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Nicht nur Sportlerinnen und Sportler bereiten sich auf die Saison vor, auch Kampfrichterinnen und Kampfrichter. So fanden in den vergangenen Wochen zahreiche Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen im Verband und in den einzelnen Bezirken statt. Dabei ging es um die Auffrischung bestehenden Wissens ebenso, wie um Kennenlernen des jährlich angepassten Reglements. “Wir freuen uns besonders über die zahlreichen neuen Kolleginnen und Kollegen, die die Ausbildung zum Landeskampfrichter erfolgreich absolviert haben”, sagt Matthias Langhojer, Regelbeauftragter Nord des BTV.

Eine der zentralen Neuausbildungen fand am 3. März in Wernsdorf bei Bamberg statt. 19 Kandidatinnen und Kandidaten aus fünf Regierungsbezirken und sogar ein Kandidat aus Thüringen nahmen teil. Ebenfalls anwesend waren die Kampfrichter-Obmänner aus Oberfranken, Klaus Pfister, aus Unterfranken, Oliver Schmidt, und aus der Oberpfalz, Stephan Pollert. Nach dem kurzweiligen Tag mit viel Informationen in Theorie und Praxis stand die schriftliche Prüfung an. “Alle haben den Test mit sehr gut gemeistert” freut sich Matthias Langhojer. Neben Gratulationen zur bestandenen Ausbildung gab es von BTV-Präsident Gerd Rucker die „Grundausstattung“ für bayerische Kampfrichter: einen Satz Karten, Trillerpfeife, Cap und ein Kampfrichter-Shirt.

Eine weitere Neuausbildung mit zehn Teilnehmenden fand in Oberhaching statt. Fortbildungen für bestehende Kampfrichter gab es in den Bezirken.

Interessierte können die Neuausbildung zum Kampfrichter immer im Frühjahr in Anspruch nehmen. Bei Fragen oder Interesse steht Matthias Langhojer als Ansprechpartner zur Verfügung.

Fotos: BTV Kampfrichter

Über 50 Seiten hat die Sportordnung der DTU. Ein kleines Buch voller Regeln rund um den Multisport. Klar, nicht alle davon finden in jedem Rennen ihre Anwendung. Doch ist das Regelwerk durchaus komplex. Wie also ist es, wenn man das erste Mal als Kampfrichter ein Rennen begleitet? Wir haben uns mit Johannes Seilnacht unterhalten, der in diesem Jahr die Kampfrichter-Ausbildung absolviert hat und das erste Mal mit Karten und Pfeife im Wettkampf unterwegs war.

Hallo Johannes,
Du bist selbst Triathlet. Warst Du bei Deinem ersten Kampfrichter-Einsatz genauso aufgeregt, wie vor Deinem ersten Triathlon?

Vor meinem ersten Triathlon war ich schon sehr nervös, weil es hier komplett auf einen selbst ankommt.

Bei meinem ersten Kampfrichter-Einsatz in Obernzenn hat sich meine Nervosität sehr schnell gelegt, denn ich war in einem tollen Team und alle haben geduldig meine Fragen beantwortet und mir alles gezeigt. Ich hatte dort sehr viel Spaß und für mich war es genau das Richtige, da es kein großer Triathlon war. Ich konnte so in alle Aspekte reinschauen und mir ein gutes Bild von den Aufgaben des Kampfrichters machen. Zum Glück war ich auch nirgends in einer Situation, wo ich eine Strafe verteilen musste.

Mann in gelber Weste mit Sonnenbrille

Anfang des Jahres hast Du die Ausbildung zum Kampfrichter Level 1 gemacht. Was hat Dich dazu bewogen?

Ein Hauptgrund war, dass der Sport mir sehr viel Spaß macht, und ich neben dem klassischen Helfer bei den Wettkämpfen auch nach einem Weg geschaut habe, mich im Triathlon-Umfeld abseits von der Teilnahme zu beteiligen, um so den Sport zu unterstützen. Ein weiterer Grund war, dass generell sehr viel und ausführlich über die Regeln und deren Auslegung diskutiert wird. Deshalb hat es mich interessiert, wie die Regeln umgesetzt werden.

Eigentlich kennt man als Triathlet ja das Reglement. Gab’s trotzdem neue Erkenntnisse?

Als ich mit dem Sport angefangen habe, habe ich die Regeln einmal überflogen und mich dann mit einem gewissen Halbwissen von Wettkampf zu Wettkampf bewegt. Durch die Ausbildung habe ich dann erstmal alle Regeln und deren Auslegung richtig kennengelernt.

Was findest Du schwierig an der neuen Perspektive auf Triathlon, was war besonders oder toll?

Durch die Ausbildung habe ich schon einen anderen Blick auf die Arbeit der Kampfrichter bekommen und verstehe nun auch, wenn der ein oder andere mal genervt ist, weil manche Diskussionen schon anstrengend sein können. Generell finde ich es aber auch toll, dass einem immer vermittelt wird, erstmal mit den Teilnehmer zu reden und stets Fingerspitzengefühl walten zu lassen, bevor man mit Karten um sich wirft. Ich finde, das ist auch der richtige Weg. Und weil ja am Ende, gerade im Amateurbereich, bei vielen der Spaß im Vordergrund stehen sollte.

Würdest Du Triathleten raten, auch als Kampfrichter aktiv zu werden?

Ich finde, die Kampfrichtertätigkeit bietet eine gute Möglichkeit, sich für den Triathlon ehrenamtlich zu engagieren, aber auch nach seiner aktiven Zeit dem Triathlon verbunden zu bleiben. Was ich jedem Triathleten als Tipp geben kann, ist, dass doch jeder Wettkampf seine Feinheiten hat und dass eine Nachfrage mehr im Nachhinein viele Diskussionen verhindert. Es muss nicht eine Kampfrichterausbildung sein, aber es lohnt sich hin und wieder in den Wettkampfregeln zu stöbern.

Vielen Dank für das Interview!

Mehr “erste Male” gibt es in der Übersicht unseres Adventskalenders.

Link zur Adventskalender-Übersicht.

Foto: BTV Mittelfranken

Auch in diesem Jahr bildet der BTV Kampfrichter*innen aus. Der Einsatz lohnt sich. Denn als Kampfrichter*in lernt man Triathlon von einer neuen Seite kennen, arbeitet in einem tollen Team, ist Vermittler*in, Unterstützer*in, sorgt für ein sicheres Rennen.

Sie gehören zum Wettkampf, wie die freiwilligen Helfer: Kampfrichter sind ein unabdingbarer Teil eines jeden Rennens. In ihrer Arbeit kümmern Sie sich um weit mehr als die Einhaltung von Regeln. Bereits im Vorfeld achten Sie darauf, dass die Bedingungen ortsgerecht möglichst ideal sind, dass größtmögliche Sicherheit am und um das Wettkampfgelände herrscht und stehen allzeit für Fragen und Hilfe zur Verfügung. Unser Video soll motivieren mitzumachen und für Verständnis für Entscheidungen und Vorgehen in dem nicht immer leichten Ehrenamt werben. Herzlichen Dank an Stefan Hämmerle für die grandiose Umsetzung des Films.

Wie wird man Kampfrichter?

Bereits seit 1988 bildet die DTU Kampfrichterinnen und Kampfrichter aus. Mittlerweile gibt es fünf Level der Kampfrichterlaufbahn. Der Start erfolgt stets als Landeskampfrichter. Der BTV bietet dazu alljährlich Neuausbildungen für Interessierte an und sorgt in der Folge auch für Weiterbildungen. Im nächsten Schritt auf Landesebene kann eine Qualifikation zum Technischen Delegierten und Einsatzleiter erfolgen. Weiter geht es dann auf Bundesebene mit der Ausbildung zum Bundeskampfrichter durch die DTU. Zwei weitere Ausbildungsstufen finden auf ITU-Ebene statt und berechtigen zu Einsätzen auf internationalen Rennstrecken.

Die Grundausbildung des BTV findet im Frühjahr sowohl in Nord- und in Südbayern statt. Sie dauert einen Tag und endet mit einem schriftlichen Test. Als angehender Kampfrichter sollte man einen Zeitaufwand von rund zehn Stunden bis zum ersten Einsatz einrechnen. Pro Saison können beliebig viele Wettkampfeinsätze angenommen werden. Im Idealfall sind es zwei bis drei. Die Einsatzdauer entspricht der Wettkampfdauer mit Vor- und Nachbereitung. Fortbildungen und Auffrischkurse, die ab dem zweiten Jahr zur Lizenzverlängerung benötigt werden, dauern jeweils einen halben Tag.

Was macht ein Kampfrichter?

Kampfrichterinnen und Kampfrichter sorgen dafür, dass jeder Wettkampf für Athletinnen, Athleten und Veranstalter zu einem positiven Erlebnis wird. Dabei sind die Hauptaufgaben die Sicherheit der Athleten zu gewährleisten, den fairen Umgang im Wettkampf zu überwachen, die Qualität von Rennen gemeinsam mit den Ausrichtern zu verbessern. Mitnichten geht es also nur darum, Sanktionen bei Regelverstößen auszusprechen. Vom Messen der Wassertemperatur, über Kommunikation mit Sicherheitskräften und Behörden, bis hin zum kompetenten Ansprechpartner für Sportlerinnen, Sportler oder auch Zuschauende ist die Arbeit als Kampfrichter vielfältig und konstruktiv.

Warum sollte ausgerechnet ich Kampfrichter werden?

Die Arbeit macht Spaß – das sollen die Interviews dieser Beitragsserie vermitteln.
Daneben hat Dein Verein Vorteile, wenn Du als Kampfrichter aktiv bist: Einen Regelkundigen direkt vor Ort zu haben, kann besonders für Einsteiger ein echter Gewinn sein. Die wichtigsten Fragen in aller Ruhe zu besprechen, macht vor dem ersten Wettkampf Sinn. Bei durch den Verein ausgerichteten Rennen können die eigenen Kampfrichter eingesetzt werden, ohne dass Kosten anfallen.

Film: Stefan Hämmerle

Es ist das Rennen der Superlative. In jedem Jahr, in diesem Jahr wohl besonders. Gleich zwei Weltrekorde wurden aufgestellt, durch die Schweizerin Daniela Ryf nach 8:08:21 Stunden und den Dänen Magnus Ditlev nach 7:24:40 Stunden. Klar, dass diese Rekord-Leistungen im Fokus stehen. Und doch gibt es so viele Facetten mehr, die ebenso faszinierend sind. Wir haben uns mit Personen unterhalten, die an dem geschichtsträchtigen Sonntag dabei waren. Als Orga-Mitglied, als Kampfrichterin, als Starter, als Helfer.

Im Portrait:

  • Konrad Puk, Starter
  • Andrea Raithel, Orga-Team
  • Sabine Jahn, Kampfrichterin
  • Joeline Büttner, Heferin
  • Johannes Welzenbach, Rückholdienst
  • Petra Amann-Lutz, Athleten-Supporterin
  • Thomas Bätz, Zuschauer

Konrad Puk

Konrad Puk mit Pokal im Arm

ist einer der über 3500 Startenden im Feld des Challenge Roth. Wie wohl die Meisten im Feld, investiert er viel persönlichen Einsatz, Zeit und Geld in den Sport. Was ihn auszeichnet: Er ist mit fast 75 Jahren einer der Ältesten im Rennen. Das hält ihn jedoch nicht davon ab, immer wieder an am Challenge in Roth teilzunehmen. Unterwegs merken die, die auf ihn treffen, wie viel Freude er an dem Wettkampf hat. Ein kurzes, positives Gespräch an der Versorgungsstation, ein paar motivierende Worte zu Mitstreitern. Der Holzkirchener schafft es, anderen noch Energie und Mut mit auf die verbleibenden Kilometer zu geben. Am Ende ist er deutlich schneller als im Vorjahr, auch, wenn der Lauf zu Beginn zäh war. Er gewinnt seine Altersklasse und steht am Morgen darauf in der Schlange für die Anmeldung 2024.

Hallo Konrad, warum bist du mit dabei und was motiviert Dich?

Ich bin dabei, weil es mir Freude bereitet, weil ich den Sport mit seiner Abwechslung so liebe, weil es mich herausfordert, weil der Challenge Roth so top ist. Letzteres bezieht sich auf die Stimmung, die Bereitschaft, die Solidarität, die Organisation und den freiwilligen Helfergeist. Da fließt sehr viel Herzblut und Wärme. Last not least: Ich will mich lange gesund halten und mit jüngeren Menschen zusammen etwas erleben.

Was war die größte Herausforderung an dem Tag?

Die Konzentration mit Lockerheit und Freude aufrecht zu erhalten, um in einen Flow zu kommen und, um mit den Zuschauern und Sportler*innen durch Mimik Freude zu kommunizieren. Und nichts zu vergessen. Das gelang mir leider nur teilweise.

Was war Dein besonderster Moment?

Vor dem Schwimmstart: What a peaceful atmosphere. Das sagte Sister Madonna Buder beim Challenge Roth 2014 und ich empfand das genau so.

In der ersten Wechselzone: Es ist noch alles heil und jetzt kann es richtig losgehen.

Insgesamt: Die Begegnungen mit Menschen im Wettbewerb.

Portrait von Andrea Raithel

Andrea Raithel

gehört schon seit Jahren zum Orga-Team des Challenge Roth und ist dort fast das gesamte Jahr im Einsatz. In der Rennwoche herrscht dann Ausnahmezustand – das Sahnehäubchen einer aufreibenden Vorbereitung.

Hallo Andrea, wann, wie lange und wo warst Du im Einsatz?

Die Arbeit für den Challenge geht für mich immer ungefähr im Januar mit unserer ersten Wettkampfleiter-Sitzung. Da schaue ich mir an, was es für Veränderungen zum Vorjahr gibt, stimme mich mit dem Technischen Delegierten und dem Einsatzleiter ab. In der Rennwoche bin ich dann die ersten Tage als „Mädchen für alles“ im Einsatz. Aufbau der Pressekonferenz, Ansprechpartnerin für die Elite Athlet*innen und einfach mit anpacken, wo noch was zu tun ist. Am Freitag steht dann das Briefing für die Profis – zusammen mit den Kampfrichter*innen – auf dem ProgrammAm Samstag dann die verschiedenen Wettkampfbesprechungen für alle Agegrouper. Am Sonntag darf ich dann meistens einen VIP-Bus mit Moderation begleiten und ab dem zweiten Wechsel arbeite ich dem Sprecher- und Regie-Team im Stadion zu. 

Warum bist du mit dabei und was motiviert Dich?


Es macht einfach unglaublich Spaß, wenn man sieht, was ein gutes, eingespieltes, freundliches Team gemeinsam erreichen kann. Wir dürfen jedes Jahr die Träume von Tausenden Athlet*innen erfüllen. Das macht schon stolz. Gerade in Zeiten, in denen man meint, dass es mit der Welt nur noch bergab gehen würde, ist diese positive Stimmung rund um den Challenge einfach wahnsinnig schön. Es ist natürlich anstrengend, aber es gibt so viel Energie und Positivität zurück.

Was sind die größten Herausforderungen im Rahmen der Orga?

Zum Glück sind bei uns alle Zahnrädchen so gut geölt und über Jahre bzw. Jahrzehnte aufeinander abgestimmt, dass die meistens Dinge eben einfach funktionieren. Ich habe vor 17 Jahren mein erstes Praktikum beim Team Challenge im Büro gemacht und seitdem lerne ich trotzdem jedes Jahr eine neue Facette kennen, die eben einfach funktioniert. Über die man sich gar keine Gedanken machen muss, weil irgendjemand sich diese Gedanken schon gemacht hat und sich einfach kümmert. Trotzdem ist es natürlich eine wahnsinnige Herausforderung mit so vielen verschiedenen Playern zusammenzuarbeiten. Wir wollen immer das sicherste und fairste Rennen, das wir irgendwie hinbekommen können.

Was war Dein besonderster Moment?

Dieses Jahr war ich abends, so 30 Minuten vor Zielschluss, nochmal auf der Laufstrecke draußen und habe einige Athlet*innen angefeuert. Einer war dann schon ein paar Meter an mir vorbeigelaufen, ist noch mal stehen geblieben, hat sich umgedreht und gesagt: „Ich habe es heute nur wegen dir geschafft! Ich denk seit KM 15 daran was du gestern im Briefing zu mir gesagt hast.“ Ich muss wohl etwas fragend geschaut haben, dann hat er erklärt: „Ich hatte eine Frage wegen den Cut-Off Zeiten und du hast gesagt ‚Das ist gar nicht so wichtig für dich. Mach dir keine Gedanken, du schaust doch fit aus. Glaub an dich und dein Training, dann schaffst du es locker vor dem Cut-Off.‘ Daran musste ich die ganze Zeit denken.“ Solche Momente sind für mich jedes Jahr wahnsinnig besonders. Zu sehen was den Athlet*innen unsere Arbeit bedeutet.


Sabine Jahn

Über 60 Kampfrichter*innen sind am Challenge-Wochenende für einen geregelten Ablauf, sichere Rennumstände, Fairness und zahreiche weitere Aufgaben im Einsatz. Sabine Jahn ist eine von ihnen. Sie ist selbst Triathletin und bei zahlreichen Rennen am Start. Als Kampfrichterin war sie in diesem Jahr schon zum fünften Mal im Einsatz – mit vollem Einsatz.

Hallo Sabine, wann, wie lange und wo warst Du im Einsatz?

Mein Einsatz begann am Samstagnachmittag um 16.00 Uhr mit der Einsatzbesprechung. Am Sonntag war ich ab 5.15 Uhr in der Wechselzone und am Aufstiegsbalken bis ca. 11.00 Uhr, ab dann war ich mit meinem MTB auf der Laufstrecke bis ca. 15.30 Uhr. Um 16.00 Uhr war Abschlussbesprechung. Um ca. 17.30 waren wir fertig.

Warum bist du mit dabei und was motiviert Dich?

Ich bin selbst Triathletin und liebe diesen Sport. Ich kann mit meiner Kampfrichter-Tätigkeit dem Sport „dienen“. Ich schütze die fairen Athleten vor den Unfairen und ich schütze vor allem die Sicherheit der Athleten. Ich bin im Wettkampf mittendrin und nah an den Athleten dran. Vor dem Wettkampf bombardieren dich, meist die Rookies, mit Fragen und in dem Moment bist du eher Helfer als Kampfrichter, aber damit gibst du den Athleten Sicherheit.

Was war Dein besonderster Moment?

Schön sind die Momente, wenn sich Athleten nach dem Wettkampf für deinen Einsatz bedanken. Besonders war: Am Sonntag auf der Laufstrecke hat sich ein Athlet für mein Fingerspitzengefühl bedankt.


Joeline Büttner

ist Triathletin aus Roth, schon seit sie ein Kind ist. Ebenso wie der Sport selbst ist sie mit dem Helfereinsatz beim Challenge groß geworden. Sie ist eine von 7.500 Freiwilligen an diesem Tag. Viele kommen aus der Umgebung, viele kommen aber auch von anderswo und finden den Einsatz bei dem Event toll, nehmen sich Zeit und geben ihre Energie in den kräftezährenden Job.

Hallo Joeline, wann, wie lange und wo warst Du im Einsatz?

Ich war gemeinsam mit meinem Freund an der Rother Lände im Einsatz. Dort ist bei Kilometer 12 eine Versorgungsstation. Ab 15.00 Uhr haben wir geholfen wobei viele schon ab 11.00 Uhr dabei waren. Wir hatten so die Chance, vorher noch den Zieleinlauf der Profis anzuschauen und unsere Bekannten an der Strecke zu verfolgen. Dafür waren wir aber bis zum Ende im Einsatz und haben auch beim Abbau geholfen.

Ich helfe schon seit Kindesbeinen. Damals war ich mit einer Freundin in der Wechselzone zwei. Sie kannte den Orga-Chef. Seitdem helfe ich immer und denke gar nicht darüber nach – das ist für mich einfach selbstverständlich!

Warum bist du mit dabei und was motiviert Dich?

Wir haben Wasser verteilt, das bei der Hitze natürlich gut wegging. Es ist einfach immer schön zu helfen! Der Kontakt zu den Athlet*innen ist so positiv. Wenn man ihnen dann noch ein motivierendes ‘Auf geht’s!’, oder so, mitgibt, kommt da sehr viel zurück. Viele bedanken sich dann, vor allem, wenn die Rennzeit schon fortgeschritten ist und es nicht mehr so ambitioniert zugeht. Man merkt die Dankbarkeit – das ist schön.

Was war Dein besonderster Moment?

Schon sehr zum Ende, der Cut-Off nahte, kam ein Kampfrichter, der sagte uns, dass noch zwei Athleten kämen und wir diese doch noch einmal richtig motivieren sollten. Wir haben sie dann angefeuert, damit sie vor dem Cut Off noch durchkommen und nicht aus dem Rennen genommen werden. Den Athleten in dieser Situation zu sagen, ‘Ihr schafft das!’, ist Wahnsinn: Mitzuerleben, wie sie darum kämpfen, um ihren Traum zu verwirklichen – wirklich cool. Ich habe einen riesigen Respekt vor der Leistung, die sie bringen!

Wenn ich später bei der Finishline Party im Stadion bin, und jemanden sehe, den wir motiviert haben, dann ist das unglaublich berührend!


Johannes Welzenbach

Hallo Johannes, wann, wie lange und wo warst Du im Einsatz?

Ich war am Sonntag von ca 8:00 Uhr – 18:00 Uhr, auf der südlichen Radstrecke, als Rückholdienst im Einsatz.

Warum bist du mit dabei und was motiviert Dich?

Das erste Mal war ich als Beifahrer mit dabei, vor ca 25 Jahren. Ich finde, dass so eine Veranstaltung ein tolles Aushängeschild für unsere Region ist. Da ich selbst sehr sportbegeistert bin, und die positive Stimmung während des Wettkampfs einfach der Wahnsinn ist, finde ich, dass man da einfach helfen muss.

Was war Dein besonderster Moment?

Einen besonders herausragenden Moment gibt es irgendwie nicht, aber ich finde es immer wieder schön, wie dankbar und freundlich die Athleten sind. Und das, obwohl unser Job ja negativ behaftet ist, da er das Ausscheiden aus dem Rennen bedeutet.

Der BR hat Johannes und sein Team begleitet. Link zum Video in der BR-Mediathek.


Marco Lutz und Petra Amann-Lutz

Petra Amann-Lutz

Hallo Petra, wann, wie lange und wo warst Du im “Einsatz”?

Ich bin um 4 Uhr früh aufgestanden, bin um 5 Uhr zum Schwimmstart gefahren und bin um ca. 20:30 Challenge-Gelände gewesen. Um 22 Uhr habe ich zusammen mit meinem Mann Marco das Rad abgeholt. Zu Hause waren wir gegen 23:30 Uhr. Ich war am Schwimmstart, in Hilpoltstein nach dem Solarer Berg, am Acuna-Berg in Roth und im Ziel. Und habe ansonsten alles auf der App oder über den Air Tag verfolgt.

Warum bist du mit dabei und was motiviert Dich?

Warum ich dabei war? Weil ich bescheuert bin ????, weil ich meinen Mann liebe und ich ihm diesen Wunsch mit-erfüllen wollte. Ich wollte bei diesem besonderen Moment für ihn dabei sein und ihn mit ihm teilen. Ich wollte ihm zur Seite stehen und ihn unterstützen, wenn es schwer werden sollte und wollte das Glücksgefühl – wenn es kommt – mit ihm erleben. Motiviert hat mich, dass ich dabei sein muss um zu wissen, dass es ihm gut geht, er gesund ist, keinen Unfall oder Verhetzung hat und ich weiß, dass alles in Ordnung ist. Und dass er weiß, dass ich für ihn da bin und er nicht alleine ist. Dass er stolz auf sich sein kann. Das gilt übrigens auch für unseren Sohn Tom. Ihn haben wir auf der Laufstrecke immer angerufen, wann er kommen soll, da er sich auf seine Mathe Abschlussprüfung am nächsten Tag vorbereiten musste.

Was war Dein besonderster Moment?

Der Start, die Schwimm-Angst, Sorgen, Emotionen. Das Glücksgefühl, dass das Training endlich vorbei ist und der Tag endlich da ist. Das Ziel, in das Marco es gesund und wohlbehalten geschafft hat. Und jetzt ist die Angst da, dass er die ganze Scheiße mal wieder machen möchte 😉

Furchtbar war der Moment, in dem Marcos Tracking hängen blieb – beim Laufen bei 15,5 km. Ich wusste, dass es ihm übel ist und er sich nicht gut fühlt. Und als nichts mehr weiterging hatte ich Angst, dass er vielleicht aufgegeben hat. Mir ging es nicht darum, dass er es nicht schafft. Sondern um Marco – dass er sein Ziel und seinen Wunsch erfüllen kann, ins Ziel zu kommen. Am Ende war das glücklicherweise ein technisches Problem und er hat es durchgezogen.


Thomas Bätz

Thomas Bätz feuert an beim Challenge Roth

Hallo Thomas, wann, wie lange und wo warst Du im “Einsatz”?

Als begeisterter Triathlet und früherer Challenge-Teilnehmer war es für mich völlig klar, den Start des Profi-Feldes als auch den der Amateure live und hautnah zu verfolgen. Deshalb bin ich am Samstag schon angereist und stand pünktlich am Sonntagmorgen um 06:00 Uhr mit Gänsehaut am Schwimmstart. Im Verlauf des Tages habe ich verschiedene markante Orte an der Rad- und Laufstrecke angesteuert, um meine teilnehmenden Freunde und so viel wie möglich Starter anzufeuern. Dabei waren natürlich der Solarer Berg, die Lände als auch der Wendepunkt bei Kilometer 18.

Warum bist du mit dabei und was motiviert Dich?

Die Atmosphäre in Roth am gesamten Challenge-Wochenende ist einfach einmalig. Die ganz Stadt strahlt eine Weltoffenheit und Freundlichkeit aus, die ihresgleichen sucht. Jeder Helfer, Gastwirt oder Aussteller ist positiv gestimmt. Die Wettkampfbedingungen sind optimal und natürlich zieht der familiäre Charme magisch an. Zudem ist man ganz nah an den Athleten dran und bekommt das Gefühl, ein Teil der Veranstaltung zu sein.

Was war Dein besonderster Moment?

Der Schwimmstart am Morgen ist definitiv besonders für mich. Man kann die Anspannung der Athleten und die Aufregung der Angehörigen am Kanal bzw. auf der Brücke quasi fühlen. Und wenn der erste Kanonendonner als Startschuß der Profis über das Wasser zieht, bleibt einem fast der Atem stehen.

Fotos: private Aufnahmen der Interviewten; Christoph Raithel

Bei der Frühjahrsversammlung des BTV Bezirk Oberpfalz am 11. März konnte ein besonderes Jubiläum gefeiert werden. Der Kampfrichterobmann Stephan Pollert und der Vorsitzende des Bezirks Franz Duscher konnten Paul Hlawatsch zu seinem 30jährigen Kampfrichterjubiläum gratulieren.

Paul konnte einigen Anekdoten im Rückblick auf seine Kampfrichterzeit erzählen.
Die versammelte Mannschaft der Kampfrichter des Bezirks gratulierten Paul und wünschten für die nächsten Jahre viel Erfolg und vor allem Gesundheit.

Die weiteren dienstältesten Kampfrichter im Bereich Oberpfalz sind Gerd Rucker und Steffen Sachs mit jeweils 21 Jahre Wettkampferfahrung und Kompetenz im Triathlon-Sport.

Silke Wolff ist eine von wenigen Kampfrichterinnen im Bayerischen Triathlon-Verband. Daneben ist sie Schriftführerin im Bezirk Schwaben und selbst aktive Sportlerin. Im Sommer ist sie fast jedes Wochenende unterwegs – und genießt das. „Ich hebe gerne die Hand, wenn es etwas zu tun gibt und engagiere mich!“, sagt die Athletin des ASV Hegge. Wir haben uns mit ihr unterhalten.

Hallo Silke, Schriftführerin, Kampfrichterin und aktive Sportlerin – wie bekommt man denn so viele Aufgaben unter einen Hut?

Für mich gehört es zu meinem Hobby „Sport“ dazu. Ich sehe es nicht als Arbeit, sondern als Teil meiner Freizeitgestaltung. Schon als Kind habe ich meinen Sportverein bei Events unterstützt, daher kenne ich es nicht anders. Der eigene Sport steht dann schon mal hinten an. Die Zeit, um Kraulen zu lernen, habe ich z.B. immer noch nicht gefunden. Daher bin ich beim Triathlon noch nicht über die Volksdistanz hinausgekommen.

Silke beim Junior Challenge in Roth

Wie kamst du zum Triathlon und welche sportlichen Ziele verfolgst du heute?

Ich habe 2018 einen Freund zu den Championship Samorin begleitet. Ich hatte vorher keine Ahnung von dieser sportlichen Herausforderung, war aber begeistert. Ein paar Veranstaltungen später wollte ich es selbst probieren und habe mich beim MUC Triathlon angemeldet. Als Alleinerziehende fehlt mir die Zeit drei Disziplinen zu trainieren. Meine große Leidenschaft ist das Laufen. Nächstes Jahr steht mein erster Marathon an und ein Radmarathon.

Als aktive Triathletin kennst du beide Seiten – die der Sportlerin und die der Kampfrichterin. Ein Vorteil? Welche Ratschläge würdest du der jeweils anderen Seite gerne mitgeben?

Es ist auf jeden Fall ein Vorteil beide Seiten zu kennen. Für mich aber kein Muss. Die Regeln sind den Kampfrichtern meist besser bekannt als den Teilnehmern. Daher mein Tip für die Athletinnen und Athleten: Macht Euch mit den Regeln gut vertraut, bevor ihr an den Start geht. Dazu gehört auch die Wettkampfbesprechung im Vorfeld. Sonst kassiert ihr womöglich ungewollt Zeitstrafen.

Die Aufgabe der Kampfrichter ist in erster Linie für einen sicheren und fairen Wettkampf zu sorgen. Statt mit bunten Karten zu winken, kann man den Sportler auch freundlich ansprechen und an die Regel erinnern. Das nehmen die Teilnehmer meistens freundlich und dankend an. Die Zeit ist dann quasi auch „abgesessen“, aber wird nicht als Strafe gesehen.

Was macht für dich Triathlon auch abseits der Rennstrecke zum attraktiven Betätigungsfeld?

Es gibt so viele Möglichkeiten. Laufen, Radfahren, Schwimmen. Drei Sportarten die man eigentlich ganzjährig und überall machen kann. Und es sind Bewegungsformen, die selbst im Kindesalter schon beherrscht werden. Das macht Triathlon auch für Kinder und im Schulsport interessant. Die verschiedenen Distanzen ermöglichen auch Hobby-Sportlerinnen und Sportlern teilzunehmen. Veranstaltungen finden fast ganzjährig statt. Das geht nur wenn es genügend Ehrenamtliche gibt, die abseits der Strecke planen, vorbereiten und am Veranstaltungstag helfen. Ich liebe diesen Trubel und freue mich zu einem Team zu gehören, das die Veranstaltungen ermöglicht. Wenn die Teilnehmer sich dann noch lächelnd für unsere Unterstützung bedanken, weiß ich wie wertvoll unsere Arbeit ist!

Danke, Silke!

Das Interview ist Teil des Adventskalenders 2022. Mehr starke Frauen gibt es dort.

Link zur Übersichtsseite.

Am 10. Juli 2022 von 9 Uhr bis 17 Uhr, mitten in der Wettkampf-Saison, laden wir zu einer Kampfrichter-Ausbildung ein.

Wir sprechen Interessierte aus den bayerischen Vereinen an, die bereits Wettkampferfahrung haben, sei es als Athlet*in oder als Veranstalter*in, oder die unseren schönen Sport aus einem anderen Blickwinkel kennenlernen wollen. Kampfrichter*innen sorgen im Verlauf eines Wettbewerbs für die Sicherheit und Fairness unter den Teilnehmer*innen.

In dem eintägigen Workshop vermitteln wir euch das nötige Knowhow, um mit dem gebotenen Augenmaß auf das Einhalten der Spielregeln achten zu können.

Meldet Euch beim Kampfrichter-Obmann des Bezirks Oberbayern kro-obb@triathlonbayern.de oder bei Eurem Verein. Hier bekommt ihr alle Details.

Am 30. April fand die diesjährige EL/ TD-Neuausbildung des Bayerischen Triathlonverbandes in Nürnberg statt. Aus den verschiedenen Bezirken wurden sieben Landeskampfrichter*innen durch Matthias Langhojer (Regelbeauftragter Nord) geschult und schriftlich geprüft.

Neben der Sport- und Kampfrichterordnung wurde auch die Veranstalterordnung, sowie die Liga- und Jugendordnung besprochen. Das Hauptaugenmerk lag auf den Tätigkeiten und den Verantwortungsbereich des Einsatzleiters bzw Technischen Delegierten. Die aktualisierte DTU Sportordnung 2022 diente als Grundlage der schriftlichen Prüfung zum Abschluss der Ausbildung.

Die Praktische Prüfung erfolgt bei den anstehenden Wettkämpfen unter Leitung der praktizierenden Einsatzleiter. Die neuen Einsatzleiter*innen freuen sich den Verband, die Veranstalter und die Athleten bei den kommenden Veranstaltungen zu unterstützen.

Foto: BTV