Seit 2019 unterhält der BTV einen Bundesstützpunkt Triathlon in Nürnberg. Hier trainieren hoffnungsvolle Talente und Profi-Triathlet*innen für Spitzenleistungen.

Die Erfolgsbilanz des BTV-Nachwuchs in den vergangenen Wochen kann sich sehen lassen: Bei den deutschen Meisterschaften dominierten die A-Jugendlichen das Feld und belegten die ersten vier und zwei weitere Top-Ten-Plätze. Auch in der weiblichen Jugend B war ein Podium zu feiern. Beim DTU Jugendcup in Jena gab es ebenfalls Podiumserfolge samt eines Sieges. Die Trainer Stephen Bibow und Johnny Zipf sind stolz auf die „Bibowbande“, wie der Nachwuchs in Nürnberg genannt wird.

Denn die Ergebnisse der vergangenen Rennen sprechen für sich: Bei den Frauen schickt sich Anna Brugger vom ASV Triathlon Kulmbach mit Platz 3 bei den Deutschen Meisterschaften und Platz 2 beim Nachwuchs-Cup in Jena an, zu den aussichtsreichsten Talenten zu entwickeln.
Schier unschlagbar scheinen die Jungs der Jugend A. Bei den Deutschen Meisterschaften siegte Justus Oeckl (CIS Amberg), Jan Semmler (TV 48 Erlangen), Mark Bittner (Trisport Erding) und Luis Hörra (TSG 08 Roth) folgten auf den weiteren Plätzen. Damit nicht genug: mit Manuel Lessing (SV Würzburg) und Tim Semmler erreichten zwei weitere Bayern die Top-Ten.
Auch in Jena gab sich ein ähnliches Bild: Dort gewann Jan Semmler. Manuel Lessing, Luis Rühl (TSV Harburg) und Tim Semmler (TV 48 Erlangen) kamen unter die besten Zehn. „Hervorzuheben ist für mich das konstant starke Abschneiden von Jan, der ja wirklich bei allen wichtigen Rennen vorne dabei war“, sagt Trainer Stephen Bibow.

Jan Semmler siegt in Jena. (Foto: DTU/ Jan Papenfuss)

Stephen, worauf führst Du die starken Leistungen der Jugendlichen zurück?

Ich würde sagen, hier spielt das gute und konstant arbeitende Team am BSP Nürnberg eine erhebliche Rolle. Angefangen bei Teresa Knoll, die den LK2 soweit aufgebaut hat, dass Athletinnen und Athleten den Weg zum Sport und zu uns finden. Damals wurden schon die Türen für Tim und Jan, Mark, Justus und auch Ben geöffnet. So bekam ich überhaupt die Chance, solch eine hervorragende Gruppe in Nürnberg betreuen zu können. Dass das so gut funktioniert, dafür bin ich sehr dankbar.

Natürlich haben wir auch konsequent an einem sinnvollen Training und Trainingsaufbau gearbeitet, der individuelle Voraussetzungen sehr stark beachtet. Dazu kommt die Eigendynamik der Gruppe. Im Training ist das gegenseitige „Pushen“ ein wichtiges Element, zumal alle auf ähnlichem Leistungsstand sind und sich gegenseitig motivieren. Bemerkenswert ist, dass das Niveau der gesamten Gruppe schon sehr hoch ist und sie durchaus auch im Juniorenbereich schon konkurrenzfähig sind, wie man am Ergebnis des Nachwuchs-Cups in Forst sehen kann.

Was würdest Du Dir für die weitere Entwicklung des BSP Nürnberg und der Bibowbande wünschen?

Ersteinmal wünsche ich mir, dass die Zusammenarbeit weiterhin so gut funktioniert, wie derzeit und das unser Team genau so bleibt.

Daneben hoffe ich eine noch engere Zusammenarbeit mit den Vereinen aufbauen zu können, um auch Athletinnen und Athleten, die nicht zu uns kommen können oder wollen, zu Hause fördern und entwickeln zu können. Das klappt natürlich nur dann, wenn die Vereine auch Bereitschaft zur Zusammenarbeit zeigen. Eine gute und starke Jugendarbeit und starke Vernetzung der Partner in den Vereinen und bei uns im Verband ist einfach essenziell zur Gewinnung von Talenten. Diese Vernetzung zu stärken und dort einen Akzent zu setzen, das wäre mein größter Wunsch!

Johnny, Du ergänzt seit eineinhalb Jahren das Trainerteam am BSP Nürnberg. Wie hat sich nach Deinem Wechsel vom Athlet zum Trainer Deine Sicht der Dinge verändert und wie fühlt es sich an, den Erfolg auf der anderen Seite mitzutragen?

Die Arbeit am BSP macht mir mittlerweile sehr viel Spaß. Anfangs war es sicher nicht einfach, nach über 17 Jahren Leistungssport. Im zweiten Jahr habe ich jetzt deutlich mehr Sicherheit bezüglich meiner Einschätzung was die Sportler*innen angeht. Es gibt immer noch viele Dinge, die ich aus meiner aktiven Zeit auf die „Bande“ projizieren kann. Aber ich habe auch gelernt, dass alle individuell sind und man den Athletinnen und Athleten die Freiheiten geben muss sich auch individuell zu entwickeln. 

Eigene Erfolge und die Erfolge aus der Gruppe lassen sich natürlich nur bedingt vergleichen. Selber war ich zu 100% akkurat und habe dem Sport alles untergeordnet, was die Erfolge dann sehr besonders macht. 

Diesen Druck sollen junge Heranwachsende noch nicht spüren, sondern Stück für Stück durch viel Struktur im Alltag, Schule und Leistungssport hineinwachsen. Der Spaß spielt noch eine große Rolle. Auch wenn Erfolge für mich temporär nicht an erster Stelle stehen, habe ich mich natürlich sehr darüber gefreut. Vor allem aber weil hinter jedem Erfolg eine individuelle Geschichte der letzten zwei Jahre steckt, die ich natürlich kenne.   

Justus, Du hast Dich gegen drei Teamkameraden im Kampf um den Sieg durchgesetzt. War es einfacher oder schwerer als gegen Konkurrenz, die man nicht so gut kennt?

Man weiß natürlich besser über die Stärken und Schwächen der Konkurrenten bescheid, wenn man jeden Tag zusammen trainiert und über die Jahre hinweg die Rennen beobachtet. Deshalb wusste ich, dass ich mich im Endspurt wahrscheinlich durchsetzten kann. Das macht die Entscheidungen im Rennen einfacher, auch wenn man natürlich immer überrascht werden kann.

Was sind Deine Ziele?

Mein Hauptziel für die nächste Saison ist vor allem mein Schwimmniveau zu verbessern, damit ich mich nicht immer nur durch das Laufen retten muss.

Anna, du kommst ursprünglich vom Schwimmen und fasst gerade erfolgreich Fuß im Triathlon. Was gefällt Dir am Dreisport?

Von den drei Disziplinen gefällt mir Schwimmen am meisten, da ich vom Schwimmen komme. Da jetzt aber noch Laufen und Radfahren hinzukommen, ist das ganze abwechslungsreicher und macht mir somit viel mehr Spaß, als das Schwimmen alleine. Außerdem muss man eine Disziplin nicht zu 100% können, da man den Rückstand in den anderen Disziplinen aufholen kann.

Wie fühlte sich der Zieldurchlauf bei der DM an?

Der Zieleinlauf hat sich toll angefühlt, einerseits weil ich es geschafft hab ins Ziel zu kommen und andrerseits wusste, einen Podestplatz erreicht zu haben.

Fotos: Rouven Oeckl, DTU/ Jan Papenfuss

Der Bundeskader der Deutschen Triathlon Union (DTU) für die Saison 2022 umfasst 30 Athlet*innen. Darunter sind auch Anabel Knoll, Simon Henseleit und Moritz Göttler, die am Bundesstützpunkt Triathlon in Nürnberg leben und trainieren. Berufen wurden sie entsprechend der gültigen Nominierungskriterien durch die DTU und nach Rücksprache mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

„Es hat sich gelohnt am Ball zu bleiben“

„Ich freue mich sehr über die Nominierung,“ sagt Moritz Göttler,“ und hoffe, Triathlon-Deutschland in dieser Saison auch bei internationalen Wettkämpfen vertreten zu können. Die Aufnahme in den Kader ist auch die Bestätigung, dass es sich in den letzten zwei wettkampfarmen Jahren gelohnt hat, trotzdem am Ball zu bleiben.“

 Moritz Göttler schafft den Sprung in den DTU-Kader

Dem Olympiakader gehören in diesem Jahr mit Laura Lindemann, Anabel Knoll, Justus Nieschlag und Jonas Schomburg die vier Tokio-Starter*innen aus dem vergangenen Jahr an.

Zwölf Sportler*innen haben 2022 den Status des Perspektivkaders inne. Dies sind: Nina Eim, Marlene Gomez-Göggel, Annika Koch, Lena Meißner, Lisa Tertsch sowie Jonas Breinlinger, Henry Graf, Tim Hellwig, Lasse Lührs, Lasse Priester, Justus Töpper und Valentin Wernz.

Im Nachwuchskader (NK) 1 der Deutschen Triathlon Union stehen dieses Jahr folgende Triathlet*innen: Selina Klamt, Katharina Möller, Finja Schierl, Simon Henseleit und Mika Noodt (alle NK 1 U23) sowie Jule Behrens, Julia Bröcker, Emilia Dimmer, Felipa Herrmann, Johanna Uherek, Moritz Göttler, Lukas Meckel, Jaspar Ortfeld und Henning Scholl.

© Text: DTU/ Anpassungen: Christine Waitz; Bild: BTV [05.02.2022];

Leben, lernen und trainieren – 11 Athletinnen und Athleten tun das aktuell am Bundesstützpunkt Triathlon in Nürnberg. Die Sportlerinnen und Sportler zwischen 15 und 17 Jahren wohnen im Internat des Bertolt-Brecht-Gymnasiums. Sie besuchen die Sportförderklassen der Stufen 8 bis 13 und werden betreut von den hochqualifizierten Trainern Stephen Bibow, Roland Knoll und Jonathan Zipf, sowie einem fachkundigen Leistungssport-Team.

Doch wie ist es so, fern von zu Hause sich vollkommen auf Schule und Sport zu konzentrieren? Diese Frage möchte das Stützpunkt-Team in einer Online-Veranstaltung beantworten. Das Angebot soll der Auftakt einer Reihe an Themen sein, die den Stützpunkt Triathletinnen und Triathleten in Bayern nahebringt.

Am 01. Dezember um 19.00 Uhr begrüßt Landestrainer Jugend und Junioren, Stephen Bibow, eine*n Verantwortliche*n der Berthold-Brecht-Schule, einen Athleten oder eine Athletin des BSP und einen Elternteil, sowie interessierte Zuhörer*innen auf Zoom. Der erste Talk der Reihe wird das Leben im Internat und am Bundesstützpunkt Triathlon Nürnberg aus verschiedenen Perspektiven zeigen. „Wir wollen damit interessierten Nachwuchs aus Bayern und vor allem die Eltern aktiv informieren“, sagt Stephen Bibow. „Sicherlich gibt es das ein oder andere Vorurteil, die ein oder anderen Bedenken gegenüber so einer außergewöhnlichen Schullaufbahn.“

Athleten, Eltern, Trainer, sowie Interessierte sind herzlich willkommen.

Die Anmeldung erfolgt hier bis spätestens 28. November. Gerne können bereits im Vorfeld bei der Anmeldung Fragen eingereicht werden.

© Text: Christine Waitz; Bilder: Christine Waitz [14.10.2021]

Der Bundesstützpunkt Triathlon in Nürnberg wächst. In der neuen Saison ergänzt der ehemalige Profitriathlet Johnny Zipf das Trainerteam. Zudem zieht es zahlreiche Nachwuchs-, Profisportlerinnen und -sportler nach Nürnberg. Sowohl die Gruppe der Sportschülerinnen und Schüler der Bertolt-Brecht-Schule, die der leitende Stützpunkttrainer Jugend und Junioren, Stephen Bibow, betreut, als auch die Trainingsgruppe der Älteren rund um Roland Knoll wird größer. „Wir freuen uns, dass Spitzensportler und junge Talente gleichermaßen so großes Interesse daran zeigen, am BSP zu trainieren,“ sagt Vizepräsident Leistungssport Thomas Burger.

Johnny Zipf neu im Trainerteam

Johnny Zipf ergänzt das Trainerteam.

15 Jahre lang war Johnny Zipf Profisportler. Zu seinen größten Erfolgen zählten der Vize-WM Titel in der Juniorenklasse 2005 und die Deutschen Meister-Titel im Triathlon (2013) und Duathlon (2017). Während seiner Zeit als Profi sammelte er zahlreiche Erfahrungen in der deutschen und französischen Triathlon Bundesliga und im internationalen Spitzensport. Dieses Wissen will der 34-jährige Triathlon B-Trainer, der bereits seit 2018 in der Metropolregion Nürnberg zu Hause ist, an den Nachwuchs weitergeben. Bereits in den letzten Wochen unterstützte er dazu Stephen Bibow.

Im Internat der BBS leben und am Stützpunkt trainieren

Der 15-jährige Justus Oeckl ist bereits ein Jahr im Nachwuchskader des Bayerischen Triathlon-Verbands. Seit September lebt der Nachwuchsathlet der CIS Amberg nun auch in Nürnberg. Auch Ben Kaufmann aus Weißenbrunn (Gealan TriTeam Hof) wagt mit 15 Jahren den Wechsel auf das Internat der Bertolt-Brecht-Schule.

Bei den Nachwuchs-Damen hoffen zwei Spezialistinnen, dass ihre Stärken in einzelnen Disziplinen auch im Triathlon zu Erfolgen führen. Sieben Jahre lang schwamm Cosima Rau in Erlangen und Nürnberg leistungsorientiert. Nun fiel der Entschluss zum Triathlon zu wechseln und dort neue Herausforderungen zu suchen. Mit Isabel Altendorfer ergänzt eine hervorragende Läuferin die Nachwuchsgruppe.
Nach ihrem Abitur in diesem Jahr bleibt die 17-jährige Kadersportlerin Amelie Hanf (LV Deggendorf) der Trainingsgruppe treu und absolviert in der Geschäftsstelle des BTV ein Jahr im Bundesfreiwillligendienst.

Profisportler aus ganz Deutschland

In der Gruppe von Roland Knoll trainieren ab sofort weitere Spitzensportler, die aus ganz Deutschland nach Nürnberg kommen. Lars Pfeiffer lebte bisher in Potsdam. Nun hat sich der 26-Jährige für eine Veränderung entschieden. Die größten Erfolge des Nationalkaderathleten waren der Sieg bei der Studenten-WM 2018, sowie zwei Podiumsplatzierungen bei internationalen Spitzenrennen (Platz 3 ETU European Cup Olszyn 2019, Platz 2 ETU European Cup Székesfehérvar 2018).

Mit Bianca und Rico Bogen zieht es zwei Geschwister in die fränkische Metropole. Rico Bogen absolvierte zuletzt sein Abitur am Sportgymnasium Leipzig. Der 20-jährige hatte 2019 zahlreiche starke Leistungen zu verzeichnen. Unter anderem startete er bei der Triathlon EM in Weert und wurde für ein Rennen der Super League nominiert, bei dem er den siebten Platz belegte. Auch Schwester Bianca, die 2017 Deutsche Vize-Meisterin war, absolvierte bereits internationale Starts. 2019 gewann sie sogar ein Rennen des Africa Cup. „Ich freue mich, mit den Jungs und Mädels am Stützpunkt trainieren und von Roland Knolls Erfahrungen profitieren zu können,“ schreibt die 22-jährige in den sozialen Medien.

Der BTV wünscht allen Trainern, Sportlerinnen und Sportlern einen guten Start!

© Text: Christine Waitz; [7.11.2020]; Titelbild: Theresa Baumgärtel

Die Triathletinnen und Triathleten des Bundesstützpunkt Triathlon in Nürnberg sind ab sofort auch im Falle einer Verletzung schnell und fachkundig betreut: Mit der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie im Krankenhaus Martha-Maria wurde ein starker Kooperationspartner gefunden.

Rund 30 Triathletinnen und Triathleten trainieren derzeit am Stützpunkt. Die leitenden Trainer Roland Knoll und Stephen Bibow stellen Inhalte mit größter Sorgfalt individuell zusammen, stimmen diese ab und überprüfen Ergebnisse im Nachgang. Ziel ist es, Leistungssportlerinnen und -sportler in ihrer Entwicklung und beim Erreichen ihrer ambitionierten Ziele ideal zu unterstützen.
Dennoch kann es vorkommen, dass sich Athletinnen oder Athleten Verletzungen zuziehen. Im Krankenhaus Martha-Maria in Nürnberg können Nachwuchs- und die Elitesportler nun auch in diesen Fällen bestmöglich betreut werden.

„Wir verfolgen in unserem Trainingsaufbau eine langfristige und sinnvolle Leistungsentwicklung“, erklärt Sportwissenschaftler Stephen Bibow. „Dabei wird auch viel  Arbeit in den Bereich der Verletzungsprävention investiert. Die Kooperation mit dem Krankenhaus Martha-Maria sehen wir dahingehend als ein weiteres Element. Die Möglichkeit, schnell und ohne lange Wartezeiten Termine für  Anamnese und in der Folge eine schnelle Erarbeitung von passenden Therapiekonzepten zu erhalten, kann dazu beitragen, dass langwierige Verletzungen gar nicht erst entstehen.“

Professor Dr. med. Hans-Dieter Carl, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie freut sich sehr über die Kooperation. „Die Betreuung der Triathletinnen und Triathleten ist uns eine Herzensangelegenheit, wir haben selbst viele Sportbegeisterte in unserem Team. Durch die Kooperation mit der BTV bauen wir unsere Unterstützung für den regionalen Spitzensport gerne weiter aus“, so Professor Carl.

Martha-Maria ist ein selbstständiges Diakoniewerk in der Evangelisch-methodistischen Kirche, die zur Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen gehört, und Mitglied im Diakonischen Werk. Zu Martha-Maria gehören Krankenhäuser, Berufsfachschulen für Pflege, Seniorenzentren und Erholungseinrichtungen mit insgesamt mehr als 4.300 Mitarbeitenden in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt.

Weitere Informationen zum Krankenhaus Martha-Maria in Nürnberg finden Sie unter www.martha-maria.de/krankenhaus-nuernberg

© Text: Christine Waitz; [14.10.2020]; Foto: The Groupmovement

Als Student in einer WG zu wohnen, ist nicht ungewöhnlich. Die Wohngemeinschaft, die sich seit November im Nürnberger Süden gefunden hat, ist jedoch genau das. In der gemeinsamen Küche treffen sich fünf national und international erfolgreiche Triathlon-Talente. Das „Haus der Athleten“ ist ein Projekt des Bayerischen Triathlon-Verbands. Das Ziel: Spitzenathleten in die Sporthochburg Nürnberg holen und sie dort halten. Am Bundesstützpunkt Triathlon versammeln sich junge Talente ebenso, wie erfahrene und erfolgreiche Routiniers.

Das Ziel: Sichern einer starken Trainingsgruppe 

An der Eliteschule des Sports in Nürnberg herrschen für Kinder und Jugendliche ideale Bedingungen, um Schule und Sport zu vereinbaren. Bis zum Abitur können sie dort das Sportinternat der Bertolt-Brecht-Schule besuchen. Dann jedoch verändert sich die Situation: Ein Studien- oder Ausbildungsplatz und eine geeignete Wohnung müssen gefunden werden. Oft bedeutet das auch einen Ortswechsel. 

Für diese Situation will Thomas Burger, Vizepräsident Leistungssport des Bayerischen Triathlon Verbands und Initiator des Projekts, gewappnet sein. „Wir fördern am Bundesstützpunkt Triathlon-Talente über Jahre hinweg, nur um sie nach Abschluss der Schule wieder in ihre Heimatorte zurück zu schicken oder an anderen Orten studieren zu lassen – dieser Situation wollen wir eine Alternative entgegensetzen.“

Die Leistungssportler nutzen die Wohnräume gemeinsam.

Dass der Ansatz funktioniert, beweisen der Einzug von Sophie Rohr, Paul Schönberger und Thomas Ott in das Athleten-Haus. Alle Drei absolvierten ihren Abschluss an der Bertolt-Brecht-Schule und beginnen nun ein Studium in Nürnberg. „Nachdem ich schon drei Jahre in Nürnberg zur Schule ging, und dieses Jahr mein Abitur gemacht habe, wollte ich auch weiterhin hier in der Trainingsgruppe und am Bundesstützpunkt trainieren. Mir gefällt es richtig gut, in der Sportler-Gemeinschaft zu leben, zu trainieren und Spaß zu haben,“ berichtet Sophie Rohr.

Talente ziehen nach Nürnberg

Gemeinsam Trainieren im Radkeller des Athletenhaus.

„Eine starke Trainingsgruppe ist ausschlaggebend für sportliche Erfolge,“ ist sich Thomas Burger sicher. Das Projekt hält nicht nur erfolgreiche Athleten in Nürnberg. Es lockt auch dekorierte Sportler an den Standort. Magnus Männer wechselte im Herbst aus dem benachbarten Landesverband Baden-Württemberg zum Bayerischen Triathlon-Verband und zog in das Haus der Athleten ein. „Das Haus der Athleten ist für mich ein idealer Wohnort. Die Nähe zu den Sportstätten und das Zusammenleben mit Kollegen sind optimale Vorraussetzungen für das Training am Bundesstützpunkt und bestärkten mich in meiner Entscheidung nach Nürnberg zu ziehen,“ sagt Männer.
Die WG komplettiert Silas Schmitt, der in Nürnberg derzeit sein freiwilliges soziales Jahr absolviert.

Neben gemeinsamer Küche, Wohn- und Esszimmer hat jeder Bewohner sein eigenes Zimmer, kann im Trainingsraum trainieren zusammen mit seinen Mitbewohnern den Rollentrainer aufstellen. Finanziell unterstützt wird das Projekt durch den Bayerischen Triathlon-Verband und seine Partner. 

© Text: Christine Waitz; [16.1.2020] Fotos: BTV