Leistungssport und Talentförderung ist ein wichtiger Teil der Arbeit im Bayerischen Triathlon-Verband e.V. Der BTV unterhält zudem in Nürnberg einen Bundesstützpunkt Triathlon.

Als Student in einer WG zu wohnen, ist nicht ungewöhnlich. Die Wohngemeinschaft, die sich seit November im Nürnberger Süden gefunden hat, ist jedoch genau das. In der gemeinsamen Küche treffen sich fünf national und international erfolgreiche Triathlon-Talente. Das „Haus der Athleten“ ist ein Projekt des Bayerischen Triathlon-Verbands. Das Ziel: Spitzenathleten in die Sporthochburg Nürnberg holen und sie dort halten. Am Bundesstützpunkt Triathlon versammeln sich junge Talente ebenso, wie erfahrene und erfolgreiche Routiniers.

Das Ziel: Sichern einer starken Trainingsgruppe 

An der Eliteschule des Sports in Nürnberg herrschen für Kinder und Jugendliche ideale Bedingungen, um Schule und Sport zu vereinbaren. Bis zum Abitur können sie dort das Sportinternat der Bertolt-Brecht-Schule besuchen. Dann jedoch verändert sich die Situation: Ein Studien- oder Ausbildungsplatz und eine geeignete Wohnung müssen gefunden werden. Oft bedeutet das auch einen Ortswechsel. 

Für diese Situation will Thomas Burger, Vizepräsident Leistungssport des Bayerischen Triathlon Verbands und Initiator des Projekts, gewappnet sein. „Wir fördern am Bundesstützpunkt Triathlon-Talente über Jahre hinweg, nur um sie nach Abschluss der Schule wieder in ihre Heimatorte zurück zu schicken oder an anderen Orten studieren zu lassen – dieser Situation wollen wir eine Alternative entgegensetzen.“

Die Leistungssportler nutzen die Wohnräume gemeinsam.

Dass der Ansatz funktioniert, beweisen der Einzug von Sophie Rohr, Paul Schönberger und Thomas Ott in das Athleten-Haus. Alle Drei absolvierten ihren Abschluss an der Bertolt-Brecht-Schule und beginnen nun ein Studium in Nürnberg. „Nachdem ich schon drei Jahre in Nürnberg zur Schule ging, und dieses Jahr mein Abitur gemacht habe, wollte ich auch weiterhin hier in der Trainingsgruppe und am Bundesstützpunkt trainieren. Mir gefällt es richtig gut, in der Sportler-Gemeinschaft zu leben, zu trainieren und Spaß zu haben,“ berichtet Sophie Rohr.

Talente ziehen nach Nürnberg

Gemeinsam Trainieren im Radkeller des Athletenhaus.

„Eine starke Trainingsgruppe ist ausschlaggebend für sportliche Erfolge,“ ist sich Thomas Burger sicher. Das Projekt hält nicht nur erfolgreiche Athleten in Nürnberg. Es lockt auch dekorierte Sportler an den Standort. Magnus Männer wechselte im Herbst aus dem benachbarten Landesverband Baden-Württemberg zum Bayerischen Triathlon-Verband und zog in das Haus der Athleten ein. „Das Haus der Athleten ist für mich ein idealer Wohnort. Die Nähe zu den Sportstätten und das Zusammenleben mit Kollegen sind optimale Vorraussetzungen für das Training am Bundesstützpunkt und bestärkten mich in meiner Entscheidung nach Nürnberg zu ziehen,“ sagt Männer.
Die WG komplettiert Silas Schmitt, der in Nürnberg derzeit sein freiwilliges soziales Jahr absolviert.

Neben gemeinsamer Küche, Wohn- und Esszimmer hat jeder Bewohner sein eigenes Zimmer, kann im Trainingsraum trainieren zusammen mit seinen Mitbewohnern den Rollentrainer aufstellen. Finanziell unterstützt wird das Projekt durch den Bayerischen Triathlon-Verband und seine Partner. 

© Text: Christine Waitz; [16.1.2020] Fotos: BTV

23 Triathlon-Talente erhielten im vergangenen Jahr Förderung durch das BTV Leistungssport-Programm. Die Kader- und Stützpunkt-Athleten arbeiteten in Trainingslagern und Trainingsmaßnahmen gemeinsam am Erfolg. Individuell betreut die Trainingsplanung der Sportlerinnen und Sportler das erfahrene Team rund um Roland Knoll und Stephen Bibow. Die Trainer und der Vizepräsident Leistungssport, Thomas Burger, ziehen zum Jahresende ein überaus positives Fazit. „Selbst wenn wir uns auf nationale und internationale Meisterschaften, sowie Europa- und Weltcup-Platzierungen bis Platz 15 beschränken, kommt eine beeindruckende Liste an Erfolgen zusammen,“ kommentiert der leitende Landestrainer Roland Knoll. „Dazu kommen zahlreiche gute Platzierungen bei Label- und unabhängigen anderen Rennen.“

Franca und Simon Henseleit begeistern mit WM-Teilnahme

Unbestrittener Höhepunkt für den bayerischen Leistungssport war die Teilnahme der beiden Sportler des TSV Schongau, Franca und Simon Henseleit, an der Junioren WM in Lausanne. Die Geschwister konnten zuvor bereits mit starken Leistungen bei der Junioren EM im niederländischen Weert und mit Siegen in ihren Altersklassen bei der Deutschen Meisterschaften in Grimma überzeugen.

Bei den Deutschen Meisterschaften der Jugend und Junioren gab es für die Mannschaft in Weiß-Blau weitere Erfolge zu feiern: Der 15-jährige Jan Pluta vom SSV Forchheim siegte in der Jugend B. Moritz Göttler (TV 1848 Erlangen / TSV Viernheim) stand mit ihm auf dem Podium. Die Mannschaftswertung der B-Jugendlichen gewannen die beiden gemeinsam mit Tim und Jan Semmeler (TV 1848 Erlangen).
Bei den Junioren standen weitere bayerische Sportler auf dem zweiten Platz der Mannschaftswertung: Thomas Ott (TSV Gemünden), Neilan Kempmann (SC Delphin Ingolstadt), Tanja Neubert (TV 1848 Erlangen) und Stefanie Walter (TSV Rosenheim).
(Den ausführlichen Bericht zum Rennen finden Sie hier.

Anabel Knoll und Marlene Gomez-Islinger holen international Podiumsplatzierungen

Bei hochrangigen Rennen der ITU- und ETU-Serien waren Sophia Saller vom SC Delphin Ingolstadt, Jonathan Zipf (Team Memmert), Maximilian Sperl (SC Delphin Ingolstadt), Anabel Knoll (SC Delphin Ingolstadt) und Marlene Gomez Islinger (DJK Weiden) am Start. Anabel Knoll erreichte beim ITU Continentalcup Richmond einen dritten Platz. Marlene Gomez-Islinger erkämpfte sich gleich drei Mal das Podium (ITU Continentalcup Agadir, ITU Europacup Constanta und ITU Europacup Dnipro).
Frederic Funk (Triathlon Grassau) und Marchelo Kunzelmann Loza( TRISTAR Regensburg) feierten bei weiteren Rennen große Erfolge: So siegte Funk beim Ironman 70.3 Lanzarote im Oktober; Marchelo Kunzelmann Loza gewann den traditionellen Triathlon Erlangen.

Eine Liste mit zahlreichen weiteren Erfolgen bayerischer Kaderathleten finden Sie im folgenden.

Liste Kader Erfolge 2019

© Text: Christine Waitz; [11.12.2019] Foto: BTV-Kader

2019 war ein erfolgreiches Jahr für Franca Henseleit: In Grimma konnte sie ihren Deutschen Meistertitel verteidigen und empfahl sich für die Junioren-EM in Wert. Dort wurde sie Achte im Einzel und holte in der Mixed Team Relay Gold. Auch die erste WM-Teilnahme der 17-jährigen verlief erfolgreich. Trotz einer Verletzung im Vorfeld wurde sie im August in Lausanne 17. Eine ganz besondere Auszeichnung wird die Sportlerin des Tri-Team Schongau aber beim Neujahresempfang des DOSB entgegennehmen: Die Auszeichnung zur Eliteschülerin des Jahres der Bertolt-Brecht-Schule.

Nicht nur sportliche Leistungen, sondern auch Zielstrebigkeit, ein professionelles Engagement und gute schulische Leistungen sind Kriterien für die Auszeichnung „Eliteschüler des Sports“. Für andere Schülerinnen und Schüler sollen die Eliteschüler des Sports vor allem Vorbilder sein.

2018 wechselte Franca Henseleit an die Bertolt-Brecht-Schule Nürnberg. In kürzester Zeit fand sie sich dort ein und lernt seither in direkter Nähe zu den Trainingsstätten des Bundesstützpunkt Triathlon. Dort wird sie von den Landestrainern Roland Knoll und Stephen Bibow betreut.
Doch wie fühlt es sich an, mit 16 weit weg vom heimischen Steingaden zu leben? Wie geht man mit der Vorbildfunktion um? Wir haben Franca Henseleit gefragt.

Hallo Franca,
als Internatsschülerin und Triathletin bist du viel unterwegs. Konntest Du Weihnachten mit Deiner Familie zu Hause verbringen? Hat sich, seitdem du in Nürnberg lebst, die Wertschätzung für diese Stunden mit der Familie verändert?

Das stimmt, durch den Sport bin ich das ganze Jahr über sehr viel unterwegs. Wirklich ruhige Tage mit der Familie zu Hause gibt es sehr wenige. Deswegen freue ich mich sehr auf Weihnachten. Dann wird das auf jeden Fall nachgeholt, denn die Feiertage verbringe ich natürlich mit der Familie. Insgesamt schätze ich die Zeit mit meiner Familie sehr und die Unterstützung das Jahr über bedeutet mir extrem viel. Seit ich in Nürnberg im Internat wohne, ist mir bewusst geworden, wie wichtig Familie ist und wie bedeutend es ist, wenn sie uns Sportlern zur Seite steht.

Du konntest 2019 zahlreiche Erfolge erringen. Wie schaust du selbst auf das vergangene Jahr zurück? Was war für dich ein großes, was ein kleines Highlight?

Insgesamt bin ich wirklich sehr zufrieden und glücklich über meinen Saisonverlauf 2019. Gerade mein Start bei der JEM in Weert (Niederlande) mit meinem achten Platz und der  Goldmedaille in der Mixed Team Relay waren sicherlich eine meiner Lieblingsmomente.

Besonders war jedoch die Deutsche Jugend- und Juniorenmeisterschaft in Grimma. Das Rennen hat leider mit einem eher schlechten Schwimmen angefangen, lief dann aber immer besser. Gerade das Durchkämpfen von einer anfangs eher schlechteren Ausgangsposition, bis hin zu einem Top-Rennen hat mich sehr motiviert und mir viel Erfahrung eingebracht.

Franca Henseleit während einer Aquajogging-Einheit. Foto: privat

Sicherlich auch ein großes Highlight der Saison war mein erster Start bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Lausanne. Leider war ich in der Vorbereitungsphase verletzt und musste ganze sechs Wochen mit dem Laufen pausieren. Somit blieben mir nur noch zwei Wochen Vorbereitungszeit auf die WM. Die Zwangspause war anfangs nicht leicht zu akzeptieren. Doch ich hatte keine Wahl und musste meinem Körper die nötige Zeit geben, um sich zu regenerieren. Also habe ich meinen Fokus in der Vorbereitungsphase vermehrt aufs Schwimmen gelegt, da ich anfangs auch nicht Radfahren durfte. Die viele Schwimmerei hat sich bei der WM zum Glück bezahlt gemacht und auch meine vielen Athletik- und Aquajoggingeinheiten haben sicherlich dazu beigetragen, ein ganz gutes Rennen in Lausanne anzuliefern. Natürlich lief es durch meinen großen Trainingsrückstand nicht perfekt. Aber die Erfahrung gemacht zu haben, dort starten zu dürfen, war sehr wertvoll für mich und mit meinem Rennen bin ich auch zufrieden.

Im Januar wirst du die Auszeichnung als Eliteschülerin des Sports erhalten. Der DOSB vergibt diesen Titel an Junge Menschen, die für Andere auch ein Vorbild sein sollen. Wer sind deine eigenen Vorbilder und was möchtest Du anderen gerne vorleben?

Um ehrlich zu sein habe ich nicht ein „großes Vorbild“. Vielmehr inspirieren mich viele Weltklasseathleten verschiedener Sportarten. Hinter jedem Erfolg steht ein langer Weg, der bei vielen sicherlich nicht ganz einfach war. Trotzdem haben sie es bis an die Spitze geschafft und das zeigt, dass es möglich ist. Das motiviert mich.
Mir ist es wichtig anderen zu vermitteln, dass man den Sport und seine Leidenschaft an aller erster Stelle für sich selbst macht, und nicht irgendjemand anderem zu Liebe. Natürlich ist es nicht immer einfach und alles macht Spaß. Aber es gehört einfach dazu, zu lernen sich durchzubeißen und für seine Ziele zu kämpfen.

Franca und Simon Henseleit. Foto: Jo Kleindl

Dein Bruder Simon hat in diesem Jahr ebenso zahlreiche nationale und internationale Erfolge gefeiert. Ist er Vorbild, Rivale oder beides? 

Ganz klar Vorbild. Simon hatte in den vergangenen vier Jahren immer wieder mit schweren Verletzungen zu kämpfen und hatte nie die Möglichkeit wirklich zu zeigen, was er drauf hat. Dieses Jahr lief es das erste Mal wieder richtig gut, also ohne jegliche Verletzungen. Simon hat einen sehr großen Kampfgeist. Für seine Motivation, all die Jahre nicht aufzugeben, sondern immer weiter zu kämpfen, bewundere ich ihn sehr.

Auch 2020 wirst du am Bundesleistungsstützpunkt Triathlon in Nürnberg trainieren. Worauf freust du dich besonders? Was sind Deine Ziele für das neue Jahr? 

Jetzt, in der Vorbereitungsphase, freue ich mich immer besonders auf all unsere Trainingslager. Ich finde es einfach schön, Zeit mit dem Team zu verbringen, sich gemeinsam zu pushen und etwas zu erleben. Und ganz ehrlich, es hat schon manchmal seine Vorzüge im Februar auf Mallorca im Warmen trainieren zu dürfen, während hier in Deutschland nicht einmal dran zu denken, ist in kurzer Hose vor die Haustüre zu gehen.
Dann fangen auch schon ziemlich schnell die Wettkämpfe an und darauf freue ich mich auf jeden Fall. Nicht nur auf die Wettkämpfe selbst, sondern auch auf die ganzen Erfahrungen und Erlebnisse, die damit verbunden sind. In den letzten beiden Jahren bin ich durch die Rennen schon ganz gut herumgekommen und darf so auch neben dem Sport sehr viel mitnehmen und erleben.

Mein größtes Ziel für die kommende Saison ist es, unverletzt zu bleiben und mich richtig gut auf die Wettkämpfe vorbereiten zu können. Eine Verletzung vor einem großen Wettkampf ist einfach super-ärgerlich und schade. Deswegen wünsche ich mir eine möglichst verletzungsfreie Saison. Wenn dabei dann auch wieder eine Qualifikation für die JEM und die JWM, die nächstes Jahr in Edmonton (Kanada) stattfindet, rausspringt und ich dort fit  an den Start gehen könnte, wäre das natürlich richtig toll!

Vielen Dank für das Interview! Der BTV ist stolz auf die herausragenden Leistungen der Athleten.

 

© Text: Christine Waitz; [17.12.2019]; Fotos: Jo Kleindl

Nach 7:59:02 Stunden war es so weit: Am ersten Juli-Sonntag 2019 lief Andreas Dreitz als erster fränkischer Sieger im Rother Stadtgarten über die Ziellinie des Challenge Roth. Der gebürtige Lichtenfelser hatte sich gegen den Schweden Jesper Svensson und den Australier Cameron Wurf durchgesetzt und durfte einen furiosen Sieg bei dem Traditionsrennen feiern. Dabei war der Wettbewerb hochkarätig besetzt: Sechs der besten zehn Männer des Ironman Hawaii 2018 waren am Start. Mit ihnen bestritten 3.500 Einzelstarter und Teilnehmer von 650 Staffeln die Herausforderung.

Besonders im Leistungssport muss selbst der erfolgreichste Athlet mit gelegentlichen Rückschlägen umgehen. Die großen und berechtigten Ambitionen für weitere Weltklasseleistungen sowohl bei der Ironman 70.3 WM in Nizza, als auch beim Ironman Hawaii, musste der Michelauer nach einem Radsturz beim Ironman 70.3 Nizza begraben. Doch schon kurz nach dem Sturz verkündete er „Ich komme zurück.“

Wir haben uns mit ihm über ein Jahr mit Höhen und Tiefen unterhalten.

Hallo Andreas,
die wohl wichtigste Frage vorweg: Wie geht es dir? Konntest Du die Folgen des Sturz bei der Ironman 70.3 WM in den Griff bekommen?

Danke, sehr gut. Die äußerlichen Wunden sind zum Glück alle wieder gut verheilt und auch die Schulter ist wieder voll belastbar. Es bleiben natürlich die unbefriedigenden Rennresultate mit meinen DNFs in Nizza und Hawaii.

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2019 hast Du Höhen und Tiefen erlebt: Der Triumph vor heimischem Publikum in Roth, dann Sturz-Pech und der verletzungsbedingte Ausstieg auf Hawaii. Welche Momente auch abseits der Rennstrecke diesen Jahres werden dir besonders in Erinnerung bleiben?

Roth war gigantisch – da bin ich zu Hause und da fühl ich mich wohl. Auch schon die Tage vor dem Rennen sind Gänsehautfeeling pur und mit meinem Sieg habe ich mir einen Traum erfüllen können. Doch besonders in schweren Momenten, wie bei und nach meinem Sturz in Nizza, kommt es darauf an ein starkes Team um einen zu haben, die auch in schweren Zeiten für einen da sind. Zunächst war ich sehr optimistisch, dass ich es nach Hawaii wieder rechtzeitig in einen vernünftigen Zustand schaffe, doch weitere Rückschläge brachten mich an meine Grenzen.

Nach dem Sieg beim Ironman Italien bei deiner Langdistanz-Premiere 2017 war Roth dein zweiter Sturm auf das oberste Podiums-Treppchen. Was ist das Schwierigste daran, im Rennen ganz vorne zu sein und wie gehst Du damit um?

Ein Rennen anzuführen ist ein unglaublich schönes Gefühl – doch leider wollen das viele. Ich gestalte gerne meine Rennen aktiv und versuche meine Konkurrenten unter Druck zu setzen. In Roth war mein Ziel den Solarer Berg als Erster hochzufahren. Da muss man dann aber auch aufpassen, dass man nicht komplett durchdreht und nicht alle seine Körner verschießt. Eine große Hilfe sind die Zwischenzeiten auf meine Konkurrenten, damit man eine kleine Übersicht vom Rennen hat, denn als Athlet selbst hat man nur sehr limitierte Informationen über das  Renngeschehen, besonders wenn man in Führung liegt.

Andreas Dreitz

Als Spitzensportler ist man häufig auch Vorbild für Breitensportler und Motivationsquelle. Bei den Erdinger Team Tagen trainierst Du mit ihnen. Welche Fragen werden Dir am häufigsten gestellt?

Diesmal war es über mein allgemeines Wohlbefinden nach dem Sturz in Nizza und wie ich mich danach noch für Hawaii motivieren konnte.

Wer oder was motiviert dich?

Die großartigen Leistungen meiner Konkurrenten und dass ich mitspielen darf.

Der Jahreswechsel ist für Viele ein Zeitpunkt um Fazit zu ziehen, aber auch voraus zu blicken. Was stellst Du dir für 2020 vor?

2020 ist ein neues Jahr und eine neue Chance – vor allem eine neue Chance auf Hawaii. Doch bis dahin wird es sicher noch das ein oder andere Highlight geben 😉


Vielen Dank für das Interview!

© Text: Christine Waitz; [18.12.2019]; Fotos: privat

Riesenfreude in Roth,“ beginnt das Team Challenge die Ankündigung der beiden Topstars für das Rennen 2020. Zu Beginn der Woche hatte Weltmeister Jan Frodeno sein Kommen angekündigt. Wenig später verriet die amtierende Triathlon-Weltmeisterin Anne Haug, dass sie ebenfalls in der Triathlonhochburg starten wird. Damit stehen am 5. Juli 2020 die zwei deutschen Hawaii-Sieger an der Startlinie des DATEV Challenge Roth.

Anne Haug wird das erste Mal das Rennen in der fränkischen Heimat absolvieren. „Ich freue mich riesig, endlich beim DATEV Challenge Roth an den Start gehen zu dürfen! Für mich als Bayreutherin ist es ja quasi mein Heimrennen und stand schon sehr lange auf meiner Wunschliste, aus einem ganz besonderen Grund: Roth war der erste Triathlon, den ich live gesehen habe und der mein Triathlon-Fieber entfacht hat. Das Rennen ist eines der wichtigsten und bekanntesten Langdistanzen weltweit und hat einen Ruf wie Donnerhall. Hier einmal auf dem Treppchen zu stehen, ist ein riesengroßer Traum von mir, für den ich in dieser Saison alles gebe!,“ lässt die 36-jährige in der Pressemeldung des DATEV Challenge Roth verlauten.

“Die beiden Triathlon-Weltmeister gleichzeitig hier bei uns in Roth zu sehen, ist eine Premiere für den DATEV Challenge Roth und ich kann heute schon versprechen: Der Wettkampf am 5. Juli wird in die Triathlon-Geschichte eingehen,“ sagt Felix Walchshöfer im Zuge der spektakulären Ankündigung.

 

© Text: DATEV Challenge Roth/Christine Waitz; [21.12.2019] Foto: DATEV Challenge Roth

Der Medien-Marathon für Anne Haug ist längst nicht vorüber. Am vergangenen Wochenende war die gebürtige Bayreutherin bei der großen ZDF-Gala in Baden-Baden geladen. Die 3.000 Mitglieder des Verbandes Deutscher Sportjournalisten hatten zuvor aus den Vorschlagslisten der internationalen Sport-Korrespondenz gewählt. Kriterien der Wahl sollen, laut Veranstaltungswebsite, nicht nur herausragende Leistungen sein, sondern ebenso Haltung, Fairplay und Rekorde.

Das sportartenübergreifende Rennen machten 2019 Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo und Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul. Dahinter platzierten sich mit Anne Haug und Jan Frodeno die zwei deutschen Hawaii-Champions. Rang drei erreichten die Leichtathletin Gesa Felicitas Krause und Skispringer Markus Eisenbichler.

Übrigens hatten zuvor bereits zwei Triathlon-Herren den Titel „Sportler des Jahres“ errungen. 2015 ging die Auszeichnung an Jan Frodeno und im vergangenen Jahr wurde Patrick Lange für seine Leistungen geehrt.

Der BTV gratuliert Anne Haug zu dieser Auszeichnung.

© Text: Christine Waitz; [17.12.2019] Foto: Pressefoto Rudel

Der Bundeskader der Deutschen Triathlon Union (DTU) für die Olympiasaison 2020 umfasst 26 Athletinnen und Athleten. Diese hat der Verband entsprechend der gültigen Nominierungskriterien und nach Rücksprache mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) berufen. Simon Henseleit (Nürnberg) gehört 2020 dem Perspektivkader (früher B-Kader) an. Mit Gabriel Allgayer und Franca Henseleit finden sich zwei weitere Sportler aus Nürnberg im Nachwuchskader 1.

6 im Olympia-, 8 im Perspektiv-, 12 im Nachwuchskader

Dem Olympiakader (früher A-Kader) gehören im kommenden Jahr sechs Sportler an. Neben den vier Vize-Weltmeistern im Mixed Relay, Laura Lindemann (Potsdam), Valentin Wernz (Saarbrücken), Nina Eim (Itzehoe) und Justus Nieschlag (Lehrte), sind das auch Anja Knapp (Dettingen/Erms) und Jonas Schomburg (Langenhagen).

Franca Henseleit (hinten) mit im Nachwuchskader 1

Dem Perspektivkader (früher B-Kader) gehören 2020 Jonas Breinlinger und Tim Hellwig (beide Saarbrücken), Simon Henseleit (Nürnberg), Lasse Lührs (Alicante), Eric Diener (Freiburg), Lena Meißner (Saarbrücken), Caroline Pohle (Leipzig) und Philipp Wiewald (Potsdam) an. Der Nachwuchskader I umfasst zwölf Sportler.

„Die große Anzahl an Olympiakader-Athleten zeigt, dass die Qualität unserer Sportler in der Breite sehr hoch ist“, sagt DTU-Bundestrainer Faris Al-Sultan und fügt an: „Dadurch haben wir eine große Auswahl an Athleten für die Mixed-Relay-Staffel, konnten hier über die diversen Rennen des Jahres rotieren und haben trotzdem vorzeitig die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio geschafft. Was mich ebenfalls freut, ist die Qualität der U23-Athleten, sodass einige schon vorzeitig in den Perspektivkader aufrücken konnten.“

Die Kader in der Übersicht (Profile zu den einzelnen Sportlern finden Sie auf der Webseite der DTU unter www.dtu-info.de

Olympiakader

  • Laura Lindemann (Potsdam)
  • Valentin Wernz (Saarbrücken)
  • Nina Eim (Itzehoe)
  • Justus Nieschlag (Lehrte)
  • Anja Knapp (Dettingen/Erms)
  • Jonas Schomburg (Langenhagen)

Perspektivkader

  • Jonas Breinlinger (Saarbrücken)
  • Tim Hellwig (Saarbrücken)
  • Simon Henseleit (Nürnberg)
  • Lasse Lührs (Alicante)
  • Eric Diener (Freiburg)
  • Lena Meißner (Saarbrücken)
  • Caroline Pohle (Leipzig)
  • Philipp Wiewald (Potsdam)

Nachwuchskader I

  • Gabriel Allgayer (Nürnberg)
  • Annika Koch (Saarbrücken)
  • Lisa Tertsch (Darmstadt)
  • Tim Siepmann (Potsdam)
  • Lina Völker (Saarbrücken)
  • Janne Büttel (Berlin)
  • Jan Diener (Tuttlingen)
  • Henry Graf (Darmstadt)
  • Franca Henseleit (Nürnberg)
  • Selina Klamt (Potsdam)
  • Katharina Möller (Freiburg)
  • Noelle Werner (Saarbrücken)

Text: DTU; [29.11.2019] Fotos: Nick Ziegler

Ein durchweg zufriedenes Fazit zog Landestrainer Stephen Bibow nach dem Olympia-Alm Crosslauf am 10. November 2019. Zehn Athleten aus dem BTV-Kader und vom Bundesstützpunkt Triathlon in Nürnberg traten an und erreichten dabei acht Podiumsplatzierungen. 

Im Rennen der unter 16-jährigen lief Lara Rudolph vom TV 48 Erlangen auf den dritten Platz. Als Jüngste im Feld behauptete sie sich damit stark gegen ihre Konkurrentinnen. Ihre Vereinskollegin Juliane Möllers wurde Fünfte.
Bei den männlichen Jugendlichen belegten mit Mark Bittner (Trisport Erding), Justus Oeckl (CIS Amberg) und Jan Semmler (TV 48 Erlangen) gleich drei BTV-Nachwuchssportler das Podium. „Besonders das Ergebnis von Mark Bittner ist sehr stark einzuschätzen. Seine Zeit von 7:35,3 über die 2200 Meter ist die Drittschnellste im Gesamtfeld der bis zu zwei Jahre älteren Konkurrenten,“ kommentiert Stephen Bibow. Mark Bittner wechselte erst vor kurzem vom Landeskader 2 des BTV in den Landeskader 1 und trainiert dort nun mit den erfahreneren Athleten. Der fünfte Rang von Tim Semmler komplettierte das gute Ergebnis in dieser Altersklasse.

Attacke zahlte sich aus

Bei den unter 18-jährigen siegte Amélie Hanf von der LV Deggendorf überlegen. Ebenso sicherte sich Luis Steiert den Sieg. Der Athlet der LG Stadtwerke München kontrollierte das Starterfeld souverän, so der Landestrainer. „Er gewann das Rennen durch eine mutige und durchaus risikoreiche Attacke, bei der er seine Leistungsfähigkeit gut ausspielen konnte,“ lobt er den 17-jährigen. Alexander Häberle (TV Memmingen) und Valentin Hofmann (TSV Rohrdorf) komplettierten das Podium und das erfolgreiche Abschneiden.

Anabel Knoll

Anabel Knoll lief ein konstantes Rennen.

Auf der Kurzstrecke über 3300 Meter holte Anabel Knoll den Sieg mit einem gleichmäßig starken Rennen. Bei den Männern kämpfte sich Silas Schmitt (TV 1897 Goldbach) auf den dritten Podiumsplatz. „Als einer der Jüngsten im Feld hat Silas richtig guten Einsatz gezeigt. Er konnte eine frühe Attacke der Konkurrenten mitlaufen und so seinen den Erfolg sichern,“ sagt Stephen Bibow über das Rennen des 18-jährigen, der seit kurzem am Bundesstützpunkt Nürnberg trainiert.

Alle Ergebnisse der Rennen finden Sie hier.

© Text: Christine Waitz; [19.11.2019] Foto: Teresa Knoll

Am gestrigen Sonntag versammelten sich über 70 junge Athletinnen und Athleten zum alljährlichen Kadertest. Am Bundesstützpunkt Nürnberg ging es für den ehrgeizigen Nachwuchs darum, sich für einen der zwei Landeskader zu empfehlen. Getestet wurden die Leistungen über 50 und 400 Meter Freistil, sowie 100 und 1000 Meter Laufen. Die Jüngsten der Jahrgänge 2007 und 2008 absolvierten 25 und 200 Schwimm- und 60 und 1000 Laufmeter. Die erfreuliche Bilanz des Tages: sechs neue Sportler konnten sich für den Landeskader empfehlen.

Morgens Schwimmtest, nachmittags Laufen

Der Test-Tag begann im Langwasserbad Nürnberg. Mit Franca Henseleit und Neilan Kempmann waren zwei routinierte Kader-Athleten des Bundesstützpunkt Triathlon am schnellsten. Die Sportlerin des TSV Schongau brauchte 28,9s über 50m und 4:47,2 Minuten über 400m Freistil. Neilan Kempmann benötigte 26,90s und 4:27,9 Minuten. Der Lauf-Test fand am Nachmittag auf der nahegelegnen Bahn der Bertolt-Brecht-Schule statt. Lara Tonak (TSV Brannenburg) lief die beste Zeit über 1000m. Anika Schneider (Cis Amberg) war auf 100 Metern die Schnellste. Bei den Jungen erreichte Alexander Häberle (TV Memmingen) auf beiden Strecken den Spitzenrang.

Sechs neue Kader-Athleten

Am Ende ging es jedoch darum, in beiden Tests gut abzuschneiden, um den Sprung in einen der zwei Landeskader zu schaffen. Sechs Aspirantinnen und Aspiranten bestätigten Ihre Leistungen sowohl beim Schwimm, als auch beim Lauftest am Nachmittag. „Wir freuen uns über das große Interesse und die zahlreichen Teilnehmer,“ sagt der leitende Landestrainer Roland Knoll. „Mit der geplanten Aufnahme von insgesamt sechs neuen Kader-Athleten und aussichtsreichen Talenten legen wir schon jetzt den Grundstein für eine starke neue Saison.“ Fünf Nachwuchssportler werden in den Landeskader 2, einer in den Landeskader 1 aufgenommen. Teresa Knoll, die den LK2 mit den jüngeren Talenten bis 16 Jahre betreut, zieht ebenfalls ein positives Fazit: „Wir haben heute wirklich viele guten Leistungen gesehen. Auch, wenn es bei dem ein oder anderen noch nicht geklappt hat, sich zu qualifizieren, kann jeder stolz sein, sich der Herausforderung gestellt zu haben!“

Die gesamten Testergebnisse als PDF-Download.

Impressionen

© Text: Christine Waitz; [11.11.2019] Fotos: Theresa Baumgärtel

Für die Kader-Athleten des Bayerischen Triathlon-Verbands begann der Trainingsalltag nach der Saisonpause mit einem Kaderlehrgang. Erstmals wurde der fast 30 Talente umfassende Kader in zwei Leistungsgruppen aufgeteilt. Während die Jugendlichen und Junioren unter Anleitung von Stephen Bibow und Theresa Baumgärtel nach Oberammergau fuhr, schlugen die U23- und Elite-Sportler in Garmisch ihr Lager auf.

Pause beim Kaderlehrgang Garmisch

Pause beim Kaderlehrgang Garmisch

Wandern und Mountainbiken in Garmisch

Gemeinsam mit dem leitenden Landestrainer Roland Knoll lag der Schwerpunkt zum Wiedereinstieg ins Training auf ausführlichen Wander- und MTB-Touren. „Die Athleten freuten sich auf ein entspanntes Wochenende und wollten die Berge genießen,“ berichtet Simon Henseleit. „Die Trainer hatten dann jedoch etwas andere Pläne. So wurden die veranschlagten Wanderungen auch gern einmal in der Hälfte der geplanten Zeit absolviert und die MTB Tour wurde gerade  noch vor Einbruch der Dunkelheit beendet.“ Ein „cooles Wochenende“ und eine Motivation für das anstehende Wintertraining war der Lehrgang dennoch, sind sich die Teilnehmer einig.

Jugendliche und Junioren schwimmen und wandern in Oberammergau

Gruppenbild beim Kaderlehrgang Oberammergau

Gruppenbild beim Kaderlehrgang Oberammergau

Das Programm der jüngeren Athleten war ähnlich. Auch sie widmeten sich Wanderungen, wie dem dreistündigen Aufstieg über 820 Höhenmeter auf den Berg Kofel oder der fast fünfstündigen Tour auf die Notkarspitze. „Dank gutem Wetter hatten wir eine tolle Sicht über Garmisch-Partenkirchen und sahen sogar die Zugspitze,“ erzählen die Geschwister Semmler begeistert. „Auf dem Gipfel genossen wir 45 Minuten Pause und begannen dann den steilen Abstieg zurück ins Tal.“ Auch Schwimmeinheiten standen auf dem Programm des Nachwuchs. Tischtennisspielen, Wasserrutschen und Ruhepausen gehörten jedoch ebenso zum Trainingsauftakt.

© Text: Christine Waitz; [5.11.2019] Fotos: BTV