Leistungssport und Talentförderung ist ein wichtiger Teil der Arbeit im Bayerischen Triathlon-Verband e.V. Der BTV unterhält zudem in Nürnberg einen Bundesstützpunkt Triathlon.

„Bei aller Belastung vergisst man gerne einmal die Entspannung,“ sagt Franca Henseleit. „Deshalb habe ich eine Einheit mit Dehnübungen zusammengestellt. Damit möchte ich natürlich in erster Linie meine Beweglichkeit erhalten und sogar noch verbessern, um Verletzungen vorzubeugen. Ich finde aber auch, man kann dabei super abschalten und Ruhe finden.“

Am besten beginnt man die Dehnübungen leicht aufgewärmt. Zudem ist es sinnvoll, sich ein sonniges Plätzchen zu suchen, oder warme Kleidung zum überziehen bereit zu halten. So kannst Du den maximalen Effekt herausholen. Bei allen Übungen solltest Du ruckartige Bewegungen vermeiden und Dich langsam an die Position herantasten. Ein dynamisches Dehnen, bei dem man mehrmals langsam in die Dehnung geht und kurz löst, kann sinnvoll sein.

1 | Rücken mobilisieren

Ausgangsposition für diese Übung ist der Vierfüßlerstand. Die Knie sollten senkrecht unter der Hüfte sein, die Hände senkrecht unter den Schultern. Erst einmal konzentriere ich mich auf meine Atmung. Dann beginne ich beim Ausatmen meine Wirbelsäule nach unten zu krümmen. Beim Einatmen mache ich einen Katzenbuckel weit nach oben. Nach acht bis zehn Wiederholungen habe ich das Gefühl, dass mein Rücken schon beweglicher ist.

2 | Hürdensitz

Ich starte in aufrechter Sitzposition mit den Beinen vor mir. Dann ziehe ich ein Knie zum Körper, greife den Oberschenkel über meinem Sprunggelenk und drehe ein Bein vorsichtig nach Hinten, bis meine Oberschenkel einen 90° Winkel zueinander haben. Hier habe ich nun zwei Möglichkeiten zur Dehnung: Entweder, ich richte meinen Blick über mein ausgestrecktes Bein nach vorne, kippe das Becken und lehne mich mit geradem Rücken vor. Damit dehne ich meine Beinrückseite bis hinein in den unteren Rücken. Oder ich drehe meinen Oberkörper in Richtung meines hinteren Fußes und erreiche mit der Dehnung so auch noch die innere Oberschenkelmuskulatur und weitere Teile des Gluteus-Muskel. Seitenwechsel nicht vergessen!

3 | Fersensitz

Im Fersensitz stütze ich mich mit den Händen hinter dem Rücken ab. Langsam und vorsichtig verlagere ich mein Gewicht nach hinten auf die Arme und hebe die Knie ab. Diese Übung solltest Du nur ausführen, wenn Du keine Schmerzen im Knie verspürst.

4| Hüftbeuger dehnen

Die Dehnung des Hüftbeugers gehört zu den wichtigen Übungen. Durch unseren Alltag und das Radfahren sind wir hier für Verkürzung besonders anfällig. Deshalb nutze ich gleich mehrere Übungen und Variationen. Mit jeder Veränderung erwischst Du auch andere Teile der Muskulatur. Deshalb macht es Sinn die Übungen zu variieren.

4.1 | Ich beginne mit einem Ausfallschritt nach vorne. Achte darauf, dass dein vorderes Knie nicht über die Fußspitzen hinaus ragt. Dein hinteres Knie, die Wade und den Fußrist legst Du auf dem Boden ab. Bei aufrechtem Oberkörper, geradem Becken und Blick nach vorne finde ich kurz in die Dehnung. Nun hebe ich den Arm auf der Seite, auf der mein Bein hinten liegt, und beim Ausatmen drehe ich meine Schulter mit dem gestreckten Arm vorsichtig Richtung vorderes Knie. Diese Übung mache ich auf beiden Seiten.

4.2 | Auch die nächste Übung beginnt mit dem Ausfallschritt nach vorne. Dieses Mal lege ich das Bein hinten jedoch nicht ab, sondern bleibe auf den Zehenspitzen. Langsam schiebe ich meinen Oberköper neben mein vorderes Bein. Wenn möglich, lege ich die Unterarme auf dem Boden ab und achte darauf, dass das Becken gerade und leicht nach vorne gekippt bleibt. Ich genieße die Dehnung und wechsle dann die Seite.

5 | Herabschauender Hund

Der herabschauende Hund ist eigentlich eine Yoga-Übung, aber perfekt geeignet, um Rücken und die hintere Beinmuskulatur zu dehnen. Mit meiner Variation erreichen wir sogar noch eine Öffnung der Hüftmuskulatur. Ich beginne im Liegestütz und schiebe dann mein Gesäß nach oben. Die Fersen versuche ich möglichst nach unten Richtung Boden zu drücken. Mein Blick geht zwischen die Füße, sodass ich meinen Nacken entspannen kann. Jetzt kann ich mich auf meine Atmung konzentrieren und die Dehnung genießen.

Dann stelle ich mich fest auf ein Bein. Das andere Bein hebe ich nach oben, bringe die Ferse Richtung Gesäß und drehe dann die Hüfte auf, indem das Knie nach vorne kommt und die Ferse leicht nach hinten kippt. Mit der anderen Seite mache ich dasselbe.

 

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* Bitte beachte: Training sollte grundsätzlich nur bei voller Gesundheit durchgeführt werden. Bei Unsicherheit oder wenn während einer Übung Beschwerden auftreten, ist das Training abzubrechen und bei ernsten Bedenken ein Arzt zu konsultieren.
Unsere Athletinnen und Athleten trainieren seit vielen Jahren regelmäßig. Wir appellieren deshalb an Deine Eigenverantwortung, die Übungen und Empfehlungen den individuellen Trainingskenntnissen und dem individuellen Trainingsstand anzupassen.


© Text: Christine Waitz; [13.4.2020]; Fotos: Franca Henseleit, Christoph Felix Schmidt

Eigentlich fiebert Valentin Krems dem Saisonstart in diesem Jahr ganz besonders entgegen. Denn der Athlet des Gealan TriTeam IfL Hof wird erstmalig mit dem Team Icehouse in der 2. Triathlon-Bundesliga Süd an den Start gehen. Von einem möglicherweise verspäteten Auftakt der Rennen lässt sich der Schüler der Bertolt-Brecht-Schule Nürnberg dennoch nicht die Laune verderben. Im heimischen Hof trainiert er unter anderem an seiner Balance und Stabilität.

In der vergangenen Saison erreichte der 17-jährige im BTV Memmert Nachwuchscup den dritten Platz. Zu verdanken hat er das besonders seinen starken Schwimmleistungen. Während Valentin auf das Training in der ersten Disziplin derweil verzichten muss, nimmt er sich mehr Zeit für andere Sportarten. „Zum Beispiel spiele ich jetzt öfters Basketball und Volleyball in unserem Garten,“ sagt er. „Außerdem verbringe ich mehr Zeit mit meiner Familie und lese viel.“ Auch Buchempfehlungen hat er parat: „The great Nowitzki“, „Der Marsianer“, „Mein Traum von Gold und Schnee“ und „Siegen ist Kopfsache“.

Surf-Feeling für Triathleten

Valentins Tipp für das Training zu Hause gehört zu den anspruchsvollen Übungen. Denn bei dieser Aufgabe müssen Gleichgewichtsgefühl, Stabilität und Koordination perfekt zusammenspielen.

Bevor Du Dich wie Valentin daran machst, auf den Gymnastikball zu stellen, solltest Du ein Gefühl für die Balance auf dem Trainingsgerät bekommen. Dazu kniest du dich zunächst im Vierfüßlerstand auf den Ball und versuchst Dein Gleichgewicht zu finden. Wir empfehlen Dir, stets einen Partner dabei zu haben, der Dich stützen kann. Aus dem Vierfüßlerstand heraus kannst Du versuchen, Dich aufzurichten und in einen Kniestand zu kommen.

Wer sich ausreichend Routine und Sicherheit erarbeitet hat, der kann sich an Valentins Master-Übung heranwagen. Aus dem Kniestand heraus, geht es mit einem kleinen, schnellen Sprung in den Stand. Nun gilt es zunächst das Gleichgewicht zu finden und zu halten. Der nächste Schritt auf der Schwierigkeits-Leiter ist eine Kniebeuge. „Durch den wackeligen Untergrund ist die Übung deutlich anspruchsvoller, als eine normale Kniebeuge,“ schildert Valentin. „Ich versuche drei bis vier stabile Wiederholungen auszuführen, so lange meine Koordination und Balance ausreichen.“ Das Trainingsziel der Übung, die auch bei Surfern sehr beliebt ist, ist die Kräftigung der Rumpfmuskulatur sowie Verbesserung der Koordination und des Gleichgewichts.

 

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* Bitte beachte: Training sollte grundsätzlich nur bei voller Gesundheit durchgeführt werden. Bei Unsicherheit oder wenn während einer Übung Beschwerden auftreten, ist das Training abzubrechen und bei ernsten Bedenken ein Arzt zu konsultieren.
Unsere Athletinnen und Athleten trainieren seit vielen Jahren regelmäßig. Wir appellieren deshalb an Deine Eigenverantwortung, die Übungen und Empfehlungen den individuellen Trainingskenntnissen und dem individuellen Trainingsstand anzupassen.


© Text: Christine Waitz; [09.4.2020]; Fotos: Valentin Krems

Die Saison 2019 war für Tanja Neubert überaus erfolgreich: bei den Deutschen Meisterschaften wurde sie in der Klasse der Juniorinnen Zehnte. Zwischen Juli und Oktober nahm sie an insgesamt fünf internationalen Rennen in Ungarn und der Türkei teil und erreichte mehrere Platzierungen unter den besten Zehn. Dieses Jahr, so kann man vermuten, werden es weniger internationale Rennen werden. Doch sowohl gegen Renn-Stress, als auch die derzeitige Belastung hat die 19-jährige für sich ein Heilmittel gefunden.

„Yoga ist für mich eine super Abwechslung und perfekt, um die Beweglichkeit zu trainieren und zu verbessern. Dabei lern man einfach mal abzuschalten und sich nur auf sich zu konzentrieren. Außerdem ist es gut geeignet als Alternative zum normalen Athletiktraining. Denn auch, wenn man es nicht gleich denkt, kann Yoga sogar für Triathleten echt anstrengend sein. Inspiration und Anleitungen hole ich mir im Internet und auf YouTube,“ erläutert Tanja uns ihre Begeisterung.

Uns zeigt die Erlangenerin drei Yoga-Übungen, die auch Einsteiger gut schaffen.

1 | Der Krieger

Der Krieger ist eine Halteübung, die Stabilität und Konzentration erfordert. Zunächst mache ich mit einem Fuß einem großen Schritt nach hinten und drehe über die Ferse die Zehenspitzen 90 Grad nach außen. Jetzt hebe ich die Arme so an, dass sie über meinen Beinen und parallel zum Boden sind. Mein Blick folgt dem vorderen Arm und geht ganz weit.
Ich achte darauf, dass mein Oberkörper aufrecht ist und ich nicht ins Hohlkreuz falle und atme tief und regelmäßig. Nach drei bis fünf Atemzügen trete ich zurück in den aufrechten Stand und wechsle die Seite.

Neben der Stärkung von Schultern, Armen, Bauch, Rücken und Beinen steigert der Krieger auch Balance und Konzentration!

2 | Der Baum

Auch beim Baum ist volle Konzentration gefordert.

Erst einmal stelle ich mich mit beiden Füßen fest auf den Boden. Dann platziere ich eine Fußsohle auf der Innenseite des Oberschenkels des anderen Bein. Wer nicht so beweglich ist, kann auch unter dem Knie ansetzen. Jetzt gilt es erst einmal das Gleichgewicht zu finden. Dabei hilft eine aufrechte Wirbelsäule und der Blick geradeaus auf einen Punkt. Wenn ich die Balance habe, bringe ich meine Hände vor der Brust zusammen oder hebe sie über den Kopf.

Auch hier wechsle ich nach drei bis fünf Atemzügen die Seite.

3 | Einfach einmal sitzen

Für uns Ausdauersportler ist ein Echter Yoga-Sitz eine wirkliche Herausforderung. Nichts desto trotz mag ich es, bei dieser Übung die Ruhe zu finden – wenn auch ohne verknotete Beine. Mit den Füßen vor mir und Knien so nah wie möglich am Boden, kann ich meine Schultern entspannen. Meine Wirbelsäule ist zwar lang und aufrecht, aber mit den ruhigen Atemzügen kann ich erst meinen Brustkorb entspannen und nach ein paar Wiederholungen auch meinen Kopf.

 

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© Text: Christine Waitz; [12.04.2020]; Fotos: DTU; Tanja Neubert

Seit November ist Justus Oeckl Kaderathlet des LK1. Der 15-jährige überzeugte nach einer guten Saison auch beim Sichtungslehrgang im letzten Herbst. Auf die Frage, was ihm am Kader besonders gefalle, antwortet er: „Am Lk1 gefällt mir vor allem die gute Betreuung durch die Trainer und die klaren Anweisungen zu jedem Tag. Am Besten finde ich, dass die Trainer auch merken, wenn es mal nicht so läuft oder es einem nicht so gut geht. Das Trainingslager in den ersten Monaten hat mir sehr geholfen, Stephen, Roland und die anderen Athleten kennen zu lernen.“
Im Herbst wechselt Justus voraussichtlich an die Bertolt-Brecht-Schule Nürnberg. Das Nachwuchstalent der CIS Amberg kann sich derzeit zu Hause bestens fit halten. „Wenn ich Lust habe, radel ich die 12 km zu meinem Papa. Dort gibts einen kleinen Pool im Garten. Der ist zwar noch ganz schön frisch, aber mit Neo kann ich dort zumindest etwas für mein Wassergefühl tun,“ berichtet er im Interview. „Sonst gehe ich manchmal Gassi mit unserem Labby, oder skate mit meinem Dad mit Stöcken. Dazwischen mache ich auch ganz gern die Playstation an, jetzt, da ja keine Schularbeiten zu machen sind.“
„Um etwas Abwechslung zu bieten, dachte ich mir, ich nutze die Gelegenheit, statt Trainingstipps zu geben, gleich ein ganzes Video zu drehen. Drei Stunden Arbeit für drei Minuten Video ist zwar ganz schön Arbeit, aber es hat richtig Spaß gemacht!“

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© Text: Christine Waitz [12.4.2020]; Video: Justus und Rouven Oeckl

Allzu weit musste Juliane Möllers nach der Schließung der Trainingsstätten in Nürnberg nicht nach Hause reisen. Die 15-jährige stammt aus Erlangen und gehört mit zu den jüngsten Athleten am Bundesstützpunkt. Im letzten Jahr feierte die Sportlerin des TV 1848 Erlangen einige Erfolge: Sie sicherte sich sowohl den bayerischen Meistertitel im Swim&Run, als auch im Triathlon in der Altersklasse Jugend B.

Die Schülerin trainiert trotz abgesagtem Saisonauftakt motiviert alleine auf den heimischen Strecken. „Zurzeit sind meine Rad- und Laufumfänge erhöht. Vor allem für das Laufen ist ein spezifisches Athletiktraining wichtig, um Verletzungen zu vermeiden,“ berichtet Sie.

Julianes Geheimtipp: Mit Athletiktraining Verletzungen vorbeugen

Meine Übung trainiert die Oberschenkelinnenseite, da diese ein wichtiger Teil in der Laufbewegung ist. Der Muskel unterstützt die Stabilität im Knie. Durch das Training der Oberschenkelinnenseite kann beispielsweise die Beinachsenstellung korrigiert werden. So kann das Knie nicht mehr einknicken.
Juliane Möllers (c) Juliane Möllers
Für meine Übung benötigst Du einen erhöhten Gegenstand, auf dem Du im Ellenbogenseitstütz das obere Bein ablegen kannst. Das untere Bein hältst Du zunächst ausgestreckt ein wenig darunter. Achte darauf, dass die Hüfte auf der selben Höhe bleibt. Um den Schwierigkeitsgrad zu steigern, kannst Du das untere Bein nach vorne abwinkeln. Je nach Trainingsstand kann die Ausführung zwischen 30 Sekunden oder auch 2 Minuten dauern. Ich empfehle 1-2 Mal 1 Minute pro Bein mit beliebiger Pause.

* Bitte beachte: Training sollte grundsätzlich nur bei voller Gesundheit durchgeführt werden. Bei Unsicherheit oder wenn während einer Übung Beschwerden auftreten, ist das Training abzubrechen und bei ernsten Bedenken ein Arzt zu konsultieren.
Unsere Athletinnen und Athleten trainieren seit vielen Jahren regelmäßig. Wir appellieren deshalb an Deine Eigenverantwortung, die Übungen und Empfehlungen den individuellen Trainingskenntnissen und dem individuellen Trainingsstand anzupassen.


© Text: Christine Waitz; [10.4.2020]; Foto: Juliane Möllers

Normalerweise wohnt Silas Schmitt gemeinsam mit seinen Trainingskollegen im „Haus der Triathleten“, der Triathlon-WG in Nürnberg. Dort trainiert der 18-jährige unter der Leitung von Roland Knoll und Stephen Bibow und leistet zudem sein freiwilliges soziales Jahr in der Geschäftsstelle des BTV. Seit einigen Wochen ist der Athlet des TV 1897 Goldbach e.V. nun zurück in der unterfränkischen Heimat. „Ganz alleine bin ich nicht, ich habe zum Glück meinen Bruder, mit dem ich trainieren kann,“ erzählt er, und ergänzt, „Das ist eine andere Herausforderung, kann aber das strukturierte Training am Stützpunkt mit dem Trainerteam und den Athleten nicht ersetzen.“

Neben dem Training zu Hause hilft Silas beim Umgestalten von Terrasse und Garten: „Aktuell bauen wir den Terrassen- und Gartenbereich etwas um, ansonsten konzentriere ich mich schon seit zwei Wochen erfolglos aufs Ostereiersuchen. Abends wird auch ab und zu mit den Trainingskollegen Dion und Thomas übers Internet gezockt.“

Auf die Frage, wie er durch die außergewöhnliche Zeit kommt, antwortet er: „Ich kann nur jedem Yoga für den Start in den Tag empfehlen! Dadurch fällt mir der Prozess des Wachwerdens wesentlich einfacher.“

Kraft und Athletik

Ebenso wie viele andere Sportler, hat sich Silas Gedanken zu Übungen gemacht, mit denen er sich in der Zeit ohne Schwimmen fit halten kann. „Zugseiltraining ist auf jeden Fall eine super Alternative,“ meint er. „Daneben habe ich ein paar Klettergriffe, an denen ich Klimmzüge machen kann. Und die Kniebeuge gehört ja zu den absoluten Basics im Athletik- und Krafttraining!“

Im Video zeigt Silas seine Varianten*

1 | Zugseiltraining: 

  • Material: Zugseil und Bank
  • Ausführung: Abwechselnd wird die Schwimmbewegung des Unterwasserzugs gegen den Widerstand des Zugseils durchgeführt
  • Wiederholungen: 3 x 20
  • Zu beachten: Das Zugseil sollte nur so viel Widerstand bieten, wie man die Bewegung sauber ausführen kann. Besonderes Augenmerk sollte auf den „hohen Ellenbogen“ im ersten Teil der Bewegung gelegt werden.

2 | Kniebeuge: 

  • Material: Fahrrad, oder auch Besenstiel, oder Langhantelstange
  • Ausführung: Ausgangsposition ist ein hüftbreiter, fester Stand. Zu Beginn stehst Du sehr aufrecht, hebst die Brust nach oben und spannst das Gesäß an. Nun setzt Du Dich langsam und kontrolliert ab, als würdest Du Dich hinsetzen. Du kannst Dich so tief runter gehen, wie Deine Fersen auf dem Boden bleiben. Die Spannung muss aufrecht erhalten werden, der Blick geht nach vorne. Kurz halten und dann ganz kontrolliert zurück in den aufrechten Stand.
  • Wiederholungen: 3 x 15
  • Zu beachten: Der Rücken sollte leicht im Hohlkreuz sein. Die Knie sollten nicht über die Fußspitzen nach vorne hinausragen. Die Fußsohlen bleiben die gesamte Zeit vollständig am Boden.

3 | Klimmzüge: 

  • Material: Klettergriffe oder eine Klimmzugstange
  • Ausführung: Hänge dich an die Klimmzugstange, ziehe dich kontrolliert nach oben und atme währenddessen langsam aus. Lasse dich ebenso langsam und kontrolliert wieder ab.
  • Wiederholungen: 3 x 3
  • Zu beachten: Dein Ellenbogengelenk sollte nicht überstreckt werden. Das heißt, du hast stets eine leichte Belastung, auch im Hängen.

 

Zur Übersicht aller Beiträge der Serie.

 


* Bitte beachte: Training sollte grundsätzlich nur bei voller Gesundheit durchgeführt werden. Bei Unsicherheit oder wenn während einer Übung Beschwerden auftreten, ist das Training abzubrechen und bei ernsten Bedenken ein Arzt zu konsultieren.
Unsere Athletinnen und Athleten trainieren seit vielen Jahren regelmäßig. Wir appellieren deshalb an Deine Eigenverantwortung, die Übungen und Empfehlungen den individuellen Trainingskenntnissen und dem individuellen Trainingsstand anzupassen.


© Text: Christine Waitz; [09.4.2020]; Foto: (c)DTU; Videos: Silas Schmitt

Teresa Knoll leitet den LK-2-Nachwuchskader des Bayerischen Triathlon-Verbands. Athletinnen und Athleten zwischen 13 und 16 Jahren werden dort auf den weiterführenden LK1-Kader vorbereitet. 22 Talente betreut die 28-Jährige Landestrainerin derzeit. Darunter 15 Sportlerinnen. Wir haben uns mit der Triathlon A-Trainerin über Motivation, Nachwuchssport und ihre Arbeit als Trainerin unterhalten.

Teresa Knoll

Hallo Teresa,

als Leiterin des LK-2 Nachwuchskaders bist du, gemeinsam mit dem leitenden Landestrainer Roland Knoll und Landestrainer Stephen Bibow, für die Sichtung talentierter Athletinnen und Athleten und später deren sportliche Entwicklung verantwortlich. Wie sieht deine Arbeit aus? Welche Aufgaben beschäftigen dich überwiegend?

Zum einen bin ich für die Sichtung von Nachwuchstalenten und Quereinsteigern verantwortlich. Das passiert vor allem bei Wettkämpfen des BTV Nachwuchscups und bei den Swim&Runs. Sichten bedeutet nicht nur, dass ich auf die Ergebnisse schaue, sondern dass ich das konkrete Wettkampfverhalten betrachte. Aus diesem Grund bin ich immer im engen Austausch mit der BTV-Jugend, um Formate und Regelungen im BTV Nachwuchscup abzusprechen.
Zum anderen betreue ich die Sportlerinnen und Sportler in Lehrgängen und berate sie, Eltern und Trainer, um das Heimtraining zu optimieren und die Saison zu planen.

Welche Förderung erhalten die Talente im LK2 und wer ist dabei?

In unserem Kadersystem sind wir in den jüngeren Jahrgängen relativ offen, was mir die Möglichkeit gibt, spontan neue Talente zu den LK2-Lehrgängen einzuladen. Ich versuche einmal im Monat einen eintägigen Lehrgang mit dem LK2 durchzuführen. In diesem Jahr gibt es sogar erstmals drei mehrtägige Trainingslager in Ingolstadt oder Nürnberg.
Ich versuche eine vielseitige sportliche Ausbildung zu fokussieren. Aktuell habe ich zum Beispiel viele Athletinnen und Athleten im Kader, die noch in anderen Sportarten neben Triathlon trainieren. Von Langlauf, über Handball, Hockey, Turnen, Ski Alpin und Eiskunstlauf habe ich wirklich sportlich multibegabte Jugendliche in der Gruppe. Die Beratung rund um die sportliche Laufbahn gehört dazu, auch wenn es um einen Wechsel an den Bundesstützpunkt Triathlon in Nürnberg geht.

Der BTV Nachwuchscup in Brannenburg 2019

Bayern ist einer der wenigen Landesverbände, der mit einer Landestrainerin auch jungen Sportlerinnen eine Ansprechpartnerin gibt. Der DOSB definierte 2016 in einem Diskussionspapier das Ziel, Trainer sollten „Lernbegleiter, Mentoren, Ermöglicher, Berater für selbstbestimmte Sportlerpersönlichkeiten“ sein. Wie wichtig findest Du es, dafür eine weibliche Ansprechpartnerin im Team zu haben?

Grundsätzlich ist das Geschlecht des Trainers nicht relevant für die Qualität der Arbeit. Allerdings ist es im Nachwuchssport sicherlich unabdingbar eine weibliche Ansprechperson, vor allem während Trainingslager, zu bieten. Von Frau zu Frau lassen sich manche Themen – besonders während der Pubertät – einfacher besprechen.
Auch im Sinne einer Vorbildfunktion finde ich es wichtig, dass die jungen Sportlerinnen und Sportler sowohl männliche als auch weibliche Trainer haben.

Du kommst selbst aus dem Schwimmsport und hast Nachwuchsleistungssport erfahren. Damit kannst Du Dich in die Situation der Heranwachsenden bestens hineinversetzen. Was sind häufige Herausforderungen, was sind auf der anderen Seite Chancen und schöne Seiten?

Sport hat, wie das Leben selbst, immer schöne, aber auch viele anstrengende Zeiten. Meiner Meinung nach kann man vom Leistungssport für das spätere Leben nur lernen. Lektionen, wie für seine Ziele zu kämpfen bzw. zu trainieren und zu arbeiten, um sich zu entwickeln, oder auch die Fähigkeit sich im (Schul-)Alltag zu organisieren. In den jungen Jahrgängen lässt sich mit etwas Struktur im Training sehr viel entwickeln. Das ist schön zu sehen.

Schwierig kann es werden, wenn Jugendliche von hochmotivierten Eltern zum Sport getrimmt werden. Oft wird dann auch ein Training von Erwachsenen auf Kinder umgedichtet. Mit viel Feingefühl muss man den Heranwachsenden dann den Spaß und die Freude an Bewegung erst wieder nahe bringen. Bitte nicht falsch verstehen: Unterstützung von zu Hause ist ungemein wichtig, daran besteht kein Zweifel. Aber der elterliche Ehrgeiz sollte ausschließlich die eigenen Leistungen betreffen. Der sportliche Ehrgeiz der Kids kommt von ganz allein.

Freude und Spaß am Sport gehören immer dazu.

Das wichtigste für mich als Trainer ist, dass die Kinder und Jugendlichen Spaß am Sport haben und ihm ein Leben lang verbunden bleiben – egal ob im Triathlon, egal ob leistungssportlich oder nicht. Dazu gehört auch zu vermitteln, dass es manchmal auch nicht reicht, um auf höchstem Niveau Sport zu machen. Individuell kann man dann schauen, wohin der Weg noch gehen kann.

Auf welche Ziele arbeiten Du und Dein Kader 2020 hin?

Gute Ergebnisse im BTV Nachwuchscup und eine individuelle (sportliche) Weiterentwicklung der Athletinnen und Athleten. Für die Jugend B wird die Deutsche Meisterschaft im eigenen Bundesland ein Highlight und ein großes Ziel sein. Dort können sie sich auch für den höheren LK1-Kader qualifizieren.

Vielen Dank für das Interview und Dein Engagement!

© Text: Christine Waitz; [09.03.2020]; Fotos: BTV Nachwuchscup/ BTV

Kümmersbruck/Amberg, 7. März 2020 – Die Organisatoren der Veranstaltung müssen in Rücksprache mit den örtlichen Behörden den Event absagen.

„Aus Fürsorgegründen wird aufgrund der aktuellen Vorfälle bzgl. dem Corona Virus unser morgiger Swim & Run abgesagt. Weitere Informationen folgen in Kürze!,“ schreibt der Verein.

© Text: Christine Waitz; [7.3.2020]

Bereits mit 13 Jahren wechselte Franca Henseleit aus ihrer Heimat Steingaden an die Bertolt-Brecht-Schule Nürnberg. Knapp drei Monate wohnte die heute 17-jährige bei einer Nürnberger Familie und wurde kurz nach ihrem 14. Geburtstag im Januar 2017 im Internat der Schule aufgenommen.

Ein mutiger Schritt, der besonders im letzten Jahr mit großen Erfolgen belohnt wurde: In Grimma konnte sie ihren Deutschen Meistertitel verteidigen, bei der Junioren Europameisterschaft im niederländischen Weert wurde sie im Einzelwettbewerb siebte und holte als Mitglied der Mixed Team Relay die Goldmedaille für Deutschland. Auch die erste WM-Teilnahme der Sportlerin des Tri-Team Schongau verlief erfolgreich. Trotz einer Verletzung im Vorfeld, wurde sie im August bei der Juniorenweltmeisterschaft in Lausanne 17.

Neben der schulischen und sportlichen Leistungen wurde Franca Henseleit vergangene Woche auch für ihre Vorbildfunktion, ihre Fairness und positive Einstellung gewürdigt. All das zieht der Titel „Eliteschülerin des Sports“ an der Bertolt-Brecht-Schule nämlich mit in Betracht. Verliehen wurde der Schülerin die Auszeichnung durch den Sportkoordinator der Bertolt-Brecht-Schule und Vizepräsident Leistungssport des Bayerischen Triathlon-Verbands, Thomas Burger. Vor Ort war auch BTV-Präsident Gerd Rucker. Beide waren sich einig: „Die Leistung Francas, Schule und Leistungssport so gut unter einen Hut zu bringen, verdient größten Respekt.“ Im letzten Jahr war mit Sophie Rohr übrigens ebenfalls eine Triathletin Eliteschülerin des Jahres.

© Text: Christine Waitz; [24.2.2020] Bild: BTV

Im vergangenen Oktober durfte sich Anne Haug direkt nach Heimkehr aus Hawaii in das Goldene Buch der Stadt Bayreuth eintragen. In dieser Woche wurde der Ironman Weltmeisterin mit dem Goldenen Ehrenring eine der höchsten Auszeichnungen der Stadt Bayreuth verliehen.

v.l. Gerd Rucker, Anne Haug und die Vorsitzende des BLSV Oberfranken, Monika Engelhardt

„Der Goldene Ehrenring kann an Persönlichkeiten verliehen werden, die sich durch treues und fruchtbares Wirken für das Wohl der Stadt hohe Verdienste erworben haben,“ schreibt die Stadt Bayreuth in den Richtlinien der Verleihung. Auf der Liste der Ehrenträgerinnen und Ehrenträger ist Anne Haug derzeit die einzige Sportlerin und eine von nur wenigen Frauen. In ihrer Ansprache lobte Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe Anne Haug als sympathische Botschafterin der Stadt.

Gratulieren konnten der Trägerin des Goldenen Rings auch der Präsident des Bayerischen Triathlon-Verbands, Gerd Rucker, und die Vorsitzende des BLSV Oberfranken Monika Engelhardt.

© Text: Christine Waitz; [14.2.2020] Foto: BTV