Verbands- und Thementag: BTV setzt auf Austausch und Praxis

Rund 70 Teilnehmende kamen am 31. Oktober in Ingolstadt zum Verbands- und Thementag des Bayerischen Triathlon-Verbandes zusammen. Der Tag kombinierte Verbandsarbeit mit Impulsen zu Themen, die Vereine, Trainer, Veranstalter und Kampfrichter im Alltag beschäftigen: Nachwuchs fördern, Eltern einbinden, Wechsel optimieren und auch in angespannten Situationen handlungsfähig bleiben.

Trainerinnen und Trainer waren ebenso anwesend, wie Veranstaltende und Kampfrichterinnen und Kampfrichter. Auch zwei gehörlose Sportler waren an diesem Tag dabei und wurden von zwei Gebärdensprachdolmetschern begleitet. Unter ihnen war Alexa Götz, Fachwartin undzentrale Ansprechpartnerin für Triathlon im Bayerischen Gehörlosen-Sportverband (BGS).

Am Vormittag verteilten sich die Teilnehmenden auf zwei parallel laufende Fortbildungen. Hanna Krauss musste krankheitsbedingt absagen, Roland Knoll sprang spontan als Referent ein. Sein Vortrag „Talent erkennen und fördern“ führte mitten hinein in die Nachwuchsarbeit. Es ging darum, Talente wahrzunehmen, sie zu begleiten und ihnen Zeit zu geben, sich zu entfalten. Im zweiten Raum zeigte Andreas Groß, wie vorbereitete, klare und professionelle Kommunikation hilft, wenn Konflikte und Krisen im Verein oder im Wettkampf auftreten. Auch die eine oder andere Hausaufgabe gab er den Teilnehmenden mit nach Hause.

Im Mittelpunkt des Programms stand natürlich der alljährliche Verbandstag des BTV. Das Präsidium und die Beauftragten berichteten von einem rundum erfolgreichen Jahr. Bei den Aussprachen kamen keine weiteren Fragen auf, und das Präsidium wurde einstimmig entlastet.

Ein Antrag zur Änderung und Erweiterung der Gebührenordnung wurde ebenfalls einstimmig angenommen. Die Änderung betrifft ausschließlich Formate, die sich keiner klassischen Triathlondistanz zuordnen lassen – etwa Wettkämpfe mit mehreren Durchgängen oder Ausscheidungsformate. Für solche Sonderformate sollen künftig Zeitäquivalente die Einstufung erleichtern.

Andreas Groß und Roland Knoll geehrt

Bei den Ehrungen rückten Menschen in den Mittelpunkt, die den bayerischen Triathlonsport seit vielen Jahren prägen. Andreas Groß tut das unüberhörbar. Er gibt den Triathlonwettkämpfen und besonders der Triathlon Liga Bayern seit mehr als einem Vierteljahrhundert (s)eine Stimme. Ingo Macher hielt die Laudatio und gab Groß’ langjährigem Engagement damit einen besonderen Platz im Programm.

Ein ganz besonderer Moment war die Auszeichnung von Roland Knoll. Christine Waitz überreichte dem sichtlich überraschten Trainer der BTV-Sichtungsgruppe im Namen der DTU den Reinhold-Häußlein-Nachwuchstrainerpreis. Knoll machte deutlich, warum gerade diese Ehrung für ihn eine besondere Bedeutung hat: „Ich lege sonst keinen Wert auf Auszeichnungen, aber über einen Nachwuchstrainerpreis freue ich mich wirklich, denn das ist die Arbeit, die mir am Herzen liegt.“

Am Nachmittag rückte die „vierte Disziplin“ in den Mittelpunkt: die Wechsel zwischen Schwimmen, Radfahren und Laufen. Studentinnen der TUM zeigten auf Initiative von Dr. Martin Schönfelder, wie sich Wechselzeiten gezielt trainieren und objektiv beurteilen lassen. Im parallel laufenden Workshop von Sportpsychologin Dr. Valeria Eckardt ging es darum, Erwartungen mit Eltern zu klären und sie als verlässliche Partner in der Nachwuchsarbeit einzubinden.

Nach einem langen Tag voller Eindrücke und Informationen schaffte Horst Suck es, die Teilnehmenden mit seiner Fortbildung zu Deeskalation im Wettkampf noch einmal mitzureißen. Praxisnah und sympathisch zeigte er, wie man auch in schwierigen Situationen sicher handelt und zur Deeskalation beiträgt.

Fotos: BTV