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Der traditionsreiche TenneT Power-Triathlon am Trebgaster Badesee hat wieder einmal die Messlatte höher gelegt. Wahrscheinlich war das Rennen sportlich wie atmosphärisch noch nie so hochklassig wie 2025. Mit über 700 gemeldeten Athletinnen und Athleten war die Veranstaltung fast ausgebucht und sportlich eine Bühne für die besten Triathletinnen und Triathleten Süddeutschlands. Im Fokus standen besonders die Rennen der Regionalliga Bayern sowie der 2. Triathlon-Bundesliga Süd.

Nervenkitzel vor dem Startschuss

Bei brütender Hitze und hochsommerlichen Bedingungen am Trebgaster Badesee erlebten Zuschauer und Athleten eine perfekte Mischung aus professionellem Wettkampfgeschehen und familiärer Stimmung. Langweilig wurde es bei dem vielfältigen Programm, den zuschauerfreundlichen Strecken und den rasanten Formaten nicht.

Getragen wird die Veranstaltung seit einigen Jahren schon vom jungen Organisationsteam um die Brüder Kilian und Benedikt Deichsel. Besonders der neue dramaturgische Ablauf bei den Starts der 2. Bundesliga sorgte für Gänsehaut: Nach einer musikalisch inszenierten Teamvorstellung wurde der Herzschlag der Athleten symbolisch in Form von tiefen Drums („BAM – BAM – BAM“) eingespielt. Es folgte ein Moment völliger Stille – ehe plötzlich der Startschuss fiel. „Die Leute um mich herum hatten Gänsehaut, es war wie beim Weltcup“, schildert der Moderator Andreas Groß, der selbst sichtlich beeindruckt war.

Bayerischer Athlet tagesschnellster

Die Geschwindigkeit der Athleten der 2. Bundesliga ließ Zuschauenden manchmal gar den Überblick verlieren. Am Ende hatte ein bayerischer Nachwuchsathlet, der für das Team DSW Darmstadt am Start stand, die Nase vorne. Luis Rühl setzte sich gegen Christian Mario Ache (VfL Münster REACard Triathlon Team) und Finn Sattler vom RSC AUTO BROSCH Kempten durch. Die beste Mannschaftsleistung feierte dann auch das Team DSW Darmstadt, gefolgt vom VfL Münster REACard Triathlon Team und der SG Elz/Limbach. Der SV Würzburg 05 verpasste das Podium nur knapp.

Bei den Frauen setzte sich  Ursula Trützschler vom team Nikar Heidelberg gegen Rebecca Adam (Eintracht Frankfurt) und Teamkameradin Pia Wolf durch, was den Sieg der Heidelberger bedeutete. Platz zwei der Mannschaftswertung schaffte die Eintracht Frankfurt vor dem VfL Münster REACard Triathlon Team.

Die Regionalliga stand in Tempo und Renndynamik der 2. Bundesliga kaum nach. „In Professionalität und Tempo lassen sich die beiden Ligen fast nicht mehr unterscheiden“, staunte Andreas Groß. Im Damenrennen dominierte der SV Würzburg 05 I dank Tagessieg von Eleisa Haag. Mannschafts- sowie Tagesplatz zwei gingen an die TSG 08 Roth e.V. mit Laura Mederer als schnellste aus dem Team. Julia Skala vom IfL Hof wurde in der Einzelwertung Dritte, doch der dritte Team-Rang ging an Timeless Planet Viktoria Augsburg II.

Im Männerrennen gab es einen Doppelsieg des Team TWIN Neumarkt mit Tobias Ulbrich und Thomas Wittmann. Fast wäre der Podiums-Triumph bei den Oberpfälzern perfekt gewesen, hätte sich nicht noch Lennart Walter vom La Carrera TriTeam Rothsee vor den nächsten TWIN’ler geschoben. Für die Mannschaftswertung bedeutete das trotzdem einen klaren Sieg des TWIN Neumarkt. Auf den Plätzen folgten das La Carrera TriTeam Rothsee und Timeless Planet Viktoria Augsburg I.

Großes Programm für alle

Abgerundet wurde das Wochenende durch zahlreiche weitere Wettbewerbe: Von Schnupperdistanzen über die Volksdistanz bis hin zur olympischen Distanz waren alle Formate vertreten. Die Atmosphäre blieb trotz sportlichen Höchstleistungen entspannt und herzlich.
Auch der Präsident des Bayerischen Triathlon-Verbands war vor Ort – allerdings nicht in dieser offiziellen Funktion, sondern als Vertreter der 2. Bundesliga im Einsatz und lobte die Orga-Leistung des Teams: „Das Rennen ist wirklich ein tolles Aushängeschild!“

Alle Ergebnisse des Rennens gibt es hier (Link).

Foto: TenneT Power-Triathlon Trebgast

Zum 40-jährigen Jubiläum kamen 455 Einzelsportler und 35 Staffeln an den Trebgaster Badesee. Unter ihnen Schnupper-Athlet*innen, Routiniers, Ambitionierte und zahlreiche gehörlose Sportler*innen aus ganz Deutschland. Für die Athletinnen und Athleten der Regionalliga war es bereits der dritte Stopp im Saisonverlauf und zeitgleich die Bayerische Meisterschaft über die Sprintdistanz (750 m Schwimmen, 20 km Radfahren und 5 km Laufen) mit Windschattenfreigabe. Es siegten Niklas Ludwig (TSV Jahn Freising 1861) und Larissa Christl (TSG 08 Roth e.V.).

Plötzlich Meisterin

Auf die Frage, ob sie sich Chancen auf den Titel ausgerechnet hatte, antwortet Larissa Christl eindeutig: „Nein, definitiv nicht.“ Eigentlich fühlte sich die Athletin der TSG 08 Roth von den zwei vorhergehenden Rennwochenenden am Rothsee und in Lauingen etwas müde und gibt zu: „Am liebsten wär ich sogar gar nicht gestartet und über die Bayerischen Meisterschaften hatte ich mir vorab überhaupt keine Gedanken gemacht.“

Trotz aller Bedenken lief ihr Rennen dann perfekt: „Ich wusste, dass auch mit weniger Training als früher das Schwimmen meine stärkste Disziplin ist. Außerdem hatte ich glücklicherweise nach dem Auftakt eine starke Mitstreiterin, sodass wir uns auf der Radstrecke abwechseln und den Vorsprung halten konnten. Dann kamen ein paar erstaunlich gute Beine zum Schluss und so blieb genug Puffer für den Sieg“, freut sich die neue Bayerische Meisterin.

Larissa Christl auf dem Weg zum BM-Titel

Konkurrentin Anna Hartmann hatte an diesem Tag das Nachsehen und lief etwas mehr als eine halbe Minute später durch das Ziel. „Die größte Herausforderung bei windschattenfreien Rennen ist es, erst einmal eine Radgruppe zu finden. Selbst wenn man weit vorne aus dem Wasser kommt, heißt das nicht, dass man im Gegensatz zu einem Windschatten freien Rennen einen Vorsprung zur Konkurrenz hat. Man muss sich meist zurückfallen lassen und sich von den Konkurrenten einholen lassen, um Anschluss im Rennen zu finden. Das würfelt das ganze Feld wieder durch“, berichtet sie aus Erfahrung. Denn selbst die schnellste Laufzeit reichte nicht, um noch an die Spitze zu gelangen.

Johanna Gaidamak

Die Dritte, Johanna Gaidamak findet das Rennen in Trebgast klasse: „Für meinen Geschmack eine top Strecke für schnelle Zeiten. Durch die vielen anderen Wettkämpfe am selben Tag gibt es auch eine Garantie für gute Stimmung an der Strecke und reichlich Zuschauer. Auch die Orga und der Ablauf verliefen wieder reibungslos, mit klasse Kommentatoren, die super durch den Wettkampf geleitet haben und Updates zu den führenden Sportlern und Teams gegeben haben. Zusammenfassend war es ein super ausgetragener Wettkampf.“

Hart umkämpfter Titel auf der Laufstrecke entschieden

Ein knappes Rennen war es bei den Herren.

Nur sieben Sekunden trennten am Ende den BM-Sieger Moritz Hägel vom Zweiten, Niklas Ludwig. Hägel, der nach dem Rad noch Fünfter war, überzeugte mit einem schnellen Lauf und hängte den Athleten des TSV Jahn Freising 1861 noch ab.
Der jedoch, war dennoch zufrieden mit seinem Wettkampf: „Ich ging ohne Erwartungen in das Rennen, da mir mit meiner Radstärke die Windschattenfreigabe nicht unbedingt entgegenkommt.“ Doch bereits beim Schwimmen konnte er eine Lücke reißen und gemeinsam mit Sebastian Marx auf das Rad steigen. Schnell stellte sich heraus, dass Ludwig dort der Stärkere war. Er suchte die Flucht nach vorne. Mit knapp einer halben Minute Vorsprung ging er vom Rad. Schon im Wechsel schmolz dieser jedoch dahin und am Ende reichte es nicht ganz. „An dieser Stelle nochmal Gratulation an Moritz Hägel“, sagt er.

Micha Grosch auf der Laufstrecke Trebgaster Triathlon
Micha Grosch auf der Laufstrecke Trebgaster Triathlon

Micha Grosch, der Dritte sagt zu dem rasanten, windschattenfreien Format: „Die Herausforderung ist es, eine Radruppe zu bilden, in der ordentlich und gleichmäßig gearbeitet wird, sodass ein ordentliches Renntempo entstehen kann.“

Ergebnisse BM

Männer

  1. Platz: HÄGEL Moritz (IFL Hof)
  2. Platz: LUDWIG Niklas (TSV Jahn Freising 1861)
  3. Platz: GROSCH Micha (TSG 08 Roth e.V.)

Frauen

  1. Platz: CHRISTL Larissa (TSG 08 Roth e.V.)
  2. Platz: HAUTMANN Anna (RSC Kempten)
  3. Platz: GAIDAMAK Johanna (RSC Kempten)

Link zu den Ergebnissen.

Fotos: Sören Otto, Christian Düll, Philipp Christl