Durchsetzungskraft, Geduld und einen langen Atem. Wer als Profisportlerin erfolgreich sein will, muss das und viel mehr beweisen. Anabel Knoll hat längst gezeigt, dass sie alle Qualitäten einer Weltklassesportlerin hat. Ihr größter Erfolg: Der Start bei den Olympischen Spielen 2021. In diesem Jahr schaffte sie unter anderem bei den Arena Games in München den Sprung auf das Podium.

Doch wie ist es, sich voll auf den Sport zu konzentrieren? Wir haben Anabel Knoll gefragt.

Hallo Anabel,
dein Name findet sich noch gar nicht so lang in Triathlon-Ergebnislisten. Wann hast du dich dazu entschlossen in den Sport einzusteigen und was bewog dich dazu?

Ich habe mich eigentlich gar nicht bewusst dafür entschieden, sondern bin eher hineingerutscht. Ich war dann nicht allzu schlecht und habe weitergemacht.

Leistungssport bedeutet oft völlige Konzentration auf eine Sache. Wie hältst du das durch? Was motiviert dich, wenn es schwer ist?

Oft ist es gut, neben dem Sport noch einen Ausgleich zu haben. Für mich ist das mein Studium der Biologie. Dort kann ich auch mal abschalten und das Erlebte verdauen. Motivation ist bei mir oft gar kein Problem, sondern kommt wie von selbst dadurch, dass ich Spaß an dem habe, was ich mache. Das, denke ich, ist auch das Wichtigste, da man nur das gut und motiviert tut, was man gerne macht.

Im Triathlon erhalten Frauen und Männer das gleiche Preisgeld. Die Medienpräsenz der Frauen hat sich in den vergangenen Jahren erhöht, ist jedoch sicher noch nicht ausgeglichen. Wie empfindest du die Position von Profi-Frauen? Was läuft schon gut, wo braucht es noch Arbeit?

Ich glaube, dass es im Kurzdistanz-Triathlon keinen Unterschied zwischen Frauen und Männern mehr gibt. Wir bekommen das gleiche Geld, die gleiche Fernsehzeit und auch die gleiche Wertschätzung und Achtung. Ich glaube, dort gibt es wirklich nichts mehr zu verbessern.

Was beschäftigt dich neben dem Sport?

Neben dem Sport ist das Thema Klima, Natur- und Tierschutz ein großes Thema für mich. Ich studiere nicht nur etwas in die Richtung, sondern setze mich auch dort ein, wie z.B. als Teil des NABU.

Welche Ziele hast du dir im Sport gesetzt, welche daneben?

Ich versuche mir meist keine Ziele zu setzen, sondern einfach mein Möglichstes zu geben und im Idealfall immer besser zu werden. Ich finde, dass Ziele einen oft abhalten, da man bei einem Rückschlag dann demotiviert wird.

Vielen Dank für das Interview!

Das Interview ist Teil des Adventskalenders 2022. Mehr starke Frauen gibt es dort.

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Foto: Carla Nagel

Ein Schwimmseminar nur für Frauen – das Angebot des Bayerischen Triathlon-Verbandes nahmen zahlreiche Sportler*innen an. Am Samstag nun geht es ins Becken. Am Rand wird Julia Seibt stehen. Sie ist hauptberuflicher Coach. Sie unterstützt Sportlerinnen und Sportler dabei, Ziele zu erreichen. Doch warum braucht es dazu spezielle Angebote für Frauen? Wir haben uns mit ihr unterhalten.

Hallo Julia,
am Samstag betreust Du ein Schwimmseminar nur für Frauen des Bayerischen Triathlon-Verbandes. Weshalb denkst Du, ist solch ein Angebot wichtig?

Ganz in mir drin glaube ich, dass wir solche Angebote eigentlich gar nicht brauchen, weil wir vor allem im Triathlon so viele Powerfrauen haben. Leider sind sie trotzdem manchmal nicht selbstbewusst genug und stehen zu ihrem Können. Deswegen denke ich, dass viele Frauen nicht zu einem Seminar gemeinsam mit Männern gehen würden, weil Frau ja vielleicht zu schlecht dafür ist. Und da sind wir an dem Punkt, wo wir dann tatsächlich Veranstaltungen nur für Frauen brauchen! Damit sich einfach mehr Frauen trauen, an Seminaren und Weiterbildungen teilzunehmen, ohne Angst davor haben zu müssen, im Vergleich zu Männern schlecht dazustehen. Dazu gibt es meiner Meinung nach aber gar keinen Grund, also hier an alle Frauen: Traut euch da auch einfach mal mehr zu! 

An der Stelle aber auch noch eine kleine Anmerkung nebenbei, und ich glaube, weil ich eine Frau bin, darf ich das auch sagen: Seminare nur für Männer wären auch eine gute Idee. Ich kann mir nämlich auch vorstellen, dass sich viele Männer nicht trauen in ein gemischtes Seminar zu gehen, weil man eventuell schlechter sein könnte als teilnehmende Frauen. 

Schwimmen ist für Triathletinnen und Triathleten oft die ungeliebte Disziplin. Wie lässt sich das aus deiner Sicht ändern? Woran hakt es?

Das größte Problem am Schwimmen ist, dass die meisten Altersklassen-Athleten oder auch Quereinsteiger, die spät mit Triathlon angefangen haben, nie wirklich Schwimmen gelernt haben. Je älter man ist, desto schwieriger wird es aber das Element Wasser lieben zu lernen. Kalt, nass, ungewohnte Umgebung, das sind alles keine verlockenden Parameter. Dann kommen noch die Schwimmbedingungen dazu, die oft aus vollen Bahnen bzw. zu wenig Platz zum Schwimmen und einer langen Anfahrt und damit viel Zeitaufwand bestehen. 

Wenn dann mal die Hürde genommen ist, ist das Beste, was die Sportler*innen tun können, so oft wie möglich ins Wasser zu gehen. Am besten ist da wirklich mindestens dreimal pro Woche. Je öfter man ins Wasser geht, desto besser wird das Wassergefühl, desto leichter wird es, sich im Wasser fortzubewegen. Und dann muss man einfach dran bleiben, auch wenn es am Anfang zäh ist.

Als Coach betreust Du zahlreiche Sportlerinnen und Sportler. Wie groß sind die Unterschiede in Herangehensweisen zwischen Männern und Frauen wirklich? Was ist speziell bei der Betreuung von Athletinnen zu beachten?

Natürlich ist jede Sportlerin und jeder Sportler generell unterschiedlich. Deswegen ist es schwierig, eine Aussage zu treffen, die wirklich auf alle Frauen oder alle Männer zutrifft. Es zeichnet sich aber ab, dass Frauen sehr viel betreuungsintensiver sind. Während Männer oft ihren Trainingsplan einfach nur abarbeiten, muss ich bei Frauen sehr viel mehr kommunizieren und auch viel öfter deutlich machen, dass es ok ist, wenn Einheiten mal nicht ganz rund laufen. Frauen sind viel verkopfter als Männer. Aber ich trainiere auch Frauen, die genau das Gegenteil sind, oder auch Männer, die in dem Fall ticken wie die meisten Frauen. Ich unterscheide beim Coaching nicht zwischen Geschlechtern, es sind eben alles Individuen, von denen jede Person ihren eigenen Körper, Ecken und Kanten und ihre Eigenheiten hat, da muss man als Coach einfach individuell agieren. 

Du hast dich schon in deiner Jugend als Trainerin engagiert. Welche Lichtseiten hat der Beruf, welche Schattenseiten?

Für mich hat der Beruf Trainerin keine Schattenseiten – ich wollte schon immer Trainerin sein und bin schon früh eingestiegen. Klar läuft man als junges Mädel, bei einem vor allem durch Männer dominierten Beruf (vor allem im Triathlon), ab und zu gegen Wände, aber ich habe alles immer als Herausforderung gesehen und bin daran gewachsen. Ohne manch dämlichen Kommentar oder Seitenhiebe, die ich einstecken musste, wäre ich jetzt vielleicht nicht die Trainerin, die ich heute bin. Triathlontrainerin sein, ist so abwechslungsreich und fordernd, da ist jeder Tag anders und man kann sich als Mensch immer weiterentwickeln. Was manche vielleicht als Schattenseite sehen würden, ich aber nicht tue, ist, dass es eben ein Fulltime-Job ist. Coach sein kann man nicht einfach so abstellen, ich zumindest nicht, ich bin immer mit einem kleinen Teil von meinem Kopf bei meinen Sportlern. 

Als Landestrainerin betreutest du schon acht Jahre lang Nachwuchs. Welchen Tipp würdest du Trainerinnen und Trainern mit auf den Weg geben, wenn es darum geht, Kinder und Jugendliche zum Sport zu bringen und dort zu halten?

Als Trainer*in im Kinder und Jugendbereich ist es ganz wichtig, den Kids Spaß an der Sportart zu vermitteln und nicht schon zu früh zu viel zu wollen, auch wenn ein Kind sehr talentiert ist. Da muss man auch ganz vorsichtig sein bei übermotivierten Eltern, die ihre Kinder mehr oder weniger zum Sport zwingen. Das kann gut gehen, meist tut es das aber nicht. Deswegen sollte man die Kinder unterstützen, wenn man merkt, dass das Kind nur den Sport macht, weil die Eltern es möchten.

Dann ist vor allem eine vielseitige allgemeine Grundausbildung wichtig. Also nicht alles nur auf Schwimmen, Rennradfahren und Laufen beschränken. Es gibt so viele Möglichkeiten, die Kids sportlich nach vorne zu bringen. Das reine Triathlontraining kommt noch früh genug und wenn von Anfang an Freude dabei ist, kommt auch der Erfolg. Mit dem Erfolg bleiben die meisten dann auch lange unserer schönen Sportart treu.

Vielen Dank für das Interview!

Das Interview ist Teil des Adventskalenders 2022. Mehr starke Frauen gibt es dort.

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Nach der erfolgreichen Durchführung der ersten Breitensport-Rennen im Rahmen des DATAGROUP Triathlon Nürnberg im vergangenen Sommer steht der Termin für das kommende Jahr fest. Die Stadt Nürnberg sowie die ausrichtende Deutsche Triathlon gGmbH haben sich auf den 13. August 2023 verständigt. Die Online-Anmeldung öffnet bereits am 16. Dezember 2022.

Rennen über Sprint- und Kurzdistanz

Einsteigerinnen und Einsteiger sowie erfahrene Triathletinnen und Triathleten bekommen erneut die Chance, in der Frankenmetropole ein In-City-Set-up mit Ziel auf dem Hauptmarkt in Angriff zu nehmen; entweder auf der bei Rookies beliebten Sprintdistanz über 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen oder auf der Kurzdistanz (1,5 km; 40 km und 10 km). Zusätzlich besteht die Möglichkeit, über beide Distanzen mit einer Staffel zu starten; erstmals wird auch das Format der Familienstaffel angeboten.

Die Anmeldung ist ab dem 16. Dezember 2022 möglich. Die Schnellsten im Anmeldeprozess profitieren von günstigeren Konditionen. Sobald die ersten 100 Startplätze vergeben sind, greift die nächste Preisstufe. Weitere Informationen zur Anmeldung beziehungsweise den Startgebühren finden sich hier.

2. Triathlon Bundesliga zu Gast

2023 vereint der DATAGROUP Triathlon Nürnberg zudem erneut Breiten- und Spitzensport. Nächsten Sommer gastiert die 2. Triathlon-Bundesliga Süd mit einem Stopp der Serie in der Triathlon-Hochburg.

Cornelia Trinkl, Referentin für Schule und Sport der Stadt Nürnberg erklärt mit Blick auf 2023: „Für die Premiere des DATAGROUP Triathlon Nürnberg gab es von den 550 Triathletinnen und Triathleten überwiegend ein sehr positives Feedback. Für 2023 wollen wir noch mehr Breitensportlerinnen und Breitensportler zum Mitmachen motivieren. Ziel ist es, bis zu 1.000 Aktive für diesen City-Triathlon zu begeistern.“

Weitere Informationen rund um den DATAGROUP Triathlon Nürnberg stehen auf der Veranstaltungswebsite zur Verfügung

Foto: DTU/MarcelHilger

Dass in den Medienberichten heute sowohl Männer als auch Frauen-Sport Beachtung findet ist mittlerweile zwar ein gewohntes Bild, jedoch hart erkämpft. Vor exakt 100 Jahren beispielsweise, mussten Frauen in Monte Carlo noch ihre eigene „Frauen-Olympiade“ durchführen, da sie in den meisten Disziplinen der Weltspiele nicht zugelassen waren. Und auch heute noch kämpfen Frauen um eine gleichberechtigte Sportberichterstattung. Wir haben uns mit Nina Probst unterhalten, die ein Portal für Nachrichten über Frauen im Sport betreibt.

Hallo Frau Probst,
unter sportfrauen.net finden sich sportliche Nachrichten von Frauen über Frauen. Man möchte meinen, dass starke Sportlerinnen in den vergangenen 100 Jahren erfolgreich für Gleichberechtigung gekämpft haben. Woran sehen Sie, dass es noch hapert?

Da gibt es viele Anhaltspunkte, ein besonders großes Manko – und deswegen gibt es ja auch Sportfrauen – sehe ich in der Berichterstattung. Das bestätigen sogar Studien. Nur fünf Prozent der Sportmedien berichten über Frauen, wenn nicht gerade Olympia stattfindet. Natürlich gibt es auch Männersportarten, die hinter dem Fußball anstehen und auch nicht entsprechend vertreten sind. Aber Frauen grundsätzlich kommen viel zu selten in den Medien vor, und das, obwohl sie so tolle Leistungen zeigen. Das haben wir ja jetzt bei Olympia wieder deutlich gesehen. Und diese Leistungen sollten entsprechend gewürdigt werden, finde ich. Die geringe Berichterstattung führt meiner Meinung nach noch zu weiteren Ungleichheiten im deutschen Spitzensport. Weniger Sponsoren, weniger Fans, weniger professionelle Umstände. Viele Sportlerinnen müssen neben dem Profisport ja noch arbeiten gehen oder studieren. Diese Doppelbelastung zu meistern ist sicher enorm und kann natürlich nicht immer zu Höchstleistungen führen.

Die „Gender Pay Gap“, also die Gehaltsunterschiede von Frauen und Männern im Sport, ist in vielen Sportarten zumindest bei Preisgeldern geschlossen. Für einen Sieg erhalten Frauen und Männer meist den gleichen Lohn. Und doch klafft die Lücke in der Realität teils massiv auseinander. Wie könnte man diesen Missstand in Ihren Augen beheben?

Da komme ich wieder auf die Berichterstattung zurück. Zum einen muss über diese Missstände berichtet werden, denn ich glaube, viele Menschen wissen davon nichts. Zum anderen kann eine qualitativ hochwertige und regelmäßige Berichterstattung Sponsoren und andere Geldgeber dazu motivieren, mehr in den Frauensport zu investieren. Aber das verlangt auch von den Sportlerinnen, dass sie aufstehen und sich für Equal Pay starkmachen. Ich habe leider schon manchmal gehört, dass Sportlerinnen gesagt haben: Wir sind ja auch nicht so gut wie die Männer, dann verdienen wir auch nicht dasselbe Geld. Das halte ich für absolut falsch. Einerseits sollte man Männer- und Frauensport nie direkt gegenüberstellen was die Leistung angeht, das macht ja schon aus anatomischen Gründen keinen Sinn. Andererseits strengen sich die Mädchen und Frauen genauso an, geben oft sogar noch mehr für den Traum der Profisportlerin auf – und dass muss auch entsprechend entlohnt werden.

Profisport ist heute weit mehr als Sportlersein. PR, Social Media, Sponsorenakquise und -pflege – um diese Bereiche perfekt zu beherrschen braucht es entweder ein gutes Händchen oder aber professionelle Unterstützung. Was würden Sie angehenden Profisportlerinnen raten?

Die vielen jungen Sportlerinnen kennen sich zum Glück schon gut mit Social Media aus und viele von ihnen nutzen die Plattformen, um sich selbst zu vermarkten. Und das scheint bei einigen von ihnen auch ganz gut zu funktionieren. Trotzdem würde ich raten, zumindest zu Beginn das Gespräch mit PR-Fachleuten zu suchen, die auch den Umgang mit Journalistinnen und Journalisten erklären können. Hier könnten einige Sportlerinnen sicher noch professioneller an die Sache herangehen und sich besser vermarkten. Ab einem gewissen Bekanntheitsgrad macht es auch durchaus Sinn, sich nicht mehr selbst um das Thema der Öffentlichkeitsarbeit zu kümmern. Natürlich ist das auch wieder eine Frage des Geldes, aber die Sportlerinnen sollten sich nicht scheuen, sich bei diesen Themen Hilfe zu holen.

Vielen Dank für das Interview!

www.sportfrauen.net

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Foto: sportfrauen.net

Sofia Warter Rubio Ist beim TV 1848 Erlangen als Nachwuchstrainerin stark engagiert. Die 23-jährige profitiert dabei von vielen eigenen Erfahrungen. Wir haben uns mit ihr unterhalten.

Hallo Sofia,
warum engagierst du dich neben deinem Alltag und dem eigenen Sport im Triathlon?

Als Athletin, die Triathlon seit Jugendzeiten betreibt, und Trainerin, konte ich verschiedene Perspektiven des Sports bereits kennenlernen. Als Jugendliche habe ich selber an Trainingscamps, Feriencamps und natürlich den BTV-Jugendcups teilgenommen. Das hilft, um zu verstehen, worauf es dabei ankommt. Als Trainerin beim TV Erlangen habe ich Kontakt zu vielen jungen Sportler*innen und mir macht es sehr viel Spaß den Nachwuchs auf seinem Weg zu begleiten

Du hast vorbildliche Vereins- und Verbandsarbeit selbst erfahren: Beim TV 1848 Erlangen wurde und wird seit jeher viel Engagement in die Ausbildung des Triathlon-Nachwuchs investiert. Später warst du Kaderathletin im Bayerischen Triathlon-Verband. Was hast Du aus dieser Zeit für dich an wertvollen Erfahrungen mitgenommen?

Ich denke die Eindrücke aus dem eigenen Training, sowohl von meinem ersten Trainer im Verein, wie dann auch von Roland Knoll und Ute Schäfer, und die Erfahrungen, die ich als Trainerin im Verein gemacht habe, haben mich auf jeden Fall geprägt. Vieles bekomme ich auch über meinen Vater mit, der als Jugendleiter der Jugendabteilung des TV Erlangen sehr viel Zeit in Organisation und Planung investiert. Man merkt aber auch direkt, dass gute Arbeit sich auszahlt. Wichtig ist ein strukturiertes Vorgehen, am besten, ohne dass es die jungen Triathleten merken. Für Sie sollen der Spaß und die Freude am Sport im Vordergrund stehen.

Du bist selbst noch sportlich aktiv. Welchen Stellenwert hat Sport heute noch für Dich?

Seitdem ich 2013 vom Leistungsturnen zum Triathlon gewechselt bin, habe ich auch nicht mehr damit aufgehört. Sport steht also schon immer ziemlich weit oben auf meiner Liste. Vor allem die Coronapandemie, als ich auf einmal wieder mehr Zeit hatte, hat mich extrem motiviert, wieder strukturiert zu trainieren. Das hatte dann natürlich auch Auswirkungen auf die Wettkämpfe. Dieses Jahr habe ich mich einem spanischen Erstligateam angeschlossen und dort sehr schöne Wettkämpfe absolviert. Auch die Teilnahme bei den Finals in Berlin war ein Highlight mit dem tollen Starterfeld, auch wenn ich am Tag danach richtig krank war und daher wohl auch im Wettkampf nicht wirklich gut war.

Welche ist die schönste sportliche Erfahrung, an die Du Dich gerne zurückerinnerst?

Da gibt es Einige die ich nennen könnte… Meine Teilnahme am Junior Europacup in Kitzbühel 2016 fällt mir spontan ein, wo ich zum ersten Mal im Internationalen Feld an den Start gegangen bin, mit großen Namen wie zum Beispiel Taylor Knibb. Das Ligafinale in A Coruña mit dem Spanischen Team,  aber auch die eine Woche beim Bundesfinale in Berlin mit der Schulmannschaft des Ohmgymnasiums Erlangen, wo ich das Team begleiten und betreuen durfte. 

Vielen Dank für das Interview!

Das Interview ist Teil des Adventskalenders 2022. Mehr starke Frauen gibt es dort.

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2018 wurden im Sportentwicklungsbericht für Deutschland Stichproben-Zahlen zu Vorständen in Vereinen erhoben und veröffentlicht. In der Erhebung zeigte sich, dass weniger als 30% der Vorstandsmitglieder in deutschen Vereinen weiblich sind. Warum ist das so? Wir haben uns mit Sylvia Rigler vom RC Wendelstein unterhalten. Sie ist eine von wenigen Ersten Vorsitzenden eines Vereins.

Hallo Sylvia,
du bist seit März 2015 1. Vorsitzende des RC Wendelstein. Was macht dir an der Ausübung des Amtes besonders Spaß?

Ich bin mit dem Verein quasi aufgewachsen und er liegt mir sehr am Herzen. Ich finde es spannend, zu sehen, wie sich der Verein immer weiterentwickelt und ich freue mich darüber, dass ich dazu meinen Teil beitragen kann.

Sylvia Rigler

Das Engagement im Verein liegt bei euch praktisch im Blut: Dein Vater ist aktiv und schon Jahre vorher warst Du Jugendleiterin des Vereins und außerdem Abteilungsleiterin der Sparte Einrad. Was sind deine ersten, was deine schönsten Erinnerungen an die Vereins-Familie?

Nicht nur mein Vater ist im Verein sehr engagiert; auch meine Mutter war für den Verein viele Jahre als Kassiererin tätig. Daher kommt wahrscheinlich auch meine Liebe zum Radlerclub.
Die ersten Erinnerungen sind meine eigenen sportlichen Anfänge beim Radlerclub und die schönsten sind die Erinnerung an die Aktivitäten rund um den Verein. Als Kinder durften wir z. B. großartige Zeltlager oder Radausflüge erleben.

Warst du neben dem ehrenamtlichen Engagement auch selbst sportlich aktiv?

Ich bin vor fast 40 Jahren, eben durch meine Eltern, zum Verein gekommen und war damals einige Jahre selbst als Kunstradfahrerin sportlich aktiv. Mit ca. 20 Jahren wollte ich dann nochmal sportlich einsteigen und hatte zugleich die Möglichkeit meinen Trainerschein zu machen. Damals habe ich dann auch die Einradgruppe als Trainerin übernommen und seit ca. zehn Jahren bin ich jetzt auch Kunstradtrainerin.

Ein Ehrenamt geht auch immer mit Pflichten einher. Was sind deine hauptsächlichen Aufgaben und wie gehst du mit der zusätzlichen Belastung im Alltag um?

Hauptsächlich vertrete ich den Verein nach außen. Innerhalb des Vereins habe ich viele organisatorische Tätigkeiten. Aber ich habe im Team, mit der gesamten Vorstandschaft inkl. den Trainern und den Abteilungsleitern, viele weitere ehrenamtlich Engagierte, die mich bei meinen Aufgaben unterstützen; allen voran natürlich weiterhin mein Vater. Ich sehe das gar nicht als Belastung; es macht mir Freude, mich um die Belange des Vereins zu kümmern. Und natürlich unterstützt mich auch meine Familie und hält mir, wenn es mal stressiger wird, den Rücken frei. 

Als Vorständin bist du eher der Exot in der bayerischen Vereinslandschaft. Warum, denkst du, ist das so und was kann man tun, um mehr Frauen zu motivieren?

Ich denke, das ist nach wie vor alten Traditionen geschuldet. Früher wurden die Vorstände in Vereinen von Männern mit Männern besetzt. So wie es in der Arbeitswelt eben auch lange Zeit der Fall war. Es braucht leider einfach seine Zeit, bis eingefahrenen Strukturen geändert werden können. Ich denke, man muss bereits bei der Jugend anfangen, diese zu motivieren, und die Mädchen an solche Aufgaben heranführen, damit sie später mal keine Hemmungen haben, sich solchen Tätigkeiten zu stellen. Und man muss es ihnen einfach vorleben…

Vielen Dank für das Interview!

Das Interview ist Teil des Adventskalenders 2022. Mehr starke Frauen gibt es dort.

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„The World’s Biggest Tri“. 2023 finden Weltmeisterschaften in Hamburg statt und die Deutsche Triathlonjugend will mit Euch diese verrückten Tage gemeinsam gestalten und erleben. Seid dabei, wenn neben den weltbesten Profi-Athletinnen mehrere tausende Triathletinnen die Stadt in ein riesiges Sportfest verwandeln. Auf Euch warten nicht nur die Profi-Wettkämpfe, sondern auch ein abwechslungsreiches Programm.

Eingeladen teilzunehmen sind Jugendliche im Alter von 14-17 Jahren. Die Teilnahmegebühr enthält Unterkunfts- und Programmkosten sowie Halbpension. Die An- und Abreise erfolgt eigenständig. Die Teilnahme am Programm ist verpflichtend. Die Anmeldung endet am 28.04.2023 oder bei vorherigem Erreichen der Teilnehmendenplätze.

  • Ort: Jugendherberge „Am Stintfang“; Alfred-Wegener-Weg 5; 20459 Hamburg
  • Termin: Beginn: Freitag, 14.07. um 17 Uhr; Ende: Sonntag, 16.07. um 10 Uhr
  • Kosten: 98€ pro Person

Zur Ausschreibung der DTJ mit Anmeldeformular.

Foto: Mirco Beyer


„Ich bin Charlotte Vaupel und schreibe meine Masterarbeit über Motive von freiwilligen Helfern bei Triathlonveranstaltungen und des Helfermanagements der Veranstalter“, stellt sich die Triathletin vor. Im Rahmen dieser Arbeit führt sie eine deutschlandweite Befragung durch. „Jetzt komme ich zu dir“, fordert sie Triathletinnen und Triathleten auf. „Um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen, setze ich auf deine freiwillige Teilnahme!“ Klingt interessant? Dann kannst du dich im folgenden Block an der Umfrage beteiligen.

Darüber hinaus haben wir Charlotte noch einige Fragen gestellt.

Hallo Charlotte,
Wie bist du auf das Thema Deiner Arbeit gekommen?

Ich bin selbst beruflich in der Triathlonbranche tätig und habe dadurch einen direkten Bezug. Durch meinen Beruf, mein Studium und mein Umfeld habe ich viele Kontaktpunkte und Gesprächsthemen. Der ausschlaggebende Punkt für die Themenwahl war tatsächlich der Helfermangel auf Hawaii, als weniger als eine Woche vor dem Event 4000 Helfer-Schichten unbesetzt waren. Zu diesem Zeitpunkt war ich in der Themensfindungsphase und mit der bisherigen Entscheidung noch nicht zufrieden. Auf Grund dieser Schlagzeilen habe ich etwas recherchiert und mich mit Helfern und Veranstaltern aktiv ausgetauscht. Dabei kam heraus, dass es teilweise sehr unterschiedliche Sicht- und Herangehensweisen in Bezug auf das Helfermanagement gibt. Mein Ziel ist es, durch einen hohen Praxisbezug meiner Masterarbeit einen Mehrwert für die Branche zu schaffen.

Wie bist du selbst dem Triathlon verbunden?

Ich bin durch meinen Papa bereits sehr zeitig zum Triathlon gekommen und war unglaublich inspiriert davon. Zu diesem Zeitpunkt war die Motivation allerdings sehr weit weg davon, selbst Triathlonsport zu betreiben. Allerdings hat mich diese Faszination der Sportart und die Leidenschaft im Jahr 2018 dann endgültig so stark beeindruckt, dass ich mich kurzum für ein Trainingslager über Silvester und den 70.3 Mallorca angemeldet habe. Und nun ja … die Leidenschaft und die Freude sind geblieben (oder sogar noch gestiegen) –  die nächsten Rennen und Herausforderungen stehen 🙂 

Warst du schon einmal Helferin?

Ich arbeite seit zwei Jahren beim Allgäu Triathlon und helfe hier natürlich aktiv mit. Die Stimmung ist einfach unglaublich und auch, was das gesamte Team dort auf die Beine stellt, ist beeindruckend. Natürlich geht dies gar nicht ohne die zahlreichen tollen Helfer, die jedes Jahr wiederkommen und sich dadurch auch untereinander schon kennen. Es fühlt sich als Helfer gut an, wenn man dann auch noch bekannte Gesichter auf der Strecke sieht und denen die Dankbarkeit ins Gesicht geschrieben steht. Ich habe auch schon bei anderen kleineren Events geholfen, aber ich gebe ehrlich zu, dass durch meinen Beruf, mein Studium und meinen Sport das Zeitbudget doch etwas knapp ist.

  • Thema der Studie: Motive von Helferengagement bei Triathlon-Veranstaltungen
  • Zielgruppe: aktuelle, aber auch potenzielle Helfer
  • Umfragezeitraum: 08.12.2022 – 15.01.2023
  • Dauer: circa 10 Minuten
  • Teilnahmebedingungen am Gewinnspiel im Fragebogen hinterlegt oder hier
  • Verantwortlichkeit: Charlotte Vaupel
  • Kontakt: charlotte@808project.de
  • Neben einen Beitrag zur wissenschaftlichen Forschung gibt es eine Gewinnchance auf dreimal eine Cap von endless local im Wert von 39,90€ sowie dreimal einen Gutschein von Incylence über 25€. Mitmachen lohnt sich also gleich doppelt ???? Die Umfrage erfolgt dabei vollkommen anonymisiert und Datenschutzkonform. Sämtliche Teilnahmebedingungen sind dem Link im Fragebogen zu entnehmen.

Vielen Dank für das Interview!

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Das Telefon klingelt, das E-Mail-Postfach wird minütlich voller, gleich beginnt eine Videokonferenz zum Austausch unter den Landesverbänden. Mittendrin im alltäglichen Wahnsinn steht Theresa Baumgärtel – mit kühlem Kopf. Die 31-jährige ist Geschäftsstellenleiterin des BTV und damit Ansprechpartnerin für Sportler*innen, Vereine, Kollegen aus dem Verband und aus Dachverbänden, sowie Leistungssportkoordinatorin des Stützpunktes in Nürnberg. Kurzum, sie ist viel beschäftigt. Die ehemalige Leistungssportlerinnen hat die Stelle 2019 übernommen und bereits viel mit bewegt.

Hallo Theresa, Geschäftsstellenleiterin, Trainerin und Leistungssportkoordinatorin im Bayerischen Triathlon-Verband – was umfasst deine Arbeit konkret?

Nachdem ich gleich drei verschiedene Bereiche bearbeite, sieht man schon, dass mein Job sehr vielseitig ist. Als Geschäftsstellenleitern kümmere ich mich unter anderem um die allgemeine Mitgliederverwaltung, Startpassmanagement und Lizenzverwaltung. Eine weitere umfangreiche Aufgabe ist die Unterstützung des Ehrenamts im BTV, damit wir hier in allen Bereichen vorankommen. Ein Kontakt zu Vereinen bzw. Sportler*innen kommt täglich vor.

Als Leistungssportkoordinatorin kümmere ich mich um den Bundesstützpunkt in Nürnberg bzw. den Landeskader in Bayern. Hier geht es hauptsächlich um Organisation und Planung verschiedener Förderprojekte, sowie die Beantragung von Fördermitteln.

Als Trainerin aktiv bin ich zum Beispiel in Trainingslagern des Landeskaders und bei Wettkämpfen, aber ich kann auch in Nürnberg aushelfen oder die ein oder andere Einheit gelegentlich unterstützen.

Du hast die Stelle 2019 übernommen, warst damals selbst noch im Leistungssport aktiv und betreibst auch heute noch Triathlon. Hast du dein Hobby zum Beruf gemacht, oder könntest du dir auch einen anderen Job vorstellen?

Meinen Ehrgeiz aus dem Leistungssport konnte ich direkt übernehmen und investierte viel Zeit in meine Ausbildung als Industriekauffrau und direkt im Anschluss in ein duales BWL-Studium.

Als der Landesstützpunkt in Nürnberg zum Bundesstützpunkt wurde, wurde auch die Geschäftsstelle von München nach Nürnberg verlagert. Ich wollte in meinen Beruf schon immer was mit Sport zu tun haben, allerdings sind die Stellen dann sehr begrenzt, sodass ich eher nach einer Stelle im Personalwesen gesucht habe. Als ich die Stellenanzeige des Bayerischen Triathlon-Verbandes gesehen habe, dachte ich mir, das ist ja genau mein Ding. ???? Seit vier Jahren bin ich nun dabei und ich kann wirklich sagen, dass ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe.

Oft erledigst du mehr Aufgaben, als in deinem Arbeitsvertrag vorgesehen sind. Du organisierst, koordinierst, bist Austauschpartnerin für Überlegungen, bringst dich in übergeordneten Gremien ein. Wie schaffst du dir Ausgleich zum fordernden Job?

Der Sport ist mein Ausgleich zum Job. Ich trainiere sehr gerne und absolviere täglich eine Einheit. Die Einheit ist meist mit Familienmitgliedern oder Freundinnen. Man ist an der frischen Luft und kommt einfach mal raus. Nach einer sportlichen Aktivität kann man dann auf der Arbeit wieder richtig loslegen.

Die Geschäftsstelle wurde in den vergangenen Jahren zum Motor vieler Entwicklungen in Triathlon-Bayern. Welche Projekte liegen derzeit auf deinem Schreibtisch?

Im Moment beschäftige ich mich mit dem BTV Memmert Nachwuchscup, den wir im nächsten Jahr neu strukturieren. Angefangen von den Veranstaltern, Durchführungsbestimmungen, Punktesystem bis hin zu den Sponsoren.

Die 5×2 Fortbildungsreihe soll es in 2023 auch wieder geben, sodass ich hier gerade in der Abstimmung mit einigen Referenten bin.

Auch bin ich gerade dran für die sportlichen Damen in Bayern wieder ein „Woman Only“ Programm zu schnüren.

Stark eingesetzt habe ich mich auch für die Digitalisierung des Startpasses, was jetzt zum Glück schon abgeschlossen ist.

Welche Ziele verfolgst du noch?

Sportliche habe ich keine Ziele mehr. Meine Leistungssportkarriere ist beendet. Die letzten viere Jahre habe ich noch auf dem Podium mit der Family-Staffel bei der Challenge Roth gestanden – ich habe also alles erreicht ????

Privates kurzfristig Ziel ist, dass wir jetzt zügig unseren größeren Umbau beenden, sodass wir dann im Frühjahr in ein neues Zuhause ziehen können.

Beruflich will ich weiter viel Gas geben, wie die letzten Jahre, damit es im Triathlon weiter vorwärts geht. Leider gibt es im BTV keine Stelle mit 120%, sonst wäre sie perfekt für mich.

Welche Aufgaben machst du besonders gerne?

Wenn ich ehrlich bin, gibt es kaum eine Aufgabe die ich nicht gerne mache. Besonders gerne mache ich die Aufgaben zusammen mit meinem super Team. Hier können wir unsere Kräfte und Stärken bündeln und zügig voranschreiten.

Vielen Dank für das Interview!

Das Interview ist Teil des Adventskalenders 2022. Mehr starke Frauen gibt es dort.

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Foto: Tom Mayer

30 Jahre ist es her, dass aus einer Idee einer Handvoll Sportverrückter etwas ganz Großes wurde: der Trisport Erding e.V. wurde geboren. Ganz korrekt ist das nicht, denn die Vision eines Triathlonvereins in Erding, startete zu Beginn als Triathlonabteilung unter dem Dach des TSV Erding. Sieben Jahre später, auch, weil die Gründungsmitglieder der Abteilung langwierigen Absprachen mit dem Hauptverein und endlose Versammlungen im verrauchten Vereinsheim vermeiden wollten, wurde der Trisport Erding als eigenständiger Verein gegründet.

Ausdauersport im Fokus

Dabei war der Triathlonsport nicht ausschließlich das Hauptaugenmerk des Vereins, sondern der Ausdauersport an sich. Es gab schlichtweg noch gar nicht so viele Tritahlonwettkämpfe, sodass das Laufen primär im Fokus stand. „Unsere langen Osterläufe werde ich nie vergessen“, erinnert sich Ilka Rathje-Kübler, die 1992 mit ihrem Mann neu nach Erding kam und über die Suche nach einer Laufgruppe auf Winfried Kretschmer und Alfred Dünhuber stieß. „Die Läufe gingen in mehreren Runden um unser Haus, dort stand auch die Verpflegung mit Tee. An den Wochenenden fuhren wir zum Trainieren gerne in die Jachenau zur Hütte von Winfried und Otti. Er war von Anfang an der Visionär – ohne ihn gäbe es den Verein nicht“, erzählt Ilka.

Ein eigener Triathlon als Meilenstein

Winfried Kretschmer ist neben Ilka-Rathje-Kübler, Ottilie Freund, Bernd Grimm, Günther Emmer, Robert Wimmer, Matthias Neumayr und Karl Pfeiffer Trisportler der ersten Stunde.
Irgendwann kam auch die Idee auf, einen eigenen Triathlon zu veranstalten. „Die Anmeldungen kamen per Post zu mir. Irgendwann hat mich mein Postbote gefragt, ob ich Kettenbriefe verschicke, das wäre nämlich illegal“, erzählt Ilka lachend. Die erste Veranstaltung fand damals noch am Wörther Weiher statt. Sponsoren gab es kaum welche, „nur Dellermilch aus München“, erinnert sich Günther Emmer. Also kam es im Ziel für die Teilnehmer hauptsächlich Milchprodukte wie Frischmilch, Joghurt oder Buttermilch. „Und für die Siegerehrung mussten wir erfinderisch werden. Wir wollten unbedingt etwas „vorweisen“, deshalb haben Winfried und ich die Schilder von Pokalen, die wir selbst mal gewonnen hatten, abgemacht und neue darauf angebracht.“

Mit den Jahren wurde die Veranstaltung immer größer und zog irgendwann vom Wörther an den Kronthaler Weiher und damit in die Erdinger Innenstadt. Und je größer ein Event wird, desto wahrscheinlicher werden Pleiten, Pech und Pannen. „Einmal, das war noch in den Anfangsjahren in Erding, hatten wir am Freitagvormittag vor der Veranstaltung noch keine Genehmigung vorliegen, die aber nach einigen hektischen Telefonaten dann doch noch rechtzeitig eintraf, bevor die Verwaltung in das Wochenende ging.
Das zweite war ein Starkregen kurz vor dem Start am Kronthaler Weiher. Der Niederschlag war so heftig, dass sich über der Wasseroberfläche ein Nebel fein verteilter Wassertröpfchen bildete und die Wasserwacht sagte: Start unmöglich! Da hat sich ad-hoc ein kleines Krisenteam gebildet, das versucht hat, die Situation in den Griff zu bekommen. Ein Anruf von Jürgen bei den Fluglotsen am Flughafen hat dann ergeben, dass die Wetterfront bald durch sein würde. So war es dann auch, und bald konnte regulär gestartet werden“, erzählt Winfried Kretschmer. Und auch die beliebte Zielverpflegung sollte nicht immer vor höherer Gewalt verschont bleiben. „Ein Gewitter zog am frühen Nachmittag auf, Triathleten der Olympischen kamen ins Ziel, eine Böe riss die Pavillons samt Tischen um – Kuchen und Obst fielen zu Boden. Gott sei Dank passierte weiter nichts, keine Verletzung von Sportlern, nur etliche Pavillons waren beschädigt. Und: unser Kuchen reichte gerade noch für die letzten Sportler, die ins Ziel kamen“, erinnert sich Ottilie Freund.

Breites Vereins-Angebot und Sinn für das Miteinander

Doch die großen Sportveranstaltung, dem Stadttriathlon im Juni mit bis zu 1500 Athleten und der Stadtlauf im September, sind nur ein Teil dessen, was den Verein ausmacht. Neben einem aktiven Vereinsleben mit zahlreichen Trainingsangeboten, Workshops, Winterschwimmen, offenen Lauftreffs und Laufeinsteigerkursen (auch für Nichtmitglieder), gemeinsamen Wettkämpfen und Feierlichkeiten, steht der Trisport Erding e.V. für sein soziales Engagement. Wo immer es geht, versucht der Verein zu unterstützen und Menschen, die es weniger gut haben, Freude zu bereiten. Von Spendenläufen für die Tafel und Ukraine-Hilfe, die maßgeblich die TriKids des Vereins organisieren, über Weihnachtspackerl für den Fendsbacher Hof, Christbaumversteigerungen oder die Aktion „Aufrunden“, bei der über die Startgelder beim Triathlon Spenden u.a. für die Brücke Erding gesammelt werden.

„Sport, Soziales und Kultur – das ist die DNA des Vereins“, so Winfried Kretschmer – und das hoffentlich auch über die nächsten 30 Jahre hinaus!

Text: Trisport Erding e.V.