Leistungssport und Talentförderung ist ein wichtiger Teil der Arbeit im Bayerischen Triathlon-Verband e.V. Der BTV unterhält zudem in Nürnberg einen Bundesstützpunkt Triathlon.

Nach dem Großereignis ist vor dem Großereignis. Am Wochenende finden vom 9. bis 11. August im türkischen Balıkesir die Triathlon-Europameisterschaften statt. Mit Carlotta Bülck und Jan Semmler sind dort auch zwei bayerische Sportler vertreten. Für alle anderen Ambitionierten im BTV Nachwuchs-Team geht es nach Jena zur DM.

Carlotta Bülck und Jan Semmler starten in der Türkei über die Supersprint-Distanz bereits am Freitagmorgen. Dann warten Vor- und hoffentlich Endläufe, sowie am Sonntag ein Staffelrennen auf sie. Die EM Rennen bieten auch die Möglichkeit zur direkten Qualifikation für die Mitte Oktober in Spanien stattfindende WM. Dafür müssen Carlotta Bülck und Jan Semmler eine Top-30-Platzierung erreichen. Die Voraussetzungen sind nicht schlecht: Bülck erreichte in dieser Saison beim Junioren-Europacup im tschechischen Tabor schon einmal Platz vier. Semmler konnte im gleichen Rennen einen starken fünften Platz erkämpfen. „Die beiden sind gut drauf“, bestätigt auch Trainer Stephen Bibow.

BTV-Kader fährt zur DM

Während die Juniorin und der Junior auf die EM hinfiebern, wird es auch für den Rest des BTV-Nachwuchskaders spannend. Beim Jenaer Paradies-Triathlon geht es um die Deutschen Meister-Titel. Die Gruppe wird mittlerweile traditionsgemäß in Tracht zur großen Länderparade erscheinen. Dann, wenn es ins Rennen geht, kommt natürlich der blau-weiße Wettkampfanzug zum Einsatz.

„Die Deutsche Meisterschaft ist immer ein ganz besonderer Wettkampf“, meint Trainer Johnny Zipf. „Wir haben, denke ich, auch gute Chancen, mit Titeln nach Hause zu kommen. Einige haben in dieser Saison bereits bewiesen, dass sie vorne mitkämpfen können. Zusätzlich zu den Titeln geht es auch um Empfehlungen auf Kaderplätze der DTU.“
Stephen Bibow ergänzt: „Vor allem für die jungen Sportler der 2008er-Jahrgänge wird es besonders spannend werden. Für sie ist es die erste DM nach dem Einstieg in unser Training am Stützpunkt. Insgesamt erwarten wir, dass die Rennen vor allem auf der Laufstrecke entschieden werden, hoffen aber, dass wir auch im Schwimmen und Radfahren gute Leistungen zeigen können.“

Neben den Einzelrennen wird auch das Rennen in der Team Relay am Sonntag mit Spannung erwartet.

Foto: DTU/ Jan Papenfuss

In der fortgeschrittenen Saison stehen für den starken bayerischen Nachwuchs noch einige Highlights an. In Vorbereitung auf die Junioren Europameisterschaften starteten Jan Semmler und Carlotta Bülck beim Junioren Europacup in Tabor. Die Reise lohnte sich: Die beiden Kaderathleten waren die schnellsten aus dem deutschen Aufgebot. Stephen Bibow, leitender Stützpunkttrainer, analysiert nach dem Rennen: „Wir sind ziemlich zufrieden mit den Ergebnissen von Carlotta und Jan.“

Vor allem Jan Semmler zeigte ein Spitzen-Rennen. Der für den TV Erlangen startende Athlet kam unter den besten Zehn aus dem Wasser und versuchte direkt auf dem Rad den führenden Franzosen einzuholen. Lange lag er auf Platz zwei, musste sich dann jedoch in die nachfolgende Gruppe zurückfallen lassen. Beim Laufen hielt er sich auf Platz drei und musste nur im Endspurt noch zwei Konkurrenten ziehen lassen. Der Franzose Pao Millo gewann. „Er hat super das umgesetzt, was wir trainiert hatten, und der fünfte Platz ist deshalb eine sehr gute Leistung“, freut sich der Trainer.

Schwimmerin im Neoprenanzug kommt aus dem Wasser
Carlotta Bülck; Foto: DTU/ Jan Papenfuss

Auch Carlotta Bülck zeigte einen sehr guten Vorbereitungswettkampf für die EM. Sie verpasste zwar knapp die erste Radgruppe mit den drei Führenden, Stephen Bibow ist dennoch zufrieden: „Insgesamt hat sie dann auf dem Rad und vor allem beim Laufen ein sehr gutes Rennen gemacht.“ Am Ende stand ein guter vierter Platz zu Buche. „Wir blicken damit positiv auf das anstehende EM-Rennen!“ Bei den Frauen siegte Lucile Merrien aus Frankreich.

Zu den Ergebnissen geht es hier

Fotos: DTU/ Jan Papenfuss

Nach 8:02:38 Stunden blieb die Uhr im Triathlon Stadion im Rother Stadtgarten für Anne Haug stehen. Weltbestzeit! Erst im vergangenen Jahr hatte die Schweizerin Daniela Ryf den bis dato unangefochtenen, zwölf Jahre alten Rekord von Chrissie Wellington mit einer Zeit von 8:08:21 Stunden geknackt. Ryf war mit dem erklärten Ziel der Rekordjagd in das Rennen gegangen. Anders sah es bei der Bayreutherin Anne Haug aus. Sie hatte erst am Dienstag vor dem Rennen kurzfristig nachgemeldet. „Während der Saison ändern sich oftmals die Pläne“, sagte sie bei der Pressekonferenz.

Ganz überraschend kam die Fabelzeit natürlich nicht. Schon bei ihrem Saisonauftakt beim Ironman Lanzarote hatte sie, nach einer Krankheitsphase im Frühjahr, gezeigt, dass sie noch stärker zurück ist. Schon auf dem Rad fiel dort der Streckenrekord auf dem anspruchsvollen Kurs über die Lavainsel. Dieser Leistung folgte ein Marathon in 2:49:08 Stunden, ein Sieg mit über 40 Minuten Vorsprung und eben eine neue Kurs-Bestzeit.

Doch zurück nach Roth: 52:37 Schwimm-Minuten, 4:27:58 Stunden auf dem Rad und ein abschließender Marathon in fabelhaften 2:38:52 führten zu dem Rekord-Ergebnis. Die Zweite, Laura Philipp, folgte in 8:14:13, die Dritte, Els Visser weitere zehn Minuten später.

Wir haben uns mit Anne über den außergewöhnlichen Tag unterhalten.

Hallo Anne,
für einen Sportler ist ja jeder Sieg wertvoll. Was bedeutet dir die Weltbestzeit?

Das ist schon ein einmaliger Meilenstein in einer Sportlerkarriere. Sowas ist nicht planbar, sondern passiert einfach an einem perfekten Tag.

Bist du schon mit der Hoffnung auf eine Fabelzeit ins Rennen gegangen oder gab es im Rennen einen Moment, an dem du realisiert hast, dass heute einfach der Tag ist?

Nein. Ich habe genau dasselbe gemacht, wie bei jedem anderen Rennen der letzten 20 Jahre auch. Vom ersten bis zum letzten Kilometer mein absolut Bestes gegeben. Natürlich hat dieser Tag schon sehr gut mit dem Schwimmen begonnen. Das hat mich in eine Position gebracht, wo ich das Rennen nach meinen Vorstellungen gestalten konnte.

Als fränkische Athletin beim Heimrennen zu triumphieren, das ist außergewöhnlich. Gibt es eine Situation, an die du dich für immer erinnern wirst?

Heimrennen haben immer eine besondere Magie. Sie bringen auf unerklärliche Weise das Beste in einem zum Vorschein. Ich bin hier aufgewachsen und mit dem Rennen groß geworden. Hier dreimal ganz oben zu stehen und dann auch noch mit Weltbestzeit, ist schon ein wahr gewordener Traum. Eine einzige Situation, die mir besonders in Erinnerung bleiben wird, kann ich gar nicht rauspicken. Es gibt so viele Stimmungsnester überall auf der Strecke, die einen mit Extra-Energie versorgen und dann natürlich der Einlauf in das eigens erbaute Stadion. Das sind schon Momente, die sich für immer ins Gedächtnis einbrennen.

Du hattest im Frühjahr mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. So etwas kennen auch viele Altersklassen-Sportler. Wie hältst du dich einerseits motiviert, bremst dich auf der anderen Seite ein, sodass der Körper die nötige Zeit zur Regeneration erhält?

In schwierigen Zeiten, wie am Anfang des Jahres, wird mir immer wieder bewusst, was für ein außergewöhnliches Team ich um mich habe. Sie haben mit absoluter Leidenschaft und Einsatz jeden Tag mit mir gearbeitet, gehofft und nie die Ziele des Jahres aus den Augen verloren, um es wieder zurückzuschaffen. Ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen und ich bin wirklich überglücklich, ihnen heute mit dieser Weltbestzeit „Danke“ zu sagen.

Danke für das Interview!

Fotos: DATEV Callenge Roth/ Simon Fischer, Bernhard Bergauer und Christoph Raithel

Am 7. September 2024 findet in Hannover die DM Sprintdistanz der Elite statt. Ein echtes Wettkampf-Highlight. Die Meisterschaften werden in einem gemeinsamen Wettbewerb mit dem Rennen der 1. Bundesliga ausgetragen. Zehn Startplätze (weiblich/männlich) werden in diesem Rennen für Athletinnen oder Athleten vergeben, die nicht in einem Bundesligateam starten.

Die Bewerbung für einen Startplatz erfolgt zunächst ausschließlich über den BTV. Die Startplätze werden final durch das stimmberechtigte Gremium des DTU-Leistungssportausschusses vergeben. Athleten oder Athletinnen, die im Rahmen dieser Startplätze bei den Deutschen Meisterschaften starten, werden für ihren Erstverein gemäß Startpass gewertet und finden keinen Eingang in die Tagesergebnisse der 1. Bundesliga, auch wenn sie einem Bundesligateam angehören.

Hier geht es zum Bewerbungsformular.

Bewerbungsschluss ist der 21.08.2024.

Der DTU-Leistungssportausschuss entscheidet bis 27.08.2024 über die Startplatzvergabe und orientiert sich dabei an den folgenden Voraussetzungen:

  • vier Plätze für Athleten der AK Juniorinnen unter Einbeziehung der Platzierungen bei den folgenden Wettkämpfen in dieser Reihenfolge: Qualifikation zur Junioren Weltmeisterschaft im Oktober 2024; DM Jugend/Junioren in Jena; DTU-Jugendcup am Rothsee und ggf. Forst;
  • drei Plätze für Athleten der AK U23 unter Einbeziehung der Platzierungen bei den folgenden Wettkämpfen in dieser Reihenfolge: Wettkampfergebnis mit der höchsten individuellen Punktzahl im World Triathlon Ranking vom 11.05.-18.08.2024; Position im World Triathlon Ranking zum Stand 19.08.2024; Bundesliga Gesamteinzelwertung zum Stand 19.08.2024 (siehe § 31 der Durchführungsbestimmungen);
  • ein Platz für je einen Athleten der Elite unter Einbeziehung der Platzierungen bei den folgenden Wettkämpfen in dieser Reihenfolge: Wettkampfergebnis mit der höchsten individuellen Punktzahl im World Triathlon Ranking vom 11.05.-18.08.2024; Position im World Triathlon Ranking zum Stand 19.08.2024; Bundesliga Gesamteinzelwertung zum Stand 19.08.2024 (siehe § 31 der Durchführungsbestimmungen);
  • zwei Plätze: Vergabe einer Wildcard (z. B. Athletinnen Langdistanz, Athletinnen mit Verletzung, Bundeskader-Athlet*innen U23/Elite ohne Bundesliga-Team).

Hier geht es zum Bewerbungsformular.

Foto: Lisa Heinrichs

Der Memmert Rothsee Triathlon bot in diesem Jahr zahlreiche sportliche Höhepunkte. Einer davon war der DTU Jugendcup. Die besten Nachwuchssportlerinnen und -sportler deutschlands lieferten sich packende Rennen um jeden Rang. Schließlich ging es auch um die Qualifikation für die Junioren Europameisterschaften. Bei ihrem Heimspiel lieferten die bayerischen Athleten die beste Leistung aller Landesverbände in der Breite. Auch bei den Spitzenplätzen hatten sie einiges mitzureden. Jan Semmler holte gar das EM-Ticket, ein weiteres Ticket kann noch dazukommen.

Zahlreiche Top-Ten-Platzierungen und ein EM-Ticket

Die Rennen gestalteten sich auch aufgrund der selektiven Strecke allesamt als sehr spannend. Radgruppen jagten über den Kurs, die Möglichkeit für Rangänderungen war immer da.

Mit den Top-Ten-Platzierungen für die weiblichen und männlichen Starter der Jugend B zeigt sich Coach Johnny Zipf vollkommen zufrieden. Es siegten Lina Veith (Team HTV) und Wilhelm Saborrosch (Team BTU).

Bei den A-Jugendlichen wurde hart gekämpft. „Moritz Hägel und Moritz Hartman haben wirklich alles gegeben, um den Anschluss an die Ausreißergruppe zu halten“, analysiert der Trainer. Dass am Ende ein vierter Platz für Moritz Hartmann raussprang und Moritz Hägel sogar eine Lücke von 45 Sekunden schloss und zum Sieg lief, war „sehr, sehr stark“.

In den Juniorenrennen ging es noch darum, EM-Tickets zu vergeben. Bei den Männern waren drei bayerische Athleten in der ersten Schwimmgruppe: Jan Semmler, Manuel Lessing und Luis Rühl. Tim Semmler hatte den Anschluss dieses Mal verpasst. „Jan Semmler hat in dem Rennen seine Karten sehr gut gespielt“, freut sich Johnny Zipf. „Trotz seiner starken Radleistung hat er sich dort zurückgehalten und konnte sich so beim Laufen den zweiten Platz sichern.“ Nachdem der Erstplatzierte bereits das Ticket hat, darf sich Jan Semmler nun auf die Teilnahme bei den Europameisterschaften in der Türkei freuen.

Hoffen auf ein zweites Ticket

Die Athletinnen der Jugend A und Juniorinnen starteten gemeinsam. Bei den Juniorinnen war schon im Vorfeld ein spannendes Rennen zu erwarten. Sollte Kjara Reckmann, die in der Vorwoche noch Deutsche Junioren-Meisterin im Einzelzeitfahren wurde, ihre Radstärke ausspielen können? Mehrmals versuchte sie auf dem Rad zu attackieren, dennoch kam es in der letzten Radrunde zum Zusammenschluss zweier Radgruppen. Reckmann ging noch als erste auf die Laufrunde, musste dann jedoch den Atacken Tribut zollen. Mit Platz drei kämpfte sich stattdessen Chiara Göttler auf das Podium, Riekmann wurde Fünfte.

Den spannendsten Moment lieferte A-Jugendliche Carlotta Bülck, die im Zielspurt der beiden Jahrgänge nur knapp hinten lag, damit aber immer noch ihre Altersklasse gewann. Mit diesem Ergebnis wird sie der Bundestrainer für die EM noch vorschlagen – ein wenig Bangen um das Ticket muss sie aber noch.

„Zusammenfassend kann man sagen, dass die Athleten das Maximum an diesem Wochenende herausgeholt haben,“ fällt das abschließende Urteil des Trainers aus.

Top-Ten-Ergebnisse bayerischer Athletinnen und Athleten:

Jugend B weiblich:
Platz 7: Matylda Jozwiak
Platz 8: Josefine Doseth

Jugend B männlich:
Platz 6: Joseph Hof
Platz 10: Alexander Tresselt

Jugend A weiblich:
Platz 1: Carlotta Bülck

Jugend A männlich:
Platz 1: Moritz Hägel
Platz 4: Moritz Hartmann

Juniorinnen:
Platz 3: Chiara Göttler
Platz 5: Kjara Reckmann
Platz 7: Sarah Walther
Platz 10: Onel Venter

Junioren:
Platz 2: Jan Semmler
Platz 4: Manuel Lessing
Platz 5: Luis Rühl

Alle Ergebnisse sind hier zu finden (Link).

Fotos: Sportfotografie Gold/ Oliver Gold

Vor rund einem Monat war es endlich so weit: Mit einem achten Platz meldete sich Anabel Knoll beim Europacup-Rennen in Caorle zurück. Eine langwierige Verletzung hatte die Geduld der Olympia-Teilnehmerin ordentlich auf die Probe gestellt. Seit Ende letzten Jahres bereits hatte sich die Verletzung gezogen. Doch all das Warten, all die Maßnahmen zur Regeneration haben sich gelohnt. Zwei Wochen nach Caorle kam dann der endgültige Durchbruch: Die Ingolstädterin siegt im polnischen Kielce. Und dass das keine Eintagsfliege war, bewies sie auch am vergangenen Wochenende beim Europacup im österreichischen Kitzbühel, wo sie trotz Magen-Problemen im Vorfeld einen dritten Platz erreichte. Alles wieder beim Alten, also? Wir haben Anabel Knoll gefragt.

Hallo Anabel,

Herzlichen Glückwunsch zu den starken Ergebnissen der letzten Wochen. Wie groß ist die Erleichterung, dass es nun wieder läuft?

Sehr groß! Nach so langer Verletzungszeit, und vor allem nach so langer Zeit in der keine Besserung in Sicht war, bin ich inzwischen einfach nur froh wieder schmerzfrei laufen zu können. Auch, wenn noch in sehr vermindertem Umfang.

Wie gehst Du mit solchen Verletzungen um? Wie behält man währenddessen die Ruhe und auch danach die Bedenken in Schach? 

Ich habe versucht mich abzulenken. Ich habe im Winter meine Masterarbeit fertig geschrieben und das war auf jeden Fall eine gute Ablenkung. Daneben habe ich mich auf die Dinge fokussiert, die ich machen konnte: zum Beispiel mich im Schwimmen und Radfahren nochmals zu verbessern. Alternativ zum Laufen habe ich sehr viel Zeit auf dem Stepper und Crosstrainer verbracht. Das hilft dann schon. Oder zumindest gibt es einem das Gefühl, nicht untätig zu sein.

Welche Regenerations-Strategien haben Dir zur Genesung verholfen und was würdest Du Sportlern raten, die sich ebenfalls mit Verletzungen herumplagen?

Bei mir hat leider einfach nur Geduld geholfen. Und ich denke auch, das ist das Wichtigste. Es bringt nichts, es immer wieder zu versuchen. Man muss einfach auch mal abwarten und sich auf das fokussieren, was geht. Es ist, glaube ich, auch ganz wichtig, nicht zu verbissen zu sein, sondern ruhig zu bleiben.

Was sind Deine nächsten Ziele?

Meine nächsten Ziele sind wieder zurück ins internationale Wettkampfgeschehen zu finden. Ich möchte dieses Jahr wieder bei Weltcups und WTC-Rennen das Renngeschehen mitbestimmen. Für welche Platzierung es am Ende dann reicht, ist da erstmal zweitrangig.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

Foto: Carla Nagel

Sportler rennt ins Wasser

Seit 35 Jahren bereits gibt es den Rothsee Triathlon. Damit gehört das Rennen im Fränkischen zu den ältesten im Verbandsgebiet. In seinen Anfängen wurde, wie beim Challenge Roth, noch im Main-Donau-Kanal geschwommen, bevor der Start an den Rothsee verlegt wurde. Auch der Zielort hat sich in all den Jahren verändert. Von Roth direkt an das Ufer des Rothsees nach Hilpoltstein. Doch eines ist gleich geblieben: die Faszination, Gastfreundschaft und Begeisterung aller Beteiligten. Zum Jubiläum des Traditionsrennens am 22. und 23. Juni 2024 wird es ein Sport-Wochenende der Superlative geben. Neben den gewohnten Rennen werden Spitzensportler aus ganz Deutschland um Plätze in Sonderwertungen kämpfen – darunter auch die Bayerische Meisterschaft Kurzdistanz.

Frank Kräker und Matthias Fritsch, die den Memmert Rothsee Triathlon federführend organisieren, hatten in den vergangenen Monaten viel Koordinationsarbeit zu leisten. Gleich drei Meisterschaftsrennen galt es zusätzlich in das Programm einzuarbeiten. Erstmalig wird die Bayerische Meisterschaft auf der Kurzdistanz am Rothsee ausgetragen. Daneben suchen Polizisten in der Polizeimeisterschaft die schnellsten Kollegen. Fast schon angestammt wird auch die Mittelfränkische Meisterschaft durchgeführt. Dem allen nicht genug ist auch die 2. Bundesliga Süd zu Gast.

Zwei Sportler laufen über Wiese

Natürlich nehmen die Wertungen nur einen kleinen Teil der Veranstaltung ein. Denn der Großteil der Sportlerinnen und Sportler wird das Mitmachen bei familiärem Ambiente und schöner Umgebung einfach nur genießen. Den Start machen am Samstag die Kinder- und Jugendwertungen, die Liga legt ein schnelles Intermezzo ein, bevor bei der Jedermann-Wertung in den Triathlon hineingeschnuppert werden kann. Am Sonntag geht es traditionell über die Kurzdistanz.

Nachwuchs ganz groß

Ein besonderes Augenmerk wird am 22. Juni auf dem Nachwuchs liegen. Die höchste deutsche Nachwuchs-Serie, der DTU Nachwuchscup, wird ambitionierte und leistungsstarke Jungsportler an den Rothsee bringen. Auch für bayerische Youngsters lohnt sich das Kommen. Erstmals ist das mittelfränkische Traditionsrennen Teil des BTV Memmert Nachwuchscup.

Community Event: Anfeuern und Spaß haben

Das BTV Community-Event im Rahmen des Rothsee Triathlons am 22. Juni lädt alle ein, die die Top-Sportlerinnen und Sportler im Nachwuchsbereich lautstark unterstützen möchten. Trommeln, klatschen, Lärm machen, damit andere Höchstleistung erzielen können. Das Community-Event fordert weniger sportliche Leistung, als vielmehr Stimmgewalt ab. Treffpunkt ist gegen 11.00 Uhr nach dem Schüler- und Jugend B-Rennen am Eingang des Mini-Golf-Platzes. Die Teilnahme ist auch spontan und ohne Anmeldung möglich.

Link zur Anmeldung.

Fotos: Memmert Rothsee Triathlon

Im Wettkampfkalender des ambitionierten bayerischen Nachwuchs geht es Schlag auf Schlag. Nach dem Auftakt des DTU Jugendcups in Halle ging es am vergangenen Wochenende in Forst erneut zur Sache. Das Nachwuchsteam rund um die BTV Trainer Stephen Bibow und Johnny Zipf reiste mit großen Ambitionen und guten Erinnerungen an. Am Ende sprangen zahlreiche Top-Ten-Platzierungen für bayerische Athletinnen und Athleten heraus.“Alle haben das aus dem Rennen rausgeholt, was an diesem Tag drin war“, ordnet Stephen Bibow die Leistungen ein, und ergänzt: „Das ist schonmal ein Erfolg und freut mich!“ „Im Vorfeld hatten wir leider ein paar krankheits- und verletzungsbedingte Ausfälle, auch von potentiellen Podiumskandidaten und Kandidatinnen“, bedauert allerdings Johnny Zipf.

In ihrer Leistung stachen Jonas Seling und Joseph Hof in der Jungend B hervor, die mit den Plätzen 2 und 4 richtig gute Ergebnisse erreichen konnten. Auch bei den Athletinnen der Jugend B gab es ein erfreuliches Resultat: Nach längerer Verletzungsphase ist Josefine Doseth zurück auf der Erfolgsspur und holte sich Platz 3. Moritz Hägel erkämpfte sich in der Jugend A in einem extrem harten Rennen Platz 2. In der gleichen AK arbeitete Moritz Hartmann auf dem Rad stark mit. Bei den weiblichen A-Jugendlichen blieb zwar dieses Mal ein Spitzenplatz aus, doch mit Platz 9 zeigte Giulia Göttler, dass sie sich im vergangenen Jahr stark verbessert hat.

junger Sportler schiebt Rad
Joseph Hof

Jonas Seling: Bei Cup-Premiere mit perfektem Lauf gestartet

„Mein Schwimmen war für meine Verhältnisse ganz gut, weswegen ich direkt in die erste Radgruppe kam. Der Wechsel war auch in Ordnung, aber noch nicht perfekt“, analysiert der junge Athlet das Rennen. „Das Radfahren war gut, ich musste nie ganz vorne fahren und konnte so noch Kräfte fürs Laufen aufsparen. Glücklicherweise hatte ich beim Laufen keine Wadenkrämpfe, wie noch eine Woche zuvor in Weiden. Wahrscheinlich war es sogar der beste Lauf bisher, obwohl der Wechsel vom Rad nicht gut war. Im Nachgang bin ich einfach sehr glücklich, da es mein erster DTU-Cup überhaupt war und erst der zweite Wettkampf nach Weiden in zwei Jahren.“

Moritz Hägel: Nach hartem Radfahren ins Ziel gerettet

Moritz Hägel ordnet sein Rennen so ein: „Ich bin beim Schwimmen sehr gut weggekommen, leider bin ich nicht die optimale Linie geschwommen, so dass ich bei der ersten Boje nur im Mittelfeld war, bis zur nächsten Boje könnte ich mich deutlich vorarbeiten, ich kam dann mit 40 Sekunden Rückstand auf den Ersten aus dem Wasser, was Platz 16 bedeutete.  Nach einem guten Wechsel habe ich leider wieder die erste Radgruppe verpasst. Die ersten zwei Runden waren extrem hart, in Runde drei konnte meine Gruppe zum Glück auf die erste Gruppe auffahren und ich konnte als Erster auf die Laufstrecke wechseln. Die ersten zwei Laufrunden hab ich mich noch ziemlich gut gefühlt, aber in Runde 3 hab ich dann die Beine vom kräftezehrenden Rad fahren gemerkt und konnte nicht mehr mit Christian mithalten. So kam ich in einem echt starken Feld als glücklicher Zweiter ins Ziel. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung vor allem nach dem harten Radfahren. Natürlich will ich noch weiter nach vorne kommen und wenn ich den Sprung in die erste Radgruppe schaffe, ist, denke ich, noch Luft nach oben.“

zwei Sportler in blauen Anzügen laufen
Jan Semmler und Luis Rühl

Manuel Lessing mit viel Pech

Bei den Junioren hatte Manuel Lessing Pech und musste zwei Zeitstrafen verbüßen, die ihm mutmaßlich einen Podiumsplatz kosteten. Nach längerer Krankheit konnte Jan Semmler mit Platz vier schon wieder stark performen, hinter ihm zeigte Luis Rühl ein gutes Rennen. Chiara Göttler arbeitete sich im Rennen der Juniorinnen Runde für Runde beim Laufen nach vorne. Am Ende konnte sie einen driten Platz feiern.

„Die Rennen hingen in diesem Jahr sehr stark von der Laufperformance ab, da sich auf der Radstrecke jeweils ein großes Hauptfeld bildete. In diesem Rahmen haben unsere Athletinnen und Athleten das maximum rausgeholt. Beim anstehenden Rennen am Rothsee könnte die Renndynamik schon wieder anders aussehen,“ schätzt Stephen Bibow ein. „Wir freuen uns deshalb umso mehr auf das anstehende Heimspiel.“

Fotos: DTU/Sven Seele

Die Ergebnisse in der Übersicht

Jugend B weiblich
Platz 3: Josefine Doseth
Platz 8: Matylda Jozwiak
Platz 9: Nina Mayer

Jugend B männlich
Platz 2: Jonas Seling
Platz 4: Joseph Hof
Platz 5: Alexander Tresselt

Jugend A weiblich
Platz 9: Giulia Göttler
Platz 10: Anna Brugger

Jugend A männlich
Platz 2: Moritz Hägel

Juniorinnen
Platz 3: Chiara Göttler
Platz 10: Charlotte Doseth

Junioren
Platz 4: Jan Semmler
Platz 5: Luis Rühl
Platz 7: Manuel Lessing
Platz 8: Tim Semmler

Link zu den Ergebnissen.

Nass, kalt, windig und in Sachen Frühlingsluft gewöhnungsbedürftig. Während das Wetter zum ersten Rennen des DTU-Jugendcup noch deutlich ausbaufähig zeigte, sah es bei den Leistungen der bayerischen Nachwuchsathletinnen und -athleten schon anders aus. „Insgesamt waren die Ergebnisse sehr ordentlich und wir können damit zufrieden sein“, zieht Trainer Johnny Zipf Resümee. Das Rennen bestand aus einem Schwimmpart am Samstag und einem separaten Bike&Run mit Jagdstart am Sonntag. Neben den Leistungen zeigte sich der Kader vor allem als Team von seiner besten Seite, unterstützte sich bei schwierigen Bedingungen gegenseitig und glänzte mit guter Stimmung und Zusammenhalt.

„Es waren harte Bedingungen,“ beschreibt Stephen Bibow die Voraussetzungen, und eränzt: „Ein Rennen gegen die Zeit und sich selbst.“

Bei den Juniorinnen und A-Jugendlichen konnten vier junge Frauen im Schwimmen die EM-Norm erreichen und auch im Gesamtklassement sehr gut abschließen. Kjara Reckmann siegte bei den Juniorinnen und Sarah Walter verpasste das Podium mit dem vierten Platz nur knapp. In der Jugend A schaffte Carlotta Bülck mit Rang 3 den Sprung auf das Treppchen, Anna Brugger wurde Fünfte.

Bei den Junioren durften sich Luis Rühl und Tim Semmler über das Erreichen der EM-Norm im Schwimmen freuen. Während Luis Rühl am Ende Silber erreichte, hatte Tim Semmler beim Radfahren und im Laufen einen gebrauchten Tag. Jonas Wechsler schrammte zwar um vier Sekunden an der Schwimmnorm vorbei, lieferte aber mit Platz drei ein sehr gutes Gesamtergebnis ab.  

Je zwei neue Bestzeiten im Schwimmen gab es für die beiden Moritz in der Klasse der A-Jugendlichen. Am Tag darauf lieferten Moritz Hägel und Moritz Hartmann dann jeweils Radzeiten in den Top Ten und die schnellste (Moritz Hägel) und viertschnellste Laufzeit (Moritz Hartmann). Moritz Hägel brachte das einen vierten, Moritz Hartmann einen siebten Platz in der starken Konkurrenz ein. „Über die Leistungen und die Verbesserungen der beiden bin ich sehr froh und sehr stolz,“ lobt Stephen Bibow.

„Auch mit den jüngeren Altersklassen sind wir gut dabei, wenn auch noch nicht auf dem Podium“, beurteilt Johnny Zipf die aktuellen Leistungen und blickt positiv voraus: „auch hier zeichnet sich schon das ein oder andere Talent ab, was mich positiv stimmt.“

Fotos: DTU/Sven Seele

Luis Hörra arbeitet derzeit im Büro des Bayerischen Triathlon-Verbandes und macht dort ein freiwilliges soziales Jahr. Der Beginn dieser Arbeit war in diesem Jahr neu für den Rother. Wir haben uns mit ihm unterhalten.

Hallo Luis,
Du hast Dich für ein freiwilliges soziales Jahr im Sport entschieden. Wie kamst Du darauf und was möchtest Du danach machen?

Nach der Schule habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, den Sport im Fokus zu behalten, und trotzdem noch etwas „Taschengeld“ zu bekommen. Da war das fsj die perfekte Option. Was ich nach dem Jahr machen werde, weiß ich noch nicht sicher. Ein sportfreundliches Studium ist, Stand jetzt, die beste Option.

Junge Mann sitzt auf Tribüne und lächelt

Du machst bereits Triathlon von Kindesbeinen an. Was gefällt Dir so gut an dem Sport?

Am Sport gefällt mir besonders gut, das man sich selber sehr gut pushen kann, und das es mit 3 Disziplinen statt nur einer natürlich auch etwas vielfältiger ist.

Welche Ziele verfolgst Du?

Ich würde sehr gerne mit dem Ligateam der Tsg 08 Roth den Aufstieg in die 1. Bundesliga schaffen, und dabei das Team durch gute Leistungen bestmöglich unterstützen.

Danke für das Interview und viel Erfolg für Deine neuen Ziele.

Alles rund um Triathlon und „erste Male” gibt es in der Übersicht unseres Adventskalenders.

Link zur Adventskalender-Übersicht.

Fotos: Super League und Steffen Kühner (@sportfan0810 on Instagram)