Deutsche Meisterschaften Langdistanz: Bayerischer Doppelsieg in Nagold

Zweimal Gold für Bayern bei den Deutschen Meisterschaften auf der Langdistanz: Nathalie Krause von der TG Viktoria Augsburg und Wolfgang Teuchner von der TuS Fürstenfeldbruck haben sich beim Nordschwarzwald Triathlon in Nagold die deutschen Meistertitel gesichert und sorgten für einen bayerischen Doppelsieg.

Krause mit DM-Titel beim Debüt

Siegerin Nathalie Krause

Für Nathalie Krause endete die allererste Langdistanz nach 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern auf dem Rad und dem abschließenden Marathon nach 9:49:41 Stunden mit dem Deutschen Meistertitel. Dabei war die Augsburgerin vor dem Start keineswegs frei von Respekt: „Das Rennen war meine erste Langdistanz und entsprechend nervös war ich. Ich wollte mich daher einfach ein Stück weit auf das Abenteuer Langdistanz einlassen.“ Das Abenteuer nahm dann schneller Fahrt auf als geplant. Nach einem gelungenen Schwimmen konnte Krause als Führende aufs Rad wechseln. Nach rund 25 Kilometern folgte allerdings ein Sturz. „Ich bin doch zu zügig in einen Kreisverkehr reingefahren, in dem mir dann das Hinterrad weggerutscht ist und ich erstmal mitsamt Rad über den Asphalt in den Graben gerutscht bin.“ Bis auf einige Schürfwunden und einen beschädigten Einteiler blieb die Augsburgerin glücklicherweise unverletzt. Nach kurzen Reparaturen am Rad ging es weiter.

Der Sturz kostete allerdings Zeit, die Krause möglichst schnell wieder aufholen wollte. „Zugegeben, etwas mit Adrenalin geladen, bin ich die ersten Kilometer ziemlich losgebraust, um die verlorene Zeit durch den Sturz wieder gut zu machen.“ Beim Aufholmanöver folgte jedoch die nächste Herausforderung: Weil sie zu dicht auf einen anderen Athleten auffuhr, musste Krause eine Drei-Minuten-Strafe absitzen. Auch der Marathon wurde zur Bewährungsprobe. „Beim abschließenden Lauf hab ich dann wirklich zu spüren bekommen, dass Marathon laufen im Rahmen einer Langdistanz eben nicht vergleichbar ist mit ‚reinem‘ Marathon-Laufen.“ Ab der dritten Runde musste sie deshalb zunehmend kämpfen. Unterstützung kam von den Athletinnen und Athleten im Rennen sowie den Zuschauern an der Strecke, deren Zurufe sie schließlich bis ins Ziel brachten. Nach 9:49:41 Stunden war das Premierenrennen tatsächlich mit dem deutschen Meistertitel gekrönt. „Unterm Strich war es wirklich eine gelungene, gut organisierte Veranstaltung“, lautet Krauses Fazit. Und dass die erste Langdistanz nicht ihre letzte gewesen sein dürfte, deutet sie selbst bereits an: „Für mich persönlich war das aber auch erst der Anfang für meine ‚Karriere‘ auf dieser Distanz.“

Hawaii-Feeling für Wolfgang Teuchner in Nagold: Auf der Laufstrecke wurde es mächtig schwül.

Für den späteren Sieger Wolfgang Teuchner begann der Tag eher entspannt: „Das Tempo beim Schwimmen in der ersten Gruppe war gemütlich. Mit Blick auf die folgende Hitze wollte ich hier noch keine Kraft vergeuden“, beschreibt er seine Taktik. Nach 57 Minuten war er wieder an Land. Auf dem Rad dauerte es dann allerdings nicht lange, bis der Fürstenfeldbrucker die Führung übernahm. Rund sieben Minuten Vorsprung fuhr Teuchner heraus. Einfach wurde die 180-Kilometer-Strecke dadurch allerdings nicht. Lange Anstiege wechselten sich mit schnellen Abfahrten ab, gleichzeitig nahm die Schwüle zu. „Die Aussicht gegen Ende des Radfahrens, jetzt noch einen Marathon zu laufen, rief wenig Optimismus hervor“, erzählt Teuchner. Inzwischen waren die Temperaturen auf über 30 Grad gestiegen, die vorherigen Regenschauer hatten zusätzlich für hohe Luftfeuchtigkeit gesorgt.

Der abschließende Marathon führte über einen welligen Rundkurs mit sechs Runden, abwechselnd durch die Nagolder Innenstadt und über eine schattenlose Landstraße. Teuchner lief zunächst ein ähnliches Tempo wie sein ärgster Konkurrent, konnte sich im weiteren Rennverlauf aber entscheidend absetzen. „Der Zweitplatzierte lief in ähnlichem Tempo wie ich an, ging dann aber hitzebedingt etwas früher und stärker als ich ein“, berichtet der neue Deutsche Meister. Nach 30 Kilometern betrug sein Vorsprung bereits rund 15 Minuten. Viel Reserve blieb dennoch nicht: „Mit massiv nachlassenden Kräften und immer schwereren Schritten“ brachte Teuchner den Vorsprung schließlich bis ins Ziel.

Nach 8:31:07 Stunden war der Titel erkämpft. Hinter Teuchner folgten Lennard Peters (SV Teuto Riesenbeck, 8:47:31) und Bennet Breitenbach (TSG Kleinostheim, 8:51:24). Für Teuchner war es zugleich der Titel in der AK 40.

Sein Fazit zur Veranstaltung fällt entsprechend positiv aus: „Insgesamt war es eine top organisierte DM Langdistanz, die Strecken könnten nicht besser sein.“ Trotz der erst dritten Auflage habe das Rennen bereits viele Zuschauer an die Strecke gelockt. Teuchner hofft deshalb, dass sich der Nordschwarzwald Triathlon „über die Jahre zu einem Fixpunkt im deutschen Rennkalender etablieren wird“. Für den Fürstenfeldbrucker ist die Saison damit allerdings noch nicht beendet. Nach der nun anstehenden Erholung wartet mit dem Ironman Florida bereits das Saisonfinale.

Auch hinter den beiden bayerischen Gesamtsiegern gab es weitere Erfolge aus dem Freistaat. Claudia Bregulla-Linke vom SC Riederau Triathlon gewann die AK 55 der Frauen, bei den Männern setzte sich Benno Beckstein von run & bike Kelheim in der AK 55 durch. Johannes Kammerer (Trifit Vallried) holte den deutschen Meistertitel in der AK 70.

Fotos: Tim Schlindwein