2019 war ein erfolgreiches Jahr für Franca Henseleit: In Grimma konnte sie ihren Deutschen Meistertitel verteidigen und empfahl sich für die Junioren-EM in Wert. Dort wurde sie Achte im Einzel und holte in der Mixed Team Relay Gold. Auch die erste WM-Teilnahme der 17-jährigen verlief erfolgreich. Trotz einer Verletzung im Vorfeld wurde sie im August in Lausanne 17. Eine ganz besondere Auszeichnung wird die Sportlerin des Tri-Team Schongau aber beim Neujahresempfang des DOSB entgegennehmen: Die Auszeichnung zur Eliteschülerin des Jahres der Bertolt-Brecht-Schule.
Nicht nur sportliche Leistungen, sondern auch Zielstrebigkeit, ein professionelles Engagement und gute schulische Leistungen sind Kriterien für die Auszeichnung „Eliteschüler des Sports“. Für andere Schülerinnen und Schüler sollen die Eliteschüler des Sports vor allem Vorbilder sein.
2018 wechselte Franca Henseleit an die Bertolt-Brecht-Schule Nürnberg. In kürzester Zeit fand sie sich dort ein und lernt seither in direkter Nähe zu den Trainingsstätten des Bundesstützpunkt Triathlon. Dort wird sie von den Landestrainern Roland Knoll und Stephen Bibow betreut.
Doch wie fühlt es sich an, mit 16 weit weg vom heimischen Steingaden zu leben? Wie geht man mit der Vorbildfunktion um? Wir haben Franca Henseleit gefragt.
Hallo Franca,
als Internatsschülerin und Triathletin bist du viel unterwegs. Konntest Du Weihnachten mit Deiner Familie zu Hause verbringen? Hat sich, seitdem du in Nürnberg lebst, die Wertschätzung für diese Stunden mit der Familie verändert?
Das stimmt, durch den Sport bin ich das ganze Jahr über sehr viel unterwegs. Wirklich ruhige Tage mit der Familie zu Hause gibt es sehr wenige. Deswegen freue ich mich sehr auf Weihnachten. Dann wird das auf jeden Fall nachgeholt, denn die Feiertage verbringe ich natürlich mit der Familie. Insgesamt schätze ich die Zeit mit meiner Familie sehr und die Unterstützung das Jahr über bedeutet mir extrem viel. Seit ich in Nürnberg im Internat wohne, ist mir bewusst geworden, wie wichtig Familie ist und wie bedeutend es ist, wenn sie uns Sportlern zur Seite steht.
Du konntest 2019 zahlreiche Erfolge erringen. Wie schaust du selbst auf das vergangene Jahr zurück? Was war für dich ein großes, was ein kleines Highlight?
Insgesamt bin ich wirklich sehr zufrieden und glücklich über meinen Saisonverlauf 2019. Gerade mein Start bei der JEM in Weert (Niederlande) mit meinem achten Platz und der Goldmedaille in der Mixed Team Relay waren sicherlich eine meiner Lieblingsmomente.
Besonders war jedoch die Deutsche Jugend- und Juniorenmeisterschaft in Grimma. Das Rennen hat leider mit einem eher schlechten Schwimmen angefangen, lief dann aber immer besser. Gerade das Durchkämpfen von einer anfangs eher schlechteren Ausgangsposition, bis hin zu einem Top-Rennen hat mich sehr motiviert und mir viel Erfahrung eingebracht.

Franca Henseleit während einer Aquajogging-Einheit. Foto: privat
Sicherlich auch ein großes Highlight der Saison war mein erster Start bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Lausanne. Leider war ich in der Vorbereitungsphase verletzt und musste ganze sechs Wochen mit dem Laufen pausieren. Somit blieben mir nur noch zwei Wochen Vorbereitungszeit auf die WM. Die Zwangspause war anfangs nicht leicht zu akzeptieren. Doch ich hatte keine Wahl und musste meinem Körper die nötige Zeit geben, um sich zu regenerieren. Also habe ich meinen Fokus in der Vorbereitungsphase vermehrt aufs Schwimmen gelegt, da ich anfangs auch nicht Radfahren durfte. Die viele Schwimmerei hat sich bei der WM zum Glück bezahlt gemacht und auch meine vielen Athletik- und Aquajoggingeinheiten haben sicherlich dazu beigetragen, ein ganz gutes Rennen in Lausanne anzuliefern. Natürlich lief es durch meinen großen Trainingsrückstand nicht perfekt. Aber die Erfahrung gemacht zu haben, dort starten zu dürfen, war sehr wertvoll für mich und mit meinem Rennen bin ich auch zufrieden.
Im Januar wirst du die Auszeichnung als Eliteschülerin des Sports erhalten. Der DOSB vergibt diesen Titel an Junge Menschen, die für Andere auch ein Vorbild sein sollen. Wer sind deine eigenen Vorbilder und was möchtest Du anderen gerne vorleben?
Um ehrlich zu sein habe ich nicht ein „großes Vorbild“. Vielmehr inspirieren mich viele Weltklasseathleten verschiedener Sportarten. Hinter jedem Erfolg steht ein langer Weg, der bei vielen sicherlich nicht ganz einfach war. Trotzdem haben sie es bis an die Spitze geschafft und das zeigt, dass es möglich ist. Das motiviert mich.
Mir ist es wichtig anderen zu vermitteln, dass man den Sport und seine Leidenschaft an aller erster Stelle für sich selbst macht, und nicht irgendjemand anderem zu Liebe. Natürlich ist es nicht immer einfach und alles macht Spaß. Aber es gehört einfach dazu, zu lernen sich durchzubeißen und für seine Ziele zu kämpfen.

Franca und Simon Henseleit. Foto: Jo Kleindl
Dein Bruder Simon hat in diesem Jahr ebenso zahlreiche nationale und internationale Erfolge gefeiert. Ist er Vorbild, Rivale oder beides?
Ganz klar Vorbild. Simon hatte in den vergangenen vier Jahren immer wieder mit schweren Verletzungen zu kämpfen und hatte nie die Möglichkeit wirklich zu zeigen, was er drauf hat. Dieses Jahr lief es das erste Mal wieder richtig gut, also ohne jegliche Verletzungen. Simon hat einen sehr großen Kampfgeist. Für seine Motivation, all die Jahre nicht aufzugeben, sondern immer weiter zu kämpfen, bewundere ich ihn sehr.
Auch 2020 wirst du am Bundesleistungsstützpunkt Triathlon in Nürnberg trainieren. Worauf freust du dich besonders? Was sind Deine Ziele für das neue Jahr?
Jetzt, in der Vorbereitungsphase, freue ich mich immer besonders auf all unsere Trainingslager. Ich finde es einfach schön, Zeit mit dem Team zu verbringen, sich gemeinsam zu pushen und etwas zu erleben. Und ganz ehrlich, es hat schon manchmal seine Vorzüge im Februar auf Mallorca im Warmen trainieren zu dürfen, während hier in Deutschland nicht einmal dran zu denken, ist in kurzer Hose vor die Haustüre zu gehen.
Dann fangen auch schon ziemlich schnell die Wettkämpfe an und darauf freue ich mich auf jeden Fall. Nicht nur auf die Wettkämpfe selbst, sondern auch auf die ganzen Erfahrungen und Erlebnisse, die damit verbunden sind. In den letzten beiden Jahren bin ich durch die Rennen schon ganz gut herumgekommen und darf so auch neben dem Sport sehr viel mitnehmen und erleben.
Mein größtes Ziel für die kommende Saison ist es, unverletzt zu bleiben und mich richtig gut auf die Wettkämpfe vorbereiten zu können. Eine Verletzung vor einem großen Wettkampf ist einfach super-ärgerlich und schade. Deswegen wünsche ich mir eine möglichst verletzungsfreie Saison. Wenn dabei dann auch wieder eine Qualifikation für die JEM und die JWM, die nächstes Jahr in Edmonton (Kanada) stattfindet, rausspringt und ich dort fit an den Start gehen könnte, wäre das natürlich richtig toll!
Vielen Dank für das Interview! Der BTV ist stolz auf die herausragenden Leistungen der Athleten.
© Text: Christine Waitz; [17.12.2019]; Fotos: Jo Kleindl
Ohm-Gymnasium Erlangen unter Bayerns besten Schulsportmannschaften
SchulsportMünchen. „Unsere bayerischen Schulteams sind top in Form! Das beweisen sie bei nationalen und internationalen Schulsportwettbewerben: Mit Spitzenplätzen sind sie immer vorne mit dabei“, so Kultusminister Michael Piazolo gestern in München bei der Ehrung der 24 besten Schulsportmannschaften des vergangenen Schuljahres. Er würdigte ihre herausragenden Leistungen in den verschiedenen olympischen Disziplinen – vom Rudern und Schwimmen, über Triathlon bis zum Ski alpin – und lobte die hohe Motivation genauso wie den sportlichen Vorbildcharakter der Schülerinnen und Schüler. Seinen Dank sprach er ebenso den Betreuern und Lehrkräften sowie den Sportvereinen und Eltern aus, die die Kinder und Jugendlichen allzeit unterstützen.
Ohm-Gymnasium Erlangen wird als 3. Bundessieger geehrt
Sieben bayerische Bundessieger und Mannschaften, fünf 2. Bundessieger und acht 3. Bundessieger wurden im Rahmen der Veranstaltung geehrt. Darunter war auch das Mixed-Triathlon-Team des Ohm-Gymnasium Erlangen. (Wir berichteten über den Erfolg im Finale der Triahlon-Rennen). Besonders dürfte für die Schüler gewesen sein, dass Bundestrainer und Hawaii-Sieger Faris Al-Sultan einen Teil der Ehrungen übernahm.
Der Präsident des Bayerischen Triathlon-Verbands, Gerd Rucker, war ebenfalls Gast und freute sich über die erfolgreiche Arbeit an Bayerns Schulen: „Das Engagement ist ein großer Gewinn für den Triathlon,“ sagte der Vohenstraußer und fügte hinzu: „Die heutige Veranstaltung war zudem eine rundum gute Werbung für unseren Sport!“
Die Mannschaft des Ohm-Gymnasium Erlangen mit Kultusminister Michael Piazolo; Foto: Andreas Gebert
Schulsport-Verdienstmedaille für sieben Lehrkräfte
Besonderes Engagement für den bayerischen Schulsport bewiesen sieben Lehrerinnen und Lehrer. Minister Piazolo überreichte ihnen dafür die Schulsport-Verdienstmedaille: „Mit bewundernswerter Begeisterung sind unsere Lehrerinnen und Lehrer täglich im Einsatz. Dabei bringen sie den Schulsport mit großem Engagement voran – im Sportunterricht, aber auch bei den Schulsportwettbewerben oder im Kooperationsmodell ‚Sport-nach-1‘. Die Auszeichnung mit der Schulsport-Verdienstmedaille ist eine Anerkennung von besonders herausragenden Leistungen. Dazu gratuliere ich den Kolleginnen und Kollegen ganz herzlich.“
Jugend trainiert für Olympia & Paralympics
ist ein bundesweit organisierter leistungsorientierter Mannschaftswettbewerb der Schulen in insgesamt 19 olympischen Sportarten und sieben paralympischen Sportarten. Er gilt als weltgrößter Schulsportwettbewerb: Rund 800.000 Schülerinnen und Schüler aus allen 16 Bundesländern nahmen im vergangenen Schuljahr teil. Aus Bayern waren knapp 90.000 Schülerinnen und Schüler in rund 9.000 Schulmannschaften gemeldet. Unter den Landessiegern der Bundesländer wird im Rahmen der Bundesfinalveranstaltungen die beste Schulmannschaft Deutschlands in den verschiedenen Sportarten und Wettkampfklassen ermittelt. Das Bundesfinale im Frühjahr und Herbst findet traditionell in Berlin statt. Das Winterfinale wird an wechselnden Wintersportorten ausgerichtet. Im Winter 2019 war der Austragungsort Nesselwang (Bayern).
© Text: Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus/ Christine Waitz; [09.01.2020] Fotos: Andreas Gebert
Haus der Athleten: Bayerische Triathlon-Talente wohnen unter einem Dach
BundesstützpunktAls Student in einer WG zu wohnen, ist nicht ungewöhnlich. Die Wohngemeinschaft, die sich seit November im Nürnberger Süden gefunden hat, ist jedoch genau das. In der gemeinsamen Küche treffen sich fünf national und international erfolgreiche Triathlon-Talente. Das „Haus der Athleten“ ist ein Projekt des Bayerischen Triathlon-Verbands. Das Ziel: Spitzenathleten in die Sporthochburg Nürnberg holen und sie dort halten. Am Bundesstützpunkt Triathlon versammeln sich junge Talente ebenso, wie erfahrene und erfolgreiche Routiniers.
Das Ziel: Sichern einer starken Trainingsgruppe
An der Eliteschule des Sports in Nürnberg herrschen für Kinder und Jugendliche ideale Bedingungen, um Schule und Sport zu vereinbaren. Bis zum Abitur können sie dort das Sportinternat der Bertolt-Brecht-Schule besuchen. Dann jedoch verändert sich die Situation: Ein Studien- oder Ausbildungsplatz und eine geeignete Wohnung müssen gefunden werden. Oft bedeutet das auch einen Ortswechsel.
Für diese Situation will Thomas Burger, Vizepräsident Leistungssport des Bayerischen Triathlon Verbands und Initiator des Projekts, gewappnet sein. „Wir fördern am Bundesstützpunkt Triathlon-Talente über Jahre hinweg, nur um sie nach Abschluss der Schule wieder in ihre Heimatorte zurück zu schicken oder an anderen Orten studieren zu lassen – dieser Situation wollen wir eine Alternative entgegensetzen.“
Die Leistungssportler nutzen die Wohnräume gemeinsam.
Dass der Ansatz funktioniert, beweisen der Einzug von Sophie Rohr, Paul Schönberger und Thomas Ott in das Athleten-Haus. Alle Drei absolvierten ihren Abschluss an der Bertolt-Brecht-Schule und beginnen nun ein Studium in Nürnberg. „Nachdem ich schon drei Jahre in Nürnberg zur Schule ging, und dieses Jahr mein Abitur gemacht habe, wollte ich auch weiterhin hier in der Trainingsgruppe und am Bundesstützpunkt trainieren. Mir gefällt es richtig gut, in der Sportler-Gemeinschaft zu leben, zu trainieren und Spaß zu haben,“ berichtet Sophie Rohr.
Talente ziehen nach Nürnberg
Gemeinsam Trainieren im Radkeller des Athletenhaus.
„Eine starke Trainingsgruppe ist ausschlaggebend für sportliche Erfolge,“ ist sich Thomas Burger sicher. Das Projekt hält nicht nur erfolgreiche Athleten in Nürnberg. Es lockt auch dekorierte Sportler an den Standort. Magnus Männer wechselte im Herbst aus dem benachbarten Landesverband Baden-Württemberg zum Bayerischen Triathlon-Verband und zog in das Haus der Athleten ein. „Das Haus der Athleten ist für mich ein idealer Wohnort. Die Nähe zu den Sportstätten und das Zusammenleben mit Kollegen sind optimale Vorraussetzungen für das Training am Bundesstützpunkt und bestärkten mich in meiner Entscheidung nach Nürnberg zu ziehen,“ sagt Männer.
Die WG komplettiert Silas Schmitt, der in Nürnberg derzeit sein freiwilliges soziales Jahr absolviert.
Neben gemeinsamer Küche, Wohn- und Esszimmer hat jeder Bewohner sein eigenes Zimmer, kann im Trainingsraum trainieren zusammen mit seinen Mitbewohnern den Rollentrainer aufstellen. Finanziell unterstützt wird das Projekt durch den Bayerischen Triathlon-Verband und seine Partner.
© Text: Christine Waitz; [16.1.2020] Fotos: BTV
Der BTV wünscht einen guten Start
Nachrichten des BTVDas Präsidium des BTV sowie die Geschäftsstelle wünschen allen Triathletinnen und Triathleten einen gesunden Start ins Olympia-Jahr 2020.
Die neue Saison hat für viele bereits mit der Planung und dem Training begonnen. Umso mehr hoffen wir darauf, dass der Start gelingt und wir uns gemeinsam über viele sportliche Highlights und Erfolge freuen können.
Wir sehen uns bald an einer bayerischen Startlinie!
Bayerischer Triathlon-Nachwuchs und Kurzdistanz-Elite ziehen positive Jahres-Bilanz
Leistungssport23 Triathlon-Talente erhielten im vergangenen Jahr Förderung durch das BTV Leistungssport-Programm. Die Kader- und Stützpunkt-Athleten arbeiteten in Trainingslagern und Trainingsmaßnahmen gemeinsam am Erfolg. Individuell betreut die Trainingsplanung der Sportlerinnen und Sportler das erfahrene Team rund um Roland Knoll und Stephen Bibow. Die Trainer und der Vizepräsident Leistungssport, Thomas Burger, ziehen zum Jahresende ein überaus positives Fazit. „Selbst wenn wir uns auf nationale und internationale Meisterschaften, sowie Europa- und Weltcup-Platzierungen bis Platz 15 beschränken, kommt eine beeindruckende Liste an Erfolgen zusammen,“ kommentiert der leitende Landestrainer Roland Knoll. „Dazu kommen zahlreiche gute Platzierungen bei Label- und unabhängigen anderen Rennen.“
Franca und Simon Henseleit begeistern mit WM-Teilnahme
Unbestrittener Höhepunkt für den bayerischen Leistungssport war die Teilnahme der beiden Sportler des TSV Schongau, Franca und Simon Henseleit, an der Junioren WM in Lausanne. Die Geschwister konnten zuvor bereits mit starken Leistungen bei der Junioren EM im niederländischen Weert und mit Siegen in ihren Altersklassen bei der Deutschen Meisterschaften in Grimma überzeugen.
Bei den Deutschen Meisterschaften der Jugend und Junioren gab es für die Mannschaft in Weiß-Blau weitere Erfolge zu feiern: Der 15-jährige Jan Pluta vom SSV Forchheim siegte in der Jugend B. Moritz Göttler (TV 1848 Erlangen / TSV Viernheim) stand mit ihm auf dem Podium. Die Mannschaftswertung der B-Jugendlichen gewannen die beiden gemeinsam mit Tim und Jan Semmeler (TV 1848 Erlangen).
Bei den Junioren standen weitere bayerische Sportler auf dem zweiten Platz der Mannschaftswertung: Thomas Ott (TSV Gemünden), Neilan Kempmann (SC Delphin Ingolstadt), Tanja Neubert (TV 1848 Erlangen) und Stefanie Walter (TSV Rosenheim).
(Den ausführlichen Bericht zum Rennen finden Sie hier.
Anabel Knoll und Marlene Gomez-Islinger holen international Podiumsplatzierungen
Bei hochrangigen Rennen der ITU- und ETU-Serien waren Sophia Saller vom SC Delphin Ingolstadt, Jonathan Zipf (Team Memmert), Maximilian Sperl (SC Delphin Ingolstadt), Anabel Knoll (SC Delphin Ingolstadt) und Marlene Gomez Islinger (DJK Weiden) am Start. Anabel Knoll erreichte beim ITU Continentalcup Richmond einen dritten Platz. Marlene Gomez-Islinger erkämpfte sich gleich drei Mal das Podium (ITU Continentalcup Agadir, ITU Europacup Constanta und ITU Europacup Dnipro).
Frederic Funk (Triathlon Grassau) und Marchelo Kunzelmann Loza( TRISTAR Regensburg) feierten bei weiteren Rennen große Erfolge: So siegte Funk beim Ironman 70.3 Lanzarote im Oktober; Marchelo Kunzelmann Loza gewann den traditionellen Triathlon Erlangen.
Eine Liste mit zahlreichen weiteren Erfolgen bayerischer Kaderathleten finden Sie im folgenden.
© Text: Christine Waitz; [11.12.2019] Foto: BTV-Kader
Triathlon-Veranstaltungen in Bayern: Petra Sticker vom Puma Herzoman über Herausforderungen und Höhepunkte
VeranstaltungenAm Ende eines ereignisreichen Renntages stehen die Sportler auf der Bühne, werden Trophäen entgegengenommen, Erfolge gefeiert. Nicht nur für die Athletinnen und Athleten ist das einer der schönsten Momente der Veranstaltung, sondern auch für die Organisatoren und das gesamte Orga-Team. Bis dahin nämlich war die Anspannung hoch. Alles muss perfekt klappen. Der Puma Herzoman fand 2019 zum 34. Mal statt und verlief reibungslos. Astrid Werner und Lasse Ibert waren die Schnellsten unter den fast 400 Athleten auf der Volksdistanz.
In Bayern finden alljährlich fast 100 Triathlonrennen statt. Viele davon werden von 362 Vereinen und Triathlonabteilungen organisiert und durchgeführt. Doch was ist eigentlich erforderlich, um ein Rennen erfolgreich über die Bühne zu bekommen? Wir haben uns mit den Organisatoren des Puma Herzoman unterhalten. Allen voran steht Petra Sticker. Sie kümmert sich gemeinsam mit ihrem Team aus der Turnerschaft Herzogenaurach um die vielen großen und kleinen Anforderungen, die ein Triathlon an Veranstalter stellt.
Hallo Petra,
fast 400 Sportlerinnen und Sportler standen 2019 hinter der Startlinie des Puma Herzoman. Was ist dein ganz persönliches Fazit zum Wettkampfjahr 2019?
Abteilungsleiterin Petra Sticker, Organisatorin des PUMA Herzoman
Auch dieses Jahr freuten wir uns, daß unser Triathlon so beliebt war, dass er innerhalb von 24 Stunden ausgebucht war. Viele Teilnehmer stellten um 00.00 Uhr den Wecker, um sich einen Startplatz zu sichern.
Mein persönliches Fazit ist, daß der Wettkampf aufgrund eines hervorragenden Orgateams wieder ohne große Problem gut über die Bühne lief. Und, dass das Wetter bis zur Siegerehrung gehalten hat, danach kam ein großes Unwetter.
Was Sportler am Ende sehen und erleben ist das Produkt monatelanger Arbeit. Wie viele Menschen unterstützen Dich im Hintergrund, ohne welche Vereine, Gruppen und Partner wäre der Puma Herzoman nicht möglich?
Stimmt, es steckt viel Organisationsarbeit hinter den PUMA Herzoman. Ein Orgateam von zehn Abteilungsmitgliedern übernimmt eigenverantwortlich Aufgaben. Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer aus dem Verein wäre es nicht zu stemmen. Viele übernehmen ihre zugeteilten Aufgaben schon über Jahre und sind Routiniers. Wir freuen uns, dass seit über 20 Jahren Hauptsponsor PUMA uns mit Finisher- und Helfershirts sowie Sachpreisen unterstützt.
Welche Herausforderungen bleiben euch von der 34. Auflage besonders in Erinnerung? Auf der anderen Seite gab es sicherlich auch besonders schöne Momente – welche fallen euch dazu ein?
Jedes Jahr ist die Herausforderung, die Strecke vom Landratsamt genehmigt zu bekommen und wir hoffen, daß alle größeren Baustellen auf unserer Radstrecke bis zum Wettkampftag abgeschlossen sind.
Besonders schön ist jedes Jahr die Stimmung im Freibad, die vielen Familien, Freunde und Kollegen, die ihre einzelnen Athleten anfeuern. Auch unser Bürgermeister war zum zweiten Mal am Start. Das war auch dieses Jahr ein Highlight für die Zuschauer.
Die „typische“ Herzoman Stimmung im Freibad
Mit lustigen oder kuriosen Situationen oder Ereignissen können Veranstalter schnell ein Buch füllen. Was ist euer Moment 2019?
Unser Moment ist, dass der Wettkampf lebt. Die vielen Teilnehmer und Teams, zelebrieren das Motto „Dabei sein und finishen ist alles“.
Wir hatten ein Team einer Herzogenauracher Firma am Start, mit über 24 Teilnehmern, die ihren Chef mit Bier im Ziel empfangen haben.
Wir freuen uns jedes Jahr über die vielen Teams, auch mit kreativen Namen und Outfits.
Zieleinlauf beim PUMA Herzoman
Im nächsten Jahr feiert euer Rennen ein kleines Jubiläum. Auf was dürfen sich Triathletinnen und Triathleten freuen?
Stimmt, innerhalb des Orgateams sind wir bereits am überlegen, welches Highlight wir für den 35. PUMA Herzoman unseren Teilnehmern bieten werden. Zum 30. PUMA Herzoman gab es ein cooles Radtrikot, welches wir oft noch bei RTF-Fahrten oder Wettkämpfen im Einsatz sehen. Die Resonanz war enorm und wir wurden schon oft gefragt, wann es wieder ein PUMA Herzoman Radtrikot gibt ????
Wir sind auch am Überlegen, ob wir einige Promi-Staffel-Teams zum Jubiläum zulassen.
Der BTV ist stolz darauf, dass solche familienfreundlichen Breitensportveranstaltungen über so viele Jahre erfolgreich sind. Den Aufwand, der dahinter steht, wissen wir einzuschätzen. Vielen Dank!
© Text: Christine Waitz; [17.12.2019]; Fotos: Puma Herzoman
Franca Henseleit ist Eliteschülerin des Sports 2019
Leistungssport2019 war ein erfolgreiches Jahr für Franca Henseleit: In Grimma konnte sie ihren Deutschen Meistertitel verteidigen und empfahl sich für die Junioren-EM in Wert. Dort wurde sie Achte im Einzel und holte in der Mixed Team Relay Gold. Auch die erste WM-Teilnahme der 17-jährigen verlief erfolgreich. Trotz einer Verletzung im Vorfeld wurde sie im August in Lausanne 17. Eine ganz besondere Auszeichnung wird die Sportlerin des Tri-Team Schongau aber beim Neujahresempfang des DOSB entgegennehmen: Die Auszeichnung zur Eliteschülerin des Jahres der Bertolt-Brecht-Schule.
Nicht nur sportliche Leistungen, sondern auch Zielstrebigkeit, ein professionelles Engagement und gute schulische Leistungen sind Kriterien für die Auszeichnung „Eliteschüler des Sports“. Für andere Schülerinnen und Schüler sollen die Eliteschüler des Sports vor allem Vorbilder sein.
2018 wechselte Franca Henseleit an die Bertolt-Brecht-Schule Nürnberg. In kürzester Zeit fand sie sich dort ein und lernt seither in direkter Nähe zu den Trainingsstätten des Bundesstützpunkt Triathlon. Dort wird sie von den Landestrainern Roland Knoll und Stephen Bibow betreut.
Doch wie fühlt es sich an, mit 16 weit weg vom heimischen Steingaden zu leben? Wie geht man mit der Vorbildfunktion um? Wir haben Franca Henseleit gefragt.
Hallo Franca,
als Internatsschülerin und Triathletin bist du viel unterwegs. Konntest Du Weihnachten mit Deiner Familie zu Hause verbringen? Hat sich, seitdem du in Nürnberg lebst, die Wertschätzung für diese Stunden mit der Familie verändert?
Das stimmt, durch den Sport bin ich das ganze Jahr über sehr viel unterwegs. Wirklich ruhige Tage mit der Familie zu Hause gibt es sehr wenige. Deswegen freue ich mich sehr auf Weihnachten. Dann wird das auf jeden Fall nachgeholt, denn die Feiertage verbringe ich natürlich mit der Familie. Insgesamt schätze ich die Zeit mit meiner Familie sehr und die Unterstützung das Jahr über bedeutet mir extrem viel. Seit ich in Nürnberg im Internat wohne, ist mir bewusst geworden, wie wichtig Familie ist und wie bedeutend es ist, wenn sie uns Sportlern zur Seite steht.
Du konntest 2019 zahlreiche Erfolge erringen. Wie schaust du selbst auf das vergangene Jahr zurück? Was war für dich ein großes, was ein kleines Highlight?
Insgesamt bin ich wirklich sehr zufrieden und glücklich über meinen Saisonverlauf 2019. Gerade mein Start bei der JEM in Weert (Niederlande) mit meinem achten Platz und der Goldmedaille in der Mixed Team Relay waren sicherlich eine meiner Lieblingsmomente.
Besonders war jedoch die Deutsche Jugend- und Juniorenmeisterschaft in Grimma. Das Rennen hat leider mit einem eher schlechten Schwimmen angefangen, lief dann aber immer besser. Gerade das Durchkämpfen von einer anfangs eher schlechteren Ausgangsposition, bis hin zu einem Top-Rennen hat mich sehr motiviert und mir viel Erfahrung eingebracht.
Franca Henseleit während einer Aquajogging-Einheit. Foto: privat
Sicherlich auch ein großes Highlight der Saison war mein erster Start bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Lausanne. Leider war ich in der Vorbereitungsphase verletzt und musste ganze sechs Wochen mit dem Laufen pausieren. Somit blieben mir nur noch zwei Wochen Vorbereitungszeit auf die WM. Die Zwangspause war anfangs nicht leicht zu akzeptieren. Doch ich hatte keine Wahl und musste meinem Körper die nötige Zeit geben, um sich zu regenerieren. Also habe ich meinen Fokus in der Vorbereitungsphase vermehrt aufs Schwimmen gelegt, da ich anfangs auch nicht Radfahren durfte. Die viele Schwimmerei hat sich bei der WM zum Glück bezahlt gemacht und auch meine vielen Athletik- und Aquajoggingeinheiten haben sicherlich dazu beigetragen, ein ganz gutes Rennen in Lausanne anzuliefern. Natürlich lief es durch meinen großen Trainingsrückstand nicht perfekt. Aber die Erfahrung gemacht zu haben, dort starten zu dürfen, war sehr wertvoll für mich und mit meinem Rennen bin ich auch zufrieden.
Im Januar wirst du die Auszeichnung als Eliteschülerin des Sports erhalten. Der DOSB vergibt diesen Titel an Junge Menschen, die für Andere auch ein Vorbild sein sollen. Wer sind deine eigenen Vorbilder und was möchtest Du anderen gerne vorleben?
Um ehrlich zu sein habe ich nicht ein „großes Vorbild“. Vielmehr inspirieren mich viele Weltklasseathleten verschiedener Sportarten. Hinter jedem Erfolg steht ein langer Weg, der bei vielen sicherlich nicht ganz einfach war. Trotzdem haben sie es bis an die Spitze geschafft und das zeigt, dass es möglich ist. Das motiviert mich.
Mir ist es wichtig anderen zu vermitteln, dass man den Sport und seine Leidenschaft an aller erster Stelle für sich selbst macht, und nicht irgendjemand anderem zu Liebe. Natürlich ist es nicht immer einfach und alles macht Spaß. Aber es gehört einfach dazu, zu lernen sich durchzubeißen und für seine Ziele zu kämpfen.
Franca und Simon Henseleit. Foto: Jo Kleindl
Dein Bruder Simon hat in diesem Jahr ebenso zahlreiche nationale und internationale Erfolge gefeiert. Ist er Vorbild, Rivale oder beides?
Ganz klar Vorbild. Simon hatte in den vergangenen vier Jahren immer wieder mit schweren Verletzungen zu kämpfen und hatte nie die Möglichkeit wirklich zu zeigen, was er drauf hat. Dieses Jahr lief es das erste Mal wieder richtig gut, also ohne jegliche Verletzungen. Simon hat einen sehr großen Kampfgeist. Für seine Motivation, all die Jahre nicht aufzugeben, sondern immer weiter zu kämpfen, bewundere ich ihn sehr.
Auch 2020 wirst du am Bundesleistungsstützpunkt Triathlon in Nürnberg trainieren. Worauf freust du dich besonders? Was sind Deine Ziele für das neue Jahr?
Jetzt, in der Vorbereitungsphase, freue ich mich immer besonders auf all unsere Trainingslager. Ich finde es einfach schön, Zeit mit dem Team zu verbringen, sich gemeinsam zu pushen und etwas zu erleben. Und ganz ehrlich, es hat schon manchmal seine Vorzüge im Februar auf Mallorca im Warmen trainieren zu dürfen, während hier in Deutschland nicht einmal dran zu denken, ist in kurzer Hose vor die Haustüre zu gehen.
Dann fangen auch schon ziemlich schnell die Wettkämpfe an und darauf freue ich mich auf jeden Fall. Nicht nur auf die Wettkämpfe selbst, sondern auch auf die ganzen Erfahrungen und Erlebnisse, die damit verbunden sind. In den letzten beiden Jahren bin ich durch die Rennen schon ganz gut herumgekommen und darf so auch neben dem Sport sehr viel mitnehmen und erleben.
Mein größtes Ziel für die kommende Saison ist es, unverletzt zu bleiben und mich richtig gut auf die Wettkämpfe vorbereiten zu können. Eine Verletzung vor einem großen Wettkampf ist einfach super-ärgerlich und schade. Deswegen wünsche ich mir eine möglichst verletzungsfreie Saison. Wenn dabei dann auch wieder eine Qualifikation für die JEM und die JWM, die nächstes Jahr in Edmonton (Kanada) stattfindet, rausspringt und ich dort fit an den Start gehen könnte, wäre das natürlich richtig toll!
Vielen Dank für das Interview! Der BTV ist stolz auf die herausragenden Leistungen der Athleten.
© Text: Christine Waitz; [17.12.2019]; Fotos: Jo Kleindl
Edith und Rainer Kotthaus gehören zu den ältesten Startpassinhabern in Bayern
BreitensportEdith und Rainer Kotthaus betreiben Triathlon. Nun ist es nicht selten, dass Partner eine gemeinsame sportliche Leidenschaft pflegen. Die beiden Sportler des TV Planegg-Krailling nehmen im Bayerischen Triathlon-Verband jedoch einen besonderen Rang ein. Edith Kotthaus ist mit 75 Jahren älteste BTV-Startpassinhaberin, Rainer Kotthaus ist mit 78 Jahren der Viertälteste. Wir haben uns mit ihnen unterhalten.
Hallo Frau Kotthaus,
hallo Herr Kotthaus,
2019 hatten Sie Wettkampf-Pech: der Tegernseer Triathlon musste wegen eines Unwetters abgesagt werden und die Deutschen Meisterschaften in Beilngries mussten Sie krankheitsbedingt ausfallen lassen. Dennoch waren Sie aktiv. Beim Gröbenzeller Familienlauf über zehn Kilometer beispielsweise errangen Sie beide den Altersklassensieg in 1:04:03 (Frau Kotthaus) und 1:02:13 (Herr Kotthaus). Welche Ziele setzen Sie sich für das neue Jahr?
Als „Oldies“ planen wir nicht gerne weit voraus. Wir hoffen, dass wir gesund bleiben, und wenn das „Trainingslager“ (Urlaub hat man ja als Rentner nicht mehr) im Mai auf Korsika wirksam ist, werde ich (Rainer) Ende Juni den Tölzer Triathlon mitmachen und wir gemeinsam später im Jahr den Tegernseer und eventuell den Alpentriathlon am Schliersee. Edith ist in die neue Altersklasse W75 gekommen. Da lockt die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft über die Kurzdistanz in Bremen.
Edith und Rainer Kotthaus bei der Siegerehrung Tölzer Triathlon 2017
Seit wann machen Sie Triathlon und wie fanden Sie zum Sport?
Zum Triathlon kamen wir Anfang der 1990er Jahre durch Freunde in Norddeutschland. Rainers erster Wettkampf war 1992 ein Sprint-Duathlon in Otterndorf bei Cuxhaven. Gemeinsam nahmen wir ab 1993 an verschiedenen Jedermann-Veranstaltungen im bayerischen Raum teil. Dabei fiel Ediths Talent dem damaligen Leiter Peter Caspari der Triathlonabteilung des TV Planegg-Krailling auf, der eine dritte Frau für die Damenmannschaft suchte, die an der Deutschen Meisterschaft in Trier teilnehmen sollte. So kamen wir 1997 zum TV Planegg-Krailling, und Edith wurde gleich im ersten Jahr der Vereinszugehörigkeit Deutsche Meisterin.
Im Triathlon können Athletinnen und Athleten jeden Alters gemeinsam trainieren und Wettkämpfe absolvieren. Wie sieht Ihr Trainings-Alltag aus?
Leider trainieren wir kaum gemeinsam mit den übrigen Triathleten unseres Vereins TV Planegg Krailing. Wir wohnen im Münchner Nordwesten. Da bietet es sich an, zum Radtraining ins Dachauer Hinterland zu fahren. Laufen können wir vor der Haustür oder in der Aubinger Lohe bei Lochhausen. Zum Schwimmen gehen wir ins nahegelegene Dantebad.
Frau Kotthaus, 2009 finishten Sie den Ironman Hawaii. Herr Kotthaus, 2012 wurden Sie bei den ETU Europameisterschaften im Rahmen des Challenge Roth Europameister. Nicht selten standen Sie gemeinsam auf dem Podium ganz oben. An welche Momente denken Sie besonders gerne zurück?
Natürlich ist es immer schön, gemeinsam auf dem Stockerl zu stehen. Die nachhaltigsten Momente aber waren unsere Zieleinläufe 2007 von Rainer und 2009 von Edith beim IRONMAN auf Hawaii. Selbst, wenn man dort als Frau mit „You are an IRONMAN“ begrüßt wird.
Vielen Dank für das Interview!
© Text: Christine Waitz; [10.12.2019]; Fotos: privat
Interview mit Andreas Dreitz: „2020 ist ein neues Jahr und eine neue Chance – vor allem eine neue Chance auf Hawaii“
LeistungssportNach 7:59:02 Stunden war es so weit: Am ersten Juli-Sonntag 2019 lief Andreas Dreitz als erster fränkischer Sieger im Rother Stadtgarten über die Ziellinie des Challenge Roth. Der gebürtige Lichtenfelser hatte sich gegen den Schweden Jesper Svensson und den Australier Cameron Wurf durchgesetzt und durfte einen furiosen Sieg bei dem Traditionsrennen feiern. Dabei war der Wettbewerb hochkarätig besetzt: Sechs der besten zehn Männer des Ironman Hawaii 2018 waren am Start. Mit ihnen bestritten 3.500 Einzelstarter und Teilnehmer von 650 Staffeln die Herausforderung.
Besonders im Leistungssport muss selbst der erfolgreichste Athlet mit gelegentlichen Rückschlägen umgehen. Die großen und berechtigten Ambitionen für weitere Weltklasseleistungen sowohl bei der Ironman 70.3 WM in Nizza, als auch beim Ironman Hawaii, musste der Michelauer nach einem Radsturz beim Ironman 70.3 Nizza begraben. Doch schon kurz nach dem Sturz verkündete er „Ich komme zurück.“
Wir haben uns mit ihm über ein Jahr mit Höhen und Tiefen unterhalten.
Hallo Andreas,
die wohl wichtigste Frage vorweg: Wie geht es dir? Konntest Du die Folgen des Sturz bei der Ironman 70.3 WM in den Griff bekommen?
Danke, sehr gut. Die äußerlichen Wunden sind zum Glück alle wieder gut verheilt und auch die Schulter ist wieder voll belastbar. Es bleiben natürlich die unbefriedigenden Rennresultate mit meinen DNFs in Nizza und Hawaii.
https://www.instagram.com/p/BzxTBmniNED/?utm_source=ig_web_copy_link
2019 hast Du Höhen und Tiefen erlebt: Der Triumph vor heimischem Publikum in Roth, dann Sturz-Pech und der verletzungsbedingte Ausstieg auf Hawaii. Welche Momente auch abseits der Rennstrecke diesen Jahres werden dir besonders in Erinnerung bleiben?
Roth war gigantisch – da bin ich zu Hause und da fühl ich mich wohl. Auch schon die Tage vor dem Rennen sind Gänsehautfeeling pur und mit meinem Sieg habe ich mir einen Traum erfüllen können. Doch besonders in schweren Momenten, wie bei und nach meinem Sturz in Nizza, kommt es darauf an ein starkes Team um einen zu haben, die auch in schweren Zeiten für einen da sind. Zunächst war ich sehr optimistisch, dass ich es nach Hawaii wieder rechtzeitig in einen vernünftigen Zustand schaffe, doch weitere Rückschläge brachten mich an meine Grenzen.
Nach dem Sieg beim Ironman Italien bei deiner Langdistanz-Premiere 2017 war Roth dein zweiter Sturm auf das oberste Podiums-Treppchen. Was ist das Schwierigste daran, im Rennen ganz vorne zu sein und wie gehst Du damit um?
Ein Rennen anzuführen ist ein unglaublich schönes Gefühl – doch leider wollen das viele. Ich gestalte gerne meine Rennen aktiv und versuche meine Konkurrenten unter Druck zu setzen. In Roth war mein Ziel den Solarer Berg als Erster hochzufahren. Da muss man dann aber auch aufpassen, dass man nicht komplett durchdreht und nicht alle seine Körner verschießt. Eine große Hilfe sind die Zwischenzeiten auf meine Konkurrenten, damit man eine kleine Übersicht vom Rennen hat, denn als Athlet selbst hat man nur sehr limitierte Informationen über das Renngeschehen, besonders wenn man in Führung liegt.
Andreas Dreitz
Als Spitzensportler ist man häufig auch Vorbild für Breitensportler und Motivationsquelle. Bei den Erdinger Team Tagen trainierst Du mit ihnen. Welche Fragen werden Dir am häufigsten gestellt?
Diesmal war es über mein allgemeines Wohlbefinden nach dem Sturz in Nizza und wie ich mich danach noch für Hawaii motivieren konnte.
Wer oder was motiviert dich?
Die großartigen Leistungen meiner Konkurrenten und dass ich mitspielen darf.
Der Jahreswechsel ist für Viele ein Zeitpunkt um Fazit zu ziehen, aber auch voraus zu blicken. Was stellst Du dir für 2020 vor?
2020 ist ein neues Jahr und eine neue Chance – vor allem eine neue Chance auf Hawaii. Doch bis dahin wird es sicher noch das ein oder andere Highlight geben 😉
Vielen Dank für das Interview!
© Text: Christine Waitz; [18.12.2019]; Fotos: privat
Interview mit Maximilian Schwarzhuber: Der Parasportler hat große Ziele
ParatriathlonAm 11. Oktober finishte Maximilian Schwarzhuber den München Marathon. Für einen Großteil der über 4.200 Läufer dürfte der Marathonlauf im übertragenen Sinne ein Hürdenlauf aus Herausforderungen im Vorfeld und im Rennen selbst sein. Der 26-jährige musste aber besonders viele und sicherlich auch besonders hohe Hürden meistern. Denn vor gerade einmal zwei Jahren lief er seinen ersten Zehn-Kilometer-Lauf als Parasportler. Heute macht er Triathlon, genießt den Sport und berichtet bei Vorträgen und Seminaren seine außergewöhnliche Geschichte.
Dieser Weg begann für ihn schon im Alter von zwei Jahren. Nach einem Mittagsschlaf wachte er mit gelähmten Füßen auf. Es folgte eine lange und aufwändige Suche nach Ursachen und Genesungsmöglichkeiten – erfolglos. 2017 entschloss sich der Wolnzacher dann dazu, sich beide Unterschenkel amputieren zu lassen. Der 14. Februar ist für ihn seither ein ganz besonderes Datum. Seitdem nämlich, kann er sich unter anderem begeistert dem Sport widmen. Schon während der Reha hatte er begonnen zu laufen. Ohne spezielle Prothesen kämpfte er sich über die ersten Kilometer und nur wenige Monate später lief er besagten Zehn-Kilometer-Lauf.
Die neu gewonnene Freiheit lotet er mittlerweile in vollen Zügen aus: Radtouren über die Alpen gehören ebenso zu den selbstgesetzten Zielen, wie ein Triathlon.
Wir haben uns mit ihm unterhalten.
Hallo Maximilian,
kurz vor dem Startschuss in das neue Jahr hat ein ehrgeiziger Mensch wie du bestimmt schon die neuen Ziele definiert. Verrätst du uns diese?
Worauf ihr euch aber sowas von verlassen könnt (lacht). Natürlich teile ich euch meine Ziele sehr gerne mit. Ich finde es wichtig, über seine gesetzten Ziele zu sprechen. Dann steigt der Druck, diese auch wirklich zu erreichen. Ich plane am Berlin Halbmarathon, am Triathlon Ingolstadt, am Beilngries Triathlon über die Olympische Distanz und am Berlin Marathon teilzunehmen. Außerdem stehen eine Alpenüberquerung mit dem Rennrad von München nach Venedig in 24 Stunden und das Durchschwimmen des Chiemsees über zehn Kilometer an. Ausserdem möchte ich 2020 mein Buch fertig schreiben und als Redner vor insgesamt 25.000 Menschen sprechen. Es gibt also ordentlich etwas zu tun.
Als Kind und als Jugendlicher konntest Du aufgrund der Lähmungen keinen Sport machen. Rollstuhl und Krücken gehörten zu deinem Alltag. Was bedeutet es heute für Dich, Dich schmerzfrei und uneingeschränkt bewegen zu können?
Das Gefühl kann ich nur mit tiefer Dankbarkeit beschreiben. Unfassbar, was ich heute machen kann und wie weit ich gekommen bin.
Noch vor drei Jahren erschien mir meine heutige Lebensqualität unerreichbar. Ein Grund für mich, diese Dankbarkeit jeden Tag aufzuschreiben. „Für was kann ich heute dankbar sein?“ Stell dir diese Frage jeden Tag, wenn du besser werden willst.
Maximilian Schwarzhuber; Foto: Marathon Photos
In deinen Seminaren und Vorträgen teilst Du Dein Wissen und Deine Erfahrungen mit den Menschen. Was ist Deine wichtigste Botschaft an die, die gerade eine schwierige Zeit – in welcher Hinsicht auch immer – durchmachen?
„Akzeptiere es oder ändere etwas. Aber hör mit dem Gejammer auf!“ – Nicht die Umstände bestimmen dein Leben, sondern die Antworten, die du darauf gibst. Es ist nicht eine Frage des Könnens. Es ist eine Frage des Wollens. Immer! Du möchtest aus deinen schlimmen Umständen ein Meisterwerk machen? Mit dem von mir entwickelten „Antwort-Prinzip“ wirst du es schaffen. Akzeptieren, verändern oder jammern. Du allein entscheidest. Was ist deine Antwort? Das oben erwähnte Buch wird sich genau von diesem „Antwort-Prinzip“ handeln.
In diesem Jahr hast Du gleich mehrere Meilensteine passiert. Du hast deinen ersten Marathon gefinisht und zuvor bereits die Herausforderung Triathlon gemeistert. Wie war es, das erste Mal drei Sportarten nonstop in einem Wettkampf zu bestreiten?
Ein Wechselbad der Gefühle. Auf der Schwimmstrecke habe ich einen ordentlichen Schlag ins Gesicht abbekommen. Als ich dann etwas benommen aus dem Wasser kam, bin ich gleich mal gestürzt. Aber kein Problem. Auf dem Fahrrad ging es mir deutlich besser. Ein befreiendes Gefühl, durch das Ingolstädter Hinterland zu rauschen. Beim Absteigen vom Rad, hat es mich dann gleich zum zweiten Mal ordentlich geschmissen. Dabei habe ich mir den Brustkorb geprellt. Das habe ich aber erst nach dem Wettkampf gespürt. Das Laufen fiel mir anfangs unerwartet leicht. Das hielt aber nicht lange an. Die letzten drei Kilometer musste ich mich ziemlich quälen.
Nach so vielen Hochs und Tiefs dann ins Ziel zu laufen, ist unbeschreiblich. Wirklich. Man muss es tatsächlich selbst erlebt haben. Ich würde es als einen Cocktail an Euphorie, Erleichterung, Dankbarkeit und Stolz beschreiben. Es ist schon lustig: Dein Körper ist völlig am Ende aber dein Geist erlebt wahre Höhenflüge. Sehr empfehlenswert kann ich nur sagen. Einfach selber ausprobieren. 😉
Viele Wege geht man nicht allein. Hast Du im Sport einen Verein, Trainingskameraden oder Begleiter gefunden?
Tatsächlich trainiere ich am liebsten alleine. Schon allein deshalb, weil ich mein Training oft spontan an meinen beruflichen Alltag anpassen muss. Der Sport ist für mich eine tolle Möglichkeit um abzuschalten. Mir neue Ideen durch den Kopf gehen zu lassen. Ein fast meditativer Zustand, kann man sagen. Ich habe aber einen hervorragenden Trainer. „Mr. Triathlon“ – Gerhard Budy. Ein äußerst erfahrener Triathlet und mehrfacher Ironman. Von Anfang an hat mich Gerhard enorm unterstützt. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Er schreibt mir meine Trainingspläne und beantwortet meine unzähligen Fragen. Ein Vollzeitjob für ihn. So viele Fragen wie ich immer habe. Unser gemeinsames Ziel: Meine Teilnahme am Ironman Hawaii 2021.
Vielen Dank für das Interview!
© Text: Christine Waitz; [11.12.2019] Fotos: Dominik Pfau/ Marathon Photo
Der BTV-Jahresrückblick: 6 Interviews aus allen Bereichen
Nachrichten des BTVNicht immer findet jedes besondere Ereignis und jede herausragende Leistung ihren Weg an die Öffentlichkeit. Auch ein ausführlicher Jahresrückblick könnte es nicht schaffen, das positive und facettenreiche Engagement abzubilden. Zur Abwechlung kommt ein etwas anderer BTV-Jahresrückblick 2019, nämlich in Interviewform.
In den folgenden sechs Tagen sprechen wir mit einer kleinen Auswahl Akteuren aus dem Verbandsgebiet. Aus ihrer Perspektive geben sie einen Einblick in die Bandbreite der hervorragenden Leistungen, die intensive Arbeit von Sportlerinnen und Sportlern, und insbesondere das Engagement in Vereinen, in den Bezirken und bei Veranstaltungen.
Die Interviews und Rückblicke
* Die jeweiligen Links öffnen sich am Tag der Veröffentlichung
© Text: Christine Waitz; [17.12.2019] Foto: inalpinus Design