41 Stunden, 34 Minuten und 40 Sekunden. So lange war Lisa Helm bei der Triple-Ultra-Triathlon-Weltmeisterschaft in Bad Radkersburg unterwegs. Nach 11,4 Kilometern Schwimmen, 540,6 Kilometern auf dem Rad und 126 Kilometern Laufen stand fest: Helm ist Weltmeisterin. Ein Jahr zuvor hatte sie bereits den WM-Titel über die Double-Distanz gewonnen. Von der zweifachen zur dreifachen Langdistanz – kaum jemand kann sich überhaupt vorstellen, wie das klappen mag. Denn was hinter einem Wettkampf über mehr als 40 Stunden steckt, lässt sich an Ergebnislisten sicher nicht ablesen. Deshalb haben wir mit Lisa Helm und auch mit einer ihrer Betreuerinnen gesprochen.
Hallo Lisa,
Du bist 2025 Weltmeisterin über die Double-Distanz geworden und hast jetzt auf Triple erhöht. Was hat dich zu diesem nächsten Schritt gebracht?
Ich denke, jeder Sportler kennt diese Momente, an denen man sich und seine Entscheidungen hinterfragt. Weshalb tue ich mir das an und was mache ich hier eigentlich … Aber das gehört auch irgendwie mit zum Sport. Natürlich ist der mentale Kampf bei einem Triple-Ultra-Triathlon ein ganz neuer, da man noch mehr Zeit hat, über alles nachzudenken. Vor allem die beiden Nächte durchzustehen, war hart. Aber ich wusste, dass mein Team am Beckenrand sowie nach jeder Rad- und Laufrunde auf mich wartet und mich unterstützt. Das hilft sehr.
Gab es einen Moment, an dem du gedacht hast: Das wird heute nichts – oder warst du bis zum Ende davon überzeugt, dass du durchkommst?
An ein Aufgeben habe ich tatsächlich nie gedacht. Ich wusste, dass ich das schaffen werde.
Wenn du heute auf die 41:34 Stunden zurückblickst: Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?
Da muss ich echt lange nachdenken. Ich hatte ein eingespieltes Supporterteam dabei. Auch logistisch hatten wir alles dabei, was man so braucht. Zusammengefasst in etwa die Ausrüstung für eine Woche Campingurlaub. Auf den Wettkampf selbst bezogen würde ich nichts anders machen. Man kann vieles planen, aber bei solchen Distanzen kann einiges passieren. Deshalb plane ich so etwas wie Pausen oder Verpflegung nicht vorher, sondern höre auf meinen Körper.
Du hast jetzt zwei Jahre hintereinander einen Weltmeistertitel über Ultra-Distanzen gewonnen. Was reizt dich an diesen extrem langen Rennen?
Ja, wenn mir vor drei Jahren jemand erzählt hätte, dass ich diese beiden Titel jetzt tragen würde, hätte ich diese Person für verrückt erklärt. Jetzt, als Ultra-Triathletin, wird man selbst öfter mal als solche bezeichnet. Aber so verrückt ist dieser Sport gar nicht. Die Athleten sind unfassbar freundlich, motivierend und die entspanntesten Menschen, die man sich vorstellen kann. Es ist eine tolle Community, in der man sich sofort willkommen fühlt. Jeder unterstützt hier jeden. Es macht einfach Spaß, ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein und sich zusammen durch eine solche Distanz zu kämpfen.
Welche Rolle spielt das Team bei einem solchen Wettkampf? Was musst du als Athletin selbst im Griff haben und was gibst du bewusst an die Betreuer ab?
Das Supporterteam ist definitiv nicht wegzudenken. Ich hatte das riesige Glück, dass mich gleich zwei meiner engsten Freundinnen und mein Partner begleitet haben. Es hilft, vor allem in den schwierigen Phasen des Rennens zu wissen, dass jemand für dich da ist. Immer mit Getränken, Snacks und motivierenden Worten. Die Einteilung, also wann wer an der Strecke steht, habe ich meinem Team überlassen. Die Vorbereitung von Verpflegung und Material habe ich selbst übernommen. Für jede Disziplin habe ich Kisten und Taschen gepackt und beschriftet, sodass alles bei Bedarf schnell von außen gefunden werden kann.
In dem Moment, in dem Lisa Helm über die Ziellinie läuft, haben bei solch einem Projekt stets mehr Menschen als „nur“ die Sportlerin gewonnen. Denn ohne ein zuverlässiges und fürsorgliches Team im Hintergrund geht es nicht. Dieses Mal war auch Alexandra Ittner mit dabei. Sie sorgte dafür, dass die Athletin stets gut versorgt und motiviert war und alles reibungslos klappte. Auch sie haben wir gefragt. Warum macht man so etwas eigentlich?

Hallo Alex,
Wie bereitet man ein Team auf einen Wettkampf vor, der mehr als 40 Stunden dauert?
Ganz wichtig war die Vorbereitung vorab. Wir konnten uns zu 100 Prozent darauf verlassen, dass Lisa wirklich an alles gedacht hatte und nicht nur für sich, sondern auch für ihr Versorgerteam alles vorbereitet hatte. Egal, ob Camper zum Übernachten, Pavillons gegen Sonne und Regen oder Verpflegung. Natürlich haben wir uns selbst auch noch mal einen Einkaufszettel geschrieben und vor Ort noch Essen und Getränke gekauft. Während eines so langen Wettkampfs muss man sich neben dem Athleten auch um sich selbst kümmern und darauf achten, ausreichend zu essen und zu trinken. Nur dann kann man auch für seine Sportlerin ein guter Supporter sein.
Woran merkt ihr als Betreuer, dass es Lisa gerade gut oder schlecht geht?
Bei Lisa ist es zum Glück relativ leicht zu erkennen, wie sie gerade drauf ist. Wenn die Gespräche immer kürzer werden, wissen wir meist schon, dass sie gerade mehr zu kämpfen hat. Solange sie noch scherzt, erzählt und mit uns kommuniziert, ist das oft ein gutes Zeichen.
Was sehen die Zuschauer bei einem Triple-Ultra-Triathlon eigentlich nicht?
Die langen Nächte, die intensive Vorbereitung im Hintergrund, die vielen kleinen organisatorischen Aufgaben und natürlich auch die Kosten, die mit so einem Event verbunden sind. Es ist schade, dass ein solches Event ein Nischendasein hat und die meisten Starter spätestens zwei Tage nach einer so großartigen Leistung wieder in ihre 40-Stunden-Jobs zurückkehren, als wäre nichts gewesen.
Was war dein Highlight?
Definitiv die besondere Community innerhalb des Events. Wenn man als Supporter ein ganzes Wochenende miteinander verbringt, lernt man sich schnell besser kennen. Egal, ob Athleten und Teams aus Polen, Kroatien, England, Deutschland oder Österreich kommen: Nach der ersten Nacht kennt man die meisten beim Namen, weiß, wer die besten Snacks dabeihat und wer die kreativsten Motivationstechniken nutzt.
Außerdem wurde ich überrascht. Als Lisa mich gefragt hat, ob ich sie supporten möchte, war ich zunächst skeptisch. Für mich klang das Ganze nach einem verrückten, überzogenen und fast schon unverantwortlichen Event. Nach diesem Wochenende musste ich meine Vorurteile jedoch komplett revidieren. Alle Athleten wussten genau, worauf sie sich einlassen, kannten ihre Grenzen und hatten ein beeindruckendes Gespür dafür, wozu ihr Körper in der Lage ist. Tatsächlich habe ich nach einem Stadtmarathon oder einer klassischen Langdistanz schon deutlich mehr erschöpfte und herumstolpernde Sportler gesehen als nach diesem Event in Bad Radkersburg.
Ausschreibung zur Vergabe der bayerischen Meisterschaften, Ligarennen und Nachwuchscup 2027
VeranstaltungenDie Wettkämpfe zur Vergabe der bayerischen Meisterschaften sind für Athleten aus dem gesamten Verbandsgebiet alljährlich ein Highlight im Wettkampfkalender. Der Bayerische Triathlon-Verband macht sich noch in der laufenden Saison Gedanken darüber, wo die Titel 2027 vergeben werden. Entscheidend für einen Zuschlag sind mehrere Kriterien: Unter anderem werden eine hohe sportliche und organisatorische Qualität der Veranstaltung und zuschauerfreundliche Wettkampfstrecken gefordert. „Für uns nehmen die Wettkämpfe um die Meistertitel natürlich eine wichtige Position im bayerischen Wettkampfkalender ein“, sagt BTV-Präsident Gerd Rucker. „Wir freuen uns auf Bewerbungen aus dem gesamten Verbandsgebiet.“
Vergeben werden folgende BM-Rennen:
Die Bewerbung erfolgt digital hier. Die Bewerbungsfrist endet am 01.10.2026.
Darüber hinaus sucht die Triathlonliga Bayern ausichter für 2027 und folgende Ligen:
Die Bewerbung erfolgt digital hier. Die Bewerbungsfrist endet am 31.08.2026.
Vergeben werden folgende Rennformate im BTV Memmert Nachwuchscup:
Die Bewerbung erfolgt digital hier. Die Bewerbungsfrist endet am 01.10.2026.
Einladung zum BTV Verbandstag mit Thementag am 09.11.2024 in Ingolstadt
Nachrichten des BTVAm 9. November 2024 findet der Verbandstag des Bayerischen Triathlon-Verbands e.V. in Ingolstadt statt. Eingeladen sind Delegierte der Bezirke, Vereine, Veranstalter, Kampfrichter, Triathleten und Interessierte. Wie im vergangenen Jahr ist der Verbandstag eingebettet in einen Thementag, der insbesondere Vereinsvertretern und Veranstaltern, aber auch allen Interessierten neue Impulse für ihre Arbeit geben soll. Die Veranstaltung findet statt in der Bezirkssportanlage Nord-Ost Ingolstadt (Wirffelstraße 25, 85055 Ingolstadt).
Parkplätze sind direkt an der Anlage kostenfrei verfügbar.
Anreise per ÖPNV: Mit dem Zug zum Nordbahnhof Ingolstadt, dann am Ausgang West die Buslinie 20 zur Gutenbergstraße. Von dort aus zu Fuß 1km.
Um Anmeldung wird gebeten (Link zur Anmeldung).
Zum PDF der Einladung
Rahmenprogramm
Bei Besuch von zwei Veranstaltungen ist das Mittagessen kostenfrei.
Gute Vereinsarbeit und hochwertige Sportevents kosten Geld. Aus diesem Grund ist Sponsoring für Vereine und Veranstalter ein wichtiges Mittel, um zusätzliche Einnahmen zu generieren und die Ausgaben zu decken. Doch Sponsoren zu finden, vor allem für kleine und lokale Vereine und Veranstaltungen, ist meist nicht so leicht. Wie Vereinsverantwortliche und Veranstalter das Thema Sponsoring professionell angehen können, um das Interesse von potenziellen Sponsoren zu erhöhen, erfahren Sie in diesem Impulsvortrag.
In dieser interaktiven Schulung möchten wir euch zeigen, wie ihr als Einsatzleiterinnen und Einsatzleiter das digitale Planungstool des BTV noch besser für eure Einsätze nutzen könnt. Gemeinsam werden wir durch die verschiedenen Funktionen gehen – von der optimalen Planung über den Einsatz der Wartelisten bis hin zur effektiven Kommunikation und Abrechnung. Mit diesen Einblicken und dem gewonnen Verständnis für die Funktionsweise des Tools wird es euch noch leichter fallen, eure Prozesse zu optimieren und die Arbeit einfacher und schneller zu gestalten.
Nach einem Impulsvortrag über Konflikte und Lösungsmechanismen von Konflikten halte geht es voll in die Sport-Praxis. Wo gibt es typische Situationen, die in ihrer Vergangenheit zu Konflikten geführt haben? Welche Möglichkeiten gibt es, wie man diese Situationen im Eifer der Veranstaltung besser und konfliktfrei angeht?
Sponsoring ist eine wichtige Einnahmequelle für Sportvereine und Veranstaltungen. Trotz gutem Sponsoren-Konzept und ausgefeilter Sponsorenmappe gelingt es oftmals nicht, lokale Unternehmen auf Anhieb für eine Zusammenarbeit zu begeistern. Welche Fehler Sie bei der Erstellung Ihrer Sponsorenmappe vermeiden sollten, und wie Sie zukünftig das Interesse eines potenziellen Sponsors gewinnen, erfahren Sie im Workshop „Sponsorenmappe 2.0“
Verbandstag
Die vorläufige Tagesordnung beinhaltet alle satzungsgemäßen Punkte mit Berichten des Präsidiums und der Ressorts. Ergänzende Anträge zur nachstehenden Tagesordnung können bis 25. Oktober 2024 bei der Geschäftsstelle des BTV mit dem entsprechenden Formular (als Formular digital bearbeitbar nach Download) eingereicht werden. Das PDF mit der offiziellen Einladung können sie hier herunterladen.
Um Anmeldung wird gebeten (Link zur Anmeldung).
VORLÄUFIGE TAGESORDNUNG
Der BTV sucht Unterstützung
Nachrichten des BTVZwei offene Positionen bieten die Chance sich im Team des Bayerischen Triathlon-Verbandes einzubringen. Ab sofort sucht der BTV eine*n Mitarbeiter*in auf 450 Euro-Basis, die/der die zahlreichen laufenden Change-Prozesse im Verband begleitet. Daneben bietet der BTV engagierten Nachwuchssportler*innen die Chance im Rahmen einer Bundesfreiwilligenstelle von optimalen Trainingsbedingungen am Bundesstützpunkt Nürnberg zu profitieren.
Hier geht es zur Ausschreibung
„UNTERSTÜTZUNG IN DER UMSETZUNG VON CHANGE-PROZESSEN auf 450€ Basis“
Hier geht es zur Ausschreibung
„BUNDESFREIWILLIGENSTELLE„
Termine der Bayerischen Meisterschaften 2027
Nachrichten des BTV, Nachwuchscup, VeranstaltungenVon Krailling bis Burglengenfeld: 2027 wartet in Bayern eine Meisterschaftssaison mit schnellem Duathlon, Triathlons auf kurzen und längeren Distanzen und einer Team-Relay. Auch der BTV Memmert Nachwuchscup ist wieder unterwegs – vom Swim&Run im Winter bis zum Cross-Duathlon im Herbst. Die Termine stehen und damit steigt auch die Vorfreude.
Den Saisonauftakt macht am 2. Mai die BM Duathlon Kurzdistanz in Krailling. Das Rennen ist bekannt für seine Laufstrecke im Kreuzlinger Forst und schnellem Radkurs. Insgesamt geht es über 10,2 Kilometer Laufen, 39 Kilometer Radfahren und weitere 5,1 Kilometer Laufen.
Beim Stadttriathlon Erding am 13. Juni startet die BM Triathlon Kurzdistanz traditionell am Kronthaler Weiher. Dann geht es über asphaltierte Straßen auf Wendepunktkurs in Richtung Innenstadt. Der Lauf führt durch den Stadtpark und am „Schönen Turm“ vorbei zum Ziel am Schrannenplatz.
Der Herzoman am 27. Juni ist ein kompakter Sprinttriathlon mit Start im Freibad Herzogenaurach und erstmalig Bayerische Meisterschaft. Über 400 Metern Schwimmen, 19 Kilometer Radfahren auf zwei Runden und fünf Kilometer Laufen suchen wir die Schnellsten.
Die Team-Relay am 10. Juli in Hof bietet Mannschaften die Chance ihre Teamwork unter Beweis zu stellen. Jede und jeder absolviert 200 Meter Schwimmen, 5,1 Kilometer Radfahren und 1,5 Kilometer Laufen, bevor der nächste startet. Traditionell geht es hier rund um den Untreusee hoch her.
Am 19. September geht es beim Triathlon Königsbrunn um den Titel auf der Mitteldistanz über 1,9 Kilometer Schwimmen, 80 Kilometer Radfahren und 20 Kilometer Laufen. Besonders markant bei dem Rennen, das zum zweiten Mal eine Mitteldistanz bietet, ist die Laufstrecke: Eine Runde führt um den Ilsesee und den Lautersee, insgesamt sind acht Runden zu absolvieren. Zuschauende bekommen die Athletinnen und Athleten also mehrfach zu sehen.
Das Meisterschaftsfinale am 25. September führt zur Jag de Wuidsau nach Burglengenfeld. Auf zwei Laufrunden über insgesamt sechs Kilometer mit 116 Höhenmetern folgen drei Mountainbike-Runden über 22,8 Kilometer mit 228 Höhenmetern. Zum Schluss stehen noch einmal vier Laufkilometer mit 58 Höhenmetern an. Hier geht es nicht nur um Ausdauer, sondern auch darum, sich auf einer anspruchsvollen Geländestrecke durchzusetzen.
Nachwuchs beim X-Duathlon Deining
Der BTV Memmert Nachwuchscup
Der Nachwuchscup startet am 31. Januar in Würzburg mit einem Swim&Run zum ersten Formtest des Jahres. Es folgen weitere Swim&Run-Rennen: Am 6. März geht es beim Swim&Run in Coburg weiter. Der Swim&Run Nürnberg am 11. April ist traditionell zugleich Frühjahrssichtung des Bayerischen Triathlon-Verbandes.
Am 8. Mai geht es beim Cross-Duathlon in Schongau ins Gelände. Danach folgen die Nachwuchstriathlons in Erding am 13. Juni und am Rothsee am 19. Juni. In Hof sind am 10. Juli Triathlon und Mixed Relay vorgesehen; in Harburg stehen am 18. Juli Triathlon und Single Mixed Relay im Kalender.
Im Herbst locken dann zwei weitere Cross-Duathlon-Formate: Am 25. September geht es zu „Jag de Wuidsau“ nach Burglengenfeld und anschließend am 2. Oktober nach Deining.
Fotos: triathlon.de, Dana Haußner
Verbands- und Thementag: BTV setzt auf Austausch und Praxis
Nachrichten des BTVRund 70 Teilnehmende kamen am 31. Oktober in Ingolstadt zum Verbands- und Thementag des Bayerischen Triathlon-Verbandes zusammen. Der Tag kombinierte Verbandsarbeit mit Impulsen zu Themen, die Vereine, Trainer, Veranstalter und Kampfrichter im Alltag beschäftigen: Nachwuchs fördern, Eltern einbinden, Wechsel optimieren und auch in angespannten Situationen handlungsfähig bleiben.
Trainerinnen und Trainer waren ebenso anwesend, wie Veranstaltende und Kampfrichterinnen und Kampfrichter. Auch zwei gehörlose Sportler waren an diesem Tag dabei und wurden von zwei Gebärdensprachdolmetschern begleitet. Unter ihnen war Alexa Götz, Fachwartin undzentrale Ansprechpartnerin für Triathlon im Bayerischen Gehörlosen-Sportverband (BGS).
Am Vormittag verteilten sich die Teilnehmenden auf zwei parallel laufende Fortbildungen. Hanna Krauss musste krankheitsbedingt absagen, Roland Knoll sprang spontan als Referent ein. Sein Vortrag „Talent erkennen und fördern“ führte mitten hinein in die Nachwuchsarbeit. Es ging darum, Talente wahrzunehmen, sie zu begleiten und ihnen Zeit zu geben, sich zu entfalten. Im zweiten Raum zeigte Andreas Groß, wie vorbereitete, klare und professionelle Kommunikation hilft, wenn Konflikte und Krisen im Verein oder im Wettkampf auftreten. Auch die eine oder andere Hausaufgabe gab er den Teilnehmenden mit nach Hause.
Im Mittelpunkt des Programms stand natürlich der alljährliche Verbandstag des BTV. Das Präsidium und die Beauftragten berichteten von einem rundum erfolgreichen Jahr. Bei den Aussprachen kamen keine weiteren Fragen auf, und das Präsidium wurde einstimmig entlastet.
Ein Antrag zur Änderung und Erweiterung der Gebührenordnung wurde ebenfalls einstimmig angenommen. Die Änderung betrifft ausschließlich Formate, die sich keiner klassischen Triathlondistanz zuordnen lassen – etwa Wettkämpfe mit mehreren Durchgängen oder Ausscheidungsformate. Für solche Sonderformate sollen künftig Zeitäquivalente die Einstufung erleichtern.
Andreas Groß und Roland Knoll geehrt
Am Nachmittag rückte die „vierte Disziplin“ in den Mittelpunkt: die Wechsel zwischen Schwimmen, Radfahren und Laufen. Studentinnen der TUM zeigten auf Initiative von Dr. Martin Schönfelder, wie sich Wechselzeiten gezielt trainieren und objektiv beurteilen lassen. Im parallel laufenden Workshop von Sportpsychologin Dr. Valeria Eckardt ging es darum, Erwartungen mit Eltern zu klären und sie als verlässliche Partner in der Nachwuchsarbeit einzubinden.
Nach einem langen Tag voller Eindrücke und Informationen schaffte Horst Suck es, die Teilnehmenden mit seiner Fortbildung zu Deeskalation im Wettkampf noch einmal mitzureißen. Praxisnah und sympathisch zeigte er, wie man auch in schwierigen Situationen sicher handelt und zur Deeskalation beiträgt.
Fotos: BTV
Fast 100 Teilnehmende beim Kadertest: Starke Leistungen trotz Herbstwetter
Jugendsport, LeistungssportKaum aus der Saisonpause zurück, ging es schon wieder hoch her: Rund 100 junge Athletinnen und Athleten kamen am 17. Oktober zum Herbst-Kadertest in Nürnberg zusammen. Auch der Bundestrainer Nachwuchs, Frank Heimerdinger, nutzte die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild zu machen.
Der Samstag begann im Langwasserbad Nürnberg mit Schwimmtests und dem Bourban-Test. Roland und Teresa Knoll hatten ein großes Helferteam zusammengestellt und führten es durch den vollen Testtag. Als am Nachmittag die Lauftests anstanden, wurde das Wetter zum zusätzlichen Prüfstein. Kälte, Nässe und ein unangenehmer Wind begleiteten die Teilnehmenden auf der Bahn. Doch auch hier zeigten die Athleten schon Biss.
Trotz der widrigen Umstände konnten sich die Ergebnisse schon sehen lassen: Vincent Weiß beendete den Test in der Jugend A/Junioren mit einer Zeitsumme von 13:39,0 Minuten als Schnellster seiner Klasse. Bei den Mädchen lag Josephine Doseth mit 15:52,1 Minuten vorn. In der Jugend B erzielten Vitus Werler 15:29,0 Minuten und Zoé Thoulouze 17:17,2 Minuten dank starker Schwimmleistungen jeweils die beste Endzeit ihrer Wertung. Bei den Schülern A waren Mika Fankel mit 6:22,9 Minuten und Lia Hammer mit 6:48,3 Minuten besonders schnell. Die Wertung der Jüngsten entschieden Ole Müller (07:25,8) und Lotte Fankel (07:07,0).
Ehrung der bayerischen Meister*innen
In der Mittagspause wurden die Bayerischen Meisterinnen und Meister geehrt, die im BTV Memmert Nachwuchscup den Sommer über die konstantesten Leistungen zeigten.
In der Altersklasse Schüler A sicherte sich Mathilda Kujala (La Carrera Tri Team Rothsee) den Titel vor Zoé Thoulouze (TSV Gaimersheim) und Norah Adler (TV 1875 Burglengenfeld). Bei den Jungen teilten sich Mika Fankel (SV Bayreuth) und Maximilian Tack (SC Wasserfreunde München) den Sieg, Jasim Al-Sultan (SC Wfr. München) und Hendrik Gerdes lagen punktgleich auf Rang drei.
In der Jugend B ging der Meistertitel an Sophia Griesemer (TSV Katzwang 05), die sich vor Jana Maas (TSV Gaimersheim) und Luisa Zenk (SG Reisensburg-Leinheim) behauptete. Bei den Jungen gewann Lando Spielberger (Sektion Hersbruck des DAV e. V.) vor Maximilian Rudolph (TSG 08 Roth) und Lukas Mundt (LV Deggendorf).
In der Jugend A holte Viktoria Meier-Schnabel vor Andrea Gradl den Titel bei den Frauen; beide starten für den 1. FC Deining. Bei den Jungen gewann Alexander Tresselt (Tri-Team Schongau) vor Joel Westphal (TSV Harburg) und Kilian Wanninger (TV Fürth 1860 Triathlon).
Fotos: Guntram Rudolph
Fortbildung Schwimmtraining im Triathlon: Technik verstehen und direkt ausprobieren
Aus- und FortbildungWie lässt sich Schwimmtechnik so vermitteln, dass sie im Training wirklich ankommt? Bei der Fortbildung des Bayerischen Triathlon-Verbands am Samstag, 28. November 2026, geht es vom Hörsaal direkt ins Wasser: In der Münchner TU-Sportfakultät und der Olympia-Schwimmhalle verbinden die Teilnehmenden fachlichen Input mit praktischen Übungen.
Im Mittelpunkt stehen Grundfertigkeiten und aktuelle Trainingsmethoden für verschiedene Altersbereiche mit besonderem Augenmerk auf das Kinder- und Jugendtraining. Die Lehrgangsleiter Christoph Gawens, Faris Al-Sultan und Philipp Peter nehmen Kraultechnik anhand von Videomaterial in den Blick und zeigen, wie sich Technik in allen Schwimmlagen sowie die Rollwende Schritt für Schritt vermitteln lassen. Am Nachmittag werden die Ansätze im Becken praktisch erprobt: mit kreativen Übungsformen, gezielten Kraulübungen und methodischen Reihen für die Lagentechniken.
Der Lehrgang beginnt um 13 Uhr mit zwei Stunden Theorie. Nach einer Pause im Olympischen Dorf geht es zu Fuß weiter zur Schwimmhalle. Dort folgt von 16 bis 18 Uhr die Praxiseinheit; anschließend ist Zeit für Fragen und Diskussion. Insgesamt umfasst die Fortbildung sieben Unterrichtseinheiten.
Die Teilnahme kostet 100 Euro zuzüglich Schwimmbadeintritt. Benötigt werden Schwimmausrüstung und warme Kleidung zum Überziehen. Pull-Buoy oder Pull-Kick, Kurzflossen, Fingerpaddles und Theraband oder Zugseil können mitgebracht werden, sofern vorhanden. Für die Verpflegung sorgen die Teilnehmenden selbst; im Olympischen Dorf gibt es Einkaufsmöglichkeiten. Gesundheitliche Einschränkungen sollten vorab mit der Lehrgangsleitung besprochen werden.
Direkt zur Anmeldung auf Phoenix.
Foto: The groupmovement
Deutsche Meisterschaften 2027: Rothsee und Burglengenfeld rücken 2027 in den Fokus
VeranstaltungenNoch befinden sich viele Sportlerinnen und Sportler in der Saisonpause. Doch so langsam kommt die Lust zurück und damit auch die Zeit für die Saisonplanung. Vielleicht soll es ja 2027 zu einer Deutschen Meisterschaft gehen? Zwei der nationalen Spitzenwettkämpfe finden in Bayern statt: Der DTU-Kalender bringt den Nachwuchs an den Rothsee und die Crossduathletinnen und -duathleten nach Burglengenfeld.
Am 19. Juni macht der DTU Jugendcup am Rothsee Station. Das Rennen ist der dritte Wettbewerb der Nachwuchsserie, die im April in Halle beginnt und im Juni mit den Deutschen Meisterschaften der Jugend und Juniorinnen und Junioren in Jena ihren Höhepunkt erreicht.
Dass Nachwuchsrennen am Rothsee Tradition haben, zeigt ein Blick zurück: Als der Rothsee-Triathlon 1989 erstmals ausgetragen wurde, gab es neben dem Hauptrennen bereits einen Schüler- und Schnupper-Triathlon. Damals gingen dort 125 junge Sportlerinnen und Sportler an den Start. Der Hauptwettkampf lockte bei seiner Premiere 330 Teilnehmende an. Aus den Anfängen ist eine Veranstaltung geworden, die seit Jahrzehnten den Triathlonkalender der Region prägt.
Am 25. September werden bei der „Jag de Wuidsau“ in Burglengenfeld die Deutschen Meisterschaften im Crossduathlon für Elite und Altersklassen ausgetragen. Die Kombination aus Laufen und Mountainbike passt zum Charakter des Rennens, das mit seiner anspruchsvollen Strecke bekannt geworden ist.
Die Idee für den Crossduathlon entstand 2013 bei der Saisonplanung des TV Burglengenfeld: Ein forderndes Rennen im Gelände fehlte im Trainingskalender. Die ersten Ausgaben fanden in Dietldorf statt; mit wachsendem Zulauf zog die Veranstaltung nach Burglengenfeld um. 2023 feierte die „Jag de Wuidsau“ ihre zehnte Auflage – und richtete damals bereits die Deutschen Meisterschaften im Crossduathlon aus. 2027 kehren die nationalen Titelkämpfe damit an einen Ort zurück, der sich in der Szene längst einen Namen gemacht hat.
Zu den weiteren Höhepunkten der Saison zählen die Deutschen Meisterschaften der Elite über die Sprintdistanz und in der Mixed Relay bei „Die Finals“ in Stuttgart. Der Austragungsort für die Altersklassen-DM über die Sprintdistanz wird noch bekannt gegeben.
Deutsche Meisterschaften 2027 im Überblick
DTU Jugendcup 2027 im Überblick
Foto: Oliver Gold
Finale des BTV Memmert Nachwuchscups in Deining
Nachwuchscup, VeranstaltungenBeim 8. Schüler- und Jugend-Crossduathlon in Deining lieferten sich die Nachwuchsathletinnen und -athleten spannende Rennen – immerhin ging es um die letzten Punkte im BTV Memmert Nachwuchscup der Saison. In mehreren Altersklassen ging es so eng zu, dass nur wenige Sekunden über die Podestplätze entschieden.
Bei den Jungen der Jugend A setzte sich Ben Czirnich vom TV Schweinheim 1885 durch. Mit gut einer Minute Vorsprung verwies er Leonard Hernando vom TV 1848 Erlangen Triathlon auf den zweiten Platz. Alexander Yudin vom TSV Zirndorf komplettierte das Podium, lag allerdings bereits knapp vier Minuten hinter dem Sieger.
Bei den Mädchen gewann Emilia Kreuzer vom SV Postbauer mit deutlichem Abstand. Sophie Dierl und Andrea Gradl vom gastgebenden 1. FC Deining e. V. belegten die Plätze zwei und drei. Kreuzer hatte im Ziel fast sechs Minuten Vorsprung auf Dierl, während sich die beiden Deiningerinnen mit knapp zwei Minuten Abstand zueinander einordneten.
Jugend B: Sieben Sekunden entscheiden
Das engste Rennen lieferten sich die Jungen der Jugend B. Hannes Schmaußer vom TV 1875 Burglengenfeld setzte sich in 23:59 Minuten durch, doch Laurenz Dirschl vom CIS Amberg blieb ihm bis ins Ziel dicht auf den Fersen. Gerade einmal sieben Sekunden trennten die beiden. Jonas Tröger vom TV 1848 Erlangen Triathlon sicherte sich den dritten Platz und machte das Podium komplett.
Auch bei den Mädchen ging es um die vorderen Plätze eng zu. Josephine Kujala vom La Carrera TriTeam gewann vor Inara Zeiner vom TV 1848 Erlangen. Jana Wagner vom TSV Zirndorf folgte auf Rang drei und lag lediglich 19 Sekunden hinter Zeiner. Kujala konnte sich dagegen einen Vorsprung von knapp einer Minute auf die Zweitplatzierte erarbeiten.
Bei den Jungen der Schüler A ließ Hugo Seidel vom 1. FCN Schwimmen die Konkurrenz hinter sich. Lorenz Fründt vom Tri-Team Schongau e. V. sicherte sich Rang zwei, musste sich aber gegen Jakob Friedberger vom RSC Waldkirchen behaupten: Zwischen den beiden lagen im Ziel lediglich 14 Sekunden.
Bei den Mädchen gewann Norah Adler vom TV 1875 Burglengenfeld vor Leonie Schardt vom CIS Amberg und Zoe Thoulouze vom TSV Gaimersheim. Adler setzte sich mit 28 Sekunden Vorsprung durch. Schardt hielt Thoulouze mit 55 Sekunden Abstand auf Distanz und sicherte sich damit den zweiten Platz.
Schüler B: Gaimersheimer Erfolg bei den Jungen
In der Mädchenwertung der Schüler B gewann Amalia Friedberger vom RSC Waldkirchen. Verena Griesbeck vom TV Furth im Wald-Triathlon wurde Zweite, Lotte Fankel vom SV Bayreuth erreichte den dritten Platz. Zwischen den drei Athletinnen lagen im Ziel weniger als eineinhalb Minuten.
Bei den Jungen gab es einen Doppelerfolg für den TSV Gaimersheim: Enzo Thoulouze gewann vor seinem Vereinskollegen Matteo Malavolta. Jona Dirschl vom CIS Amberg komplettierte das Podium. Die drei Erstplatzierten lagen innerhalb von 42 Sekunden – ein enges Rennen, in dem bis zum Schluss um die Platzierungen gekämpft wurde.
Während die letzten Läufe damit absolviert sind, geht es beim Kader-Test am kommenden Samstag nun noch an die Siegerehrung der Gesamtwertung des BTV Memmert Nachwuchscups.
Die Jüngsten mittendrin
Neben den Nachwuchscup-Startenden durften aber auch die jüngeren schon mitmachen: Bei den Schülern C gewannen Mira Liepold vom SC Delphin Ingolstadt und Valentin Friedberger vom RSC Waldkirchen, während sich bei den Schülern D Elisabeth Walter vom SV Seubersdorf und Ludwig Achatz vom TV Furth im Wald-Triathlon durchsetzten; besonders knapp wurde es bei den Mädchen der Schüler D, wo zwischen Walter, Marlene Neubig vom SV Postbauer und Frida Götz vom SV Bayreuth insgesamt nur sieben Sekunden lagen.
Auch für die jüngsten Teilnehmerinnen und Teilnehmer war in Deining einiges geboten. Im Bambini-Lauf gewann Theresa Kirsch vom 1. FC Deining e. V. vor ihrer Vereinskollegin Lena Kraus und Mathilda Köhler. Bei den Jungen setzte sich Tobias Hörteis vom 1. FC Deining e. V. durch. Florian Hörteis, ebenfalls für den gastgebenden Verein am Start, wurde Zweiter, Marco Doege vom SV Bayreuth belegte Rang drei.
In der Laufrad Challenge gewann Tessa Andexinger vom SSV Forchheim die Mädchenwertung vor Katharina Simon und Emma Schirmer vom 1. FC Deining e. V. Bei den Jungen siegte Marco Doege vom SV Bayreuth vor seinem Vereinskollegen Max Götz. Yahya Krauß von der LG Bamberg komplettierte das Podium.
Foto: Tom Mayer
Triple-Ultra-Weltmeisterin Lisa Helm: „Ich wusste, dass ich das schaffen werde.“
Breitensport41 Stunden, 34 Minuten und 40 Sekunden. So lange war Lisa Helm bei der Triple-Ultra-Triathlon-Weltmeisterschaft in Bad Radkersburg unterwegs. Nach 11,4 Kilometern Schwimmen, 540,6 Kilometern auf dem Rad und 126 Kilometern Laufen stand fest: Helm ist Weltmeisterin. Ein Jahr zuvor hatte sie bereits den WM-Titel über die Double-Distanz gewonnen. Von der zweifachen zur dreifachen Langdistanz – kaum jemand kann sich überhaupt vorstellen, wie das klappen mag. Denn was hinter einem Wettkampf über mehr als 40 Stunden steckt, lässt sich an Ergebnislisten sicher nicht ablesen. Deshalb haben wir mit Lisa Helm und auch mit einer ihrer Betreuerinnen gesprochen.
Hallo Lisa,
Ich denke, jeder Sportler kennt diese Momente, an denen man sich und seine Entscheidungen hinterfragt. Weshalb tue ich mir das an und was mache ich hier eigentlich … Aber das gehört auch irgendwie mit zum Sport. Natürlich ist der mentale Kampf bei einem Triple-Ultra-Triathlon ein ganz neuer, da man noch mehr Zeit hat, über alles nachzudenken. Vor allem die beiden Nächte durchzustehen, war hart. Aber ich wusste, dass mein Team am Beckenrand sowie nach jeder Rad- und Laufrunde auf mich wartet und mich unterstützt. Das hilft sehr.
Gab es einen Moment, an dem du gedacht hast: Das wird heute nichts – oder warst du bis zum Ende davon überzeugt, dass du durchkommst?
An ein Aufgeben habe ich tatsächlich nie gedacht. Ich wusste, dass ich das schaffen werde.
Wenn du heute auf die 41:34 Stunden zurückblickst: Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?
Da muss ich echt lange nachdenken. Ich hatte ein eingespieltes Supporterteam dabei. Auch logistisch hatten wir alles dabei, was man so braucht. Zusammengefasst in etwa die Ausrüstung für eine Woche Campingurlaub. Auf den Wettkampf selbst bezogen würde ich nichts anders machen. Man kann vieles planen, aber bei solchen Distanzen kann einiges passieren. Deshalb plane ich so etwas wie Pausen oder Verpflegung nicht vorher, sondern höre auf meinen Körper.
Du hast jetzt zwei Jahre hintereinander einen Weltmeistertitel über Ultra-Distanzen gewonnen. Was reizt dich an diesen extrem langen Rennen?
Ja, wenn mir vor drei Jahren jemand erzählt hätte, dass ich diese beiden Titel jetzt tragen würde, hätte ich diese Person für verrückt erklärt. Jetzt, als Ultra-Triathletin, wird man selbst öfter mal als solche bezeichnet. Aber so verrückt ist dieser Sport gar nicht. Die Athleten sind unfassbar freundlich, motivierend und die entspanntesten Menschen, die man sich vorstellen kann. Es ist eine tolle Community, in der man sich sofort willkommen fühlt. Jeder unterstützt hier jeden. Es macht einfach Spaß, ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein und sich zusammen durch eine solche Distanz zu kämpfen.
Welche Rolle spielt das Team bei einem solchen Wettkampf? Was musst du als Athletin selbst im Griff haben und was gibst du bewusst an die Betreuer ab?
Das Supporterteam ist definitiv nicht wegzudenken. Ich hatte das riesige Glück, dass mich gleich zwei meiner engsten Freundinnen und mein Partner begleitet haben. Es hilft, vor allem in den schwierigen Phasen des Rennens zu wissen, dass jemand für dich da ist. Immer mit Getränken, Snacks und motivierenden Worten. Die Einteilung, also wann wer an der Strecke steht, habe ich meinem Team überlassen. Die Vorbereitung von Verpflegung und Material habe ich selbst übernommen. Für jede Disziplin habe ich Kisten und Taschen gepackt und beschriftet, sodass alles bei Bedarf schnell von außen gefunden werden kann.
In dem Moment, in dem Lisa Helm über die Ziellinie läuft, haben bei solch einem Projekt stets mehr Menschen als „nur“ die Sportlerin gewonnen. Denn ohne ein zuverlässiges und fürsorgliches Team im Hintergrund geht es nicht. Dieses Mal war auch Alexandra Ittner mit dabei. Sie sorgte dafür, dass die Athletin stets gut versorgt und motiviert war und alles reibungslos klappte. Auch sie haben wir gefragt. Warum macht man so etwas eigentlich?
Hallo Alex,
Wie bereitet man ein Team auf einen Wettkampf vor, der mehr als 40 Stunden dauert?
Ganz wichtig war die Vorbereitung vorab. Wir konnten uns zu 100 Prozent darauf verlassen, dass Lisa wirklich an alles gedacht hatte und nicht nur für sich, sondern auch für ihr Versorgerteam alles vorbereitet hatte. Egal, ob Camper zum Übernachten, Pavillons gegen Sonne und Regen oder Verpflegung. Natürlich haben wir uns selbst auch noch mal einen Einkaufszettel geschrieben und vor Ort noch Essen und Getränke gekauft. Während eines so langen Wettkampfs muss man sich neben dem Athleten auch um sich selbst kümmern und darauf achten, ausreichend zu essen und zu trinken. Nur dann kann man auch für seine Sportlerin ein guter Supporter sein.
Woran merkt ihr als Betreuer, dass es Lisa gerade gut oder schlecht geht?
Bei Lisa ist es zum Glück relativ leicht zu erkennen, wie sie gerade drauf ist. Wenn die Gespräche immer kürzer werden, wissen wir meist schon, dass sie gerade mehr zu kämpfen hat. Solange sie noch scherzt, erzählt und mit uns kommuniziert, ist das oft ein gutes Zeichen.
Was sehen die Zuschauer bei einem Triple-Ultra-Triathlon eigentlich nicht?
Die langen Nächte, die intensive Vorbereitung im Hintergrund, die vielen kleinen organisatorischen Aufgaben und natürlich auch die Kosten, die mit so einem Event verbunden sind. Es ist schade, dass ein solches Event ein Nischendasein hat und die meisten Starter spätestens zwei Tage nach einer so großartigen Leistung wieder in ihre 40-Stunden-Jobs zurückkehren, als wäre nichts gewesen.
Was war dein Highlight?
Definitiv die besondere Community innerhalb des Events. Wenn man als Supporter ein ganzes Wochenende miteinander verbringt, lernt man sich schnell besser kennen. Egal, ob Athleten und Teams aus Polen, Kroatien, England, Deutschland oder Österreich kommen: Nach der ersten Nacht kennt man die meisten beim Namen, weiß, wer die besten Snacks dabeihat und wer die kreativsten Motivationstechniken nutzt.
Außerdem wurde ich überrascht. Als Lisa mich gefragt hat, ob ich sie supporten möchte, war ich zunächst skeptisch. Für mich klang das Ganze nach einem verrückten, überzogenen und fast schon unverantwortlichen Event. Nach diesem Wochenende musste ich meine Vorurteile jedoch komplett revidieren. Alle Athleten wussten genau, worauf sie sich einlassen, kannten ihre Grenzen und hatten ein beeindruckendes Gespür dafür, wozu ihr Körper in der Lage ist. Tatsächlich habe ich nach einem Stadtmarathon oder einer klassischen Langdistanz schon deutlich mehr erschöpfte und herumstolpernde Sportler gesehen als nach diesem Event in Bad Radkersburg.
München wird Teil der neuen T50 Cup Serie von World Triathlon
VeranstaltungenDer Triathlon-Weltverband hat beim 39. World-Triathlon-Kongress in Sanxenxo (Spanien) nicht nur die nächsten Schritte für die Zukunft des Triathlonsports vorgestellt, sondern auch den ersten Entwurf des internationalen Rennkalenders für 2027 präsentiert. Demnach wird München am 25. Juli 2027 Gastgeber eines Rennens der neuen T50 Cup Serie sein.
München gehört zu den Austragungsorten, die für die neue Rennserie vorgesehen sind, und reiht sich neben Peking, Rio de Janeiro oder Hongkong in einen Kalender mit Rennen auf mehreren Kontinenten ein.
Bereits die Ankündigung der Veranstaltung, die im Sommer 2027 Premiere im Olympiapark feiert, hatte für große Aufmerksamkeit gesorgt. Nur wenige Stunden nach dem Anmeldestart waren die Einzelstarts der Open Races des Munich Triathlon ausverkauft. Die hohe Nachfrage unterstreicht das große Interesse an einem Triathlon in der bayerischen Landeshauptstadt und bestätigt die Begeisterung für das neue Event im Olympiapark.
„Dass München bereits vor der ersten Austragung in den internationalen Rennkalender von World Triathlon aufgenommen wurde, ist ein starkes Signal. Die Resonanz auf die Premiere des Munich Triathlon hat eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial die Veranstaltung besitzt. Wir freuen uns, dass München künftig Teil der neuen T50 Cup Serie sein wird und Deutschland mit Hamburg, München und dem Para Cup am Tegernsee 2027 gleich an mehreren bedeutenden Standorten im internationalen Rennkalender vertreten ist“, sagt DTU Generalsekretär Oliver Schiek.
Während München am 25. Juli 2027 Gastgeber eines T50 Cup Rennens sein wird, werden vom 8. bis 12. September 2027 in Hamburg die World Triathlon Championship Finals ausgetragen. Erstmals finden die WM-Finals auf deutschem Boden statt und bilden zugleich den Höhepunkt der ebenfalls neu geschaffenen T50 Championship Series.
Mit dem vorgesehenen Para Cup am Tegernsee (10./11. Juli) sind im bislang veröffentlichten Entwurf des internationalen World-Triathlon-Kalenders für 2027 aktuell drei deutsche Austragungsorte vertreten.
Text/Foto: DTU/ Petko Beier
TriTeamDay in Ingolstadt: Gemeinsam trainieren, tüfteln und als Team erleben
TriDaysEin Feiertag ohne Schule und stattdessen ein Tag voller Triathlon? Genau darum geht es beim TRI-Team-Day am Mittwoch, 18. November, in Ingolstadt. Zum Buß- und Bettag sind Schülerinnen und Schüler aus den bayerischen Triathlonvereinen eingeladen, gemeinsam einen sportlichen Tag zu verbringen, spannende Aufgaben zu lösen und dabei einmal über den eigenen Vereinsrand hinauszuschauen.
TriTeam Herausforderung
Im Mittelpunkt steht dabei nicht der nächste Wettkampf, sondern das gemeinsame Erlebnis. In gemischten Teams geht es an diesem Tag um verschiedene Aufgaben im Wasser und an Land. Gefragt sind dabei nicht nur Schwimm- und Laufgeschwindigkeit, sondern auch Geschick, Zusammenarbeit und ein bisschen Tüftelei. Wer mit wem im Team landet, wird erst vor Ort entschieden: Aus den angemeldeten Kindern und Jugendlichen werden altersgerecht gemischte Dreier- oder Viererteams zusammengestellt.
Mitmachen können Kinder und Jugendliche der Jahrgänge 2010 bis 2016. Je nach Alter wird in drei Gruppen gestartet: Die Jahrgänge 2015/16 bilden Gruppe A, die Jahrgänge 2013/14 Gruppe B und die Jahrgänge 2010 bis 2012 Gruppe C.
Neben den sportlichen Aufgaben bietet der TriTeamDay auch Gelegenheit, andere junge Triathletinnen und Triathleten kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen. Gleichzeitig soll der Tag Impulse für die weitere Arbeit in den Vereinen und Bezirken geben. Denn Triathlon lebt nicht nur vom Training im eigenen Verein, sondern auch davon, dass Kinder und Jugendliche gemeinsame Erlebnisse sammeln und sich untereinander vernetzen.
Die wichtigsten Infos
Los geht es um 8:30 Uhr auf der Bezirkssportanlage und im Hallenbad Ingolstadt Südwest. Das Ende ist gegen 16:45 Uhr geplant. Die Teilnahme ist kostenlos, ein Mittagessen ist für alle Sportlerinnen und Sportler sowie Trainerinnen und Trainer und Betreuende ebenfalls inklusive. Wer möchte, kann vor Ort freiwillig etwas für die Veranstaltung spenden.
Für die Teilnahme sollten die Kinder und Jugendlichen mindestens zwei Schwimmlagen beherrschen, 50 Meter Kraul problemlos schwimmen und 200 Meter ohne Pause in verschiedenen Schwimmlagen bewältigen können. Außerdem gehören Tauchen über etwa 1,80 Meter Tiefe und sechs bis acht Meter Weite sowie ein Sprung ins Wasser zu den Voraussetzungen. Bei den jüngeren Jahrgängen erfolgt der Sprung vom Beckenrand, ab Jahrgang 2014 vom Startblock.
Schwimmbrille, Badekappe, zwei Badehosen beziehungsweise Badeanzüge und zwei Handtücher gehören ebenso ins Gepäck wie Hallenschuhe und Sportbekleidung für das Hallentraining. Auch Fahrradhelm und Startnummernband werden benötigt. Für den Tag sollten außerdem eine Trinkflasche – bitte kein Glas – und kleine Snacks eingepackt werden.
Die Plätze sind auf 120 Sportlerinnen und Sportler begrenzt. Anmeldungen sind bis Mittwoch, 11. November 2026, über Spoferan möglich.
Die Ausschreibung als PDF.
Weltmeisterschaft der Juniorinnen und Junioren in Pontevedra: Carlotta Bülck auf Rang sechs
LeistungssportEin dritter Platz nach dem Schwimmen, eine gute Ausgangsposition auf dem Rad und am Ende Rang sechs: Für Carlotta Bülck war die Juniorinnen-Weltmeisterschaft im spanischen Pontevedra ein Rennen mit mehreren Wendungen. Die 17-Jährige zeigte über die Sprintdistanz, dass auch das Training im Wasser fruchtet und sie zu den stärkeren Juniorinnen gehört. Für den Kampf um die Medaillen reichte es am Ende trotzdem nicht.
Dabei begann das Rennen genau nach Bülcks Plan. Nach der Auftaktdisziplin hatte sie als Dritte trockenen Boden unter den Füßen und fand sich damit direkt in der Spitzengruppe wieder. Doch auf dem Rad entwickelte sich das Rennen anders als erhofft. Hinter der enteilten Ungarin Fanny Szalai bildete sich zwar eine Verfolgergruppe, wirklich Fahrt nahm diese jedoch nicht auf. Bülck konnte ihren Vorsprung aus dem Wasser deshalb nicht in einen entscheidenden Vorteil für die zweite Hälfte des Rennens umwandeln. Statt die Lücke nach vorne zu schließen, ging es für die Verfolgerinnen geschlossen Richtung Wechselzone. Bülck konnte gemeinsam mit ihren Konkurrentinnen die Verfolgung der Führenden nicht entscheidend forcieren und die Lücke bis zum zweiten Wechsel nicht mehr schließen.
An der Spitze war zu diesem Zeitpunkt bereits klar, wer sich den Titel holen würde. Szalai lief das Rennen souverän zu Ende und gewann nach 59:21 Minuten. Dahinter sicherten sich die Schweizerinnen Anouk Danna in 59:58 Minuten und Kimey Casanova in 1:00:39 Stunden die weiteren Medaillen. Bülck lief nach 1:01:06 Stunden als Sechste über die Ziellinie. Acht Sekunden später machte Ava Martha Brambier als Siebte ein gutes deutsches Ergebnis komplett. Die dritte deutsche Starterin Jara Banka hatte dagegen Pech: Ein Sturz auf der Radstrecke warf sie weit zurück. Sie kämpfte sich dennoch ins Ziel und wurde 25.
„Ich bin sehr zufrieden mit meiner Platzierung“, zieht Carlotta Bülck Bilanz. „Vor allem, dass ich meine aktuelle Schwimmform beweisen konnte, hat mich sehr gefreut. Doch dass ich als Dritte aus dem Wasser gestiegen bin, hat mir dann im Endeffekt nichts gebracht, da die Radgruppe nicht funktioniert hat“, blickt Bülck auf die entscheidende Phase zurück. „Dementsprechend war es dann eine Laufentscheidung. Da ärgert man sich natürlich im ersten Moment darüber, wenn man weiß, welche Platzierung drin gewesen wäre, wenn die Radgruppe mitgearbeitet hätte.“
Foto: © World Triathlon