Vorfreude auf das Jubiläum des Regensburger Triathlon: Tradition und Treppenstufen

Als 1990 die erste Auflage des Regensburger Triathlons über die Bühne ging, ahnte wohl niemand, dass daraus einmal eine der traditionsreichsten Veranstaltungen im bayerischen Triathlon-Kalender werden würde. Am 2. August feiert Triatar Regensburg nun die 35. Austragung seines Rennens. Das eigentliche Jubiläum hätte bereits ein Jahr früher angestanden – doch die pandemiebedingte Absage im Jahr 2020 verschob den Meilenstein um eine Saison. Zwischen Schleusenkanal, Donau und den Straßen nördlich der UNESCO-Welterbestadt treffen nun am 2. August sportlicher Anspruch und familiäre Atmosphäre zum Jubiläumsrennen aufeinander.

Der Wettkampftag beginnt traditionell im Regensburger Schleusenkanal. Das ruhige Gewässer direkt unterhalb der Oberpfalzbrücke gehört längst zu den Markenzeichen des Wettkampfes und bietet beste Bedingungen für den Auftakt. Anschließend führt die Radstrecke hinaus aus der Stadt. Wellen und kurze Anstiege fordern eine kluge Renneinteilung, bevor auf dem abschließenden Laufkurs entlang des Grieser Spitzes und der Donau noch einmal schnelle Beine gefragt sind. Auch 2026 stehen die beiden bewährten Distanzen im Mittelpunkt: über die Sprintdistanz mit 500 Metern Schwimmen, 22 Kilometern Radfahren und fünf Kilometern Laufen sowie die Olympische Distanz mit 1,5 Kilometern Schwimmen, 44 Kilometern Radfahren und zehn Kilometern Laufen gehen sowohl ambitionierte Athletinnen und Athleten als auch Einsteigerinnen und Einsteiger an den Start. Eine Besonderheit erwartet die Teilnehmenden in diesem Jahr allerdings auf der Radstrecke. Weil eine Brücke gesperrt ist, war das Organisationsteam gezwungen, eine neue Streckenführung zu entwickeln. Die Lösung des Problems ist definitiv ungewöhnlich: Vom Stadtteil Winzer kommend führt die Strecke unter der Autobahn hindurch und entlang des Donaudamms bis zur Oberpfalzbrücke. Dort heißt es an einer zusätzlichen Dismount-Line absteigen, das Rad schultern und die Treppe zu Fuß überqueren, bevor das Rennen auf der anderen Seite fortgesetzt wird. Zusätzliche Helferinnen und Helfer werden allerdings auch dafür sorgen, dass die Passage sicher und reibungslos abläuft.

Auch ein 35.-jähriges Jubiläum wäre ohne Helfer nicht möglich

In 35 Jahren sammeln sich unzählige Geschichten an. Besonders eng mit dem Rennen verbunden ist zum Beispiel Sebastian Neef, der seine sportliche Laufbahn bei TRISTAR Regensburg begann und den Heimtriathlon gleich viermal in Folge gewann. Auch die Veranstaltung selbst hat sich immer wieder weiterentwickelt. Neben Sprint- und Olympischer Distanz wurden zeitweise sogar Mitteldistanzen angeboten. Mit dem Ironman Regensburg (2010 bis 2012) und später der Challenge Regensburg (2016 und 2017) war die Domstadt zeitweise auch Schauplatz großer Langdistanzrennen. Dauerhaft etablieren konnten sich diese Formate allerdings nicht – der Regensburger Triathlon konzentriert sich heute bewusst auf seine Wurzeln. Immerhin steckt hinter einer Veranstaltung dieser Größe weit mehr als nur der Wettkampftag selbst. Die monatelange Vorarbeit und Organisation erfolgt immer noch größtenteils ehrenamtlich. Ohne die vielen engagierten Helferinnen und Helfer könnte die Veranstaltung nicht Jahr für Jahr stattfinden.
Viele von ihnen sind schon ewig dabei und werfen gerade zum Jubiläum auch mal einen Blick zurück: „An tollen Erinnerungen mangelt es auf jeden Fall nicht!“, kommt es aus dem Orga-Team. „Gerade das Wetter hat uns in den vergangenen 35 Jahren nahezu jedes Szenario beschert – von Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke über Dauerregen bis hin zu Sturm und Kälte. Einmal zug kurz nach Veranstaltungsende innerhalb weniger Minuten ein heftiger Sturm auf. Damit die Zelte nicht vom Wind erfasst wurden, legten sich jeweils mehrere Helfer auf die Dächer und hielten sie fest, bis das Unwetter vorübergezogen war.“ Gerade das ist eine Szene, die sinnbildlich dafür steht, was den Regensburger Triathlon seit 35 Jahren auch ausmacht: Zusammenhalt und das gemeinsame Ziel, eine tolle Veranstaltung möglich zu machen.

Wir wünschen eine gelungene Jubiläums-Auflage!

Fotos: TRISTAR Regensburg