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Strömender Regen, nasse Straßen, ein Kampf gegen die Elemente. Das war der diesjährige Triathlon in Harburg. Die Nachwuchssportler aus ganz Bayern ließen sich davon aber nicht abhalten und holten noch einmal alles raus, um im Finale des BTV Memmert Nachwuchscups Punkte zu holen.

Bereits am Samstag hatten viele fleißige Helfer zusammen mit dem Orgateam des TSV Harburg eine Triathlon Arena auf der Wiese an der Brünseer Straße aufgebaut. Die Vorbereitungen liefen reibungslos, und viele Athleten reisten bereits mit Eltern und Betreuern an, um sich auf den Wettkampf einzustimmen und die Strecken zu besichtigen. Die Vorfreude auf das letzte Rennen der Saison war deutlich spürbar, auch, wenn  aufgrund der Wetterprognosen mit Starkregen und Gewittern der Wettkampf in einen Duathlon umgewandelt wurde.

Am Sonntagmorgen um 7:30 Uhr füllte sich das Wettkampfgelände allmählich mit Leben. Startunterlagen abholen, Abrolllängenkontrolle der Räder und Check-In im Wechselgarten. Für einige Nachwuchstriathleten war es der erste Wettkampf. Die Aufregung war groß. Um 10:00 Uhr war es dann soweit: im zentralen Bereich fand die Wettkampfbesprechung statt. Die Begrüßungsworte von Bürgermeister Christoph Schmidt, Sportreferent Bernd Spielberger und dem Vorsitzenden des TSV Harburg, Jürgen Deg, setzten ein positives Zeichen für den Tag. Helmut König, Vorsitzender der Triathlon Abteilung und Jochen Rühl, Hauptorganisator des Harburger Triathlon erklärten nochmals wichtige Dinge im Ablauf.

Rekord Teilnehmerzahlen sorgen für Freude

Besonders erfreulich war die Tatsache, dass die Teilnehmerzahl erneut Rekordwerte erreichte: 165 Einzelstarter und 35 Staffeln waren gemeldet – so viele wie noch nie zuvor. Die Veranstaltung war vollständig ausgebucht, was die große Begeisterung für den Nachwuchssport in Bayern unterstreicht.  Der Wanderpokal für die meisten Beteiligten ging erneut an die TSG Roth, während der TSV Harburg traditionell die meisten Teilnehmer stellt – allerdings außer Konkurrenz.

Rennradfahrer auf nasser StraßeUm 10.15 Uhr warteten die Junioren und Juniorinnen sowie die Athleten und Athletinnen der Jugend A auf ihren Start. Plötzlich regnete es in Strömen. Nach einem kurzen, schnellen Lauf ging es auf die Räder. Trotz des Regen und der nassen Fahrbahn wurde ein sehr hohes Tempo gefahren. Bei den Junioren siegte David Wölfel vom TV 1848 Coburg in 21:24,26 Minuten vor Tim Dudziak vom TSV Zirndorf, seine Teamkollegin Josefine Mendler erreichte Platz 1 der Juniorinnen in 36:48,27 gefolgt von Magdalena Meier vom TSV 1860 Rosenheim. In der Altersklasse Jugend A siegte Nina Mayer vom TSV Harburg vor heimischem Publikum in 35:58,89 Minuten sowie Tom Kaebel vom TV 1848 Coburg (30:57,43). Auf Platz 2 folgten Josefine Doseth (SV Würzburg 05) sowie Corbinian Meier (TSV 1860 Rosenheim). Platz 3 belegten Julia Weiland und Luca Schreitmüller gefolgt von Elisabeth Haupt auf Platz 4 (alle 3 TSV Harburg).

Bedingungen besserten sich im Tagesverlauf

Im 2. Rennen startete die Jugend B (Jahrgänge 2010/2011). Mittlerweile hatte der Regen aufgehört und die Straße war etwas getrocknet. Beim letzten Lauf setzte sich Alexander Tresselt vom Tri-Team Schongau an die Spitze der 29 Athleten und siegte in 19:16,03 Minuten. Ihm folgte Lando Spielberger (Sektion Hersbruck des DAV e. V.). Joel Westphal vom TSV Harburg musste verletzungsbedingt abreisen lassen, komplettierte das Podium aber mit Platz 3 in 20:13,03 Minuten. Bei der weiblichen Jugend B siegte Frederike Bülck vom TV 1848 Erlangen in 22:10,69 Minuten gefolgt von Nora Bots (TSV Brannenburg e.V.) und Alicia Krogmeier (TSG 08 Roth). Melek Erdogan vom TSV Harburg erreichte Platz 9.

 

Stark besetzt war auch das Feld der Schüler A (Jahrgänge 2012 /2013). Es siegten Ole Steinbuß (TV 1848 Erlangen) und Jana Maas (TSV Geimersheim). Silber ging an Aaron Weigel (La Carrera TriTeam) und Lia Sophie Fuchs (TV Fürth 1860). Über Bronze freuten sich Lukas Mundt (LV Deggendorf) und Zoè Thoulouze (TSV Gaimersheim). Weitere Starter des TSV Harburg: Levin Gentner Platz 9, Quinn Ellrich Platz 10, Laura Reinsch und Julian Bock Platz 11 sowie Daniel Weiland Platz 12.

Zügig erfolgte der Start für die Schüler B (Jahrgang 2014 / 2015). Platz 1 erreichten Lasse Müller (TSV Katzwang 05) in 12:54,35 Minuten und Fabiana Grünelt (SV Bayreuth) in 14:40,50 Minuten. Auf Platz 2 dominierte der TSV Eintracht Karlsfeld mit Oskar Stubbe und Elisabeth Ramian. Das Podium komplettierten Leonard Thomann (Team Stegaurach) und Lena Sitta (TSV Oettingen). Weitere Starter des TSV Harburg: Georg Blaar Platz 8, Maxime Westphal Platz 12 und Maximilian Kristen Platz 13.

Den letzten Einzelstart des Tages hatten die jüngsten Teilnehmer der Altersklasse Schüler C (Jahrgang 2016/2017). Hier gab es ebenfalls eifrige Schlusssprints. Gewonnen haben Lorenz Thomann (Team Stegaurach) und Clara Gerdes (Post SV Nürnberg). Platz 2 erreichten Leo Gentner (TSV Harburg) und Constanze Doseth (SV Würzburg 05) gefolgt von Ole Müller (TSV Katzwang 05) und Hannah Richter (TSV Harburg). Weitere Starterinnen des TSV Harburg: Bernadette Blaar Platz 6, Jule Gentner Platz 8, Meyra Erdogan Platz 9, Pia Wiedemann Platz 10, Karlotta Treimer Platz 12 und Philippa Nordmo Platz 15.

Sportler auf Podium

Mixed Relay: Racen wie die Profis

Zügig folgte das Highlight des Tages: Die Mixed Relay. Eine Staffel, bestehend aus einem Jungen und einem Mädchen. Zeitgleich starteten 35 Mädchen, absolvierten einen Miniduathlon und übergaben an ihren Staffelpartner. Der absolvierte ebenfalls einen Miniduathlon und dann das ganze noch einmal von vorne. Schnell zeigte sich, das Orange, die Farbe des TSV Harburg, das Feld anführt. Julia Weiland und Nina Mayer übergaben nach ihrem zweiten Rennen fast zeitgleich an Leo Österlein und Joel Westphal auf Platz 1 und 2.  Die Jungs an der Spitze machten ordentlich Druck und lieferten ein Foto-Finish. Die Athleten und Athletinnen zeigten die Ergebnisse der tollen Vereinsarbeit und die hohe Qualität des Trainings. Voller Stolz ehrten Helmut König und Jochen Rühl ihre Schützlinge: Platz 1 Julia Weiland und Leo Österlein, Platz 2 Nina Mayer und Joel Westphal und Platz 3 Elisabeth Haupt und Simon Naschwitz. Bei den jüngeren Jahrgängen siegte das Tri-Team Nürnberger Land mit Frederike Bülck und Lando Spielberger, gefolgt vom Tri-Team Schongau mit Alicia und Alexander Tresselt. Platz drei erreichte das Team Powermix TC 1848 Coburg + TV Fürth 1860 mit Lia Sophie Fuchs und Max Schedel. Team TSV Harburg 1.6 Mit Laura Rieger und Quinn Ellrich erreichte Platz 10, Team TSV Harburg 1.4 mit Melek Erdogan und Levin Gentner erreichte Platz 11.

Alle Ergebnisse sind online verfügbar unter: https://my.raceresult.com/331552/results

Fotos: Andreas Weigel

Wer sich schon einmal mit dem BTV Memmert Nachwuchscup beschäftigt hat, dem ist dieser Verein auf jeden Fall ein Begriff: der TSV Harburg. Der Name findet sich in den Ergebnislisten nicht nur in Spitzenpositionen, sondern vor allem zahlreich. Und, nicht zu vergessen, ein Rennen der Serie macht Halt im Schwäbischen Harburg. Das zeigt: Dort arbeitet man mit viel Aufwand und viel Einsatz für den Nachwuchssport. Deshalb ist der Verein schon lange ein TriPoint. Wir haben uns mit den Verantwortlichen unterhalten.

Was sind TriPoints?

Die TriPoints im Bayerischen Triathlon-Verband e.V. bilden ein starkes Netzwerk zwischen bayerischen Triathlon-Vereinen und -Abteilungen und dem Nachwuchs- und Nachwuchsleistungssport im Verband. So soll gemeinsam ein außergewöhnliches, ganzheitliches und nachhaltiges Fördersystem im Nachwuchssport geschaffen werden. Unter Leitung des BTV Leistungssports und in enger Zusammenarbeit mit der BTV-Jugend besucht die Projektleiterin Hanna Krauß Vereine in ganz Bayern. 

Was passiert, wenn ein Vereint zum TriPoint ausgezeichnet wird? – Gemeinsam mit Vereinstrainern und -trainerinnen werden bestehende Strukturen analysiert und wo nötig passende und umsetzbare neue oder angepasste Konzepte besprochen. Ein zweiter wichtiger Baustein des Projekts sind Aktionen der Vereinstrainern und -trainerinnen, der Nachwuchsathletinnen und -athleten und des Leistungssport-Teams des BTVs, die dem Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer dienen. Derzeit profitieren 22 Vereine von dem Programm.

Hallo! Wie viele Kinder und Jugendliche trainieren derzeit in eueren Nachwuchsgruppen?

Aktuelle trainieren 31 Kinder bei den TriaKids, dazu kommt das Schwabenrudel.

 Welches Angebot habt ihr für Kinder und Jugendliche?

Das Training der TriaKids unterscheidet sich je nach Jahreszeit. Im Sommer finden am Dienstag Lauf- und Radtraining bis zu 90 Minuten und am Samstag Schwimmtraining für Anfänger bis Fortgeschrittene in verschiedenen Gruppen bis zu 60 Minuten statt.

Im Winter gibt es montags 90 Minuten Schwimmtraining für Fortgeschrittene, dienstags eine Stunde Hallentraining mit Laufspielen, Gymnastik und Zirkeltraining und samstags Schwimmtraining für Anfänger bis Fortgeschrittene in verschiedenen Gruppen.

Was macht euer Angebot so besonders?

Der TSV Harburg ist der einzige Triathlon Verein mit einer eigenen Kinder- und Jugendabteilung. Das Angebot ist niederschwellig und jeder kann mitmachen. 

Gibt es weitere Angebote aus eurem Verein (Wettkampf, Freizeit, Schul-Aktionen?)

Unsere TriaKids nehmen im Sommer an zahlreichen Läufen und Triathlons in der Region teil. Im Winter steht die Teilnahme an der Jedermann-Laufserie Donau-Ries im Vordergrund. Hinzu kommt unser jährliches Weihnachtsschwimmen.

Im Sommer findet der Besuch eines Kletterparks statt und im Dezember freuen sich die TriaKids über den Besuch des Nikolauses.

Gruppenbild der Nachwuchssportler TSV Harburg
Gruppenbild der Nachwuchssportler TSV Harburg

Was sind eure Ziele für das Nachwuchs-Training?

Unser Ziel ist es, den Kindern den Spaß am Ausdauersport zu vermitteln und sie dabei zu fördern. Langfristig geht es um die Integration in den Jugend- und Erwachsenensport, mit Starts für die Ligateams.

Warum macht euch als Trainer die Arbeit besonders viel Spaß?

Über die Jahre hat sich eine schöne Gemeinschaft der Kinder gebildet. Neuzugänge werden gerne aufgenommen und schnell integriert. Auch die Eltern der Kinder sind sehr engagiert und ziehen bei den Trainingsterminen an verschiedenen Orten und bei Wettkämpfen gerne mit.

Eine lustige Story aus dem Training oder dem Vereinsalltag…

Ausdauersport macht gelegentlich vergesslich. Daher müssen vergessene Dinge, zur Freude aller Kinder, gegen Süßes ausgetauscht werden. 

Link zur Website des TSV Harburg.

Fotos: TSV Harburg

Der TSV Harburg gehört zu den aktivsten Vereinen im Landesverband – besonders in der Nachwuchsarbeit. TriPoint und eigenes Nachwuchsrennen, sowie eine gute Trainingsgruppe sorgen für zahlreichen Nachwuchs. Da ist es fast schon konsequent, das irgendwann eine Liga-Mannschaft aufgestellt wird. Für die Schwaben war es in diesem Jahr so weit: Premiere in der Landesliga Süd. Wie es war, haben wir den sportlichen Leiter Jochen Rühl gefragt.

Hallo Jochen,
na, habt ihr eueren Saison-Erfolg schon gefeiert?

Na klar haben wir das gefeiert! Allerdings war es für mich, als Sportlichen Leiter schon etwas kurios: Letztlich hat sich die Mannschaft für Pommes Frites mit alkoholfreiem Bier nach dem letzten Schwimmtraining im Freibad entschieden. Lustig war es trotzdem (lacht)!

Bevor wir verraten, wie ihr abgeschnitten habt, erst zurück zum Start. Wie kam es, dass ihr eine Liga-Mannschaft zusammengestellt habt? Was waren die Herausforderungen im Vorfeld?

Wir betreiben schon seit einigen Jahren eine sehr erfolgreiche Nachwuchsarbeit. Meine Intention war es, dass die jungen Athleten direkt den Anschluss in den Erwachsenenbereich finden.
Die Distanzen und Formate in den Ligarennen sind meist auch schon für Jugend A-Athleten geeignet, bzw. kennen sie sie vom BTV Nachwuchscup. Liebend gerne würden wir auch unsere Athleten, die am Olympiastützpunkt Nürnberg – das sind mittlerweile vier – trainieren, in die Mannschaft(en) integrieren. Aber meist „spechten“ schon Vereine aus der ersten oder zweiten Bundesliga auf diese Talente!
Trotzdem haben wir mit einer homogenen Mannschaft, auch für uns überraschend, den zweiten Platz in der Landesliga belegt, der uns zum Aufstieg in die Bayernliga gereicht hat.

Gab es auch in der Saison Hürden zu meistern und was würdet ihr anderen Vereinen raten, die mit dem Gedanken spielen, in die Liga einzusteigen?

Ein Thema in einer Mannschaft ist, dass jeder Athlet auch individuelle Ziele hat und dann eventuell der Mannschaft nicht zur Verfügung steht. Gleiches gilt für Verletzungen oder Krankheit.
Meiner Meinung nach ist es wichtig, einen Kader mit mindestens acht bis zehn Athleten zu haben.

Jetzt zu den schönen Dingen: Was hat euch besonders viel Spaß gemacht?

Ganz klar und das haben mir alle Athleten bestätigt: Gemeinsam ein Ziel zu erreichen! Ligarennen haben einen komplett anderen Charakter, gerade bei den Mannschafts-Formaten bringt es nichts, wenn ein Athlet gut performt, es zählt das Kollektiv. Für uns meist individualistisch veranlagte Triathleten eine neue (schöne) Erfahrung!

Ob es im nächsten Jahr weiter geht, diese Frage stellt sich nicht. Denn ihr habt auf Anhieb den Aufstieg in die Bayernliga geschafft. Was ist das Geheimnis eures Erfolgs und was sind die Ziele für 2024?

Wir als Verein bieten unseren Athleten drei Schwimmtrainings pro Woche – gerade bei den Ligarennen ist es wichtig, sich schon in der Auftakt-Disziplin gut zu positionieren.
Auch sind in diesen Trainings alle Altersklassen mit dabei. Unsere schnellen, jungen Athleten aus dem BTV Nachwuchscup profitieren von der Erfahrung unserer arrivierten Athleten und andersherum!
Als Ziel, nach der erfolgreichen „Männersaison“, wollten wir auch unbedingt ein Frauenteam zusammenstellen – das ist uns zusammen mit dem TSV Oettingen gelungen. Die SG Triathlon Team Donau Ries ist bereits für die Saison 2024 gemeldet und ich bin guter Dinge, dass auch diese Mannschaft sehr erfolgreich sein wird! Am meisten freuen sich die Athletinnen und Athleten, dass wir zusammen bei den Bayernliga-Rennen antreten und uns auch gegenseitig anfeuern können.

Was war das lustigste oder kurioseste Team Erlebnis in diesem Jahr?

Eine Woche vor dem ersten Mannschafts-Wettkampf in Oberschleißheim, habe ich ein Team Schwimm-Rad-Training angesetzt. Ich habe während eines Trainings noch nie so viel Chaos erlebt – da hat so gut wie nichts geklappt. Ich dachte mir, das kann nichts werden! Trotzdem haben unsere Athleten gleich bei diesem Wettkampf den ersten Platz belegt!
Na ja und die Geschichte mit dem alkoholfreien Bier bei unserer Siegesfeier hab ich schon erzählt. Ok, erfolgreiche Triathleten trinken während der Saison keinen Alkohol – kann ich verstehen. Aber dass sich dann ein Athlet aus unserer Mannschaft (keine Namen!) unmittelbar vor dem wichtigsten Saisonrennen, als regenerative Maßnahme, jeden Abend eine Goaß’n-Maß (Dunkles Bier, Cola, Kirsch) genehmigt, das hatte ich in meiner langen Zeit im Triathlon auch noch nicht gehört (lacht).

Danke für das Interview und viel Erfolg für Eure neuen Ziele.

Alles rund um Triathlon und „erste Male“ gibt es in der Übersicht unseres Adventskalenders.

Link zur Adventskalender-Übersicht.

Fotos: Jochen Rühl