Para Triathlon ist eine der jüngsten Sportarten für Menschen mit Behinderung. In insgesamt sechs Klassen, je nach Art ihrer Behinderung, geht es auch für Parasportlerinnen und Parasportler darum, Schwimmen, Radfahren und Laufen bestmöglich zu kombinieren. In diversen Wettkampfformaten wird den Besonderheiten Rechnung getragen.

Blick in ein Freibad mit Kindern

Der inklusive Schüler-Triathlon in Kelheim hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einer echten Erfolgsgveranstaltung entwickelt. Bei der zweiten Auflage verwandelten rund 240 Kinder und Jugendliche das Gelände rund um das Stadion am Rennweg und das Keldorado in eine große Triathlonarena. Damit konnte die Teilnehmerzahl gegenüber der Premiere im vergangenen Jahr deutlich gesteigert werden.

Organisiert wurde die Veranstaltung von den Schülerinnen und Schülern des P-Seminars der 11. Jahrgangsstufe des Donau-Gymnasiums Kelheim. Mit viel Engagement und Liebe zum Detail sorgten sie dafür, dass vom Check-in über die Wettkämpfe bis hin zur Siegerehrung alles reibungslos funktionierte. Unterstützt wurden sie dabei von zahlreichen Helferinnen und Helfern sowie vielen Partnern aus der Region.

Der inklusive Gedanke war dabei an jeder Stelle spürbar. Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung gingen gemeinsam an den Start und zeigten eindrucksvoll, wie selbstverständlich Sport Menschen verbindet. Ergänzt wurde der Wettkampf durch zahlreiche Mitmachangebote, bei denen die Teilnehmenden unter anderem Blindenbaseball ausprobieren oder einen Rollstuhlparcours absolvieren konnten. So wurde Inklusion nicht nur thematisiert, sondern aktiv erlebt. Für einen besonderen Auftakt sorgte Simon Henseleit. Der U23-Triathlon-Weltmeister von 2022, der inzwischen beim BTV als Trainer arbeitet, brachte die jungen Athletinnen und Athleten beim gemeinsamen Warm-up auf Betriebstemperatur.

Dabei was schon am frühen Vormittag die Vorfreude überall spürbar. Im Schwimmbecken wurden die letzten Bahnen gezogen, auf der Radstrecke herrschte reges Treiben und entlang der Laufstrecke feuerten Betreuerinnen, Betreuer und Zuschauer den Nachwuchs lautstark an. Ob als Einzelstarterin oder Einzelstarter oder gemeinsam im Team – im Mittelpunkt standen nicht Bestzeiten, sondern die Freude an der Bewegung, der Teamgeist und das gemeinsame Erlebnis. Natürlich wurden bei der abschließenden Siegerehrung auch die schnellsten Einzelstarterinnen und Einzelstarter sowie die erfolgreichsten Teams ausgezeichnet. Medaillen gab es für die Siegerinnen und Sieger der verschiedenen Alters- und Wertungsklassen. Den passenden Rahmen gestaltete die Tanzgruppe des Cabrini-Zentrums Offenstetten mit einer mitreißenden Aufführung.

Nach dem großen Zuspruch dürfte deshalb schon jetzt klar sein: Die dritte Auflage des inklusiven Schüler-Triathlons in Kelheim ist schon gesetzt.

Mit Rückenwind von den Europameisterschaften und ihrem ersten Start in der diesjährigen Serie überzeugte das deutsche Para Duo Anja Renner und Valentin Hanzer beim Stopp der World Triathlon Para Series (WTPS) im kanadischen Montreal.

Anja Renner (PTVI) sicherte sich beim dritten Rennen der Para Serie gemeinsam mit Guide Maria Paulig die Silbermedaille. In einer Zeit von 1:05:51 Stunden zeigte das Duo ein starkes Rennen: Nach Platz vier im Schwimmen arbeiteten sich Renner und Paulig insbesondere auf dem Rad entscheidend nach vorne und wurden wie im Vorjahr Zweite. Den Sieg in der Klasse PTVI sicherte sich Susana Rodriguez (Spanien) in 1:03:48 Stunden. Platz drei ging an die US-Amerikanerin McClain Hermes (1:06:07).

Valentin Hanzer (PTS3) überzeugte bei seinem ersten Auftritt in Montreal ebenfalls: Souverän wurde der Perspektivkader-Athlet in seiner Klasse Dritter (1:08:07). In der PTS3-Konkurrenz stand Hanzer gemeinsam mit dem Franzosen Cedric Denuziere (1:06:42), der das Rennen gewann, sowie dem Griechen Stylianos Malakopoulos (1:07:34) auf dem Podium.

Foto: Julia Fankel

Bei den Para-Triathlon-Europameisterschaften im spanischen Tarragona hat sich der bayerische Para-Triathlet Valentin Hanzer mit einer starken Vorstellung die Bronzemedaille gesichert. In einem Rennen, das bis zur Ziellinie von engen Abständen und spannenden Positionskämpfen geprägt war, bewies der Deutsche, der erst seit kurzem im internationalen Triathlon unterwegs ist, Klasse. Für eine weitere deutsche Bronzemedaille sorgte Anja Renner gemeinsam mit ihrer Guide Maria Paulig in der Klasse PTVI.

Bei hochsommerlichen Bedingungen präsentierte sich Hanzer über die gesamte Renndistanz auf Augenhöhe mit der europäischen Spitze. Nach 750 Metern Schwimmen, 20 Kilometern Radfahren und fünf Kilometern Laufen stoppte die Uhr für den Bayern nach 1:06:52 Stunden. Damit sicherte er sich hinter dem Briten Henry Urand (1:05:55 Stunden) und dem Spanier Daniel Molina (1:06:09 Stunden) den dritten Platz. Besonders bemerkenswert: Das Rennen blieb von Beginn an offen und umkämpft, sodass jede Disziplin über die Medaillenvergabe entschied. Umso größer war die Zufriedenheit bei Hanzer im Ziel: „Das war das erste Rennen, das richtig Bock gemacht hat, weil alle sehr eng beisammen waren.“

Renner trotz Verletzung auf Podest

Die Paralympics-Dritte von Paris 2024 trotzte den schwierigen Bedingungen in Tarragona und erreichte nach 1:08:23 Stunden den dritten Rang. Besonders bemerkenswert: Renner war angeschlagen in die Europameisterschaft gereist, nachdem sie sich kurz vor der Abreise einen Kapselabriss am Zeh zugezogen hatte. „Wir haben ein gutes Resultat erzielt. Wir können stolz auf uns sein“, sagte Renner der DTU nach dem Rennen. „Es war wirklich sehr heiß, aber Maria hat einen guten Job gemacht, ich musste mich nur an sie halten. Beim Laufen habe ich allerdings gut gelitten.“

Im Nachgang des Rennens haben wir uns mit Newcomer Valentin Hanzer unterhalten.

Valentin Hanzer

Hallo Valentin,
Du hast gesagt, dass es das erste Rennen war, das „richtig Bock gemacht hat“. Was hat dieses Rennen für dich so besonders gemacht?

Die Leistungsdichte war extrem hoch, fast alle Athleten aus meiner Startklasse waren auch im Oktober bei der WM dabei. Diesmal konnte ich beim Radfahren länger an der Spitzengruppe dranbleiben und somit auf einer guten Position in den Lauf starten. Es hat besonders Spaß gemacht, die Gegner sowohl auf der Rad als auch auf der Laufstrecke sehen zu können. Das hat mich unheimlich motiviert und am Ende dazu geführt, dass ich mich beim Laufen auf den letzten drei Kilometern von Platz 5 auf Platz 3 vorarbeiten konnte.

Wenn du auf deine Entwicklung der vergangenen Monate blickst: Was hat dich auf dieses Niveau gebracht?

Auf jeden Fall die mentale Arbeit und die Stärkung des Mindsets. Ich habe in keiner der Disziplinen riesige Sprünge gemacht, aber meine beste Leistung in dieser Weise im Wettkampf abrufen zu können, hat am Ende zu diesem Ergebnis geführt.

Was planst du für deinen weiteren Saisonverlauf?

Jetzt heißt es Kopf nach vorne und voller Fokus. Die Saison ist noch lang und die nächsten Wochen werden nicht einfach: Am 27.06. steht das World Triathlon Para Series Rennen in Montreal, Kanada, an und zwei Wochen danach schon das World Triathlon Para Series Rennen in Hamburg. Ich hoffe, dass ich hier weiterhin Punkte sammeln kann, um mir somit den Traum der WM-Quali auch dieses Jahr erfüllen zu können.

Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg!

Am Montagmittag rollte ein auffällig sportlichesRad in  das Haus der Kunden der Sparkasse Nürnberg am Lorenzer Platz. Zwei Athleten des Bayerischen Triathlon-Verbandes begleiteten diese etwas andere Tour: Para-Triathlet Julian Winter und Para-Triathletin Michelle Wagner präsentierten in der Hauptstelle des Kreditinstituts ein Renn-Tandem, das künftig für Training und Wettkampf im Para-Triathlon eingesetzt wird.

Beide starten in der Klasse PTVI für blinde und sehbehinderte Sportler und sind dabei auf ihre Guides angewiesen. Im Wettkampf sitzen sie gemeinsam mit ihren Begleitpersonen auf dem Tandem — ein Sportgerät, das im Para-Triathlon unverzichtbar, gleichzeitig aber kostenintensiv ist. Möglich gemacht wurde die Anschaffung des speziellen Rades durch die Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg, die den Kauf mit 10.000 Euro unterstützt hat. Dr. Michael Kläver, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Nürnbergließ sich von den Para-Athleten und Thomas Burger, Vizepräsident Leistungssport des Bayerischen Triathlon-Verbandes die Besonderheiten des Sportgefährts erklären Zum Beispiel hat das Tandem verstärkte Bremsscheiben, um das Gewicht von zwei Fahrern abbremsen zu können.

Für den BTV ist das Rad weit mehr als nur neues Material. Denn gerade im Para-Sport entscheiden geeignete Trainingsmöglichkeiten oft darüber, ob sportliche Entwicklung überhaupt möglich wird. Tandems in wettkampftauglicher Ausstattung sind teuer, zugleich aber unverzichtbar für sehbehinderte und blinde Athleten.

Wie wichtig leistungsfähiges Material ist, zeigte sich erst tags zuvor bei den D-A-CH-Meisterschaften und den Bayerischen Meisterschaften im Para Sprint beim MainCityTriathlon Schweinfurt. Bereits zum dritten Mal war Bayern Gastgeber der internationalen Meisterschaften. Aus bayerischer Sicht verlief das Wochenende äußerst erfolgreich. In der Klasse PTVI erzielte Julian Winter vom Post SV Nürnberg gemeinsam mit Guide Tim die schnellste Zeit des Tages und gewann seine Klasse souverän. Michelle Wagner, begleitet von Guide Delia Bleass, holte ebenfalls Gold.

Konkurrenzfähig dank idealem Setup

Julian Winter und Michelle Wagner freuen sich über das neue Tandem

Entsprechend groß war die Freude über das neue Tandem in Nürnberg. Julian Winter zeigte sich besonders begeistert von den technischen Details: „Das neue Tandem ist super. Besonders gefällt mir die maßangefertigte Geometrie und das große Kettenblatt“, erklärte er bei der Übergabe. Das verlängerte Oberrohr ermögliche dem Piloten eine aerodynamischere Position, das Kettenblatt sei auf die hohen Geschwindigkeiten im Tandemsport ausgelegt. „Dadurch werden die Einstiegshürden in den Parasport erheblich reduziert und wir können uns auch international mit konkurrenzfähigem Material mit anderen Tandemteams messen.“

Auch für Michelle Wagner bedeutet die Unterstützung deutlich mehr als nur bessere Trainingsbedingungen. „Der Sport ist ein wichtiger Bestandteil in meinem Alltag“, sagte sie. „Hier habe ich den perfekten Ausgleich zu meiner Arbeit im Büro.“ Gleichzeitig werde so ein Raum geschaffen, in dem nicht die Einschränkung im Mittelpunkt stehe, sondern die eigene Leistung. Die materielle Unterstützung sei deshalb enorm wertvoll: „Dadurch habe ich die Möglichkeit, Trainings, Lehrgänge und Wettkämpfe gemeinsam mit meiner Guidein durchzuführen und mich bestmöglich auf internationale Wettbewerbe vorzubereiten.“

Der Para-Triathlon hat in Bayern in den vergangenen Jahren spürbar an Aufmerksamkeit gewonnen — nicht zuletzt durch den Paralympics-Erfolg von Anja Renner und Guide Maria Paulig in Paris, zwei Athletinnen, die vom Der GOLDENE RING e. V. – ebenfalls einer Sparkassen-Initiative – gefördert werden. Mit dem neuen Tandem soll nun ein weiterer Beitrag geleistet werden, um inklusive Strukturen im Triathlon nachhaltig auszubauen und Athleten den Zugang zum Leistungssport zu erleichtern.

Das Tandem wird künftig in Nürnberg stationiert sein und dort Para-Sportlern für Training und Wettkämpfe zur Verfügung stehen.

 

Fotos: Sparkasse Nürnberg

Bereits zum dritten Mal war Bayern Gastgeber der D-A-CH-Meisterschaften im Para-Triathlon. Daneben wurden auch die bayerischen Meister im Para Sprint gesucht. Beim MainCityTriathlon Schweinfurt trafen dazu beste Organisation, sportliche Qualität und ideale Bedingungen aufeinander. Ein bisschen Glück war auch dabei: Der Regen blieb aus, die Temperaturen passten, lediglich das Wasser zeigte sich noch frisch und der Neopren war deshalb Pflicht.

Insgesamt gingen 36 Para Starterinnen und Starter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ins Rennen.
Aus deutscher und bayerischer Sicht verlief das Wochenende besonders erfolgreich. Die bayerischen Athletinnen und Athleten prägten viele der Rennen und sorgten bei den internationalen Meisterschaften für gute Resultate: In der PTVI-Kategorie legte Julian Winter vom Post SV Nürnberg mit Guide Tim Wolf in 1:00:02 Stunden die schnellste Zeit des Tages hin und gewann seine Klasse souverän. Ebenfalls Gold holten Valentin Hanzer (PTS3), Chris Kolbeck (PTS4) und Michelle Wagner in der Klasse PTVI. Wagner wurde von Delia Bleass begleitet. Lukas Reissig, der erst kürzlich in die Klasse PTS3 klassifiziert wurde, belegte bei den Deutschen Meisterschaften Rang zwei seiner Klasse und wurde bei den Bayerischen Meisterschaften Vizemeister. Matthias Schindler komplettierte als Dritter das starke bayerische Ergebnis in der PTS3.

Bayerisches Para Team zufrieden

Zwei Frauen mit Tandem in blauen AnzügenBei den Bayerischen Meisterschaften im Para-Sprint gewann Valentin Hanzer die Klasse PTS3 vor Lukas Reissig und Matthias Schindler. Chris Kolbeck gewann die PTS4-Klasse, während Lars Konek sich in der PTS5 zum Meister krönte. Julian Winter siegte in der PTVI-Klasse vor Lasse Hasselbring, Michelle Wagner setzte sich bei den Frauen deutlich durch. Annalena Tank kletterte in der PTS2 auf den Spitzenplatz.

Im Team Bayern war die Stimmung über das gesamte Wochenende spürbar gut. Der Austausch unter den Athletinnen und Athleten funktionierte und erfahrene Sportler unterstützten die unerfahreneren Starter. Mit Matthias Schindler und Chris Kolbeck gehören inzwischen zwei erfolgreiche und erfahrene Para-Athleten fest zum Team Bayern. Auch Landestrainerin Julia Fankel zog nach dem Wochenende ein positives Fazit: „Die Organisation war gut, wir hatten top Wetter und gute Leistungen.“ Gleichzeitig machte sie deutlich, wie viel Engagement hinter der Entwicklung des Para-Triathlons steckt: „Ich glaube, wir kommen gut voran.“

Alle Ergebnisse sind hier zu finden.

Fotos: Julia Fankel

Der ASV Triathlon Kulmbach lädt am 11. Juli 2026 erneut zum Inklusions-Triathlon-Tag ins Freibad nach Stadtsteinach ein. Organisiert wird die Veranstaltung von Alexander Meile, der sich seit vielen Jahren mit großem Engagement für inklusive Sportangebote im Triathlon einsetzt. Er und sein Team zeigen, wie unkompliziert und selbstverständlich gemeinsamer Sport funktionieren kann.

Im Mittelpunkt steht dabei der gemeinsame Spaß an der Bewegung. Menschen mit und ohne Behinderung absolvieren einen kleinen Triathlon über 100 Meter Schwimmen, eine Radstrecke sowie einen abschließenden Lauf über rund 600 Meter. Dabei geht es ausdrücklich nicht um Bestzeiten, sondern um das gemeinsame Erlebnis und die Freude am Sport.

Damit möglichst viele teilnehmen können, sind individuelle Anpassungen ebenso möglich wie Staffel-Lösungen. Wer einzelne Disziplinen nicht allein bewältigen kann oder möchte, kann gemeinsam mit Unterstützerinnen und Unterstützern an den Start gehen. Genau diese Offenheit macht die Veranstaltung seit Jahren zu etwas Besonderem.

Das Freibad in Stadtsteinach bietet dafür den passenden Rahmen: kurze Wege, eine entspannte Atmosphäre und viele helfende Hände sorgen dafür, dass sich Teilnehmende, Familien und Zuschauer gleichermaßen willkommen fühlen.

Bei Fragen oder Interesse der Teilnahme, steht Alexander Meile zur Verfügung.

 

Schon zum fünften Mal versammelt sich am 17. Mai die Triathlon-Szene in Schweinfurt beim MainCity Triathlon. Dabei wird das Rennen zur Bühne gleich mehrerer Titelkämpfe: Neben der Bayerischen Meisterschaft über die Sprintdistanz und der Bayerischen Meisterschaft im Para-Triathlon Sprint ist das Team der TG 48 Schweinfurt auch Gastgeber für die DACH-Meisterschaft im Para Triathlon. Der Zuschlag kam unerwartet, nachdem die Meisterschaft ursprünglich in Österreich hätte stattfinden sollen. Dass sie nun bereits zum zweiten Mal nach Unterfranken geht, ist kein Zufall, sondern ehrt das große Engagement des gesamten Orga-Teams.

Mit viel Herzblut organisiert

Denn seit jeher gelingt es den Schweinfurtern, eine Spitzenveranstaltung mit dem gewissen Etwas auf die Beine zu stellen. Das zeigt sich auch in den Starterzahlen zum kleinen Jubiläum: Fast alle Plätze der Sprint- und Kurzdistanz sind vergeben, rund 800 Athletinnen und Athleten werden Mitte Mai erwartet. „Als Starter habe ich eine Reihe von Namen aus dem Vorjahr wiedergefunden – auch mit längerer Anfahrt, zum Beispiel aus der Schweiz. Und die Deutsche Behinderten Sportjugend kommt zur Teilnahme am Staffelwettbewerb. Das wird ebenfalls ein Wiedersehen in Schweinfurt“, freut sich einer der Orga-Leiter,Norbert Huhn.

Von Beginn an haben sich die Verantwortlichen zudem dem Thema Inklusion verschrieben. Breite, voll gesperrte Strecken, barrierefreie Wechselzonen und durchdachte Abläufe ermöglichen es auch Para-Athletinnen und -Athleten, unter fairen und sicheren Bedingungen zu starten. Oft sind es dabei die kleinen Dinge, die den Unterschied machen: „Es ist immer wieder spannend, auch mit welchen Kleinigkeiten wir Inklusion einfacher machen können. Das fängt bei Bänken am Schwimmausstieg und in der Wechselzone an und geht bis hin zu einer kleinen Rampe für den Bordstein auf der Laufstrecke“, erklärt Andreas Vollert, der im Verein als Ideengeber und Ansprechpartner für inklusive Lösungen gilt.

Dass dieser Weg nicht selbstverständlich ist, beschreibt auch Elke Huhn, die das Organisationsteam koordiniert: „Natürlich gab und gibt es Berührungsängste, einfach weil Para-Sport auf vielen Veranstaltungen nicht stattfindet. Für uns war es anfangs neu, Rennrollstühle oder Laufprothesen zu sehen – und wenn Hilfe angefragt wird, auch mit anzufassen.“ Gerade diese Offenheit hat jedoch dazu beigetragen, dass sich der MainCity Triathlon zu einer festen Größe im inklusiven Sportkalender entwickelt hat.

Auch innerhalb des Teams wächst mit jeder Ausgabe die Begeisterung für den Para-Sport. „Erst einmal sind wir alle Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten“, sagt Martin Ackermann, Abteilungsleiter und verantwortlich für die Zeitnahme. „Welche Leistungen im Para-Triathlon zu erleben sind, ist beeindruckend – ich denke da an das Tempo der Handbikes oder das Vertrauen der sehbeeinträchtigten Athletinnen und Athleten mit ihren Guides beim Schwimmen, auf dem Tandem und beim Laufen.“

Bayern stark vertreten

Mit insgesamt neun Para-Starterinnen und -Startern stellt Bayern in Schweinfurt  ein starkes Aufgebot. Für den BTV gehen Annalena Tank (PTS2, LLC Marathon Regensburg), Michelle Wagner mit Guide Delia Bless (PTVI B1, Post SV Nürnberg), Valentin Hanzer (PTS3, 1. FCN Schwimmen), Matthias Schindler (PTS3, 1. FCN Schwimmen), Christopher Kolbeck (PTS4, TV Burglengenfeld), Lukas Reissig (PTS4, Arriba Göppersdorf) und Lars Konek (PTS5, Tri-Team Schongau) an den Start. In den sehbeeinträchtigten Klassen vertreten zudem Julian Winter gemeinsam mit Guide Tim Wolf sowie Lasse Hasselbring mit Guide Torben Liebers (beide PTVI B3, Post SV Nürnberg) die bayerischen Farben.

Wie selbstverständlich das Miteinander inzwischen geworden ist, zeigt sich auch in vielen persönlichen Geschichten rund um die Veranstaltung. „Mein Mann nimmt jedes Jahr mit seinem sehbehinderten Freund als Staffel teil, übernimmt das Schwimmen und sitzt dann vorne auf dem Tandem“, erzählt Birgit Diemer, die im Vorfeld Anfragen beantwortet und bei der Startnummernausgabe unterstützt. „Ich finde es großartig, dass wir Para-Sportler einfach mit einbeziehen können – und dass so viele von ihnen diese Gelegenheit nutzen. Darauf freue ich mich jedes Jahr.“

Sportlich verspricht die diesjährige Ausgabe Spannung auf schnellen Strecken. Der Baggersee, eingebettet in ein stadtnahes Freizeitareal, sorgt für kurze Wege, Übersicht und eine besondere Atmosphäre. Start, Wechselzone und Ziel liegen eng beieinander. Die flache, komplett gesperrte Radstrecke mit Wendepunkt lädt zum Tempo machen ein, bevor der abschließende Fünf-Kilometer-Lauf entlang des Sees und über befestigte Wege zurück ins Ziel führt. Was den MainCity Triathlon am Ende auszeichnet, ist die Mischung aus sportlicher Qualität und familiärer Atmosphäre. Viele Teilnehmende sprechen von einem „Wettkampf von Sportlern für Sportler“, getragen von Ehrenamt und Liebe zum Detail. Zusammen mit dem MainCityRun am Vortag entsteht so ein ganzes Wochenende im Zeichen des Ausdauersports.

Alle Infos zu dem Rennen gibt es hier.

Foto: Benno Vollert

Der Para-Kader des Bayerischen Triathlon-Verbands absolvierte in Bayreuth einen intensiven Trainingsblock. Unter der Leitung von Trainerin Julia Fankel standen dabei nicht nur umfangreiche Einheiten, sondern vor allem auch gezielte Maßnahmen zur individuellen Leistungsentwicklung im Mittelpunkt.

Bei guten äußeren Bedingungen wurde zum Auftakt eine fordernde Radeinheit über 78 Kilometer durch die fränkische Landschaft und das Wiesenttal absolviert. Im Anschluss ging es für die Athletinnen und Athleten noch ins Wasser, sodass ein abwechslungsreicher und anspruchsvoller Trainingstag erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Auch der darauffolgende Tag war voll: Zunächst stand eine Laufeinheit mit Laktatmessungen auf dem Programm, die wichtige Erkenntnisse zur Belastungssteuerung lieferte. Direkt im Anschluss sollte eigentlich eine weitere Radeinheit folgen, das April-Wetter machte diesem Plan jedoch einen Strich durch die Rechnung. Auch, wenn es dann nicht auf’s Rad ging, wurde es so noch einmal nass. Die Alternative war nämlich eine weitere Schwimmeinheit.

Unterstützt wurde der Lehrgang von workhouse endurance. Mit vor Ort war Lukas Scherl, der die Gruppe begleitete, die Radstrecken auswählte und die leistungsdiagnostischen Tests im Laufbereich durchführte. Die Kombination aus praxisorientiertem Training und fundierter Diagnostik bot für alle Beteiligten einen deutlichen Mehrwert – vor allem mit Blick auf die individuelle Trainingsplanung in den kommenden Wochen.

Mit dabei in Bayreuth waren unter anderem Michelle Wagner mit Guide Hannah Rossmann, Sarah Steinke, Lukas Reißig, Lars Konek, Annalena Tank sowie Lasse Hasselbring mit Guide Timm Spörlein. Zudem wurde die Trainingsgruppe durch Gastathletin Lena Herrmann ergänzt.

Foto: Julia Fankel

Während sich der Frühling in Mittelfranken am vergangenen Wochenende eine Auszeit nahm, stand für die bayerischen Para-Triathleten beim BTV Memmert Nachwuchscup in Nürnberg die erste wichtige Standortbestimmung an. Im Rennen um die Bayerische Meisterschaft Para im Swim & Run ging es nicht nur um Zeiten und Platzierungen, sondern vor allem um den aktuellen Leistungsstand nach den Wintermonaten. Dabei erforderten die Bedingungen sowohl in der Schwimmhalle als auch auf der Laufstrecke echtes Stehvermögen.

Bestzeiten und internationale Ambitionen

Michelle Wagner unterstrich ihre Ambitionen für die kommende Saison mit einer deutlichen Leistungssteigerung. Begleitet von ihrer Guidin absolvierte sie die 400 Meter im Becken in 09:54,2 Minuten und ließ auf der 3000-Meter-Laufstrecke eine Zeit von 13:03,9 Minuten folgen. Beide Zeiten sind neue persönliche Bestmarken für die Athletin, die ihren Blick dieses JAhr auch auf internationale Rennen gerichtet hat.

Neue Gesichter und die Rückkehr zur Form

Mit Lukas Reissig präsentierte sich ein neues Gesicht im Para Triathlon. Reissig, der aktuell noch vorläufig klassifiziert ist, zeigte sich mit seinem Debüt (Gesamtzeit 19:38,4) zufrieden. Eine endgültige Einstufung seiner Startklasse wird bei der DACH-Meisterschaft in Schweinfurt erfolgen.

Dass der Weg zurück zur Bestform oft über mentale Hürden führt, zeigte Julian Winter. Nach einem Motivationsloch im Vorfeld präsentierte er sich in Nürnberg frisch motiviert. Das Comeback gibt ihm den nötigen Schwung für die geplanten Starts in Schweinfurt und  Hamburg.

Der Spagat zwischen Alltag und Leistungssport

Die Realität des Amateursports wurde bei Annalena Tank und Sarah Steinke deutlich. Tank, die derzeit durch ihr Referendariat beruflich stark beansprucht ist, konnte ihre Laufleistung zwar stabilisieren, kämpft jedoch aufgrund der zeitlichen Belastung mit Defiziten im Schwimmtraining. Dennoch blickt sie optimistisch auf die Starts in Schweinfurt und Hamburg. Sarah Steinke hingegen trug noch die Folgen einer Schulterverletzung aus ihrem Urlaub mit sich herum. Während das Schwimmen verletzungsbedingt noch nicht auf dem gewohnten Niveau verlief, lieferte sie eine solide Laufleistung ab und konzentriert sich nun ebenfalls auf die Vorbereitung für Schweinfurt.

Gelebte Inklusion

Landestrainerin Para, Julia Fankel, zog trotz der widrigen Temperaturen ein positives Fazit, das über die reinen nackten Zahlen hinausgeht. Besonders die Atmosphäre am Streckenrand hob sie hervor: „Die Akzeptanz innerhalb des gesamten Starterfeldes ist spürbar gewachsen.“ Dass die letzte Läuferin des Feldes vom nachfolgenden Lauf lautstark angefeuert wurde, wertete Fankel als wichtiges Zeichen für den richtigen Weg, den der Verband eingeschlagen hat. Die Para-Sparte wächst weiter; ein weiterer Schwimmer bereitet sich aktuell Schritt für Schritt auf seinen ersten Triathlon-Start vor.

Der nächste Meilenstein für das Team ist der Kaderlehrgang im April in Bayreuth. Gemeinsam mit einer Gaststarterin aus Nordrhein-Westfalen stehen dort Radausfahrten, Lauftests und spezifische Schwimmeinheiten auf dem Programm, um den Grundstein für eine erfolgreiche Freiluftsaison zu legen.

Foto: Julia Fankel

Der Startschuss für das Sportjahr ist auch beim Para Kader des Bayerischen Triathlon-Verbandes gefallen: Das Team traf sich am vergangenen Wochenende in Nürnberg zur ersten gemeinsamen Trainingsmaßnahme des Jahres. Unter der Leitung von Para-Landestrainerin Julia Fankel legten die Athletinnen und Athleten mit Fokus auf technischem Feinschliff und neuen Reizen im Athletikbereich den Grundstein für eine spannende Saison.

Auch wenn die Grippewelle vor dem Kader nicht Halt machte und das Team krankheitsbedingt etwas kleiner ausfiel als ursprünglich geplant, tat dies der Motivation der Anwesenden keinen Abbruch. Im Gegenteil: Die intensive Betreuung in der kleineren Gruppe ermöglichte eine besonders individuelle Arbeit an den sportlichen Grundlagen.

Fokus im Wasser und auf athletischer Vielseitigkeit

Unter den wachsamen Augen von Julia Fankel stand vor allem das Element Wasser im Mittelpunkt. Insgesamt drei Schwimmeinheiten absolvierten die Athletinnen und Athleten im Nürnberger Becken. Dabei ging es nicht nur um das Sammeln von Kilometern, sondern vor allem um die technische Präzision. Gerade im Para-Sport, wo individuelle körperliche Voraussetzungen maßgeschneiderte Lösungen erfordern, ist diese Arbeit essenziell.

Doch Triathlon besteht nicht nur aus Ausdauer. Um die Belastungen der kommenden Monate verletzungsfrei und leistungsstark bewältigen zu können, setzte Julia Fankel gezielte Schwerpunkte im Bereich der Kräftigung. In den Athletik-Sessions wurden „neue Reize“ gesetzt. Ergänzt wurde das Programm durch Grundlagenarbeit im Laufen, bei der das Team trotz der winterlichen Temperaturen die Basis für diese Disziplin legte.

Den Blick nach vorne gerichtet: Bayreuth und Schweinfurt im Visier

„Es ist wichtig, früh im Jahr zusammenzukommen, um den Teamgeist zu stärken und die Marschroute für die kommenden Monate festzulegen“, resümierte die Landestrainerin zufrieden. Der Lehrgang in Nürnberg war dabei erst der Auftakt einer strukturierten Vorbereitung.

Die Planung für das Frühjahr steht bereits: Im April zieht es den Kader zu einer weiteren Trainingsmaßnahme nach Bayreuth. Dort wird der Fokus auf dem Radfahren liegen, um nach den Wintermonaten auf der Rolle endlich wieder die nötige Sicherheit und Druck auf die Pedale im Freien zu gewinnen.

Ein besonderes Highlight wartet zudem kurz vor den DACH-Meisterschaften in Schweinfurt: Hier plant der Verband einen gezielten Trainingstag zum Thema Wechseltraining. Da im Para-Triathlon der reibungslose Ablauf in der Wechselzone – oft unter Einsatz von Prothesen oder speziellen Hilfsmitteln – über wichtige Sekunden entscheiden kann, soll dieser Tag den Athleten die nötige Routine und Gelassenheit geben.

Werde Teil des Teams!

Der bayerische Para-Triathlon wächst. Wer selbst eine körperliche Beeinträchtigung hat und den Sport ausprobieren möchte, egal ob Einsteiger oder ambitionierter Sportler, ist herzlich eingeladen, sich zu melden. Der BTV bietet ein starkes Netzwerk, kompetente Trainer und eine Gemeinschaft, in der Inklusion und sportliche Leidenschaft Hand in Hand gehen.

Interessierte können sich jederzeit direkt beim Verband melden, um Informationen zu den kommenden Maßnahmen und Einstiegsmöglichkeiten zu erhalten.