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Mitten im Jahr 2025 blicke ich bereits auf eine ereignisreiche und erfolgreiche erste Saisonhälfte zurück – doch eigentlich beginnt meine Geschichte etwas früher: Im Oktober 2024 stand meine internationale Klassifizierung an. Diese fand in Alhandra, Portugal, statt und legte fest, dass ich künftig in der Startklasse PTS3 antreten werde. Im Rahmen dieser Klassifizierung durfte ich auch gleich meinen ersten internationalen Wettkampf bestreiten – mit einem perfekten Einstand: Ich konnte die Goldmedaille gewinnen.

Die Saisonvorbereitung für 2025 brachte einige bedeutende Veränderungen mit sich. Ich wechselte zum 1. FCN Schwimmen und wurde gleichzeitig in den Para-Kader des Bayerischen Triathlon-Verbands (BTV) aufgenommen. Damit erhielt ich nicht nur Zugang zu einem professionellerem Umfeld, unter anderem durch Landestrainerin Julia Fankel, sondern auch finanzielle Unterstützung, die es mir ermöglichte, an wichtigen internationalen Rennen teilzunehmen. So konnte ich bereits im Februar beim Saisonauftakt in Abu Dhabi an den Start gehen. Dort sicherte ich mir die Silbermedaille und sammelte wertvolle Punkte für das World Ranking.

Podium Sportveranstaltung

Es folgte ein intensives Frühjahr mit drei Wettkämpfen innerhalb von drei Wochen – verbunden mit weiten Reisen. Den Auftakt machte Usbekistan, wo ich erneut Gold gewinnen konnte. Nur eine Woche später fanden die Deutschen Meisterschaften in Schweinfurt statt, bei denen ich mir ebenfalls den obersten Platz auf dem Podest sichern konnte.

Doch mein bisheriges Saisonhighlight stand erst noch bevor: das World Triathlon Para Series Rennen in Taranto, Italien. Dieser Wettkampf, der mehr Punkte als ein World Cup einbringt, zog viele internationale Top-Athleten an – darunter auch Daniel Molina, der bei den Paralympischen Spielen in Paris die Goldmedaille gewann. Hinzu kamen extreme Wetterbedingungen: Temperaturen über 30 Grad sorgten für aufgeheiztes Wasser – das Schwimmen musste ohne Neoprenanzug absolviert werden – für mich keine einfache Situation. Dennoch gelang es mir, als Dritter aus dem Wasser zu kommen und diese Position bis ins Ziel zu halten – ein starkes Ergebnis bei diesem hochklassig besetzten Rennen. Daniel Molina überquerte die Ziellinie als Vierter.

Durch diese Erfolge habe ich es geschafft, mich innerhalb nur einer Saison unter die Top 10 des World Rankings vorzuarbeiten – ein Meilenstein, mit dem ich zu Beginn der Saison nicht gerechnet hätte. Damit stehen die Chancen gut, dass ich auf die Startliste für die Weltmeisterschaften, die diesen Oktober in Australien stattfinden, komme – allein diese Aussicht ist für mich bereits ein unglaublicher Erfolg. In den kommenden Monaten heißt es deswegen: weiter hart arbeiten, um in Topform in die zweite Saisonhälfte zu starten. Ich freue mich auf die kommenden Herausforderungen und bin gespannt, wohin mich der Weg noch führen wird!

Valentin Hanzer gehört zu den vielversprechendsten Nachwuchsathleten im deutschen Para Triathlon. Der 1997 in München geborene Sportler startet in der Startklasse PTS3 und hat sich in kürzester Zeit einen Namen auf nationaler und internationaler Ebene gemacht. Seinen ersten Triathlon absolvierte er 2021 auf Mallorca – damals noch ohne großes Ziel. Die Begeisterung für dens Sport sprang sofort über. Seither trainiert er ambitioniert und mit einem klaren Fokus: die Teilnahme an den Paralympics 2028 in Los Angeles.

Bereits bei seinem internationalen Debüt im Oktober 2024 beim Para-Weltcup in Alhandra (Portugal) gelang ihm ein Paukenschlag: Mit einer starken Gesamtleistung sicherte sich Hanzer auf Anhieb den Sieg in der PTS3-Klasse. Es folgten weitere beeindruckende Auftritte, unter anderem beim World Triathlon Para Cup in Abu Dhabi im Februar 2025, wo er mit einem zweiten Platz seine internationale Konkurrenzfähigkeit unter Beweis stellte. Im Mai gewann er den World Triathlon Para Cup in Samarkand, und nur wenige Wochen später krönte er sich in Schweinfurt zum Bayerischen und DACH-Meister – alles innerhalb eines Jahres nach seinem Einstieg ins Weltcupgeschehen.

Mit seinem Blog auf triathlonbayern.de gibt Valentin Einblicke in sein Training, seinen Alltag als Para-Athlet und seine persönlichen Erfahrungen auf dem Weg zur internationalen Spitze.

  • Blog 1 – 8. Juli 2025: Erfolgreicher Start in die Saison 2025 – ein Zwischenfazit
  • Blog 2 – 20 August: Urlaub mitten in der Saison – geht das als Triathlet?

Zwei deutsche Para Aktive vertreten am Samstag beim Rennen der World Triathlon Para Series (WTPS) im italienischen Taranto die Deutsche Triathlon Union (DTU) und den BTV. Für Anja Renner (PTVI) ist es der zweite Start in der höchsten Para Rennklasse in diesem Jahr. Ebenfalls in Taranto dabei ist Valentin Hanzer (PTS3). Für ihn ist es nach drei guten Auftritten im Weltcup in den vergangenen acht Monaten der erste Start überhaupt in der World Triathlon Para Series.

Anja Renner, Dritte der Paralympischen Spiele von 2024, belegte Mitte Mai im japanischen Yokohama Rang zwei hinter der Italienerin Francesca Tarantello, die auch bei ihrem Heimspiel die schärfste Konkurrentin Renners ist. „Anja will ums Podium mitkämpfen. Die Konkurrenz ist sehr stark und gleicht einer WM oder den Paralympics“, erklärt Tom Kosmehl, Bundestrainer Para Triathlon.

Valentin Hanzer ist Senkrechstarter. Am vergangenen Wochenende siegte er in Schweinfurt und holte sich vor Max Gelhaar den DM-Titel. Auch international war er zuletzt mit er zwei Siegen und einen zweiten Platz erfolgreich. „Mal sehen, wie er sich schlägt. Er will an seine Leistungen der vergangenen Wochen anknüpfen“, sagt Kosmehl.

Zu den Startlisten geht es hier.

Der bayerische Para Triathlet Valentin Hanzer hat beim Auftakt der World Triathlon Weltmeisterschafts-Serie in Abu Dhabi einen beeindruckenden zweiten Platz belegt. Im ersten Para Weltcup der Saison – und erst dem zweiten seiner noch jungen Karriere – musste sich der Münchner in der PTS3-Klasse nur dem Briten Ryan Taylor geschlagen geben. Nach 750 Metern Schwimmen, 20 Kilometern Radfahren und 5 Kilometern Laufen überquerte Hanzer die Ziellinie nach 1:07:51 Stunden – 55 Sekunden hinter Taylor (1:06:56).

Para Triathlet OrthesenDer Wettkampf begann für Hanzer mit einer Überraschung: „Das Rennen war total spannend. Ich bin als Erster aus dem Wasser gekommen – obwohl Schwimmen eigentlich nicht meine beste Disziplin ist. Ich habe mich im Wasser sogar mehrfach umgeschaut, weil ich es nicht richtig glauben konnte.“ Doch in der darauffolgenden Pre-Transition verlor er wertvolle Sekunden: „Der schnelle Wechsel in die Orthoprothesen ist nicht ganz einfach.“

Die Ruhe behalten und zum Erfolg gelaufen

Auf der Radstrecke wurde Hanzer dann vom starken Wind herausgefordert. „Es war wirklich hart, sodass mich drei Athleten überholen konnten“, schilderte er. Doch sein Kampfgeist zahlte sich auf der Laufstrecke aus: „Nach einem schnellen Wechsel in T2 ging ich als Vierter auf die Laufstrecke. Trotz der schlechten Ausgangslage habe ich nicht die Nerven verloren, konnte mich Stück für Stück vorarbeiten und schließlich zwei meiner Kontrahenten überholen.“ Besonders stolz zeigte sich Hanzer darüber, dass er seine Laufstrategie verbessert hat: „Ich bin nicht wieder zu schnell angegangen, sondern habe konstant begonnen und mich dann gesteigert.“

Para Triathlet am StrandDie Reise nach Abu Dhabi war für den Münchner ebenfalls eine Herausforderung. Neben Zeitverschiebung und langer Flugzeit sorgte eine Verzögerung beim Fahrradshuttle während der Bike Familiarization für zusätzliche Hürden: „Ich konnte nur eine Runde fahren, aber solche Erfahrungen sind wichtig – schließlich muss man auch im Rennen mit unvorhergesehenen Situationen umgehen können.“

Trotz der kleinen Rückschläge überwiegt die Freude über den erfolgreichen Saisonstart. „So ein Erfolgserlebnis so früh in der Saison ist natürlich sehr motivierend. Ich werde weiter hart trainieren und hoffe, dass ich meine Laufleistung noch weiter verbessern kann.“ Ein besonderes Augenmerk will Hanzer auf die Wechselzonen legen: „Hierbei unterstützen mich die Techniker von Pohlig tatkräftig. Wir arbeiten bereits an einer Lösung, die ich in den kommenden Rennen testen werde.“

Mit dem langfristigen Ziel, sich für die Paralympischen Spiele 2028 in Los Angeles zu qualifizieren, blickt Hanzer optimistisch in die Zukunft: „Ich hoffe, dass ich es in den Perspektivkader der Deutschen Triathlon Union schaffe – denn die Aussicht auf eine Teilnahme an den Paralympics ist das, was mich antreibt.“

Fotos: private Aufnahmen

Im portugiesischen Alhandra trat Valentin Hanzer am vergangenen Wochenende zu seinem ersten Para Weltcup an. Dem jungen Münchener gelang die Sensation: Auf Anhieb gewann er die Startklasse PTS3. Ebenfalls am Start war Julian Winter. Er und sein Guide Tim Wolf erreichten in der Klasse PTVI Rang sieben. Sarah Steinke finishte zunächst auf dem dritten Platz in der Klasse PTS5. Aufgrund der Unklarheiten bezüglich der gerade eben erst vorgenommenen Klassifizierung wurde ihr Ergebnis im Nachgang jedoch leider annuliert.

Wir haben uns mit Newcomer Valentin Hanzer unterhalten.

Hallo Valentin, am Wochenende warst du bei deinem ersten internationalen Rennen, dem Para Weltcup in Alhandra, am Start. Den hast du nicht nur hervorragend gemeistert, sondern sogar gleich den Sieg geholt! Wie war das Rennen für dich?

Es war sehr aufregend und natürlich sind auch gleich ein paar Sachen schiefgegangen: Ich bin aufgrund der starken Strömung 100m zu viel geschwommen und auf der ersten Radrunde habe ich meine Flasche verloren. Am Ende habe ich trotzdem als erster die Ziellinie erreicht. Das war wirklich ein unbeschreibliches Gefühl. Bisher habe ich vor allem an Amateurrennen teilgenommen und einen Triathlon zu gewinnen erschien mir immer so unerreichbar. 

Para Triathlet
Valentin Hanzer im Ziel

Du wurdest erst direkt vor dem Rennen in die Klasse PTS3 klassifiziert. Was bedeutet diese Klasse und welche Konsequenzen hat diese Klassifizierung für dich?

Das Ergebnis der Klassifizierung hat mich sehr erleichtert. Ich wurde auch auf nationaler Ebene als PTS3 klassifiziert insofern freue ich mich, dass beide Klassifizierungen übereinstimmen. Für mich bedeutet das auch, dass ich hoffentlich auch in Zukunft gute Ergebnisse einfahren kann.

Wie lange machst du schon Triathlon?

Wie schon erwähnt, habe ich in der Vergangenheit v.a. an Amateurrennen teilgenommen – in unregelmäßigen Abständen. Mein erster Triathlon war der Triathlon de Portocolom, den ich 2021 auf Mallorca absolviert habe. So richtig angefangen habe ich aber erst dieses Jahr. Davor hatte ich weder einen Trainer oder Trainingsplan noch Wattmesser und Fahrradcomputer oder Laufprothesen. Dieses Jahr im August hatte dann ich dann auch mein Debüt als Para Triathlet beim Triathlon Nürnberg. 

Was sind deine Ziele? 

Ziel ist es, mich für die Paralympischen Spiele 2028 in LA zu qualifizieren.

Vielen Dank für das Interview!

Zu den Ergebnissen geht es hier (Link).

Fotos: private Aufnahmen