Schweinfurt im Fokus: MainCity Triathlon mit mehreren Meisterschaften
Schon zum fünften Mal versammelt sich am 17. Mai die Triathlon-Szene in Schweinfurt beim MainCity Triathlon. Dabei wird das Rennen zur Bühne gleich mehrerer Titelkämpfe: Neben der Bayerischen Meisterschaft über die Sprintdistanz und der Bayerischen Meisterschaft im Para-Triathlon Sprint ist das Team der TG 48 Schweinfurt auch Gastgeber für die DACH-Meisterschaft im Para Triathlon. Der Zuschlag kam unerwartet, nachdem die Meisterschaft ursprünglich in Österreich hätte stattfinden sollen. Dass sie nun bereits zum zweiten Mal nach Unterfranken geht, ist kein Zufall, sondern ehrt das große Engagement des gesamten Orga-Teams.
Mit viel Herzblut organisiert
Denn seit jeher gelingt es den Schweinfurtern, eine Spitzenveranstaltung mit dem gewissen Etwas auf die Beine zu stellen. Das zeigt sich auch in den Starterzahlen zum kleinen Jubiläum: Fast alle Plätze der Sprint- und Kurzdistanz sind vergeben, rund 800 Athletinnen und Athleten werden Mitte Mai erwartet. „Als Starter habe ich eine Reihe von Namen aus dem Vorjahr wiedergefunden – auch mit längerer Anfahrt, zum Beispiel aus der Schweiz. Und die Deutsche Behinderten Sportjugend kommt zur Teilnahme am Staffelwettbewerb. Das wird ebenfalls ein Wiedersehen in Schweinfurt“, freut sich einer der Orga-Leiter,Norbert Huhn.
Von Beginn an haben sich die Verantwortlichen zudem dem Thema Inklusion verschrieben. Breite, voll gesperrte Strecken, barrierefreie Wechselzonen und durchdachte Abläufe ermöglichen es auch Para-Athletinnen und -Athleten, unter fairen und sicheren Bedingungen zu starten. Oft sind es dabei die kleinen Dinge, die den Unterschied machen: „Es ist immer wieder spannend, auch mit welchen Kleinigkeiten wir Inklusion einfacher machen können. Das fängt bei Bänken am Schwimmausstieg und in der Wechselzone an und geht bis hin zu einer kleinen Rampe für den Bordstein auf der Laufstrecke“, erklärt Andreas Vollert, der im Verein als Ideengeber und Ansprechpartner für inklusive Lösungen gilt.
Dass dieser Weg nicht selbstverständlich ist, beschreibt auch Elke Huhn, die das Organisationsteam koordiniert: „Natürlich gab und gibt es Berührungsängste, einfach weil Para-Sport auf vielen Veranstaltungen nicht stattfindet. Für uns war es anfangs neu, Rennrollstühle oder Laufprothesen zu sehen – und wenn Hilfe angefragt wird, auch mit anzufassen.“ Gerade diese Offenheit hat jedoch dazu beigetragen, dass sich der MainCity Triathlon zu einer festen Größe im inklusiven Sportkalender entwickelt hat.
Auch innerhalb des Teams wächst mit jeder Ausgabe die Begeisterung für den Para-Sport. „Erst einmal sind wir alle Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten“, sagt Martin Ackermann, Abteilungsleiter und verantwortlich für die Zeitnahme. „Welche Leistungen im Para-Triathlon zu erleben sind, ist beeindruckend – ich denke da an das Tempo der Handbikes oder das Vertrauen der sehbeeinträchtigten Athletinnen und Athleten mit ihren Guides beim Schwimmen, auf dem Tandem und beim Laufen.“
Wie selbstverständlich das Miteinander inzwischen geworden ist, zeigt sich auch in vielen persönlichen Geschichten rund um die Veranstaltung. „Mein Mann nimmt jedes Jahr mit seinem sehbehinderten Freund als Staffel teil, übernimmt das Schwimmen und sitzt dann vorne auf dem Tandem“, erzählt Birgit Diemer, die im Vorfeld Anfragen beantwortet und bei der Startnummernausgabe unterstützt. „Ich finde es großartig, dass wir Para-Sportler einfach mit einbeziehen können – und dass so viele von ihnen diese Gelegenheit nutzen. Darauf freue ich mich jedes Jahr.“
Sportlich verspricht die diesjährige Ausgabe Spannung auf schnellen Strecken. Der Baggersee, eingebettet in ein stadtnahes Freizeitareal, sorgt für kurze Wege, Übersicht und eine besondere Atmosphäre. Start, Wechselzone und Ziel liegen eng beieinander. Die flache, komplett gesperrte Radstrecke mit Wendepunkt lädt zum Tempo machen ein, bevor der abschließende Fünf-Kilometer-Lauf entlang des Sees und über befestigte Wege zurück ins Ziel führt. Was den MainCity Triathlon am Ende auszeichnet, ist die Mischung aus sportlicher Qualität und familiärer Atmosphäre. Viele Teilnehmende sprechen von einem „Wettkampf von Sportlern für Sportler“, getragen von Ehrenamt und Liebe zum Detail. Zusammen mit dem MainCityRun am Vortag entsteht so ein ganzes Wochenende im Zeichen des Ausdauersports.
Alle Infos zu dem Rennen gibt es hier.
Foto: Benno Vollert

Benno Vollert, einmalig
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