Gemeinsam wachsen beim inklusiven TriDay in Hilpoltstein

Was passiert, wenn aus Fremden ein Team wird? Wenn Geschwindigkeit und Können keine Rolle spielt, dafür gegenseitige Unterstützung umso mehr? Der inklusive TriDay in Hilpoltstein hat gezeigt, wie Sport Menschen verbindet und Inklusion ganz selbstverständlich erlebbar macht.

Eine Kooperation des Bildungsbüros des Landkreises Roth mit dem Bayerischen Triathlon-Verband, der Realschule Hilpoltstein und Regens Wagner machte es möglich: Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung kamen in Hilpoltstein zusammen. Es war ein Dienstagmorgen, im Stadtbad herrschte die Ruhe eines bedeckten, aber durchaus schönen Sommertages. Unter denen, die sich im Eingangsbereich versammelten waren zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Regens-Wagner-Einrichtung Zell sowie die Mountainbikeklasse der Anton-Seitz-Schule Hilpoltstein, aber auch Gäste.

Bald schon war die Morgenruhe im Freibad vorbei. Die Kinder und Jugendlichen waren doch etwas aufgeregt, genossen den etwas anderen Schulmorgen und selbstverständlich stieg der Lärmpegel. Nur einen Teil der Teilnehmenden störte das. Der andere Teil hatte für das Schwimmen die oft vorhandenen Hörimplantate bereits trocken verstaut und wurde von da an mit Gebärden über den Ablauf informiert.

Zunächst wurden die Realschülerinnen und Schüler mit den Teilnehmenden von Regens Wagner und den Gästen in Zweier- oder auch mal Dreierteams eingeteilt. In diesen gemischten Teams sollten die drei Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen gemeistert werden. Gemeinsam und immer mit dem Ziel, aufeinander zu achten.

Dabei ging es nicht um Bestzeiten oder Wettkampf. Viel wichtiger war, sich kennenzulernen, Vertrauen aufzubauen und die Stärken jedes Einzelnen einzubringen. Zusammen entscheiden, gegenseitig motivieren, Rücksicht nehmen und Erfolge teilen – genau diese Erfahrungen machten den TriDay zu etwas Besonderem.

„Inklusion gelingt dort, wo Menschen sich begegnen und gemeinsam aktiv werden. Der TriDay schafft genau diesen Raum. Hier erleben Kinder und Jugendliche, dass Unterschiedlichkeit kein Hindernis ist, sondern eine Bereicherung für das Miteinander“, sagt Bildungskoordinatorin Christine Waitz.

Ob auf dem Fahrrad, dem Roller oder dem Kettkart – jede und jeder fand den passenden Weg, um Teil des Teams zu sein. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch David Matheisl mit der Mountainbikeklasse der Realschule Hilpoltstein, vom TV Hilpoltstein, dem Bayerischen Triathlon-Verband mit Thomas Burger und Team und dem Team von Regens Wagner mit Ines Kretschmer. Ihr Engagement trug dazu bei, dass alle Teilnehmenden die Freude an der Bewegung und am gemeinsamen Erleben in den Mittelpunkt stellen konnten.

Wie schnell Inklusion dann klappen kann, zeigte sich ganz am Ende der Veranstaltung am Mittag. Fast noch wäre die Stimmung gekippt, als die Schülerinnen und Schüler bemerkten, dass sie die Gelegenheit verpasst hatten, sich von „ihren“ Partnern zu verabschieden. Kurzerhand hielten die Busse von Regens Wagner nochmals am Sammelpunkt der Realschüler, um auch den Abschied noch zelebrieren zu können.

Die Veranstaltung wurde unterstützt durch den BVS Bayern, den Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband.