Liga-Finale in Schongau: Spannung, Emotionen und ein Triathlonfest für gegenseitigen Respekt

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„Ein würdigeres Finale hätte die Ligasaison 2026 kaum finden können“, findet Liga Moderator und Urgestein Andreas Groß. Nicht nur aus seiner Sicht trafen beim Schongau-Triathlon hochklassiger Sport, packende Entscheidungen und emotionale Momente auf perfekte äußere Bedingungen. So wurden auf den anspruchsvollen Strecken entlang des Lechs die Titel vergeben – teilweise fielen die Entscheidungen erst mit den allerletzten Schritten ins Ziel.

„Das war einer der schönsten Schongau-Triathlons überhaupt“, lehnt sich Andreas Groß sogar aus dem Fenster. Dass dieser Eindruck entstand, lag nicht allein an den sportlichen Leistungen. Helfer, Sponsoren, Zuschauer und Athleten sorgten gemeinsam für eine besondere Atmosphäre. Auch das Wetter spielte einigermaßen mit – und das ist gerade im Schongau alles andere als selbstverständlich. Sogar der traditionell für den Wettkampf aufgestaute Lech präsentierte sich ruhig, die Wassertemperatur lag bei knapp 20 Grad und bot nahezu ideale Bedingungen.

Nicht selbstverständlich: Gute Bedingungen im aufgestauten Lech

Anspruchsvolle Strecke verlangt den Athleten alles ab

Nach dem traditionellen Fußmarsch zum Schwimmstart werden die Startgruppen von Böllerschützen auf die Reise geschickt. Bereits wenige Meter nach dem ersten Wechsel wartet die erste harte Prüfung: Ein kurzer, aber äußerst steiler Anstieg zwingt die Athletinnen und Athleten sofort in den roten Bereich – ja, der Schongauer Kurs besitzt gerade deshalb längst Kultstatus. Auch die zehn Kilometer lange Radstrecke verlangt mit ihrem welligen Profil höchste Aufmerksamkeit, ehe auf der abschließenden Laufstrecke die Positionskämpfe unmittelbar vor den Zuschauern ausgetragen werden.

1:05:40 war die schnellste Endzeit des Tages im Mannschaftsrennen der Regionalliga Männer. Die leistete das Team der TG Viktoria Augsburg (Meyer, Malleczek, Mahl, Hohenadl, Lippert). Für die Schwaben bedeutete der Tagessieg gleichzeitig den Gesamtsieg nach einer konstant starken Saison.

Für das größte Drama des Tages sorgte in diesem Rennen die TSG 08 Roth. Sportlich kämpfte das Team bis zum Schluss um die Spitzenplätze, ehe eine übersehene Zeitstrafe die Wertung auf den Kopf stellte. Zwar bemerkte die Mannschaft den Fehler noch und wollte die Strafe nachträglich absitzen, doch zu diesem Zeitpunkt war die Ziellinie bereits überquert. Das Reglement ließ keinen Spielraum und die Folge war die Disqualifikation. Damit platzte für die Rother der Traum vom zweiten Gesamtrang – in der Saisonwertung reicht es nun nur für Platz fünf. Nutznießer war der Post SV Nürnberg, der auf Rang zwei vorrückte. Noch größer dürfte die Freude beim Tri-Team Schongau gewesen sein. Vor heimischem Publikum schien ein Platz auf dem Podium zunächst außer Reichweite. Nach einem starken Wettkampf und der Disqualifikation der Konkurrenz durfte das Gastgeberteam schließlich doch noch über Gesamtrang drei jubeln.

Regionalliga Männer

Bayernliga Männer: Rosenheim macht den Titel perfekt

Als Tabellenführer war das TriTeam des TSV 1860 Rosenheim nach Schongau gereist und sollte den Eindruck im Finale bestätigen. In der Besetzung Mandl, Steigmiller, Maier und Sautter krönten die Oberbayern ihre konstant starke Saison und sicherten sich mit vier Sekunden zwar knapp, aber verdient den Tagessieg, was gleichzeitig den Spitzenplatz in der Endwertung bedeutet. Das Team des TSV Gaimersheim hatte zwar bis zuletzt gekämpft, musste sich aber am Ende des Tages mit Platz zwei zufrieden geben. Der dritte Treppchenplatz ging hingegen recht eindeutig an den SV Bayreuth.
In der Saisontabelle sichert sich der SV Bayreuth Platz zwei, vor die Gaimersheimer schiebt sich trotz guten Tagesergebnisses noch der MRRC München II auf das Treppchen

Regionalliga Frauen: Roth gewinnt das direkte Duell

Die vielleicht größte Spannung bot das Rennen der Frauen-Regionalliga. Punktgleich gingen die TSG 08 Roth und der TV Planegg-Krailling in das Saisonfinale und lieferten sich einen Showdown. Am Ende setzte sich die junge Rother Mannschaft mit Anne Schmidhuber, Selina Noderer, Vanessa Aberham und Nele Bott mit 25 Sekunden Vorsprung jedoch durch. Mit dem Tagessieg sicherten sie sich gleichzeitig auch den Gesamtsieg der Regionalliga. Planegg-Krailling durfte sich nach einer ebenfalls starken Saison über Rang zwei freuen. Platz drei sicherte sich an diesem Tag der MRRC München II, in der Saisonwertung freuen sich die Frauen des RSC Kempten über den dritten Rang.

Auch bei den Frauen der Bayernliga war die Rennentscheidung bis zum Schluss offen. Tabellenführer Post SV Nürnberg musste sich hier im Finale einem überraschend starken TSV Weilheim stellen, der sich trotz seiner Ausgangsposition im Mittelfeld der Tabelle früh in den Kampf um den Tagessieg einschaltete. Erst auf den letzten Kilometern der Laufstrecke fiel die Entscheidung: Am Ende behauptete der Post SV Nürnberg (Bader, Etzold, Eberlein, Seeberger) mit knappen zehn Sekunden Vorsprung seine Spitzenposition und die Mädels durften über den Gesamtsieg im Rennen und auch in der Saisonwertung jubeln. Trotz Wettkampfes überwog im Ziel der gegenseitige Respekt – beide Mannschaften gratulierten sich unmittelbar nach Rennende fair und herzlich.
In der Endtabelle finden sich der SV Würzburg 05 auf der zweiten und TWin Neumarkt auf der dritten Position.

Sport steht für gegenseitigen Respekt im Rennen und darüber hinaus

„Ich hoffe sehr, dass diese traditionsreiche Veranstaltung eine Zukunft hat“, fasst Moderator Andreas Groß den ereignisreichen Tag am Ende zusammen. Hinter den Kulissen sei der organisatorische Aufwand enorm, zudem sorgten Straßensperrungen nicht überall für Zustimmung. Neben den Liga-Wettkämpfen zeigte aber vor allem auch das Rahmenprogramm, dass Sport stets für gegenseitigen Respekt, friedliches Miteinander und Lösungen steht.

Vor dem ersten Start des Tages hatte Pfarrer Michael Bischoff, selbst begeisterter Triathlet, die traditionelle Andacht gesprochen. Über dem Veranstaltungstag lag natürlich auch der Schatten der tragischen Ereignisse am Schongauer Welfengymnasium. Die Organisatoren hatten sich bewusst für einen stillen, würdevollen Umgang mit dem Thema entschieden. Die Worte des Pfarrers erinnerten an die Betroffenen, rückten aber zugleich Gemeinschaft, Zusammenhalt und Hoffnung in den Mittelpunkt – Werte, die den gesamten Veranstaltungstag prägten und unter denen auch die Rennen über die Volks- und Olympische Distanz für Jedermann abliefen. Den emotionalen Abschluss bildete der Langauer Inklusionslauf, bei dem Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam auf die Strecke gingen. „Der Sport sollte an diesem Tag verbinden und zugleich ein Zeichen gegen Gewalt setzen. Ich finde, genau das ist gelungen“, ist Andreas Gr0ß überzeugt.

Die Ergebnisse des Tages sind hier (Link) zu finden.

Fotos: Andrea Gutmann