Ligaauftakt in Weiden: Triathlon-Fest mit Arena-Charakter
Traditionell fällt beim Triathlon in Weiden der erste Triathlon-Startschuss des Jahres. Neben zahlreichen Jedermännern und -Frauen ist damit auch die Bayerische Triathlon Liga in die neue Saison gestartet. Nicht nur deshalb ist das Rennen besonders: Was Pierre Jander und sein Team in den vergangenen Jahren aufgebaut haben, ist ein wahres Saison-Start-Fest. Mit Bayernliga, Regionalliga und Landesliga der Damen und Herren waren insgesamt sechs Ligabereiche vertreten. Hinzu kamen offene Rennen über die Supersprint-, Sprint- und olympische Distanz.
„Die Veranstaltung hat sich enorm entwickelt“, sagte Moderator Andreas Groß, der seit vielen Jahren in Weiden vor Ort ist. Besonders die kompakte Anlage prägt den Charakter der Veranstaltung. „Du musst dir das vorstellen wie eine kleine Arena. Vor dir der See, den du komplett überblicken kannst. Rundherum die Laufstrecke. Die Zuschauer sind hautnah dabei.“
Genau daraus entsteht in Weiden eine Dynamik, die Athletinnen, Athleten und Zuschauer mitnimmt. Rund um das Gelände reihten sich Pavillons und „Teamstützpunkte“ aneinander, dazwischen wurde gefachsimpelt, vorbereitet, angefeuert und regeneriert. Die Massagebereiche der Töpfer-Schulen lagen mitten im Geschehen. Trotz des Ernstes im Kampf um Punkte und Sekunden wirkte der gesamte Renntag entspannt. „Inzwischen fühlt sich das alles wie eine große Familie an“, meinte Groß. „Die Teams reisen mit ihren Pavillons an, daraus entsteht fast eine kleine Zeltstadt. Alles wirkt offen und freundschaftlich – und gleichzeitig geht es sportlich um absolute Spitzenleistungen.“
Volles Programm und knappe Rennen zum Auftakt
Dabei war das Programm alles andere als klein. Mit Bayernliga, Regionalliga und Landesliga der Damen und Herren waren insgesamt sechs Ligarennen vertreten. Dazu kamen offene Wettkämpfe über die Supersprint-, Sprint- und olympische Distanz. Schon am Morgen zeigte sich, wie eingespielt die Abläufe inzwischen sind. Der Einzelsprint mit Zehn-Sekunden-Startabständen lief ohne größere Verzögerungen durch. „Alle waren pünktlich am Start und extrem diszipliniert. Das muss man wirklich loben“, so Groß. Dass ein Renntag mit dieser Größe trotzdem so ruhig ablief, blieb für viele eines der auffälligsten Merkmale. Wechselzonen, Zielbereich und Laufstrecke waren über Stunden stark frequentiert – Hektik entstand dennoch kaum. „Eigentlich perfekte Voraussetzungen für Chaos“, meinte Groß rückblickend. „Aber genau das Gegenteil war der Fall. Alle haben aufeinander Rücksicht genommen. Kein Stress, kein lautes Wort.“
In der Regionalliga waren am Ende die Frauen der TSG 08 Roth I erfolgreich nachdem Laura Mederer und Anne Schmidhuber schon in der Prolog-Einzelwertung die ersten zwei Plätze belegten und dann auch die Mannschaftsverfolgung knapp für sich entschieden. Im Männer-Prolog der Regionalliga sah es zunächst ähnlich aus: Kilian Bauer und Jan Pluta von der TSG 08 Roth belegten die ersten beiden Treppchenplätze vor Lukas Stengel (TV 1848 Erlangen). In der Mannschaftsverfolgung setzten sich dann jedoch die Erlangener durch.
Am Stärksten in der Bayernliga präsentierten sich die Damen des SSV Forchheim II dank einer geschlossenen Teamleistung und während die Herren des MRRC München II nach dem Prolog noch auf Platz zwei lagen, erkämpften sie sich in der Mannschaftsverfolgung den Sieg.
Besonders stark präsentierten sich die Teilnehmerinnen der erstmals ausgetragene Landesliga der Frauen. Fast 15 Teams gingen an den Start und fügten sich perfekt in den Ligabetrieb ein. „Die Frauen wirkten direkt, als wären sie schon seit Jahren Teil der Liga“, sagte Groß. „Professionell, gleichzeitig locker und familiär. Das hat richtig Spaß gemacht.“ Die stärkste Mannschaftsleistung zeigt an diesem Tag das Team TV 1848 Erlangen II. In der Wertung der Landesliga Nord der Männer war dank den Plätzen 1,2 und 4 der Mannschaftssieg von „run& bike Kehlheim“ unvermeidbar.
Auch BTV-Präsident Gerd Rucker verfolgte das Geschehen vor Ort und sprach über die Entwicklung des Sports in Bayern. Dabei würdigte er nicht nur die Arbeit des Organisationsteams um Pierre Jander, sondern auch die positive Entwicklung des Triathlonsports insgesamt.
Alle Ergebnisse des Rennens im Detail gibt es hier.
Fotos: Andreas Groß

Andreas Gross, frei

Benno Vollert, einmalig