Para Triathlon ist eine der jüngsten Sportarten für Menschen mit Behinderung. In insgesamt sechs Klassen, je nach Art ihrer Behinderung, geht es auch für Parasportlerinnen und Parasportler darum, Schwimmen, Radfahren und Laufen bestmöglich zu kombinieren. In diversen Wettkampfformaten wird den Besonderheiten Rechnung getragen.

Die deutschen Para Triathletinnen und Para Triathleten haben bei den World Triathlon Championship Finals im spanischen Pontevedra zwei Medaillen gewonnen. Anja Renner und Guide Maria Paulig erkämpften sich in der Klasse PTVI Bronze. Martin Schulz sicherte sich in der Klasse PTS5 die Silbermedaille und verpasste seinen fünften Weltmeistertitel nur knapp. Valentin Hanzer fehlten als Vierter der Klasse PTS3 lediglich drei Sekunden zu einem weiteren Podiumsplatz.

Nach einem verhaltenen Schwimmen hatte sich Anja Renner mit ihrer Guidin Maria Paulig auf dem Rad und vor allem beim Laufen kontinuierlich nach vornegearbeitet und den Rückstand auf die Konkurrenz Schritt für Schritt verkürzt. Nach 1:09:44 Stunden wurde die 40-Jährige mit der Bronzemedaille belohnt. Damit wiederholte das deutsche Duo den Podestplatz, den es bereits im Vorjahr bei den WM-Finals im australischen Wollongong erreicht hatte. „Mit dem Resultat können wir mehr als zufrieden sein, vor allem weil ich heute keinen so guten Tag hatte. Das hat man schon beim Schwimmen gemerkt. Das war so lala. Ich war am Ende echt erleichtert, weil ich nicht damit gerechnet habe, dass es noch für den dritten Platz reichen würde“, sagte Renner im Zielinterview.

Gold gewann erneut die Spanierin Susana Rodriguez (B1) in 1:06:37 Stunden. Aufgrund ihrer Klassifizierung als vollständig sehbehinderte Athletin ging die Lokalmatadorin mit einem Zeitkompensationsvorsprung von 3:21 Minuten auf die Athletinnen der Klassen B2 und B3 ins Rennen. Silber sicherte sich die Italienerin Francesca Tarantello (B3), die wie Renner als moderat sehbehindert eingestuft ist und nach 1:08:30 Stunden das Ziel erreichte.

Hanzer fehlen drei Sekunden zum Podium

In der Klasse PTS3 hat Valentin Hanzer bei seiner zweiten Para Triathlon-Weltmeisterschaft das Podium nur knapp verpasst. Der Münchner lag nach dem Schwimmen und zu Beginn der Radstrecke noch in Schlagdistanz zu den Medaillenrängen, verlor auf dem schnellen Radkurs jedoch zwischenzeitlich etwas Boden.

Auf den abschließenden drei Laufrunden kämpfte sich Hanzer noch einmal zurück und verkürzte den Rückstand auf die Konkurrenz deutlich. Nach 1:10:16 Stunden überquerte der WM-Sechste des Vorjahres die Ziellinie auf Rang vier. Zum Bronzerang des Griechen Stylianos Malakopoulos (1:10:13 Stunden) fehlten ihm lediglich drei Sekunden. Den Weltmeistertitel sicherte sich der Brite Henry Urand in 1:07:17 Stunden.

In der Klasse PTS2 belegte Neele Ludwig beim Sieg der US-Amerikanerin Hailey Danz (1:19:37) nach 1:32:50 Stunden Rang sieben und komplettierte damit das deutsche Ergebnis bei den Para Weltmeisterschaften.

Foto:  DTU/ Nils Arnecke

Am Ende wurde es erneut Silber: Michelle Wagner und ihr Guide Delia Blaess haben beim Weltcup in Alhandra den Sprung aufs Podium geschafft. Für Wagner war es damit bereits die dritte Silbermedaille bei einem Weltcup-Rennen. In Tata im Juli 2026 und zuvor in Alanya im Oktober 2025 hatte sie ebenfalls Rang zwei erreicht.

Nach dem Schwimmen lag das Duo bereits auf Rang zwei. Auf der Radstrecke blieb der Abstand zur Spitze überschaubar und auch beim abschließenden Lauf konnten Wagner und Blaess die Position halten. Nach 1:15:14 Stunden war dann die Silbermedaille gesichert. An der Spitze setzte sich Francesca Tarantello durch. Die Italienerin gewann die PTVI-Klasse in 1:02:57 Stunden. Hinter Wagner und Blaess belegte die Schwedin Emelie Lindeborg in 1:39:45 Stunden den dritten Platz.

Für Wagner begann der Wettkampf allerdings bereits am Vortag mit einer besonderen Herausforderung: „Für mich ist es am Tag vor dem Rennen besonders wertvoll, an den offiziellen Streckenbesichtigungen teilzunehmen. Dabei versuche ich, mir den Rennkurs so gut wie möglich einzuprägen. Das Testschwimmen im Tagus stellte mich wegen der für mich ungewohnten und starken Strömung zunächst vor eine Herausforderung. Umso zufriedener war ich im Wettkampf, dass ich die Schwimmstrecke souverän bewältigen konnte.“

Nach dem Schwimmen warteten 19 wellige Radkilometer mit Anstiegen und Abfahrten, bevor es auf die Laufstrecke ging. Dort wurde der Wettkampf bei Temperaturen von rund 39 Grad zur härtesten Prüfung. „Am härtesten war für mich aber definitiv das Laufen. Bei rund 39 Grad wurde es zu einer echten Hitzeschlacht – gefühlt wie ein Lauf durch die Wüste. Unter diesen schwierigen Temperaturbedingungen bin ich mit meiner Leistung insgesamt sehr zufrieden.“ Einen besonderen Anteil am erneuten Podiumsplatz hat für Wagner ihre Guide Delia Blaess. „Besonders bedanken möchte ich mich bei meiner Guide Delia Blaess, die mich während des gesamten Wettkampfs gepusht und immer wieder positiv bestärkt hat.“

Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt dem Duo nicht. Ende Oktober steht mit dem Para-Weltcup in Alanya in der Türkei bereits das nächste gemeinsame Rennen auf dem Programm. „Unser Ziel bleibt, die Leistung Schritt für Schritt zu verbessern und weiter wertvolle Rennerfahrung zu sammeln.“

Fotos: private Aufnahmen

Mit der World Triathlon Para Series (WTPS) machte am Wochenende erstmals die höchste internationale Rennserie im Para Triathlon Station in Deutschland. Bei dem Rennen beim World Triathlon Hamburg gingen auch zwei Athletinnen und Athleten aus Bayern an den Start. Zu Buche standen am Ende ein Podestplatz für Anja Renner und Guide Maria Paulig und eine weitere Top-Fünf-Platzierung für Valentin Hanzer.

Gemeinsam mit ihrer Guide Maria Paulig belegte Anja Renner in der Klasse der sehbeeinträchtigten Athletinnen (PTVI) den zweiten Platz. In 1:05:06 Stunden mussten sich die beiden lediglich der Spanierin Susana Rodriguez geschlagen geben. Damit stand Renner nach ihrem zweiten Platz in Montreal erneut auf dem Podium der World Triathlon Para Series und schloss die diesjährige Rennserie mit einem weiteren starken Ergebnis ab.

Im Ziel zeigte sich die Bayerin entsprechend zufrieden. Vor allem mit Blick auf die unterschiedlichen Startklassen ordnete sie das Rennen so ein: „Ich bin sehr zufrieden. Platz eins ist immer schwer zu erreichen aufgrund der „Compensation Time“ der B1-Athleten. Wir starten 3:21 Minuten hinter den B1-Athleten. Das auf der Sprintdistanz aufzuholen, da muss vorne schon ordentlich was schiefgehen. Im B2-B3-Feld waren wir die Schnellsten. Das ist das Minimalziel, was wir erreichen konnten. Ich bin megastolz, dass wir das geschafft haben.“

Für Valentin Hanzer endete das Rennen in der Klasse PTS3 auf Rang fünf. Der Bayer erreichte nach 1:08:02 Stunden das Ziel und sammelte damit weitere wichtige internationale Erfahrung. Erst Ende Juni war ihm in Montreal mit Platz drei in der World Triathlon Para Series ein beachtliches Ergebnis gelungengelungen.

Den deutschen Tag prägte außerdem Martin Schulz. Der zweimalige Paralympics-Sieger gewann die Konkurrenz der Klasse PTS5 in 57:39 Minuten und sicherte dem deutschen Team den einzigen Sieg beim Heimrennen. Insgesamt erreichte das sechsköpfige Aufgebot der Deutschen Triathlon Union zwei Podestplätze.

Mit dem Rennen in Hamburg ging zugleich die diesjährige World Triathlon Para Series zu Ende. Für Renner und Hanzer richtet sich der Blick nun auf die weiteren internationalen Höhepunkte der Saison, allen voran die Weltmeisterschaften im spanischen Pontevedra im September.

Foto: private Aufnahme

Was passiert, wenn aus Fremden ein Team wird? Wenn Geschwindigkeit und Können keine Rolle spielt, dafür gegenseitige Unterstützung umso mehr? Der inklusive TriDay in Hilpoltstein hat gezeigt, wie Sport Menschen verbindet und Inklusion ganz selbstverständlich erlebbar macht.

Eine Kooperation des Bildungsbüros des Landkreises Roth mit dem Bayerischen Triathlon-Verband, der Realschule Hilpoltstein und Regens Wagner machte es möglich: Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung kamen in Hilpoltstein zusammen. Es war ein Dienstagmorgen, im Stadtbad herrschte die Ruhe eines bedeckten, aber durchaus schönen Sommertages. Unter denen, die sich im Eingangsbereich versammelten waren zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Regens-Wagner-Einrichtung Zell sowie die Mountainbikeklasse der Anton-Seitz-Schule Hilpoltstein, aber auch Gäste.

Bald schon war die Morgenruhe im Freibad vorbei. Die Kinder und Jugendlichen waren doch etwas aufgeregt, genossen den etwas anderen Schulmorgen und selbstverständlich stieg der Lärmpegel. Nur einen Teil der Teilnehmenden störte das. Der andere Teil hatte für das Schwimmen die oft vorhandenen Hörimplantate bereits trocken verstaut und wurde von da an mit Gebärden über den Ablauf informiert.

Zunächst wurden die Realschülerinnen und Schüler mit den Teilnehmenden von Regens Wagner und den Gästen in Zweier- oder auch mal Dreierteams eingeteilt. In diesen gemischten Teams sollten die drei Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen gemeistert werden. Gemeinsam und immer mit dem Ziel, aufeinander zu achten.

Dabei ging es nicht um Bestzeiten oder Wettkampf. Viel wichtiger war, sich kennenzulernen, Vertrauen aufzubauen und die Stärken jedes Einzelnen einzubringen. Zusammen entscheiden, gegenseitig motivieren, Rücksicht nehmen und Erfolge teilen – genau diese Erfahrungen machten den TriDay zu etwas Besonderem.

„Inklusion gelingt dort, wo Menschen sich begegnen und gemeinsam aktiv werden. Der TriDay schafft genau diesen Raum. Hier erleben Kinder und Jugendliche, dass Unterschiedlichkeit kein Hindernis ist, sondern eine Bereicherung für das Miteinander“, sagt Bildungskoordinatorin Christine Waitz.

Ob auf dem Fahrrad, dem Roller oder dem Kettkart – jede und jeder fand den passenden Weg, um Teil des Teams zu sein. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch David Matheisl mit der Mountainbikeklasse der Realschule Hilpoltstein, vom TV Hilpoltstein, dem Bayerischen Triathlon-Verband mit Thomas Burger und Team und dem Team von Regens Wagner mit Ines Kretschmer. Ihr Engagement trug dazu bei, dass alle Teilnehmenden die Freude an der Bewegung und am gemeinsamen Erleben in den Mittelpunkt stellen konnten.

Wie schnell Inklusion dann klappen kann, zeigte sich ganz am Ende der Veranstaltung am Mittag. Fast noch wäre die Stimmung gekippt, als die Schülerinnen und Schüler bemerkten, dass sie die Gelegenheit verpasst hatten, sich von „ihren“ Partnern zu verabschieden. Kurzerhand hielten die Busse von Regens Wagner nochmals am Sammelpunkt der Realschüler, um auch den Abschied noch zelebrieren zu können.

Die Veranstaltung wurde unterstützt durch den BVS Bayern, den Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband, sowie das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales.“

Blick in ein Freibad mit Kindern

Der inklusive Schüler-Triathlon in Kelheim hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einer echten Erfolgsgveranstaltung entwickelt. Bei der zweiten Auflage verwandelten rund 240 Kinder und Jugendliche das Gelände rund um das Stadion am Rennweg und das Keldorado in eine große Triathlonarena. Damit konnte die Teilnehmerzahl gegenüber der Premiere im vergangenen Jahr deutlich gesteigert werden.

Organisiert wurde die Veranstaltung von den Schülerinnen und Schülern des P-Seminars der 11. Jahrgangsstufe des Donau-Gymnasiums Kelheim. Mit viel Engagement und Liebe zum Detail sorgten sie dafür, dass vom Check-in über die Wettkämpfe bis hin zur Siegerehrung alles reibungslos funktionierte. Unterstützt wurden sie dabei von zahlreichen Helferinnen und Helfern sowie vielen Partnern aus der Region.

Der inklusive Gedanke war dabei an jeder Stelle spürbar. Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung gingen gemeinsam an den Start und zeigten eindrucksvoll, wie selbstverständlich Sport Menschen verbindet. Ergänzt wurde der Wettkampf durch zahlreiche Mitmachangebote, bei denen die Teilnehmenden unter anderem Blindenbaseball ausprobieren oder einen Rollstuhlparcours absolvieren konnten. So wurde Inklusion nicht nur thematisiert, sondern aktiv erlebt. Für einen besonderen Auftakt sorgte Simon Henseleit. Der U23-Triathlon-Weltmeister von 2022, der inzwischen beim BTV als Trainer arbeitet, brachte die jungen Athletinnen und Athleten beim gemeinsamen Warm-up auf Betriebstemperatur.

Dabei was schon am frühen Vormittag die Vorfreude überall spürbar. Im Schwimmbecken wurden die letzten Bahnen gezogen, auf der Radstrecke herrschte reges Treiben und entlang der Laufstrecke feuerten Betreuerinnen, Betreuer und Zuschauer den Nachwuchs lautstark an. Ob als Einzelstarterin oder Einzelstarter oder gemeinsam im Team – im Mittelpunkt standen nicht Bestzeiten, sondern die Freude an der Bewegung, der Teamgeist und das gemeinsame Erlebnis. Natürlich wurden bei der abschließenden Siegerehrung auch die schnellsten Einzelstarterinnen und Einzelstarter sowie die erfolgreichsten Teams ausgezeichnet. Medaillen gab es für die Siegerinnen und Sieger der verschiedenen Alters- und Wertungsklassen. Den passenden Rahmen gestaltete die Tanzgruppe des Cabrini-Zentrums Offenstetten mit einer mitreißenden Aufführung.

Nach dem großen Zuspruch dürfte deshalb schon jetzt klar sein: Die dritte Auflage des inklusiven Schüler-Triathlons in Kelheim ist schon gesetzt.

Mit Rückenwind von den Europameisterschaften und ihrem ersten Start in der diesjährigen Serie überzeugte das deutsche Para Duo Anja Renner und Valentin Hanzer beim Stopp der World Triathlon Para Series (WTPS) im kanadischen Montreal.

Anja Renner (PTVI) sicherte sich beim dritten Rennen der Para Serie gemeinsam mit Guide Maria Paulig die Silbermedaille. In einer Zeit von 1:05:51 Stunden zeigte das Duo ein starkes Rennen: Nach Platz vier im Schwimmen arbeiteten sich Renner und Paulig insbesondere auf dem Rad entscheidend nach vorne und wurden wie im Vorjahr Zweite. Den Sieg in der Klasse PTVI sicherte sich Susana Rodriguez (Spanien) in 1:03:48 Stunden. Platz drei ging an die US-Amerikanerin McClain Hermes (1:06:07).

Valentin Hanzer (PTS3) überzeugte bei seinem ersten Auftritt in Montreal ebenfalls: Souverän wurde der Perspektivkader-Athlet in seiner Klasse Dritter (1:08:07). In der PTS3-Konkurrenz stand Hanzer gemeinsam mit dem Franzosen Cedric Denuziere (1:06:42), der das Rennen gewann, sowie dem Griechen Stylianos Malakopoulos (1:07:34) auf dem Podium.

Foto: Julia Fankel

Bei den Para-Triathlon-Europameisterschaften im spanischen Tarragona hat sich der bayerische Para-Triathlet Valentin Hanzer mit einer starken Vorstellung die Bronzemedaille gesichert. In einem Rennen, das bis zur Ziellinie von engen Abständen und spannenden Positionskämpfen geprägt war, bewies der Deutsche, der erst seit kurzem im internationalen Triathlon unterwegs ist, Klasse. Für eine weitere deutsche Bronzemedaille sorgte Anja Renner gemeinsam mit ihrer Guide Maria Paulig in der Klasse PTVI.

Bei hochsommerlichen Bedingungen präsentierte sich Hanzer über die gesamte Renndistanz auf Augenhöhe mit der europäischen Spitze. Nach 750 Metern Schwimmen, 20 Kilometern Radfahren und fünf Kilometern Laufen stoppte die Uhr für den Bayern nach 1:06:52 Stunden. Damit sicherte er sich hinter dem Briten Henry Urand (1:05:55 Stunden) und dem Spanier Daniel Molina (1:06:09 Stunden) den dritten Platz. Besonders bemerkenswert: Das Rennen blieb von Beginn an offen und umkämpft, sodass jede Disziplin über die Medaillenvergabe entschied. Umso größer war die Zufriedenheit bei Hanzer im Ziel: „Das war das erste Rennen, das richtig Bock gemacht hat, weil alle sehr eng beisammen waren.“

Renner trotz Verletzung auf Podest

Die Paralympics-Dritte von Paris 2024 trotzte den schwierigen Bedingungen in Tarragona und erreichte nach 1:08:23 Stunden den dritten Rang. Besonders bemerkenswert: Renner war angeschlagen in die Europameisterschaft gereist, nachdem sie sich kurz vor der Abreise einen Kapselabriss am Zeh zugezogen hatte. „Wir haben ein gutes Resultat erzielt. Wir können stolz auf uns sein“, sagte Renner der DTU nach dem Rennen. „Es war wirklich sehr heiß, aber Maria hat einen guten Job gemacht, ich musste mich nur an sie halten. Beim Laufen habe ich allerdings gut gelitten.“

Im Nachgang des Rennens haben wir uns mit Newcomer Valentin Hanzer unterhalten.

Valentin Hanzer

Hallo Valentin,
Du hast gesagt, dass es das erste Rennen war, das „richtig Bock gemacht hat“. Was hat dieses Rennen für dich so besonders gemacht?

Die Leistungsdichte war extrem hoch, fast alle Athleten aus meiner Startklasse waren auch im Oktober bei der WM dabei. Diesmal konnte ich beim Radfahren länger an der Spitzengruppe dranbleiben und somit auf einer guten Position in den Lauf starten. Es hat besonders Spaß gemacht, die Gegner sowohl auf der Rad als auch auf der Laufstrecke sehen zu können. Das hat mich unheimlich motiviert und am Ende dazu geführt, dass ich mich beim Laufen auf den letzten drei Kilometern von Platz 5 auf Platz 3 vorarbeiten konnte.

Wenn du auf deine Entwicklung der vergangenen Monate blickst: Was hat dich auf dieses Niveau gebracht?

Auf jeden Fall die mentale Arbeit und die Stärkung des Mindsets. Ich habe in keiner der Disziplinen riesige Sprünge gemacht, aber meine beste Leistung in dieser Weise im Wettkampf abrufen zu können, hat am Ende zu diesem Ergebnis geführt.

Was planst du für deinen weiteren Saisonverlauf?

Jetzt heißt es Kopf nach vorne und voller Fokus. Die Saison ist noch lang und die nächsten Wochen werden nicht einfach: Am 27.06. steht das World Triathlon Para Series Rennen in Montreal, Kanada, an und zwei Wochen danach schon das World Triathlon Para Series Rennen in Hamburg. Ich hoffe, dass ich hier weiterhin Punkte sammeln kann, um mir somit den Traum der WM-Quali auch dieses Jahr erfüllen zu können.

Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg!

Am Montagmittag rollte ein auffällig sportlichesRad in  das Haus der Kunden der Sparkasse Nürnberg am Lorenzer Platz. Zwei Athleten des Bayerischen Triathlon-Verbandes begleiteten diese etwas andere Tour: Para-Triathlet Julian Winter und Para-Triathletin Michelle Wagner präsentierten in der Hauptstelle des Kreditinstituts ein Renn-Tandem, das künftig für Training und Wettkampf im Para-Triathlon eingesetzt wird.

Beide starten in der Klasse PTVI für blinde und sehbehinderte Sportler und sind dabei auf ihre Guides angewiesen. Im Wettkampf sitzen sie gemeinsam mit ihren Begleitpersonen auf dem Tandem — ein Sportgerät, das im Para-Triathlon unverzichtbar, gleichzeitig aber kostenintensiv ist. Möglich gemacht wurde die Anschaffung des speziellen Rades durch die Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg, die den Kauf mit 10.000 Euro unterstützt hat. Dr. Michael Kläver, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Nürnbergließ sich von den Para-Athleten und Thomas Burger, Vizepräsident Leistungssport des Bayerischen Triathlon-Verbandes die Besonderheiten des Sportgefährts erklären Zum Beispiel hat das Tandem verstärkte Bremsscheiben, um das Gewicht von zwei Fahrern abbremsen zu können.

Für den BTV ist das Rad weit mehr als nur neues Material. Denn gerade im Para-Sport entscheiden geeignete Trainingsmöglichkeiten oft darüber, ob sportliche Entwicklung überhaupt möglich wird. Tandems in wettkampftauglicher Ausstattung sind teuer, zugleich aber unverzichtbar für sehbehinderte und blinde Athleten.

Wie wichtig leistungsfähiges Material ist, zeigte sich erst tags zuvor bei den D-A-CH-Meisterschaften und den Bayerischen Meisterschaften im Para Sprint beim MainCityTriathlon Schweinfurt. Bereits zum dritten Mal war Bayern Gastgeber der internationalen Meisterschaften. Aus bayerischer Sicht verlief das Wochenende äußerst erfolgreich. In der Klasse PTVI erzielte Julian Winter vom Post SV Nürnberg gemeinsam mit Guide Tim die schnellste Zeit des Tages und gewann seine Klasse souverän. Michelle Wagner, begleitet von Guide Delia Bleass, holte ebenfalls Gold.

Konkurrenzfähig dank idealem Setup

Julian Winter und Michelle Wagner freuen sich über das neue Tandem

Entsprechend groß war die Freude über das neue Tandem in Nürnberg. Julian Winter zeigte sich besonders begeistert von den technischen Details: „Das neue Tandem ist super. Besonders gefällt mir die maßangefertigte Geometrie und das große Kettenblatt“, erklärte er bei der Übergabe. Das verlängerte Oberrohr ermögliche dem Piloten eine aerodynamischere Position, das Kettenblatt sei auf die hohen Geschwindigkeiten im Tandemsport ausgelegt. „Dadurch werden die Einstiegshürden in den Parasport erheblich reduziert und wir können uns auch international mit konkurrenzfähigem Material mit anderen Tandemteams messen.“

Auch für Michelle Wagner bedeutet die Unterstützung deutlich mehr als nur bessere Trainingsbedingungen. „Der Sport ist ein wichtiger Bestandteil in meinem Alltag“, sagte sie. „Hier habe ich den perfekten Ausgleich zu meiner Arbeit im Büro.“ Gleichzeitig werde so ein Raum geschaffen, in dem nicht die Einschränkung im Mittelpunkt stehe, sondern die eigene Leistung. Die materielle Unterstützung sei deshalb enorm wertvoll: „Dadurch habe ich die Möglichkeit, Trainings, Lehrgänge und Wettkämpfe gemeinsam mit meiner Guidein durchzuführen und mich bestmöglich auf internationale Wettbewerbe vorzubereiten.“

Der Para-Triathlon hat in Bayern in den vergangenen Jahren spürbar an Aufmerksamkeit gewonnen — nicht zuletzt durch den Paralympics-Erfolg von Anja Renner und Guide Maria Paulig in Paris, zwei Athletinnen, die vom Der GOLDENE RING e. V. – ebenfalls einer Sparkassen-Initiative – gefördert werden. Mit dem neuen Tandem soll nun ein weiterer Beitrag geleistet werden, um inklusive Strukturen im Triathlon nachhaltig auszubauen und Athleten den Zugang zum Leistungssport zu erleichtern.

Das Tandem wird künftig in Nürnberg stationiert sein und dort Para-Sportlern für Training und Wettkämpfe zur Verfügung stehen.

 

Fotos: Sparkasse Nürnberg

Bereits zum dritten Mal war Bayern Gastgeber der D-A-CH-Meisterschaften im Para-Triathlon. Daneben wurden auch die bayerischen Meister im Para Sprint gesucht. Beim MainCityTriathlon Schweinfurt trafen dazu beste Organisation, sportliche Qualität und ideale Bedingungen aufeinander. Ein bisschen Glück war auch dabei: Der Regen blieb aus, die Temperaturen passten, lediglich das Wasser zeigte sich noch frisch und der Neopren war deshalb Pflicht.

Insgesamt gingen 36 Para Starterinnen und Starter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ins Rennen.
Aus deutscher und bayerischer Sicht verlief das Wochenende besonders erfolgreich. Die bayerischen Athletinnen und Athleten prägten viele der Rennen und sorgten bei den internationalen Meisterschaften für gute Resultate: In der PTVI-Kategorie legte Julian Winter vom Post SV Nürnberg mit Guide Tim Wolf in 1:00:02 Stunden die schnellste Zeit des Tages hin und gewann seine Klasse souverän. Ebenfalls Gold holten Valentin Hanzer (PTS3), Chris Kolbeck (PTS4) und Michelle Wagner in der Klasse PTVI. Wagner wurde von Delia Bleass begleitet. Lukas Reissig, der erst kürzlich in die Klasse PTS3 klassifiziert wurde, belegte bei den Deutschen Meisterschaften Rang zwei seiner Klasse und wurde bei den Bayerischen Meisterschaften Vizemeister. Matthias Schindler komplettierte als Dritter das starke bayerische Ergebnis in der PTS3.

Bayerisches Para Team zufrieden

Zwei Frauen mit Tandem in blauen AnzügenBei den Bayerischen Meisterschaften im Para-Sprint gewann Valentin Hanzer die Klasse PTS3 vor Lukas Reissig und Matthias Schindler. Chris Kolbeck gewann die PTS4-Klasse, während Lars Konek sich in der PTS5 zum Meister krönte. Julian Winter siegte in der PTVI-Klasse vor Lasse Hasselbring, Michelle Wagner setzte sich bei den Frauen deutlich durch. Annalena Tank kletterte in der PTS2 auf den Spitzenplatz.

Im Team Bayern war die Stimmung über das gesamte Wochenende spürbar gut. Der Austausch unter den Athletinnen und Athleten funktionierte und erfahrene Sportler unterstützten die unerfahreneren Starter. Mit Matthias Schindler und Chris Kolbeck gehören inzwischen zwei erfolgreiche und erfahrene Para-Athleten fest zum Team Bayern. Auch Landestrainerin Julia Fankel zog nach dem Wochenende ein positives Fazit: „Die Organisation war gut, wir hatten top Wetter und gute Leistungen.“ Gleichzeitig machte sie deutlich, wie viel Engagement hinter der Entwicklung des Para-Triathlons steckt: „Ich glaube, wir kommen gut voran.“

Alle Ergebnisse sind hier zu finden.

Fotos: Julia Fankel

Der ASV Triathlon Kulmbach lädt am 11. Juli 2026 erneut zum Inklusions-Triathlon-Tag ins Freibad nach Stadtsteinach ein. Organisiert wird die Veranstaltung von Alexander Meile, der sich seit vielen Jahren mit großem Engagement für inklusive Sportangebote im Triathlon einsetzt. Er und sein Team zeigen, wie unkompliziert und selbstverständlich gemeinsamer Sport funktionieren kann.

Im Mittelpunkt steht dabei der gemeinsame Spaß an der Bewegung. Menschen mit und ohne Behinderung absolvieren einen kleinen Triathlon über 100 Meter Schwimmen, eine Radstrecke sowie einen abschließenden Lauf über rund 600 Meter. Dabei geht es ausdrücklich nicht um Bestzeiten, sondern um das gemeinsame Erlebnis und die Freude am Sport.

Damit möglichst viele teilnehmen können, sind individuelle Anpassungen ebenso möglich wie Staffel-Lösungen. Wer einzelne Disziplinen nicht allein bewältigen kann oder möchte, kann gemeinsam mit Unterstützerinnen und Unterstützern an den Start gehen. Genau diese Offenheit macht die Veranstaltung seit Jahren zu etwas Besonderem.

Das Freibad in Stadtsteinach bietet dafür den passenden Rahmen: kurze Wege, eine entspannte Atmosphäre und viele helfende Hände sorgen dafür, dass sich Teilnehmende, Familien und Zuschauer gleichermaßen willkommen fühlen.

Bei Fragen oder Interesse der Teilnahme, steht Alexander Meile zur Verfügung.