Die Wettkampflandschaft in Bayern bietet Triathletinnen und Triathleten die volle Bandbreite an Herausforderungen. Von Angeboten für Einsteiger*innen, über traditionsreiche Veranstaltungen über die Olympische Distanz und die Mitteldistanz, bis hin zur größten Triathlon Langdistanz der Welt, dem Challenge Roth.

Seit 2009 startet in Kitzingen alljährlich ein besonderes Rennen: Der Mainfrankentriathlon. Dass jedes Jahr aufs Neue so viele Sportler in die historische Stadt inmitten des unterfränkischen Weinlandkreises kommen, hat viele Gründe. Einer ist jedoch sicherlich die landschaftlich schöne Strecke. In diesem Jahr gibt es noch einen weiteren: Die Bayerische Meisterschaft der Altersklassenathleten über die Kurzdistanz und auch die Athleten der Landesliga gehen an den Start.

Der Startschuss zu dem unterfränkischen Rennen fällt im Main. Danach geht es flussabwärts zum ersten Wechsel am Mainufer. Mit Blick auf das Wasser und auf Kitzingens malerische Weinberge wird geradelt. Auch beim Laufen begleitet Sportler*innen der Main, bis es über eine Brücke hinweg hinein in die historische Altstadt geht. Los geht es für die Landesliga um 13.00 Uhr. Fünf Minuten später springen die Kurzdistanzler*innen in das Wasser. Gegen 13.25 Uhr findet sich zudem eine Sprintdistanz im Rahmenprogramm.

„Ich habe Größten Respekt vor den Leistungen“

„Ich bin gespannt, welche Sportlerinnen und Sportler den Sprung auf das Treppchen schaffen“, sagt Tim Feuerlein, Beauftragter für Sportentwicklung im Bayerischen Triathlon-Verband, der das Thema Breitensport unter sich hat. „Als Altersklassensportler weiß ich selbst, wie viel Zeit man in Training investiert und habe größten Respekt vor den Leistungen. Deshalb hoffe ich auch, dass in den nächsten Jahren die Bayerischen Meisterschaften für Athletinnen und Athleten wieder zum Magneten werden und der Wert der Veranstaltungen und die Wertschätzung für die gezeigten Leistungen steigen!“

Zur Website des Rennens.

Foto: Mainfranken Triathlon

Zwei Jahre konnte der Bühler Beilngries Triathlon im Naturpark Altmühltal aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Gestern feierte der beliebte Wettkampf bei besten äußeren Bedingungen ein gelungenes Comeback. Knapp 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten für die Wettbewerbe inklusive der Ligarennen des Bayerischen Triathlon Verbandes gemeldet.

Los ging es am Beilngrieser Yachthafen. Genau dort, wo vor exakt 30 Jahren der finale Kanaldurchstich des Main-Donau-Kanals stattfand, starteten die Ligaathletinnen und -athleten bei gut 23 Grad Wassertemperatur in Ihren Teamwettkampf über die Sprintdistanz. Bei den Männern holte sich das Quintett des RSC Kempten den Tagessieg in der Regionalliga. In der Bayernliga gewann das Team Fischer Automobile Twin Neumarkt. In der Frauenkonkurrenz der Regionalliga setze sich der TSV Altenfurt durch und die Bayernliga-Wertung gewannen hier die Frauen der TSG 08 Roth.

Alexander Richter

Alexander Richter macht beim Laufen alles klar

Auf der Olympischen Distanz über 1,5 km Schwimmen, 39,2 km Radfahren und 10 km Laufen gab es bei den Männern einen packenden Zweikampf um den Sieg. Nach dem Schwimmen führte Julian Müller vom SV 05 Würzburg, dem auf dem zweimal zu durchfahrenden Rundkurs bald Alexander Richter von der TSG 08 Roth im Nacken saß. Das Duo blieb auf dem Rad als einzige im Feld unter einer Stunde. Müller wechselte noch mit einer knappen Minute Vorsprung auf die Laufstrecke durch die Beilngrieser Altstadt. Richter, der das Rennen vor vier Jahren noch zusammen mit seinem Vater in der Staffel absolvierte hatte, überrannte dann mit der Laufbestzeit des Tages seinen Konkurrenten und lief in 1:58:44 Stunden zum Sieg. Müller (2:00:15) folgte als Zweiter. Rang drei ging in 2:03:21 Stunden an Roland Ziegaus vom TV 1897 Velburg/Team Oberpfalz. 

„Beilngries ist einfach immer superschön. Vor allem die Radstrecke vom Altmühltal hinauf auf die Hochfläche macht einfach super Spaß und ist auch besonders anspruchsvoll. Aber auch die Location hier in der Altstadt ist top,“ erklärte der Sieger im Ziel.

Sarah Schönfelder

Sarah Schönfelder Gesamtvierte 

Fünf Minuten später war dann auch schon die erste Frau im Ziel. Sarah Schönfelder, die kurzfristig aufgrund der Absage des Ironman 70.3-Dresden nachgemeldet hatte, machte ihren Sieg beim Radfahren perfekt. Die junge Athletin von Triathlon Grassau kam knapp hinter der favorisierten Neumarkterin Elena Illeditsch aus dem Wasser des Main-Donau-Kanals, bevor sie auf dem Rad eine Soloflucht inszenierte. Bereits bei der ersten Auffahrt in Richtung Hirschberg setzte sich Schönfelder an die Spitze und fuhr über drei Minuten Vorsprung heraus, von dem sie beim Laufen nichts mehr abgab. Als Gesamtvierte holte sich Schönfelder in 2:08:56 Stunden den Sieg vor Illeditsch, die das Rennen von 2016 bis 2018 dreimal in Serie gewinnen konnte und sich aktuell nach einer überstandenen Corona Infektion noch im Formaufbau befindet. Das Podium komplettierte Margrit Elfers (2:14:06) von Böhnlein Sports Bamberg, die bis zum Laufen noch in Schlagdistanz zu Illeditsch lag. „Erst einmal vielen Dank an die Veranstalter, dass sie mir so kurzfristig noch einen Startplatz zur Verfügung stellen konnten. Elena (Illeditsch) ist eine super Läuferin und sie hat mich nicht mehr eingeholt. Meine Laufform ist in dieser Saison also wohl besser geworden,“ sagte Sarah Schönfelder im Zielinterview.

Auf der Sprintdistanz über 0,75 km Schwimmen, 21,6 km Radfahren und 5 km Laufen siegte Martin Janousek (Eintracht Frankfurt Triathlon) in 1:06:21 Stunden vor Valentin Kammerloher (Tristar Regensburg/1:07:01) und Oliver Rau (SC53 Landshut/1:09:19). Bei den Frauen sicherte sich Birgit Nixdorf vom Lifepark Max Ingolstadt in 1:19:27 Stunden den Sieg, gefolgt von Johanna Henke (TSV 2000 Rothenburg ob der Tauber/1:22:26) und Linda Pilz (1:23:26) aus Riemerling auf den Plätzen zwei und drei. 

„Top Wetter, begeisterte Athleten und viele Zuschauer – was will man mehr“ 

Entsprechend positiv fiel auch das Fazit von Gerhard Budy von der veranstaltenden Endurance-Sportevents GmbH aus: „Wir freuen uns riesig, dass der Bühler Beilngries Triathlon wieder stattfinden konnte und die Resonanz insgesamt super war. Wir hatten Glück mit dem Wetter, die Athleten waren begeistert und auch der Zuschauerzuspruch war super. Unter den gegebenen Rahmenbedingungen sind wir sehr froh und stolz, dass jetzt inklusive der Liga-Wettbewerbe doch noch fast 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei waren. Was will man mehr. Unser Dank gilt allen Helferinnen und Helfern, die heute ein so tolles Triathlon-Fest ermöglicht haben.“

Text: Harald Eggebrecht; Fotos: Christoph Raithel

Mitte Juli 2022 fand der 23. Stadtwerke Schüler- und Jugendtriathlon der IfL Hof – der vorletzte Wettkampf, der in die Wertung des Memmert Nachwuchscups zählt. Der Schüler- und Jugendtriathlon war die Auftaktveranstaltung für ein Wochenende im Zeichen des Triathlons.

Perfekt eingebettet in das Wochenende war der Triathlon am Samstag etwas ganz Besonderes, mit den Multi-Formaten 2XTRI und 3XTRI. Erstmalig starteten die rund 80 Athletinnen und Athleten am Untreusee in Hof und nicht wie in den Jahren zuvor im Freibad. Die Radstrecke führte nach einem kurzen Anstieg auf einen 600m langen Rundkurs, der ein technisches und konzentriertes Rennen erforderte und abschließend führte der Lauf auf einer Wendepunktstrecke am Publikum und Untreusee entlang.  So war das Rennen besonders zuschauerfreundlich und actionreich und gleichzeitig sehr anspruchsvoll und abwechslungsreich für die Athleten.

Die Jüngsten, die Schülern D, die einen Duathlon absolvierten, eröffneten die Rennen. Die Ersten, die auf die Radstrecke durften, waren die Schüler C, die größtenteils ihren ersten Triathlon absolvierten. Der Jahrgang mit einem einfachen Triathlon, waren die Schüler B.

Mehrere Triathlons am Stück sind die Herausforderung

Die Schüler A und die Jugend B durfte sich, an diesem leicht bewölkten Tag, mit einem zweifachen Triathlon, in dem sogenannten 2XTRI Format gegeneinander messen und lieferten sich einen spannenden Wettstreit. Die schnellsten Schüler*innen waren Josefine Doseth (SV Würzburg 05) und Simon Brugger (ASV Triathlon Kulmbach). In der Jugend B gewannen Anna Brugger (ASV Triathlon Kulmbach) und Moritz Hartmann (Post SV Weilheim).

Den Abschluss der Veranstaltung bildete der dreifache Triathlon, auch 3XTRI genannt, der Jugend A (es siegten Lena Moraw vom TSV Brannenburg und Jorgo Distler vom SSV Forchheim) und der Junioren (es siegte Moritz Göttler vom TV 1848 Erlangen), die auf dem Gelände rund um den Untreusee um die besten Platzierungen wetteiferten. 

Die familienfreundliche Veranstaltung bot neben dem Nachwuchs-Event ein buntes Rahmenprogramm mit Livekommentatoren und Mitmachaktionen. Abends wurde auf der großen Kinoleinwand der Film „Lauf um dein Leben“ in Form eines Picknickdecken-Kinos angeboten, bevor es am Sonntag mit dem 39. GEALAN-Triathlon für die Erwachsenen weiterging.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

Foto: Schönberger

„Ein Triathlon bei dem der Triathlet zum Zuschauer und der Zuschauer zum Triathleten kommt“, sagt Josef Zeller zu ’seinem‘ Saturday Night Schongau Triathlon. Durch die Lage von Schwimm- Rad- und Laufstrecke mitten in und an der historischen Altstadt von Schongau ist das Zuschauen vom Ufer und der Lechbrücke aus, sowie unmittelbar an den Radhotspots, wie am Frauentor oder an der Laufstrecke am Knotenpunkt Marienplatz, bestens zu verfolgen. Während bei der zehnten Auflage des Rennens Nina Koller souverän den Meistertitel der Elite-Damen holte und das Feld mit über fünf Minuten Vorsprung regelrecht dominierte, wurde es bei den Männern eng. Innerhalb von 16 Sekunden wurden die Podiumsplätze vergeben. Am Ende hatte Stefan Betz (TG 48 Schweinfurt) die Nase vorne.

Souverän zum Sieg

„Ich hatte schon die Erwartung, ganz vorne mitzumischen“, gibt Nina Koller zu. Ganz sicher war sich die Athletin des TSV 1862 Bad Reichenhall aber nicht. Immerhin war es das erste Mal, dass sie seit 2019 einen Ausflug in die Regionalliga machte – normalerweise startet sie in der 2. Bundesliga. „Ich habe einfach probiert, von Anfang an alleine wegzukommen und zu pokern, ob sie mich mit Windschattenfahren aufholen. Hat für mich geklappt!“, strahlt sie. Schon beim Schwimmen war sie mit fast zwei Minuten Vorsprung vorne, auf dem Rad fuhr sie auch solo die schnellste Zeit. „Beim Laufen habe ich dann gesagt bekommen, dass ich fünf Minuten Abstand habe und dann bin ich es einfach nach Hause gelaufen.“ Hinter ihr erreichten Teresa Wild (La Carrera TriTeam Rothsee) und Kristina Sendel (MaliCrew e.V.) die weiteren Plätze.

Auch eine Penalty konnte Stefan Betz (in Rot) nicht aufhalten. Foto: Norbert Huhn

Eine Penalty macht es spannend

Auch Stefan Betz ging mit Siegesambitionen in das Rennen – so leicht ging es dann jedoch nicht: „Nachdem ich vorne aus dem Wasser kam, bildete sich auf dem Rad eine fünfköpfige Spitzengruppe, die richtig gut harmoniert hat. An den Anstiegen musste ich immer alles geben, um die Gruppe nicht zu verlieren. Kurz vor der zweiten Wechselzone habe ich dann nochmal Zeit an einem Anstieg verloren und bin als fünfter auf die Laufstrecke.“
Vor ihm zu diesem Zeitpunkt: Tim Frisch, Lukas Stengel, Tobias Heining und Simon Langwieser. „Nach einem Kilometer lief ich jedoch schon auf Rang drei und nach circa fünf Kilometern führte ich das Rennen an,“ erinnert sich Betz. Eine zehnsekündige Zeitstrafe machte den Einsatz jedoch zunächst zunichte und ließ Frisch und Stengel wieder vorbeiziehen. Unbeeindruckt holte der Athlet der TG 48 Schweinfurt jedoch wieder auf, zog vorbei und „brachte das Rennen kontrolliert zu Ende“, wie er sagt. Tim Frisch sicherte sich den Vize-Titel vor Lukas Stengel.

„Rennen mit Windschattenfreigabe sind eine coole Abwechslung“

Auf die Frage, was den Reiz am Start in der Elite ausmacht, antworten beide begeistert:

„An der Liga reizt mich einfach das Mannschaftsfeeling, was bei Einzelstarts fehlt. E macht halt extrem viel Spaß, gemeinsam als Mannschaft einen Wettkampf zu absolvieren und sich gegenseitig zu pushen, genauso wie auch die gemeinsame An- und Abreise, Essen gehen und vieles mehr. Es steht einfach der Spaß im Vordergrund. Und ein Rennen mit Windschattenfreigabe ist auch mal eine coole Abwechslung und so nur in der Liga möglich“, findet Stefan Betz.

Nina Koller meint: „Am Ligabetrieb ist das schöne, dass man mit der Zeit die Gesichter kennt und es doch immer wieder schön ist zusammen zu racen. Auch hat man immer sein Team dabei und steht nicht alleine da, dass macht schon nochmal mehr Spaß abseits des Rennens selber.“

Kein Triathlon Schongau 2023

Rund 250 Helfer*innen – so viele wie Starter*innen – machten das Event überhaupt erst möglich. Daneben ist ein immenser Material- und Orgaaufwand zu leisten, wie Organisator Josef Zeller darstellt. Er selbst leistet über 200 Arbeitsstunden, beantwortet zighundert Mails und Anrufe, und führt viele Gespräche mit den Genehmigungsbehörden. Für den Routinier übersteigt jedoch mittlerweile der Aufwand den Rahmen und so verkündet er nach dem Wettkampf: „Summa summarum, habe ich beschlossen keinen Schongau Triathlon mehr zu organisieren.“ – Triathlonbayern verliert damit ein stimmungsvolles und besonderes Rennen.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

Foto: Privat, Norbert Huhn

Der 4. Harburger Schüler- und Jugendtriathlon lockte auch heuer wieder viele Starter aus ganz Bayern nach Schwaben, bildet die Veranstaltung doch das Finale des BTV Nachwuchscups. Auch das Interesse am Triathlon ist in der Region ungebrochen. Kein Wunder: Das Sportgelände des TSV Harburg und Umgebung verwandelten sich am Sonntag in eine perfekte Triathlon-Bühne.  Zahlreiche Zuschauer feuerten die Nachwuchssportler zwischen 6 und 18 Jahren an.

Mit spektakulärem Sprung startet Joel Westphal ins Rennen

Mit großem Sprung ins Rennen

Die Athleten wurden per Einzelstart über einen Steg auf die Schwimmstrecke geschickt, hier kam es teils zu spektakulären Flugeinlagen. Auch die selektiv und technisch anspruchsvolle Radstrecke verlangte von den Athleten eine gute Rad-Performance.

Gleich im ersten Rennen reichte es für zwei TSV Harburg-Athleten zu Podestplätzen: Luis Rühl erreichte vor Moritz Auernhammer (Amberg) und Jorge Distler (Forchheim) den ersten Platz. Bei den Mädchen siegte Sahra Walter vor Lena Moraw (beide Brannenburg), Chiara Göttler belegte den 3. Platz. Beste Juniorin wurde Jule Resselberger vom TV Lauingen. 

Das Rennen in der Wertung Jugend B konnten Anna Brugger (ASV Kulmbach) und Moritz Hägel (IFL Hof) für sich entscheiden. Giulia Göttler (4.) und Luca Schreitmüller (5.) schafften es ganz knapp nicht auf das Podium. Aber auch Julia Weiland (6.), Elisabeth Haupt (10.) und Henri Schröppel (8.) zeigten ein ausgezeichnetes Rennen.

Im Schüler A Rennen gingen die Siege an die Würzburgerin Josefine Doseth und Simon Brugger (ASV Kulmbach). Dass die Harburger auch in dieser Klasse ganz vorne mitmischen können, zeigten Nina Mayer (4.) und Joel Westphal (4.) eindrucksvoll.

Auch die Kleinen waren am Start

Auch in den Einstiegsklassen Schüler C / B und vor allem beim „Kids Fun Run“, hatten die Sportler*innen die Möglichkeit erstmal bei einen Triathlon bzw. Lauf einen Zieleinlauf über einen blauen Teppich zu erleben.

Hier siegten Elena Gutierrez (Erlangen), Julius Doseth (Würzburg), Leni Arthofer (Karlsfeld), Louisa Wagenknecht erreichte hier den 2. Platz. Bei den Jungen gewann Maxim Blersch vom TSV Brannenburg.

28 Teams im Relay-Rennen

Schnelle Wechsel und viel Durchhaltevermögen war an diesem Tag das richtige Motto, denn am Nachmittag stand noch die spektakuläre und rasante „Single Mixed Relay“ auf dem Programm.

Hier war ein Rekordteilnehmerfeld von 28 Staffeln gemeldet. Bei diesem Format bilden ein Mädchen und ein Junge eines jeden Vereins ein Team, beide müssen zwei Mini-Triathlons (75m-1500m-40m) im Wechsel absolvieren.

Die schnellste Staffel stellte der heimische TSV Harburg in der Besetzung Chiara Göttler und Luis Rühl vor dem TSV Brannenburg (Walter/Drechsler). Die Wertung Schüler A/Jugend B sichert sich das Team vom IfL Hof (Bernhuber/Hägel) vor dem Team TV 1848 Erlangen (Bülck/Hof). Den jungen Athleten war die Begeisterung für diesen Team-Wettbewerb in jeder Phase des Rennens anzumerken. 

„Dieser Wettbewerb schreit nach einer Wiederholung!“, so das Schlussfazit des OK-Teams!

Danke an die Unterstützer

Die vielen Helfer aus der Triathlonabteilung, unterstützt von der Freiwilligen Feuerwehr Harburg, dem Roten Kreuz und der DLRG, sorgten für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. Eine breite Unterstützung erhielten die Organisatoren durch die Stadt Harburg (städtischer Bauhof), Obst- und Gartenbauverein und zahlreiche Unternehmen aus Harburg und Umgebung. 

Organisationsleiter Jochen Rühl dankte allen Unterstützern für ihr Engagement und freute sich riesig, dass auch zahlreiche Teilnehmer aus der Region und ganz speziell von den TriaKids des TSV Harburg am Start waren.

Text: Jochen Rühl; Fotos: Klaus König

Heiße Kämpfe um den Titel – die gab es bei den Bayerischen Meisterschaften über die Sprintdistanz im wahrsten Sinne des Wortes. Mitte Juni fanden die Wettkämpfe bei dem Traditionsrennen statt. Heute unterhalten wir uns mit dem neuen Bayerischen Meister und der neuen Bayerischen Meisterin. Ein Nachbericht aus Sicht der Sportler*innen.

Das Rennen in Erding ist seit vielen Jahren ein Magnet für Athletinnen und Athleten und Zuschauer*innen gleichermaßen. Mit Schwimmpart am Naherholungsgebiet Kronthaler Weiher, einer rasanten Radstrecke und einer Laufstrecke in die Stadt hinein mit geselligem Zieleinlauf. Die Organisatoren hatten für die Austragung der Bayerischen Meisterschaft extra das Schwimmen von 400 auf 750 Meter erweitert, das aufgrund der warmen Temperaturen dann auch ohne Neoprenanzug statt fand. Wie es war, berichten Fabian Schaffert von der TuS Fürstenfeldbruck e.V. und Margit Elfers (Böhnlein Sports Bamberg).

Hallo Fabian, mit welchen Ambitionen gingst Du in das BM-Rennen und wie verlief der Auftakt für dich?

Ehrlich gesagt war Erding für mich ein spontanes Vorbereitungsrennen. Meine Freundin wollte dort starten und ich habe gute Erfahrungen gemacht, eine Woche vor einer Langdistanz nochmal einen Sprint zu absolvieren. Perfektes Tapertraining eben ;). Ich hatte auch gehofft Punkte für München zu sammeln, habe aber leider erst nach dem Rennen gesehen, dass die Bewerbungsfrist kurz vorher abgelaufen war. Das Rennen ging für mich etwas wild los, ich verlor direkt beim Start die Brille, konnte mich am Rand des Feldes aber schnell wieder einsortieren und kam gut mit bis zum Schwimmausstieg.“ 

Auch Margit Elfers stand nicht mit Fokus auf dem Titel am Start und meint: „Ich hatte eigentlich keinerlei Ambitionen, sondern war einfach nur froh, wieder einen Wettkampf machen zu können, da ich aufgrund eines gebrochenen Fußes aus acht Wochen Pause kam. Wir (Böhnlein Sports Bamberg) haben seit diesem Jahr eine Ligamannschaft und es war toll, zusammen mit dem Team an der Startlinie zu stehen. Das Schwimmen lief dann für meine Verhältnisse sogar richtig gut.“

Margit, die Radstrecke in Erding ist flach und schnell – deine perfekten Bedingungen? Oder wie ging es dir beim Radfahren?

„Leider haben mein Lenkerschrauben geklemmt, sodass ich keine Aeroposition fahren konnte. Auch musste ich bei der Wende kurz absteigen, was die hinter mir fahrenden Jungs mit Humor genommen haben. Jedenfalls war ich heilfroh, als ich das Radfahren überlebt hatte.“

Derweil legte Fabian Schaffert den schnellsten Radsplit hin und ist selbst begeistert: „Flach und Schnell liegt mir! Ein bisschen Überraschung war für mich selber dabei weil ich mich spontan entschlossen hatte mein Rad zu wechseln. Normalerweise wollte ich bis nach meinem Ironman in Frankfurt warten, aber wie es so ist… wenn man was Neues hat, will man es eben gleich nutzen ;). Beim Wechsel aufs Rad habe ich bereits ein paar Plätze gut gemacht und als wir dann aus dem Ort raus fuhren, sah ich auch in Ferne das Führungsmotorrad. Ab da wusste ich, dass ich nicht zu viel Zeit beim Schwimmen liegen gelassen habe. Bis zum Ende der Radstrecke konnte ich dann bis auf Platz zwei vorfahren.“

Wie lief es auf der Laufstrecke?

Margit: „Beim Laufen hatte ich dann einen super-netten Führungssradler. Das hilft mir immer sehr, wenn er mich beruhigt. Ich war auch ziemlich froh, dass die Laufstrecke wirklich schattig war, weil es doch sehr heiß war. Natürlich bin ich nach so einer langen Laufpause nicht in Bestform, umso mehr habe ich mich dann darueber gefreut, dass mich keiner mehr eingeholt hat.“

Fabian: „Beim Wechsel zum Laufen habe ich den Führenden bereits weglaufen sehen. Ich wollte schnell auflaufen und mich dann erstmal dahinter hängen, bemerkte aber direkt, dass mein Tempo deutlich höher war. Somit ging ich nach dem ersten Kilometer vorbei und lief mein eigenes Tempo. Bei der Wende in der Stadt nach drei Kilometern sah ich die Abstände nach hinten und dachte mir, da kommen aber einige sehr schnell an. Es reichte aber dann mein Tempo zu halten und ich konnte ohne Schlusssprint den Zielkanal genießen 🙂

„Ich habe mich in Erding sehr wohl gefühlt, alles war gut organisiert. Die Atmosphäre war sehr familiär und ich hatte einen tollen Tag mit meinem Team“, meint Margit Elfers.

mberDas Team Böhnlein Sports Bamberg mit Margit Elfers

Die Stimmung in Erding ist super“, berichtet auch der neue Bayerische Meister. „Und alles drum rum passt auch. Man kann einfach hinfahren, einchecken und racen. Den ganzen Tag wird etwas geboten und man kommt schnell und umkompliziert überall hin. 
Eine Bayerische Meisterschaft zieht mich immer an, wenn möglich. Also kam nur diese Wertung in Frage und nicht die Volksdistanz. Mich spornt Konkurrenz an und da hat sich das Rennen mit der Landes- und Bayernliga perfekt angeboten, da ich selber auch in der Regionalliga starte und einige bekannte Gesichter dabei waren.“ 

Dass das Rennen genau richtig war, bewies sich eine Woche später, wie Fabian Schaffert verrät: „Mit der Hawaii-Quali beim Ironman in Frankfurt hat es dann übrigens auch geklappt, mit einem 2. Platz in meiner Altersklasse.“

Der BTV wünscht viel Erfolg! 

Bayerische Meister*innen

AK20
Freia Wagner (TV Planegg Krailing)
Luis Steiert (TV Planegg Krailing)

AK25
Margrit Elfers (Böhnlein Sports Bamberg e. V.)
Fabian Schaffert (TuS Fürstenfeldbruck e.V.)

AK30
Lisa-Marie Ott (IfL Hof)
Thomas Tietz (VfL Kaufering)

AK35
Sabrina Plontasch (Böhnlein Sports Bamberg e. V.)
Anton C. Jell (Sportgemeinschaft Poing e.V.)

AK40
Daniela Unger (TRI TV Lauingen)
Marco Benz (TWin Neumarkt)

AK45
Elke Neuner (Ifa nonstop Bamberg)
Thomas Landes (Tri-Team Schongau)

AK50
Birgit Nixdorf (ifePark Max Ingolstadt e.V.)
Oliver Dr. Rau (Sc53 Landshut)

AK55
Simone Lechner (TSV Oettingen)
Stephan Pollert (DJK Pressath)

AK60
Ingrid Patzak (MRRC München)
Josef Bäurle (Triathlon Günzburg)

AK65
Hubert Rauch (SV Grün-Weiß Holzkirchen)

AK70
Manfred Theis (RSC Vilstal)

AK75
Rainer Schlipfinger (WSV Otterskirchen)

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

Samstag Abend zur besten Zeit ab 18.00 Uhr findet in Schongau das Rennen um die BM-Titel der Elite auf der Sprintdistanz statt. Starten können alle, die sich dem rasanten Rennen gewachsen fühlen. Zu erwarten ist jedoch, dass die Sportler*innen der Regionalliga und weitere Startende sich heiße Kämpfe liefern.

Mit dem Schwimmen im Lech, der extra aufgestaut wird, beginnt der Wettkampf. Dabei können Zuschauende von der Lechbrücke an der Peitinger Straße einen guten Blick auf den Auftakt werfen. Schließlich entscheidet hier schon mit, wer es in die Radgruppen schafft und wer nicht. Die zweite Disziplin mit Windschattenfreigabe auf der Wendepunktstrecke ist technisch anspruchsvoll. Wenn die Pulks durch die engen Gassen der oberbayerischen Stadt rasen, ist einiges geboten. In der Altstadt lässt sich dann auch das große Finale verfolgen, in dem sich entscheidet, wer neue*r bayerische*r Meister*in ist.

„Wir freuen uns auf die Bayerische Meisterschaft mit Regionalliga im Schongau“, sagt Andrea Becker-Pennrich, Ligavorsitzende des BTV. Wir gehen davon aus, dass die Favoriten aus den letzten Rennen, der RSC Kempten, wieder ganz vorne im Kampf um den Sieg mitspielen wird. Bei den Frauen ist mein Favorit das Team aus Forchheim. Dort wird es aber sicher spannend, denn im letzten Jahr waren die Frauen der TG 48 Schweinfurt noch stark und auch die Rückkehrerinnen aus der zweiten Bundesliga des La Carrera TriTeam Rothsee darf man nicht unterschätzen.“

Weitere Informationen finden sich unter www.schongau-triathlon.de

Foto: Julian Rohn

Knapp 350 Altersklassen-Triathletinnen und -Triathleten hauchten dem Mythos Alpentriathlon Schliersee am 17. Juli 2022 neues Leben ein. Nachdem die Traditionsveranstaltung in den letzten Jahren aufgrund der Coronaeinschränkungen nicht durchgeführt werden konnte, fand die 33. Auflage bei besten Triathlon-Bedingungen endlich wieder statt. 

Sprint- statt Kurzdistanz

Allerdings anders als geplant. Trotz intensiver Bemühungen aller beteiligten Organisationen hatten nicht ausreichend Streckenposten zur Absicherung der Rad-Route der Kurzdistanz akquiriert werden können, woraufhin die Veranstalter schweren Herzens die beliebte Streckenführung über 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer Laufen absagen mussten.

Da aber mehr als 200 der gemeldeten Altersklassensportlerinnen und –sportler von der Möglichkeit Gebrauch gemacht hatten, auf die erstmals angebotene Sprintdistanz zu wechseln, stürmten am Sonntag kurz nach 12:00 Uhr mehr als 350 Menschen in den Schliersee, um den 500 Meter langen Schwimmkurs unweit der Vitalwelt in Angriff zu nehmen.

Nach dem ersten Wechsel folgte die 15,5 Kilometer lange Rad-Strecke. Zunächst entlang des Schliersees und weiter durch Neuhaus bis zum Wendepunkt nach Aurach, war die Route noch wenig anspruchsvoll. Das änderte sich aber mit dem Herzstück des Events: dem knapp vier Kilometer langen und mit einer Durchschnittsteigung von 9 % garnierte Aufstieg zum Spitzingsattel (1.127m).

Der sorgt nicht nur regelmäßig für ein Ausscheidungsfahren wie kurz zuvor bereits beim dritten Stopp der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga, die sich im Rahmen der Veranstaltung nach 2013 mit knapp 150 Profis wieder ein Stelldichein in der oberbayerischen Voralpenwelt gegeben hatte, sondern taugt als einer der herausforderndsten Teilstücke eines Triathlons durchaus zur Legendenbildung.

Nach der kurzen aber nicht wenig rasanten Abfahrt zur Wechselzone am Ufer des Spitzingsees bildete der fünf Kilometer lange Laufabschnitt vor einzigartiger Bergkulisse den krönenden Abschluss des Altersklassenrennens.

René Höchenberger siegt

Am schnellsten meisterte René Höchenberger die herausfordernde Strecke des Altersklassenrennens. Der Triathlet des RSC Auto Brosch Kempten überquerte die Ziellinie am Spitzingsee auch dank einer erstklassigen Radperformance, dank der er die deutlich stärkeren Schwimmer Simon Nicolaas Den Barber und Lukas Juranek noch einfing, in 58:40 Minuten.

Zweiter wurde Ben Böhm vom 1. TTC Innsbruck, der in 59:55 Minuten ebenfalls noch unter der Stundenschallmauer blieb. Der Niederländer Den Barber rundete das Podium der Männer als Dritter ab (1:00:24). Vierter wurde der Tscheche Juranek (1:00:48).

„Es hat mir in die Karten gespielt, dass wir mit Neoprenanzug schwimmen durften. Ich bin mit der Spitzengruppe aus dem Wasser gekommen. Dann habe ich abgewartet bis zum Anstieg, weil ich die Entscheidung auf dem Rad suchen wollte. Ich hatte dann genügend Körner und einen guten Vorsprung am Wendepunkt. Ich bin die ersten Kilometer hart angelaufen und bin dann relativ kontrolliert in Ziel gelaufen“, sagte Höchenberger.

Gerechnet hatte der Sieger mit seinem Triumph aber nicht. Allerdings: „Ich habe schon damit geliebäugelt, weil die Strecke mir vom Athletenprofil recht gut liegt. Dass es dann geklappt hat, ist umso schöner. Es gibt in jeder Region gute Triathleten, von daher ist gewinnen nie selbstverständlich. Hier ist es etwas Besonderes. Wenn eine halbe Stunde vor einem die Bundesligaathleten ins Wasser gehen und man die dann auf der gleichen Strecke jagen und nachempfinden darf, wie es ihnen ergangen ist. Der Sieg bedeutet mir sehr, sehr viel.“

Spannung bei den Damen

Einen deutlich knapperen Zieleinlauf gab es bei den Frauen zu verfolgen. Schon beim Schwimmen hatten sich Renate Forstner (BaderMainzl TriTeam TSV1860 Rosenheim), Lea Cagol (SV Würzburg 05) und Kirsi Schmidt (Triteam ein Freiburg) ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert.

Auf dem Rad konnte sich dann Forstner deutlich im Anstieg zum Spitzingsattel, der vor allem auf den letzten Metern von zahlreichen lautstarken Zusehenden frequentiert worden war, absetzen.

Allerdings holte das Verfolgerduo auf den abschließenden fünf Kilometern entlang des Spitzingsees wieder auf und hätte Forstner fast noch kassiert, die am Ende aber einen knappen Vorsprung von gerade einmal 14 Sekunden ins Ziel rettete (1:09:44). Platz zwei ging an Cagol (1:09:58), die bereits Bundesligaerfahrung gesammelt hat, Rang drei an Schmidt (1:10:22).

„Ich freue mich jedes Mal auf das Rennen hier, weil ich aus der Nähe komme. Ich habe mich so gefreut, dass es endlich wieder stattfindet. Das Sprintformat war heute einfach bombig“, sagte die aus Großholzhausen bei Rosenheim stammende Forstner.

„Ich wusste, dass man bei dem Sprintformat alles geben muss“, so die 45-Jährige. Dann war ich nach dem Radfahren erste Frau, weil ich vielleicht den Vorteil hatte, die Strecke zu kennen. Beim Laufen habe ich mir nur gedacht: ‚Renn! Entweder es kommt jemand oder du kommst durch.‘“

Bundesliga: Ejot Team TV Buschhütten übernimmt Führungsposition der Männer

Die beiden Mannschaften des EJOT Team TV Buschhütten haben am Sonntag (17. Juli) das dritte Rennen der Saison der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga am Schliersee gewonnen. Die Männer aus dem Siegerland übernahmen damit auch die Tabellenführung. Bei den Frauen bleibt Triathlon Potsdam an der Spitze.

Alle Ergebnislisten zur Veranstaltung sind online einzusehen.

Text:  Deutsche Triathlon gGmbH
Fotos: Foto: Oliver Kraus

Der Däne Magnus Ditlev überraschte alle beim Challenge Roth. Mit einer Zeit von 7:35:48 Stunden verpasste er Jan Frodenos Streckenrekord aus dem Jahr 2016 um gerade neun Sekunden. Frodeno selbst musste zu Beginn des Marathons verletzungsbedingt aussteigen. Zweiter wurde Titelverteidiger Patrick Lange in 7:44:52 Stunden, Rainaldo Colucci aus Brasilien blieb als Dritter mit 7:52:36 Stunden ebenfalls noch deutlich unter der Acht-Stunden-Marke. Das Frauenrennen konnte Weltmeisterin Anne Haug nach einer ambitionierten Aufholjagd für sich entscheiden, ihre Zeit: sensationelle 8:22:42 Stunden. Die über lange Zeit führende Britin Fenella Langridge wird am Ende verdiente Zweite, als Drittplatzierte überquert Judith Corachàn aus Spanien die Ziellinie im Rother Triathlon-Stadion.

Während an der Spitze um Rekordzeiten und Platzierungen gekämpft wurde, ging es im Feld oft um das erfolgreiche Finish. Rund 3.000 Einzelstarter*innen und 650 Staffeln probierten es zusammen mit 7.000 Helferinnen und Helfern. Zahlreiche bayerische Athletinnen und Athleten trotzten den warmen Temperaturen und konnten persönliche Erfolge feiern. Einer von ihnen: Konrad Puk (RSLC Holzkirchen, SV Grün-Weiß Holzkirchen). Mit 73 Jahren erreichte der Holzkirchener als zweitältester Teilnehmer nach 16:00:31 Stunden die Ziellinie.

Konrad Puk im Ziel (Foto: Marathonfoto)

„Es ist nie zu spät zu beginnen“

Glücklich, gesund und zufrieden stand Puk im Ziel und meinte: „Ich habe jeden Kilometer genossen!“ Im vollbesetzten Stadion bat man ihn auf das Podium, wo er motivierte: „Leute fangt an euch zu bewegen. Ich war mit 66 Jahren zum ersten Mal in Roth, heute habe ich zum sechsten Mal die Ziellinie hier erreicht. Es ist nie zu spät etwas zu tun und wer nicht anfängt, der hat schon verloren“.

Körperlich und mental war der Tag für den oberbayerischen Athleten natürlich trotz des glücklichen Finishs sehr anstrengend: „Ich hatte meine Höhen und Tiefen“, berichtet er. „Das Schwimmen lief ganz gut, bis die nächste Startwelle von hinten kam, derer noch viele folgen sollten. Immer wieder habe ich mir ruhigere Gewässer gesucht, um dem Getümmel zu entkommen. So war ich heil froh, als ich mit nur kleineren Blessuren wieder festen Boden unter den meinen Füßen hatte und nicht zu viel Kanalwasser verkostet hatte. Beim Radfahren habe ich mich nach Plan versorgt, mein Gel aus der Flasche und Wasser zur Kühlung des Körpers und zum Trinken. An jeder Station habe ich mir von den Helfern Flaschen reichen lassen. Damit kein Körperteil in der Aeroposition verkrampft, waren ein paar Lockerungsübungen sehr hilfreich. Richtig anstrengend waren die Berge, Gredinger Berg, Kränzleinsberg, Solarer Berg, wo mich immer ein phantastisches Publikum mit viel Begeisterung nach oben ‚gebrüllt‘ hat. Für mich war das Gänsehaut pur.“

Besondere Motivation am Streckenrand

Ein ganz besonderer (stiller) Motivator war Michel – einer von tausenden Zuschauern für Konrad Puk. „Er verkleidet sich als Clown mit einer Perücke in den französischen Farben. Jedes Jahr steht er an den gleichen Stellen in Roth und sorgt für Unterstützung und Stimmung. Zufällig hatte ich Michel zuvor bei der „Challenge Woman“ getroffen und mich bei ihm für die Unterstützung in den Vorjahren bedankt. Da erzählte er mir, dass er Marathonläufer war und jetzt 83 Jahre alt ist. Inzwischen weiß ich, dass „Michel on tour“ als „Spaßpräsident“ unterwegs ist und für soziale Projekte Spenden einsammelt. Ein toller Mensch, ein toller Franzose und es war mir eine sehr große Freude so einen Menschen und seine Energie zu spüren.“

Foto: Marathonfoto

Auf der Marathonstrecke ging es für Puk gut voran. „Die Veranstalter haben das alles mit den vielen freundlichen Helfern hervorragend aufbereitet,“ lobt er. „Ab und zu gab es auch ein kleines Schwätzchen, um mich bei den Helfern zu bedanken. Das hat meinen Puls beruhigt und mir neue Energie gegeben. Nach den ersten zehn Kilometern beim Laufen wusste ich, dass ich rechtzeitig ins Ziel kommen kann.“

Am Ende sprang sogar der Sieg in der AK 70 heraus. „Das erste und das letzte Mal“, sagt Puk und fügt schmunzelnd hinzu: „Ach ja, nächstes Jahr komme ich wieder nach Roth, dann in der Altersklasse 75.“

Fotos: Marathonfoto; Privat

Nach der Bayerischen Meisterschaft im Sprint in Erding geht es am 26. Juni auch für die Elite-Athletinnen und Athleten über die Distanz von 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen um die Meisterwürde. In diesem Jahr werden erneut beim Traditionsrennen in Trebgast die Schnellsten der Schnellen gesucht. Zuschauen lohnt sich.

Taktik und Tempo

Denn das Rennen der Elite wird, im Gegensatz zu den Altersklassenrennen, mit Windschattenfreigabe durchgeführt. Die Möglichkeit, wie im Radsport im Pulk zu fahren, bringt zusätzliche Dynamik und eine taktische Komponente in das Wettkampfgeschehen. Wer schafft nach dem Schwimmen den Sprung in die Führungsgruppe? Funktioniert eine Gruppe gut, sodass die Verfolger keine Chance haben, oder sie an die vorhergehende Gruppe Anschluss finden kann? Wer kann wertvolle Kräfte schonen, um beim abschließenden Lauf das entscheidende Quäntchen Energie für den Schlussspurt zu haben? 

Die Teilnehmenden der BM starten in einer separaten Startwelle mit den Sportlern der Regionalliga vor dem Breitensportwettkampf. Los geht es traditionell am Trebgaster Badesee. Die zehn Kilometer lange Radstrecke führt in einem mehrmals zu durchfahrenden Rundkurs über Lindau und Waldau zurück an das Naherholungsgebiet. Von dort aus geht es in den Laufschuhen um den See. 

Weitere Meisterschafts-Rennen

Benedikt Deichsel, der Organisator des Rennens freut sich bereits auf ein spannendes Renngeschehen und das vielfältige Wettkampfprogramm: „Wir freuen uns sehr darüber, die Bayerischen Meisterschaften bei unserem Triathlon in Trebgast zu Gast zu haben. Darüber hinaus heißen wir auch die Deutsche Meisterschaft der Justiz und die Deutsche Meisterschaft der Gehörlosen Willkommen.“ Hiermit einen Beitrag zur Inklusion im Triathlonsport leisten zu können ist den Organisatoren sehr wichtig. 

Neben den Landesmeisterschaften macht zudem auch die 2. Bundesliga Süd in Trebgast halt, um Punkte für die Ligawertung zu sammeln. Auch hier werden spannende Zweikämpfe und ein schnelles Rennen um die Podiumsplätze erwartet.

Fotos: