Persönliche Bestmarken und gelebte Inklusion: Rückblick die Bayerische Meisterschaft Para Swim & Run in Nürnberg

Während sich der Frühling in Mittelfranken am vergangenen Wochenende eine Auszeit nahm, stand für die bayerischen Para-Triathleten beim BTV Memmert Nachwuchscup in Nürnberg die erste wichtige Standortbestimmung an. Im Rennen um die Bayerische Meisterschaft Para im Swim & Run ging es nicht nur um Zeiten und Platzierungen, sondern vor allem um den aktuellen Leistungsstand nach den Wintermonaten. Dabei erforderten die Bedingungen sowohl in der Schwimmhalle als auch auf der Laufstrecke echtes Stehvermögen.

Bestzeiten und internationale Ambitionen

Michelle Wagner unterstrich ihre Ambitionen für die kommende Saison mit einer deutlichen Leistungssteigerung. Begleitet von ihrer Guidin absolvierte sie die 400 Meter im Becken in 09:54,2 Minuten und ließ auf der 3000-Meter-Laufstrecke eine Zeit von 13:03,9 Minuten folgen. Beide Zeiten sind neue persönliche Bestmarken für die Athletin, die ihren Blick dieses JAhr auch auf internationale Rennen gerichtet hat.

Neue Gesichter und die Rückkehr zur Form

Mit Lukas Reissig präsentierte sich ein neues Gesicht im Para Triathlon. Reissig, der aktuell noch vorläufig klassifiziert ist, zeigte sich mit seinem Debüt (Gesamtzeit 19:38,4) zufrieden. Eine endgültige Einstufung seiner Startklasse wird bei der DACH-Meisterschaft in Schweinfurt erfolgen.

Dass der Weg zurück zur Bestform oft über mentale Hürden führt, zeigte Julian Winter. Nach einem Motivationsloch im Vorfeld präsentierte er sich in Nürnberg frisch motiviert. Das Comeback gibt ihm den nötigen Schwung für die geplanten Starts in Schweinfurt und  Hamburg.

Der Spagat zwischen Alltag und Leistungssport

Die Realität des Amateursports wurde bei Annalena Tank und Sarah Steinke deutlich. Tank, die derzeit durch ihr Referendariat beruflich stark beansprucht ist, konnte ihre Laufleistung zwar stabilisieren, kämpft jedoch aufgrund der zeitlichen Belastung mit Defiziten im Schwimmtraining. Dennoch blickt sie optimistisch auf die Starts in Schweinfurt und Hamburg. Sarah Steinke hingegen trug noch die Folgen einer Schulterverletzung aus ihrem Urlaub mit sich herum. Während das Schwimmen verletzungsbedingt noch nicht auf dem gewohnten Niveau verlief, lieferte sie eine solide Laufleistung ab und konzentriert sich nun ebenfalls auf die Vorbereitung für Schweinfurt.

Gelebte Inklusion

Landestrainerin Para, Julia Fankel, zog trotz der widrigen Temperaturen ein positives Fazit, das über die reinen nackten Zahlen hinausgeht. Besonders die Atmosphäre am Streckenrand hob sie hervor: „Die Akzeptanz innerhalb des gesamten Starterfeldes ist spürbar gewachsen.“ Dass die letzte Läuferin des Feldes vom nachfolgenden Lauf lautstark angefeuert wurde, wertete Fankel als wichtiges Zeichen für den richtigen Weg, den der Verband eingeschlagen hat. Die Para-Sparte wächst weiter; ein weiterer Schwimmer bereitet sich aktuell Schritt für Schritt auf seinen ersten Triathlon-Start vor.

Der nächste Meilenstein für das Team ist der Kaderlehrgang im April in Bayreuth. Gemeinsam mit einer Gaststarterin aus Nordrhein-Westfalen stehen dort Radausfahrten, Lauftests und spezifische Schwimmeinheiten auf dem Programm, um den Grundstein für eine erfolgreiche Freiluftsaison zu legen.

Foto: Julia Fankel