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Bayerische Stadt- oder Gemeindeoberhäupter haben in diesem Jahr bei gleich zwei Veranstaltungen die Möglichkeit, sich auch sportlich hervorzutun. Fast schon traditionell werden die Bayerischen Meister*innen beim Triathlon in Feuchtwangen gesucht. Erstmalig wird es auch eine Deutsche Meisterschaft in Kitzingen geben. Meisterschaften für die Stadt- und Gemeindechefs gehen stets über die Triathlon-Sprintdistanz.

Die Idee, in Kitzingen eine Meisterschaft auszurichten, kam vom Oberbürgermeister selbst. Stefan Güntner ist nicht nur ein Fan des Mainfranken Triathlons, sondern wird auch an den Start gehen. Organisator Dieter Göpfert begann zu recherchieren und konnte nach kürzester Zeit die DM für sein Rennen ausschreiben. Wir haben uns mit dem Oberbürgermeister von Kitzingen unterhalten: Über Ambitionen und wichtiges Zeitmanagement, aber auch über Sport und Veranstaltungen.

Hallo Herr Güntner,
eine Bürgermeister-Meisterschaft in Kitzingen – wie kamen Sie auf die Idee?

Ich wurde 2014 zum stellvertretenden Bürgermeister gewählt. Damals gab es eine Bayerische Meisterschaft in Dinkelsbühl. Da habe ich als leidenschaftlicher Sportler immer gerne teilgenommen. Vor diesem Hintergrund habe ich Dieter Göpfert gefragt, ob das nicht auch eine Idee für unseren Mainfranken Triathlon wäre.

Oberbürgermeister sein ist sicher nicht gerade ein 9-5-Job. Wie schaffen Sie es, dennoch Raum für Bewegung zu schaffen und was motiviert Sie?

Ich war schon immer sportlich sehr aktiv und möchte auch weiterhin körperlich einigermaßen fit bleiben. Der Vorteil des Jobs als Oberbürgermeister ist, dass man sich natürlich schon auch Zeit nehmen kann. Bei mir ist das in der Regel morgens, wenn die Kinder um kurz nach 7.00 Uhr im Schulbus sitzen.

Veranstaltungen wie ein Triathlon sind oft Mammutprojekte für eine ganze Stadt oder gar Region. Warum, denken Sie, lohnen sich Aufwand und Engagement dennoch?

Der Mainfranken Triathlon findet ja nunmehr bereits zum 14. Mal statt. Veranstalter und Bauhof der Stadt Kitzingen sind mittlerweile quasi schon ein eingespieltes Team. Von daher weiß jeder, was zu machen ist. Der Mainfranken Triathlon ist für uns eine Sportveranstaltung mit überregionaler Bedeutung. Das spiegelt sich auch im Teilnehmerfeld wider. Sicher wird der ein der andere Teilnehmer auch zu anderen Anlässen wieder gerne in unsere Region kommen.


Worauf freuen Sie sich besonders, wenn Sie an den Triathlon denken und warum sollten Ihre Kolleginnen und Kollegen unbedingt nach Kitzingen kommen?

Das Schwimmen im Main ist auch für mich jedes Jahr etwas Besonderes. Wir schwimmen auch mit der Strömung. Mit der Unterstützung des Mains sind selbst bei mir Bestzeiten im Wasser möglich 😉 Darüber hinaus ist es immer eine gute Sache mit Kolleginnen und Kollegen mal in einem anderen Rahmen auszutauschen.

Vielen Dank für das Interview.

Neben der Deutschen Meisterschaft für Bürgermeister bietet der Mainfrankentriathlon wieder eine Olympische Distanz und eine Sprintdistanz für alle, die die Reise in die idyllische unterfränkische Stadt unternehmen. Die Anmeldung für das Rennen am 5. August 2023 ist bereits geöffnet.

Link zur Website des Rennens.

„Wir haben aus den Corona-Jahren viel gelernt“, sagt Organisator des Mainfranken Triathlons, Dieter Göpfert. „Interessanterweise auch, was Müllvermeidung betrifft. Wir hatten nur drei Müllsäcke im Rahmen der Veranstaltung. Mehr nicht!“ Natürlich kann keine Veranstaltung ganz ohne Müll auskommen. Doch machen sich mittlerweile viele Veranstalterinnen und Veranstalter Gedanken, wie sich Events umweltschonender gestalten lassen.

Für Dieter Göpfert führten die Erkenntnisse der vergangenen Jahre zu neuen Überlegungen. Deshalb wird 2023 erstmals eine Möglichkeit der Organisation gemeinsamer Anreise angeboten. Mit Hilfe der Anwendung „Ride2Go“ können Sportler*innen eigenständig Fahrgemeinschaften anbieten und suchen. Stößt eine Anzeige auf Interesse, können sich die Nutzer*innen direkt kontaktieren.

„Wir haben die besten Voraussetzungen für gemeinsame Anfahrt“

Als Citytriathlon in Stadtnähe hat der Triathlon Kitzingen beste Voraussetzungen für solch eine Initiative. „Wir haben kurze Wege zu allen wettkampfrelevanten Örtlichkeiten, der Bahnhof Kitzingen ist nur zwei Kilometer vom Renngeschehen entfernt, es gibt einen Großparkplatz ganz in der Nähe, von dem aus alles zu Fuß erreichbar ist“, sagt der Organisator.

Daneben steht an vielen anderen Stellen Nachhaltigkeit im Fokus – ohne, dass der Athlet dadurch etwas vermisst: Die Müllvermeidung wird durch Einsparen von Einweggeschirr oder Wechseltüten erreicht. In Verpflegung und Catering werden regionale Produkte angeboten. Veranstaltungsmaterial wird mehrere Jahre genutzt und zum Beispiel nicht mit Datum bedruckt.

„Wir hoffen, dass das Angebot zum Carpooling – so die englische Bezeichnung für die gemeinsame Nutzung eines Fahrzeuges für den Transport von Personen von einem Ort zum nächsten – rege genutzt wird“, betont Göpfert.

Link zu den Informationen auf der Website des Mainfranken Triathlon Kitzingen.

„Mega Stimmung“, jubelt Dieter Göpfert, Organisator des Mainfranken Triathlon. Am Wochenende begaben sich bei besten Bedingungen knapp 500 Teilnehmende auf die Strecken rund um Kitzingen. Neben Sprintdistanz und Landesliga lockte vor allem die Kurzdistanz mit den Bayerischen Meisterschaften. Die Krone holten sich dort Laura Zimmermann als erste Profi-Dame und Heike Uhl (CIS Amberg) als erste Altersklassenathletin, sowie Lukas Stengel (Arriba Göppersdorf).

„Aufgrund der Starterliste habe ich nach dem dritten Platz im vergangenen Jahr schon mit dem Sieg geliebäugelt“, gibt der spätere Sieger, Lukas Stengel, zu. Der 22-jährige ließ im Rennen dann auch keinen Zweifel an seinen Ambitionen aufkommen. Als Führender ging er auf die Radstrecke, wo er als einziger Athlet unter der Marke von einer Stunde blieb und auch beim Laufen legte er die schnellste Zeit hin. „Das Streckenprofil der Rad- und Laufstrecke entspricht mit den vielen kurven und ein kleinen Anstiegen genau meinen Vorstellungen“, meint er und freut sich über den Erfolg: „Dass es mit dem Sieg dann auch geklappt hat und ich das Rennen mit größerem Vorsprung gewinnen konnte, freut mich natürlich umso mehr. Mir hat der Wettkampf in Kitzingen wie die letzten Jahre gut gefallen, die Atmosphäre am Main und die vielen Zuschauer haben das nochmal unterstrichen.“ 
Hinter ihm blieb Carl Sommer vom SV Würzburg 05 noch unter der Zwei-Stunden-Marke. Auf Platz drei der BM-Wertung folgte Frank Heckel vom TSV Mitterfels.

Man muss in der Ergebnisliste nicht weit schauen, um die erste Frau zu finden – schon auf dem sechsten Rang der BM-Gesamtwertung steht die Würzburger Profi-Athletin Laura Zimmermann. Als erste AK-lerin feierte Heike Uhl nur wenig später ihren Zieldurchlauf. Die weiteren Plätze gingen an die starken Frauen vom SV Würzburg 05 Sarah Karollus und Eleisa Haag.

Die vollständigen Ergebnisse finden Sie hier.

Fotos: Dieter Göpfert