Leistungssport und Talentförderung ist ein wichtiger Teil der Arbeit im Bayerischen Triathlon-Verband e.V. Der BTV unterhält zudem in Nürnberg einen Bundesstützpunkt Triathlon.

Die Goldbach Werkstatt Nürnberg, als Werkstätte für Menschen mit und ohne Assistenzbedarf im Nürnberger Stadtteil Zerzabelshof, hat für den Bayerischen Triathlon-Verband e.V. ein Therapiebrett zur Aktivierung und Mobilisierung der Füße hergestellt. In Handarbeit und mit viel Liebe entstand aus Holz, Kork und Klettverschlüssen ein Tool, auf dessen Herstellung alle Beteiligten stolz sind.

Die Goldbach Werkstatt bietet Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung, die wegen Art und Schwere der Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können, einen Arbeitsplatz an. In Zerzabelshof arbeiten etwa 50 Menschen in den handwerklichen Berufen der Töpferei, Schreinerei, Weberei und Schneiderei und produzieren Gebrauchsgegenstände als auch individuelle Auftragsarbeiten. Aus Naturmaterialien entstehen hier Holzobjekte, Teppiche, Geschirr, Taschen und vieles mehr – sogar eine Fahrradwerkstatt steht zur Verfügung. Die produzierten, stets mit einem individuellen Hauch gefertigten Produkte, können im Werkstattladen, der auch ein Café und ein Bistro beinhaltet, erworben werden.

Lange Vorarbeit notwendig

Olivier Jean Feit, der Leiter der Schreinerei, plante und fertigte mit dem Arzt und Sportwissenschaftler Thomas Voit über Monate von der ersten Idee, über verschiedene Rohlinge und Prototypen hinweg bis zum Endprodukt an dem Therapiebrett für die Sportler. Ziel war es, mit natürlichen Materialien ein Produkt zu entwerfen, das langlebig, funktional und in der Fertigung für die Schreinereimitarbeiter zu realisieren ist.

„Im März 2021 habe in der Goldbach Werkstatt das erste Mal von meiner Idee berichtet und war nach dem ersten Treffen mit Olivier Jean bereits fest entschlossen dieses Projekt mit den begeisterten und fröhlichen Menschen dort anzugreifen“, so Thomas Voit. Die Therapiebretter sollen die Sportler des Bayerischen Triathlon-Verbands in Nürnberg bei der Vor- und Nachbereitung von Trainingseinheiten unterstützen. „Ein weiterer Einsatzbereich ist die rehabilitative und präventive Nutzung. Unsere Sportler üben mit Schwimmen, Radfahren und Laufen zwar eine Sportart mit einem relativ ausgeglichenem Belastungsprofil aus, ihre Füße sind im Schul- und Trainingsalltag jedoch hohen Belastungen ausgesetzt und oftmals in enge Schuhe eingesperrt“ erzählt Thomas Voit, seines Zeichens zuständig für Verletzungen sowie deren Prävention und Rehabilitation am Bundesstützpunkt Triathlon in Nürnberg.

Mehr Informationen finden Sie unter www.goldbach-werkstatt.de

© Text: Thomas Voit; Foto: Thomas Voit [8.11.2021]

Leben, lernen und trainieren – 11 Athletinnen und Athleten tun das aktuell am Bundesstützpunkt Triathlon in Nürnberg. Die Sportlerinnen und Sportler zwischen 15 und 17 Jahren wohnen im Internat des Bertolt-Brecht-Gymnasiums. Sie besuchen die Sportförderklassen der Stufen 8 bis 13 und werden betreut von den hochqualifizierten Trainern Stephen Bibow, Roland Knoll und Jonathan Zipf, sowie einem fachkundigen Leistungssport-Team.

Doch wie ist es so, fern von zu Hause sich vollkommen auf Schule und Sport zu konzentrieren? Diese Frage möchte das Stützpunkt-Team in einer Online-Veranstaltung beantworten. Das Angebot soll der Auftakt einer Reihe an Themen sein, die den Stützpunkt Triathletinnen und Triathleten in Bayern nahebringt.

Am 01. Dezember um 19.00 Uhr begrüßt Landestrainer Jugend und Junioren, Stephen Bibow, eine*n Verantwortliche*n der Berthold-Brecht-Schule, einen Athleten oder eine Athletin des BSP und einen Elternteil, sowie interessierte Zuhörer*innen auf Zoom. Der erste Talk der Reihe wird das Leben im Internat und am Bundesstützpunkt Triathlon Nürnberg aus verschiedenen Perspektiven zeigen. „Wir wollen damit interessierten Nachwuchs aus Bayern und vor allem die Eltern aktiv informieren“, sagt Stephen Bibow. „Sicherlich gibt es das ein oder andere Vorurteil, die ein oder anderen Bedenken gegenüber so einer außergewöhnlichen Schullaufbahn.“

Athleten, Eltern, Trainer, sowie Interessierte sind herzlich willkommen.

Die Anmeldung erfolgt hier bis spätestens 28. November. Gerne können bereits im Vorfeld bei der Anmeldung Fragen eingereicht werden.

© Text: Christine Waitz; Bilder: Christine Waitz [14.10.2021]

Zu Wochenbeginn stellten Jonathan Zipf und Stephen Bibow einer Gruppe von rund 20 Trainerinnen und Trainern Rahmentrainingspläne vor. Die Pläne für B-Jugendliche können in Vereinen kostenfrei als Leitfaden durch die Saison eingesetzt werden. Die Initiative ist Teil des TriPoint Projekts, das Nachwuchsförderung in ganz Bayern erleichtern, Erfahrungsaustausch unter Clubs, Trainer*innen und dem Verband ermöglichen und den Kontakt zum BTV-Leistungssport-Team verbessern soll. Wir haben uns mit den Trainern des Bundes- und Landesstützpunkt Triathlon unterhalten.

Johnny Zipf

Hallo Johnny, als Stützpunkt-Trainer bist du seit rund einem Jahr aktiv und konntest Deine sportlichen Erfahrungen auch in den Plan einbringen. Welcher ist der Punkt, der dir besonders am Herzen lag?

Zuerst muss ich sagen, dass der Umstieg von der Athleten- zur Trainerseite natürlich auch für mich kein leichter war und immer noch ein laufender Prozess ist. Rückblickend betrachtet bin ich aber sehr zufrieden, wie wir mittlerweile alle im „Stützpunkt-Team“ und auch darüber hinaus zusammenarbeiten. Ich konnte, denke ich, meinen Platz im Team finden und sehe mich als gute, praktische Ergänzung zu Stephens schier unendlichem Wissensschatz.
Ich kann gar keinen konkreten Punkt nennen, der mir besonders am Herzen liegt, es gibt aber genügend Situationen, in denen ich meine Meinung und Erfahrung einbringen kann, da ich nahezu alles im sportlichen Bereich bereits erlebt oder miterlebt habe.

Der leitende Landestrainer Stephen Bibow

Stephen, Du arbeitest als Sportwissenschaftler seit vielen Jahren im Bereich Leistungsdiagnostik, Analyse, Planung und Entwicklung. Was, würdest Du sagen, waren im Bereich des Nachwuchstrainings die für dich wichtigsten Erkenntnisse?

Mich interessiert die Sportwissenschaft mit all ihren Teildisziplinen sehr und wir können und sollen uns als Nachwuchstrainer auch an einigen Erkenntnissen bedienen. Nur geht es auch und vor allem darum, als Nachwuchstrainer  Nachwuchsathlet*innen als heranwachsende Persönlichkeiten, als Schüler*innen, als triathlonbegeisterte junge Sportler*innen wahrzunehmen, langfristig zu fördern und das Feuer für den Leistungssport am Leben zu halten oder sogar weiter zu entfachen. Ich möchte nicht nur Triathlon lehren, sondern auch etwas für’s Leben mitgeben. Es gab eine Zeit, da hatten meine Trainer*innen deutlich mehr Einfluss auf mich, als beispielsweise meine Lehrer oder Eltern. Das lernt man natürlich nicht im Labor für Leistungsdiagnostik.

Johnny, was sind die Ziele des Rahmentrainingsplans und für wen ist er konzipiert?

Der Rahmentrainingsplan richtet sich an die Altersgruppe Jugend B, kann aber auch in darauffolgenden Altersgruppen leicht angepasst werden. Er soll die Arbeit der Vereine, Eltern und Trainer*innen erleichtern, Hilfestellung und Ideen geben, wie ein komplexes Nachwuchstraining im Triathlon aussehen kann.

Stephen, wie unterscheidet sich der Rahmentrainingsplan von einem Trainingsplan, den erwachsene Triathlet*innen vielleicht aus ihrem eigenen Training kennen und warum ist es wichtig einen Unterschied zu machen?

Quantitativ ist der größte Unterschied sicherlich der Belastungsumfang und auch die Umfänge von intensiven Intervallen. Außerdem ist es im Nachwuchstraining so, dass wir unsere Trainingszeiten primär nach den Unterrichtszeiten der (Sport-)schule ausrichten und bei einem erwachsenen Profi-Athleten ist die Trainingszeit fast gleichzustellen mit einer (fiktiven) Arbeitszeit. Inhaltlich ist das Nachwuchstraining deutlich spielerischer, koordinativer und vielseitiger, ganz nach dem Motto: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!“. Ansonsten gelten natürlich die allgemeinen Trainingsprinzipien wie zum Beispiel ein harmonisches Verhältnis aus Be- und Entlastung.

Das Training sollte stets spielerisch aufgebaut sein.

Stephen, auch die Nomenklatur unterscheidet sich von der, die Vielen bekannt ist. Warum?

Ich bin einfach nicht von der bekannten Nomenklatur, welche vieles von Wettkampfstrecken und Wettkampfgeschwindigkeiten, also vom Anforderungsprofil ableitet, überzeugt. Das Anforderungsprofil des Wettkampfes ist eine wichtige Informationsgrundlage, aber es sagt zunächst nicht viel über den Körper aus. Zudem neigt man bei dieser Perspektive dazu tendenziell Wettkampfinhalte im Training abzubilden.
Bei unserer Nomenklatur, welche im Übrigen von Dr. Olbrecht übernommen und modifiziert wurde, geht es primär darum, die geplanten Trainingseinheiten nach etwaigen biologischen Prozessen zu klassifizieren. So behalten Trainer*innen und Athlet*innen die Übersicht, was sie durch die Trainingseinheiten primär ausbilden wollen. Außerdem neigt man als Trainer dazu, mehr sogenannte Basisfähigkeiten auszubilden, was im Nachwuchstraining auch als Voraussetzungstraining beschrieben werden kann, und meiner Meinung nach das Kernstück des langfristigen Leistungsaufbaus sein sollten.

Johnny Zipf: Auffällig ist, dass besonders viel Schwimmtraining im Plan steht. Doch für Vereine ist es oft schwer Wasserzeiten zu bekommen. Was tun, wenn nur ein oder zwei Mal die Chance besteht, Training abzuhalten?

Im RTP steckt unsere Vision der idealen Trainingsgestaltung im Verein. Uns ist klar, dass diese teilweise nicht leicht umzusetzen ist. Wenn ich im Verein weniger Wasserzeiten zur Verfügung habe, dann versuche ich jeweils mehr unterschiedliche Reize in die einzelnen Einheiten zu packen. Allerdings muss man auch so ehrlich sein und wissen, dass man nicht Fünf einfach durch zwei andere Einheiten ersetzen kann, um ein Beispiel zu nennen. Ganz groß gedacht, sollte es ein langfristiges Ziel sein, überall mehr Schwimmtraining und mehr Schwimmeinheiten zu ermöglichen. Es gibt natürlich immer Ausnahmen, aber aufgrund der technischen Komplexität erlernt sich schwimmen in jungen Jahren am einfachsten.

TriDay Bad Slider

Schwimmtraining ist vor allem aufgrund der technischen Komplexität ein wichtiger Teil des Trainingsplans.

Johnny Zipf: Athletiktraining ist nicht nur für erwachsene Triathlet*innen, sondern auch für den Nachwuchs die eher ungeliebte Disziplin. Wie können Trainer*innen dennoch für die nötigen Impulse in diesem Bereich sorgen?

Im Jugend B Bereich sollte unserer Meinung nach das Athletiktraining sehr abwechslungsreich sein und auch spielerisch aufgebaut werden. Ich denke Spiel, Spaß, Koordination und Sprintfähigkeit sind hier die Zauberwörter.

 

 


Jonathan Zipf ist seit 2020 Trainer am Stützpunkt Nürnberg 17 Jahre lang war Johnny Zipf Profisportler. Zu seinen größten Erfolgen zählten der Vize-WM Titel in der Juniorenklasse 2005 und die Deutschen Meister-Titel im Triathlon (2013) und Duathlon (2017). Während seiner Zeit als Profi sammelte er zahlreiche Erfahrungen in der deutschen und französischen Triathlon Bundesliga und im internationalen Spitzensport. Dieses Wissen will der 35-jährige Triathlon B-Trainer, der bereits seit 2018 in der Metropolregion Nürnberg zu Hause ist, an den Nachwuchs weitergeben.


Stephen Bibow ist begeisterter Sportler (Schwimmen, Triathlon, Radsport, Sportspiele, Wandern) und Sportwissenschaftler sowie Schwimmtrainer (A-Trainer Leistungssport) und Triathlontrainer (A-Trainer Leistungssport). Parallel zum Studium an der Uni Leipzig arbeitete er als wissenschaftliche Hilfskraft in der Leistungsdiagnostik am Institut für angewandte Trainingswissenschaft, am Bundesstützpunkt Schwimmen und baute mit Trainerkollegen eine kleine Triathlon Trainingsgruppe auf, bevor er als Assistenztrainer von Roland Knoll nach Nürnberg kam. Nach zwei Jahren wurde er leitender Landestrainer und fokussiert am Stützpunkt die Schwerpunkte Nachwuchs.

 

© Text: Christine Waitz; Fotos: BTV [5.10.2021]

Gemeinsam sporteln, neue Impulse für das Training bekommen, vor allem aber Spaß an der Bewegung haben. Der erste TriDay nach coronabedingter Pause war ein voller Erfolg. Über 70 Kinder und Jugendliche kamen aus vielen bayerischen Vereinen nach Nürnberg. Gemeinsam mit ihnen besuchten auch einige Trainer*innen das Angebot des BTV, um vom Erfahrungsaustausch zu profitieren.

Hauptsache Spaß an der Bewegung

Die große Halle des Langwasserbad bot ausreichend Platz für ein gemeinsames Aufwärmen. Der ehemalige Vize-Weltmeister und BTV Nachwuchstrainer Johnny Zipf sorgte dafür, dass die jungen Athlet*innen bereit für den sportlichen Tag waren. An verschiedenen Stationen wurde im Anschluss gruppenweise trainiert. Wobei das Training alles andere als eintönig war: Beim Turmspringen wurde vom Kopfsprung bis zum Salto alles ausprobiert, bei der Staffel wurden im Team Hindernisse überschwommen oder durchtaucht, beim Würfelspiel brauchte es neben sportlichem Geschick auch etwas Glück.

Auch am Nachmittag zeigte das Trainer-Team mit Stephen Bibow, Hanna Kraus, Johnny Zipf, Tom Voit, Theresa Baumgärtel und Andrea Runte, dass das spielerische Herangehen an Sport nicht nur Freude macht, sondern auch gute Trainingseffekte bringt. Auf dem Hindernis-Parcours wurden alle Elemente der Koordination geschult. Auf dem Sportplatz ging es in Spielen um Teamfähigkeit und Schnelligkeit, aber auch um Lauftechnik.

Während gerannt, gesprungen und balanciert wurde, erklärte Chris Gawens den Trainer*innen warum gerade das koordinativ anspruchsvolle und abwechslungsreiche Herangehen für den Nachwuchs wichtig ist und Spaß macht.

 

So zogen alle Beteiligte am Ende des Tages das Fazit: „Gut, dass gemeinsames Sporttreiben endlich wieder in Präsenz möglich ist.“

© Text: Christine Waitz; Fotos: Christine Waitz [4.10.2021]

Der Hamburg Wasser World Triathlon gilt als größte Triathlon-Bühne der Welt. Mitten am Rathausplatz kämpft in der Hansestadt schon traditionell die Triathlon-Elite um Siege. Auf dem blauen Teppich wird in spektakulärer Manier alles gegeben. In diesem Jahr war der Wettbewerb das Auftaktrennen der WM-Serie 2022. Mit dabei: Anabel Knoll und Simon Henseleit.

Gleich am ersten Tag der Veranstaltung gab es einen deutschen Doppelsieg zu feiern. Laura Lindemann und Tim Hellwig setzten sich in teils atemraubenden Finishs gegen die Konkurrenz durch.

Simon Henseleit

Aus bayerischer Sicht verlief das Rennen über die Sprintdistanz auch erfolgreich. Olympia-Starterin Anabel Knoll und Simon Henseleit gaben beide ihre Premiere in Hamburg und waren zufrieden: „Nach einigen körperlich wie mental harten Wochen war ich mit meiner Leistung heute zufrieden“, schreibt Anabel Knoll zu ihrem elften Platz. Für Simon Henseleit ging es vor allem darum bei seiner World Triathlon Series-Feuertaufe Erfahrung zu sammeln. „Als Fazit würde ich sagen, dass ich mich gut verkauft und vor allem keine Fehler gemacht habe. Für die Zukunft brauche ich im Laufen einfach noch ein höheres Niveau, um weiter vorne landen zu können“, resümiert er seinen Rang 24.

Am Tag darauf gab es noch eine Erfolgsmeldung: Die deutsche Mixed Relay-Mannschaft mit Laura Lindemann, Lasse Nygaard-Priester, Marlene Gomez-Islinger und Tim Hellwig setzte sich gegen die Teams aus Italien und Dänemark durch. Neben dem Elite-Sprintrennen am Samstag und der Mixed-Staffel am Sonntag waren auch rund 3.000 Jedermänner- und frauen am Start.

© Text: Christine Waitz; Fotos: Carla Nagel

Am 3. Oktober 2021 wird der vierte TriDay stattfinden. Die Sportlerinnen und Sportler aus den Vereinen werden an diesem Tag von erfahrenen Trainern des BTV gecoacht und begleitet. Der Tag dient auch dem Erfahrungsaustausch und der Planung zukünftiger Aktivitäten für Trainer*innen, Eltern und Betreuende.

Der TriDay wird aus einem Schwimmtraining im Hallenbad Langwasser am Vormittag und einer weiteren Trainingseinheit am Nachmittag am Sportplatz oder in der Sporthalle bestehen. Das Mittagessen findet voraussichtlich in der Mensa der Bertolt-Brecht-Schule statt. In drei Leistungsgruppen kann der Nachwuchs ideal betreut werden:

  • Beginners: Haben wenig Triathlon-Erfahrung
  • Youngstars: Beherrschen zwei Schwimmarten und haben Lauferfahrung
  • Tristars: Beherrschen Lagenschwimmen und haben Wettkampferfahrung im Lauf

Anmelden können sich Triathletinnen und Triathleten im Alter zwischen 12 und 16 Jahren. Meldeschluss ist der 26. September 2021. Meldungen nach der Anmeldefrist werden nicht berücksichtigt.

Die Anmeldung erfolgt ausschließlich über das offizielle Formular.

Alle Informationen finden Sie in der Ausschreibung.

© Text: Christine Waitz; [10.9.2020]; Foto: Christine Waitz

Eine spektakuläre Kulisse im Olympiapark, rasante Rennen und zwei bayerische Starter. Die deutsche Premiere der Super League mit internationaler Topbesetzung war ein echtes Highlight im Triathlonkalender – auch, wenn nicht viele Zuschauer vor Ort sein konnten. Dafür übertrug das Bayerische Fernsehen das Spektakel mit den ungewöhnlichen und spannenden Formaten live.

Nachwuchs erleben Stars hautnah

Zu den wenigen, die vor Ort sein konnten, gehörte auch eine Gruppe bayerischer Jugendlicher, die ein Nachwuchs-Camp der BTV-Triathlon-Jugend besuchten. Neben gemeinsamen Trainingseinheiten und Freizeitangeboten war der Besuch des Profirennens das Highlight des Wochenendes. Die jungen Triathletinnen und Triathleten aus den Vereinen des Verbandsgebiets konnten sogar zwei Vorbilder aus den eigenen Reihen bewundern. Denn Olympiateilnehmerin Anabel Knoll und Nationalkaderathlet Simon Henseleit waren unter den Profis aus aller Welt. „Die Jugendlichen haben ein vollgepacktes Wochenende in München mit Fahrrad-Sightseeing-Tour, Burgeressen, Besuch der Mobilitäsmesse IAA und weiteren sportlichen Aktivitäten erlebt. In den Räumlichkeiten des TV Planegg-Krailling waren wir dabei super untergebacht. Die Rennen der Super League hautnah zu erleben und die bayerischen Athleten, sowie die Weltelite anzufeuern, war für die Kinder aber auch uns Betreuer ein krönender Abschluss für ein gelungenes Wochenende“, resümiert Initiator des Camps Christoph Gawens.

Jede Sekunde zählt

„Eaqualizer“ nennen die Macher das Zeitfahren, das den Auftakt der knallharten Wettkämpfe bedeutete. 2,4 Kilometer wurden im zehnsekündigen Abstand unter die Räder genommen. Im Anschluss wurde der erste Triathlon von 300 Metern Schwimmen, 2,4 Kilometern Radfahren und 1,8 Kilometer laufen auf Grundlage der zuvor erzielten Platzierung und Rückstandes gestartet. Im abschließenden dritten Rennen ging es dann über die selbse Triathlon-Distanz um den Sieg und lohnende Preisgelder. Jessica Learmonth (Großbritannien) und Vincent Luis (Frankreich) räumten die Siege an diesem Tag ab.

Für die bayerischen Starter*innen hieß es am Ende Platz 9 (Anabel Knoll) und Platz 12 (Simon Henseleit). „Over and out – ich denke, das war das härteste Rennen, das ich je gemacht habe.“, schrieb die Ingolstädterin Anabel Knoll am Abend. Der Schongauer Nachwuchsstar kommentierte: „Die Superleague-Rennen enttäuschen nie – ich konnte mir heute wieder richtig tolle Rangkämpfe mit den Jungs liefern und bin zufrieden mit dem 12. Rang.“

© Text: Christine Waitz; [13.09.2021]; Fotos: Christoph Gawens

In den Landeskadern des Bayerischen Triathlon-Verbands werden talentierte Jugendliche ab 13 Jahren versammelt und unter professioneller Anleitung gefördert. Nachwuchssportler können sich beim alljährlichen Kadertest für die Aufnahme empfehlen.

Förderung in zwei Stufen

Der Bayerische Triathlon Verband führt zwei Kader. Der LK2-Kader richtet sich an die Athleten im Alter von 13 bis 16 Jahren. Voraussetzungen für die Aufnahme sind einerseits technische und leistungsmäßige Fähigkeiten der Aspiranten und andererseits normalerweise die Teilnahme an Veranstaltungen des BTV Nachwuchscups und des DTU-Jugendcups. Im LK1-Kader versammeln sich etwas ältere Athleten zwischen 15 und 19 Jahren. Sie erfüllen die Voraussetzungen, um mit großer Wahrscheinlichkeit in höhere Kader aufzusteigen und eine internationale Wettkampfkarriere beginnen zu können.

Am 10. Oktober findet der diesjährige Herbsttest des BTV am Bundesleistungsstützpunkt in Nürnberg statt. Ab 8:45 Uhr beginnen die Schwimm-Tests. Nachmittag geht es voraussichtlich am Sportplatz mit den Laufentscheidungen weiter.

Anmeldung bis 4. Oktober

Die Veranstaltungen finden unter Beachtung aller Hygiene und Sicherheitsmaßnahmen statt. Eltern und Betreuer werden deshalb gebeten den Wettbewerben soweit wie möglich fern zu bleiben! Der detaillierte Zeitplan wird eine Woche vor der Veranstaltung veröffentlicht werden.

Die Anmeldung zum Kadertest muss bis 4. Oktober ausschließlich unter diesem Formular erfolgen.

Die Ausschreibung zum Kadertest finden Sie hier.

© Text: Christine Waitz; [14.9.2020] Bild: BTV

Moritz Göttler holte bei den Deutschen Nachwuchsmeisterschaften am Sonntag in Jena den Vizemeister-Titel. In der „Saisonverlängerung“ erkämpfte sich der Sportler, der seit knapp zwei Jahren in Nürnberg lebt und trainiert, den Platz in der Laufentscheidung. Die Wettkämpfe in Jena waren kurzfristig, nach wetterbedingter Absage der DM Rennen in Schongau im Juli, auf Anfang September verschoben worden. Auch die Trainingskameraden des 17-jährigen lieferten gute Ergebnisse ab: Ben Kaufmann (Gealan TriTeam Hof) wurde Sechster, Justus Oeckl (CIS Amberg) wurde Achter, Jan Semmler (TV 1848 Erlangen) folgte ihm auf Platz neun. Für die A-Jugendlichen bedeuteten die Leistungen den Sieg in der Teamwertung.

„Die Vorbereitung war ziemlich kurz“

Das Feld ging fast gemeinsam auf die Laufstrecke.

„Nach der Verlegung der DM in den September, habe ich in Absprache mit meinen Coaches wie geplant drei Wochen Saisonpause gemacht, bevor das Training Mitte August mit einer Bikepacking-Tour mit Freunden wieder los ging“, berichtet Moritz Göttler. „Danach habe ich mich noch zwei Wochen etwas spezifischer in meiner Heimat Heidelberg vorbereitet und den Trainingsblock mit einem Testwettkampf in Saarbrücken abgeschlossen. Ich habe die Saison also eigentlich gar nicht verlängert, sondern kurzfristig wieder neu aufgebaut.“

Der Rennverlauf war, so erzählt er, ziemlich chaotisch. „Es sah erst einmal nicht so gut für mich aus.“ Nach einer guten ersten Schwimmrunde, verlor der Heidelberger beim Landgang den Anschluss und kam mit etwa zehn Sekunden Rückstand an Position vier aus dem Wasser. Auch der Wechsel verlief holprig, sodass er sich in der Verfolgergruppe wiederfand. Im Laufe des Rennens fuhren dann etwa 25 Athleten zu einer großen Spitzengruppe zusammen und eine Laufentscheidung stand an. Dort konnte er sich im Zielsprint den zweiten Platz sichern. „Damit kann ich sehr zufrieden sein“, zog er Bilanz, „vor allem, da ich mich mit dem Ergebnis für den NK1 qualifiziert habe. Das war von Anfang an mein Saison-Hauptziel.“

Weitere Plätze unter den besten Zehn ihrer Altersklasse sicherten sich Franca Henseleit (Tri-Team Schongau) bei den Junioren mit Platz acht und Isabel Altendorfer mit Platz neun in der Jugend A.

Team-Bild nach dem Rennen mit Juliane Möllers, , Jule Resselberger und Isabel Altendorfer.

Jugend B

Platz 26; Chiara Göttler
Platz 32; Alba Warter Rubio

Platz 29; Benedikt Müller

Jugend A

Platz 9; Isabel Altendorfer
Platz 12; Jule Resselberger
Platz 16; Juliane Möllers

Platz 2; Moritz Göttler
Platz 6; Ben Kaufmann
Platz 8; Justus Oeckl
Platz 9; Jan Semmler
Platz 11; Manuel Lessing
Platz 25; Tim Semmler
Platz 40; Sebastian Marx
Platz 56; Ludwig Sigl

Junior*innenen

Platz 8; Franca Henseleit
Platz 20; Amelie Hanf
Platz23; Cosima Rau

Platz 15; Valentin Hofmann
Platz 20; Leo Kreuzer
Platz 22; Valentin Krems
Platz 37; Maximilian Filipp

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

© Text: Christine Waitz; [02.09.2021]; Fotos: Eberhard Möllers

Ein Mal bei den Olympischen Spielen dabei sein – der Traum vieler Sportlerinnen und Sportler. Für die Ingolstädterin Anabel Knoll wurde dieses Ziel Wirklichkeit. Nach den Rennen in Tokio berichtet die Athletin, die am Bundesstützpunkt Triathlon in Nürnberg trainiert, von ihrer ungewöhnlichen Reise.

Hallo Anabel,
die Eindrücke aus Tokio sind sicher noch frisch. Welche Momente haben dich am meisten bewegt?

Es waren natürlich total viele neue Eindrücke: Ein neues Land und vor allem eben das größte Sportereignis der Welt, das mein erstes großes Internationales Rennen war. Ich glaube, am meisten Bewegt haben mich die Momente nach dem Wettkampf, der Zusammenhalt unter den Athleten und die Unterstützung Anderer. Als wir im Ziel angekommen waren, haben wir uns nicht in die Athleten-Lounge verzogen, sondern sind an er Ziellinie stehen geblieben und haben auf die nachfolgenden Athleten gewartet, sie angefeuert und ihnen gratuliert. Ich glaube, so einen Zusammenhalt, dass man seinen größten Traum als Sportler wahr werden lassen kann, und das mit anderen zusammen, gibt es nur bei Olympia. Jeder hat zwar für sich gekämpft aber trotzdem haben wir uns alle gegenseitig unterstützt.

An der olympischen Startlinie zu stehen ist für viele unerreichbar. Wie lautet dein sportliches Fazit aus Deinem Einzelrennen und aus dem Rennen der Mixed-Relay?

Ich habe im Einzelrennen nicht ganz das erreicht was ich mir vorgenommen habe. Ich denke im Nachhinein ist das sowohl meiner fehlenden Erfahrung, der schlechten Startposition als Letzte qualifizierte, als auch der Nervosität geschuldet.
Ich denke in der Mixed Team Relay haben wir Vier alles gegeben und das beste aus der Situation gemacht. Wir hätten natürlich gerne eine Medaille mit nach Hause gebracht, aber dafür hätten die Franzosen einen Fehler machen müssen. Ich denke, wir können mit einem sechsten Platz in der ersten Olympischen Staffel zufrieden sein.

Auch die Olympischen Spiele mussten sich auf die besonderen Gegebenheiten einstellen. Kaum Begleitpersonen, keine Zuschauende – wie würdest Du die Stimmung vor Ort beschreiben?

Ich kann es natürlich nicht vergleichen, da ich ja noch keine „normalen“ Spiele erlebt habe. Im Olympischen Dorf merkte man natürlich schon, dass es weniger Kontakt zu anderen Sportlern gab, da man ja versuchte Abstand zu halten. Im Wettkampf selbst war ich dann doch sehr überrascht wie viele Zuschauer an der Strecke standen. Bestimmt wären es unter anderen Umständen mehr gewesen, aber es war trotzdem schön zu sehen, dass das Interesse an den Spielen bei einigen Japanern da war.

Was geht einem durch den Kopf, wenn man an der Startlinie steht?

Ich habe versucht ruhig zu bleiben, aber natürlich lässt sich etwas Nervosität nicht verhindern. Dadurch, dass wir Frauen ja das Pech mit dem Sturm hatten, habe ich vor Start nur versucht, daran zu denken, mich warm zu halten und mir nicht allzu viele Gedanken über das Wetter zu machen. Kurz bevor der Startschuss dann fällt, hat es sich für mich so angefühlt, als wäre mein Kopf leer. Ich habe an nichts gedacht, mich voll konzentriert und alles andere ausgeblendet.

Als Zuschauer sieht man häufig nur die Glanzmomente der Sportlerinnen und Sportler. Doch in Wirklichkeit ist der Weg zu sportlichen Erfolgen stets steinig. Wie gehst Du mit schwierigen Situationen um? Was motiviert Dich dennoch dranzubleiben?

Ich glaube, der Sport besteht mehr aus Tiefen, als aus Höhen. Aber jeder Misserfolg macht dich stärker. Ich hatte sehr viel Pech mit Verletzungen die letzten Jahre und habe in dieser Zeit doch manchmal Zweifel bekommen. Aber der Gedanke, was man erreichen kann, wenn man dafür arbeitet, und die liebe zum Sport haben mich immer weiter kämpfen lassen. Ich denke es ist wichtig, dass man sich nicht zu viel Stress macht und aus jedem Problem etwas Positives zieht. Das mag manchmal schwer sein, aber der Gedanke, dass alles einen Sinn hat, und für etwas gut ist, hat mich schon manches Mal aus einem Loch geholt.

Was kommt nach Olympia? Welche Ziele möchtest Du als nächstes angehen?

Ich dachte eigentlich erstmal an Urlaub, aber nachdem ich Zuhause angekommen war, fühlte ich mich noch nicht nach Pause. Ich beschloss für mich, dass ich noch einmal versuchen will, mich für die Olympischen Spiele in Paris 2024 zu qualifizieren. Da ich hierfür aber sowohl noch einiges an Punkten, als auch an Erfahrung sammeln muss, beschloss ich, mit zu den WTCS Rennen nach Kanada zu kommen und dort mein WTCS Debüt zu geben. Nach zwei Wochen Quarantäne und Rennen, steht jetzt noch ein Trainingblock an, bevor es dann in München zur Super League und dann nach Hamburg geht.

Was danach kommt wird sich zeigen, aber irgendwann muss ich dann doch mal eine Pause einlegen, um mich nicht nur körperlich, sondern auch mental von den großen Ereignissen der letzten Wochen/ Monate zu erholen.

Viel Erfolg für die anstehenden Rennen, Anabel!

© Text: Christine Waitz; [30.08.2021]; Fotos: privat