„Wir haben in diesem Jahr so viele Damen-Teams wie nie zu vor in bayerischen Triathlon-Ligen,“ sagt Ligabeauftragte Andrea Becker-Pennrich vor dem Saisonstart 2020 und freut sich damit über eine Entwicklung, auf die jahrelang hingearbeitet wurde. Neun Regionalliga-Mannschaften und 12 Bayernliga-Mannschaften werden die Rennen bestreiten. Auch über die Verbandsgrenzen hinaus präsentieren sich bayerische Mannschaften. In der 2. Bundesliga-Süd sind die Frauen des Tristar Regensburg, des Puma-Team TV 48 Erlangen, des SV Würzburg 05 und des Vollast Tri Team Schongau vertreten. Wir haben einigen Teammitgliedern je eine Frage zur neuen Saison gestellt.
(Ines Bradshaw, Tristar Regensburg)
Hallo Ines,

Tristar Regensburg
im letzten Jahr konntet ihr euch in der zweithöchsten Triathlon-Liga Deutschlands auf einem fünften Rang unter den insgesamt neun Teams gut platzieren. Was sind eure Ziele für die anstehende Saison?
Die Leistungsdichte letztes Jahr in der zweiten Bundesliga Süd war, vergleichen mit den Jahren zuvor, extrem hoch, sodass wir mit dem fünften Platz überaus zufrieden waren. Da jedoch auch die vorderen Plätze nicht außer Reichweite waren, werden wir diese Saison nochmals versuchen, uns ein bisschen weiter vorne zu platzieren. Mit zwei Neuzugängen sind wir hierfür bestens gerüstet und hoffen, jedes Rennen gut besetzen zu können.
(Nina Koller, Volllast Tri-Team Schongau)
Hallo Nina,
euer Damenteam erreichte in der vergangenen Saison den dritten Platz in der 2. Bundesliga Süd. In eurem Abschlussbericht macht ihr die „Team-Leistung“ für das beste Abschneiden bisher verantwortlich. Was muss so ein Bundesliga-Damenteam denn leisten, um auf solch einem Niveau bestehen zu können?

Das Volllast Tri-Team Schongau
Ich glaube, wir sind in unser erstes Bundesliga-Jahr einfach mit einem Stück Lockerheit reingegangen. Wir haben uns nichts erwartet, was Titelverteidigung oder Wiederholung von Leistungen aus dem Vorjahr anging. Außerdem haben wir immer Spaß, wenn wir zusammen an den Start gehen. Dazu gehört natürlich auch das Pizzaessen am Vorabend.
Um in der Liga erfolgreich sein zu können, muss man sich auf jede einzelne Teamsportlerin verlassen können. Man muss wissen, dass jeder alles für das Team gibt.
Unsere Teamstärke ist definitiv das Schwimmen, mit dem wir auch schon oft herausgestochen sind. Da die meisten Mädels bei uns Schwimmerinnen waren, können wir schon am Anfang ein hohes Tempo ansetzen und dann zusammen als (meist erste) Radgruppe auf die Strecke gehen. Aktuell legen wir im Training noch stärker den Fokus auf das Laufen, weil wir hier am meisten einbüßen mussten.
Ein großer Aufwand ist natürlich die Anreise zu den Rennen: Für uns als Bewohnerinnen des südlichsten Bayerns sind die Anfahrten zu den Wettkämpfen mit Fahrtzeiten bis zu sechs Stunden teils schon sehr lang.
Laura Zimmermann, SV 05 Würzburg
Hallo Laura,
mit einem starken letzten Rennen sicherten sich die Damen des SV Würzburg 05 im letzten Jahr den zweiten Platz in der 2. Bundesliga-Süd. Was war Ausschlaggebend für diesen Erfolg und wie seid ihr für die anstehende Saison gerüstet?
Dadurch, dass die Schwächen und Stärken des Teams ziemlich einheitlich sind, kommen uns Team-Wettkämpfe entgegen. Während wir nach dem Schwimmen meist noch etwas hinterherhinken, beginnt für uns ab dem Radpart die berühmt-berüchtigte Aufholjagd. Unsere Laufstärke hilft uns am Ende dabei, ganz vorne landen zu können. Im Vorhinein überlegen wir uns immer genau, wie wir das Rennen taktisch am Sinnvollsten gestalten können.

Das Frauen-Team des SV Würzburg 05
Für die Saison 2020 müssen wir leider auf Lisa Heinrichs, und Juliane Totzke verzichten. Während Lisa die Chance nutzt in der 1. Bundesliga zu starten, konzentriert sich Juliane voll und ganz auf die Endphase ihres Studiums. Das Team wird unter anderem durch zwei talentierte Nachwuchsathletinnen (Tabea Herzberg und Emilia Binnig) aus Baden-Württemberg aufgestockt, denen wir die Möglichkeit geben wollen, ,,Bundesliga-Luft“ zu schnuppern. Lea Cagol, im vergangenen Jahr für den MRRC München in der 1. Bundesliga am Start, kehrt wieder zurück zu ihrem Heimatverein. Die beiden Profitriathletinnen Anine Hell, und Laura Zimmermann, die größtenteils auf der Mittel- und Langstrecke unterwegs sind, werden das Team weiterhin unterstützen.
Sarah Neukam, TV 48 Erlangen
Das Puma-Team TV 48 Erlangen hat seit vielen Jahren Damen-Mannschaften in den deutschen Top-Ligen. Du selbst bist seit dem Jugendalter leistungsorientiert unterwegs und bereits lange mit dabei. Was macht für Dich den Reiz der Damen-Bundesliga-Wettkämpfe aus?
Meine Sportliche Karriere begann Für mich mit drei Jahren im Schwimmverein in Erlangen. Als mich meine Freundin dazu ermutigte einen Triathlon mitzumachen, ließ mich diese Sportart von nun an nicht mehr los. Im Jugendbereich bestritt ich viele internationale und nationale Wettkämpfe, verbrachte danach ein Jahr in Amerika mit einem Sportstipendium und als ich zurückkehrte begann ich mit meinem Zahnmedizin Studium. Dieses nahm jedoch relativ viel Zeit in Anspruch, so dass ich mich entschied für die zweite Bundesliga unseres Heimat Vereins Tv 1848 Erlangen zu starten.

Die Frauen- und Männer in den Bundesliga-Teams des TV 48 Erlangen.
Die zweite Damen Bundesliga hat für mich einen ganz besonderen Reiz. Der Gedanke das am Ende des Tages egal bei welchem Wettkampf immer das Team Ergebnis zählt, stellt uns Athleten vor eine besondere Herausforderung. Jeder hat seine Schwächen und Stärken. Der eine schwimmt besser, der nächste ist das Große „Radtier“. Diese Schwächen und Stärken gilt es zu koordinieren. Denn nur wer zusammen hält -beziehungsweise schwimmt, radelt, läuft, und niemanden auf der Strecke stehen lässt, kann am Ende des Tages das beste Teamergebnis abrufen.
Das Gefühl mit seinem Team auf dem Siegertreppchen zu stehen, dieses Ergebnis auf der Heimfahrt im Mannschaftsbus zu feiern oder sich gegenseitig die Wettkampffrisuren zu richten, gibt jedem von uns das Gefühl von Zusammenhalt. ZUSAMMEN ist es dann doch einfach schöner als Alleine gegen Andere anzutreten.
Der BTV wünscht allen Ligamannschaften eine verletzungsfreie Vorbereitung und viel Erfolg in der neuen Saison.
© Text: Christine Waitz; [11.3.2020] Fotos: privat
„Alle sitzen in einem Boot“: BTV-Präsidium hofft auf Solidarität
Nachrichten des BTVEs braucht an dieser Stelle nicht viele Worte, um die derzeitige Situation zu schildern. Die COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen schränken uns alle ein. Im Alltag, in der Berufswelt, im Sport.
Für den BTV, die Vereine und insbesondere die Sportlerinnen und Sportler bedeutet das seit kurzem die Einstellung des Trainingsbetriebes und immer häufiger die Absage von Veranstaltungen. „Dieses Herausreißen aus dem Alltag ist unangenehm und nicht selten frustrierend,“ spricht Gerd Rucker, der Präsident des Bayerischen Triathlon-Verbandes, das aus, was viele fühlen. Er appelliert gleichzeitig: „Gerade deshalb gilt es jetzt den Blick vorwärts zu richten – nämlich auf die Zeit, in der wir unseren Sport wieder uneingeschränkt genießen dürfen, Ziele verfolgen und Sportfeste mit Gästen aus aller Welt feiern können.“
Solidarität ist gefragt
Wie in allen Lebensbereichen ist derzeit auch im Sport Solidarität gefragt. Wir haben Tom Kerner gefragt, was eine Event-Absage für einen Profi-Sportler bedeutet, der auch Veranstalter eines Events mit seinem Heimatverein ist. Tom Kerner ist einerseits Triathlon-Profi und hat sich auf den Bereich Cross-Triathlon spezialisiert. Bei der Xterra WM belegte der Oberpfälzer im vergangenen Oktober den 23. Platz. Gleichzeitig ist der Athlet des TV Burglengenfeld Mitorganisator des „Jag de Wuidsau“ Crossduathlons, der für Oktober geplant ist und hoffentlich auch stattfinden kann.
Tom Kerner (rechts) mit Vereinskollegen Michael Schaller und Helena Pretzl im Ziel des Xterra Maui Foto: Franz Pretzl
Auf unsere Frage antwortet er: „Derzeit durchlaufen wir wirklich eine schwierige Zeit, obgleich man sich glücklich schätzen darf, wenn man gesund ist und überhaupt Sport treiben kann. Nachdem zuerst Trainingsstätten heruntergefahren und letztlich ganz geschlossen wurden, ist es für Athleten nicht leicht, die Motivation aufrecht zu halten. Für viele ist ein anstehender Wettkampf ein Lichtblick und ein Anker, an dem man sich festkrallt. Die zunehmenden Absagen von Veranstaltungen sind auch deshalb aus Athletensicht schmerzlich und ärgerlich. Doch ich bin überzeugt, kein Veranstalter sagt seinen Wettkampf leichtfertig ab. Vielmehr ist die Absage eines Rennens für alle Seiten das Worst-Case-Szenario.“
Aus Veranstaltersicht führt Kerner aus: „Hinter vielen bayerischen Veranstaltungen stehen Vereine als Ausrichter. Die Arbeit geschieht ehrenamtlich und mit viel Herzblut. Ähnlich wie sich die Sporttreibenden selbst auf Wettkämpfe akribisch vorbereiten, tun das auch die Veranstalter. Nur, dass man eben anstatt des Schwimmtrainings am Layout des Flyers bastelt“.
„Wäre das Rennen unseres Vereins von einer Absage betroffen, würde ich mir Solidarität und Verständnis von allen Beteiligten wünschen. Verständnis gegenüber Sponsoren, die sich auch in einer wirtschaftlich ungewissen Lage sehen, und eventuell gemachte Zusagen nicht mehr leisten können. Solidarität von uns als Veranstalter, der den Athleten entgegenkommt, zum Beispiel indem die bereits bezahlten Startplätze auf das nächste Jahr transferieren werden. Solidarität der Athleten gegenüber uns als Veranstalter. Ich würde mir dort wünschen, dass möglichst viele von Startgeld-Rückforderungen absehen. Nur so, im Zusammenspiel aller können wir nach der Pandemie wieder Spaß an den heimischen Wettkämpfen haben. Halt mer zam! Es geijht grod midand!
Abschließend möchte ich als Profi, wie auch als Veranstalter sagen: Genießt das weniger zielorientierte Training! Spaß und Freude an der Bewegung ist das, was unseren Sport neben unserem Zusammenhalt, ausmacht!“
Was bedeutet Sport-Solidarität konkret?
Damit der Sport all seinen gesellschaftlichen Aufgaben nach überstandener Krise wieder gerecht werden kann, dafür kämpfen derweil insbesondere Veranstalter. Ein abgesagtes Event und möglicherweise zu erstattende Startgelder können Veranstalter bei bereits erfolgten Vorleistungen in finanzielle Schwierigkeiten bringen. Vor allem dann, wenn eine Abteilung und ein Verein hinter der Veranstaltung stehen, deren Sportbetrieb des gesamten Jahres maßgeblich durch diese Einnahmen gestützt werden. Gleiches gilt für die Veranstalteragenturen.
Forderungen abwägen, Kommunikation suchen
Aus diesem Grund bittet der BTV um einen bedachten und umsichtigen Umgang mit abgesagten Events im Landesgebiet. „Wir sitzen alle in einem Boot,“ bringt es Gerd Rucker und das gesamte Präsidium auf den Punkt. „Rückschläge und Einbußen für Veranstalter ziehen sich über die gesamte Organisation bis in den täglichen Sportbetrieb aller Abteilungen eines Vereins. Ich würde mir wünschen, dass wir als Sportbegeisterte alle Möglichkeiten abwägen, uns mit allen beteiligten Veranstaltern solidarisch zu zeigen. Damit schaffen wir gute Voraussetzungen, in 2021 wieder all die Events im Kalender stehen zu haben, die wir dieses Jahr so schmerzlich ausfallen lassen müssen.“
„Für Sportlerinnen und Sportler gilt die Empfehlung, sich bei Fragen direkt an den Veranstalter zu wenden,“ sagt der Veranstaltervertreter des BTV, Martin Wunderlich. „Im persönlichen Gespräch lassen sich zumeist faire Lösungen finden.“
© Text: Christine Waitz; [26.3.2020]; Foto: Franz Pretzl
„Prinzip Fairness steht über allem“, Bundeskampfrichter Oliver Schmidt im Interview
Kampfrichter, UnterfrankenSeit 2015 arbeitet Oliver Schmidt in Bayern als Kampfrichter. Zunächst als Landeskampfrichter – der ersten von insgesamt fünf Ausbildungsstufen. 2018 bildete er sich zum Technischen Delegierten und Einsatzleiter weiter. Ende Februar bestand er die Prüfung zum Bundeskampfrichter. Zehn Absolventen verzeichnete die DTU in dem Lehrgang. Insgesamt gibt es in Deutschland damit 57 Bundeskampfrichterinnen und -kampfrichter.
Wir haben uns mit Oliver Schmidt über seinen sportlichen Werdegang und die Arbeit als Kampfrichter unterhalten.
Hallo Oliver, eine Leidenschaft zum Triathlon muss ja vorhanden sein, wenn Du Dich als Kampfrichter engagierst. Bist du selbst auch aktiver Triathlet?
Zwischen 2007 und 2009 habe ich mit Begeisterung selbst Triathlon betrieben. 2010 wollte ich beim 70.3 St.Pölten starten. Leider zwang mich mein Körper mit gesundheitlichen Problemen zum Aufhören. Wenig später fand ich glücklicherweise einen neuen Wirkungskreis im Sport.
Wie kamst Du zu dem Engagement als Kampfrichter?
Oliver Schmidt (rechts) beim Main-Post Mainfrankentriathlon Triathlon. Foto: privat
Bereits 2011 und 2012 konnte ich Erfahrungen beim Ironman Frankfurt und beim 70.3 Wiesbaden sammeln. Freunde brachten mich mit der Firma in Kontakt, die die Kampfrichter-Einsätze dort koordinierte und plante. An einem Samstag vor dem ersten Einsatz im Jahr, bekamen wir die theoretische Einweisung zu dem Einsatz. Mittlerweile setzt die DTU bundesweit lizensierte Kampfrichter für alle Veranstaltungen ein.
Was hat Dich dazu bewogen, die Kampfrichterausbildung zu machen, und Dich weiter fortzubilden?
Die Faszination und die Begeisterung für diesen Sport. Ich finde es immer noch beeindruckend, wenn man sich in drei verschiedenen Sportarten beweisen und abhängig von der Distanz für eine sehr lange Zeit höchste Leistung erbringen muss.
Was sind Deine persönlichen Ziele im Rahmen des Engagements als Kampfrichter?
Mit der Ausbildung zum Bundeskampfrichter habe ich aktuell mein persönliches Ziel im Kampfrichterwesen erreicht – schließlich muss alles unter einen Hut passen: Beruf, Familie, Hobby und Freizeit. Da ich zudem Kampfrichterobmann im Bezirk Unterfranken bin, ist meine Zeit im Sommer schon sehr begrenzt.
Bundeskampfrichter-Ausbildung der DTU 2020. Oliver Schmidt (links hinten) ist einer der zehn Absolventen. Foto: DTU
Welche Grundsätze möchtest Du im Sport noch mehr verwirklicht sehen?
Ich denke, der Triathlonsport ist auf einem sehr guten Weg. In den Reglements müssen meist nur noch Kleinigkeiten angepasst werden. Vor allem dann, wenn die Industrie neue Technik auf dem Markt bringt.
Was mich sehr freut: Die Fairness der Teilnehmenden gegenüber anderen Athletinnen und Athleten wird weitestgehend eingehalten. Ich würde sogar sagen, dass diese Bereitschaft, Regeln zu kennen und sich dann auch regelkonform zu verhalten, die letzten Jahre gewachsen ist. Ein Faktor dabei ist sicherlich, dass die Kampfrichter in ihrer Arbeit akzeptiert und respektiert werden.
Gibt es eine besondere Situation, die Dir aus Deiner bisherigen Laufbahn in Erinnerung geblieben ist?
Oliver Schmidt (links) beim Main-Post Mainfrankentriathlon Triathlon. Foto: privat
Ich erinnere mich an ein Erlebnis beim Laufstil Würzburg Triathlon in Erlabrunn im letzten Jahr. Ein junger Anfänger im Triathlon fuhr auf der Radstrecke erst in die falsche Radrunde und stürzte dann mit seinem Fahrrad mitten im Anstieg mit Schwindelanfällen. Ich kam als Motorrad-Kampfrichter kurz nach dem Vorfall hinzu. Gemeinsam mit anderen half ich ihm sofort und rief den Rettungswagen. Der junge Mann war so glücklich, dass sich bis zum Eintreffen des Arztes jemand um ihn kümmerte. Er erholte sich danach recht schnell wieder und bedankte sich später im Zielbereich nochmals.
Wenn Dich jemand fragt, warum es sich lohnt, als Kampfrichter tätig zu sein, was antwortest Du ihm?
Es lohnt sich immer dabei zu sein, wenn man diesen Sport liebt. Das Gefühl ist toll – egal, ob man als Athlet, Helfer oder Verantwortlicher involviert ist.
Der BTV gratuliert Oliver Schmidt zur bestandenen Ausbildung zum Bundeskampfrichter.
Haben Sie Fragen zum Kampfrichterwesen, oder möchten sich auch engagieren? Dann finden Sie hier Ansprechpartner und weitere Informationen.
© Text: Christine Waitz; [24.3.2020]; Fotos: privat/ DTU
Bayerische Damenteams in der 2. Triathlon-Bundesliga
Liga„Wir haben in diesem Jahr so viele Damen-Teams wie nie zu vor in bayerischen Triathlon-Ligen,“ sagt Ligabeauftragte Andrea Becker-Pennrich vor dem Saisonstart 2020 und freut sich damit über eine Entwicklung, auf die jahrelang hingearbeitet wurde. Neun Regionalliga-Mannschaften und 12 Bayernliga-Mannschaften werden die Rennen bestreiten. Auch über die Verbandsgrenzen hinaus präsentieren sich bayerische Mannschaften. In der 2. Bundesliga-Süd sind die Frauen des Tristar Regensburg, des Puma-Team TV 48 Erlangen, des SV Würzburg 05 und des Vollast Tri Team Schongau vertreten. Wir haben einigen Teammitgliedern je eine Frage zur neuen Saison gestellt.
(Ines Bradshaw, Tristar Regensburg)
Hallo Ines,
Tristar Regensburg
im letzten Jahr konntet ihr euch in der zweithöchsten Triathlon-Liga Deutschlands auf einem fünften Rang unter den insgesamt neun Teams gut platzieren. Was sind eure Ziele für die anstehende Saison?
Die Leistungsdichte letztes Jahr in der zweiten Bundesliga Süd war, vergleichen mit den Jahren zuvor, extrem hoch, sodass wir mit dem fünften Platz überaus zufrieden waren. Da jedoch auch die vorderen Plätze nicht außer Reichweite waren, werden wir diese Saison nochmals versuchen, uns ein bisschen weiter vorne zu platzieren. Mit zwei Neuzugängen sind wir hierfür bestens gerüstet und hoffen, jedes Rennen gut besetzen zu können.
(Nina Koller, Volllast Tri-Team Schongau)
Hallo Nina,
euer Damenteam erreichte in der vergangenen Saison den dritten Platz in der 2. Bundesliga Süd. In eurem Abschlussbericht macht ihr die „Team-Leistung“ für das beste Abschneiden bisher verantwortlich. Was muss so ein Bundesliga-Damenteam denn leisten, um auf solch einem Niveau bestehen zu können?
Das Volllast Tri-Team Schongau
Ich glaube, wir sind in unser erstes Bundesliga-Jahr einfach mit einem Stück Lockerheit reingegangen. Wir haben uns nichts erwartet, was Titelverteidigung oder Wiederholung von Leistungen aus dem Vorjahr anging. Außerdem haben wir immer Spaß, wenn wir zusammen an den Start gehen. Dazu gehört natürlich auch das Pizzaessen am Vorabend.
Um in der Liga erfolgreich sein zu können, muss man sich auf jede einzelne Teamsportlerin verlassen können. Man muss wissen, dass jeder alles für das Team gibt.
Unsere Teamstärke ist definitiv das Schwimmen, mit dem wir auch schon oft herausgestochen sind. Da die meisten Mädels bei uns Schwimmerinnen waren, können wir schon am Anfang ein hohes Tempo ansetzen und dann zusammen als (meist erste) Radgruppe auf die Strecke gehen. Aktuell legen wir im Training noch stärker den Fokus auf das Laufen, weil wir hier am meisten einbüßen mussten.
Ein großer Aufwand ist natürlich die Anreise zu den Rennen: Für uns als Bewohnerinnen des südlichsten Bayerns sind die Anfahrten zu den Wettkämpfen mit Fahrtzeiten bis zu sechs Stunden teils schon sehr lang.
Laura Zimmermann, SV 05 Würzburg
Hallo Laura,
mit einem starken letzten Rennen sicherten sich die Damen des SV Würzburg 05 im letzten Jahr den zweiten Platz in der 2. Bundesliga-Süd. Was war Ausschlaggebend für diesen Erfolg und wie seid ihr für die anstehende Saison gerüstet?
Dadurch, dass die Schwächen und Stärken des Teams ziemlich einheitlich sind, kommen uns Team-Wettkämpfe entgegen. Während wir nach dem Schwimmen meist noch etwas hinterherhinken, beginnt für uns ab dem Radpart die berühmt-berüchtigte Aufholjagd. Unsere Laufstärke hilft uns am Ende dabei, ganz vorne landen zu können. Im Vorhinein überlegen wir uns immer genau, wie wir das Rennen taktisch am Sinnvollsten gestalten können.
Das Frauen-Team des SV Würzburg 05
Für die Saison 2020 müssen wir leider auf Lisa Heinrichs, und Juliane Totzke verzichten. Während Lisa die Chance nutzt in der 1. Bundesliga zu starten, konzentriert sich Juliane voll und ganz auf die Endphase ihres Studiums. Das Team wird unter anderem durch zwei talentierte Nachwuchsathletinnen (Tabea Herzberg und Emilia Binnig) aus Baden-Württemberg aufgestockt, denen wir die Möglichkeit geben wollen, ,,Bundesliga-Luft“ zu schnuppern. Lea Cagol, im vergangenen Jahr für den MRRC München in der 1. Bundesliga am Start, kehrt wieder zurück zu ihrem Heimatverein. Die beiden Profitriathletinnen Anine Hell, und Laura Zimmermann, die größtenteils auf der Mittel- und Langstrecke unterwegs sind, werden das Team weiterhin unterstützen.
Sarah Neukam, TV 48 Erlangen
Das Puma-Team TV 48 Erlangen hat seit vielen Jahren Damen-Mannschaften in den deutschen Top-Ligen. Du selbst bist seit dem Jugendalter leistungsorientiert unterwegs und bereits lange mit dabei. Was macht für Dich den Reiz der Damen-Bundesliga-Wettkämpfe aus?
Meine Sportliche Karriere begann Für mich mit drei Jahren im Schwimmverein in Erlangen. Als mich meine Freundin dazu ermutigte einen Triathlon mitzumachen, ließ mich diese Sportart von nun an nicht mehr los. Im Jugendbereich bestritt ich viele internationale und nationale Wettkämpfe, verbrachte danach ein Jahr in Amerika mit einem Sportstipendium und als ich zurückkehrte begann ich mit meinem Zahnmedizin Studium. Dieses nahm jedoch relativ viel Zeit in Anspruch, so dass ich mich entschied für die zweite Bundesliga unseres Heimat Vereins Tv 1848 Erlangen zu starten.
Die Frauen- und Männer in den Bundesliga-Teams des TV 48 Erlangen.
Die zweite Damen Bundesliga hat für mich einen ganz besonderen Reiz. Der Gedanke das am Ende des Tages egal bei welchem Wettkampf immer das Team Ergebnis zählt, stellt uns Athleten vor eine besondere Herausforderung. Jeder hat seine Schwächen und Stärken. Der eine schwimmt besser, der nächste ist das Große „Radtier“. Diese Schwächen und Stärken gilt es zu koordinieren. Denn nur wer zusammen hält -beziehungsweise schwimmt, radelt, läuft, und niemanden auf der Strecke stehen lässt, kann am Ende des Tages das beste Teamergebnis abrufen.
Das Gefühl mit seinem Team auf dem Siegertreppchen zu stehen, dieses Ergebnis auf der Heimfahrt im Mannschaftsbus zu feiern oder sich gegenseitig die Wettkampffrisuren zu richten, gibt jedem von uns das Gefühl von Zusammenhalt. ZUSAMMEN ist es dann doch einfach schöner als Alleine gegen Andere anzutreten.
Der BTV wünscht allen Ligamannschaften eine verletzungsfreie Vorbereitung und viel Erfolg in der neuen Saison.
© Text: Christine Waitz; [11.3.2020] Fotos: privat
Silber bei der Duathlon-EM für Susanne Apfel
BreitensportSusanne Apfel kann sich zum Saisonauftakt über den Vize-Europameistertitel der AK 60-64 auf der Duathlon-Kurzdistanz freuen. Sie feierte den Erfolg am vergangenen Wochenende im andalusischen Punta Umbria. Lediglich die Britin Teresa Willcox war schneller als die Sportlerin des SVG Ruhstorf. Mit dem Erfolg setzt sie eine lange Liste an Duathlon-Spitzenplatzierungen fort. 2015 war sie das erste Mal Europameisterin auf der Duathlon Langdistanz, 2017 Weltmeisterin, vier EM Vizetitel sammelte sie bisher.
Wir haben uns mit der Duathlon-Spezialistin über das Rennen und ihre weiteren Saisonziele unterhalten.
Hallo Susanne,
herzlichen Glückwunsch zu deinem Erfolg! Du warst in Punta Umbria über gleich zwei Distanzen am Start. Am Samstag bei der windschattenfreien Sprintdistanz und am Sonntag bei der Duathlon-Kurzdistanz. Wie haben Dir die Rennen in Andalusien gefallen?
Susanne Apfel auf der Laufstrecke
Die Veranstaltung war perfekt organisiert, die Strecken nur mit wenigen Höhenmetern, aber trotzdem nicht ganz einfach durch die vielen Wenden.
Auf der Sprintdistanz hatte ich mir keine großen Hoffnungen gemacht, da es doch etwas Glückssache ist, ob man eine passende Gruppe auf der Radstrecke findet. Das war dann auch das Problem. Nach ein paar Kilometern alleine habe ich zunächst auf eine Britin aufgeschlossen. Zusammen haben wir weiter aufgeholt, aber die Arbeit war recht ungleich auf mich verteilt. Einige Kilometer zu Viert, bald nur noch zu Dritt, konnte ich mich etwas erholen, aber eigentlich war es mir zu langsam. Alleine wegfahren wollte ich aber auch nicht, ich hatte ja noch Programm vor mir. So blieben wir bis zur Wechselzone zusammen. Mit meinen Laufleistungen war ich sehr zufrieden, obwohl ich beim zweiten Lauf nicht mehr alles gegeben habe. Mehr als Platz vier wäre sowieso nicht drin gewesen.
Mein Hauptaugenmerk galt von vorne herein der Kurzdistanz. Etwas überraschend war ich von Anfang an auf Platz zwei. Nach dem Radfahren war aber der Vorsprung auf Sekunden zusammengeschmolzen. Ich hatte unterwegs ganz bewusst „Spaß“ und fast zu spät festgestellt, dass ich noch gar nichts gewonnen hatte. Durch einen guten Wechsel und einer nochmal ordentlichen Laufleistung konnte ich dann doch Silber retten.
Cross, Sprint-, Kurz-, Langdistanz – Hauptsache Duathlon. Was fasziniert Dich an der Kombination aus Laufen, Radfahren und Laufen besonders?
Duathlon ist ganz schön hart. Es ist ein ständiges Lernen: Wo liegen die Grenzen? Wie teile ich es mir richtig ein? Wie gehe ich mit Niederlagen um? Was mache ich, wenn ich ans Aufgeben denke? Was kann ich besser machen? Bei einem Einzelwettkampf Laufen oder Radfahren finde ich das wesentlich einfacher.
Du startest seit Jahren in der Altersklassennationalmannschaft und holst regelmäßig Podiumsplätze. Wie kamst du zum Sport und wie viel Zeit und Energie investierst Du heute?
Ich kam mit fast 30 Jahren zum Laufsport, um etwas für die Figur zu tun. Zunächst war ich nur beim Lauftreff. Bald wurde es mehr. 1989, im Geburtsjahr meiner zweiten Tochter, machte ich meinen ersten Volkslauf. Ab dann war ich „angefixt“. Mein drittes Kind kam, gleichzeitig war ich immer berufstätig. Eigentlich hatte ich gar keine Zeit zu Laufen. Doch es tat mir gut für Körper und Geist. So wurde ich eine gute Mittelstreckenläuferin. Mit fast 50 habe ich verletzungsbedingt dann das Radfahren für mich entdeckt. Mehr aus Jux habe ich 2012 bei den Bayerischen Duathlon-Meisterschaften teilgenommen und gleich gewonnen. Im gleichen Jahr startete ich dann bei der Cross-DM.
Regelmäßig auf dem Podium: Susanne Apfel
Der Virus „Duathlon“ hatte mich gepackt. 2013 folgte die erste EM, 2014 gab es erstes EM-Bronze. Es hat viele Jahre gedauert, bis ich auch beim zweiten Lauf eine ordentliche Leistung bringen konnte. Seit Mitte 2016 trainiere ich nach professionellen Trainingsplänen. Seitdem verbessere ich meine Leistungen kontinuierlich, aber durchaus auch mit Rückschlägen. Meine Freizeit und Urlaube sind dem Sport gewidmet, abhängig von der Trainingsphase investiere ich fünf (im Winter) bis zwölf Stunden wöchentlich fürs Training, Ausreißer nach oben und unten inbegriffen.
Bei uns steht die Saison gerade erst in den Startlöchern. Welche Ziele verfolgst du noch?
Dieses Jahr sind die EM/DM in Alsdorf und WM in Viborg über die Mitteldistanz fest geplant. Ebenso die Bayerische Meisterschaft (Sprint) und vielleicht Zofingen. Möglicherweise auch wieder ein Cross in Rumänien (dann auch Tri). Und für’s Training Volks- und auch Meisterschaftsläufe und ein paar Radrennen. Eigentlich sage ich schon seit Jahren: nächstes Jahr mache ich weniger. Aber ich habe zu viel Spaß und ich bin doch recht ehrgeizig.
Vielen Dank für das Interview, weiterhin erfolgreiches Training und eine gute Saison!
© Text: Christine Waitz; [11.03.2020]; Fotos: privat/Siedlitzki
Aktuelle Hinweise der DTU zum Coronavirus für Triathlon-Veranstaltungen
Nachrichten des BTV, VeranstaltungenDie DTU veröffentlichte heute für Veranstalter offizielle Hinweise. Das PDF gibt Tipps zur Durchführung einer Veranstaltung. Die Gesundheit und Sicherheit stehe dabei an erster Stelle, schreibt die Deutsche Triathlon Union und ergänzt, „Wir beobachten die aktuelle Entwicklung sehr genau und informieren uns in regelmäßigen Abständen bei den zuständigen Behörden und dem Robert Koch Institut.“
Weiter sieht die DTU keine Notwendigkeit Veranstaltungen abzusagen: „Die(se) Vorkehrmaßnahmen berücksichtigend gibt es aus aktueller medizinischer Sicht derzeit keine Veranlassung, eine Triathlon Veranstaltung abzusagen.“
Den ausführlichen Leitfaden und genauen Wortlaut der Hinweise finden Sie als PDF-Download hier.
© Text: DTU; [10.03.2020];
Swim & Run Amberg wird nachgeholt
NachwuchscupAuf Grund der aktuellen Vorfälle bzgl. des Corona Virus musste der Swim & Run in Amberg auf behördliche Anweisung abgesagt werden. Der für letzten Sonntag geplante Wettkampf wäre die zweite Veranstaltung des BTV Memmert Nachwuchscups gewesen. Veranstalter und Verband einigten sich darauf den Wettkampf nachzuholen.
Bevor ein genauer Termin festgelegt wird, werden erst die weiteren Entwicklungen abgewartet. Ein Nachhol-Termin ist für September oder Oktober vorgesehen.
Siegerehrung Bayerische Meisterschaft Swim & Run verschiebt sich
Die Siegerehrung der Bayerischen Meisterschaft Swim & Run der Schüler A bis Junioren kann somit nicht im Rahmen der Nachwuchskadersichtung Ende März in Nürnberg stattfinden. Die Ehrung wird entweder im Rahmen des TriDays am 03. Oktober durchgeführt oder im Rahmen der Herbstsichtung.
© Text: Christoph Gawens; [9.3.2020]
Interview mit Landestrainerin Teresa Knoll
LeistungssportTeresa Knoll leitet den LK-2-Nachwuchskader des Bayerischen Triathlon-Verbands. Athletinnen und Athleten zwischen 13 und 16 Jahren werden dort auf den weiterführenden LK1-Kader vorbereitet. 22 Talente betreut die 28-Jährige Landestrainerin derzeit. Darunter 15 Sportlerinnen. Wir haben uns mit der Triathlon A-Trainerin über Motivation, Nachwuchssport und ihre Arbeit als Trainerin unterhalten.
Teresa Knoll
Hallo Teresa,
als Leiterin des LK-2 Nachwuchskaders bist du, gemeinsam mit dem leitenden Landestrainer Roland Knoll und Landestrainer Stephen Bibow, für die Sichtung talentierter Athletinnen und Athleten und später deren sportliche Entwicklung verantwortlich. Wie sieht deine Arbeit aus? Welche Aufgaben beschäftigen dich überwiegend?
Zum einen bin ich für die Sichtung von Nachwuchstalenten und Quereinsteigern verantwortlich. Das passiert vor allem bei Wettkämpfen des BTV Nachwuchscups und bei den Swim&Runs. Sichten bedeutet nicht nur, dass ich auf die Ergebnisse schaue, sondern dass ich das konkrete Wettkampfverhalten betrachte. Aus diesem Grund bin ich immer im engen Austausch mit der BTV-Jugend, um Formate und Regelungen im BTV Nachwuchscup abzusprechen.
Zum anderen betreue ich die Sportlerinnen und Sportler in Lehrgängen und berate sie, Eltern und Trainer, um das Heimtraining zu optimieren und die Saison zu planen.
Welche Förderung erhalten die Talente im LK2 und wer ist dabei?
In unserem Kadersystem sind wir in den jüngeren Jahrgängen relativ offen, was mir die Möglichkeit gibt, spontan neue Talente zu den LK2-Lehrgängen einzuladen. Ich versuche einmal im Monat einen eintägigen Lehrgang mit dem LK2 durchzuführen. In diesem Jahr gibt es sogar erstmals drei mehrtägige Trainingslager in Ingolstadt oder Nürnberg.
Ich versuche eine vielseitige sportliche Ausbildung zu fokussieren. Aktuell habe ich zum Beispiel viele Athletinnen und Athleten im Kader, die noch in anderen Sportarten neben Triathlon trainieren. Von Langlauf, über Handball, Hockey, Turnen, Ski Alpin und Eiskunstlauf habe ich wirklich sportlich multibegabte Jugendliche in der Gruppe. Die Beratung rund um die sportliche Laufbahn gehört dazu, auch wenn es um einen Wechsel an den Bundesstützpunkt Triathlon in Nürnberg geht.
Der BTV Nachwuchscup in Brannenburg 2019
Bayern ist einer der wenigen Landesverbände, der mit einer Landestrainerin auch jungen Sportlerinnen eine Ansprechpartnerin gibt. Der DOSB definierte 2016 in einem Diskussionspapier das Ziel, Trainer sollten „Lernbegleiter, Mentoren, Ermöglicher, Berater für selbstbestimmte Sportlerpersönlichkeiten“ sein. Wie wichtig findest Du es, dafür eine weibliche Ansprechpartnerin im Team zu haben?
Grundsätzlich ist das Geschlecht des Trainers nicht relevant für die Qualität der Arbeit. Allerdings ist es im Nachwuchssport sicherlich unabdingbar eine weibliche Ansprechperson, vor allem während Trainingslager, zu bieten. Von Frau zu Frau lassen sich manche Themen – besonders während der Pubertät – einfacher besprechen.
Auch im Sinne einer Vorbildfunktion finde ich es wichtig, dass die jungen Sportlerinnen und Sportler sowohl männliche als auch weibliche Trainer haben.
Du kommst selbst aus dem Schwimmsport und hast Nachwuchsleistungssport erfahren. Damit kannst Du Dich in die Situation der Heranwachsenden bestens hineinversetzen. Was sind häufige Herausforderungen, was sind auf der anderen Seite Chancen und schöne Seiten?
Sport hat, wie das Leben selbst, immer schöne, aber auch viele anstrengende Zeiten. Meiner Meinung nach kann man vom Leistungssport für das spätere Leben nur lernen. Lektionen, wie für seine Ziele zu kämpfen bzw. zu trainieren und zu arbeiten, um sich zu entwickeln, oder auch die Fähigkeit sich im (Schul-)Alltag zu organisieren. In den jungen Jahrgängen lässt sich mit etwas Struktur im Training sehr viel entwickeln. Das ist schön zu sehen.
Schwierig kann es werden, wenn Jugendliche von hochmotivierten Eltern zum Sport getrimmt werden. Oft wird dann auch ein Training von Erwachsenen auf Kinder umgedichtet. Mit viel Feingefühl muss man den Heranwachsenden dann den Spaß und die Freude an Bewegung erst wieder nahe bringen. Bitte nicht falsch verstehen: Unterstützung von zu Hause ist ungemein wichtig, daran besteht kein Zweifel. Aber der elterliche Ehrgeiz sollte ausschließlich die eigenen Leistungen betreffen. Der sportliche Ehrgeiz der Kids kommt von ganz allein.
Freude und Spaß am Sport gehören immer dazu.
Das wichtigste für mich als Trainer ist, dass die Kinder und Jugendlichen Spaß am Sport haben und ihm ein Leben lang verbunden bleiben – egal ob im Triathlon, egal ob leistungssportlich oder nicht. Dazu gehört auch zu vermitteln, dass es manchmal auch nicht reicht, um auf höchstem Niveau Sport zu machen. Individuell kann man dann schauen, wohin der Weg noch gehen kann.
Auf welche Ziele arbeiten Du und Dein Kader 2020 hin?
Gute Ergebnisse im BTV Nachwuchscup und eine individuelle (sportliche) Weiterentwicklung der Athletinnen und Athleten. Für die Jugend B wird die Deutsche Meisterschaft im eigenen Bundesland ein Highlight und ein großes Ziel sein. Dort können sie sich auch für den höheren LK1-Kader qualifizieren.
Vielen Dank für das Interview und Dein Engagement!
© Text: Christine Waitz; [09.03.2020]; Fotos: BTV Nachwuchscup/ BTV
Beitragsreihe zum internationalen Frauentag
GleichstellungSeit fast 100 Jahren wird am 8. März der internationale Frauentag begangen. An diesem Datum thematisieren viele Organisationen, Initiativen und Stellen die Gleichberechtigung aller Geschlechter. Ein Thema, das auch heute noch stetiges Engagement erfordert. Auch wenn im Triathlon in den letzten Jahren an gleichberechtigter Medienpräsenz, Bezahlung und fairen Rennbedingungen gearbeitet wurde – von einer echten Gleichstellung dürfte der Sport, wie viele andere, noch entfernt sein. Den Weltfrauentag möchten wir deshalb zum Anlass für eine Themenwoche nehmen. Wir führen Interviews mit Athletinnen aus dem Verbandsgebiet, die besondere Leistungen und besonderen Einsatz zeigen.
Frauen im BTV
4.400 Athletinnen sind derzeit Mitglieder in Vereinen des Bayerischen Triathlon-Verbands. Über 1.000 von ihnen nutzen einen DTU-Startpass, um aktiv am Renngeschehen in Bayern, Deutschland und international teilzunehmen. Neun Damen-Teams kämpfen in der Regionalliga, zwölf in der Bayernliga, drei in der 2. Bundesliga Süd. 38 Kampfrichterinnen sind ehrenamtlich zur Unterstützung von Athletinnen und Athleten auf den bayerischen Wettkampfstrecken unterwegs. Unzählige Sportbegeisterte leisten im Verband und in Vereinen an verschiedensten Positionen wertvolle Arbeit.
Sowohl im Leistungs-, als auch im Altersklassensport sind Bayerinnen an der Spitze vertreten. Allen voran die gebürtige Bayreutherin Anne Haug als Ironman Weltmeisterin 2019. Helena Pretzl und Lena Gottwald als Weltmeisterinnen ihrer Altersklassen im Wintertriathlon und auf der ITU Kurzdistanz-WM. Franca Henseleit ist eine der Bayerischen Hoffnungsträgerinnen im Leistungssport und Mitglied des DTU Nachwuchskaders.
Der Frauenanteil bei Wettkämpfen beträgt dennoch lediglich zwischen 23,2 % (Kurzdistanz des Rothsee Triathlon) und 30,5 % (Kurzdistanz des Triathlon Erlangen) oder zwischen 19 % (Mitteldistanz des Triathlon Ingolstadt 2019) und 27 % (Mitteldistanz des Chiemsee Triathlon). Woran liegt das? Die Gründe dafür sind vielschichtig.
Teilnehmerinnen des BTV Frauen-Freiwasser-Seminars 2019
Andere Herangehensweisen und Bedürfnisse
Für Berufstätige und gleichzeitig Familien-Managerinnen mit kleinem Zeitbudget mag Triathlontraining in seiner Komplexität eine große Hemmschwelle darstellen. Immer mehr finden dennoch Spass am Sport und an Wettkämpfen. Fitness, Gesundheitsbewusstsein und der Ausgleich zum Arbeits- und Familienleben sind häufige Motivationsfaktoren. Auch die soziale Komponente des Trainings spielt bei Athletinnen eine Rolle.
An eben diesem Punkt unterscheiden sie sich von männlichen Sportskollegen. Die Freude an der sportlichen Betätigung ohne Wettbewerbscharakter steht bei ihnen häufig im Vordergrund. Sportlerinnen schätzen gemeinsame Gespräche, die körperliche Aktivität an sich, den Austausch und die gemeinsam verbrachte Zeit unter Gleichgesinnten ganz ohne Rivalität.
Auch die Herangehensweise an den neuen Sport unterscheidet sich: Beginnerinnen nehmen sich mehr Zeit, um die einzelnen Disziplinen für sich auszuprobieren, sich vorzubereiten, nachzufragen, Details zu erkunden, bevor sie eine Wettbewerbsteilnahme planen.
Das Angebot wird vielfältiger
Aufgrund dieser anderen Herangehensweisen und Bedürfnisse, gerade von Einsteigerinnen, entwickeln sich zunehmend spezielle Angebote. Beginnend bei Seminaren und Workshops, über Trainingslager bis hin zu passendem Material. Im bayerischen Triathlon-Verband bietet Frauenbeauftragte Sabine Kaspar-Gawens seit 2017 spezielle Kurse, Seminare und Workshops. Die DTU präsentiert in diesem Jahr erstmalig eine Initiative für familienfreundliche Triathlons. Das Veranstalter-Label wurde zusammen mit der DTU-Beauftragten für Sportentwicklung und Vize Präsidentin in Bayern Ulla Chwalisz auf den Weg gebracht. Gemeinsam wird so das Ziel, mehr Frauen zum Triathlonsport zu bringen, verfolgt.
Beiträge
© Text: Christine Waitz; [4.3.2020] Bilder: Julian Rohn/ BTV/ DTU
Swim & Run Amberg abgesagt
Leistungssport, NachwuchscupKümmersbruck/Amberg, 7. März 2020 – Die Organisatoren der Veranstaltung müssen in Rücksprache mit den örtlichen Behörden den Event absagen.
„Aus Fürsorgegründen wird aufgrund der aktuellen Vorfälle bzgl. dem Corona Virus unser morgiger Swim & Run abgesagt. Weitere Informationen folgen in Kürze!,“ schreibt der Verein.
© Text: Christine Waitz; [7.3.2020]
Der Bayerische Triathlon-Verband auf den motrivation days
Breitensport, Nachrichten des BTVDrei Tage lang präsentierte sich der Bayerische Triathlon-Verband am Wochenende auf den „motrivation days“. Die Themenwelt rund um Triathlon und Ausdauersport fand dieses Jahr das erste Mal im Rahmen der Messe Freizeit und Garten in Nürnberg statt und lockte zahlreiche Sportler ebenso an, wie neues und interessiertes Publikum. Daneben zeigten Vereine, Veranstalter, Hersteller und Informationsanbieter in der gesamten Halle ihr Können und ihre Angebote.
„Der BTV stellte auf der Triathlonmesse seine volle Bandbreite an Angeboten vor,“ sagt die Vizepräsidentin, Ulla Chwalisz. „Die Themen reichten von der Arbeit des Verbands, bis hin zu den Schwerpunkten und Angeboten der verschiedenen Ressorts.“ Interessierte konnten sich dank der neu gestalteten Flyer informieren, oder bei einem Gewinnspiel Sportliteratur, Massagen oder eine Zahnschiene der Sportzahnärzte Nürnberg gewinnen. In Gesprächen wurden Tipps zum Finden des passenden Vereins gegeben, oder auf Seminare, Workshops und Ausbildungsangebote des Verbands hingewiesen.
Eines der Highlights war die Podiumsdiskussion mit hochrangiger Beteiligung. Dabei waren der dritte Bürgermeister der Stadt Nürnberg, Dr. Klemens Gsell, der Bürgermeister der Stadt Roth, Ralph Edelhäuser, Kathrin Walchshöfer-Helneder (Geschäftsführerin Challenge Roth) und mit Präsident Gerd Rucker und Vizepräsident Leistungssport Thomas Burger auch zwei Vertreter des BTV. Niclas Bock führte die Gäste durch das Thema „Die Zukunft der Sportart Triathlon in der Metropolregion Nürnberg“.
BTV rückt den Breitensport in den Mittelpunkt
Stefan Pohl auf der Freizeitmesse Nürnberg
Auf der Bühne referierte am Samstag und Sonntag der Beauftragte für Breitensport Stefan Pohl über all jene Themen, die Einsteiger in den Triathlon-Sport kennenlernen möchten. In Einzelgesprächen konnten diese anschließend vertieft und das konkrete Angebot des Verbands erläutert werden. Besonders erfreut äußerte sich Stefan Pohl über die Resonanz der zahlreichen Besucher bei seinen Vorträgen und am Stand. „Den Rückmeldungen kam man entnehmen, dass sowohl die ausführlichen Info-Flyer des Verbands wie auch die kenntnisreichen Gespräche mit unseren Kunden und den Vertretern der Vereine sehr gut angekommen sind. Ich würde mich freuen, wenn die Messe im nächsten Jahr mit gleichem Elan stattfinden könnte.“
© Text: Christine Waitz/ Ulla Chwalisz; [2.3.2020] Fotos: Christine Waitz/ Ulla Chwalisz