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Deutsche Athletinnen und Athleten fiebern dem Heimspiel entgegen

Es hätte ein Heimspiel-Highlight werden sollen. Stattdessen musste sie Ingolstädterin Anabel Knoll gestern eine herbe Niederlage verkraften – nicht im Rennen, sondern bereits im Vorfeld. Die Olympiastarterin von Tokio 2021 hatte auf der Hinfahrt zum Eventgelände einen Hubbel übersehen und war, nachdem es ihr den Lenker aus der Hand geschlagen hatte, zu Fall gekommen. Beim Sturz verletzte sich die 26-Jährige am rechten Knie, biss aber auf die Zähne und fightete vor der lautstarken Kulisse unermüdlich. 

Nach starker Schwimm- und Radperformance musste die Ingolstädterin dann aber ihrer schmerzhaften Verletzung Tribut zollen und stieg aus: „Ich bin losgelaufen, auch wenn es auf dem Rad schon sehr weh tat. Ich wollte es einfach versuchen, obwohl ich wusste, dass es eigentlich keinen Sinn macht. Es hat leider überhaupt nicht funktioniert. Ich hätte vielleicht zehn Kilometer durchhumpeln können, aber da stellt sich dann auch die Frage, ob es das wert ist.“

Lindemann sorgt für Medaille

Im ersten Triathlon-Wettbewerb der Europameisterschaft 2022 in München sorgte stattdessen Laura Lindemann für die erste deutsche Medaille. Im Frauen-Einzelrennen über die Olympische Distanz belohnte sich die 26-Jährige für einen imposanten Auftritt mit Silber. Lindemann, die vom Schwimmstart weg das Rennen an der Spitze eindrucksvoll mitbestimmt hatte, musste sich nach aufopferungsvollen Kampf nur der Britin Non Stanford geschlagen geben (1:52:10), die in Runde drei im Anstieg zum Olympiaberg den Turbo zündete und ein Loch reißen konnte. Am Ende fehlten der Potsdamerin neun Sekunden zu Gold (1:52:19). Rang drei ging an die Französin Emma Lombardi (1:52:22), die Lindemann im Zielsprint hatte abschütteln können.

Laura Lindemann mit Medaille
Laura Lindemann mit Medaille

„Es war ein megagutes Rennen für mich. Von vorne bis hinten ist alles gut gelaufen. Ich habe mich gut gefühlt und bin jetzt einfach glücklich, den Vizemeistertitel geholt zu haben. Mein Ziel war eine Medaille, von daher Ziel erreicht, auch wenn ich natürlich mit Gold noch zufriedener wäre, aber Non Stanford war einfach stärker“, sagte Lindemann, die nicht nur lobende Worte für die Titelträgerin, sondern auch für das frenetisch unterstützende Publikum fand:

„Es waren sehr viele Menschen da. Vor allem auf dem Olympiaberg oben; es war unglaublich, wie laut es dort war. Es hat Spaß gemacht, das Rennen hier zu machen.“ Und das, obwohl der Kurs mit den zähen Anstiegen auf der vier Mal zu absolvierenden Laufrunde äußerst fordernd war.

„Es war natürlich nicht einfach, aber durch die ganzen Zuschauer wurde es uns einfacher gemacht. Wenn am Sonntag beim Mixed-Rennen mindestens genauso viele Zuschauer sind, dann wird es Spaß machen. Ich denke, dass die deutsche Staffel richtig gute Chancen hat, hier gut abzuschneiden.“

Eim mit grandioser Aufholjagd zu Rang vier

Etwas weniger als 30 Sekunden nach dem Spitzen-Trio des Tages überquerte Nina Eim als Vierte die Ziellinie (1:52:51). Die 24-Jährige war nach dem Schwimmen auf dem acht Mal zu umfahrenden Rad-Rundkurs maßgeblich an der Führungsarbeit der Verfolgergruppe beteiligt gewesen war und hatte dann auf der Laufstrecke ihre Qualitäten voll ausspielen können.

Radrennen der Europameisterschaften in München im Rahmen der European Championships 2022

„Ich bin wirklich sehr glücklich über die Platzierung“, freute sich Eim über ihre geglückte Aufholjagd. „Ich denke, dass ich für meine Verhältnisse ganz gut aus dem Wasser gekommen bin. Auf dem Rad haben wir dann ganz gut zusammengearbeitet und hatten sie dann ganz zum Schluss fast. Beim Laufen habe ich die ersten beiden Runden versucht, meinen eigenen Rhythmus zu laufen. Das hat sich sehr gut angefühlt. Ich habe immer versucht, den Abstand zu den ersten dreien zu minimieren, aber auf der letzten Runde habe ich gesehen, dass der Abstand wächst. Ich habe dann versucht, einfach so schnell es geht zu laufen und den vierten Platz ins Ziel zu bringen.“

Annika Koch als Zehnte (1:53:44) und Lisa Tertsch als 13te (1:54:03) trugen ebenfalls zum starken deutschen Mannschaftsergebnis bei, das Marlene Gomez-Göggel, die auf der letzten Radrunde weggerutscht und gestürzt war und zudem noch die Kette verloren hatte, als 19te (1:56:13) komplettierte.

Die deutschen Ergebnisse:

Platz 2 – Laura Lindemann
Platz 4 – Nina Eim
Platz 10 – Annika Koch
Platz 13 – Lisa Tertsch
Platz 19 – Marlene Gomez-Göggel
DNF – Anabel Knoll

Die komplette Ergebnisübersicht steht hier zur Verfügung.

Fünf deutsche Männer gegen starke internationale Konkurrenz

Die deutschen Männer kämpfen am heutigen Samstag ab 16:00 Uhr (live auf ZDF) um Top-Platzierungen. Neben Lasse Lührs, dieses Jahr zweimal in den Top-Ten bei Rennen der WTC-Serie, sind dies Lasse Priester, im vergangenen Jahr Sieger des Weltcups in Karlsbad über die Olympische Distanz, Tim Hellwig, U23-Vize-Weltmeister über die Olympische Distanz 2021, Olympia-Starter Jonas Schomburg sowie Jannik Schaufler.

Große Chance Mixed Relay

Im die Europameisterschaften abschließenden Mixed-Relay-Wettbewerb holte Deutschland bei den vergangenen beiden Europameisterschaften jeweils die Silbermedaille. Top-Favorit auf den Titel ist Weltmeister Frankreich. Das deutsche Team gewann das Mixed-Relay-Rennen in diesem Jahr in Leeds und belegte in Hamburg – trotz zweier Zeitstrafen – Rang drei.

Für Deutschland starten Stand jetzt Laura Lindemann, Nina Eim, Simon Henseleit und Valentin Wernz.

Zeitplan

Männer, Samstag, 13. August, 16:00 Uhr, ab ca. 16 Uhr im ZDF
Mixed Relay, Sonntag, 14. August, 18:00 Uhr, ab ca. 17.45 Uhr in der ARD

Text: DTU; Fotos: DTU/Petko Beier

Die Deutsche Triathlon Union nominierte in dieser Woche je fünf Athletinnen und Athleten für die Europameisterschaften im Triathlon auf der Olympischen Distanz, die im Rahmen der European Championships vom 11. bis 21. August in München stattfinden.

Neben Olympia-Starterin Anabel Knoll vertreten die deutschen Farben auch die Olympia-Achte und aktuelle Deutsche Meisterin auf der Sprintdistanz, Laura Lindemann, Lisa Tertsch, Annika Koch und Marlene Gomez-Göggel. Bei den Männern hoffen Lasse Lührs, Lasse Priester, Olympia-Starter Jonas Schomburg sowie Jannik Schaufler im Kampf um die Medaillen mitmischen zu können.

„Ich bin super happy, dass die Nominierung am Ende geklappt hat und freue mich wahnsinnig bei meinem Heimrennen an den Start zu gehen. Ich glaube die Stimmung vor Ort wird richtig cool und ich hoffe, dass auch einige bekannte Gesichter vor Ort sein werden!“, reagiert die Ingolstädterin, die in Nürnberg trainiert, auf die Nachricht.

Anabel Knoll bei den Olympischen Spielen in Tokyo

„Wir sind froh, dass wir nach einer leistungssportlichen Durststrecke nun bei unserem Heimspiel in München eine leistungsstarke Mannschaft entsenden können“, sagt DTU-Sportdirektor Jörg Bügner und fügt an: „Unsere Athletinnen und Athleten werden selbstbewusst an den Start gehen, denn sie haben in den vergangenen Wochen und Monaten starke Ergebnisse in Rennen gegen die Besten der Welt erzielt. Dies stimmt uns zuversichtlich für die Europameisterschaften und lässt uns auf starke Auftritte hoffen.“

Das Rennen der Frauen findet am Freitag, 12. August, um 17:15 Uhr statt. Die Männer sind einen Tag später um 16:00 Uhr dran. Am Sonntag, 14. August, folgt dann noch das Rennen im Mixed Relay (18:00 Uhr) mit zwei deutschen Athletinnen und zwei deutschen Athleten. Im Mixed Relay gewann Deutschland bei den vergangenen beiden Europameisterschaften jeweils die Silbermedaille.

Fotos: Carla Nagel, privat

Eine Weltpremiere lockte die Besten Triathletinnen und Triathleten sowie zahlreiche Zuschauer*innen in den Olympiapark München. Bei den „Arena Games, powered by Zwift“ kämpfen die Sportler*innen in einem spektakulären, packenden und absolut neuen Format um wertvolle Punkte im Rennen um die erste Triathlon-Esports-Weltmeisterschaft. Dabei bewies Anabel Knoll ihre Stärke in dem besonderen Wettkampfformat und wurde Dritte.

„Das Rennen war etwas komplett anderes und es war Anfangs nicht leicht sich reinzufinden. Außerdem war es durch die super kurzen Distanzen echt hart und man durfte sich wirklich keinen Fehler erlauben“ berichtet die Ingolstädterin.

In zwei Vorläufen mit je zwei Schwimm-, Rad- und Laufdurchgängen mussten sich die Sportler*innen beweisen. Dabei war Flexibilität und Perfektion gefragt. Denn die Reihenfolge der Disziplinen wurde jedes Mal neu ausgelost. Das Finale wurde als Verfolgungsrennen durchgeführt. Dabei spielte sich alles stationär im Olympiabecken, auf dem Radtrainer und Laufband ab.

Anabel Knoll

Im Damenrennen war die Britin Beth Potter unschlagbar und glänzte vor den Augen des Publikums mit beeindruckenden Leistungswerten. Im Finale setzte sich Lena Meisner vor Anabel Knoll durch. Die Olympiateilnehmerin war dennoch zufrieden: „Trotz ungewohntem Wettkampfformat war es unter dem Strich einfach eine coole Veranstaltung und hat mega Spaß gemacht. Ich hoffe, dass ich bei den nächsten beiden Super League-Rennen an meine Leistung anknüpfen kann!“

Simon Henseleit verpasst das Finale

Youngster Simon Henseleit schied im Vorlauf aus. „Vor allem der Teil auf dem Rad, ist auf Zwift einfach ganz anders, als in der realen Welt. Wenn man nach dem Schwimmen nicht in der Radgruppe dabei war, war es einfach unmöglich die Lücke zu schließen und Zeit gutzumachen. Im Gegenteil, man verlor immer mehr Zeit und war schon fast aus dem Rennen. Das wurde mir persönlich auch zum Verhängnis, aber es ging auch anderen Athleten so,“ berichtet er im Nachgang. In London möchte er jedoch wieder angreifen. 

Das Rennen der Männer wurde mit hauchdünnem Vorsprung von Aurelien Raphael entschieden, der sich gegen Max Stapley und Justus Nieschlag durchsetzte.

2022 wird die Arena Games Triathlon-Meisterschaftsserie über drei Veranstaltungen in München, London und Singapur ausgetragen. Beim großen Finale in Singapur werden die Gesamtsieger der Serie zu Esports-Triathlon-Weltmeistern gekürt.

Fotos: Super League Triathlon

Weltklasseleistungen im Sport verlangen Athletinnen und Athleten alles ab. Nicht nur im Wettkampf gilt es mit 100 Prozent bei der Sache zu sein, sondern auch im Alltag. Das bedeutet, dass der Fokus die meiste Zeit im Jahr auf Training und sportlichen Themen liegt. Andere Aktivitäten, wie Freizeit, Urlaub, aber auch Arbeit neben dem Sport, sind praktisch nicht möglich. Dass sich Sportler*innen in Nürnberg diesen Fokus überhaupt leisten können, dazu trägt der GOLDENE RING bei. Der Verein unterstützt auch Anabel Knoll und Simon Henseleit.

Anabel Knoll

„Durch Unterstützer wie den GOLDENEN RING ist es für mich viel einfacher geworden meinen Sport auf Weltniveau auszuüben. So kann ich mich voll auf meinen Beruf konzentrieren und auf das, was ich gut kann: Triathlon“, sagt Anabel Knoll, die sich im vergangenen Jahr mit der Teilnahme an den Olympischen Spielen einen Traum erfüllte. Die 25-jährige hat auch nach Tokyo noch Ziele: „Natürlich liegt der Fokus jetzt schon auf der Qualifikation für die Spiele in Paris 2024. Aber auch davor gibt es kleine Zwischenziele wie die European Championships 2022 in München“.

Franca und Simon Henseleit

Simon Henseleit meisterte mit 22 Jahren im vergangenen Sommer mit einem ersten Europacup-Treppchen erfolgreich den Sprung von der Nachwuchs- in die Erwachsenenklasse. Auch er ist über die Unterstützung durch den GOLDENEN RING froh: „Vereine wie der GOLDENE RING sind enorm wichtig. Neben der Förderung von Athleten steht der GOLDENE RING für die sportliche Vielfalt in Nürnberg und zeigt, dass es neben Fußball viele andere tolle Sportarten gibt. Sport ist Teil der Kultur und ihn zu fördern und seine Vielfältigkeit zu erhalten, ist meiner Meinung nach immer gut!“

Talente in Nürnberg halten

Auf der Liste der Sportler*innen, die der GOLDENE RING bereits unterstützte oder aktuell unterstützt, finden sich viele hochdekorierte Sportler*innen aus der Region: Hockey-Olympiasieger Christopher Wesley, Taekwondo-Weltmeister Tahir Gülec oder der Paraympics-Goldmedaillengewinnerim Schwimmen, Taliso Engel. Dem Verein und seinem 1. Vorstand, Max Müller ist es wichtig , Talente als Botschafter in der Region zu halten und nicht an finanzkräftigere Vereine und Clubs andernorts zu verlieren. Der Doppelolympia-Sieger im Hockey  bringt seine Erfahrungen heute aktiv für die kulturelle Entwicklung Nürnbergs ein. Denn der Projektentwickler ist Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CSU und Sprecher für Verkehr, für Sport und der Konzerthauskommission. „Mein politisches Engagement beruht vor allem auf meiner Liebe zu Nürnberg“, sagt er.

Unterstützer*innen gesucht

Beispiele wie die Erfolgsgeschichten von Anabel Knoll, Simon Henseleit oder Taliso Engel zeigen: Von Sportförderung profitiert die Region in vielerlei Hinsicht. Damit Talente weiterhin in der Region gehalten werden können, freut sich der GOLDENE RING über Unterstützer*innen. Dabei sein kann man als privates Fördermitglied schon ab 50 EUR pro Jahr oder als Pate mit seinem Unternehmen.

Mehr Informationen gibt es unter https://der-goldene-ring.com/foerderer-werden/

© Text: Christine Waitz; Fotos: (c)BTV; Carla Nagel [02.03.2022]