Wie ich das genau mache weiß ich allerdings noch nicht.
Fotos: Julian Müller, DTU/Silas Stein
Neue DTU-Sportordnung 2025: Zwischen Klarheit und Komplexität – Einblicke aus der Kampfrichterpraxis im BTV
Kampfrichter, VeranstaltungenMit der Saison 2025 gilt im deutschen Triathlonsport ein überarbeitetes Regelwerk. An sich nicht ungewöhnlich, doch in diesem Jahr hat die Deutsche Triathlon Union (DTU) ihre Sportordnung doch in wesentlichen Punkten angepasst. Besonders im Fokus steht dabei die Neuregelung von aerodynamischen Aufbauten und Flaschenhalterungen am Fahrrad – ein Thema, das in den vergangenen Jahren immer wieder für Diskussionen sorgte. Ziel der Überarbeitung, laut DTU, ist es, mehr Klarheit, Einheitlichkeit und Fairness für alle Athletinnen und Athleten zu schaffen und gleichzeitig den Kampfrichterinnen und Kampfrichtern eine eindeutigere Grundlage für ihre Entscheidungen an die Hand zu geben.
Komplexer Prozess der Formulierung
Die wohl bedeutendste Neuerung betrifft die erlaubte Größe und Platzierung von Heckaufbauten am Rad. Ab sofort dürfen am hinteren Teil des Fahrrads – also hinter der Sattelstütze – Halterungen und Flaschensysteme maximal eine Fläche von 30 mal 30 Zentimetern einnehmen. Flaschen dürfen diesen Bereich zwar überragen, jedoch ist die Anzahl auf zwei begrenzt – mit einem maximalen Fassungsvermögen von jeweils einem Liter. Auch integrierte Systeme im Rahmen dürfen künftig nicht mehr als zwei Liter Flüssigkeit beinhalten und die vertikale Linie durch die Hinterachse nicht überschreiten.
Diese Änderungen wurden nicht willkürlich festgelegt, sondern resultieren aus Rückmeldungen der Wettkampfpraxis, Abstimmungen mit dem Weltverband World Triathlon sowie Gesprächen mit Herstellern aus der Fahrradindustrie. Der Wunsch nach Regeln, die sich am Sichtkontrollprinzip orientieren – also für Kampfrichterinnen und Kampfrichter im Rennen tatsächlich überprüfbar sind – war dabei laut DTU ein zentraler Treiber. Denn bisherige Richtlinien ließen in vielen Fällen zu viel Interpretationsspielraum, insbesondere wenn es um individuelle Umbauten, Spezialanfertigungen oder neue aerodynamische Systeme ging, die dank 3D-Drucker in den letzten Jahren immer häufiger wurden.
Kampfrichter wurden geschult
Doch die neuen Regelungen bringen auch Herausforderungen mit sich – vor allem in der Übergangszeit. Kampfrichter müssen sich mit neuen Maßvorgaben und technischen Details auseinandersetzen, die im laufenden Renneinsatz schnell und sicher bewertet werden sollen. Gleichzeitig stehen auch Athletinnen und Athleten in der Verantwortung, sich frühzeitig über die neuen Vorgaben zu informieren und ihr Material entsprechend anzupassen.
Für die Kampfrichterinnen und Kampfrichter im Bayerischen Triathlon-Verband e.V. ist diese Umstellung kein Neuland. Bereits in den letzten Wochen wurden sie geschult und auf die neuen Regelungen vorbereitet. In Schulungseinheiten wurden Fallbeispiele diskutiert, technische Vorgaben erläutert und die Konsequenzen für die praktische Umsetzung durchgespielt. Um ein genaueres Bild von den ersten Einschätzungen aus der Praxis zu erhalten, haben wir mit Oliver Schmidt gesprochen. Als Regelbeauftragter Nord im BTV begleitet er die Umsetzung der neuen Sportordnung hautnah und weiß, wo die größten Stolpersteine, aber auch die größten Chancen liegen.
Hallo Oliver,
Eigenkonstruktionen und Aufbauten waren in den letzten Jahren zunehmend heiß diskutiert und eine Regelung war notwendig. Wo siehst Du die größten Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung der neuen Vorgaben im Wettkampfalltag?
Dass sich etwas ändern muss, war spätestens nach den bereits emotional geführten Diskussionen beim ein oder anderen Check-In im letzten Jahr allen klar gewesen. Wie umfassend die Änderungen dann allerdings besonders im Rad-Material-Bereich werden würden, das war so nicht abzusehen gewesen.
Die größten Herausforderungen sehe ich aktuell beim Check-In auf Mittel- und Langdistanzen, weniger auf Sprint- oder Kurzdistanzen. Denn bei diesen Veranstaltungen kommen Räder mit den betroffenen Cockpits und Trinksystemen überwiegend zum Einsatz. Einerseits, weil ja tatsächlich viel Verpflegung transportiert werden muss, andererseits, weil hier aerodynamische Effekte, die zweifelsohne oft ein Mitgrund für die Aufbauten waren und sind, natürlich auch ins Gewicht fallen. Zu erwarten ist, dass Kontrollen beim Check-In in diesem Jahr wahrscheinlich etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen werden. Wir, als Kampfrichterinnen und Kampfrichter haben uns jedoch versucht bestmöglich darauf vorzubereiten und hoffen, dass es die Sportlerinnen und Sportler ebenso tun!
Regelbeauftragter Nord, Oliver Schmidt
Wie hast Du die neuen Regelungen in den Schulungen an Deine Kolleginnen und Kollegen vermittelt, und welche Rückmeldungen hast Du aus dem Kampfrichter-Team bekommen?
Auch unter uns waren die Anpassungen des Regelwerks ein in Teilen sehr heftig diskutiertes Thema. Viele sind selbst Sportler und können nachvollziehen, wie schwierig eine erneute Anpassung des Setups ist. Auch ist es uns wichtig, mit und für die Sportlerinnen und Sportler zu arbeiten. Beim Check-In dann einen Aufbau abzulehnen ist auch für uns nicht immer leicht.
Auf jeden Fall aber haben wir viel Zeit investiert, um die Regeln möglichst eindeutig und durchgängig umsetzen zu können. Ich habe nach beiden durch die DTU veröffentlichten Versionen der Sportordnung Schulungen durchgeführt – es gab ja doch erst recht spät eine weitere Änderung im Bereich der Lenker. Meine Schulungsunterlagen mussten also noch einmal angepasst und die bereits geschulten Kampfrichter über die neue Regel nochmals unterrichtet werden. Rückmeldungen sind bisher noch keine eingetroffen, da es bisher in Bayern nur Veranstaltungen gab, wo wenig Aufbauten notwendig waren.
Gab es bereits erste Erfahrungen oder Rückmeldungen von Athletinnen und Athleten zu den Änderungen?
Ich habe bisher nur im Internet und auf verschiedenen weiteren Kanälen Diskussionen verfolgt. Dabei geht es zum Beispiel über Orginal-Anbauteile, die Hersteller noch anbieten, die aber nach dem aktuell gültigen Regelwerk nicht genutzt werden dürfte. Das ist natürlich schwierig und verwirrend für alle.
Ich bin mir recht sicher, dass es in diesem Jahr nochmals Anpassungen der Sportordnung geben wird. Ob das gut sein wird, weiß ich nicht.
Worauf werden Du und Deine Kollegen beim Check-In besonders achten?
Ersteinmal wird der Check-In wie gewohnt ablaufen und die gewohnten Dinge werden kontrolliert werden, wie z.B., ob die Startnummer am Rad befestigt und die Rohrenden am Lenker (wenn Vorhanden) geschlossen sind. Dann wird der Fokus schon auf den Neuerungen liegen: wie und wo sind Radflaschen am Lenker und am Heck angebracht und passen diese in den vorgegebenen Rahmen? Alles, was auf dem Oberrohr befestigt werden darf, ist, glaube ich, sehr schnell überprüft.
Ich bin ehrlich: Was mir aktuell noch fehlt, ist eine einheitliche Richtlinie mit welchen Hilfsmitteln wir diese Maße überprüfen sollen. Dazu hätte ich mir eine Vorgabe gewünscht. Wenn man eine Vorgabe macht, sollten auch die Kampfrichter das entsprechende „Werkzeug“ dafür bekommen, mit denen sie diese zweifelsfrei umsetzen können. Das wäre im Interesse aller.
Beim Challenge Roth, das wurde nun bekannt, werden Ausnahmen gelten. Wie sehen diese aus und warum waren sie notwendig?
Das stimmt so nicht: Bei der Challenge gibt es keine Ausnahme. Der Bayerische Triathlon-Verband hat keine Ausnahmegenehmigung erteilt, da auch kein Ausnahmeantrag eingegangen ist. Das TeamChallenge hat seine Durchführungsbestimmungen angepasst. Im speziellen geht es dabei um die „Heckregel“ und um Toolboxes, welche vom Hersteller des Rades als Originalzubehör angeboten werden (als Beispiel BMC). Wenn sie fester Bestandteil des Rahmens sind ooder an- bzw. abmontiert ist, findet die Regel beim Challenge Roth keine Anwendung.
Hintergrund ist, dass kleine Farradrahmen mit diesen Toolboxen und ihrem Getränkehaltern in die von der DTU vorgegebenden Dimensionen von 30×30 cm reinpassen, Fahrräder mit größeren Rahmen müssten aber ihre Toolbox abbauen.
Es ist aber sowieso zu erwarten, dass sich die Sportordnung in diesem Bereich noch einmal ändern wird.
Vielen Dank!
Foto: Gerhard Müller
Renner und Hanzer in Taranto am Start
ParatriathlonZwei deutsche Para Aktive vertreten am Samstag beim Rennen der World Triathlon Para Series (WTPS) im italienischen Taranto die Deutsche Triathlon Union (DTU) und den BTV. Für Anja Renner (PTVI) ist es der zweite Start in der höchsten Para Rennklasse in diesem Jahr. Ebenfalls in Taranto dabei ist Valentin Hanzer (PTS3). Für ihn ist es nach drei guten Auftritten im Weltcup in den vergangenen acht Monaten der erste Start überhaupt in der World Triathlon Para Series.
Anja Renner, Dritte der Paralympischen Spiele von 2024, belegte Mitte Mai im japanischen Yokohama Rang zwei hinter der Italienerin Francesca Tarantello, die auch bei ihrem Heimspiel die schärfste Konkurrentin Renners ist. „Anja will ums Podium mitkämpfen. Die Konkurrenz ist sehr stark und gleicht einer WM oder den Paralympics“, erklärt Tom Kosmehl, Bundestrainer Para Triathlon.
Valentin Hanzer ist Senkrechstarter. Am vergangenen Wochenende siegte er in Schweinfurt und holte sich vor Max Gelhaar den DM-Titel. Auch international war er zuletzt mit er zwei Siegen und einen zweiten Platz erfolgreich. „Mal sehen, wie er sich schlägt. Er will an seine Leistungen der vergangenen Wochen anknüpfen“, sagt Kosmehl.
Zu den Startlisten geht es hier.
Jubiläum beim Stadttriathlon Erding: Triathlon-Fest mit Stars und Nachwuchs-Sternchen
Liga, Nachwuchscup, VeranstaltungenWas 1993 mit wenigen Teilnehmenden begann, ist heute ein überregionales Sportereignis, das sowohl Spitzen- als auch Breitensportler begeistert: Der 30. Stadttriathlon Erding lockte erneut rund 1.600 Athletinnen und Athleten in die Stadt, um sich auf verschiedenen Distanzen zu messen. Natürlich konnten wie gewohnt Stars auf der Kurzdistanz, Liga-Action und Nachwuchs-Sportler beim BTV Memmert Nachwuchscup verfolgt werden. Das Jubiläum stand aber auch im Zeichen der Inklusion: Erstmals wurden im Rahmen des Stadttriathlons die Bayerischen und Deutschen Meisterschaften der Gehörlosen über die Volksdistanz ausgetragen.
Fast jedoch, wäre es zum Duathlon gekommen, denn noch am Tag zuvor war das Wasser des Kronthaler Weihers zu kalt. Bei frischen 19,1 °C Wassertemperatur konnten am Renntag alle Teilnehmenden tief durchschnaufen und es konnte wie geplant geschwommen werden.
Nachwuchs kämpft um Cup-Punkte
Zahlreiche Kinder und Jugendliche waren am Start und nahmen häufig auch an der Wertung des BTV Memmert Nachwuchscups teil. „Es ist beeindruckend zu sehen, mit wie viel Begeisterung und Ehrgeiz die jungen Athletinnen und Athleten dabei sind“, sagte ein Trainer vor Ort.
Die jüngste Klasse der Schüler D geaannen Simon Lisk (SV Ottobrunn) und Jelena Teuchner (o.V.). Thies Wißmann (Tri-Team Schongau) und Charlotte Veith (Tri-Force Fulda) setzten sich bei den Schülern C durch. Klar die Nase vorne hatten bei den Schülern B Jasim Al-Sultan (SC Wfr. München) und Magdalena Doege (SV Bayreuth). Lukas Mundt (LV Deggendorf) und Mathilda Kujala (La Carrera Team Rothsee) gewannen bei den Schülern A. In der ältesten Startklasse der Jugend und Junioren waren Felix Feith (Tri Force Fulda) und Frederike Bülck (TV 1848 Erlangen) am schnellsten.
Das nächste Rennen des BTV Memmert Nachwuchscups findet am 21. Juni beim Memmert Rothsee Triathlon statt.
Im Hauptrennen mit Landesliga-Süd ging es heiß her, auch wenn das Wasser frisch war.
Dreitz dominiert das Hauptrennen
Prominentester Starter an diesem Tag war Triathlon-Profi Andreas Dreitz, der das Hauptrennen klar vor den ersten Finishern der Landesliga Süd erreichte. Schnellster Liga-Athlet war Hugo Hottebart vom MRRC München II gefolgt von Sven Pollert (SG Poing Triathlon).
Marie Pöllinger vom TRISTAR Regensburg setzte sich im Frauen-Feld gegen Routinier Kathrin Esefeld (LG Mettenheim) und Paulina Böhme (TSV Chieming Triathlon) durch.
Zeichen für mehr Teilhabe im Sport
17 Gehörlosensporlerinnen und -sportler nahmen an der Sprint-Distanz teil und suchten im Rahmen des Rennens ihre Deutschen und Bayerischen Meister. Stärkster Sportler an diesem Tag war Volker Marks (GBF München / SV Ismaning). Er freute sich besonders über den Sieg, nachdem er in den letzten Wochen noch auf längeren Distanzen unterwegs was: „Dass ich so gut von Mitteldistanz-Tempo auf Sprint umschalten kann, hat mich wirklich überrascht – ich bin sehr zufrieden!“ Er setzte sich gegen Max Zellmer und Sebastian Schölzel (beide GSBV Halle) durch.
Anette Schulze vom GTSV Essen behauptete sich bei den Frauen vor der Bayerischen Meisterin Claudia Platzeck (GSV Bayreuth) und Katrin Hanke (GSV Landshut).
Alle Ergebnisse gibt es hier (Link).
Fotos: Martin Schönfelder und Theresa Grasskamp
MainCityTriathlon: Inklusion und Spitzenleistungen am Schweinfurter Baggersee
Breitensport, Paratriathlon, VeranstaltungenEs war die perfekte Bühne: Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Wettkampfbedingungen feierten rund 3.000 Athletinnen und Athleten sowie zahlreiche Zuschauer ein Fest der Inklusion und sportlichen Höchstleistungen bei der vierten Auflage des MainCityTriathlons, organisiert von der Abteilung Laufen-Triathlon der TG 48 Schweinfurt. Der Höhepunkt des sportlichen Wochenendes waren die DACH und Deutschen Meisterschaften im Para-Triathlon aber auch die Bayerische Meisterschaft über die Sprint Distanz.
Topstars und internationale Gäste
Nach dem Rennen in Altenkunstadt 2023, war Bayern bereits das zweite Mal Gastgeber der DACH-Meisterschaften. Ein großes Para Feld hatte sich in Schweinfurt versammelt – insgesamt waren 36 Sporlerinnen und Sportler in sechs Klassen angetreten. Auch Österreichier und Schweizer hatten die weite Anreise auf sich genommen. Besonders die bayerischen Para Athletinnen und Athleten ließen sich natürlich einen Start beim Heimspiel nicht nehmen und zeigten am Ende des Tages starke Leistungen: Valentin Hanzer (1. FCN Schwimmen) siegte in der Klasse PTS3 vor Max Gelhaar, Chris Kolbeck (TV Burglengenfeld) dominierte die Klasse PTS4, Julian Winter (Post SV Nürnberg) holte Gold in der PTVI. Bei den Frauen zeigte Sarah Steinke (Post SV Nürnberg)starke Leistung in der Klasse PTS5 und Paralympics-Starterin Anja Renner (1. FCN Schwimmen) gewann deutlich die PTVI.
Julian Winter und Tim Wolf
Dank an die Veranstalter
Ein großes Rennen mit Para und Special Olympics-Wertungen auszustatten ist zwar nicht so kompliziert, wie man sich vorstellen mag, es fordert dennoch Mut und Engagement. „Den Veranstaltern gebührt gerade dafür besonderer Dank“, drückt BTV Präsident Gerd Rucker aus. Die TG 48 Schweinfurt wurde für ihr Engagement im inklusiven Sport schon mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem zweiten Preis bei der Aktion „Zeichen setzen“ der Mediengruppe Main-Post und dem „Felix“-Sonderpreis der Stadt Schweinfurt.Diese Ehrungen unterstreichen die Vorreiterrolle des Vereins in der Förderung von Vielfalt und Teilhabe im Sport.
Zumal das Organisieren solch einer Großveranstaltung zunehmend mehr Engagement erfordert. Vor Ort war es in diesem Jahr besonders arbeitsaufwändig die vollgesperrte Radstrecke genehmig zu bekommen. Bis zuletzt war man mit den Behörden im Gespräch.
BM-Titel gehen nach Augsburg und Würzburg
Parallel wurden auch die Bayerischen Meisterschaften auf der Sprintdistanz ausgetragen. In der Gesamtwertung der Männer setzte sich Carl Sommer (SV Würzburg 05) souverän durch. Mit einer konstant starken Pace und einem kraftvollen Schlussspurt sicherte sich der Würzburger Athlet den ersten Platz in 57:06 Minuten. Knapp dahinter folgte der junge Lorenz Rumpel (Tuttlinger Sportfreunde), der als Vertreter der männlichen Jugend A mit 58:07 Minuten ein echtes Ausrufezeichen setzte. Auf Rang drei lief Sebastian Kern vom TV 1848 Erlangen (AK 35) ein, der mit 59:24 Minuten ebenfalls unter der Marke von einer Stunde blieb.
Magdalena Mayer
Bei den Frauen überzeugte Magdalena Mayer von der TG Viktoria Augsburg. Die Juniorin zeigte ein bemerkenswertes Rennen, in dem sie von Beginn an das Tempo bestimmte und mit einer Zeit von 1:05:32 Stunden die Frauenwertung für sich entschied.“Nach langen Fokus auf meine Abitur Prüfungen war mein großes Ziel für den Wettkampf einfach Spaß zu haben und ihn zu genießen“, berichtet sie. „Für meinen ersten Triathlon dieses Jahr waren meine Ambitionen tatsächlich eher niedrig und als Juniorin mit dem Sieg in der Damenwertung hatte ich auf keinen Fall gerechnet. Aber es macht mich unglaublich glücklich und zufrieden. Das Rennen verlief auch Dank der super Organisation sehr gut, und trotzdem nehme ich für mich natürlich Sachen mit, an denen ich gerne arbeiten möchte.“
Antonia Sommer (SV Würzburg 05) belegte mit 1:07:27 Stunden den zweiten Platz. Komplettiert wurde das Podium von Astrid Zunner (Twin Neumarkt, AK 50), die mit einer starken Zeit von 1:08:47 Stunden finishte.
Alle Ergebnisse inklusive der AK-Ergebnisse gibt es hier (Link).
Fotos: Tim Wolf und Julia Fankel
Triathlon Ingolstadt powered by BÜCHL: Uderstadt und Huckschlag triumphieren im Klenzepark
VeranstaltungenJana Uderstadt und Nils Huckschlag, die beide für den DSW 12 Darmstadt starten, haben das Eliterennen beim Audi Triathlon Ingolstadt powered by BÜCHL über die Mitteldistanz (1,9 km Schwimmen, 86 km Radfahren, 20 km Laufen) gewonnen und sich die 2.500 Euro Siegprämie gesichert. Huckschlag, im Vorjahr noch Zweiter, stellte die Weichen im abschließenden Lauf auf Siegkurs. Zuvor gab es mehrere Führungswechsel. Nach dem Schwimmen hatte wie erwartet Schwimmspezialist Lukasz Wojt das Feld angeführt. Die Soloflucht des Würzburgers war allerdings bald beendet und auf dem Rad setzten Laurin Wehrle (beste Radzeit: 1:56:32) vom AST Süßen, Niclas Ludwig (TSV Jahn Freising) und Huckschlag die Akzente.
„Nicht glauben, dass der Vorsprung reicht“
Nachdem Ludwig noch knapp vor Wehrle in die Laufschuhe wechselte, war anschließend Nils Huckschlag (Siegzeit: 3:38:20) trotz zwischenzeitlicher Beinkrämpfe nicht mehr zu halten. Mit der zweitbesten Laufzeit (1:12:44) verwies er Niclas Ludwig noch klar auf Rang zwei. „Siegessicher war ich mir allerdings erst auf der finalen Runde durch den Klenzepark. Ich versuche immer möglichst lange mental stabil zu bleiben und nicht vorab zu glauben, dass der Vorsprung reicht. Einfach weiterkämpfen und investieren war meine Devise,“ erklärte Nils Huckschlag im Ziel.
Während Laurin Wehrle bis auf Rang fünf zurückfiel, lief der Bamberger Felix Hentschel mit Laufbestzeit kurz vor dem Ziel noch an Alexander Richter (TSG 08 Roth) vorbei und auf den letzten freien Podiumsplatz.
Jana Uderstadt verliert ihre Kette
Jana Uderstadt kam zusammen mit der Jenaerin Carolin Meyer und der Schweizerin Alice Fritzsche aus dem Wasser. Anschließend kristallisierte sich ein Radduell zwischen Uderstadt und Meyer heraus. Durch einen Kettenabwurf von Uderstadt enteilte Meyer zwischenzeitlich, bevor beide doch wieder gemeinsam, nur um wenige Sekunden voneinander getrennt, die zweite Wechselzone erreichten. Jana Uderstadt gelang ein Blitzwechsel und schnappte sich so die alleinige Führung. Die 29-jährige gebürtige Wormserin, die sich Ende März mit Rang sechs beim Ironman Südafrika die Qualifikation für den Ironman Hawaii gesichert hatte, lief in 4:01:22 Stunden zum überlegenen Sieg vor Carolin Meyer (4:05:06). Dahinter sicherte sich die Schweizerin Olivia Keiser (4:15:04) mit der besten Laufzeit (1:15:52) Rang drei.
„Auf dem Rad habe ich mich anfangs nicht so gut gefühlt und dann hatte ich am Anstieg vor der Wende noch einen Kettenabwurf. Da war Caro (Meyer) dann erstmal weg. Ich musste ordentlich investieren, um die 40 Sekunden Rückstand wieder zuzufahren. Ich konnte dann die Battle um die Einfahrt in Richtung T2 für mich entscheiden. Mit einem sehr schnellen Wechsel ging ich in Führung und konnte den Vorsprung dann ausbauen“, resümierte die Siegerin Jana Uderstadt ihr Rennen.
Schwimmstart der Mitteldistanz
Lokalmatadorin jubelt auf der Olympischen Distanz
Über die Olympische Distanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen) setzte sich Jakob Schmaus (RSC Aichach 1977) durch. Die Entscheidung zum Sieg in 1:53:47 Stunden fiel auf der Laufstrecke, als Schmaus dem zweitplatzierten Tom Hohenadl (RSC Auto Brosch Kempten/1:54:44) die entscheidenden Meter abnehmen konnte. Rang drei sicherte sich wie im Vorjahr Hans-Jörg Stolz (Triathlon Grassau/1:57:30). In der Frauenkonkurrenz durfte die Lokalmatadorin Cornelia Griesche jubeln. Die Athletin des TSV Gaimersheim, die bereits 2023 in Ingolstadt über die Olympische Distanz triumphierte, siegte in 2:15:23 Stunden knapp vor der Österreicherin Yasmin Rieger (TRI-X-Kufstein/2:16:49) und der Vorjahressiegerin Sina Böhne (Innsbruck/2:17:09).
Auf der Sprintdistanz (0,75 km Schwimmen, 20 km Radfahren, 5 km Laufen) sorgten Philipp Meyer (1:00:18) und Maximilian Lippert (1:02:53) für einen Doppelsieg für die TG Victoria Augsburg. Dennis Born (Endurance Unlimited/1:06:50) komplettierte das Podium.Bei den Frauen stürmte die Juniorenathletin Franka Fleckenstein vom ESV Gemünden dank der besten Laufzeit in 1:11:49 Stunden zum Sieg. Mit nur gut 40 Sekunden Rückstand folgte Johanna Schubert (TSV Gaimersheim/1:12:33) auf Rang zwei. Die Jugend A-Athletin Katharina Lorenz (TSG 08 Roth/1:13:36) wurde Dritte.
Wetterglück in Ingolstadt – 750 Helfer für die 2.200 Teilnehmenden
Nachdem während der Rennen der Himmel über Ingolstadt noch wechselnd bewölkt war und es zeitweise auch leicht regnete, war zu den stimmungsvollen Siegerehrungen auf der Klenzepark-Wiese strahlender Sonnenschein angesagt. Entsprechend positiv fiel auch das Fazit von Rennorganisator Gerhard Budy aus: „Wir hatten großes Glück mit dem Wetter. Die Prognose mit dem Starkregen und Gewitter ist nicht eingetroffen. Die Temperaturen waren ideal. Das Wasser im Baggersee hatte 21 Grad und die Außentemperatur war perfekt. Es kam zwar etwas Regen auf, aber ab 13 Uhr hat die Sonne wieder gestrahlt. Es war sehr schön, dass dann noch so viele Athletinnen und Athleten bei den Siegerehrungen anwesend waren. Unser großer Dank gilt unserem super Helferteam, ohne die so ein Tag wie heute nicht möglich wäre. 750 Personen waren im Einsatz. Von unseren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern aus den Vereinen, bis zu den Ordnungs- und Rettungskräften der Polizei, der Feuerwehren, dem BRK und der Wasserwacht.“
Nächstes Jahr am 14. Juni
Bekannt ist auch schon der nächste Austragungstermin. Der Audi Triathlon Ingolstadt powered by BÜCHL findet am 14. Juni 2026 statt.
Text und Bild: Audi Triathlon Ingolstadt powered by BÜCHL
„Tour the Berlin – Die Wahnsinntour“: Zwei Männer, ein Ziel
Allgemein, BreitensportWas passiert, wenn ein austrainierter Triathlet und ein überzeugter Schreibtischtäter sich gemeinsam auf eine außergewöhnliche Reise begeben? Richtig: Es wird spannend – und dient einem guten Zweck. Aus einer spontanen zweier Menschen entstand eine Challenge, wie sie verrückter kaum sein könnte: Ingo, passionierter bayerischer Triathlet mit unzähligen Kilometern in den Beinen, trifft auf Frank, Anwalt und bekennender Bürostuhlakrobat. Zwei Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Nun vereint sie ein Ziel: Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen zu helfen.
Von Bayern bis in die Hauptstadt mit dem Rad
Um das zu schaffen, begaben die beiden sich auf eine Spendenfahrt. Die Strecke ist ebenso ambitioniert wie symbolträchtig: Von Waakirchen in Oberbayern geht es in sieben Tagen über 640 Kilometer und rund 4.500 Höhenmeter bis nach Berlin. Die „Tour the Berlin – Die Wahnsinntour“ ist dabei weit mehr als ein sportliches Abenteuer. Sie ist ein Statement für Zusammenhalt, Mut, Durchhaltevermögen und für soziales Engagement.
Spenden für den guten Zweck: jeder Kilometer zählt
Unterstützt wird die Aktion durch eine eigens eingerichtete Website: https://wahnsinn.raser-anwalt.de/
Hier kann jeder, der die beiden auf ihrem Weg unterstützen möchte, spenden – transparent, unkompliziert und mit Einblick in das Spendenziel. Auch auf Facebook unter „Tour the Berlin – die Wahnsinntour“ wird regelmäßig über den aktuellen Stand der Tour berichtet.
Die gesammelten Gelder kommen Einrichtungen zugute, die sich für Kinder und Jugendliche einsetzen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Jeder gespendete Euro hilft – und macht die Mühen auf dem Rad doppelt wertvoll. „Wir wollten raus aus der Komfortzone – und rein in ein Abenteuer, das nicht nur uns verändert, sondern vielleicht auch ein klein wenig die Welt“, sagt Frank. Und Ingo ergänzt: „Es geht nicht darum, wer fitter ist. Es geht darum, gemeinsam etwas zu bewegen.“
Fotos: private Aufnahmen
BTV-Nachwuchs überzeugt beim Europe Triathlon Junior Cup in Olsztyn
LeistungssportAm 24. Mai 2025 gingen vier Nachwuchsathletinnen und -athleten des Bayerischen Triathlon-Verbands beim Europe Triathlon Junior Cup im polnischen Olsztyn an den Start. Die Veranstaltung bot eine anspruchsvolle Bühne: Bei kühlen Außentemperaturen und kaltem Wasser war insbesondere das Schwimmen eine mentale und körperliche Herausforderung.
Das Männerrennen gewann um Haaresbreite der Schweizer Thibault Rivier. Doch schon eine Sekunde dahinter folgte BTV-Sportler Luis Rühl. Hinter ihm komplettierte der Pole Jakub Suchan das Podium.
„Ich bin ohne große Erwartungen angereist“, gibt Luis Rühl zu. „Für mich war es vor allem ein weiterer Wettkampf zur Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft und eine gute Gelegenheit, internationale Erfahrung zu sammeln. Aber die Location war richtig cool: Schwimmen im eiskalten See mit nur 14,4 Grad, eine anspruchsvolle Radstrecke mit einem Berg und einem technischen Abschnitt durch die Wechselzone, und auch beim Laufen ging’s nochmal den Berg rauf. Ich kam als Achter aus dem Wasser, konnte durch einen schnellen Wechsel in die erste Radgruppe springen und dort viel Tempoarbeit machen. Nach einem guten zweiten Wechsel bin ich als Erster auf die Laufstrecke gegangen und konnte bis zum Ziel vorne mitlaufen. Am Ende wurde es Platz zwei – damit bin ich super zufrieden, vor allem weil ich ohne Erwartungen ins Rennen gegangen bin.“
Das Ergebnis des Frauenrennens ließt sich ähnlich: Die Schweizerin Anouk Danna siegt dort eindeutig vor Carlotta Bülck und der Polin Hanna Foltyniewicz.
Charlotta Bülck
Carlotta Bülck berichtet zufrieden von ihrem anspruchsvollen Rennen: „Ich denke, wir sind alle mit der Erwartung angereist, dass wir internationale Rennerfahrung sammeln. Das war auch mit dem Bundestrainer so abgesprochen. Dass es dann so gut wurde, ist aber natürlich umso schöner! Die Location war toll, die Strecke fand ich persönlich ganz cool. Der See war aber mit 13 Grad sehr, sehr kalt. Trotzdem: Mit meinem Rennen bin sehr zufrieden, es verlief sehr gut, auch, wenn ich mir das ein oder andere anders gewünscht hätte. Zum Beispiel waren wir eine relativ große Radgruppe und haben versucht, ein bisschen wegzufahren, aber das hat nicht ganz geklappt. Am Ende lief es dann auf eine Laufentscheidung hinaus. Aber das hat ja dann gut geklappt.“
Auch Sarah Walter zeigte mit Platz vier eine beeindruckende Leistung. Trotz einer späten Startplatz-Zuteilung gelang es ihr, sich in die erste Radgruppe einzureihen. Beim abschließenden Lauf musste sie lediglich die spätere Drittplatzierte aus Polen ziehen lassen. Sarah resümiert: „Ich habe mich sehr auf das Wochenende gefreut, da es für mich schon großartig war, überhaupt dabei sein zu dürfen. Die Location war sehr schön. Ich war sehr aufgeregt, da ich seit zwei Jahren kein internationales Rennen mehr gestartet bin. Obwohl ich als drittletzte aufgerufen wurde und somit keine große Startplatz-Auswahl mehr hatte, bin ich trotzdem gut weggekommen und habe es in die erste Radgruppe geschafft. Das Laufen hat sich sehr gut angefühlt, auch wenn ich die halb so große Drittplatzierte aus Polen am Berg ziehen lassen musste. Ich bin sehr zufrieden mit dem Rennen und freue mich auf die kommenden!“
Alle Ergebnisse des Rennens sind hier zu finden (Link).
Fotos: private Aufnahme/ DTU; Winnie Penno
Gold für Valentin Hanzer beim World Triathlon Para Cup in Samarkand
ParatriathlonAm 24. Mai 2025 triumphierte der bayerische Para-Triathlet Valentin Hanzer beim World Triathlon Para Cup in Samarkand, Usbekistan, und sicherte sich die Goldmedaille. Trotz herausfordernder Bedingungen mit Temperaturen um die 30 Grad Celsius und böigem Wind zeigte Hanzer eine beeindruckende Leistung. Bereits beim Schwimmen setzte Hanzer ein Ausrufezeichen und verließ das Wasser als Erster. Auf der 20 Kilometer langen Radstrecke musste er jedoch den ehemaligen Weltmeister Viktor Chebotarev passieren lassen, der ihm rund 30 Sekunden abnahm. Doch Hanzer bewies Kampfgeist: Nach nur zwei Kilometern auf der Laufstrecke holte er Chebotarev wieder ein und übernahm die Führung. Mit einem starken Finish sicherte er sich schließlich den Sieg.
Mit diesem Erfolg verbessert sich Hanzer in der Weltrangliste auf Platz 11. Zuvor hatte er bereits beim Saisonauftakt in Abu Dhabi im Februar 2025 den zweiten Platz belegt, hinter dem Briten Ryan Taylor.
Valentin Hanzer, der im Oktober 2024 seine Para-Weltcup-Premiere im portugiesischen Alhandra mit einem Sieg feierte, etabliert sich damit weiter in der internationalen Spitze der PTS3-Klasse. Seine kontinuierlichen Top-Leistungen machen ihn zu einem ernstzunehmenden Kandidaten für weitere internationale Rennen. Der World Triathlon Para Cup in Samarkand war Teil einer Serie von internationalen Wettkämpfen, die Athleten aus aller Welt die Möglichkeit bieten, sich auf höchstem Niveau zu messen und wichtige Punkte für die Weltrangliste zu sammeln.
Hanzer selbst zeigte sich nach dem Rennen zufrieden: „Obwohl die Bedingungen nicht einfach waren, konnte ich meine Strategie umsetzen und bin stolz auf meine Leistung. Es motiviert mich, weiter hart zu arbeiten und mich auf die nächsten Herausforderungen vorzubereiten.“
Erfolgreiche Schwimmsichtung im Langwasser Bad Nürnberg: Ein gelungener Tag für den Nachwuchssport
JugendsportNürnberg – Strahlende Gesichter, engagierte Trainer und viele talentierte Kinder: Die Schwimmsichtung im Langwasser Bad Nürnberg am Donnerstag, dem 29. Mai war ein voller Erfolg. 61 Kinder im Alter von 5 bis 10 Jahren hatten die Gelegenheit, ihr können im Wasser unter Beweis zu stellen und wurden dabei von einem bestens organisierten Team unterstützt. Veranstaltet wurde die Sichtung in enger Zusammenarbeit zwischen dem Bayerischen Triathlon-Verband und dem Bayerischen Schwimmverband. Gemeinsam mit einem engagierten Trainerteam und zahlreichen Helferinnen und Helfern wurde ein reibungsloser Ablauf sichergestellt . Die Veranstaltung bot den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht nur erste Einblicke in den leistungsorientierten Schwimmsport sondern auch jede Menge Spaß und Motivation.
Starke Kooperation zwischen Bayerischem Triathlon-Verband und Bayerischem Schwimmverband
Die Zusammenarbeit der beiden Verbände war in dieser Form ein Novum und hat sich gleich gelohnt: Die Sichtung zeigte, wie Nachwuchsförderung sportartenübergreifend funktionieren kann. Auch die Eltern waren begeistert, denn die Mischung aus professioneller Struktur und kindgerechtem Zugang war an diesem Tag perfekt abgestimmt.
Neben Technikübungen und kleinen Wettkampfformaten stand vor allem die Freude an der Bewegung im Wasser im Vordergrund. Gleichzeitig konnten die Trainer vielversprechende kleine Talente sichten, die künftig gezielt gefördert werden sollen- sei es im Triathlon oder im Schwimmsport. „Solche Sichtungen sind ein wichtiger Bestandteil der Nachwuchsarbeit. Gerade in den jungen Altersklassen ist es wichtig, Freude am Sport zu wecken und gleichzeitig gezielt Kinder zu fördern, die besondere Fähigkeiten mitbringen“, sind sich die Verantwortlichen beider Verbände einig.
Mit Blick auf die Zukunft soll die Zusammenarbeit deshalb auch weiter intensiviert werden, um möglichst vielen Kindern einen erfolgreichen und freudvollen Einstieg in den Schwimm- und Triathlonsport zu ermöglichen. Denn: „Wenn alle an einem Strang ziehen, profitieren vor allem die Kinder- und damit die Zukunft des Sports“, lautete das Fazit.
Text & Bild: Christiane Brandner