Das Ressort Sportentwicklung kümmert sich um Belange des Breitensports.
Dabei geht es neben der Interessenvertretung für Vereine und den Paratriathlon auch darum, aktuelle Fragen von Prävention und Gesundheit, Gleichstellung, Folgen des demographischen Wandels und Herausforderungen der Integration und des Umweltschutzes zu beantworten.

Zweimal Gold für Bayern bei den Deutschen Meisterschaften auf der Langdistanz: Nathalie Krause von der TG Viktoria Augsburg und Wolfgang Teuchner von der TuS Fürstenfeldbruck haben sich beim Nordschwarzwald Triathlon in Nagold die deutschen Meistertitel gesichert und sorgten für einen bayerischen Doppelsieg.

Krause mit DM-Titel beim Debüt

Siegerin Nathalie Krause

Für Nathalie Krause endete die allererste Langdistanz nach 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern auf dem Rad und dem abschließenden Marathon nach 9:49:41 Stunden mit dem Deutschen Meistertitel. Dabei war die Augsburgerin vor dem Start keineswegs frei von Respekt: „Das Rennen war meine erste Langdistanz und entsprechend nervös war ich. Ich wollte mich daher einfach ein Stück weit auf das Abenteuer Langdistanz einlassen.“ Das Abenteuer nahm dann schneller Fahrt auf als geplant. Nach einem gelungenen Schwimmen konnte Krause als Führende aufs Rad wechseln. Nach rund 25 Kilometern folgte allerdings ein Sturz. „Ich bin doch zu zügig in einen Kreisverkehr reingefahren, in dem mir dann das Hinterrad weggerutscht ist und ich erstmal mitsamt Rad über den Asphalt in den Graben gerutscht bin.“ Bis auf einige Schürfwunden und einen beschädigten Einteiler blieb die Augsburgerin glücklicherweise unverletzt. Nach kurzen Reparaturen am Rad ging es weiter.

Der Sturz kostete allerdings Zeit, die Krause möglichst schnell wieder aufholen wollte. „Zugegeben, etwas mit Adrenalin geladen, bin ich die ersten Kilometer ziemlich losgebraust, um die verlorene Zeit durch den Sturz wieder gut zu machen.“ Beim Aufholmanöver folgte jedoch die nächste Herausforderung: Weil sie zu dicht auf einen anderen Athleten auffuhr, musste Krause eine Drei-Minuten-Strafe absitzen. Auch der Marathon wurde zur Bewährungsprobe. „Beim abschließenden Lauf hab ich dann wirklich zu spüren bekommen, dass Marathon laufen im Rahmen einer Langdistanz eben nicht vergleichbar ist mit ‚reinem‘ Marathon-Laufen.“ Ab der dritten Runde musste sie deshalb zunehmend kämpfen. Unterstützung kam von den Athletinnen und Athleten im Rennen sowie den Zuschauern an der Strecke, deren Zurufe sie schließlich bis ins Ziel brachten. Nach 9:49:41 Stunden war das Premierenrennen tatsächlich mit dem deutschen Meistertitel gekrönt. „Unterm Strich war es wirklich eine gelungene, gut organisierte Veranstaltung“, lautet Krauses Fazit. Und dass die erste Langdistanz nicht ihre letzte gewesen sein dürfte, deutet sie selbst bereits an: „Für mich persönlich war das aber auch erst der Anfang für meine ‚Karriere‘ auf dieser Distanz.“

Hawaii-Feeling für Wolfgang Teuchner in Nagold: Auf der Laufstrecke wurde es mächtig schwül.

Für den späteren Sieger Wolfgang Teuchner begann der Tag eher entspannt: „Das Tempo beim Schwimmen in der ersten Gruppe war gemütlich. Mit Blick auf die folgende Hitze wollte ich hier noch keine Kraft vergeuden“, beschreibt er seine Taktik. Nach 57 Minuten war er wieder an Land. Auf dem Rad dauerte es dann allerdings nicht lange, bis der Fürstenfeldbrucker die Führung übernahm. Rund sieben Minuten Vorsprung fuhr Teuchner heraus. Einfach wurde die 180-Kilometer-Strecke dadurch allerdings nicht. Lange Anstiege wechselten sich mit schnellen Abfahrten ab, gleichzeitig nahm die Schwüle zu. „Die Aussicht gegen Ende des Radfahrens, jetzt noch einen Marathon zu laufen, rief wenig Optimismus hervor“, erzählt Teuchner. Inzwischen waren die Temperaturen auf über 30 Grad gestiegen, die vorherigen Regenschauer hatten zusätzlich für hohe Luftfeuchtigkeit gesorgt.

Der abschließende Marathon führte über einen welligen Rundkurs mit sechs Runden, abwechselnd durch die Nagolder Innenstadt und über eine schattenlose Landstraße. Teuchner lief zunächst ein ähnliches Tempo wie sein ärgster Konkurrent, konnte sich im weiteren Rennverlauf aber entscheidend absetzen. „Der Zweitplatzierte lief in ähnlichem Tempo wie ich an, ging dann aber hitzebedingt etwas früher und stärker als ich ein“, berichtet der neue Deutsche Meister. Nach 30 Kilometern betrug sein Vorsprung bereits rund 15 Minuten. Viel Reserve blieb dennoch nicht: „Mit massiv nachlassenden Kräften und immer schwereren Schritten“ brachte Teuchner den Vorsprung schließlich bis ins Ziel.

Nach 8:31:07 Stunden war der Titel erkämpft. Hinter Teuchner folgten Lennard Peters (SV Teuto Riesenbeck, 8:47:31) und Bennet Breitenbach (TSG Kleinostheim, 8:51:24). Für Teuchner war es zugleich der Titel in der AK 40.

Sein Fazit zur Veranstaltung fällt entsprechend positiv aus: „Insgesamt war es eine top organisierte DM Langdistanz, die Strecken könnten nicht besser sein.“ Trotz der erst dritten Auflage habe das Rennen bereits viele Zuschauer an die Strecke gelockt. Teuchner hofft deshalb, dass sich der Nordschwarzwald Triathlon „über die Jahre zu einem Fixpunkt im deutschen Rennkalender etablieren wird“. Für den Fürstenfeldbrucker ist die Saison damit allerdings noch nicht beendet. Nach der nun anstehenden Erholung wartet mit dem Ironman Florida bereits das Saisonfinale.

Auch hinter den beiden bayerischen Gesamtsiegern gab es weitere Erfolge aus dem Freistaat. Claudia Bregulla-Linke vom SC Riederau Triathlon gewann die AK 55 der Frauen, bei den Männern setzte sich Benno Beckstein von run & bike Kelheim in der AK 55 durch. Johannes Kammerer (Trifit Vallried) holte den deutschen Meistertitel in der AK 70.

Fotos: Tim Schlindwein

33 Grad, 1.049 Höhenmeter auf dem Mountainbike und ein Trailrun, der noch einmal knapp 200 Höhenmeter bereithielt: Die Deutschen Meisterschaften im Crosstriathlon bei der O-SEE Challenge in Zittau hatten es in sich. Auf der XTERRA-Distanz mit 1,5 Kilometern Schwimmen, 37 Kilometern Mountainbike und 10,8 Kilometern Laufen ging es neben den Elite- auch um 21 Deutsche Meistertitel in den Altersklassen. Für die bayerischen Athletinnen und Athleten gab es dabei gleich mehrfach Grund zur Freude.

Fuchs mit stärkster Radzeit

Den Auftakt der Erfolgsserie machten Paula Leupold und Michael Fuchs vom TV Burglengenfeld. Beide gingen in der Elite an den Start und beide kamen als Deutsche Meister ins Ziel. Dabei erwischte Fuchs einen starken Tag und legte auf dem Mountainbike den Grundstein für seinen Erfolg. Mit gutem Schwimmen und der schnellsten Radzeit des gesamten Feldes arbeitete er sich an die Spitze. Etwa fünf Kilometer vor der Wechselzone schloss er zu den bis dahin Führenden Jens Roth und Arthur Serrières auf. Serrières hielt sich aus der Entscheidung um den deutschen Meistertitel heraus, sodass sich zwischen Fuchs und Roth ein enges Duell entwickelte. „Jens und ich haben uns ein richtig cooles Battle geliefert“, blickt Fuchs auf die gemeinsame Fahrt zurück. Mehrfach versuchte er, sich am Rad abzusetzen, doch beide wechselten schließlich gemeinsam an der Spitze auf die Laufstrecke. Dort hatte Roth zunächst den besseren Start und konnte eine Lücke reißen. „Da dachte ich kurz: Wenn das so weitergeht, wird es heute richtig schwierig“, erzählt Fuchs. An einem längeren Anstieg änderte sich das Bild jedoch. Fuchs konnte zu Roth aufschließen, passieren und sich im anschließenden Downhill absetzen. Die Hitze machte den Lauf für beide zur Herausforderung, Fuchs brachte seinen Vorsprung aber sicher ins Ziel. Nach 2:52:49 Stunden war der Titel perfekt. „Vor sieben Jahren habe ich hier in Zittau meinen ersten richtigen Crosstriathlon gemacht, damals noch beim Kinderrennen am Sonntag“, erzählt er. Seitdem war er jedes Jahr bei der O-SEE Challenge am Start. „Jetzt in meiner ersten Elite-Saison genau hier Deutscher Meister zu werden, bedeutet mir deshalb extrem viel.“

Leupold trotz Vorsicht souverän

Auch Paula Leupold musste sich ihren Sieg hart erarbeiten. Ihr Ziel vor dem Start war zunächst ein Platz auf dem Podium. Nach dem Schwimmen lag sie noch nicht dort, doch auf dem Mountainbike änderte sich das Rennen. Mit dem zweitschnellsten Radsplit arbeitete sich die Burglengenfelderin nach vorne und übernahm die Führung in der DM-Wertung. Die Bedingungen machten es ihr dabei nicht leichter: Die Hitze forderte ihren Tribut, zudem hatte Leupold zu Beginn des Rennens mit Atemproblemen zu kämpfen. Sie fand jedoch ihren Rhythmus, behauptete die Führung auch auf den Trails und durfte nach 3:24:11 Stunden über ihren ersten deutschen Elite-Titel im Crosstriathlon jubeln. „Den Deutschen Meistertitel gleich in meinem ersten Elite-Jahr zu holen, war mein großer Traum“, freut sie sich über den Erfolg. „Ich bin das Rennen vorsichtig und mit großem Respekt vor den Hitzebedingungen angegangen. Die Priorität war Kühlen, Trinken, gut Durchkommen. Das hat sich ausgezahlt und nachdem ich auf dem Rad bereits meine Stärke zeigen konnte, hatte ich überraschenderweise noch richtig Power für den Lauf übrig. Ich bin super zufrieden mit meiner Leistung und dem Ergebnis. Besonders freue ich mich, gemeinsam mit meinem Vereinskollegen Michael Fuchs den Deutschen Meistertitel feiern zu dürfen.“

Besonders bei den Frauen gab es zahlreiche Titel.

Weitere Titel bleiben in Bayern

Doch die gute bayerische Bilanz in Zittau beschränkte sich nicht auf die Ergebnisse der Elite. In den Altersklassen wurden insgesamt 21 Deutsche Meistertitel vergeben und auch hier mischten bayerische Athletinnen und Athleten vorne mit.

In den ersten drei Altersklassen der Frauen gab es jeweils bayerische Erfolge: Bei den Juniorinnen siegte Paula Kleindienst vom TSV Harburg, in der AK 20 gewann Theresa Beraus vom 1. FC Deining. In der AK 25 ging der Titel an Eva Dengler vom RSC Neukirchen. In der AK 35 setzte sich Johanna Schmitt vom SV Würzburg 05 durch. Pamela Mittermeier vom TV Burglengenfeld gelang zudem die Titelverteidigung in der AK 45. Schon im vergangenen Jahr hatte sie in Zittau ganz oben gestanden, nun wiederholte sie ihren Erfolg auf der anspruchsvollen Strecke.

Auch bei den Männern gab es einen Deutschen Meister aus Bayern: Josef Diepold vom SC Delphin Ingolstadt gewann die AK 60.

Alle Ergebnisse gibt es hier (Link).

Fotos: Franz Pretzl

zwei Personen stehen auf der Bühne und lächeln in die Kamera

Gerhard Müller betreibt Triathlon ohne Unterbrechung seit 1988 – allein das ist eine Leistung, die wenige für sich in Anspruch nehmen können. Beim Erlanger Triathlon erreichte der Mittelfranke nun allerdings einen Meilenstein, den bislang wahrscheinlich kein anderer deutscher Triathlet vor ihm geschafft hat: sein 500. Triathlon-Finish.Wir haben uns mit dem 80-jährigen Ausdauersportler des TDM Franken unterhalten.

Doch zunächst zurück zum Start: Müllers sportlicher Weg begann lange vor dem ersten Triathlon. Bereits als Marathonläufer machte er auf sich aufmerksam. Mehr als 50 Marathons stehen heute in seiner Statistik, seine persönliche Bestzeit von 2:44:46 Stunden stammt aus dem Jahr 1969. Später wurde er Deutscher Marathon-Vizemeister mit der Mannschaft in der Altersklasse M60 und sammelte darüber hinaus auch dort zahlreiche Siege und Podestplätze. Mit dem Wechsel zum Dreisport begann 1988 eine außergewöhnliche Geschichte. Seitdem absolvierte Müller Jahr für Jahr zwischen zehn und 21 Triathlonwettkämpfe – Saison für Saison, vom späten Frühjahr bis in den September. Hinzu kommen weitere Ausdauersportevents.

Gerhard Müller mit dem Finisher-Shirt aus 1988

Doch damit nicht genug: Seit 47 Jahren legt er ohne Unterbrechung sowohl das Bayerische als auch das Deutsche Sportabzeichen ab. Im Keller zeugt ein eigener Raum mit Finisherhirts, Urkunden und Medaillen von diesem besonderen Engagement. Neben seinen sportlichen Erfolgen hat Gerhard Müller den Triathlonsport über Jahrzehnte auch ehrenamtlich mitgestaltet. Von 1988 bis 2002 gründete und leitete er die Triathlonabteilung des TB Erlangen und legte damit den Grundstein für viele Jahre erfolgreicher Vereinsarbeit. Seit 1991 engagiert er sich zudem im Vorstand des Triathlon-Bezirks Mittelfranken als Schriftführer. Von 2002 bis 2014 war er Senioren-Sportwart des Bayerischen Triathlon-Verbands, seit 2005 steht er als Vorsitzender an der Spitze des TDM Franken, der mit rund 50 Mitgliedern zu den erfolgreichsten Seniorenvereinen Deutschlands zählt. Seit 2015 bringt Müller seine Erfahrung außerdem als Beauftragter für das Ehrenamt in der Deutschen Triathlon Union ein.

Doch wie bleibt man so lange am Ball? Wir haben ihn gefragt.

Kannst du dich noch an deinen ersten Triathlon 1988 erinnern? Hättest du damals jemals gedacht, einmal 500 Triathlons zu finishen?

Natürlich erinnere ich mich daran. Und das Schöne ist: Es war genau wie mein Jubiläums-Triathlon in Erlangen. Weil ich alle meine Finisher-Shirts sorgfältig aufbewahrt habe, konnte ich beim 500. Triathlon sogar mit dem T-Shirt meines ersten Wettkampfs von 1988 ins Ziel laufen.

Es war die 2. Erlanger Stadtmeisterschaft am 18. September 1988. Das achtseitige Programmheft im DIN-A5-Format sorgt heute noch für ein Schmunzeln. Man konnte sich sogar noch mit der Schreibmaschine anmelden und das Startgeld entweder überweisen oder persönlich beim TV Erlangen vorbeibringen.

Auch der Zeitungsbericht ist mir noch in Erinnerung geblieben: „Schwimmer hetzte Rogge.“ Der Schwimmer war Christof Wandratsch, Roland Böller wurde Dritter und bei den Frauen gewann Susanne Meyer. Von 86 Startern erreichten damals 73 das Ziel.

An 100 oder gar 500 Triathlons habe ich damals überhaupt nicht gedacht. Dass es einmal so viele werden würden, habe ich eigentlich meiner Frau zu verdanken. Nach den Wettkämpfen sagte sie oft: „Ach, wie schön hier – das könnten wir doch künftig immer mit einem Kurzurlaub verbinden.“ So wurden aus Rennen gemeinsame Erlebnisse. Zusammen mit meinen 47 Duathlons bin ich inzwischen an 148 verschiedenen Wettkampforten gestartet – von Hamburg bis Bad Reichenhall, von Trier bis Dresden sowie in Österreich, der Schweiz, Italien und den Niederlanden.

Außerdem möchte ich den Triathlon am Schliersee erwähnen. Dort war ich bereits bei der ersten Austragung am Start. Die Wasserqualität, die traumhafte Radstrecke und der Zieleinlauf am Spitzingsee machten ihn zu meinem absoluten Lieblingswettkampf. Ich bin ihm 35 Jahre treu geblieben, bis die Veranstaltung leider eingestellt wurde. Der Erlanger Triathlon folgt mit inzwischen 27 Teilnahmen direkt dahinter.

Was hat dich über all die Jahre motiviert, Saison für Saison an der Startlinie zu stehen?

Wenn man etwas wirklich liebt, braucht man keine Motivation.

Dazu kommen die vielen Freundschaften, die über den Sport entstanden sind. Mit vielen Athleten und ihren Familien haben wir bis heute Kontakt. Selbst wenn jemand längst keine Wettkämpfe mehr macht, kommt er oft an die Strecke, wenn ein Rennen in seiner Nähe stattfindet. Diese Gemeinschaft ist für mich genauso wertvoll wie der Sport selbst.

Gibt es ein Rennen, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist – und wenn ja, warum?

Das war ganz klar der Schliersee-Triathlon. Dort hat einfach alles gepasst: die Landschaft, die Strecken und die besondere Atmosphäre. Deshalb bin ich dort 35 Jahre lang immer wieder gestartet. Solche Wettkämpfe vergisst man nicht.

Wie hat sich der Triathlonsport aus deiner Sicht seit deinen Anfängen verändert?

Der Sport ist mit der Zeit gegangen. Früher standen vielleicht 100 Athleten am Start, heute sind es oft 1.000.

Damals gab es vieles noch nicht, was heute selbstverständlich ist. Regeln und Vorgaben waren deutlich lockerer. Ich erinnere mich an den Schliersee mit 14 Grad Wassertemperatur. Wer keinen Neoprenanzug hatte, drehte nach 200 Metern wieder um – aber er hatte es wenigstens versucht.

Auch untereinander war vieles unkomplizierter. Hatte jemand eine Reifenpanne, fragte man ganz selbstverständlich: „Kann ich dir helfen? Brauchst du etwas?“ Diese Zeiten sind zwar vorbei, aber ich freue mich, sie erlebt zu haben.

Welche Bedeutung hat der 500. Triathlon für dich?

Die Zahl 500 ist natürlich etwas Besonderes. Noch wichtiger ist für mich aber, dass ich inzwischen seit 39 Jahren ohne Unterbrechung körperlich und geistig in der Lage war, meine Wettkämpfe zu finishen.

Ich musste in all den Jahren nur drei Wettkämpfe bereits im Vorfeld absagen und habe lediglich zwei Rennen nicht beendet. Einmal war das in Ingolstadt nach einem Wettersturz. Nach dem Schwimmen war alles durchnässt – Schuhe, Socken, einfach alles. Auf der Mitteldistanz musste ich schließlich aufgeben, weil meine Finger vor Kälte kaum noch bremsen konnten.

Das zweite Mal war vergangenes Jahr beim Seeland-Triathlon in Schwandorf. Nach einem Wolkenbruch direkt nach dem Schwimmen erinnerte ich mich sofort an Ingolstadt. Ich zitterte am ganzen Körper und entschied mich diesmal bewusst dafür, nicht weiterzumachen. Früher hätte ich wahrscheinlich einfach weitergemacht – heute höre ich auf meinen Körper.

Was hat dir geholfen, über so viele Jahre gesund zu bleiben und die Freude am Wettkampfsport nicht zu verlieren?

Ich ernähre mich gesund, kenne die Bedeutung von Regeneration und passe heute noch in meine Anzüge von 1966.

Außerdem gehe ich zweimal pro Woche mit meiner – immer noch ersten – Angetrauten zu Kieser und mache dort ein vernünftiges Krafttraining.

Und nach einem Wettkampf gönne ich mir etwas, was ich sonst nie mache: Ich kaufe mir zwei Hamburger bei McDonald’s. Dann sage ich mir: „Das ist ungesund – aber heute ist mir das egal.“ Dabei muss ich jedes Mal lächeln und freue mich schon auf das nächste Wochenende. Denn die Anmeldungen für die Saison sind meistens schon von Januar bis April erledigt und bezahlt.

Wir wünschen dir weiterhin alles Gute, Gerhard!

Mit einem Teilnehmerrekord und der Bayerischen Meisterschaft über die Mitteldistanz war der Triathlon Niederbayern in Pocking in diesem Jahr ein kleiner aber feiner Höhepunkt im bayerischen Rennkalender. Auf der anspruchsvollen Strecke setzten sich bei sommerlichen Bedingungen Hanna Pfannes und Wolfgang Teichner durch und sicherten sich neben dem Gesamtsieg auch die bayerischen Meistertitel.

Bereits das Schwimmen im warmen Pockinger Badesee verlangte den Athletinnen und Athleten einiges ab. Auf den Neoprenanzug musste verzichtet werden, ehe die wellige und komplett gesperrte Radstrecke sowie ein abwechslungsreicher Laufkurs über Sieg und Platzierungen entschieden.

Bei den Männern setzte sich Wolfgang Teichner souverän durch. Der Titelverteidiger nutzte das Rennen als Formtest für die Deutsche Meisterschaft über die Langdistanz in drei Wochen und ging bewusst ohne Tapering an den Start.

„Das Rennen war als Vorbereitung für die DM Langdistanz in drei Wochen eingeplant, daher bestritt ich es ohne viel Erholung aus dem Training heraus und hoffte natürlich, dass es auch so zum Sieg reicht, was dann glücklicherweise geklappt hat. Schwimmen war im Rahmen des Erwartbaren und ohne Neo im überraschend warmen Wasser sehr angenehm. Die Radstrecke haben die Veranstalter gut hinbekommen – schön wellig, komplett gesperrt und schnell zu fahren. Beim Laufen ging es teils crossähnlich zu, das liegt mir nicht so, aber dafür war es kurzweilig. Alles in allem eine gelungene Veranstaltung abseits der bekannten großen Rennen, die einer Meisterschaft würdig ist.“

Hinter Teichner, der nach 3:39:15 Stunden im Ziel war, entwickelte sich ein spannender Kampf um die weiteren Podestplätze. Rang zwei ging an den Challenge-Roth-Finisher Luis Schulz, der nach eigener Aussage nicht in Bestform an den Start gegangen war. Bronze sicherte sich weniger als eine halbe Minute später Patrick Graf.

„Nach meiner Challenge Roth vor drei Wochen wusste ich, dass ich nicht meine optimale Form haben würde,“ berichtet der Zweite. „Ein Podiumsplatz schien aber realistisch. Leider konnte ich meine Radstärke nicht wie erhofft ausspielen. Dafür konnte ich beim Laufen – trotz eines für meine Verhältnisse eher langsamen Tempos – bis auf Wolfgang alle Konkurrenten überholen beziehungsweise hinter mir halten. Es hat mir große Freude bereitet, mich erstmals der Bayerischen Meisterschaft zu stellen. Nächstes Jahr möchte ich gerne noch weiter nach vorne.“

Hanna Pfannes gewinnt souverän

Bei den Frauen war der Sieg eindeutig. Hanna Pfannes setzte bereits im Schwimmen die entscheidende Attacke, verteidigte ihren Vorsprung auf dem Rad und baute ihn auf der Laufstrecke sogar noch weiter aus.

„Ich habe Pocking vor allem in meinen Rennkalender aufgenommen, um vor der 70.3-Weltmeisterschaft in Nizza noch einmal eine Mitteldistanz zu absolvieren. Dass gleichzeitig die Bayerischen Meisterschaften stattfanden, war ein zusätzlicher Anreiz. Mein Plan war, mich beim Schwimmen möglichst weit abzusetzen und den Vorsprung auf dem Rad zu verteidigen. Das hat hervorragend funktioniert. Der Lauf war dann wirklich grandios und hat sich fast wie Fliegen angefühlt. Ich bin auf einer Mitteldistanz noch nie so eine schnelle Pace gelaufen und war richtig froh, zeigen zu können, was beim Laufen in mir steckt. Dass es am Ende zum Gesamtsieg gereicht hat, macht mich natürlich sehr glücklich. Der Formtest vor der WM ist damit geglückt. Außerdem war es schön zu erleben, dass auch kleinere Veranstaltungen ihren ganz eigenen Charme haben – es muss nicht immer ein Ironman sein.“

Hanna Pfannes läuft zum souveränen Sieg

Natalie Krause gewann Silber bei der Bayerischen Meisterschaft, Bronze ging an Theresa Zahorka. Natalie Krause berichtet im Nachgang: „Für mich war Pocking vor allem ein Vorbereitungswettkampf für meine erste Langdistanz bei der Deutschen Meisterschaft im Schwarzwald. Nach einem schwierigen Schwimmstart konnte ich auf dem Rad wieder etwas Boden gutmachen, musste Hanna beim Laufen aber den Vortritt lassen. Mit Platz zwei bin ich trotzdem sehr zufrieden. Besonders gefallen hat mir die technisch anspruchsvolle Radstrecke – solche Kurse machen mir deutlich mehr Spaß als einfach nur geradeaus zu fahren.“

Mit einem rekordverdächtigen Teilnehmerfeld, einer abwechslungsreichen Strecke und einer rundum gelungenen Organisation bestätigte der Triathlon Niederbayern seinen Stellenwert im bayerischen Rennkalender – das fand auch der Beauftragte für Sportentwicklung im BTV, Tim Feuerlein: „Das Rennen hat absolut Potenzial und bot den passenden Rahmen für ambitionierte Altersklassenathletinnen und -athleten sowie zahlreiche Starterinnen und Starter, die den familiären Charakter der Veranstaltung zu schätzen wussten.“

Die Bayerischen Altersklassenmeisterinnen und -meister

TW20 Hanna Pfannes; MRRC München

TM25 Luis Schulz; SV Bayreuth
TW25 Nathalie Krause, TG Viktoria Augsburg

TM30 Patrick Graf; TV Planegg-Krailling
TW30 Michaela Freudenstein; SV Schalding-Heining

TM35 Robin Dafinger; Trisport Erding
TW35 Mareike Wessalowski; SC Prinz Eugen München

TM40 Wolfgang Teuchner; TuS Fürstenfeldbruck

TM45 Martin Janousek; ATSV Kirchseeon
TW45 Kerstin Hagerer; CIS Amberg

TM50 Thomas Brüderl; TSV Altenmarkt/Alz
TW50 Nicole Kufner; SVG Ruhstorf/Rott

TM55 Benno Beckstein; run & bike Kelheim
TW55 Sabine Hochwimmer; WSV Otterskirchen

TM60 Thomas Griesbeck; TRISTAR Regensburg
TW60 Nadja Thiel ;TSV Jahn Freising 1861

TM65 Friedrich Graf ;TRISTAR Regensburg

TM70 Dieter Seewald; TSV 1860 Staffelstein

Alle Ergebnisse des Tages gibt es hier (Link).

Fotos: private Aufnahmen

Noch ist es ruhig am Pockinger Baggersee. Das Wasser liegt spiegelglatt, Helfer ziehen letzte Absperrbänder straff und in der Wechselzone stehen die Radständer schon sauber aufgereiht. Noch deutet wenig darauf hin, dass hier bald hunderte Athletinnen und Athleten einen Triathlon-Tag in Angriff nehmen werden. Wenn am Sonntag der Startschuss fällt, werden auf dem Gelände rund um das Pockinger Naturfreibad so viele Starter wie nie zuvor ins Wasser springen. Zudem ist der Triathlon Niederbayern erstmals Gastgeber der Bayerischen Meisterschaft über die Mitteldistanz.

Mit viel Engagement und Liebe zum Detail entwickelten die Organisatoren um Christian Teringl und Ferdinand Frank in den letzten Jahren eine Veranstaltung, die sich schnell einen Namen gemacht hat. Das Rennen, damals die erste Mitteldistanz in Niederbayern, wuchs mit jedem Jahr weiter. Ein familiäres Umfeld, professionelle Organisation und eine Strecke mit viel Tempo, aber auch landschaftlichem Reiz sprechen sich herum.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht am Sonntag natürlich die Mitteldistanz. Spannend verspricht vor allem der Kampf um die Titel zu werden. Die Vorjahressieger Maximilian Hoffmann und Antonia Reich, stehen in diesem Jahr nicht auf der Startliste. Damit ist der Weg frei für zwei neue Bayerische Meister. Ein klarer Favorit ist im Vorfeld weder bei den Männern noch bei den Frauen auszumachen.

 

Neben dem Meisterschaftsrennen stehen Sprint- und Kurzdistanz sowie Staffelwettbewerbe auf dem Programm. Geschwommen wird im Naturbad am Rottal-Stadion, ehe die Radstrecke durch das leicht wellige niederbayerische Umland führt. Sie gilt als schnell, verlangt aber mit ihren ständigen Rhythmuswechseln mehr Aufmerksamkeit, als das Streckenprofil zunächst vermuten lässt. Der abschließende Lauf führt mehrfach durch den Zielbereich. Für die Zuschauer entstehen dadurch immer wieder Begegnungen mit den Athletinnen und Athleten, während diese sich von der Stimmung tragen lassen können – gerade auf den letzten Kilometern ein nicht zu unterschätzender Faktor. Überhaupt lebt der Triathlon Niederbayern von seiner besonderen Atmosphäre. Viele Helferinnen und Helfer stammen aus den örtlichen Vereinen, Familien begleiten die Rennen entlang der Strecke und der Zielbereich entwickelt sich Jahr für Jahr zum Treffpunkt für Aktive und Zuschauer gleichermaßen.

„Wir freuen uns unglaublich darüber, dass so viele Athletinnen und Athleten aus Bayern und darüber hinaus nach Pocking kommen“, meint Organisator Christian Teringl mit Blick auf den neuen Teilnehmerrekord, der erwartet wird. „Für uns ist das eine große Chance, nicht nur einen schönen Wettkampf zu organisieren, sondern die ganze Region mit ihrer Sportbegeisterung, ihrer Gastfreundschaft und ihrer besonderen Lage sichtbar zu machen.“

Fotos: Triathlon Niederbayern

Mit der World Triathlon Para Series (WTPS) machte am Wochenende erstmals die höchste internationale Rennserie im Para Triathlon Station in Deutschland. Bei dem Rennen beim World Triathlon Hamburg gingen auch zwei Athletinnen und Athleten aus Bayern an den Start. Zu Buche standen am Ende ein Podestplatz für Anja Renner und Guide Maria Paulig und eine weitere Top-Fünf-Platzierung für Valentin Hanzer.

Gemeinsam mit ihrer Guide Maria Paulig belegte Anja Renner in der Klasse der sehbeeinträchtigten Athletinnen (PTVI) den zweiten Platz. In 1:05:06 Stunden mussten sich die beiden lediglich der Spanierin Susana Rodriguez geschlagen geben. Damit stand Renner nach ihrem zweiten Platz in Montreal erneut auf dem Podium der World Triathlon Para Series und schloss die diesjährige Rennserie mit einem weiteren starken Ergebnis ab.

Im Ziel zeigte sich die Bayerin entsprechend zufrieden. Vor allem mit Blick auf die unterschiedlichen Startklassen ordnete sie das Rennen so ein: „Ich bin sehr zufrieden. Platz eins ist immer schwer zu erreichen aufgrund der „Compensation Time“ der B1-Athleten. Wir starten 3:21 Minuten hinter den B1-Athleten. Das auf der Sprintdistanz aufzuholen, da muss vorne schon ordentlich was schiefgehen. Im B2-B3-Feld waren wir die Schnellsten. Das ist das Minimalziel, was wir erreichen konnten. Ich bin megastolz, dass wir das geschafft haben.“

Für Valentin Hanzer endete das Rennen in der Klasse PTS3 auf Rang fünf. Der Bayer erreichte nach 1:08:02 Stunden das Ziel und sammelte damit weitere wichtige internationale Erfahrung. Erst Ende Juni war ihm in Montreal mit Platz drei in der World Triathlon Para Series ein beachtliches Ergebnis gelungengelungen.

Den deutschen Tag prägte außerdem Martin Schulz. Der zweimalige Paralympics-Sieger gewann die Konkurrenz der Klasse PTS5 in 57:39 Minuten und sicherte dem deutschen Team den einzigen Sieg beim Heimrennen. Insgesamt erreichte das sechsköpfige Aufgebot der Deutschen Triathlon Union zwei Podestplätze.

Mit dem Rennen in Hamburg ging zugleich die diesjährige World Triathlon Para Series zu Ende. Für Renner und Hanzer richtet sich der Blick nun auf die weiteren internationalen Höhepunkte der Saison, allen voran die Weltmeisterschaften im spanischen Pontevedra im September.

Foto: private Aufnahme

Was passiert, wenn aus Fremden ein Team wird? Wenn Geschwindigkeit und Können keine Rolle spielt, dafür gegenseitige Unterstützung umso mehr? Der inklusive TriDay in Hilpoltstein hat gezeigt, wie Sport Menschen verbindet und Inklusion ganz selbstverständlich erlebbar macht.

Eine Kooperation des Bildungsbüros des Landkreises Roth mit dem Bayerischen Triathlon-Verband, der Realschule Hilpoltstein und Regens Wagner machte es möglich: Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung kamen in Hilpoltstein zusammen. Es war ein Dienstagmorgen, im Stadtbad herrschte die Ruhe eines bedeckten, aber durchaus schönen Sommertages. Unter denen, die sich im Eingangsbereich versammelten waren zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Regens-Wagner-Einrichtung Zell sowie die Mountainbikeklasse der Anton-Seitz-Schule Hilpoltstein, aber auch Gäste.

Bald schon war die Morgenruhe im Freibad vorbei. Die Kinder und Jugendlichen waren doch etwas aufgeregt, genossen den etwas anderen Schulmorgen und selbstverständlich stieg der Lärmpegel. Nur einen Teil der Teilnehmenden störte das. Der andere Teil hatte für das Schwimmen die oft vorhandenen Hörimplantate bereits trocken verstaut und wurde von da an mit Gebärden über den Ablauf informiert.

Zunächst wurden die Realschülerinnen und Schüler mit den Teilnehmenden von Regens Wagner und den Gästen in Zweier- oder auch mal Dreierteams eingeteilt. In diesen gemischten Teams sollten die drei Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen gemeistert werden. Gemeinsam und immer mit dem Ziel, aufeinander zu achten.

Dabei ging es nicht um Bestzeiten oder Wettkampf. Viel wichtiger war, sich kennenzulernen, Vertrauen aufzubauen und die Stärken jedes Einzelnen einzubringen. Zusammen entscheiden, gegenseitig motivieren, Rücksicht nehmen und Erfolge teilen – genau diese Erfahrungen machten den TriDay zu etwas Besonderem.

„Inklusion gelingt dort, wo Menschen sich begegnen und gemeinsam aktiv werden. Der TriDay schafft genau diesen Raum. Hier erleben Kinder und Jugendliche, dass Unterschiedlichkeit kein Hindernis ist, sondern eine Bereicherung für das Miteinander“, sagt Bildungskoordinatorin Christine Waitz.

Ob auf dem Fahrrad, dem Roller oder dem Kettkart – jede und jeder fand den passenden Weg, um Teil des Teams zu sein. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch David Matheisl mit der Mountainbikeklasse der Realschule Hilpoltstein, vom TV Hilpoltstein, dem Bayerischen Triathlon-Verband mit Thomas Burger und Team und dem Team von Regens Wagner mit Ines Kretschmer. Ihr Engagement trug dazu bei, dass alle Teilnehmenden die Freude an der Bewegung und am gemeinsamen Erleben in den Mittelpunkt stellen konnten.

Wie schnell Inklusion dann klappen kann, zeigte sich ganz am Ende der Veranstaltung am Mittag. Fast noch wäre die Stimmung gekippt, als die Schülerinnen und Schüler bemerkten, dass sie die Gelegenheit verpasst hatten, sich von „ihren“ Partnern zu verabschieden. Kurzerhand hielten die Busse von Regens Wagner nochmals am Sammelpunkt der Realschüler, um auch den Abschied noch zelebrieren zu können.

Die Veranstaltung wurde unterstützt durch den BVS Bayern, den Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband, sowie das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales.“

Blick in ein Freibad mit Kindern

Der inklusive Schüler-Triathlon in Kelheim hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einer echten Erfolgsgveranstaltung entwickelt. Bei der zweiten Auflage verwandelten rund 240 Kinder und Jugendliche das Gelände rund um das Stadion am Rennweg und das Keldorado in eine große Triathlonarena. Damit konnte die Teilnehmerzahl gegenüber der Premiere im vergangenen Jahr deutlich gesteigert werden.

Organisiert wurde die Veranstaltung von den Schülerinnen und Schülern des P-Seminars der 11. Jahrgangsstufe des Donau-Gymnasiums Kelheim. Mit viel Engagement und Liebe zum Detail sorgten sie dafür, dass vom Check-in über die Wettkämpfe bis hin zur Siegerehrung alles reibungslos funktionierte. Unterstützt wurden sie dabei von zahlreichen Helferinnen und Helfern sowie vielen Partnern aus der Region.

Der inklusive Gedanke war dabei an jeder Stelle spürbar. Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung gingen gemeinsam an den Start und zeigten eindrucksvoll, wie selbstverständlich Sport Menschen verbindet. Ergänzt wurde der Wettkampf durch zahlreiche Mitmachangebote, bei denen die Teilnehmenden unter anderem Blindenbaseball ausprobieren oder einen Rollstuhlparcours absolvieren konnten. So wurde Inklusion nicht nur thematisiert, sondern aktiv erlebt. Für einen besonderen Auftakt sorgte Simon Henseleit. Der U23-Triathlon-Weltmeister von 2022, der inzwischen beim BTV als Trainer arbeitet, brachte die jungen Athletinnen und Athleten beim gemeinsamen Warm-up auf Betriebstemperatur.

Dabei was schon am frühen Vormittag die Vorfreude überall spürbar. Im Schwimmbecken wurden die letzten Bahnen gezogen, auf der Radstrecke herrschte reges Treiben und entlang der Laufstrecke feuerten Betreuerinnen, Betreuer und Zuschauer den Nachwuchs lautstark an. Ob als Einzelstarterin oder Einzelstarter oder gemeinsam im Team – im Mittelpunkt standen nicht Bestzeiten, sondern die Freude an der Bewegung, der Teamgeist und das gemeinsame Erlebnis. Natürlich wurden bei der abschließenden Siegerehrung auch die schnellsten Einzelstarterinnen und Einzelstarter sowie die erfolgreichsten Teams ausgezeichnet. Medaillen gab es für die Siegerinnen und Sieger der verschiedenen Alters- und Wertungsklassen. Den passenden Rahmen gestaltete die Tanzgruppe des Cabrini-Zentrums Offenstetten mit einer mitreißenden Aufführung.

Nach dem großen Zuspruch dürfte deshalb schon jetzt klar sein: Die dritte Auflage des inklusiven Schüler-Triathlons in Kelheim ist schon gesetzt.

Mit Rückenwind von den Europameisterschaften und ihrem ersten Start in der diesjährigen Serie überzeugte das deutsche Para Duo Anja Renner und Valentin Hanzer beim Stopp der World Triathlon Para Series (WTPS) im kanadischen Montreal.

Anja Renner (PTVI) sicherte sich beim dritten Rennen der Para Serie gemeinsam mit Guide Maria Paulig die Silbermedaille. In einer Zeit von 1:05:51 Stunden zeigte das Duo ein starkes Rennen: Nach Platz vier im Schwimmen arbeiteten sich Renner und Paulig insbesondere auf dem Rad entscheidend nach vorne und wurden wie im Vorjahr Zweite. Den Sieg in der Klasse PTVI sicherte sich Susana Rodriguez (Spanien) in 1:03:48 Stunden. Platz drei ging an die US-Amerikanerin McClain Hermes (1:06:07).

Valentin Hanzer (PTS3) überzeugte bei seinem ersten Auftritt in Montreal ebenfalls: Souverän wurde der Perspektivkader-Athlet in seiner Klasse Dritter (1:08:07). In der PTS3-Konkurrenz stand Hanzer gemeinsam mit dem Franzosen Cedric Denuziere (1:06:42), der das Rennen gewann, sowie dem Griechen Stylianos Malakopoulos (1:07:34) auf dem Podium.

Foto: Julia Fankel

Der 37. Memmert Rothsee Triathlon stand am vergangenen Wochenende auch im Zeichen der DM-Titelkämpfe. Bei hochsommerlichen Bedingungen wurden bei dem bayerischen Triathlon-Klassiker die Deutschen Meisterschaften der Altersklassen über die Kurzdistanz ausgetragen. Über die Distanzen von 1,5 Kilometer Schwimmen, 42 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer Laufen setzten sich Jonas Wechsler und Laura Mederer als Tagesschnellste durch und sicherten sich die begehrten Meistertitel.

Im Rennen der Männer zeigte Lokalmatador Jonas Wechsler (TSG 08 Roth) eine beeindruckende Leistung vor heimischem Publikum. Bereits beim Schwimmen distanzierte er die Konkurrenz und stieg mit einem komfortablen Vorsprung von rund eineinhalb Minuten aus dem Rothsee. Auf dem Rad baute der Rother seine Führung kontinuierlich aus und ließ auch auf der abschließenden Laufstrecke am Kanal nichts mehr anbrennen. Nach 1:56:09 Stunden überquerte er die Ziellinie als neuer Deutscher Meister. „Mega cooles Rennen heute – ich habe mich von Anfang an richtig gut gefühlt und konnte mein Ding durchziehen. Dass am Ende der Sieg dabei rauskommt, macht es natürlich nochmal extra schön“, meinte er im Nachgang. Den zweiten Gesamtplatz sicherte sich Felix Schiller (Team Ausdauercoach). Das Gesamtopodiuum komplettierte Matthias Betz (TG 48 Schweinfurt) in 2:01:50 Stunden.

Bei den Frauen entwickelte sich ein taktisch geprägtes Rennen, das Laura Mederer (TSG 08 Roth) auf dem Rad zu ihren Gunsten entschied. Nach dem Schwimmen noch auf Rang drei liegend, drückte sie auf der Radstrecke mächtig aufs Tempo und übernahm die Spitzenposition. Mit einem kontrollierten Zehn-Kilometer-Lauf verteidigte sie ihren Vorsprung und krönte sich nach 2:12:56 Stunden zur nationalen Championess. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Theresa Lowinus (Tri Team Freiburg; 2:15:31 Stunden) und Eva Estler (Post SV Tübingen; 2:16:03 Stunden).

Laura Mederer triumphierte bei ihrem Heimrennen

Die Siegerin nach dem Rennen: „Auf den Rothsee-Triathlon hatte ich mich schon lange gefreut – und es war wieder ein besonderer Tag. Das Schwimmen ist zwar nach wie vor nicht meine Paradedisziplin, aber die Verbesserung gegenüber dem Vorjahr zeigt, dass die Entwicklung stimmt. Auf dem Rad habe ich mich sehr wohlgefühlt und konnte meine Stärken ausspielen. Als klar wurde, dass ich in Führung liege, hat mir das zusätzlich Rückenwind gegeben. Die Stimmung entlang der Strecke mit den vielen Zuschauern, Freunden und Familienmitgliedern war wie immer großartig. Die Hitze hat das Rennen allerdings extrem anspruchsvoll gemacht und vor allem auf dem Lauf viel Kraft gekostet. Umso mehr freue ich mich über das gute Gefühl, wieder mittendrin zu sein und mit viel Freude und Motivation auf die kommenden Wettkämpfe zu blicken.“

Zahlreiche bayerische Altersklassen-Champions

Neben den Gesamtsiegen im Elite-Feld spiegelte sich die bayerische Dominanz auch in den einzelnen Altersklassenwertungen wider. Zahlreiche Athleten aus dem Freistaat nutzten den Heimvorteil am Rothsee und sicherten sich die Goldmedaille in ihren Kategorien.

Bei den Männern gingen fast alle Titel im jüngeren und mittleren Alterssegment nach Bayern: Moritz Kaunz (1. FC Deining) siegte in der AK 18–19 mit einer Zeit von 2:11:12 Stunden. Jonas Wechsler (TSG 08 Roth) gewann neben dem Gesamtsieg auch die AK 20. In der AK 30 triumphierte Jonas Endres vom La Carrera TriTeam Rothsee in 2:04:09 Stunden, dicht gefolgt von Bastian Glockshuber (TSV 1862 Neuburg), der die AK 35 in 2:04:15 Stunden für sich entschied. Matthias Grosser (TSG 08 Roth; 2:10:22 Stunden) in der AK 40, Niki Abel (TSV Altenfurt; 2:10:48 Stunden) in der AK 45 und Volker Dittmar (TSV Zirndorf; 2:59:36 Stunden) in der AK 70 komplettierten die starke bayerische Bilanz der Männer.

Auch bei den Frauen blieben viele Meistertitel im Freistaat. Anna Liepold (TSV Gaimersheim) holte Gold in der AK 20 mit einer Endzeit von 2:29:52 Stunden. Gesamtsiegerin Laura Mederer (TSG 08 Roth) stand zeitgleich in der AK 25 ganz oben auf dem Podest. In der AK 30 setzte sich Sophia Ibert (Post SV Nürnberg) in 2:21:57 Stunden durch. Weitere bayerische Titelträgerinnen des Wochenendes sind Rita Stegler (SSV Forchheim; 2:29:02 Stunden) in der AK 40, Renate Forstner (TSV 1860 Rosenheim; 2:31:09 Stunden) in der AK 45 sowie Astrid Zunner (Twin Neumarkt; 2:36:05 Stunden) in der AK 50.

Alle Ergebnisse gibt es hier (Link).

 

Nachwuchs begeistert am Rothsee – starke Leistungen beim BTV Memmert Nachwuchscup

Doch der Rothsee Triathlon bot nicht nur den Erwachsenen eine große Bühne – auch der bayerische Triathlon-Nachwuchs zeigte beim BTV Memmert Nachwuchscup eindrucksvoll sein Können. Bei großartiger Atmosphäre entlang der Strecke kämpften die jungen Athletinnen und Athleten in den Altersklassen Schüler B bis hin zu den Juniorinnen und Junioren um jede Sekunde.

Mit viel Begeisterung und beeindruckendem Einsatz gingen die Schülerinnen und Schüler B an den Start. Bei den Jungen setzte sich in der Altersklasse Lasse Müller (TSV Katzwang 05) souverän durch. Dahinter komplettierten Enzo Thoulouze (TSV Gaimersheim) und Matteo Malavolta (TSV Gaimersheim) das Podium.
Bei den Mädchen war Lara Loos (SSV Forchheim) die Schnellste der Altersklasse. Lotte Fankel (SV Bayreuth Triathlon) und Lena Sitta (TSV Oettingen) sicherten sich die weiteren Podestplätze.

In der Schüler-A-Klasse wurde bereits deutlich, wie hoch das Niveau im bayerischen Nachwuchstriathlon ist. Bei den Jungen gewann Mika Fankel (SV Bayreuth Triathlon) knapp vor Jasim Al Sultan (SC Wfr. München) und Timo Stecher (TV 1848 Erlangen). I
Bei den Mädchen sicherte sich Mathilda Kujala (La Carrera TriTeam Rothsee) den Sieg vor Zoé Thoulouze (TSV Gaimersheim) und Leni Arthofer (TSV Eintracht Karlsfeld).

Bei den Jungen der Jugend B entwickelte sich ein spannendes Rennen, das Lando Spielberger (Sektion Hersbruck des DAV e.V.) knapp vor Konstantin Koop (TSV Eintracht Karlsfeld) gewann. Maximilian Rudolph (TSG 08 Roth e.V.) sicherte sich Rang drei.
Bei den Mädchen ließ Sophia Grießemer (TSV Katzwang 05) nichts anbrennen und gewann vor Josephine Kujala (La Carrera TriTeam Rothsee). Inara Zeiner (TV 1848 Erlangen) komplettierte das Podium.

Die Jugend-A-Athleten zeigten starke Rennen. Bei den Jungen setzte sich Alexander Tresselt (Tri-Team Schongau) durch. Joel Westphal (TSV Harburg) und Kilian Wanninger (TV 1881 Furth im Wald) folgten auf den weiteren Podestplätzen.
Bei den Mädchen gewann Maja Zidek (Tri-Team Schongau) mit einer starken Gesamtleistung. Raija Pollermann und Franca Pollermann, beide vom TWin Neumarkt, belegten die Plätze zwei und drei.

Den Abschluss des BTV Memmert Nachwuchscups bildeten die Rennen der Juniorinnen und Junioren, die bereits mit viel Rennerfahrung und hohem Tempo unterwegs waren. Bei den Juniorinnen gewann Sophia Bäuml vor Josefine Mendler (TSV Zirndorf) und Lilly Hiebinger (La Carrera TriTeam Rothsee).
Bei den Junioren setzte sich Noah Hopf (TSV Zirndorf) durch. Jonas Beyer (TV Planegg-Krailling) und Leander Träger (SV Postbauer) erreichten die Plätze zwei und drei.

Fotos: Guntram Rudolph