Sportlich, motiviert, mittendrin – Chiara Göttler bringt frischen Wind in den BTV

Mit Beginn des neuen Schuljahres darf der Bayerische Triathlon-Verband ein neues Gesicht begrüßen: Chiara Göttler verstärkt das Team im Rahmen ihres Freiwilligen Sozialen Jahres in der Geschäftsstelle. Die 18-Jährige bringt nicht nur frischen Wind und tatkräftige Unterstützung in die tägliche Verbandsarbeit, sondern verfolgt parallel auch ihre sportliche Laufbahn als Triathletin am Bundesstützpunkt Nürnberg.

2025 war schon jetzt ein besonderes Jahr: Die Harburgerin sicherte sich beim Europe Triathlon Junior Cup in Tabor souverän den Sieg und lieferte auch sonst starke Ergebnisse im nationalen Wettkampfzirkus.
Schon früh entdeckte sie ihre Begeisterung für den Triathlon und konnte sich über regionale und bayerische Erfolge stetig weiterentwickeln. Zu ihren bisherigen Highlights zählen Podiumsplätze bei bayerischen Meisterschaften sowie Starts auf nationaler Ebene, bei denen sie sich regelmäßig in der Spitze behauptete. Durch ihr Training am Bundesstützpunkt Nürnberg arbeitet Chiara gezielt an ihrem nächsten Karriereschritt und bringt die Leidenschaft für den Sport auch abseits der Wettkampfstätten mit in ihre Arbeit beim Verband ein. Wir haben nochmal nachgehakt.

Chiara, willkommen im Team! Warum hast du dich für ein Freiwilliges Soziales Jahr entschieden – und warum gerade beim BTV?

Danke! Ich habe mich für ein Freiwilliges Soziales Jahr entschieden, weil ich gerne etwas Praktisches machen wollte, bevor ich ein Studium anfange. Ich wollte Erfahrungen sammeln und einfach mal sehen, wie der Alltag im Sportbereich aussieht – vor allem hinter den Kulissen. Beim BTV hat mich besonders angesprochen, dass ich meine Leidenschaft für den Triathlon mit der Arbeit verbinden kann. Ich finde es cool, Teil eines Teams zu sein, das den Sport fördert und organisiert, und gleichzeitig selbst aktiv bleiben zu können.

Kannst du uns kurz erzählen, wie du zum Triathlon gekommen bist?

Ich komme aus der Nähe von Harburg, wo jedes Jahr der allbekannte Dorflauf stattfindet. Schon ein paar Wochen vor dem Lauf traf sich dort immer eine große Gruppe von Kindern in meinem Alter – die Triakids vom TSV Harburg. Sie haben sich gemeinsam aufgewärmt, gespielt und die Strecke abgelaufen. Das hat mich begeistert, und ich wollte unbedingt auch mitmachen. Aber unsere Mama meinte, ohne Training wird das nichts. Also sind wir zu den Triakids gegangen und haben beim Vorbereitungstraining mitgemacht und sind danach immer mal wieder zum Triathlontraining, was mir dann nach einer Zeit richtig viel Spaß gemacht hat.

Läuferin auf Weg entlang eines Sees

Chiara Göttler beim Rothsee Triathlon 2025

Welche deiner bisherigen sportlichen Erfolge sind dir besonders in Erinnerung geblieben?

Einer meiner schönsten Erfolge war dieses Jahr der Sieg beim Europacup – vor allem, weil ich völlig ohne Erwartungen an den Start gegangen bin. Dann so ein Ergebnis zu erzielen, war einfach ein wahnsinnig gutes Gefühl, besonders gegen internationale Athleten. Auch der Sieg mit der Mixed Team Relay letztes Jahr war etwas ganz Besonderes. Die Stimmung und Atmosphäre waren genial, und das ganze Team hat einen angefeuert und unterstützt – das hat richtig motiviert und stark gemacht.

Du trainierst am Bundesstützpunkt Nürnberg – wie sieht ein typischer Trainingstag bei dir aus?

Jeder Tag läuft ein bisschen anders ab, aber meistens startet er schon früh – gegen 7:30 Uhr – mit der ersten Trainingseinheit, entweder Schwimmen oder Laufen. Danach gibt’s erst mal ein ordentliches Frühstück, bevor es später Mittagessen gibt. Am Nachmittag steht dann die zweite Einheit des Tages an, und manchmal kommt sogar noch eine weitere dazu.

Welche Ziele hast du dir für die kommende Saison gesteckt?

Ich möchte vor allem an meiner Schwimmform arbeiten, damit ich mich bei internationalen Rennen schon zu Beginn im vorderen Feld positionieren kann. Außerdem will ich meine Stärken weiter ausbauen und mit noch mehr Kraft und Leistungsfähigkeit an den Start gehen, um gute Ergebnisse bei internationalen Wettkämpfen und in der 1. Triathlon-Bundesliga zu erreichen.

Wie schaffst du es, die Doppelbelastung aus Arbeit und Training unter einen Hut zu bringen?

Wichtig ist für mich, dass ich meine Aufgaben gut organisiere und erledige, wenn gerade Zeit ist – und sie nicht bis zur letzten Minute aufschiebe. So vermeide ich eine Menge Stress. Außerdem versuche ich, mich immer auf eine Sache zu konzentrieren. Dadurch kann ich sie schneller und besser erledigen, ohne ständig abgelenkt zu sein. Oft ist das Training für mich aber auch eine Art Pause zwischen der Arbeit – eine willkommene Ablenkung, um den Kopf freizubekommen.

Wo siehst du dich sportlich und beruflich in ein paar Jahren?

Sportlich sehe ich mich auf jeden Fall weiterhin im Leistungssport. Eines meiner größten Ziele ist es natürlich, es in den Perspektivkader der Deutschen Triathlon Union zu schaffen und ganz vorne mit dabei zu sein. Beruflich sehe ich mich im Studium – oder vielleicht sogar schon kurz vor dem Abschluss. In welche Richtung es genau gehen soll, weiß ich allerdings noch nicht so ganz.

Foto: Malte Kreibich