Als Breiten-, Gesundheits- und Hobbysport ist Triathlon bestens geeignet, denn er vereint gesunde Ausdauersportart und variable, vielseitige Belastungen zu einem Sport, der sich sowohl alleine, als auch in Gemeinschaft perfekt gestalten lässt. Veranstaltungen und Wettkämpfe gibt es in Bayern für jedes Leistungsniveau.

Bei der Deutschen Meisterschaft im Duathlon Sprint in Halle stellten sich Athleten aus ganz Deutschland dem kurzen aber intensiven Rennen über 5 km Laufen, 21 km Radfahren und 3 km Laufen. Aus bayerischer Sicht gab es mehrere erfreuliche Ergebnisse: Insgesamt vier Altersklassensiege, ein zweiter und zwei dritte Plätze sprangen im Altersklassenrennen heraus.

Erfolgreicher DM Debütant Ben Czirnich

Florian Puchta (IfL-Hof) überzeugte mit einem starken Wettkampf und sicherte sich in der Altersklasse M30 den Sieg. Mit einer konstanten Leistung über alle drei Disziplinen zeigte er eine der besten bayerischen Tagesleistungen. Ebenfalls ganz oben auf dem Podium stand Ben Czirnich (TV Schweinheim), der die Jugendklasse (MJA) für sich entscheiden konnte. Besonders auf der Radstrecke konnte er sich entscheidend positionieren. Im Nachgang resümiert der Nachwuchssportler: „Ich bin sehr zufrieden mit dem gesamten Rennverlauf, weil die Dinge, die ich mir vorgenommen hatte sehr gut geklappt haben. Ich wollte einen kontrollierten ersten Lauf machen, saubere Wechsel hinlegen und unfallfreies Fahren in einer hoffentlich starken Gruppe. Für den abschließenden zweiten Lauf habe ich ein bisschen auf meine Laufstärke gesetzt. Insgesamt bin ich sehr glücklich, dass mein Debüt bei einer Deutschen Meisterschaft dieses tolle Ergebnis gebracht hat.“
Reinhard Joas (Herrieder Aquathleten) gewann bereits zum dritten Mal souverän die Altersklasse M75 und unterstrich damit seine Erfahrung und Ausdauer. Wolfgang Janisch (SV Langenbach) rundete das bayerische Ergebnis mit Rang drei in dieser Altersklasse ab.

Bei den Frauen zeigte harlotte Doseth (SV Würzburg 05) ein herausragendes Rennen und sicherte sich in der Altersklasse AK20 souverän den Deutschen Meistertitel. Mit der starken Gesamtleistung war sie zudem die viertschnellste Athletin des Tages.

Stefan Doseth (SV Würzburg 05) sicherte sich nach 1:14:20 Stunden mit Rang zwei in der Altersklasse M55 die einzige Silbermedaille aus bayerischer Sicht.

Auch in der Altersklasse AK50 gab es Grund zur Freude: Nadine Zidek (Tristar Regensburg) belegte einen starken dritten Platz und erreichte damit den einzigen bayerischen Podiumsrang drei.

Felix Bydkiewski (Team Oberpfalz) zeigte in der Altersklasse M65 eine engagierte Leistung und belegte Rang sieben. Martin Holler (Laufteam Fürth 2010) erreichte in der Altersklasse M55 einen sechsten Platz, Bastian Metz (TV1848 Erlangen) erreichte in der stark besetzten Altersklasse M20 einen soliden achten Platz.

Alle Ergebnisse sind hier zu finden.

Foto: © DTU/Winni Penno

Ein perfekter Tag für die Duathlon-BM: Bei frischen Temperaturen am Morgen und zunehmend angenehmen Bedingungen im Tagesverlauf präsentierte sich der Duathlon in Krailling einmal mehr als früher Formtest mit spannenden Titelkämpfen. Die 32. Auflage des Rennens bot dabei wie so oft hochklassige Leistungen aber auch einige organisatorische Neuerungen. Am Ende feierte die Favoritin Cornelia Griesche einen hauchdünnen Sieg und Titelverteidiger Max Hoffmanns Pläne wurden von Tom Hug durchkreuzt.

Im Frauenrennen entwickelte sich von Beginn an ein spannender Zweikampf an der Spitze. Vanessa Aberham diktierte gleich im ersten Lauf das Tempo und konnte sich zunächst leicht von Cornelia Griesche absetzen. „Anfangs habe ich versucht, Anschluss zu halten, musste sie nach etwa fünf Kilometern aber ziehen lassen und mein eigenes Tempo finden – der Wettkampf war ja noch lang“, schilderte Griesche später.
Auf dem Rad wendete sich dann das Blatt: Mit starker Leistung holte die Athletin des TSV Gaimersheim den Rückstand nach rund zehn Kilometern wieder auf und suchte ihrerseits die Entscheidung. Doch Aberham ließ sich nicht abschütteln. Es entwickelte sich ein  Duell mit mehreren Führungswechseln, das beiden Athletinnen sichtlich Kraft abverlangte. „Die ständigen Antritte kosteten viel Energie, deshalb habe ich mich entschieden, mit etwas Abstand hinter ihr zu bleiben“, so Griesche. Gemeinsam erreichten sie schließlich die zweite Wechselzone.

Frau läuft vor grüner Wiese

Cornelia Griesche erkämpfte sich den Sieg

Auch auf dem abschließenden Lauf blieb das Rennen lange offen. Aberham forcierte erneut das Tempo, Griesche heftete sich an ihre Fersen und hielt den Kontakt. Erst auf dem letzten Kilometer konnte sich Aberham kurz lösen, ehe Griesche auf den finalen Metern noch einmal alles mobilisierte. Mit einem starken Schlussspurt fing sie ihre Konkurrentin tatsächlich noch ab und sicherte sich in 1:57:39 Stunden den Sieg sowie – nach 2023 und 2025 – erneut den Titel der Bayerischen Meisterin. Nur drei Sekunden dahinter lief Aberham (TSG 08 Roth) über die Ziellinie. Rang drei ging an Lokalmatadorin Helen Graf (TV Planegg-Krailling).

„Insgesamt lief das Rennen doch etwas anders, als ich es mir im Vorfeld vorgestellt hatte“, gab die Siegerin im Nachgang zu und ergänzt: „aber wenn man am Ende als erstes die Ziellinie überquert, ist der Rest Nebensache. Zwischenzeitlich hatte ich den Sieg auch nicht mehr für möglich gehalten, aber es ist ein gutes Gefühl, wenn man über seine Grenzen gehen kann und dafür belohnt wird.“

Titelverteidigung wurde durchkreuzt

Titelverteidiger Maximilian Hoffmann ging im Rennen der Männer als einer der Favoriten ins Rennen. Doch schon beim ersten Lauf ließ sich erahnen, dass mit Tom Hug an diesem Tag ein ernsthafter Konkurrent am Start war. Der Profi setzte sich früh an die Spitze und legte gleich zu Beginn mit der schnellsten Laufzeit den Grundstein für seinen späteren Erfolg. Hug dominierte auch auf dem Rad und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Auch im abschließenden Lauf ließ er nichts mehr anbrennen und brachte seinen Vorsprung von am Ende über drei Minuten souverän ins Ziel. Dahinter zeigte Wolfgang Teuchner als schnellster Athlet der Altersklasse M40 eine starke Leistung und lief auf Rang drei der Gesamtwertung.

Sieger und Bayerischer Meister Tom Hug

„Der Duathlon in Krailling war mein erstes Rennen, nachdem ich vor gut einem Jahr einen schweren Radunfall hatte“, berichtet Sieger Tom Hug. „Entsprechend schwierig war es für mich einzuschätzen, wo ich aktuell stehe. Ich habe mir im Vorfeld bewusst nicht zu viel Druck gemacht und wollte das Rennen einfach solide und vor allem schmerzfrei durchbringen – und endlich wieder Wettkampfatmosphäre aufsaugen. Dass mein Comeback letztendlich so gut gelungen ist, macht mich natürlich umso glücklicher. Besonders gefreut hat mich außerdem, so viele bekannte Gesichter am Streckenrand zu sehen. Während meiner Zeit in München habe ich regelmäßig mit dem TV Planegg-Krailling trainiert. Damit hat es sich für mich fast wie ein Heimspiel angefühlt.“

Die Siegerehrung wurde erstmals in die Veranstaltungshalle verlegt und bot ein schönes Ambiente. Ein besonderer Moment war die Ehrung von Konrad Puk, der als ältester Starter des Feldes den Ehrenpreis „Legende des Rennens“ erhielt.

Alle Ergebnisse des Rennens sind hier zu finden.

Altersklassensiegerinnen

AK20: 1. Franziska Seifert (SSV Forchheim)
AK25: 1. Vanessa Aberham (TSG 08 Roth e.V.)
AK30: 1. Cornelia Griesche (TSV Gaimersheim)
AK35: 1. Nadine Reißner (TG Viktoria Augsburg)
AK40: 1. Katrin Esefeld (LG Mettenheim)
AK45: 1. Patricia Popp (MTV Pfaffenhofen)
AK50: 1. Nicole Kufner (SVG Ruhstorf)
AK55: 1. Claudia Bregulla-Linke (SC Riederau)
AK60: 1. Christine Schrenker-Schöpf (TV 1848 Coburg)
AK65: 1. Susanne Sommer (SVG Ruhstorf)

Altersklassensieger

AK18-19: 1. Ferdinand Van Aaken (TV Planegg-Krailling)
AK20: 1. Alexander Rieckmann (ATSV Kirchseeon)
AK25: 1. Tom Hug (SV Grün-Weiß Holzkirchen)
AK30: 1. Maximilian Hoffmann (TSG 08 Roth e.V.)
AK35: 1. Christian Schwarz (LC Buchendorf)
AK40: 1. Wolfgang Teuchner (TuS Fürstenfeldbruck e.V.)
AK45: 1. Christian Jais (TuS Fürstenfeldbruck e.V.)
AK50: 1. Alexander Kirsch (TSV Grünwald)
AK55: 1. Hermann Schmaderer (Schwimmverein Straubing)
AK60: 1. Thomas Blum (TV 1860 Immenstadt)
AK65: 1. Andreas Büttner (TSV Ottobrunn)
AK70: 1. Werner Fendt (RSC Aichach 1977 e.V.)
AK75: 1. Konrad Puk (SV Grün-Weiß Holzkirchen)

Fotos: private Aufnahmen

Im Rahmen der Multisport-Veranstaltung „Die Finals“ werden vom 23. bis 26. Juli in Hannover in 25 Sportarten die nationalen Meisterinnen und Meister ermittelt. Doch nur eine Disziplin bietet Breitensportlerinnen und -sportlern die Möglichkeit, auf denselben Streckenabschnitten und Wettkampfstätten anzutreten wie die Elite: der Triathlon. Die Anmeldung für das Amateurrennen und die DM Sprintdistanz der Altersklassen startet am 15. April 2026.

Teilnehmende des Sprint Triathlons Steinhuder Meer können am Samstag, 25. Juli, zwischen dem Einzelrennen (750 m Schwimmen, 18 km Radfahren, 5 km Laufen) und einer Sprintstaffel wählen, bei der jeweils ein Teammitglied eine der drei Disziplinen absolviert. Ambitionierte Starterinnen und Starter können am Sonntag, 26. Juli, zudem bei den DTU Deutschen Meisterschaften Sprintdistanz der Altersklassen selbst um nationale Titel kämpfen. Voraussetzung ist der Besitz eines gültigen Startpasses der Deutschen Triathlon Union (DTU) sowie die deutsche Staatsbürgerschaft.

Geschwommen wird im Steinhuder Meer, bevor die Strecke auf einem abwechslungsreichen Radkurs entlang des Ufers des Steinhuder Meers führt – bis zum Hagenburger Kanal und durch das Naturschutzgebiet zurück in Richtung Altenhagen. Anschließend geht es weiter nach Wunstorf und durch den Ort Steinhude wieder zu den Strandterrassen. Die Laufstrecke verläuft zunächst durch den Ortskern von Steinhude und anschließend entlang der Promenade – ein stimmungsvolles Highlight für Aktive und Zuschauer gleichermaßen, zumal die Amateurinnen und Amateure mit Ausnahme des Naturschutzgebietes und einer etwas größeren Laufrunde auf identischen Strecken wie die Profis unterwegs sind.

DTU Veranstaltungsdirektor Oliver Schiek betont: „Der Triathlon nimmt bei den Finals eine besondere Rolle ein: Keine andere Sportart öffnet ihr Eventformat so konsequent für Amateurinnen und Amateure. Wer hier startet, erlebt den Spirit eines Multisport-Festivals aus nächster Nähe – auf größtenteils denselben Kursen, im selben Setting. Das macht unseren Sport einzigartig.“

Die Amateurrennen finden am Samstag, 25. Juli 2026, im Vorfeld des Eliterennens statt. Am Sonntag, 26. Juli 2026, werden – ebenfalls unmittelbar vor dem Elite-Wettbewerb – die DTU Deutschen Meisterschaften der Altersklassen ausgetragen. Der Start ist jeweils in Wellen zwischen 7:00 bis 7:45 Uhr geplant.

Die Anmeldung für das Triathlon-Highlight in der Region Hannover startet am 15. April 2026. Informationen zu Teilnahmebedingungen und Abläufen stehen hier zur Verfügung. Die Anmeldung ist hier möglich.

Foto: © DTU/Petko Beier

Kaum in die Saison gestartet, wartete in Deutschland schon das erste Highlight auf Sportlerinnen und Sportler. Die Duathlon-Europameisterschaft über die Mitteldistanz (10 km Laufen, 60 km Radfahren, 10 km Laufen) im nordrhein-westfälischen Alsdorf bot nationale und internationale Klasse. Während Merle Brunnée aus Baden-Württemberg ihren EM-Titel in der Elite verteidigen konnte, zeigten im Altersklassen-Rennen die Athletinnen aus dem Freistaat, dass die Form bereits stimmt. Parallel zur EM wurden auch die DM-Titel vergeben.

Comeback für Susanne Sommer nach schwerem Unfall

Ein überzeugendes Rennen lieferte Susanne Sommer ab. In der Altersklasse 65 ließ sie der internationalen Konkurrenz keine Chance und finishte nach 3:37:07 Stunden. Damit geht einer der begehrten EM-Titel direkt nach Bayern. Die Sportlerin der SVG Ruhstorf war als Dritte nach dem ersten Lauf schnell gewechselt, überzeugte mit einer starken Radleistung und ließ sich die so errungene Spitzenposition auch auf dem abschließenden Lauf nicht mehr nehmen. „Nach fast dreijähriger Verletzungspause war ich extrem nervös, weil ich meine Leistungsfähigkeit nicht einschätzen konnte“, berichtet die Erfolgsathletin. „Zwar wusste ich, dass ich auf dem Rad gut bin, aber das Laufen ist einfach noch in der Aufbauphase. So wollte ich beim ersten Lauf keines Falls überziehen, war aber dann doch schneller als gedacht. Ich kam auf Platz drei in die Wechselzone mit knappem Vorsprung auf Vier – das war ok. ‚Meine Zeit kommt in den nächsten 60 Kilometern, hoffentlich‘, dachte ich. Und tatsächlich setzte ich mich bereits nach sieben Kilometern an die Spitze, konnte den Vorsprung aber doch nur marginal ausbauen. Hinter mir gab es einen harten Positionskampf. Der zweite Wechsel war wieder recht gut. Ich hörte in meine Beine hinein – besser als erwartet. Kilometer um Kilometer spulte ich recht gleichmäßig ab, wurde von meinem Mann unterwegs mit den nötigen Informationen versorgt und wusste in der letzten von den vier Laufrunden, dass mir der Sieg nicht mehr zu nehmen ist.
Was für ein Gefühl! Gequält habe ich mich bis zum Schluss, aber es war Genuss pur. So ein Comeback ist ein Traum, nachdem mir nach meinem schweren Radunfall mit zertrümmertem Sprunggelenk und Wirbelbruch eher das Ende meiner sportlichen Laufbahn prophezeit wurde. Aber Aufgeben war keine Option. Meine Motivation liegt wohl genau darin. Und dieses Flair rund um die Wettkämpfe, zu Freunden gewordene Sportler von überall wieder zu sehen, sind für mich etwas ganz Wertvolles.“

In der Altersklasse 25 musste Vanessa Aberham (TSG 08 Roth) nur der Britin Olivia Harrod den Vortritt lassen. Die Athletin aus der Triathlonhochburg Roth bewältigte die selektive Strecke in einer Gesamtzeit von 2:53:20 Stunden. Mit diesem Ergebnis sicherte sie sich nicht nur die Silbermedaille in der Europameisterschaftswertung, sondern kürte sich gleichzeitig zur Deutschen Meisterin ihrer Klasse.

Rita Steger schaffte ebenfalls den Sprung aufs EM-Treppchen. In der AK 40 bis 44 setzte sie sich in einem spannenden Duell um die Bronzemedaille durch. In der DM-Wertung reichte es dann zum vierten Platz für die Athletin des SSV Forchheim.

Die Ergebnisse der bayerischen Starter führt Marco Sahm vom IfA Nonstop Bamberg an. Er holte in der AK 50 bis 54 den Bronzerang und wurde in der DM-Wertung Zweiter.

Im Feld der Elite-Frauen hielt Maja Betz (SC Ostheim) die bayerischen Farben hoch. In einem kleinen aber feinen internationalen Feld belegte sie in 2:51:59 Stunden den fünften Rang.

Der Weißhauswald in Trier bot die Kulisse für die diesjährigen Deutschen Meisterschaften im Crossduathlon, die im Rahmen des 18. Int. X-Duathlon ausgetragen wurden. Während an der Spitze des Gesamtfeldes Linda Detering (1:34:33 Stunden) und Julius Drees (1:22:07 Stunden) die Titel einfuhren, waren die bayerischen Athleten in den Altersklassen-Wertungen erfolgreich.

Reinhard Joas

Das Rennen verlangte den Startern auf den 5 Kilometern Crosslauf, den anschließenden 23,2 Kilometern auf dem Mountainbike und dem finalen 2,5-Kilometer-Lauf alles ab. Besonders in den erfahrenen Klassen finden sich Sportler aus bayerischen Vereinen an der Spitze.
Reinhard Joas von den Herrieder Aquathleten sicherte sich in der Klasse M75 souverän den deutschen Meistertitel. „Damit war ich zufrieden, zumal durch das schlechte Wetter im Vorfeld schwierige Trainingsbedingungen herrschten und ich das Radtraining oftmals auf die Rolle und das Lauftraining auf dem Laufband absolvieren musste.“ Mit einer Endzeit von 2:24:03 Stunden bewies der Senior dennoch einmal mehr seine Ausdauer auf dem Mountainbike und den anspruchsvollen Laufstrecken.

Endlich Gold!

Ebenfalls ganz oben auf dem Podium stand Thomas Blum vom TV 1860 Immenstadt. Er holte sich den Titel in der M60 mit einer Zeit von 1:46:42 Stunden und fasste das Rennen so zusammen: „Nach einem zweiten und dritten Platz in den vergangenen Jahren sollte es dieses Mal endlich mit dem Titel in der AK 60 klappen. Schon beim Start habe ich gemerkt, dass die Form stimmt. Auf dem Rad konnte ich das Tempo in den vier Runden stetig steigern, und der abschließende Lauf verging wie im Flug. Ein tolles Gefühl, im Ziel zu stehen und zu wissen: Es hat gereicht! Ein großes Lob an den Veranstalter für die super Stimmung und die perfekte Organisation.“

Auch der Nachwuchs aus dem Freistaat zeigte sich gut in Form. In der hart umkämpften M20 sicherte sich Ludwig Sigl vom TV Burglengenfeld 1875 e.V. den dritten Platz. Nach 1:36:49 Stunden überquerte er die Ziellinie und komplettierte damit das bayerische Erfolgsergebnis in Trier.

Alle Ergebnisse des Rennens sind hier zu finden.

Foto: DTU/Ingo Kutsche

Während sich die meisten Triathleten hierzulande auf die ersten Radausfahrten im Freien vorbereiten, ging es für eine kleine bayerische Delegation am vergangenen Wochenende noch einmal in den Winter. Im italienischen Padola, auf 1.200 Metern Höhe in den Belluneser Dolomiten gelegen, suchten die Wintertriathleten ihre Weltmeister. Für die Sportlerinnen und Sportler aus dem Bayerischen Triathlon-Verband wurde die Reise nach Venetien zu einem vollen Erfolg: Ein guter Teil der 14 deutschen Medaillen ging auf das Konto der Athletinnen und Athleten aus dem Freistaat.

Elite-Bronze für das bayerische Duo

Das Highlight aus bayerischer Sicht lieferten Lorena Erl und Sebastian Neef im 2×2-Mixed-Relay-Wettbewerb. Das Duo bewies auf dem anspruchsvollen Kurs aus Laufen, Mountainbiken und Skilanglauf Nervenstärke. Nach 1:08:25 Stunden sicherten sie sich hinter den Teams aus Italien und der Slowakei die Bronzemedaille.

Besonders bemerkenswert: Sebastian Neef, der eigentlich nach der XTERRA-WM im vergangenen Herbst seinen Rückzug aus dem Elite-Sport angekündigt hatte, gab für dieses Event noch einmal alles und bewies mit Rang sechs im Einzel sowie dem Staffel-Edelmetall, dass er dem Sport treu bleibt. Er resümiert nach dem Rennen: „Dass ich mich ohne Druck und Plan vorbereitet habe, war mein größter Vorteil. Nach zwölf Jahren im Leistungssport habe ich gelernt, auf mein Körpergefühl zu hören. Mit der Medaille in dieser Multisportart schließt sich für mich nun auch ein Kreis: Ich habe nun in der Elite sowohl im Straßen- als auch im Cross- und Wintertriathlon Medaillen bei Meisterschaften geholt. Darauf bin ich stolz – so kann man guten Gewissens einen Gang zurückschalten… was auch immer das bei mir genau heißt, wird sich dann dieses Jahr zeigen.“

Auch Lorena Erl bestätigte ihre Form mit einem starken fünften Platz im Einzelrennen, bei dem sie nur knapp an den Medaillenrängen vorbeischrammte. Michael Fuchs rundete das gute Abschneiden der bayerischen Elite mit einem sechsten Platz in der U23-Wertung (18. Gesamtrang) ab.

Starke Rennen in den Altersklassen

In den Agegroup-Rennen waren die bayerischen Starterinnen und Starter ebenfalls erfolgreich. Die Strecken in der Region Val Comelico verlangten den Teilnehmern technisch alles ab – insbesondere die MTB-Passagen auf festgetretenem Schnee und die schnellen Skating-Runden forderten volle Konzentration.

Gertrud Härer (AK 65–69) und Wolfgang Leonhard (AK 70–74) zeigten sich in bester Form und sicherten sich gleich doppeltes Gold: Beide gewannen sowohl im Wintertriathlon als auch im Winterduathlon ihre Altersklassen souverän. Erfolgsgarantin Claudia Bregulla-Linke (AK 55–59), sicherte sich den Weltmeistertitel im Duathlon und steuerte im Triathlon mit Bronze eine weitere Medaille bei.

Für die Athleten geht es nun mit reichlich Rückenwind in die Vorbereitung auf die Sommersaison – die Medaillen aus den Dolomiten dürften dabei für die nötige Motivation sorgen.

Die Ergebnisse der Rennen finden Sie hier.

Foto: Franz Pretzl

Der Winter ist da, die Tage sind kurz, die Trainingsmotivation gelegentlich eingeschneit. Doch genau jetzt beginnt die beste Zeit, um an Kraft, Technik und Teamgeist zu feilen. Deshalb gibt’s bei uns dieses Jahr etwas ganz Besonderes: Während andere Plätzchen zählen, zählen wir Wiederholungen! Mit dem BTV Adventskalender für Trainingsgruppen, TriKids, YoungStars, Masters schenken wir euch Impulse für das nächste Vereinstraining.

Hinter jedem Türchen wartet ein kleiner Trainings-Booster mit Übungsvorschlägen für euer Vereinstraining. Mal spielerisch, mal technikorientiert, mal richtig knackig. Perfekt für den Nachwuchs, aber auch ideal für Erwachsene, die etwas Schwung in ihren Trainings-Trott bringen möchten.

Viele der Einheiten stammen aus keinem geringeren Werk als dem Trainings-Büchlein von Roland Knoll – randgefüllt mit jahrzehntelanger Erfahrung. Und wer noch mehr kreative Trainingsimpulse erwartet, darf sich freuen: Auch Trainerin Hanna Krauss und einige Vereine haben ihre besten Ideen beigesteuert.

Also: Schuhe binden, Trikot überziehen und los geht es – jeden Tag eine neue Einheit, direkt nutzbar für euer Wintertraining.
Das sind eure Türchen:

  1. Dezember: 1. Adventskalender-Türchen: Vier kreative Trainingsformen für dein Hallentraining aus Roland Knolls Ideen-Kiste
  2. Dezember: 2. Adventskalender-Türchen: Leiterspiel mit Athletik-Aufgaben
  3. Dezember: 3. Adventskalender-Türchen: Leiterspiel mit Lauf-Aufgaben
  4. Dezember: 4. Adventskalender-Türchen: Lauf- und Konditionsparcours
  5. Dezember: 5. Adventskalender-Türchen: Karlsfelder 6-Tage-Rennen
  6. Dezember: 6. Adventskalender-Türchen: Ausdauer- & Koordinationsparcours
  7. Dezember: 7. Adventskalender-Türchen: Langbankzirkel
  8. Dezember: 8. Adventskalender-Türchen: Trampolin-Parcours
  9. Dezember: 9. Adventskalender-Türchen: Reifen-Parcours
  10. Dezember: 10. Adventskalender-Türchen: Synchronspringen
  11. Dezember: 11. Adventskalender-Türchen: Memory-Staffel
  12. Dezember: 12. Adventskalender-Türchen: Formel 1 in der Halle
  13. Dezember: 13. Adventskalender-Türchen: Orientierungssprint
  14. Dezember: 14. Adventskalender-Türchen: Hockey-Parcours
  15. Dezember: 15. Adventskalender-Türchen: Reaktions- und Jonglierparcours
  16. Dezember: 16. Adventskalender-Türchen: Ballzirkel
  17. Dezember: 17. Adventskalender-Türchen: Partnerübungen für das Schwimmtraining
  18. Dezember: 18. Adventskalender-Türchen: Perfektioniere Deinen Brustbeinschlag
  19. Dezember: 19. Adventskalender-Türchen: Piraten-Abenteuer
  20. Dezember: 20. Adventskalender-Türchen: Trockenübung für deine erste Rollwende
  21. Dezember: 21. Adventskalender-Türchen: Dschungel-Abenteuer
  22. Dezember: 22. Adventskalender-Türchen: Balance-Battle
  23. Dezember: 23. Adventskalender-Türchen: (Fast) alles, was ihr für euer Nachwuchstraining braucht
  24. Dezember: 24. Adventskalender-Türchen: Bringt eure Ideen in das nächste Training ein!

 

Wechseltraining gehört zu den zentralen Bausteinen des Triathlons – besonders in den Nachwuchsklassen entscheidet ein perfekter Wechsel schließlich oft über die Platzierung mit. Doch wie trainiert Triathlonbayern den Wechsel und wie lässt sich das Training dazu optimal gestalten?
Diesen Fragen geht derzeit ein Forschungsprojekt der Technischen Universität München nach, das im Sommer seinen Anfang im TriDay der TUM gemeinsam mit Roland Knoll genommen hatte.

Um das Projekt im Rahmen einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit weiter zu vertiefen, sucht das Forscherteam nun Triathlontrainer, die an einer kurzen Online-Umfrage teilnehmen. Ziel ist es, ein genaueres Bild davon zu erhalten, wie relevant Wechseltraining in der praktischen Trainingsarbeit eingeschätzt wird und welche Methoden sich in Vereinen bewährt haben.

Alle Informationen zur Studie sowie den Link zur Umfrage findet Ihr hier.

Foto: Tom Mayer

Der Körper verändert sich – und mit ihm muss sich oft auch das Training anpassen. Für viele Frauen markiert der menopausale Übergang eine Phase großer Umstellungen: hormonell, körperlich und emotional. Anstatt die sportliche Aktivität zurückzuschrauben, kann gerade jetzt Bewegung ein Schlüssel zu mehr Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität sein. Beim Verbands- und Thementag des Bayerischen Triathlon-Verbandes zeigt Dr. Katja Bartsch auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse, wie Frauen in der Peri- und Postmenopause ihr Training gezielt anpassen können.

Schwankende oder sinkende Östrogenspiegel können Muskeln, Knochen, Regeneration und Psyche beeinflussen. Die gute Nachricht: Wer die physiologischen Prozesse versteht, kann individuelle Strategien entwickeln, um weiterhin gesund, stark und motiviert zu bleiben. Wie kann ich trotz (oder gerade wegen) hormoneller Veränderungen mein Training optimal gestalten? Welche Strategien helfen, Beschwerden zu lindern und langfristig leistungsfähig zu bleiben? All das wird im Vortrag beleuchtet. Bringt euch am 8. November in Ingolstadt auf den neuesten Forschungsstand und erhaltet konkrete, praxisnahe Ansätze für Training und Lebensstil.

Vorab haben wir Katja Bartsch schonmal ein paar Fragen gestellt.

Frau Bartsch, Sie beschäftigen sich mit dem Thema Menopause und Sport – was hat Sie zu diesem Forschungsschwerpunkt geführt?

Portrait einer Frau mit BrilleEine Kombination aus wissenschaftlicher Neugier und praktischer Beobachtung. Im Bereich der Sportwissenschaften wird zunehmend sichtbar, wie stark Frauen in der Lebensmitte in der Forschung unterrepräsentiert sind. Tatsächlich fehlen uns zu vielen wichtigen Fragen belastbare Daten – insbesondere Studien, die gezielt Frauen in der Peri- und Postmenopause einbeziehen. Gleichzeitig zeigt sich: Immer mehr Frauen bleiben auch in der Lebensmitte und darüber hinaus körperlich aktiv – und setzen sportlich beeindruckene Zeichen: Die US-amerikanische Marathonläuferin Jeannie Rice läuft mit über 75 Jahren eine Marathonzeit von 3:33 Stunden, und seit 2025 hält eine 80-jährige Athletin den Rekord als älteste Finisherin des Ironman Hawai’i. Das sind natürlich eindrucksvolle Beispiele dafür, warum Frauen nach der reproduktiven Lebensphase mehr Aufmerksamkeit in der Sport- und Bewegungsforschung verdienen.

Im Austausch mit Frauen, für die das Thema Menopause allmählich in den Fokus rückt, wird darüber hinaus deutlich: Es gibt viele offene Fragen, Unsicherheiten – aber auch ein wachsendes Interesse an fundierter Information.  Was es aktuell aus meiner Sicht daher braucht, ist zweierlei: zum einen mehr qualitativ hochwertige Forschung mit weiblichen Probandinnen in dieser Lebensphase, und zum anderen einen besseren Transfer des bereits vorhandenen Wissens in die Praxis. Dabei ist es mir wichtig, wissenschaftliche Erkenntnisse so aufzubereiten, dass sie zugänglich und verständlich sind – ohne dabei die Komplexität oder die Differenzierung wissenschaftlicher Aussagen zu verlieren.

Warum ist es wichtig, dass wir im Sport mehr über die Peri- und Postmenopause sprechen?

Weil wir nur dann wirklich bedarfsgerechte Angebote – z.B. in Form von zielgruppengerechten Trainingskonzepten und Vereinsstrukturen – schaffen können, wenn wir die physiologischen Veränderungen und individuellen Bedürfnisse von Frauen in dieser Lebensphase verstehen und ernst nehmen.

In der Peri- und Postmenopause können hormonelle Veränderungen zu weitreichenden Ausiwrkungen führen – z.B. auf Muskelmasse, Knochendichte, Regenerationsfähigkeit, Schlafqualität, Herzkreislaufrisiofaktoren und mentale Konstitution. Diese Veränderungen werden individuell sehr unterschiedlich erlebt.

Mehr Wissen, Offenheit und Sensibilität für dieses Thema tragen nicht nur dazu dabei, Vorurteile und Stigmata abzubauen, sondern ermöglichen es Trainer:innen sowie den Frauen selbst, Bewegung gezielter und effektiver einzusetzen – zur Gesundheitsförderung, Leistungssteigerung und Verbesserung der Lebensqualität.

Welche Mythen oder Fehlannahmen begegnen Ihnen im Zusammenhang mit Sport in der Menopause am häufigsten?

Viele gehen davon aus, dass die Wechseljahre erst mit etwa 50 ein Thema werden. Tatsächlich beginnen die hormonellen Veränderungen bei vielen Frauen aber schon deutlich früher, z.B. in den späten 30ern oder frühen 40ern. Im Hinblick auf manche Aspekte, die im Kontext der Menopause eine wichtige Rolle einnehmen, wie z.B. Knochendichte und Osteoporoserisiko, werden die Weichen mitunter noch viel früher gestellt – vor allem in Sportarten, in denen RED-S (Relative Energieverfügbarkeit im Sport) eine Rolle spielt. Das ist z.B. bei Ausdauersportarten wie dem Triathlon der Fall. Es lohnt sich also, sich frühzeitig mit dem Thema Menopause zu befassen.

Darüber hinaus vermitteln aktuelle Diskussionen und mediale Trends häufig den Eindruck, dass bestimmte Trainingsansätze universell oder vorranging wirksame Strategien für diese Lebensphase darstellen. Meiner Ansicht nach braucht es hier jedoch eine differenziertere Sichtweise: Verschiedene Trainingsformen und -methoden können auf vielfältige und individuelle Weise dazu beitragen, die körperlichen und mentalen Veränderungen der Peri- und Postmenopause positiv zu begleiten.

Vielen Dank! Mehr Infos gibt es am 8. November in Ingolstadt.

Mehr zum Verbandstag und Anmeldung.

Foto: Oliver Gold/ private Aufnahme

Dass ein Herz richtig funktioniert, ist die Grundvoraussetzung nicht nur für sportliche Aktivität, sondern für das gesamte Leben. Doch was passiert, wenn dieses zentrale Organ schwer erkrankt? In manchen Fällen kann nur noch eine Herztransplantation helfen. Eine solche Operation bedeutet medizinisch wie emotional einen tiefen Einschnitt in das Leben von Betroffenen. Aber sie kann auch der Beginn eines neuen Kapitels sein, geprägt von Lebensqualität, neuer Energie und sogar sportlichen Erfolgen. Regina Richtmann ist ein Beispiel dafür. Die Starnbergerin erhielt vor rund zwei Jahren nach langer Krankheitsgeschichte ein Spenderherz – und hat sich seitdem Schritt für Schritt zurück ins aktive Leben und in den Wettkampfsport gekämpft.

Schon als Neugeborene wurde bei ihr eine Verdickung des Herzmuskels diagnostiziert, es folgten Jahre voller medizinischer und körperlicher Einschränkungen. 2022 kam sie auf die Hochdringlichkeitsliste, wenig später wurde sie transplantiert. Nur ein Jahr später nahm sie bereits beim Organspendelauf teil. 2025 ging sie bei weiteren Wettbewerben an den Start, unter anderem der Organspendenlauf in München sowie dem Sprintdistanz Triathlon der World Transplant Games in Dresden über 500 m Schwimmen, 20 km Radfahren und 5 km Laufen.

Das ist eine immense persönliche Leistung. Die Geschichte zeigt aber auch, dass Leistungssport nicht nur Medaillen bedeutet: Er kann neue Energie schenken, Struktur geben und Perspektiven eröffnen, gerade nach einschneidenden Erlebnissen wie einer Organtransplantation. Wir haben uns mit ihr unterhalten.

Regina, wie würdest du deinen Weg von der Diagnose bis zu deiner Rückkehr in den Sport zusammenfassen?

Sportlerin und Sportler mit Medaille

Regina Richtmann mit Felix Friedrich aus Starnberg, ein lebertranspantierter Triathlet, der bei den World Transplant Games in seiner Altersklasse Gold holen konnte.

Der Weg von der Diagnose bis zu meiner Rückkehr in den Sport war eine Gratwanderung zwischen Leben und Tod – begleitet von Angst, Unsicherheit und Momenten tiefer Verzweiflung. Immer wieder bin ich gestolpert, habe Kraft verloren und musste mich neu aufrichten. Doch dank meiner Familie, medizinischem Fachpersonal und meinen Freunden hatte ich Menschen an meiner Seite, die mich getragen und mir Mut gegeben haben, wenn ich selbst keinen mehr hatte.
Ohne diese Unterstützung hätte ich diesen Weg nicht bis ans Ziel geschafft. Heute, nach meiner Transplantation, blicke ich mit Dankbarkeit und Stolz zurück. Ich habe gelernt, dass wahre Stärke nicht bedeutet, alles allein zu schaffen, sondern weiterzugehen – trotz Rückschlägen.
Mit meinem Spenderherz lebe ich nicht nur für mich, sondern auch für meine*n Spender*in. Ich treibe Sport, um meine Gesundheit zu stärken, aber auch, um anderen zu zeigen: Es gibt immer Hoffnung – und es lohnt sich, niemals aufzugeben.

Was hat dich motiviert, so schnell wieder sportlich aktiv zu werden?

Als ich selbst keinen Sport machen konnte, habe ich immer die Menschen bewundert, die Sport treiben. Ich habe zu ihnen aufgeschaut und mir gesagt, dass ich eines Tages auch ohne Ängste und Sorgen in völliger Freiheit Sport machen kann. Jetzt, wo es so weit ist, möchte ich für die, die es selbst nicht mehr können, Schwimmen, Radeln und Laufen.

Plötzlich klingelt das Telefon. Jetzt geht es los. Welche Gedanken gingen dir durch den Kopf, als du die Nachricht von der Transplantation erhalten hast?

Durch die Wartezeit von drei Jahren und vier Monaten dachte ich, dass ich mich gut auf den Zeitpunkt vorbereiten konnte. Doch als der Moment kam und mir nach vier Monaten auf Intensivstation in der Nacht um 3:30 gesagt wurde, dass ein Spenderherz für mich da ist, konnte ich nicht anders als in Tränen auszubrechen. Der Moment, auf den ich so viele Jahre hoffte, war greifbar nah. Plötzlich traute ich mich wieder darüber nachzudenken, wie es wohl sein wird, dank meines Spenderherzens zu laufen, Treppen zu steigen, ohne Pausen nach jeder Stufe einlegen zu müssen oder einfach mit meiner Familie im See zu schwimmen. Ich hatte viele Träume als es für mich in den OP ging, aber das größte war es, 10 Meter am Stück zu laufen, ohne Angst um mein Leben haben zu müssen. Niemals hätte ich damit gerechnet, dass ich nur eineinhalb Jahre später meinen ersten Triathlon mache.

Triathlon mit Spenderherz – geht das überhaupt? Welche medizinischen Rahmenbedingungen musst du heute im Training besonders beachten?

Als ich meine Kardiologin aus der Transplantationsambulanz fragte, auf was ich beim Sport – insbesondere Leistungssport – achten sollte, lächelte sie mich verschmitzt an und sagte: „Wenn sie nicht mehr können, werden sie das schon merken.“ Nach dem Motto mache ich Sport – also eigentlich so wie jede*r andere auch.
In unserer Gesellschaft besteht leider nach wie vor der Irrglaube, dass man ein transplantiertes Organ schonen muss. Ganz im Gegenteil aber kann der Sport wie eine Art Medizin für Transplantierte angesehen werden. Jede Art von Bewegung – egal in welchem Ausmaß und Rhythmus – sind wichtig für unseren Körper und das Spenderorgan.
Im Fall der Herztransplantation werden die Nerven zum Herz gekappt, was bedeutet, dass die Kommunikation zwischen Hirn und Spenderherz nicht funktioniert. Erst durch Adrenalin, das der Körper zum Beispiel beim Sport ausschüttet, merkt das Herz, dass es schneller schlagen muss. Durch Sport werden also regelmäßig Impulse an das Spenderherz gegeben, was dazu führen kann, dass die Nervenbahnen zwischen Gehirn und Spenderherz teilweise wiederhergestellt werden können. Sportmediziner und Kardiologen sind sich in meinem Fall einig, da mein Puls so schnell ansteigt, dass zumindest ein paar Nerven wiederhergestellt sein müssen, was wahrhaftig ein Wunder ist.

Radfahrerin

Regina Richtmann beim Tegernsee Triathlon © www.sportshot.de

Welche sportlichen Ziele hast du dir für die nächsten Jahre gesetzt?

Die meisten ambitionierten Sportler arbeiten auf eine Medaille oder eine neue Bestzeit hin und da möchte ich mich nicht ausschließen. Natürlich versuche auch ich meine Zeiten zu optimieren und eventuell die ein oder andere Medaille mit nach Hause zu nehmen. Aber selbst wenn ich das nicht schaffe, bin ich nicht enttäuscht, denn wenn ich ehrlich bin, trage ich die wertvollste Medaille schon eine Weile in meiner Brust.
Mein größtes Ziel für die nächsten Jahre ist es zu zeigen, dass wir Transplantierte nicht wie ein rohes Ei behandelt werden müssen, sondern auch ein ganz normales Leben führen können. Ich möchte eine Motivation für Wartepatienten oder bereits Transplantierte sein und den verbliebenen Angehörigen verschiedenster Spenderfamilien zu zeigen, dass ihre Entscheidung zur Organfreigabe nicht umsonst war. Deshalb steht für mich als nächstes eine Mitteldistanz an, auf die ich mich schon fleißig vorbereite.

Was bedeutet dir der Sport heute im Vergleich zu der Zeit vor deiner Transplantation?

Der Sport bedeutet für mich Freiheit und lebendig sein. Vor meiner Transplantation wäre nicht ansatzweise an Sport – geschweige denn Leistungssport – zu denken gewesen. Jetzt kann ich, wann immer ich möchte, ohne Einschränkungen Sport treiben und diese Freiheit in vollen Zügen genießen, die mir meine ganze Kindheit und Jugend verwehrt blieb.
Früher war der Begriff Sport für mich etwas Unerreichbares, was ich immer nur bei anderen sehen konnte, aber nie selbst erleben durfte. Dank meines Spenders/ meiner Spenderin darf ich nicht nur mein zweites Leben genießen, sondern auch erfahren, wie sich der Körper anfühlt, wenn man an sein Limit geht und alles gibt.
Vor der Transplantation bedeutete ein Puls von über 120 Angst vor dem nächsten Kammerflimmern, Angst vor dem Tod, dem ich so viele Male nur knapp entkommen bin. Deshalb gibt es kein größeres Geschenk als das Spenderherz in meinem Kopf schlagen zu spüren, das mir zeigt: ich bin am Leben.

Lächelnde Sportlerin

Regina Richtmann beim Tegernsee Triathlon 2025 © www.sportshot.de

Welche Botschaft möchtest du anderen Menschen mit auf den Weg geben, die selbst gesundheitliche Herausforderungen meistern müssen?

Gesundheitliche Herausforderungen zwingen uns oft neu zu denken – über das Leben, über uns selbst und über das, was wirklich zählt. Ich wünsche jeder Person, die gerade kämpft, dass sie nicht den Mut verliert. Es ist okay, schwach zu sein, es ist okay, Hilfe anzunehmen und es ist völlig in Ordnung, neue Wege zu gehen. Es gibt immer Hoffnung und manchmal beginnt die Stärke genau dort, wo wir dachten, keine mehr zu haben.

Vielen Dank und weiterhin viel Freude am Sport!

Fotos: ©️WTG2025/YesVideography, ©www.sportshot.de und private Aufnahme